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Hardware- und Nachrichten-Links des 23. Januar 2019

Auf Reddit ist ein Foto von einer angeblichen nVidia-Präsentation der GeForce GTX 1660 aufgetaucht – welche zum einen den Grafikkarten-Namen und zum anderen deren Turing-Abstammung ("One more thing ... new GTX Turing") bestätigt. An der Echtheit des Fotos gibt es zwar noch leichte Zweifel (die PC Games Hardware hat mit Adleraugen ein älteres nVidia-Logo entdeckt), aber passen würde das ganze schon: Diese neuen Midrange-Karten sollen wahrscheinlich ab Mitte Februar in den Markt kommen, aufgrund des chinesischen Neujahrsfest, welche Anfang Januar stattfindet, muß die Branche speziell in China allerdings schon jetzt gebrieft werden. Im übrigen scheint die im Hintergrund gezeigte Grafikkarte eine "GeForce GTX 1660" und keine "GeForce GTX 1660 Ti" zu sein, da der längere Schriftzug mit einem "Ti" nicht mehr gleichmäßig auf die Grafikkarte passen dürfte. Dies könnte darauf hindeuten, das nVidia GeForce GTX 1660 und 1660 Ti nicht mit getrennten Launches bedenkt, sondern beide TU116-basierte Grafikkarten am selben Tag ins Rennen schickt.

Heise berichten über Wine 4.0, welches in dieser neuen Hauptversion nunmehr endlich auch die Grafik-APIs Direct3D 12 sowie Vulkan unterstützt. Direct3D 12 wird dabei technisch über Vulkan realisiert, womit für die Nutzung eine Vulkan-fähige Grafiklösung samt entsprechender Treiber vorhanden sein muß. Das ganze ist sicherlich noch lange kein Alleinseligmacher, sondern nur ein weiterer Baustein im Vorantreiben von Linux-Gaming – im Fall von Wine aber vor allem ein wichtiger Grundbaustein, da hiermit die technische Basis für viele Linux-Umsetzungen gelegt wird. Zumindest sieht es derzeit mal danach aus, als würde der Entwicklungsfortschritt anziehen, Linux-Gaming sich also näher an Windows-Gaming heranrobben. Andere positive Entwicklungen aus der letzten Zeit hierzu sind Proton als eine von Steam selber aufgelegte und gepflegte Wine-Variante – sowie Lutris als ein Game-Launcher für Linux, welcher die für jenes Spiel benötigten Linux-Settings gleich mitbringen soll.

Nochmals per Reddit aufgetaucht ist das erste Benchmark-Ergebnis eines Ryzen 3000 Prozessors im Userbench. Der benutzte Zen-2-basierte Prozessor ist allerdings erst im "Engineering Sample" Stadium, läßt daher seine 12 CPU-Kerne nur mit 3.4/3.7 GHz laufen – und ist demzufolge etwas langsamer als ein Ryzen Threadripper 2920X mit ebenfalls 12 CPU-Kernen auf 3.5/4.3 GHz. Das Ergebnis wird womöglich zusätzlich verzerrt durch die angebliche Verwendung von nur SingleChannel DDR4/1333 beim Ryzen-3000-System – wobei das Ergebnis des reinen Speichertests eigentlich dafür spricht, das diese Angabe kaum stimmen kann, entweder ist es DualChannel DDR4/1333 oder aber SingleChannel DDR4/2666. So oder so hat das Ryzen-3000-Syste natürlich einen beachtbaren Taktraten-Nachteil, denn ein zum Vergleich herangezogenes Threadripper-System erreicht einen typischen Turbo-Takt von 4.0 GHz (und im Maximum 4.3 GHz).

Ryzen Threadripper 2920X Ryzen 3000 12C ES
Technik 12C/24T, 3.5/4.3 GHz, QuadChannel DDR4/3200 12C/24T, 3.4/3.7 GHz, DualChannel DDR4/1333 oder SingleChannel DDR4/2666, Engineering Sample
Userbench SingleCore-Score 127 116
Userbench QuadCore-Score 498 374
Userbench MultiCore-Score 2063 1741
Quelle Userbench Userbench

Angesichts des zwischen -9% bis -25% schwankenden Performance-Rückstands des Ryzen-3000-Systems (gegenüber dem höheren Takt des Threadripper-Systems) ist es aber dennoch schwierig, da schon große IPC-Verbesserungen durch Zen 2 zu erkennen – sprich, der Mehrtakt von Verkaufsausführungen wird gemäß dieses Benchmarks gerade dazu ausreichend sein, um Ryzen 3000 (auf gleicher Kern-Anzahl) vor Threadripper 2000 zu bringen. Aber natürlich muß der Benchmark-Wert eines Engineering Samples mit angezogener Handbremse bei den Taktraten sowie seltsam aussehender Speicherkonfiguration noch nichts über die reale Leistungsfähigkeit von Zen 2 aussagen – da ist letztlich noch einiges an Spielraum vorhanden, was dieser Benchmark nicht zeigen kann. Mitnehmen kann man hieran derzeit vor allem, das AMD derzeit schon Engineering Samples von 12-Kernern aus der Ryzen 3000 Serie in der Hand hat (zu erkennen am angebenenen Sockel AM4), das AMD also tatsächlich 12-Kerner ins normale Consumer-Segment schicken will.