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News des 27. Oktober 2010

Die PC Games Hardware zeigt, wie man das neue Morphological Anti-Aliasing (MLAA) der Radeon HD 6000 Serie auch auf einer Grafikkarte der Radeon HD 5000 Serie zum laufen bringt und bringt daneben entsprechende Vergleichs-Screenshots. Damit läßt sich allerdings auch erkennen, was für ein deutlicher Kompromiß MLAA letztlich ist: Zwar ist die reine Kantenglättungs-Wirkung gut und es werden eben auch transparente Texturen erstklassig geglättet – daneben fungiert MLAA allerdings auch als Weichzeichner über das gesamte Bild und reduziert somit die Texturenschärfe sowie Tiefeninformationen. Angesichts dessen, daß die Performance-Anforderungen von MLAA auch nicht ohne sein sollen, ist dieser Modus derzeit deutlich kritisch zu betrachten – ein ehrliches MultiSampling Anti-Aliasing samt Transparenz Anti-Aliasing löst die Sache qualitativ deutlich besser und vermutlich nicht einmal langsamer als MLAA.

In einem chinesischen Forum sind angebliche Benchmarks einer Radeon HD 6970 aufgetaucht, angereichert mit Vergleichswerten zur Radeon HD 5870 und GeForce GTX 480 auf (angeblich) demselben System. Demnach soll die Cayman-basierte Radeon HD 6970 unter dem 3DMark Vantage um 27 Prozent vor der Radeon HD 5870 liegen, unter dem Unigine Heaven-Benchmark dagegen um satte 112 Prozent. Letzteres dürfte in erster Linie auf die verbesserte Tesselations-Power des Cayman-Chips zurückzuführen sein und deutet darauf hin, daß AMD mit Cayman sogar mehr Tesselations-Power bieten wird als der in dieser Disziplin bislang einsam führende GF100-Chip von nVidia. Eine GeForce GTX 480 schlägt die Radeon HD 6970 laut den genannten Werten im übrigen um zwischen 16 und 28 Prozent – alles in allem durchaus im Rahmen der bisherigen Erwartungen, aber natürlich keineswegs aus so sicherer Quelle, als daß man diese Zahlen jetzt schon als gegeben annehmen könnte.

Radeon HD 6970 Radeon HD 6870 GeForce GTX 480
3DMark Vantage Performance 24499 19337 21106
3DMark Vantage Extreme 12000 ? 9309
Unigine Heaven 36,6 fps 17,3 fps 29,5 fps

Fudzilla berichten über neue Grafikkarten-Umbenennungen, welche AMD speziell für den russischen Markt auflegen wird. So sollen dort in Kürze die Karten Radeon HD 6250, 6390 und 6510 erscheinen, welche trotz der Namenswahl nicht auf der Northern-Islands-Architektur, sondern weiterhin der Evergreen-Architektur der Radeon HD 5000 Serie basieren (allerdings ist derzeit noch nicht klar, auf welchen Ausführungen der Radeon HD 5000 Serie genau). Umbenennungen im OEM-Bereich sind leider nicht so selten und werden auch explizit von den OEMs gefordert, die Grafikchip-Entwickler müssen sich hier zumeist den Wünschen ihrer Geschäftspartern beugen. So lange diese Karten rein im OEM-Bereich bleiben, kann man die Sache unter diesem Blickwinkel wohl auch akzeptieren – wirklich schön ist es natürlich trotzdem nicht, weil in jedem Fall der unbedarfte Endkunde beim Erwerb eines Komplett-PCs in die Irre geführt wird.

Shortcuts: Expreview zeigen Bilder einer "GeForce GTX 460 X2" seitens Zotac – einer DualChip-Grafikkarte auf Basis zweier GeForce GTX 460 1024MB Grafikchips. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Eigenkreation seitens Zotac und nicht um eine offizielle Karte von nVidia – ein offizielles DualChip-Projekt ("GeForce GTX 490") ist bei nVidia anscheinend schon vor einiger Zeit gestrichen worden. HT4U berichten hingegen über die Benutzung von Thuban-Kernen beim Phenom II X4 970, womit sich dieser QuadCore-Prozessor im Glücksfall auch zum HexaCore-Modell freischalten läßt. Allerdings sollen insbesondere im Retail-Markt diese Prozessoren vorwiegend mit Deneb-Kernen ausgerüstet sein, wo physikalisch nur vier Rechenkerne vorhanden sind und sich daher nichts freischalten läßt.