17

Hardware- und Nachrichten-Links des 16./17. Mai 2016

Bei den kürzlich notierten Spezifikationen zur Radeon R9 470X auf Basis von AMDs Polaris-11-Chip hatten wir leider nur unsere eigene Performance-Prognose genannt, nicht aber jene der chinesichen Quelle. Selbige setzte die Radeon R9 470X deutlich höher an als wir mit dem Performance-Niveau der Radeon R9 270X (Perf.Index 300%) – und zwar auf einem Performance-Niveau zwischen Radeon R9 380 (Perf.Index 360%) und Radeon R9 380X (Perf.Index 390%). Diese zwei gegensätzlichen Ansichten kann man durchaus so stehenlassen – denn natürlich wäre es besser, wenn AMD dieses höhere Performanceziel mit dem Polaris-11-Chip erreichen kann. Immerhin basieren Radeon R9 380 & 380X auf dem Tonga-Chip und sind mit Stromverbrauchswerten nahe bei 200 Watt nur mit Augenzudrücken für das Mainstream-Segment geeignet, bedürfen also sicherlich einer (energieeffizienteren) Ablösung. Allerdings sprechen unserer Meinung nach die Rohdaten der genannten Radeon R9 470X mit 95% der Rechenleistung und nur 62,5% der Speicherbandbreite einer Radeon R9 270X nicht gerade dafür, sich wirklich gleich mit Tonga-basierten Beschleunigern anlegen zu können.

Gegenüber einer Radeon R9 380 sind es beispielsweise nur 73,6% der Rechenleistung und 61,4% der Speicherbandbreite für die Radeon R9 470X – dies ist ein heftiger Rohleistungsunterschied, welcher nicht ganz so einfach über reine Verbesserungen an der Grafikchip-Architektur überbrückt werden kann. Sollte AMD dies tatsächlich gelingen, würde die Polaris-Generation (GCN 2.0) eine glatt um 35% höhere IPC gegenüber GCN 1.2 hinlegen, die Verbesserung bei der real nutzbaren Speicherbandbreite müsste in einem ähnlichem Rahmen ausfallen (ganz perfekt muß die Speicherbandbreite nicht passen, da die Radeon R9 470X für eher normale Auflösungen gedacht ist und damit niedriger angesetzt erscheint als Radeon R9 380 & 380X). Ein solch hoher Effizienzsprung würde AMD zwar gut bekommen, bleibt aber wirklich entsprechende Testergebnisse abzuwarten – vorab so etwas zu prophezeien, weckt nur unerfüllbare Erwartungen, was das letzte ist, was AMD gebrauchen kann. Man kann beide Prognosen wie gesagt so stehenlassen – aber zur Prognose von ITHome im Hinterkopf behalten, das jene angesichts der vorliegenden Hardware-Daten und vor allem den genannten niedrigen Taktraten doch sehr optimisch aussieht.

In einem Blogbeitrag gibt Microsoft einige Verbesserungen im Update-Prozeß von Windows 7 & 8.1 bekannt: So werden alle nicht sicherheitskritischen Updates zukünftig nicht mehr als Einzelpatches angeboten, sondern als monatliches Paket – womit sich die Zahl der insgesamten Patches verringert, der Verwaltungsaufwand insbesondere für Admins geringer wird. Zudem wird es für Windows 7 nun doch ein inoffizielles Service Pack 2 geben, hochtrabend "Windows 7 SP1 Convenience Rollup" genannt. Jenes enthält alle Patches für Windows 7 ab dem Service Pack 1 bis zum Stand April 2016, sowohl sicherheitskritische als auch nicht sicherheitskritische. Nicht enthalten sind allein Patches für .NET und den Internet Explorer, wobei man diese beiden Punkte bei einer Windows-7-Neuinstallation über eine Installation der jeweils aktuellsten Programmversionen sowieso eleganter lösen kann. Das Windows 7 SP1 Convenience Rollup steht allerdings allein über den Microsoft Update Catalog zur Verfügung, welcher derzeit nur mit dem Internet Explorer bedienbar ist – aber auch dieses Problem will Microsoft in Zukunft durch Verzicht auf ActiveX-Techniken aus der Welt schaffen.

Laut Heise soll das seit dem Jahr 2010 laufende EU-Wettbewerbsverfahren gegen Google nun noch in diesem Sommer abgeschlossen werden – und mit einer hohen Kartellstrafe von 3 Milliarden Euro enden. Hiermit sollen wohl Benachteiligungen ausgeglichen werden, welche durch die gerade in der EU marktbeherrschende Stellung von Google als Suchmaschinen-Anbieter für dessen Wettbewerber entstanden sind. Die Summe der (vermutlichen) Strafzahlung mag sogar dreimal höher sein als das, was Microsoft einst im Browser-Krieg zahlen musste – und dürfte Google dennoch nicht wirklich interessieren, dies ist zum jetzigen Stand noch nicht einmal ein ganzer Quartalsgewinn. Gerade Google sitzt zudem auf Barreserven von 80-100 Milliarden Dollar und weiss faktisch nicht mehr wohin mit dem Geld – da wird alles aufgekauft, was irgendwie interessant erscheint, egal des Preispunkts. Die EU-Strafzahlung dürfte somit einen rein buchhalterischen Schmerz auslösen, Googles Geschäft aber mitnichten behindern oder gar eine Verhaltensänderung seitens Google auslösen – und im Gegensatz zum inzwischen breit gefächerten Browser-Markt ist das Defakto-Monopol von Google bei den Suchmaschinen eher noch fester als zum Anfang des EU-Wettbewerbsverfahrens.