18

News des 17./18. Februar 2024

Längere Zeit nicht mehr kontrolliert wurde der Stand bzw. die Verfügbarkeit der RDNA2-Grafikkarten im deutschen Einzelhandel, bisher bezogen nur auf die Radeon RX 6800 & 6900 Modelle. Obwohl jene eigentlich Auslauf-Status haben und seit letzten Spätsommer bereits mit deutlich geringerer Angebots-Zahl unterwegs sind, haben sich jene Grafikkarten bis jetzt im Markt halten können (einzig die Radeon RX 6900 XT ist tatsächlich ausgelaufen, dies allerdings schon vorher). Zuletzt ist die Verfügbarkeit von Radeon RX 6800 & 6800 XT sogar minimal nach oben gegangen, während hingehen bei der Radeon RX 6950 XT nunmehr allerdings das Ende des Verkaufszyklus erreicht scheint: Die Verfügbarkeit ist wirklich mager, zudem sind die Preise auf ein ungesundes Niveau gestiegen – jene Karte dürfte wohl demnächst aus dem Handel gehen. Bei Radeon RX 6800 & 6800 XT muß man hingegen weiterhin abwarten, dass sich die in unbekannter Höhe noch vorhandenen Lagerbestände tatsächlich eines Tages abverkaufen.

6700 6700XT 6750XT 6800 6800XT 6950XT
20. August 2023 320-350€ 330-370€ 390-440€ 460-530€ 540-570€ 630-660€
5. Oktober 2023 ? ? ? 450-530€ 540-600€ 640-720€
12. November 2023 280-330€ 340-370€ 390-450€ 450-480€ 500-590€ 600-730€
22. Dezember 2023 ? ? ? 420-460€ 500-600€ 600-800€
18. Februar 2024 280-420€ 380-430€ 390-450€ 410-510€ 530-610€ 760-850€
Verfügbarkeit ★★☆☆☆ ★★☆☆☆ ★★★★★ ★★☆☆☆ ★★★☆☆ ★☆☆☆☆
aktuelle Verfügbarkeit zur zuletzt genannten Preislage, alle Daten gemäß Geizhals-Preisvergleich

Zusätzlich ins Blickfeld rücken mittlerweise dann auch die nächstkleineren RDNA2-Modelle der Radeon RX 6700 Serie. Speziell die Radeon RX 6700 XT geht inzwischen deutlich in Richtung Auslauf-Status, da inzwischen mit stark zurückgehender Angebotsbreite und vor allem kaum noch einem Preisvorteil gegenüber der (leicht schnelleren) Radeon RX 6750 XT angeboten. In Fällen, wo die Karten derart gut vergleichbar und gleichzeitig austauschbar sind, macht sich ein faktischer Preis-Gleichstand weniger gut für das kleinere Modell, hier müssen die Händler zusehen, noch vorhandene Lagerware umgehend abzusetzen. Ähnliches passiert derzeit bei der Radeon RX 6700 non-XT, wo ebenfalls die Angebotsbreite schwach ist sowie zuletzt die Preispanne deutlich angezogen hat, auch wenn es wenigstens noch ein Angebot für klar unter 300 Euro gibt. Augenscheinlich unbetroffen hiervon ist hingegen die Radeon RX 6750 XT, welche weiterhin mit vielen Karten-Varianten und sehr vielen Händlerangeboten präsent ist.

Laut YouTuber Moore's Law Is Dead will nVidia bei den nächstes Jahr anstehenden Blackwell-basierten Grafikkarten die Benutzung des PCIe-6.0-Stromsteckers durchdrücken. Hierbei handelt es sich um die aktualierte Form des bekannten 16-poligen Stromsteckers unter dem neuen Namen "12V-2×6", beachtbare Differenzen zwischen den Versionen für PCI Express 5.0 und 6.0 sind nicht bekannt (im genauen sollte die aktualisierte Stecker-Form sowie erst mit PCIe 6.0 kommen und wurde dann nachträglich noch PCIe 5.0 zugeschlagen). Dies soll möglicherweise bis hinunter zur GeForce RTX 5060 dann auch für die Hersteller-Modelle verpflichtend sein. Praktisch gesehen ist nVidia bereits auf dem halben Weg hierzu, denn die drei neuen Grafikkarten von nVidias GeForce RTX 40 "SUPER"-Refresh kommen auch in den Hersteller-Varianten ausschließlich mit dem neuen 16poligen Stromstecker daher.

Dies ist im klaren Gegensatz zu den originalen Ada-Lovelace-Modellen, wo nVidia bei seiner "Founders Edition" zwar generell auf den neuen Stecker gesetzt hat, die Hersteller-Modelle jedoch üblicherweisen die gewöhnlichen 8poligen Stromstecker verwendet hatten. Bei AMD wie Intel sind hingegen derzeit keinerlei Aktivitäten zu erkennen, diese offiziell spezifizierten neuen Stromstecker zu adaptieren. Denkbarerweise ist dies für deren kurzfristige Grafikprojekte auch nicht so dringend, da sowohl AMDs RDNA4-Generation als auch Intels Battlemage-Generation bestenfalls ins obere Midrange-Segment gehen, kaum Verbrauchswerte oberhalb von 250 Watt erreichen dürften. Sofern man mittel- und langfristig allerdings wieder HighEnd- und Enthusiasten-Modelle anbieten will, müssen sich AMD & Intel eines Tages erneut mit dieser Frage beschäftigen. Die Alternative hierzu – dass HighEnd- und Enthusiasten-Modelle wieder auf Stromverbrauchswerte unterhalb von 300 Watt kommen – ist leider unwahrscheinlich.

Gleichzeitig hat der YouTuber negatives zum Fortschritt bei Intels "Battlemage" zu vermelden: Gemäß einer Industrie-Quelle soll Intel derzeit (angeblich) das Ende der Validierung auf das vierte Quartal 2024 festgesetzt haben. Selbst wenn dies dann bereits in den ersten Tagen des Jahresschlußquartals passiert, ist damit ein Battlemage-Release noch im Jahr 2024 deutlich in der Schwebe. Allerdings soll es laut dem YouTuber auch Referenzen auf das erste Quartal 2025 als finale Deadline (für den Validierungsprozeß) geben, was dann in der Frage der Jahreszahl sehr eindeutig wäre. Dies überrascht etwas angesichts des Punkts, dass Hardwareluxx bereits im August 2023 Validierungs-Exemplare von "BMG-G10" bei einer Fabrik-Besichtigung erspäht hatten. Normalerweise dauert die Validierung von Grafikchips zwischen 2-4 Quartale, dies hier sieht aber eher nach 6-7 Quartalen aus – und deutet somit auf Probleme hin. Im schlimmsten Fall muß Intel zu einer neuen Chip-Revision schreiten, im besten Fall könnte diese Industrie-Quelle natürlich auch einfach nur Mist erzählen.

"Oh, and I guess I will also mention that the last time there were updates on those test boards was April 2023...and the documentation I am looking at now suggests that final BMG validation is targeting Q4 2024 at the earliest..."
Quelle:  Industrie-Quelle gegenüber Moore's Law Is Dead @ YouTube, veröffentlicht am 18. Januar 2024

VideoCardz berichten über den in Fernost aufgetauchten Taskmanager-Screenshot zu einem "Lunar Lake" Vorserien-Modell, welches wie von der Gerüchteküche vorhergesagt 8 CPU-Kerne ohne HyperThreading zeigt. Logischerweise ist dies noch nicht ganz 100%ig sicher, denn in Vorserien-Modellen kann HyperThreading durchaus auch einmal bewußt deaktiviert sein. Aber die Anzeichen sind mittlerweile ausreichend in der Anzahl, dass man damit rechnen muß, dass sowohl "Arrow Lake" als auch "Lunar Lake" ganz ohne HyperThreading antreten werden. Daneben ergeben sich hiermit auch die Cache-Größen zu Lunar Lake, wenngleich Intel in dieser Frage (wohl wegen des Ultramobile-Einsatzgebietes) keine beachtbaren Fortschritte bieten wird.

Alder Lake Raptor Lake Meteor Lake Arrow Lake Lunar Lake
L1 per P-Kern 80 kB 80 kB 112 kB ? 112 kB
L1 per E-Kern 96 kB 96 kB 96 kB ? 96 kB
L2 per P-Kern 1.25 MB 2 MB 2 MB 3 MB 2.5 MB
L2 per E-Kern 0.5 MB 1 MB 0.5 MB ? 1 MB
L3 per Kern 1.875 MB 1.5 MB 1.714 MB ? 1.5MB
Hinweis: L3 gerechnet auf die maximale Kern-Anzahl, nicht eingerechnet etwaige LPE-Kerne