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News des 6. März 2009

Gemäß Fudzilla soll ATIs RV790-Chip erhebliche interne Verbesserungen gegenüber dem RV770-Chip der Radeon HD 4800 Serie aufweisen und dadurch eine erheblich bessere Performance als dieser erzielen. Dies würde zumindest erklären, wieso der RV790 teilweise mit derselben Anzahl an Shader-Einheiten oder/und nicht wesentlich höheren Taktraten gegenüber der Radeon HD 4870 genannt wird – zusammen mit den internen Verbesserungen dürfte man trotzdem auf diese 30 Prozent Mehrperformance kommen, die man eigentlich mindestens benötigt, um eine neue HighEnd-Lösung in den Markt zu entlassen.

Fudzilla spekulieren folgerichtig, daß dieser RV790-Chip sich dann mit einer GeForce GTX 260 anlegen können wird und selbst einer GeForce GTX 285 nahekommen könnte – was absolut nicht von der Hand zu weisen ist, sieht man sich an, wo deren aktuelle Preispunkte liegen. Wie schon gestern ausgeführt, ist es gemäß der zuletzt von ATI gefahrenen Strategie am wahrscheinlichsten, daß der RV790 sich irgendwo in den Preisbereich von 200 bis 250 Euro legen wird – dies ist das Territorum der GeForce GTX 260. Jene Karte wird man mit dem RV790-Topmodell sicherlich (klar) schlagen wollen, wenn man einen entsprechenden Eindruck am Markt machen will – insofern ist auch eine Performance in der Nähe der GeForce GTX 285 für den RV790-Chip im Bereich des noch möglichen.

Die PC Games Hardware vermeldet "Stormrise" als erstes echtes DirectX10-Spiel, welches also nur im DirectX10-Modus läuft und damit eine entsprechende Grafikkarte sowie Windows Vista oder Windows 7 voraussetzt. Wer jetzt frohlocken mag, daß nun endlich einmal DirectX10 ohne Rücksicht auf frühere 3D-APIs ausgenutzt werden würde, dem kann dieser Zahn umgehend gezogen werden: Das Spiel wird auch auf Xbox360 und PlayStation 3 herauskommen, welche ihrerseits technologisch der DirectX9-Klasse angehören. Damit ist die technologische Basis des Spiels auch nur DirectX9 und ein PC-Release allein unter DirectX10 ist faktisch eine bewußte Beschneidung bestehender Möglichkeiten.

Was den Spielentwickler zu dieser seltsamen "Geschäftsidee" getrieben haben mag, ist unklar – in jedem Fall büßt man damit potentielle Kundschaft ein, ohne daß es dafür einen beachtbaren Gegenwert geben würde. Und auch die DirectX10-Fraktion erhält letztlich nichts von wirklichem Interesse: Nur weil ein Spiel auf DirectX10 beschnitten wurde, bedeutet es nicht, daß es sich hierbei technologisch um DirectX10 handelt – denn der Fall "Stormrise" zeigt, daß hier nur DirectX9-Technologie im DirectX10-Mantel verkauft wird. Echte DirectX10-Spiele machen derzeit wirtschaftlich sowieso noch keinen großen Sinn, denn aktuell verfügen gerade einmal ein Viertel aller Gamer über die dafür notwendige Ausstattung auf Grafikkarten- und Betriebssystem-Seite.

Nochmals die PC Games Hardware merkt zum Asus W90Vp Notebook mit Mobility Radeon HD 4870 X2 Grafik (wohl eher zwei Mobility Radeon HD 4870 im CrossFire-Verbund) an, daß bei dem auf der CeBIT zu sehendem Muster nur ein Grafikchip aktiv war. Woran dies hängt, ist aktuell unklar – man vermutet ein Wärmeproblem im Dauereinsatz unter der Messebeleuchtung, was aber letztlich nichts gutes bezüglich der Praxistauglichkeit dieses Notebooks vermuten läßt. Dies mag bei diesem Gerät wohl ziemlich extrem sein, aber auch für viele andere "Gaming-Notebooks" trifft zu, daß deren Kühlung zumeist nicht wirklich auf einen Gaming-Dauereinsatz ausgerichtet ist, weil die Geräte erfahrungsgemäß zumeist doch nicht durchgängig zum Spielen benutzt werden.

Diese durchaus richtige Beobachtung der Notebook-Hersteller hat diese aber in der Praxis dazu verleitet, bei den Kühllösungen so sparen bzw. diese nur auf ideale Bedingungen (mitteleuropäische Raumtemperatur) auszulegen – was ja nun gerade bei einem Notebook kontra der gesamten Geräteidee steht. Daraus resultiert, daß viele "Gaming-Notebooks" einen dauerhaften Spielebetrieb nicht langfristig durchhalten bzw. sich hier deutlich höhere Reklamationsquoten ergeben als bei Desktop-Grafikkarten – was ganz besonders auf Notebooks mit HighEnd-Lösungen oder gar SLI- bzw. CrossFire-Bundles zutrifft. Gerettet werden die Gerätehersteller wieder nur durch den Umstand, daß diese Notebooks dann eben doch weit weniger zum Spielen benutzt werden als beim Kauf einstmals gedacht ;).

Auf der nVidia-Treiberdownloadseite hat der Grafikchip-Entwickler bereits einige weitere umbenannte Grafikkarten notiert, welche wohl demnächst antreten werden: GeForce GT 120, GeForce GT 130 und GeForce GT 140. Was sich hinter diesen Namen genau verbirgt, ist derzeit noch unsicher, denn frühere Angaben (No.1 und No.2) hierzu sind noch etwas widersprüchlich. Als halbwegs gesichert mag jedoch gelten, daß sich unter diesen Namen die G94-abstammenden Mainstream-Grafikkarten verbergen werden (GeForce 9600 GT und GeForce 9600 GSO 512MB), die derzeit noch fehlende exakte Aufschlüsselung "alter Name" zu "neuer Name" wird sich sicherlich in nächster Zeit noch ergeben.

Shortcuts: Wie die PC Games Hardware im Gespräch mit Intel erfahren haben, werden die 2010 anstehenden 32nm Gulftown-Prozessoren mit sechs Rechenkernen weiterhin im Sockel 1366 angeboten werden und auch auf aktuellen Sockel-1366-Platinen (nach einem BIOS-Update) lauffähig sein. Hardware-Infos berichten über ein durch den Catalyst 9.2 geringfügig gemindertes Übertaktungspotential bei ATI-Grafikkarten. Eine Erklärung für dieses Verhalten steht noch aus – genauso wie eine Bestätigung, ob es sich hierbei nur um ein singuläres Phänomen handelt oder dieses Verhalten allgemein zutrifft. Die X-bit Labs bringen eine Klarstellung zu AMDs 32nm-Plänen: Trotz daß der Prozessorenbauer die 32nm-Fertigung schon im zweiten Halbjahr 2010 anlaufen lassen wird, kommen erste kaufbare Produkte erst im Jahr 2011 in den Handel.