9

Hardware- und Nachrichten-Links des 9. September 2016

Die ComputerBase vermeldet die neue 12FDX-Fertigung von GlobalFoundries, welche der Halbleiterhersteller für das Jahr 2019 an seinem deutschen Standort Dresden ansetzt. Der recht späte Termin deutet schon an, daß es sich hierbei keineswegs um einen Kontrahenten der 10nm-Prozesse von Intel, Samsung und TSMC handelt – sondern wie schon bei der vorhergehenden 22FDX-Fertigung eher um eine LowCost-Variante der 14nm-Fertigung, wo dann die Wirtschaftlichkeit noch stärker im Vordergrund steht. Wie schon bei der 22DFX-Fertigung ist die 12FDX-Fertigung nicht für echte Computerchips geeigent, sprich nicht einmal für kleinere Consumer-Prozessoren oder kleinere Grafikchips – Einsatzgebiet von 22FDX sind üblicherweise Netzwerk-, Analog-, IoT- und Wearables-Chips, bei 12FDX dürfte dies nicht anders sein. Zum späten Erscheinungstermin dürften sowieso alle Chips, welche wirklich viel Fläche benötigen und mit großen Wattagen daherkommen (PC-Prozessoren, Grafikchips & Konsolen-SoCs), schon längst auf der 10nm-Fertigung sein oder gar schon die 7nm-Fertigung anpeilen. 12FDX ist also ein Nachzügler zur reinen Kostenoptimierung der Fertigung für Klein- und Kleinstchips, wo Performance eher unwichtig ist, Kostenersparnisse jedoch immer gern mitgenommen werden.

Passend hierzu vermelden Fudzilla neuere Aussagen von Halbleiterfertiger TSMC, wonach die Massenfertigung der 7nm-Fertigung bei TSMC sogar schon im ersten Quartal 2018 starten soll. TSMC bekräftigt hiermit einmal mehr seine sehr aggressiven Zeitplanungen, wonach nach dem Loch der "ewigen" 28nm-Fertigung nunmehr tatsächlich aller zwei Jahre eine neue Fertigungsstufe zur Marktreife gebracht wird. Anzunehmenderweise kann man somit irgendwann im zweiten Halbjahr 2018 mit ersten unter der 7nm-Fertigung hergestellten Smartphone-SoCs rechnen – und somit üblicherweise ein Jahr später (2019) mit der Fähigkeit, auch große Grafikchips unter der 7nm-Fertigung bei TSMC herstellen zu können. Hieran dürfte sich letztlich wohl auch die Begründung ableiten, wieso GlobalFoundries die 10nm-Fertigung letztlich ausläßt: Wenn zwischen der 14/16nm-Fertigung und der 7nm-Fertigung nur drei Jahre liegen, will es allein aus wirtschaftlicher Sicht wohlüberlegt sein, hierzwischen noch eine weitere Fertigungsstufe zu quetschen – ganz unabhängig etwaiger technischer Voraussetzungen. TSMC als weltgrößer Auftragsfertiger kann sich dies wohl leisten – aber bei GlobalFoundries mit weiterhin nur AMD als Hauptabnehmer ist dies wohl eine ganze andere Kalkulation.

Die Diskussion zur Playstation 4 Pro geht weiter – und hat ihr Thema natürlich in der Frage der (nativen) UltraHD-Renderfähigkeiten der neuen Spielekonsole. Hierzu gab es erst einmal eher durchwachsene Nachrichten: Beispielsweise wird Tomb Raider: "20 Year Celebration" auf der PS4 Pro drei Darstellungsmodi zur Auswahl geben – wovon das beste allerdings natives UltraHD mit gerade einmal 30 fps sind, dafür allerdings nicht mit voll ausgefahrenen Grafikfeatures. In diese Richtung dürften wohl einige Spiele gehen, denn für natives UltraHD mit bestmöglicher Grafikqualität ist der Leistungssprung der PS4 Pro einfach zu gering. Daneben wurde allerdings eine neue Möglichkeit entdeckt, mittels welcher man die Rechenanforderungen für die UltraHD-Auflösung senken kann: "Checkerboard Rendering" arbeitet nur mit der Hälfte oder einem Viertel der Zielauflösung und skaliert das Bild dann auf Subpixel-Ebene nach oben zur Zielauflösung – siehe hierzu Foren-Postings No.1 & No.2. Das Resultate soll besser aussehen als bei bisherigen Upscaler-Technologien und vor allem in Hardware mittels der AMD-Grafiklösung der PS4 Pro errechnet werden können.

Natives UltraHD kann dies natürlich nicht schlagen – und vor allem wird hier auch wieder nur der typische Fernseher-Effekt mit benutzt, welcher solcherart Tricksereien gut verbirgt. Dasselbe Konzept übertragen auf den PC würde wohl für weitaus deutlichere Bildqualitätsunterschiede sorgen. Daneben sind noch japanische Berichte zu erwähnen, welche der AMD-Grafiklösung in der PS4 Pro nur ein Featurelevel wie GCN2 andichten. Dies dürfte jedoch ein Mißverständnis auf Basis der Videofähigkeiten sein, die Grafikfähigkeiten dürften eher in Richtung GCN4 gehen – schließlich ist die PS4 Pro kein Projekt mit jahrelanger Vorbereitungsphase, sondern wurde eher kurzfristig aus der Taufe gehoben und dürfte sich daher am neuesten orientieren, was AMD in seiner SemiCustom-Sparte (für dieses Jahr) zu bieten hat. Hier liegt dann auch der Grund, wieso es CPU-mäßig nicht nach vorn gegangen ist: Derzeit kann AMD in seiner SemiCustom-Sparte sicherlich noch keine Zen-basierte CPU anbieten, da die originalen Zen-Prozessoren schließlich noch nicht einmal releast sind. Microsoft hat mit seiner (ein Jahr später erscheinenden) Xbox Scorpio dagegen eine gewisse Chance darauf, erstmals eine Zen-basierte CPU in einer Spielekonsole bieten zu können – aber dies bliebe abzuwarten, dazu gibt es noch keinerlei belastbare Informationen.