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Hardware- und Nachrichten-Links des 6. Januar 2015

Gemäß Heise bietet der Notebook-Hersteller Schenker teilweise schon die Option einer "GeForce GTX 965M" bei seinen Maxwell-Notebooks an. Der Preisunterschied zur GeForce GTX 970M beträgt 93 Euro, die Auslieferung soll am 16. Januar starten (einen Tag nach dem jüngst kolportierten GM206-Launch). Daß die GeForce GTX 965M ebenfalls mit nur 2 GB GDDR5-Speicher ausgerüstet beschrieben wird, legt zusammen mit diesem Termin den Verdacht nahe, daß hier der GM206-Chip mit 128 Bit DDR Speicherinterface verbaut wird – und nicht der viel potentere GM204-Chip. Im Mobile-Bereich dürften all die Nachteile des schwachen GM206-Speicherinterfaces wohl obsolet sein, da weder die bestmögliche Grafikqualität noch Auflösungen oberhalb von FullHD angestrebt werden. Dagegen dürfte die Energieeffizienz von Maxwell zusammen mit dem kleineren GM206-Chip der Akkulaufzeit von Notebooks mit GeForce GTX 965M zugutekommen. Daß hier GeForce GTX 960 für das Desktop-Segment und GeForce GTX 965M für das Mobile-Segment zum gleichen Zeitpunkt starten, legt zudem nahe, daß die Verzögerung des GM206-Chips eher marktpolitische Gründe hatte und wohl keinerlei Fertigungsproblem existierte.

Die PC Games Hardware hat auf der CES eine weitere externe Grafklösung in Form von MSIs GS30 "Shadow"-Notebook samt "Gaming"-Dockingstation erspäht. Jene ist mit den Ausmaßen eines mittleren Barebones ziemlich stattlich ausgefallen, dafür passen aber sogar zwei Grafikkarten per SLI oder CrossFire in diese Dockingstation – wobei für diesen Zweck das verbaute 450-Watt-Netzteil als etwas schwach dimensioniert erscheint. Die Verbindung zum Notebook soll über PCI Express 3.0 mit 16 Lanes gelöst sein, was ausreichend auch für einfaches SLI/CrossFire sein dürfte. Dabei wird auch das Bildsignal zurück an das Notebook-Display übertragen, es ist also kein extra Monitor vonnöten. Dafür scheint die MSI-Dockingstation nur für den Einsatz mit extra Maus & Tastatur gedacht, denn es existiert keine Kabelverbindung zum Notebook, vielmehr muß das Notebook auf die Dockingstation oben drauf gelegt werden und wird anscheinend direkt mittels Steckverbinder angeschlossen.

Damit lassen sich Notebook-Touchpad und -Tastatur natürlich nicht mehr wirklich nutzen, was sicherlich nicht jedem interessierten Anwender so gefallen dürfte. Wie üblich funktioniert auch diese Dockingstation nur in Verbindung mit einem einzelnen Notebook, kann also nur in Verbindung benutzt und erstanden werden. Der Preisaufschlag für die Dockingstation liegt bei 300 Euro (ohne Grafikkarten), der günstigste Preis von Notebook & Dockingstation bei 1800 Euro (ohne Grafikkarten). Dafür kann man jedoch problemlos auch ein gutes reines Notebook sowie einen vernünftigen Gaming-PC (ohne Grafikkarten) erstehen. Sicherlich bietet MSI mit dieser Dockingstation die vielfach gewünschte Grafikkarten-Nachrüstmöglichkeit, der Preispunkt ist jedoch zu hoch für einen großen Erfolg. Die ursprüngliche Idee externer Grafik, mittels einer Standard-Verbindung faktisch jedes Notebook mit einem externen Grafikkarten-Gehäuse zum vertretbaren Preis mit mehr Grafikkarten-Power nachrüsten zu können, ist auch mit diesem MSI-Angebot noch nicht erfüllt.

Die ComputerBase berichtet über teildeaktivierte Grafiklösungen bei der Broadwell-Generation: Bei den jeweils kleinsten Prozessoren-Modellen einer Serie kommen Grafiklösungen mit einer Ausführungseinheit (EU) weniger als üblich zum Einsatz – bei einer GT2-Grafik also 23 anstatt 24 EUs. Derzeit betrifft dies erst einmal nur die Modelle Core i3-5005U und 5157U, welche mit einer Ausführungseinheit weniger antreten. Dummerweise hat Intel dies nicht durch einen extra Grafiknamen angezeigt – alle Modelle mit 23 oder 24 EU nennen sich also einheitlich "HD Graphics 5500", auch diverse kleinere Taktraten-Unterschiede werden leider nicht über extra Grafiknamen kundgetan. Den großen Unterschied wird dies bei der Leistungsklasse und damit dem Aufgabenfeld von integrierter Grafik nicht machen, trotzdem wäre auch Intel anzuraten, solcherart Hardware-Abspeckungen offen bekanntzugeben und sich damit nicht Vorwürfen auszusetzen, man würde ein zweifelhaftes Spiel mit den Konsumenten treiben.

Daneben deutet die Existenz von solcherart abgespeckten Lösungen indirekt an, daß die kleinste Intel-Grafiklösung GT1 bei Broadwell tatsächlich extra gefertigt wird. Jene GT1-Grafiklösung kommt mit nur 12 Ausführungseinheiten daher und würde sich daher perfekt zum Abfangen von teildefekten Chips handeln, wenn denn der fehlerhafte Part irgendwo im Grafik-Teil des Prozessoren-Dies liegt. Wenn Intel aus deklarierten Yield-Gründen nun aber GT2-Grafiklösungen auch mit teildeaktivierten Einheiten ausgeliefert, ergbt sich keine Notwendigkeit mehr, die GT1-Grafiklösung ebenfalls aus teildefekten Prozessoren zu aquirieren – womit man jene besser extra herstellt. Damit könnte ein Broadwell Zweikerner mit nativer GT1-Grafiklösung letztlich auf eine nochmals erheblich kleinere Chipfläche kommen als die kürzlich erst gemeldeten immerhin auch nur 82mm² für den Zweikerner mit GT2-Grafiklösung.