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News des 30. August 2010

Auch seitens nVidia gibt ein neuer Treiber nun den Blick frei für einige kommende neue nVidia-Grafikkarten auf Fermi-Basis. In den INF-Dateien des Treibers 259.47 wird wahrscheinlich das komplette demnächst geplante Produktprogramm genannt, inklusive auch schon der mobilen Versionen. Damit wird klarer, was nVidia demnächst im Bereich der Chips GF106 und GF108 aufbieten will: Der GF108-Chip für das untere Mainstream-Segment wird in den zwei Varianten GeForce GT 420 & 430 antreten, welche sich wahrscheinlich nur im Takt unterscheiden – Hardware-Abspeckungen sind hier dagegen kaum anzunehmen. Der für das obere Mainstream-Segment vorgesehene GF106-Chip wird dagegen am 13. September in Form der GeForce GTS 450 debütieren, wobei diese Variante wahrscheinlich zuerst nur mit einem 128 Bit DDR Speicherinterface daherkommen wird.

Desktop Mobile
GF108 (Mainstream)
96 Shader-Einheiten, 16 TMUs, 128 Bit DDR Speicherinterface
GeForce GT 420 (96SE, 128SI)
GeForce GT 430 (96SE, 128SI)
GeForce GT 415M
GeForce GT 420M
GeForce GT 425M
GeForce GT 435M
GF106 (Mainstream)
192 Shader-Einheiten, 32 TMUs, 192 Bit DDR Speicherinterface
GeForce GT 440 (144SE, 128SI)
GeForce GTS 450 (192SE, 128SI)
"D12-P1-35" (192SE, 192SI)
GeForce GT 435M (128SI)
GeForce GT 445M (128SI)
GeForce GTX 460M (192SE, 192SI)
GF104 (Performance)
384 Shader-Einheiten, 64 TMUs, 256 Bit DDR Speicherinterface
GeForce GTS 455 (192SI)
GeForce GTX 460 (336SE, 256SI)
"D12U-25" (384SE, 256SI)
GeForce GTX 470M
GF100 (HighEnd)
512 Shader-Einheiten, 64 TMUs, 384 Bit DDR Speicherinterface
GeForce GTX 465 (352SE, 256SI)
GeForce GTX 470 (448SE, 320SI)
GeForce GTX 480 (480SE, 384SI)
GeForce GTX 480M (352SE, 256SI)

Daneben wird es aber noch eine extra GF106-Variante im Vollausbau und damit mit dem 192 Bit DDR Speicherinterface geben – bislang wird diese "D12-P1-35" genannt, was nach einer früheren Roadmap definitiv ein GF106-Chip mit 192 Bit DDR Speicherinterface ist. Allerdings stehen kaum noch Namen für diese Karte zu Verfügung, da "GeForce GTS 455" schon vergeben ist – möglicherweise bekommt daher auch diese Karte den Namen "GeForce GTS 450". Desweiteren wird es noch eine GF106-basierte GeForce GT 440 geben, wo gemäß früheren Informationen nur ein 128 Bit DDR Speicherinterface mit DDR3-Speicher eingesetzt wird – deswegen auch das "GT" im Namen und nicht das "GTS". Aller Vermutung nach dürfte nVidia diese Karte auch dazu benutzen, bei der Anzahl an Hardware-Einheiten abgespeckte GF106-Chips einsetzen zu können – ergo sind nur 144 Shader-Einheiten bei dieser Karte wahrscheinlich.

Im Bereich des Performance-Chips GF104 sind dagegen zwei neue Karten angesiedelt: Zum einen die GeForce GTS 455, gemäß einer früheren Roadmap eine GF104-Variante mit nur 192 Bit DDR Speicherinterface. Bei dieser Karte sind zudem auch Abspeckungen an der Anzahl der Hardware-Einheiten anzunehmen – 240 oder 288 Shader-Einheiten bieten sich hierfür an, sind aber derzeit noch unsicher. Und abschließend bekommt der GF104-Chip noch seinen Vollausbau in Form einer derzeit mit Codenamen "D12U-25" genannten Karte. Gemäß der früheren Roadmap müsste sich diese Karte zwischen GeForce GTX 465 (D12U-20) und GeForce GTX 470 (D12U-30) einordnen, ergo perfekt für einen GF104-Chip im Vollausbau mit den vollen 384 Shader-Einheiten (möglicherweise "GeForce GTX 468"). Derzeit nicht genannt wurden dagegen der GF100-Chip im Vollausbau (wahrscheinlich "GeForce GTX 485") und die DualChip-Lösung auf GF104-Basis (wahrscheinlich "GeForce GTX 490"), diese beiden Karten dürften also erst später antreten.

AMD & nVidia Produktportfolio & Roadmap – 30. August 2010

Daneben notierte nVidia wie gesagt noch eine Reihe an neuen Mobile-Lösungen, womit nVidia endlich auch mal wieder etwas neues in diesem Teilmarkt bieten wird. Bei den geplanten Mobile-Lösungen sind deren Hardware-Daten derzeit natürlich noch komplett ungewiß, auch ist die obige Auflistung nicht gänzlich vor Fehleinschätzungen gefeit, welche Lösung welchem Grafikchip zuzuordnen ist. Hier wird man zweifellos die offizielle Vorstellung dieser Mobile-Beschleuniger abwarten müssen, um deren Leistungsfähigkeit einschätzen zu können. Gerade diese neuen Mobile-Lösung von nVidia werden nunmehr aber definitiv nicht mehr gegen AMDs Mobility Radeon HD 5000 Serie, sondern schon gegen die Mobility Radeon HD 6000 Serie antreten müssen, da die neuen nVidia-Lösungen einfach viel zu spät kommen.

Die Wahl des Brandnamen im vorherigen Absatz sowie in obiger Porfolio/Roadmap-Grafik verrät es schon: Es hat sich etwas geändert am bisherigen Brandnamen der AMD/ATI-Grafikkarten. Wie HT4U berichten, ist es seit heute morgen offiziell, daß zukünftige AMD/ATI-Grafikkarten nur noch unter dem Brandnamen "AMD" und dem AMD-Logo erscheinen werden, mit dem Auslaufen der bisherigen Grafikkarten wird dann auch der Brandname "ATI" und das ATI-Logo endgültig verschwinden. AMD verwischt damit die letzten Spuren der einst zwei Unternehmen AMD und ATI und präsentiert sich somit noch stärker als kompletter Systemanbieter, welcher Prozessoren, Grafikchips und Mainboard-Chipsätze aus einer Hand liefern kann.

AMD Radeon Logos

Daneben dürfte ein Hauptgrund für diese Änderung in den kommenden Fusion-Prozessoren liegen, für welche AMD nicht die Verwirrung einer integrierten "ATI-Grafiklösung" aufkommen lassen wollte – nun wird eine "AMD-Grafiklösung" in einen AMD-Prozessor integriert, was für den Massenmarkt die einfacher zu verstehende Benennung ist. Am Markenname "Radeon" ändert sich nichts, es geht halt nunmehr ganz offiziell von "ATI Radeon" zu "AMD Radeon" – wobei es für OEM-Bedürfnisse auch Logos geben wird, welche auf die Nennung von "AMD" verzichten werden. Im CPU-Bereich will AMD seine Prozessoren zudem ab 2011 stärker unter den Markennamen "Vision" stellen – ob das eine so glückliche Entscheidung ist, bliebe abzuwarten, denn bislang hat sich dieser Markenname noch nicht bewährt und ist gerade im Massenmarkt vollkommen unbekannt.

In unserem Forum ist ein angeblicher Unigine-Benchmark der Radeon HD 6870 aufgetaucht, wonach diese Karte unter der Auflösung von 1920x1200 mit 4x Anti-Aliasing und extremer Tesselation die GeForce GTX 480 tatsächlich mit 36,6 zu 29,5 fps schlagen soll. Dies wäre ein hartes Brot für nVidia, denn Tesselation ist bislang das große Steckenpferd der Fermi-basierten Grafikkarten und dabei insbesondere der GF100-basierten Lösungen. Andererseits gibt es mal wieder ernsthafte Bedenken, ob dieser Benchmark-Wert nun Fake oder echt ist – ein solcher Screenshot ist schließlich zu einfach zu fälschen, zudem ist unsicher, ob es derzeit überhaupt schon halbwegs finale Radeon HD 6870 Boards außerhalb von AMDs eigenen Hallen gibt. Daher gilt derzeit, daß die Chance auf einen Fake klar höher liegt als die auf einen echten Wert.

Shortcuts: Der Heise Newsticker vermeldet eine neue, ab dem 29. August geltende Intel-Preisliste. Diese sieht als einzige wesentliche Änderung einen deutlichen Preisabschlag beim Core i7-950 vor, welcher auf das preisliche Niveau von Core i7-920 & 930 absinkt und somit diese Prozessoren faktisch aus dem Markt nimmt. Hinzu kommen Erstnotierungen für einige LowCost-Prozessoren, welche aber vorwiegend nur im OEM-Geschäft Interesse wecken dürften. Heise Security berichten von den praktischen Problemen mit dem Fix für die DLL-Nachladelücke unter Windows: Schließt man dabei das Arbeitsverzeichnis bei der Suche nach benötigten DLLs kategorisch aus, funktionieren einige bekannte Anwendungen nicht mehr. Daher sollte man das Arbeitsverzeichnis nur ausschließen, wenn es nicht auf dem eigenen PC liegt – alternativ hilft auch der schon beschriebene Ansatz, WebDAV und Remote generell abzuschalten.