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Hardware- und Nachrichten-Links des 11. Februar 2016

Die PC Games Hardware weist auf einen gewissen Preisrutsch bei der Radeon R9 380 4GB hin, welche derzeit seitens des Herstellers VTX3D schon für ab 190 Euro angeboten wird – und damit zur üblichen Preislage des 2-GB-Modells. Noch ist unklar, was sich hierunter verbirgt, denn von den anderen Grafikkarten-Herstellern liegen nur drei derzeit knapp unter der 200-Euro-Marke für das 4-GB-Modell, die anderen darüber. Ein generell niedrigerer Preis für die Radeon R9 380 4GB würde logischerweise die Preislage der Radeon R9 380 2GB (ab 185 Euro) nach unten drücken müssen, insofern will ein solcher Schritt seitens AMD wohlüberlegt sein. In jedem Fall läßt sich sagen, daß der Mehrpreis der 4-GB-Ausführung der Radeon R9 380 derzeit so gering ist (zwischen 5-15 Euro), daß man hierbei immer zur 4-GB-Ausführung greifen sollte. Bei der GeForce GTX 960 ist es nicht unähnlich – hier liegt der Mehrpreis derzeit bei immer noch rund 15 Euro, was aber auch in diesem Fall den Griff zur 4-GB-Ausführung nahelegt. Die Karten sind nicht schwach genug, um sie wenigstens ein paar Jahre zu verwenden – und mit der Zeit wird sich der Mehrspeicher auszahlen, (deutliche) Ansätze hierzu sind schließlich schon jetzt zu sehen.

AMD hat sich nun auch noch zu den Hardware-Anforderungen von VR-Gaming mittels einer bei der ComputerBase einzusehenden Liste von dafür empfohlenen AMD-Prozessoren geäußert. Interessanterweise packt man in diese Liste sowohl einige hochgetaktete FX-Modelle als auch einige hochgetakteten APUs – obwohl vom gewöhnlichen Leistungsprofil her auch die kleineren FX-Modelle schneller als die besten APUs sein sollten. Eventuell deutet dies in die Richtung, daß VR-Gaming in erster Linie hohe Taktraten ab 4 GHz (bei AMD-Prozessoren) sehen will – aber genauso gut möglich ist auch, daß diese Liste Marketing-beeinflußt wurde und AMD hierbei einfach nur den Absatz seiner Top-Modell puschen will. Ob AMD im Feld des VR-Gamings prozessorenseitig überhaupt gut mitspielen kann, ist zudem mit einem gewissen Fragezeichen zu versehen – bisher sind AMD-Prozessoren bei aller Liebe nicht gerade als Gaming-Maschinen bekannt. Davon abgesehen kündigt die AMD-Liste zudem noch zwei bislang nicht veröffentliche neue APUs an: Die neuen Top-Modelle A10-7890K (4C, 4.1/4.3 GHz) und Athlon X4 880K (4C, 4.0/4.2 GHz) sollen am 1. März 2016 offiziell vorgestellt werden.

Nochmals die PC Games Hardware weist auf Produktionserfolge von Speicherhersteller Micron bei GDDR5X-Speicher hin: Die aktuellen Vorab-Muster würden 3250 MHz Takt erreichen können, 3500 MHz ist dann das Ziel – dies ist derselbe Speichertakt, welcher beim regulären GDDR5 derzeit maximal verwendet wird (wobei bis zu 4000 MHz lieferbar wären). Ob die Grafikchip-Entwickler dies bei ersten Grafikkarten mit GDDR5X-Nutzung voll ausreizen werden, bleibt offen, da üblicherweise die allerhöchsten verfügbaren Speichertaktungen entsprechend hohe Mehrpreise nach sich ziehen. Zudem steht GDDR5X allein für sich bereits für eine Verdopplung der Speicherbandbreite (auf gleichem Takt), da muß man nicht bei den Speichertaktungen in die Vollen gehen. Allgemein werden daher von GDDR5X anfänglich Speichertaktraten von 2500 bis 3000 MHz erwartet, der Bandbreitengewinn gegenüber regulärem GDDR5 mit 3500 MHz Takt läge dann bei +42% bis +71%. Für die damit voraussichtlich zu bestückenden Performance- und HighEnd-Grafikkarten der 14/16nm-Generation ist dies vollkommen ausreichend. In Bezug auf die kürzliche Klarstellung zur Technik von GDDR5X gibt es in unserem Forum zudem interessante Anmerkungen: Zum einen stimmt natürlich der Einwand, daß aufgrund der Verwendung des QDR-Protokolls der gewählte Name "GDDR5X" eigentlich falsch ist: Korrekt wäre "GQDR5" oder auch schlicht "GQDR" – das "DDR" im Namen ist in jedem Fall nicht mehr zutreffend.

Gleichfalls wurde aber auch angemerkt, daß HBM-Speicher in der dargebotenen Tabelle bei der Speichermengen-Flexibilität deutlich zu schlecht wegkommt. Dies ist richtig und falsch zugleich: Richtig ist, das schon HBM1 laut dessen Spezifikation alle Möglichkeiten von HBM2 (und mehr) offenstehen, hierbei also auch andere Interfaces und andere Speichermengen pro Speicherstack realisierbar wären. In der Praxis sind jene bei HBM1 allerdings nicht zu kaufen – es gibt nur das, was AMD für die Fiji-basierten Grafikkarten benutzt. Und dies ist dann extrem unflexibel, in der Praxis ist HBM1 damit auf ein 4096 Bit DDR Speicherinterface und 4 GB Speicher festgenagelt. HBM2 definiert zwar nichts neues (außer einem höheren Speichertakt), aber in der Praxis werden hiermit verschiedene Speichermengen pro Stack angeboten und verschieden große Interfaces nutzbar sein. In der dargebotenen Tabelle wurde hierzu bewußt versucht, nicht die theoretischen Möglichkeiten laut Spezifikation aufzuzählen, sondern nur das, was rein praktisch auch in den Markt kommt. Ansonsten wäre dies ein unfairer Vergleich gegenüber GDDR5, wo alles das, was die Tabelle aufzählt, auch rein praktisch schon längst vorhanden und benutzt wird.