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News des 12. März 2026

VideoCardz und WCCF Tech berichten über die (erneute) Vorstellung der chinesischen Grafikkarten von Linsuan bzw. im genauerem dem Consumer-Modell "LX 7G106". Jenes soll nun endlich zum 18. Juni in den Handel gehen, nachdem zu einer ersten Vorstellung im Juli 2025 noch von einem Jahresendstart im letzten Jahr gesprochen wurde. Wirklich viel neues konnte Linsuan bei dieser zweiten Vorstellung nicht hinzutragen, an den technischen Daten hat sich nichts getan, allenfalls hat der Grafikkartenname nunmehr noch ein vorangestelltes "LX" erhalten. Generell wird von dieser chinesischen Grafikkarte eine Performance grob im Rahmen der GeForce RTX 4060 erwartet, mit allerdings gleich 12 GB Speicherbestückung und dafür hingegen ohne RayTracing-Support. Dies ist vielleicht aufgrund der zurückhängenden Performance-Klasse nicht wirklich wichtig, der Tausch gegen die größere Speicherbestückung in jedem Fall besser für den Endkunden.

    Linsuan LX 7G106

  • 6nm TSMC (N6)
  • 48 Shader-Cluster mit augenscheinlich 6144 FP32-Einheiten zuzüglich 192 TMUs und 96 ROPs
  • bis zu 24 TFlops FP32-Rechenleistung (zeigt auf 2 GHz Boosttakt hin)
  • 192-Bit GDDR6-Speicherinterface für 12 GB VRAM
  • PCI Express 4.0 x16
  • 225W TDP
  • 1x 8pol. Stromstecker
  • API-Support: DirectX 12, Vulcan 1.3, OpenGL 4.6, OpenCL 3.0 (kein RayTracing)
  • Performance-Klasse: grob GeForce RTX 4060
  • Vorstellung: 26. Juli 2025 — Marktstart: 18. Juni 2026 (China-exklusiv)

Dass Linsuan hier immer noch einigermaßen weit hinter westlichen PC-Grafikkarten zurückhängt, zeigt sich an der TDP von immerhin 225 Watt, was in dieser Klasse doch ziemlich hoch angesetzt ist. An einem zu hohen Chiptakt liegt dies nicht, jener scheint mit 2 GHz eher gemächlich zu sein. Vielmehr muß Linsuan wohl eine ziemlich breite Hardware verbauen, um auf die angepeilten bis zu 24 TFlops FP32-Rechenleistung zu kommen: 48 Shader-Cluster mit augenscheinlich 6144 FP32-Einheiten sollten es demnach sein, dies wäre rein bezüglich der FP32-Einheiten so breit wie eine GeForce RTX 5070. Um wirklich gegen westliche Hardware anzukommen, muß Linsuan wohl noch einen weiten Weg gehen. Ein hauptsächlicher Schritt wäre allerdings getan, wenn der propagierte Support von DirectX 12 und Vulcan 1.3 sich als vollständig herausstellen sollte, nicht wie bei anderen chinesischen Grafikkarten auf einzelne Titel beschränkt ist. Zur Jahresmitte wird sich dies alles ermitteln lassen, denkbarerweise werden auch westliche Hardware-Enthusiasten hierauf einen genaueren Blick werfen wollen, selbst wenn die Linsuan LX 7G106 exklusiv in China vertrieben wird.

Analyst Jukan @ X berichtet über neuerliche Ausführungen seitens 'Counterpoint Research' zur Speicherkrise. Danach rechnet man Branchen-intern inzwischen nicht mehr kurzfristiger Behebung, sondern setzt die neue Zielmarke auf Ende 2027 an – weil erst dann substantielle neue Fertigungskapazitäten online gehen werden. Hierzu wäre allerdings hinzuzusagen, dass diese Branchen-internen Vorhersagen in aller Regel "Bestcases" darstellen – eher zu lesen als "frühestmöglich könnte zu diesem Zeitpunkt etwas passieren". Sofern die AI-Blase nicht gerade platzt, sieht es derzeit eher weniger danach aus, als dass bislang schon angeschobene Fabrikneubauten etwas entscheidendes an der Speicherkrise ändern werden. Die 2026/27 online gehenden Neubauten wurden schließlich primär schon vor der Speicherkrise angeschoben, damit erfolgt eine Linderung des Problems, aber keine Lösung. Und natürlich lebt die Speicherbranche gerade toll mit ihren märchenhaften Margen und drückt sich zudem davor, jetzt den wirklich großen Fertigungsausbau anzusetzen – wohl wissend, dass dies dann schnell in Überkapazitäten umschlagen kann.

DRAM output from Samsung, SK Hynix, Micron, CXMT, and Nanya is forecast to grow 26% this year, with NAND up 24%. However, these volumes won't be meaningful before the second half of 2027. The supply shortage should only be resolved around late 2H 2027.
Quelle:  Jukan @ X am 12. März 2026, in Zitat eines Artikels von 'Counterpoint Research'

Davon abgesehen werden hiermit auch interessante Aussagen zu Preissteigerungen auf dem eigentlichen Speichermarkt (Speicherchip-Hersteller gegenüber den Abnehmern aus der PC- und Elekronikindustrie) getätigt, welche sich somit gegenüber den bekannten Preissteigerungen im Endkundenmarkt vergleichen lassen. Bei DRAM-Produkten sieht alles sehr ähnlich aus, gewisse Abweichungen sind wegen der nicht ganz deckungsgleichen Produktwahl tolerierbar. Richtig unterschiedlich wird es dagegen bei den NAND/SSD-Preisen: Dort sieht man Industrie-intern bis zum ersten Quartal 2026 bereits Preiszuwächse von +269% bis +340%, im Endkundenmarkt sind es hingegen bis zur Quartalsmitte (aka Februar) "nur" +90%. Hier kann immer mit hineinspielen, dass SSDs eben nicht nur aus NAND-Speicher bestehen, sondern der Controller auch noch seinen gewichtigen Wertanteil hat. Aber dennoch ist hier die Gefahr zu sehen, dass sich die SSD-Preise im Endkundenmarkt noch weiter gegen Norden entwickeln, während die DRAM-Preise derzeit auf ihren einmal erreichten Höchstständen weitgehend verweilen.

Q3/25 → Q1/26 Q3/25 → Q2/26
Speichermarkt: 64 GB DDR5 RDIMM +337% +399%
Speichermarkt: 8 GB DDR4 SODIMM +345% +397%
Speichermarkt: 4 TB NVMe NAND +268% +397%
Speichermarkt: 1 TB NVMe NAND +176% +231%
Endkundenmarkt: Mix 20 DDR5-Speichersorten +340% ?
Endkundenmarkt: Mix 8 Mobile-Speichersorten +269% ?
Endkundenmarkt: Mix 17 interne SSDs +90% ?
Quellen: Speichermarkt gemäß Counterpoint Research via Jukan @ X, Endkundenmarkt via Speicherkrise Preisindex Februar 2026

Notebookcheck berichten von einem zweiten Fall eines Chuwi-Notebooks mit gefälschtem AMD-Prozessor. In beiden Fällen wird ein "Ryzen 5 7430U" (Zen 3) beworben, verbaut ist allerdings real nur ein Ryzen 5 5500U (Zen 2), was sich nach Öffnen der Geräte anhand der OPN-Nummer auf den Prozessoren einwandfrei bestätigen lassen hat. Interessant an dem Fall ist die hierfür angesetzte BIOS-Fälschung, denn gegenüber Windows wird in der Tat der falsche Prozessor genannt – dies zeigt eigentlich eher auf den Gerätehersteller selber als Übeltäter hin. Nun kann Chuwi dies nicht einmal selber sein, sondern das ganze nur im Auftrag fertigen lassen (und wird somit von seinem Auftragsfertiger betrogen), allerdings zeigt die erste Reaktion von Chuwi in Form der Androhung rechtlicher Schritte gegenüber Notebookcheck nicht zwingend von ehrlichen Absichten. Auch deswegen geht das ganze wohl weit über einen Wettbewerbsverstoß oder auch simples Verbraucherschutzrecht hinaus, u.U. ist dies organisierter Betrug (ohne das sicher wäre, wer hierbei dahintersteckt) und sollte eher staatsanwaltschaftlich untersucht werden. Da diese Mühlen aber viel zu langsam mahlen, besteht die größte Hoffnung darin, dass AMD sich der Sache annimmt und eigene Ermittlungen hierzu startet.