27

News des 26./27. Juli 2008

Bei der Arbeit an unserem aktuellen Artikel ergab sich, daß die lange erwartete GeForce 9500 GT nun langsam auf die Zielgerade biegt: Einige Händler listen die Karte bereits, eine echte Verfügbarkeit ist aber noch nicht gegeben, was auf einen Markteintritt in den nächsten Tagen schließen läßt. Die GeForce 9500 GT basiert auf dem G96-Chip von nVidia, welcher die Ablösung des G86-Chips der GeForce 8400/8500 Karten im LowCost-Bereich darstellt. Interessanterweise entspricht der G96 aber technisch dem (ehemaligen) Mainstream-Chip G84 der GeForce 8600 Karten: 32 Shader-Einheiten mit 16 TMUs an einem 128 Bit Speicherinterface.

Somit stellt der G96-Chip eigentlich den 65nm-Wiedergänger des in 80nm gefertigten G84-Chips dar. Von der Performance her sollte sich die GeForce 9500 GT mit ihren Taktraten von 550/1400/800 MHz genau zwischen GeForce 8600 GT (540/1190/700 MHz) und GeForce 8600 GTS (675/1450/1000 MHz) einordnen, bei angenommenen kleineren Detail-Verbesserungen am Chip geht die Tendenz dann stärker in Richtung der GeForce 8600 GTS. Positiverweise bestückt nVidia die GeForce 9500 GT per default gleich mit 512 MB Grafikkartenspeicher, was der Karte eine in diesem Preisbereich zwar nicht unbedingt notwendige, aber trotzdem gern gesehene Zukunftstauglichkeit mitgibt.

nVidia bietet mit dieser Karte also zukünftig im LowCost-Bereich das an Performance an, was noch vor einem Jahr im Mainstream-Bereich zu haben war. Theoretisch jedenfalls, denn leider passt derzeit der Preispunkt dieser Karte noch nicht. Zwar liegt der aktuelle Straßenpreis von 65 bis 80 Euro perfekt im Rahmen des US-Listenpreises von 99 Dollar, hat nVidia den Preis also nicht höher angesetzt als bei den früheren LowCost-Lösungen. Allerdings drücken von oben die inzwischen rasend günstig gewordenen Beschleuniger des oberen Mainstream-Segments in Form von GeForce 9600 GT (80 bis 100 Euro), Radeon HD 3850 256MB (65 bis 80 Euro) und GeForce 9600 GSO 384MB (65 bis 80 Euro), gegen deren Performance die GeForce 9500 GT natürlich niemals ankommen kann.

Und von unten wird der GeForce 9500 GT dann durch die deutlich besseren Preise der GeForce 8600 GTS 256MB und der GeForce 8600 GT 512MB zugesetzt, welche für eine absolut ähnliche Performance derzeit nur noch 45 bis 60 Euro wert sind. Gerade aufgrund der weitestgehenden Performance-Gleichheit durch die gleiche Anzahl an Hardware-Einheiten und ähnliche Taktraten sind diese beiden Karten wohl das Maß der Dinge für die GeForce 9500 GT: Um diese Karte verkaufen zu können, muß der Preispunkt von 50 Euro erreicht werden. Vorher ist die GeForce 9500 GT zweifellos ein uninteressantes Angebot, da hilft dann auch der Neuheitsbonus nicht mehr.

Bei Golem hat man sich die erste Hauptversion von Wine angesehen, mittels welchem Windows-Programme auch direkt unter Linux lauffähig gemacht werden können. Dies geschieht nicht durch eine Emulation des kompletten Betriebssystems wie in einer virtuellen Maschine, vielmehr hat man die Windows-Schnittstellen nachgebildet, darunter auch DirectX. Damit lassen sich erstaunlicherweise auch einige aktuelle Windows-Spiele benutzen, zu nennen wären hier beispielsweise Call of Duty 4, EVE Online und World of WarCraft. Allerdings geht der Wine-Schwerpunkt derzeit eher in Richtung Anwendungsprogramme, für einen durchgehenden Spielesupport sind bei der Masse an Spielen noch erhebliche Anstrengungen vonnöten.