19

Hardware- und Nachrichten-Links des 18./19. November 2013

Wie HT4U herausgefunden haben, hat AMD einen Fortschritt bei der Leistungsaufnahme im Mehrmonitor-Betrieb erreichen können: Bisher liefen die AMD-Grafikkarten bei zwei oder mehr Monitoren nie im echten Idle-Modus, sondern immer in einem Zwischenmodus mit einem gegenüber den nVidia-Grafikkarten höheren Stromverbrauch. Mit den Radeon R9 290/290X Grafikkarten ist es nun aber auch möglich, bis zu vier Monitore gleichzeitig im Idle-Modus zu betreiben – sofern jene alle mit derselben Auflösung und Bildwiederholrate angesteuert werden. Sofern unterschiedliche Timings verwendet werden, tritt weiterhin der Zwischenmodus mit höherem Stromverbrauch in Kraft – in diesem Fall wären nVidia-Grafikkarten weiterhin im Vorteil, da die aktuelle nVidia-Generation auch bei der Ansteuerung mehrerer Monitore mit unterschiedlichen Timings im Idle-Modus verbleibt. Unklar ist derzeit noch etwas, auf welche AMD-Grafikkarten sich dieser Fortschritt bei AMD bezieht: Sicher erst einmal auf die Hawaii-basierten Radeon R9 290 & 290X, HT4U konnten jenes Verhalten aber auch auf einer kleineren R9-Grafikkarte nachvollziehen. Da alle kleineren R9-Grafikkarten technologisch aus der Southern-Islands-Generation stammen, müssten demzufolge eigentlich auch die Radeon HD 7000 Grafikkarten von diesem Fortschritt profitieren – was aber derzeit noch nicht bewiesen ist.

Bei der Kostenanalyste der PS4 – notiert u.a. von Golem – fiel auch eine Preisangabe zum GDDR5-Speicher: Jener kostet Sony angeblich 88 Dollar – für wie bekannt 8 GB GDDR5 mit 2750 MHz Taktfrequenz. Da diese Taktfrequenz auch für PC-Grafikkarten üblich ist, kann man demzufolge schlußfolgern, daß der Speicher einer modernen 2-GB-Grafikkarte den Hersteller ungefähr 22 Dollar kostet – und damit eigentlich recht wenig. Höhere Taktfrequenzen sollten natürlich mehr kosten, wobei der Mehrpreis für die derzeit weit verwendeten 3000 MHz wohl eher geringfügig sein sollte. Angesichts dessen ist es auch klar, wieso AMD bei den neuen Midrange-Modellen wie der Radeon R7 260X gleich generell auf 2 GB Speicher gesetzt hat, obwohl der direkte Vorgänger Radeon HD 7790 noch wahlweise mit 1 oder 2 GB erschien. Gleichzeitig erscheint es jedoch als fraglich, wieso nVidia im HighEnd-Bereich teilweise so knauserig mit dem Speicher ist, viele Enthusiasten würden da gern mindestens 3 GB oder mehr Speicher sehen – was nVidia jedoch nur bei den GK110-basierten Modellen bietet.

Laut HT4U bringt der jüngste Patch zu Call of Duty: Ghosts eine reduzierte Speicheranforderung mit sich: Nicht mehr 6 GB, sondern nur noch 4 GB Hauptspeicher sind nach dem Patch erforderlich. Wahrscheinlich bleibt allerdings die Sperre, wonach das Spiel mit weniger als 4 GB Speicher gar nicht erst starten will – obwohl der Zweck dieser Sperre durchaus zweifelhaft ist, da das Spiel in der Praxis nur etwas mehr als 2 GB Hauptspeicher belegt und damit vielleicht sogar auf Maschinen mit nur 2 GB physikalischem Hauptspeicher passabel (sprich mit Abstrichen) laufen könnte. In jedem Fall ist die unsinnige Forderung nach 6 GB Hauptspeicher weg, zu welcher nach wie vor unklar ist, wie es jene in die finale Version eines solch finanzkräftigen Blockbuster-Titels schaffen konnte. Hier müssen die (eigentlich großen) Teams von Spieleentwickler und Spielepublisher maßgeblich geschlafen haben, damit ein solcher Lapsus durchrutschen konnte.

Shortcuts: Der Heise Newsticker hat einen der ersten günstigen 4K-Fernseher im Test – der Hisens LTDN58XT880 58-Zöller soll im Weihnachtsgeschäft für nur 2000 Euro verkauft werden. Leider fängt man sich mit den frühen Geräten nicht nur den (immer noch) hohen Preis, sondern auch qualitative Nachteile ein: Die 4K-Funktionalität ist nicht gut gelöst, die Bildqualität im TV-Betrieb soll sogar etwas schlechter als bei gutklassigen FullHD-Fernsehern sein. Einzig allein als PC-Monitor mißbraucht funktioniert der 4K-Betrieb gut – insgesamt ist also noch sehr viel Platz nach oben für die TV-Hersteller. Nochmals der Heise Newsticker berichtet über angebliche "Bitcoining-Mainboards" von ASRock, welche hierfür gleich sechs PCI-Express-Steckplätze zur Verfügung stellen. Allerdings sind fünf davon platte PCIe x1 Steckplätze, zudem sind die Steckplätze allesamt für SingleSlot-Grafikkarten ausgelegt. Es gibt sicherlich sinnvolle Anwendungsfälle für Mainboards mit so vielen PCI-Express-Steckplätzen, doch Bitcoin-Mining per Grafikkarten dürfte darauf wenig effizient sein – einmal abgesehen davon, daß Bitcoin-Mining per Grafikkarten trotz hoher Bitcoin-Preise schon länger weitgehend unsinnig ist.