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News des 28./29. August 2010

Unsere wöchentliche Umfrage ging um das Thema SSDs und deren aktuelle wie zukünftige Nutzung. Dabei handelte es sich um die (exakte) Wiederholung einer vor Jahresfrist gelaufenen Umfrage – und schon der Vergleich der puren Zahlen von Juli 2009 zu August 2010 ergibt eine deutliche Beschleunigung des Themas bei unseren Lesern bzw. den Umfrageteilnehmern. So ergab sich im Juli 2009 eine SSD-Nutzungsquote von 8 Prozent, 18 Prozent hatten kurz- und 24 Prozent mittelfristige Planungen. Heuer nun nutzen schon satte 31 Prozent SSDs – die frühere Prognose wurde damit problemlos erfüllt. Kurzfristige Planungen haben heuer weitere 16 Prozent, mittelfristige Planungen weitere 21 Prozent. Sollte sich die daraus ableitbare Prognose erneut erfüllen, dürften in einem Jahr dann schon rund 50 Prozent unserer Leser SSD-Nutzer sein.

 Schon im Rechner – oder geplant? (Aug 2010)

SSD sind damit zwar noch nicht im Massenmarkt angekommen, aber es ist (spätestens nächstes Jahr) eine ausreichende Abdeckung an üblichen Multiplikatoren erreicht, worauf der Massenmarkt dann unter Umständen ziemlich schnell auf SSDs umschwenken könnte. Die schnellen Kapazitätserweiterungen bei SSDs dürften ihr übriges tun für die weiter zunehmende Attraktivität dieses Produkts. Durch eben diese Kapazitätssteigerungen fallen auch immer mehr die Beschränkungen weg, welche man sich bisher durch die kleinen SSD-Größen noch auferlegen mußte. So planten im Juli 2010 ganze 34 Prozent eine SSD nur für das Betriebssystem einzusetzen, wobei dies in der Praxis nur 17 Prozent letztlich so taten. Heuer nun planen nur noch 28 Prozent in diese Richtung hin und gar nur 14 Prozent setzen dies derzeit so um.

In der Praxis wird die SSD also vom größten Teil der Anwender sowohl für das Betriebssystem als auch für Anwendungen genutzt – nur die Nutzung auch für Daten ist nach wie vor eher selten. Diese dürfte vornehmlich auf speziellen Systemen wie lautlosen PCs oder Netbooks anzutreffen sein, beim regulären Desktop-PC sind die heutigen Datenmengen schnell deutlich zu groß für SSDs. Und da SSDs nach wie vor nicht gerade so spottbillig wie Festplatten zu haben sind und auch zukünftig zu haben sein werden, dürfte es langfristig zu der von einigen Nutzern jetzt schon praktizierten Zweiteilung kommen: Betriebssystem, Anwendungen und wichtige Arbeitsdaten auf der SSD – und alle größeren Datenmengen dann auf herkömmlichen Festplatten, möglicherweise sogar extern ausgeführt und nur bei Bedarf eingeschaltet.

Zum Bulldozer-Prozessor wurde noch eine Spezifikations-Tabelle speziell mit den Cache-Größen und -Anbindungen gefordert, anbei ist nun diese Tabelle. Sie ist leider nicht ganz vollständig, weil zu Bulldozer in diesen Fragen derzeit noch zu wenig Material vorliegt – aber allgemein gilt ja sowieso für Prozessoren, daß sich diese schwer anhand reiner Spezifikationstabellen einschätzen lassen. Gerade die Anzahl von Recheneinheiten ist bei CPUs um mehrere Faktoren unwichtiger als bei GPUs, welche sich im Gegensatz zu CPUs doch recht gut aufgrund ihrer Rohdaten einordnen lassen. Auf CPUs trifft dies wie gesagt nicht zu, womit auch die geringer gewordenen Anzahl an ALU-Einheiten in einem Bulldozer-Kern letztlich nichts sagen muß – wie an dieser Stelle schon einmal ausgeführt.

(alles pro Kern) K10 Bulldozer Core 2 Nehalem
Pipeline 12 Stufen ? 14 Stufen 16 Stufen
Dekoder bis zu 3 Ops ? bis zu 5 Ops bis zu 5 Ops
Integer 3x ALU, 2x L/S 2x ALU, 3x L/S 3x ALU, 2x L/S 3x ALU, 2x L/S
SIMD 2+1 (ADD, MUL, MISC), max. 128 Bit Befehlsbreite für zwei Kerne: 2xFMA, 2xINT, max. 256 Bit Befehlsbreite 2 (ADD, MUL), max. 128 Bit Befehlsbreite 2+1 (ADD, MUL, Shuffle), max. 128 Bit Befehlsbreite
L1 Instr.-Cache 64 kB, 2fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite für zwei Kerne: 64 kB, 2fach assoziativ 32 kB, 8fach assoziativ, 128 Bit Bandbreite 32 kB, 8fach assoziativ, 128 Bit Bandbreite
L1 Daten-Cache 64 kB, 2fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite 16 kB 32 kB, 8fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite 32 kB, 8fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite
L2-Cache 512 kB, 16fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite für zwei Kerne: 2 MB, 16fach assoziativ für zwei Kerne: 6 MB, 24fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite 256 kB, 8fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite
L3-Cache für vier Kerne: 6 MB, 48fach assoziativ ? keiner für vier Kerne: 8 MB, 16fach assoziativ

Ein wenig in der Berichterstattung über Bulldozer untergegangen ist die Bobcat-Prozessorenarchitektur, zu welcher AMD wieder einige neue Daten und erstmals auch ein Blockschaltbild veröffentlich hat. Auch bei Bobcat sind aufgrund der vorhandenen technischen Daten kaum Performanceprognosen möglich, allerdings gab es in der jüngeren Vergangenheit schon einige erste Performance-Messungen zu Bobcat, welche doch recht positiv ausgefallen sind. Bobcats Hauptgegner in Form der Atom-Prozessoren von Intel dürfte jedenfalls klar überrundet werden – was auch dadurch noch verstärkt wird, daß der Atom-Prozessor für einige Anwendungen in der Praxis schon spürbar zu langsam ist und daher die Mehrperformance von Bobcat auf ein dankbares Publikum treffen dürfte.

AMD Bobcat Blockschaltbild

So wie AMD sich das vorstellt, soll Bobcat aber genauso auch in Nettops und Sub-Notebooks eingesetzt werden, wo man teilweise auch auf die Konkurrenz von Core 2 Duo oder Pentium E Prozessoren trifft. Diese dürften von der Performance her wohl weiterhin vor Bobcat liegt (da Bobcat nach AMD-Aussagen 90% der Performance eines aktuellen AMD Notebook-Prozessors erreichen soll) – Bobcat kann diesen Intel-Prozessoren gegenüber aber mit deutlich niedrigerem Stromverbrauch punkten, welcher nur wenig mehr als bei den Atom-Prozessoren betragen wird. Für diese Geräteklasse ist das wohl der bessere Kompromiß, gerade da AMD Bobcat aufgrund der kleinen Chipfläche recht günstig herstellen kann und somit zudem einen hohen preislichen Spielraum gegenüber Core 2 Duo oder Pentium E Prozessoren hat.

Shortcuts: Laut Citavia läßt sich die kürzliche AMD-Aussage, Llano basiere auf dem K8-Design, dadurch entkräften, daß AMD-intern auch die aktuellsten Phenom II Prozessoren als "K8" gelten – und nicht als "K10", wie man in der Öffentlichkeit diskutiert. An unserer Einschätzung, daß Llano sich klar an den Massenmarkt wenden und kaum entscheidende Impulse für Performance- und HighEnd-Käufer bringen wird, ändert dies allerdings nichts. HT4U berichten von weiteren, dieses Jahr noch antretenden Phenom II X4 Prozessoren auf Deneb-Basis in Form des Phenom II X4 970 (3.5 GHz, Q3/2010) und 975 (3.6 GHz, Q4/2010). Bislang wurde das 970er Modell dem Zosma-Kern (Abspeckung Thuban-Kern der Sechskern-Prozessoren von AMD) zugeordnet, Zosma soll nun aber ab dem vierten Quartal ausschließlich zum Ersatz und Ausbau der Phenom II X4 8xx Prozessoren-Serie eingesetzt werden.

Unsere wöchentliche Umfrage ging um das Thema SSDs und deren aktuelle wie zukünftige Nutzung. Dabei handelte es sich um die (exakte) Wiederholung einer vor Jahresfrist gelaufenen Umfrage - und schon der Vergleich der puren Zahlen von Juli 2009 zu August 2010 ergibt eine deutliche Beschleunigung des Themas bei unseren Lesern bzw. den Umfrageteilnehmern. So ergab sich im Juli 2009 eine SSD-Nutzungsquote von 8 Prozent, 18 Prozent hatten kurz- und 24 Prozent mittelfristige Planungen. Heuer nun nutzen schon satte 31 Prozent SSDs - die frühere Prognose wurde damit problemlos erfüllt. Kurzfristige Planungen haben heuer weitere 16 Prozent, mittelfristige Planungen weitere 21 Prozent. Sollte sich die daraus ableitbare Prognose erneut erfüllen, dürften in einem Jahr dann schon rund 50 Prozent unserer Leser SSD-Nutzer sein.



SSD sind damit zwar noch nicht im Massenmarkt angekommen, aber es ist (spätestens nächstes Jahr) eine ausreichende Abdeckung an üblichen Multiplikatoren erreicht, worauf der Massenmarkt dann unter Umständen ziemlich schnell auf SSDs umschwenken könnte. Die schnellen Kapazitätserweiterungen bei SSDs dürften ihr übriges tun für die weiter zunehmende Attraktivität dieses Produkts. Durch eben diese Kapazitätssteigerungen fallen auch immer mehr die Beschränkungen weg, welche man sich bisher durch die kleinen SSD-Größen noch auferlegen mußte. So planten im Juli 2010 ganze 34 Prozent eine SSD nur für das Betriebssystem einzusetzen, wobei dies in der Praxis nur 17 Prozent letztlich so taten. Heuer nun planen nur noch 28 Prozent in diese Richtung hin und gar nur 14 Prozent setzen dies derzeit so um.

In der Praxis wird die SSD also vom größten Teil der Anwender sowohl für das Betriebssystem als auch für Anwendungen genutzt - nur die Nutzung auch für Daten ist nach wie vor eher selten. Diese dürfte vornehmlich auf speziellen Systemen wie lautlosen PCs oder Netbooks anzutreffen sein, beim regulären Desktop-PC sind die heutigen Datenmengen schnell deutlich zu groß für SSDs. Und da SSDs nach wie vor nicht gerade so spottbillig wie Festplatten zu haben sind und auch zukünftig zu haben sein werden, dürfte es langfristig zu der von einigen Nutzern jetzt schon praktizierten Zweiteilung kommen: Betriebssystem, Anwendungen und wichtige Arbeitsdaten auf der SSD - und alle größeren Datenmengen dann auf herkömmlichen Festplatten, möglicherweise sogar extern ausgeführt und nur bei Bedarf eingeschaltet.

Zum Bulldozer-Prozessor wurde noch eine Spezifikations-Tabelle speziell mit den Cache-Größen und -Anbindungen gefordert, anbei ist nun diese Tabelle. Sie ist leider nicht ganz vollständig, weil zu Bulldozer in diesen Fragen derzeit noch zu wenig Material vorliegt - aber allgemein gilt ja sowieso für Prozessoren, daß sich diese schwer anhand reiner Spezifikationstabellen einschätzen lassen. Gerade die Anzahl von Recheneinheiten ist bei CPUs um mehrere Faktoren unwichtiger als bei GPUs, welche sich im Gegensatz zu CPUs doch recht gut aufgrund ihrer Rohdaten einordnen lassen. Auf CPUs trifft dies wie gesagt nicht zu, womit auch die geringer gewordenen Anzahl an ALU-Einheiten in einem Bulldozer-Kern letztlich nichts sagen muß - wie an dieser Stelle schon einmal ausgeführt.




(alles pro Kern)
K10
Bulldozer
Core 2
Nehalem





Pipeline
12 Stufen
?
14 Stufen
16 Stufen



Dekoder
bis zu 3 Ops
?
bis zu 5 Ops
bis zu 5 Ops



Integer
3x ALU, 2x L/S
2x ALU, 3x L/S
3x ALU, 2x L/S
3x ALU, 2x L/S



SIMD
2+1 (ADD, MUL, MISC), max. 128 Bit Befehlsbreite
für zwei Kerne: 2xFMA, 2xINT, max. 256 Bit Befehlsbreite
2 (ADD, MUL), max. 128 Bit Befehlsbreite
2+1 (ADD, MUL, Shuffle), max. 128 Bit Befehlsbreite



L1 Instr.-Cache
64 kB, 2fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite
für zwei Kerne: 64 kB, 2fach assoziativ
32 kB, 8fach assoziativ, 128 Bit Bandbreite
32 kB, 8fach assoziativ, 128 Bit Bandbreite



L1 Daten-Cache
64 kB, 2fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite
16 kB
32 kB, 8fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite
32 kB, 8fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite



L2-Cache
512 kB, 16fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite
für zwei Kerne: 2 MB, 16fach assoziativ
für zwei Kerne: 6 MB, 24fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite
256 kB, 8fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite



L3-Cache
für vier Kerne: 6 MB, 48fach assoziativ
?
keiner
für vier Kerne: 8 MB, 16fach assoziativ





Ein wenig in der Berichterstattung über Bulldozer untergegangen ist die Bobcat-Prozessorenarchitektur, zu welcher AMD wieder einige neue Daten und erstmals auch ein Blockschaltbild veröffentlich hat. Auch bei Bobcat sind aufgrund der vorhandenen technischen Daten kaum Performanceprognosen möglich, allerdings gab es in der jüngeren Vergangenheit schon einige erste Performance-Messungen zu Bobcat, welche doch recht positiv ausgefallen sind. Bobcats Hauptgegner in Form der Atom-Prozessoren von Intel dürfte jedenfalls klar überrundet werden - was auch dadurch noch verstärkt wird, daß der Atom-Prozessor für einige Anwendungen in der Praxis schon spürbar zu langsam ist und daher die Mehrperformance von Bobcat auf ein dankbares Publikum treffen dürfte.



So wie AMD sich das vorstellt, soll Bobcat aber genauso auch in Nettops und Sub-Notebooks eingesetzt werden, wo man teilweise auch auf die Konkurrenz von Core 2 Duo oder Pentium E Prozessoren trifft. Diese dürften von der Performance her wohl weiterhin vor Bobcat liegt (da Bobcat nach AMD-Aussagen 90% der Performance eines aktuellen AMD Notebook-Prozessors erreichen soll) - Bobcat kann diesen Intel-Prozessoren gegenüber aber mit deutlich niedrigerem Stromverbrauch punkten, welcher nur wenig mehr als bei den Atom-Prozessoren betragen wird. Für diese Geräteklasse ist das wohl der bessere Kompromiß, gerade da AMD Bobcat aufgrund der kleinen Chipfläche recht günstig herstellen kann und somit zudem einen hohen preislichen Spielraum gegenüber Core 2 Duo oder Pentium E Prozessoren hat.

Shortcuts: Laut Citavia läßt sich die kürzliche AMD-Aussage, Llano basiere auf dem K8-Design, dadurch entkräften, daß AMD-intern auch die aktuellsten Phenom II Prozessoren als "K8" gelten - und nicht als "K10", wie man in der Öffentlichkeit diskutiert. An unserer Einschätzung, daß Llano sich klar an den Massenmarkt wenden und kaum entscheidende Impulse für Performance- und HighEnd-Käufer bringen wird, ändert dies allerdings nichts. HT4U berichten von weiteren, dieses Jahr noch antretenden Phenom II X4 Prozessoren auf Deneb-Basis in Form des Phenom II X4 970 (3.5 GHz, Q3/2010) und 975 (3.6 GHz, Q4/2010). Bislang wurde das 970er Modell dem Zosma-Kern (Abspeckung Thuban-Kern der Sechskern-Prozessoren von AMD) zugeordnet, Zosma soll nun aber ab dem vierten Quartal ausschließlich zum Ersatz und Ausbau der Phenom II X4 8xx Prozessoren-Serie eingesetzt werden.