Die jüngste Verwirrung [1] über zukünftige Lieferungen zur GeForce RTX 5070 Ti läßt sich vielleicht generell klären, wenn man jene Informationen berücksichtigt, welche HKEPC @ Facebook [2] (via VideoCardz [3]) aus Herstellerkreisen erhalten haben. Danach priorisiert nVidia neuerdings innerhalb seines GeForce RTX 50 Grafikkarten-Portfolios gewisse Modelle – welche also dann, wenn der benötigte GDDR-Speicher knapp wird, vorzugsweise bedient und somit beliefert werden. Jene Priorisierung richtet sich nach der einfachen Formel: Bei gleichem Modell das mit weniger VRAM, bei gleicher Speichermenge das mit höherer Performance. Dies geht zum einen zugunsten der VRAM-armen Modelle, und zum anderen zugunsten der teuren Grafikkarten – wo es sich (wegen des höheren Verkaufspreises) natürlich am ehesten lohnt, die größeren Speichermengen anzubringen.
nVidia's current policy is:
Same SKU, Less RAM.
Same Memory, Higher SKU.
Quelle: HKEPC @ Facebook [2] am 15. Januar 2026
Dabei stehen GeForce RTX 5090D v2, 5090D und 5090 generell außerhalb dieser Priorisierung, werden also augenscheinlich sowieso bedient. Zugleich ist unklar, wie nVidia die GeForce RTX 5070 diesbezüglich behandelt, ob jene also priorisiert oder nicht priorisiert wird. Der Hintergrund dieser Maßnahme dürfte sein, dass die Menge an GDDR-Speicher, welche man aquirieren kann, einfach kleiner ist als letztes Jahr – und nVidia diese unzureichenden GDDR-Zulieferungen nun bestmöglich bzw. so lukrativ wie möglich auf sein Grafikkarten-Angebot verteilen muß. Logischerweise geht dies zuerst zugunsten aller teuren Modelle, ab der GeForce RTX 5080 aufwärts wird nVidia immer daran interessiert sein, den Bedarf zu erfüllen. Zugleich bekommen die 8-GB-Modelle des Mainstream-Bereichs noch Zuteilungen, da deren Speicherbedarf pro Karte nun einmal niedriger ausfällt und zugleich die gestiegenen GDDR-Preise dort noch nicht derart wirksam sind, auf dass der Kartenpreis zu sehr nach oben gerissen wird.
| nicht priorisiert | unbekannt | priorisiert | außerhalb stehend | |
|---|---|---|---|---|
| 8-GB-Klasse | GeForce RTX 5060 | GeForce RTX 5060 Ti 8GB | |
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| 12-GB-Klasse | GeForce RTX 5070 | |
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| 16-GB-Klasse | GeForce RTX 5060 Ti 16GB GeForce RTX 5070 Ti |
GeForce RTX 5080 | ||
| 24-GB-Klasse | |
GeForce RTX 5090D v2 | ||
| 32-GB-Klasse | GeForce RTX 5090D GeForce RTX 5090 |
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| gemäß der Ausführungen von HKPEC @ Facebook [2] & VideoCardz [3] | ||||
Mit dieser Methodik geraten dann aber natürlich insbesondere jene Modelle in die Bredoille, welche in der Mitte des RTX50-Portfolios stehen: GeForce RTX 5060 Ti 16GB, GeForce RTX 5070 Ti und potentiell die GeForce RTX 5070. Zu letzterer gibt es in diesem neuen Priorisierungs-Schema wie gesagt noch keine klaren Informationen, aber gemäß der dahinterliegenden Grundsätze sieht es eigentlich auch nicht gut aus für diese Karte – relativ niedrigerer Abgabepreis und mit 12 GB auch keine wirklich kleine VRAM-Bestückung. Möglicherweise muß dies jedoch derzeit noch nicht die Sorge nVidias sein, da sich die GeForce RTX 5070 nicht wirklich gut verkauft hat und demzufolge in der Handelskette und bei den Grafikkartenherstellern noch einiges an bereits hergestellten und noch nicht verkauften Karten liegen dürfte. Bei den anderen RTX50-Karten dürfte dieses neue Priorisierungs-Schema mit der üblichen Verzögerung von mindestens ca. 2 Monaten greifen und nachfolgend dann natürlich auch die Grafikkarten-Preise beeinflussen.
Denn die nicht priorisierten RTX50-Modelle dürften natürlich im Preis stärker zulegen als die priorisierten RTX50-Modelle, weil einfach die Liefermengen zu ersten deutlich niedriger ausfallen werden als zu zweiteren. Dabei kann es je nach der Situation im GDDR-Markt auch dazu kommen, dass temporär vielleicht gar nichts mehr an GeForce RTX 5060, 5060 Ti 16GB & GeForce RTX 5070 Ti Karten den Markt erreicht. Noch will nVidia allerdings alle Modelle des GeForce RTX 50 Grafikkarten-Portfolios beliefern, noch ist kein Modell tatsächlich abgesagt. Dies könnte sich bei einer angenommenen Zuspitzung der Speicherkrise eventuell noch ändern, es bleibt zu hoffen, dass AMD & nVidia die jetzt erhaltenen Mengen an GDDR-Speicher wenigstens langfristig absichern konnten. Weitere Preissteigerungen im Grafikkarten-Bereich sind nunmehr allerdings zweifelsfrei zu erwarten, denn diese Priorisierung sowie die laut MEGAsizeGPU @ X [4] generell geringeren Liefermengen gelten wohl erst seit wenigen Tagen, gehen nachfolgend erst einmal durch die Handelskette und sollten von den Einzelhandelspreisen erst mit einigen zeitlichen Abstand reflektiert werden.
NVDA GPU supply to AIC has been cut down 15%-20%. The good news is that Nvidia still bundles a GPU with memory. The bad news is that there will be no new product in 2026.
Quelle: MEGAsizeGPU @ X [4] am 15. Januar 2026
Nachtrag vom 16. Januar 2026
Eine klarer verständliche Erläuterung, aus welchem Blickwinkel nVidia seine Lieferpriorisierungen im RTX50-Portfolio ansetzt, liefert eine von WCCF Tech [5] erstellte Infografik basierend auf einem Bericht seitens Tom's Hardware [6]: Es geht nVidia schlicht um den Grafikkarten-Umsatz pro Gigabyte VRAM – eben weil die lieferbare Speichermenge begrenzt ist und somit diese limitierte Ressource so gut wie möglich verteilt werden muß. Intern dürfte nVidia sicherlich genauere Rechnungen aufstellen, welche auch den Punkt "Profit pro Gigabyte VRAM" einschließen – aber dies ist von außen her natürlich nicht nachzustellen. Dabei basiert die Infografik von WCCF Tech selbst nur auf groben Angaben, benutzt beispielsweise den offiziellen Listenpreis der RTX50-Beschleuniger, nicht tatsächliche Einzelhandelspreise. Das ganze ist rein schematisch zu sehen, die reale Kalkulation wird genauer ausfallen und könnte in der Höhe einzelner Balken somit abweichen.
[7]Die großen Differenzen sind allerdings auch mit einer genaueren Kalkulation nicht zu überbrücken – ganz besonders deutlich im Fall der GeForce RTX 5060 Ti: Da kostet das 16-GB-Modell nicht gerade wesentlich mehr als das 8-GB-Modell, verbraucht aber die doppelte Menge des knappen Grafikkartenspeichers. Dies ist klar der ungünstige Fall für nVidia in der Speicherkrise 2026. Somit ist die GeForce RTX 5060 Ti 16GB wohl auch vermutlich jenes Modell, welches nVidia nachfolgend am geringsten liefern dürfte. Alle HighEnd-Modelle ab der GeForce RTX 5080 sehen hingegen gut aus, hier wird der benötigte VRAM bestmöglich in Umsatz umgewandelt. Sollte die GDDR-Knappheit noch stärker anziehen, dürfte sich nVidia primär der Fertigung nur noch der HighEnd-Lösungen zu wenden, da man somit am wenigsten an Umsatz verliert sowie die knappe Ressource des VRAM am besten nutzt. Dass derzeit vor allem auch die Preise der HighEnd-Modelle der RTX50-Serie anziehen [9], kommt für nVidia als weiterer Pluspunkt oben drauf.
Verweise:
[1] https://www.3dcenter.org/news/news-des-15-januar-2026
[2] https://www.facebook.com/share/p/1BzC4noYN3/
[3] https://videocardz.com/newz/nvidias-new-geforce-rtx-50-allocation-scheme-prioritizes-the-top-sku-in-each-memory-tier
[4] https://x.com/Zed__Wang/status/2011797482183737358
[5] https://wccftech.com/nvidias-strategy-amid-gpu-memory-shortages-is-to-prioritize-profit-gb/
[6] https://www.tomshardware.com/pc-components/gpus/gigabyte-ceo-explains-nvidias-potential-gpu-supply-strategy-amid-crushing-memory-shortages-gross-revenue-per-gigabyte-of-gddr7-memory-could-decide-what-products-thrive
[7] https://www.3dcenter.org/dateien/abbildungen/nVidia-2026-Umsatz-pro-Gigabyte-VRAM.png
[8] https://www.3dcenter.org/abbildung/nvidia-2026-umsatz-pro-gigabyte-vram
[9] https://www.3dcenter.org/news/news-des-12-januar-2026