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News des 5. November 2010

Fudzilla bezweifeln, daß AMD seinen geplanten Launchtermin für den Cayman-Chip am 22. November halten kann: Derzeit gibt es bei den großen taiwanesischen Grafikkarten-Herstellern angeblich noch keine finalen Boards, kein finales BIOS und keine Treiber. Für einen reinen Launch ist jedoch trotzdem noch Zeit genug – allerdings könnte es knapp werden mit der anschließenden Lieferfähigkeit, denn dafür wird in der Tat doch einige Vorbereitungszeit benötigt. Andererseits sind solche Vorab-Informationen mit Vorsicht zu genießen – auch bei der GeForce GTX 580 sah es lange nach einem Paperlaunch aus, inzwischen hat die TweakPC aber mit 499 Euro schon einen ersten Händlerpreis gefunden und es gibt die Information, daß die Distributoren & Händler derzeit schon mit diesen Karten beliefert werden. Damit scheint einem Launch der GeForce GTX 580 am 9. November mit direkt anschließender Verfügbarkeit nichts mehr im Wege zu stehen.

Laut dem Heise Newsticker soll am 15. November eine GeForce GTX 460 SE antreten, eine weitere Grafikkarte auf Basis des GF104-Chips. Anscheinend handelt es sich dabei um die bisher als "GeForce GTS 455" gehandelte weitere Abspeckung dieses Chips, da nVidia nur 288 der 384 Shader-Einheiten und 48 anstatt 64 TMUs dieses Chips freischaltet. Interessanterweise gibt es allerdings das volle 256 Bit DDR Speicherinterfaces dieses Grafikchips, wenngleich zu etwas niedrigeren Taktraten, so daß die GeForce GTX 460 SE rein von den Abspeckungen her zwischen GeForce GTX 460 768MB und GeForce GTX 460 1024MB liegt. Von den Rohleistungen her dürfte die GeForce GTX 460 SE allerdings hinter ihren beiden Namensvettern liegen, denn die etwas höhere Speicherbandbreite gegenüber der GeForce GTX 460 768MB dürfte kaum den heftigen Unterschied an Rechen- und Texturierleistungen zwischen diesen Karten ausgleichen.

Rohleistungs-Vergleich GeForce GTX 460 SE, 768MB & 1024MB

Bei der GeForce GTX 460 768MB hat man schließlich schon gesehen, daß der große 25prozentige Unterschied in ROP-Leistung und Speicherbandbreite nur für einen 10prozentigen Performance-Unterschied zwischen den 768MB- und 1024MB-Versionen dieser Karte sorgt. Viel deutlicher dürfte die GeForce GTX 460 SE aber deren 17prozentiger Nachteil bei Rechen- und Texturierleistung herunterziehen, wir würden in Verrechnung beider Effekte vermuten, daß sich die GeForce GTX 460 SE doch minimal (mit 0-5% Differenz) hinter der GeForce GTX 460 768MB einordnen muß. Damit dürfte man dann auch nicht mehr als bei der GeForce GTX 460 768MB (127-140 Euro) verlangen können – eigentlich sogar eher etwas weniger. Die Namenswahl und die gleich 1024 MB große Speicher deuten jedoch darauf hin, daß nVidia eventuell sogar etwas höher schaut und durchaus den einen oder anderen Käufer mittels der "Second Edition" einzunehmen versucht – dabei wird die GeForce GTX 460 SE voraussichtlich die langsamste der drei GeForce GTX 460 Karten werden.

Mit der GeForce GTX 460 SE dürfte wahrscheinlich die GeForce GTX 460 768MB aus dem Markt verschwinden, beide Karten liegen von der Performance her zu dicht beieinander und erheblicher preislicher Spielraum nach unten hin für zwei wirklich unterschiedliche Preispunkte besteht auch nicht. Die eigentliche Frage ist allerdings, ob nVidia nicht die GeForce GTX 460 SE als zukünftiges Placebo-Angebot sowohl für die GeForce GTX 460 mit 768 MB als auch mit 1024 MB Grafikkartenspeicher benutzt und eine Karte ähnlich der GeForce GTX 460 1024MB einfach innerhalb der kommenden GeForce-500-Serie neu auflegt (oder ganz wegläßt, wäre auch möglich). Angesichts dieser Namenswahl drängt sich nämlich durchaus die Vermutung auf, nVidia wolle hier vom inzwischen aufgebauten guten Namen der bisherigen GeForce GTX 460 Karten profitieren, ohne aber die damit in Verbindung gebrachte Performance zu liefern. Aber natürlich muß dies derzeit alles noch offen bleiben, erst Performancemessungen und der exakte Preis zur GeForce GTX 460 SE lassen eine endgültige Beurteilung in dieser Frage zu.

Fudzilla vermelden hingegen, daß nVidia schon konkret an einem ersten Grafikchip in 28nm arbeiten würde. Angeblich soll es sich um einen LowCost-Chip mit dem Codenamen "GF1x9" handeln – womit alles auf den GF119-Chip hindeuten würde. Zwar wurde bisher berichtet, daß nVidia die 28nm-Fertigung erst mit der zum Jahreswechsel 2011/2012 zu erwartenden Kepler-Generation nutzen wolle, allerdings würde ein einzelner 28nm-Chip innerhalb der Fermi-Generation durchaus ins Bild passen – als 28nm-Testobjekt, ähnlich wie es AMD seinerzeit mit dem RV740-Chip der Radeon HD 4770 bei der 40nm-Fertigung getan hat. Zudem geht es im absoluten LowCost-Bereich natürlich immer verstärkt um wirtschaftliche Fertigung – eine Zielsetzung, welcher ein 28nm-Grafikchip absolut entgegenkommt. Allerdings wird auch der GF119 in 28nm nicht vor dem zweiten Halbjahr 2011 erscheinen, denn trotz des kleinen Chips kann auch TSMC nicht zaubern bei der Entwicklung der 28nm-Fertigung. Richtig ausgewachsene Grafikchips in 28nm sind nach wie vor nicht vor Ende 2011 zu erwarten.

Shortcuts: PC Games Hardware berichten über nochmals schnellere Prozessoren von AMD, welche noch innerhalb des vierten Quartals antreten sollen: Der Phenom II X6 1100T soll mit 3.3 GHz takten (im TurboMode mit 3.7 GHz), der Phenom II X4 975T dagegen mit 3.6 GHz. Interessant ist, daß beide neuen Prozessoren die 125-Watt-TDP-Klasse nicht verlassen werden – zudem wird es einen Phenom II X6 1065T geben, welcher mit 95 Watt TDP antritt (anstatt wie bisher mit 125 Watt TDP). Gemäß Golem soll Intels Light-Peak-Techologie eventuell schon 2011 kommen – und damit nicht viel später, als Intel endlich einmal USB 3.0 bieten wird (wenngleich anscheinend mittels extra Controller-Chips und noch nicht nativ). Angesichts dieser zeitlichen Nähe könnte es durchaus sein, daß Intel versuchen wird, eher gleich Light Peak zu etablieren und USB 3.0 kleinzuhalten – angesichts der Vielzahl an schon verfügbaren USB-3.0-Gerätschaften dürfte das jedoch schwierig werden.