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News des 5. September 2023

VideoCardz berichten über einen weiteren Benchmark-Wert zum Core i9-14900K – diesesmal im Geekbench 6. Hierbei gab es zum direkten Vorgänger im Singlethread-Test einen Zugewinn von +6%, im Multithread-Test hingegen einen Malus von –4%. Dies ist natürlich unrealistisch, zumindest dasselbe Ergebnis sollte es schon sein. Aber es rückt auch die gestrigen CPU-Z Benchmarks wieder zurecht, wo der Core i9-14900K eher überdurchschnittlich herausgekommen war. Aufgrund der generell geringen Differenzen zwischen Raptor Lake und seinem Refresh (außerhalb des Core i7) sind durchgehend nur Performance-Differenzen im niedrigen einstelligen Bereich zu erwarten. Vorab-Benchmarks schwanken allerdings erfahrungsgemäß immer mal ein wenig, was bei einem geringen erwartbaren Performance-Unterschied besonders stark auffällt.

GB6/ST GB6/MT
Core i9-14900K Raptor Lake Refresh, 8C+16c/32T, 3.2/6.0 GHz 3121 19'032
Core i9-13900KS Raptor Lake, 8C+16c/32T, 3.0/6.0 GHz 3089 21'678
Core i9-13900K Raptor Lake, 8C+16c/32T, 3.0/5.8 GHz 2953 19'912
Ryzen 9 7950X Zen 4, 16C/32T, 4.5/5.7 GHz 2905 19'098
Datenquelle: Geekbench Benchmark-Datenbank (14900K Einzelwert, alle anderen Durchschnittswerte)

Die einzige Chance, in den höheren einstelligen Prozentbereich beim Performance-Zuwachs zu wechseln, hat der Raptor Lake Refresh (außerhalb des Core i7) im Spiele-Bereich. Denn dort dürfte nicht nur der höhere Boost-Takt und die eventuell verbesserte Effizienz im mittleren Verbrauchs-Bereich zum tragen kommen, sondern auch die neue offizielle Speicher-Spezifikation von DDR5/6400. Selbst wenn man sich auf den Vergleich mit höheren Speichersorten konzentriert, ermöglicht ein derart verbesserter Speichercontroller in aller Regel auch höhere inoffizielle Taktungen. Natürlich kann man auch auf identischem Speichertakt messen, dann ergibt sich dieser Vorteil nicht – und auch diese Herangehensweise hat ihre Berechtigung (Speicher-Wahl nicht nach Spezifikationen, sondern nach Marktlage). Gleichfalls gilt natürlich auch, dass der höhere offizielle Speichertakt inbesondere bei diesen CPU-Z- & Geekbench-Messungen kaum eine größere Rolle spielen sollte.

Twitterer YuuKi_Ans liefert Detail-Angaben zu den Spezifikationen der 14. Core-Generation, welche das vorhandene Bild weiter zu präzisieren helfen. Widersprüche mit früheren Angaben gibt es eigentlich nicht, außer beim Speicher-Support: Hier gibt YuuKi_Ans maximal DDR5/5600 an, allerdings gab es zuletzt klare Hinweise auf einen offiziellen Speichersupport beim Raptor Lake Refresh bis hinauf zu DDR5/6400. Beachtbar ist daneben die Angabe der jeweiligen Chip-Steppings: Sollte sich jene bewahrheiten, kommen auch die kleineren Modelle des Raptor Lake Refreshs erneut noch aus der Alder-Lake-Fertigung, sind dort also auch keine Zuwächse beim Level2-Cache möglich. Es verwundert natürlich etwas, dass Intel es selbst beim Refresh nicht schafft, ein vollständig Raptor-Lake-basiertes Portfolio zu bilden. Aber diese feinen, kleinen Details werden einfach zu selten thematisiert, somit kommt Intel locker mit so etwas durch.

Kerne P-Takt L2+L3 Änderung ggü. Vorgänger
Core i9-14900K (F) 8C+16c/32T 3.2/6.0 GHz 32+36 MB +200 MHz Base- & Boosttakt
Core i9-14900 (F) 8C+16c/32T 2.0/5.8 GHz 32+36 MB +200 MHz Boosttakt
Core i7-14700K (F) 8C+12c/28T 3.4/5.5 GHz 28+33 MB +4 E-Kerne, +100 MHz Boosttakt, mehr L2+L3
Core i7-14700 (F) 8C+12c/28T 2.1/5.4 GHz 28+33 MB +4 E-Kerne, +200 MHz Boosttakt, mehr L2+L3
Core i5-14600K (F) 6C+8c/20T 3.5/5.3 GHz 20+24 MB +200 MHz Boosttakt
Core i5-14600 6C+8c/20T 2.7/5.2 GHz 20+24 MB +200 MHz Boosttakt
Core i5-14500 6C+8c/20T 2.6/5.0 GHz ?+24 MB +100 MHz Basetakt, +200 MHz Boosttakt
Core i5-14400 (F) 6C+4c/16T 2.5/4.7 GHz ?+20 MB +100 MHz Boosttakt
Core i3-14100 (F) 4C+0c/8T 3.5/4.7 GHz ?+12 MB +100 MHz Basetakt, +200 MHz Boosttakt
Angaben zu noch nicht offiziell vorgestellter Hardware basieren auf Gerüchten & Annahmen

Die PC Games Hardware hat sich mit der Speicherskalierung unter "Starfield" beschäftigt, nachdem dieser Effekt als eine mögliche Erklärung der vergleichsweise ungewöhnlichen Ergebnisse der CPU-Benchmarks benannt wurde. Dabei konnte zumindest teilweise eine hochklassige Speicherskalierung festgestellt werden: Der Core i9-12900K skalierte mit +12-13% zwischen DDR5/4400 und DDR5/6400 nicht schlecht, aber angesichts +36% Speichertakt-Differenz auch nicht überragend. Der Ryzen 7 7700X brachte zwischen DDR5/5200 und DDR5/6400 zwar auch "nur" +11,5% mehr durchschnittliche Framerate zustande, dafür aber gleich +18% bei der Minimum-Framerate. Und dies ist ein starkes Ergebnis angesichts von nur +23% mehr Speichertakt, selten einmal hat sich Mehrtakt beim Speicher derart gleichförmig in Mehrperformance umwandeln lassen.

Starfield AVG fps P1 fps
Ryzen 7 7700X:  DDR5/5200 → DDR5/6400 (+23%) +11,5% +18%
Core i9-12900K:  DDR5/4400 → DDR5/6000 (+36%) +11,7% +13%
gemäß der Benchmarks der PC Games Hardware

Somit läßt sich zumindest teilweise erklären, wieso die AMD-Prozessoren unter Starfield so unterdurchschnittlich mitkommen: Jene benötigen hohe Speichertaktungen, dann reduziert sich deren Differenz gegenüber den Intel-Prozessoren etwas. Eine komplette Erklärung für den großen Performance-Abstand zwischen 12. und 13. Core-Generation liefern aber auch diese Speicherskalierungs-Benchmarks noch nicht, dafür ist der Effekt auf Intel-Seite zu mittelprächtig. Denkbarerweise könnten hier die größeren Caches von "Raptor Lake" am wirken sein, als einziger wirklicher Hardware-Unterschied zugunsten der 13. Core-Generation. Nachprüfbar wäre dies, wenn man beispielsweise einen Core i5-13600K (Raptor-Lake-Basis) auf den PBP/MTP-Werten eines Core i5-13600 (Alder-Lake-Basis) betreiben würde. Kern-technisch sind beide Prozessoren gleich, die Hardware-Differenz liegt allein beim Level2-Cache: 20 MB beim K-Modell gegen 11,5 MB beim non-K-Modell (Level3-Cache jeweils bei 24 MB).