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News des 16. Juli 2008

Es gibt nun auch einige weitere Previews zur Radeon HD 4870 X2, wobei der offizielle Launch dieser Karte wohl erst im August erfolgen wird. Demzufolge sind auch die von ATI gestellten Einschränkungen für die aktuellen Tests erklärbar, ATI will sich hier einfach noch Reserven für den kommenden offiziellen Launch lassen. Vorteilhafterweise für ATI konnten sich die bisherigen Testberichte damit fast nur auf die sehr überzeugende Performance der Karte konzentrieren, womit zum einen das Publikum angefüttert wurde und zum anderen die eher negativen Punkte (Stromverbrauch, Lautstärke) noch in den Hintergrund rückten – richtig cleveres Marketing also ;). Im übrigen konnte man sich über den Punkt, wieviel Speicher pro Grafikchip die Karte hat, weiterhin nicht einigen – aber eventuell sind ja wirklich verschiedene Karten (welche mit 2x 512MB und welche mit 2x 1024MB) im Umlauf.

Über die Pläne von ATI für die Serienversionen muß das im übrigen nichts sagen, schließlich handelt es sich bei allen getesteten Karten um Vorserien-Produkte. Das bedeutet auch, das die derzeitigen Taktraten von 750/900 MHz (wie bei der Radeon HD 4870) nicht wirklich final sind, ATI könnte jene bis zum August auch noch etwas abändern. Davon abgesehen bestimmt die aktuelle Diskussion zu dieser neuen Grafikkarte derzeit ganz eindeutig die Frage des Stromverbrauchs von 250 bis 300 Watt (allein für die Grafikkarte!), womit die Radeon HD 4870 X2 schon einmal runde 100 Watt mehr zieht als eine GeForce GTX 280 (der hohe Idle-Stromverbrauch ist aufgrund des noch nicht aktiven Stromsparmodus noch nicht zu bewerten). Hier gibt es durchaus Stimmen, welche zur etwas später erscheinenden Radeon HD 4850 X2 raten, deren Stromverbrauch nicht über das Niveau der GeForce GTX 280 hinausgehen und welche diese von der Performance her ebenfalls (wenngleich knapper) schlagen sollte.

Der Heise Newsticker berichtet zu den Schwierigkeiten, welche auf nVidia im Markt der Mainboard-Chipsätze zukünftig zukommen werden. Zwei der Hauptargumente kann allerdings nicht ganz gefolgt werden: Im AMD-Markt mag AMD inzwischen sicherlich lieber die eigenen Chipsätze verkaufen, allerdings ist es nach wie vor einfach, an entsprechende Lizenzen zu kommen – einmal ganz abgesehen davon, daß sich zwei der früher wichtigen Wettbewerber (SiS und VIA) inzwischen mehr oder weniger selbst verabschiedet haben. Und das Argument, daß mit Intels kommenden Nehalem-Prozessoren mit integriertem Speichercontroller keine "echten" Mainboard-Chipsätze mehr benötigt werden, ist auch nicht wirklich zu sehen, schließlich existiert dieses Modell bei AMD-Prozessoren schon seit einigen Jahren so.

Daneben liefert die Meldung aber reichlich interessante Details rund um die kommenden Nehalem-Plattformen: So scheint Intel in der Tat seine QPI-Anbindung (vergleichbar mit AMDs HyperTransport) nur für die HighEnd-Modelle unter den Mainboard-Chipsätzen und Prozessoren zu benutzen (sowie natürlich im Server-Bereich), die Anbindung der LowCost- und Mainstream-Modelle soll über eine DMI (Direct Media Interface) genannte Anbindung erfolgen, was wohl nicht so leistungsstark ist. Intel dürfte diesen Unterschied womöglich per Marketing groß herausstellen, ob es in der Praxis einen beachtbaren Leistungsunterschied gibt, bliebe allerdings abzuwarten – immerhin steht auch bei den AMD-Prozessoren nicht die HyperTransport-Anbindung, sondern der integrierte Speichercontroller für die Performance im Desktop-Bereich.

Bei WinFuture hat man zwei bemerkenswerte Meldungen zum Thema Computersicherheit: Nach der ersten dauert es derzeit bei neu aufgesetzten, aber ungepatchten Windows-Systemen (und ohne weitergehende Sicherheitsvorkehrungen) keine fünf Minuten, ehe das System in der einen oder anderen Art infiziert wird. Damit ist natürlich gemeint, daß es innerhalb dieser Zeit zum Surfen benutzt wird, von ganz alleine kommt die Schadsoftware (noch) nicht auf den Computer ;). Als Grundregel beim Aufsetzen neuer Systeme kann somit gelten, daß bei diesen zuerst für die Computersicherheit gesorgt wird und man erst danach mit dem Surfen anfängt. Im Idealfall liegen benötigte Treiber, Service Packs und zu installierende Sicherheitssoftware vor dem Aufsetzen des Systems griffbereit und werden auch schon vor dem Aktivieren der allerersten Internetverbindung installiert.

Die zweite Meldung bezieht sich auf eine Idee, welche in der Theorie schon einige Zeit herumschwirrt und nunmehr vom japanische Hersteller NEC aus Basis der Phoenix-Technologie "HyperSpace" umgesetzt wird. Dabei handelt es sich um einen Virenscanner unter einem eigenen Linux-Betriebssystem, welcher unabhängig vom eigentlichen Arbeits-Betriebssystem und schon ab dem BIOS-Start läuft. Damit ist dieser Virenscanner vom eigentlichen Arbeits-Betriebssystem aus mehr oder weniger unangreifbar, durch den Start schon auf BIOS-Ebene ist zudem das eigentliche Arbeits-Betriebssystem auch davor geschützt, schon vor seinem Start manipuliert zu werden. Zudem stehen in dem für den Virescanner benutzten Mini-Betriebssystem eMail-Programm, Browser, Media-Player und VoIP-Software zur Verfügung – was allerdings gleichzeitig auch als Kritikpunkt begriffen werden kann.

Denn damit verfügt dieses Mini-Betriebssystem über eine eigene, recht frei konfigurierte Internetverbindung, womit dieses Mini-Betriebssystem auch selber angegriffen werden und im Fall des Falles dann natürlich nicht mehr den Schutz des eigentlichen Arbeits-Betriebssystem gewährleisten kann. Hier wäre es aus sicherheitstechnischer Sicht sinnvoller gewesen, den Internetzugang des Mini-Betriebssystems ganz konsequent nur auf die Sicherheitsupdates des Virenscanners zu beschränken und alle anderen Internet-bezogenen Funktionen herauszulassen. Als erster Versuch eines solcherart doppelt abgesicherten Systems ist HyperSpace aber dennoch lobenswert, bei entsprechender Anwenderfreundlichkeit dürfte dem Erfolg solcherart Systeme sicherlich nichts im Wege stehen.