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News des 17./18. November 2022

Twitterer Chi11eddog, welcher zuletzt die Namenssuffixe von AMDs Radeon RX 7900 Grafikkarten (samt Speicherbestückung) korrekt vorhergesagt hatte, will Preise und Termine zu den non-X-Modelle der Ryzen 7000 Serie in Erfahrung gebracht haben. Jene sollen allesamt im ersten Quartal 2023 antreten, wobei zu den bekannten Ryzen 5 7600 und Ryzen 7 7700 noch ein Ryzen 9 7900 hinzukommt. Alle drei Modelle sollen mit einer TDP von 65 Watt antreten, was üblicherweise auf ein reales Power-Limit von 88 Watt hinauslaufen sollte. Es wurden sogar maximale Boost-Taktraten genannt, wobei jene bei diesen non-X-Modellen wegen der niedrigen TDP nur bei geringen Lasten tatsächlich zu erreichen oder gar zu halten sind. Preislich sollen die beiden kleineren Modelle schlicht 70 Dollar weniger kosten, interessanterweise der Ryzen 9 7900 hingegen sogar gleich 120 Dollar weniger. Möglicherweise ist dies ein Ausdruck davon, dass die Preise der AM5-Prozessoren generell unter Druck sind und gerade die größeren AM5-Modelle bereits klar unterhalb Listenpreis im Einzelhandel stehen.

Hardware Takt iGPU TDP/PPT Listenpreis Release
Ryzen 9 7950X Zen 4, 16C/32T, 16+64 MB L2+L3 4.5/5.7 GHz 170/230W $699 / 849€ 27. Sept. 2022
Ryzen 9 7900X Zen 4, 12C/24T, 12+64 MB L2+L3 4.7/5.6 GHz 170/230W $549 / 669€ 27. Sept. 2022
Ryzen 9 7900 Zen 4, 12C/24T, 12+64 MB L2+L3 ?/5.4 GHz 65/88W $429 Q1/2023
Ryzen 7 7700X Zen 4, 8C/16T, 8+32 MB L2+L3 4.5/5.4 GHz 105/142W $399 / 479€ 27. Sept. 2022
Ryzen 7 7700 Zen 4, 8C/16T, 8+32 MB L2+L3 3.8/5.3 GHz 65/88W $329 Q1/2023
Ryzen 5 7600X Zen 4, 6C/12T, 6+32 MB L2+L3 4.7/5.3 GHz 105/142W $299 / 359€ 27. Sept. 2022
Ryzen 5 7600 Zen 4, 6C/12T, 6+32 MB L2+L3 3.8/5.1 GHz 65/88W $229 Q1/2023
Hinweis: Angaben zu noch nicht offiziell vorgestellter Hardware basierend auf Gerüchten & Annahmen.

Dennoch kann sich an den konkreten Preislagen immer noch etwas ändern, AMD könnte die Listenpreise jederzeit noch kurz vor Launch revidieren. Selbiger Launch könnte über eine offizielle Vorstellung auf der CES 2023 vorbereitet werden – was gerade dann nutzvoll wäre, insofern die X3D-Modelle mit extra 3D V-Cache nicht schon zu jener CES vorgestellt würden (wie es ein kürzliches Gerücht nahelegt). Aber auch in dieser Frage stehen AMD noch alle Möglichkeiten offen, von einer echten Vorstellung über einen fließenden Marktstart ohne großes Aufsehen bis hin sogar zu reinen OEM-Modelle – wie es jene teilweise bei Ryzen 5000 gab. Generell muß AMD zusehen, ein schlagkräftiges Desktop-Angebot für das Jahr 2023 zu formen, nachdem Intel AMD sowohl beim Preis als auch bei der Performance mittels "Raptor Lake" das Wasser abgegraben hat und die ab Jahresstart 2023 nachfolgenden non-K-Modelle von Intel diese Problematik verschärfen werden. Mancher würde hier sicherlich die Veranlassung für AMD sehen, die AM5-Preisgestaltung generell auf den Prüfstand zu stellen.

nVidia hat eine neue Statusmeldung zum Problem des 12VHPWR-Adapters der GeForce RTX 4090 veröffentlicht. Danach hat man derzeit 50 Fälle weltweit gezählt und konnte in allen RMA-Fällen nachträglich feststellen, dass der Adapter nicht wirklich vollständig verbunden war. nVidias Empfehlung lautet somit, genau auf diesen Punkt der 100%igen Verbindung zu achten – damit sollte dann eigentlich alles sicher sein. Allerdings steht man somit nur am Punkt des Auslösers der Problemkette – nicht jedoch am Punkt des Verursachers. Denn die aktuell verwendeten 12VHPWR-Adapter sind halt schwergängig und damit ist es auch schwer festzustellen, ob jene tatsächlich eine 100%ige Verbindung haben. Von den Anwendern etwas zu fordern, was jene gar nicht wirklich feststellen können, ist kein echter Ausweg – da muß schon mehr kommen. Augenscheinlich passiert dies derzeit schon hinter den Kulissen in Form der Arbeit an einer Änderung der PCIe-Spezifikation.

Jene hat zum Ziel, die reinen Signal-Pins etwas zurückzusetzen, womit bei nicht vollständiger Verbindung selbige automatisch kein Signal bekommen und somit der ganze Adapter keinen Strom liefert. Eine Alternative hierzu hat sich Corsair ausgedacht, deren neue 12VHPWR-Adapter signalisieren eine Verbindung mit einem Klick-Geräusch. So oder so muß der aktuelle 12VHPWR-Adapter schlicht Anwender-tauglich gemacht werden – und danach sollte die interne Qualitätsprüfung auf den Prüfstand, denn selbige hat augenscheinlich zu Laborbedingungen mit perfekten Steckverbindungen getestet, anstatt einfach mal ein paar Normal-Anwender heranzulassen. Wenn das ganze nicht gerade mit dem Risiko von Brandfällen verbunden wäre, könnte man es unter "Herantasten an die Praxis-Tauglichkeit" abtun. So aber sollte nVidia zusehen, lieber schnellstmöglich die bisher ausgelieferten Adapter durch die kommenden neuen Adapter zu ersetzen, anstatt das Problem kleinzureden. Denn auch die genannten weltweit 50 Fälle sind angesichts des Brandrisikos mindestens 48 zu viel.

VideoCardz berichten über die ersten chinesischsprachigen Tests zur "Moore Threads MTT S80" Grafikkarten. Wie belastbar jene Tests sind, bleibt unklar – die ziemlich gleichförmige Testausrichtung mit nahezu identischen Testspielen deutet auf einen ziemlich Einfluß des Herstellers hin. So oder so disqualifiziert sich die MTT S80 Grafikkarte allerdings von ganz alleine: Denn Rohleistungs-Tests ergeben teilweise eine Performance-Höhe grob in Richtung der GeForce RTX 3060, die wenigen synthetischen und Spiele-Tests liegen jedoch weit darunter, grob nur im Feld von GeForce GTX 1060 6GB bis Radeon RX 590. Auf heutige Grafikkarten umgerechnet, ist dies ein Performance-Niveau klar unterhalb der GeForce RTX 3050, sprich womöglich ein Kontrahent zur Radeon RX 6500 XT.

MTT S60 MTT S2000 MTT S80 MTT S3000
Architektur MUSA "Sudi" MUSA "Chunxiao"
MUSA-Cores (FP32) 2048 4096 4096 4096
Rechenleistung 6 TFlops 12 TFlops 14 TFlops 15,2 TFlops
Speicher 8 GB LPDDR4X 32 GB 16 GB GDDR6 32 GB GDDR6
Bauweise & Kühlung SingleSlot, SingleFan SingleSlot, passiv DualSlot, TripleFan DualSlot, passiv
Ausgänge 3x DisplayPort 1.4 keine 3x DisplayPort 1.4a, 1x HDMI 2.1 2x DisplayPort 1.4a
API-Support DirectX, OpenCL, OpenGL, Vulkan, CUDA DirectX 9/11, OpenCL, OpenGL, Vulkan
Einsatzzweck Gaming (Entry-Segment) Workstation Gaming (Mainstream) Workstation
Vorstellung März 2022 November 2022

Zudem verbraucht die MTT-Karte dafür dann gleich 210 Watt im Spiele-Einsatz sowie astronomische 115 Watt im Idle-Modus. Der eigentliche Tiefschlag liegt jedoch im API- bzw. Spiele-Support: Derzeit werden nur DirectX 9/11 (sowie Vulkan) unterstützt – und dies dann auch nur über eine explizite Spiele-Supportliste mit derzeit 11 Spiele-Titeln (an weiteren 60 Titeln wird gearbeitet). Dies kann man dann sicherlich nicht als ernsthaftes Gegenangebot gegenüber AMD & nVidia bezeichnen, fast egal des Preispunkts (wobei die Karte derzeit sowieso nur rein in China vertrieben wird). Aller Vermutung nach dürften Moore Threads hier mehr auf chinesische eSports-Caffees abzielen, wo viele PCs jeweils nur ein einziges Spiel ableisten müssen. Außerhalb dieses Anwendungszweckes dürften selbst chinesische Gamer hiermit nichts anfangen können, wenn der Spiele-Support derart stark eingeschränkt ist (ein DirectX-12-Support fehlt derzeit vollständig).