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News des 16./17. Oktober 2010

Unsere letzte Umfrage beschäftigte sich mit der Nutzung von Mobile-Grafiklösungen zum Spielen, dabei wurde sowohl nach der Klasse der Mobile-Grafiklösung gefragt als auch der Spieletätigkeit auf Desktop- und Mobilgerätschaften. Die dabei aufgelaufenen Zahlen ermöglichen einen recht klaren Blick über die realen Nutzungsgewohnheiten des immer wieder gern gehypten Mobile-Segments, welches allerdings aus Gamer-Sicht nach wie vor klar hintenansteht. Denn erstens einmal ist die Grafik-Ausstattung in diesem Segment selbst unter unseren Lesern arg unterdurchschnittlich: Wie gut in der Grafik zu sehen, sind integrierte Grafikchips sowie LowCost- und Mainstream-Grafiklösungen sehr weit verbreitet, während die auf dem Desktop bei unseren Lesern ansonsten eigentlich dominierenden Performance- und HighEnd-Grafiklösungen im Mobilesegment eine überaus deutliche Minderheit darstellen.

 Wie stark werden Mobile-Grafiklösungen zum Spielen benutzt?

Und zweitens ist auch die Spielenutzung der Mobile-Besitzer nicht gerade berühmt: Von allen Umfrage-Teilnehmern spielen gerade einmal 25 Prozent teilweise oder alleinig auf Mobile-Gerätschaften – angesichts der Leistungsklasse der meisten Mobile-Beschleuniger ist das zwar gar nicht so schlecht, aber angesichts der hohen Verkaufszahlen von Netbooks, Laptops & Notebooks in den letzten Jahren ist diese Zahl eher niedrig. Allem Anschein nach ist das Bedürfnis nach mobiler Grafik aber vorhanden, denn sobald im Mobile-Gerät eine entsprechende Grafikpower vorhanden ist, steigt auch die Spielenutzung rasant an – bei den Besitzern von Mobile-Geräten mit Performance- oder HighEnd-Grafik sind es gar schon 56 Prozent, welche nur noch Mobile spielen und weitere 22 Prozent, welche dafür sowohl Mobile- als auch Desktop-Geräte verwenden.

Spielenutzung nur Desktop nur Mobile beides
ingesamt (inkl. reiner Desktop-User) 75% 6% 19%
alle Mobile-Nutzer 60% 31% 9%
Mobile-Nutzer mit integrierter Grafik 85% 12% 13%
Mobile-Nutzer mit LowCost-Grafik 63% 7% 30%
Mobile-Nutzer mit Mainstream-Grafik 42% 43% 15%
Mobile-Nutzer mit Performance/HighEnd-Grafik 22% 56% 22%

Selbst unter den Besitzern von Mobile-Geräten mit Mainstream-Grafik ist schon eine Zweiteilung der Spielenutzung zwischen Desktop und Mobile zu sehen – leider aber sind wie gesagt die Besitzer solcherart grafikleistungsstarker Mobile-Geräte in der Minderheit und in der Masse ist der Mobile-Besitzer nach wie vor auf Grafikchips angewiesen, welche zum Spielen zumeist klar zu langsam sind. Der Wille, mehr auf Mobile-Geräten zu spielen, ist aber anscheinend vorhanden – es liegt nunmehr an den Herstellern, diesem Kundenwunsch besser zu entsprechen als bisher. Vielleicht sollte das Thema externe Grafik ja doch noch einmal ernsthafter angegangen werden als bisher, daneben würde ein bisschen mehr Wettbewerb bei den Notebooks mit gutklassiger Grafiklösung auch gut tun.

Bei Tom's Hardware hat man sich mit der Frage beschäftigt, was GDDR5-Speicher auf Radeon HD 5550 & 5570 bringt und hat dazu entsprechende Benchmarks angestellt. Aufgrund der identischen Taktraten der Karten läßt sich mittels dieses Tests gut sehen, was der GDDR5-Speicher auf diesen Mainstream-Modellen an Mehrleistung bringen kann – und dies ist mit +17% bei der Radeon HD 5550 dann doch schon ein Unterschied zu den +24% der Radeon HD 5570, obwohl die Speichertaktung bei letztgenannter Karte sogar etwas weniger stark nach oben ging. Der Grund für diese Differenz ist schlicht in der Rohleistung beider Karten zu sehen: Die Radeon HD 5570 bringt mittels mehr freigeschalteter Hardware-Einheiten und ihrem Mehrtakt immerhin bis zu 48 Prozent mehr Rechenleistung auf die Waage, welche dann natürlich mit Speicherbandbreite gefüttert werden will.

THG 5550/GDDR5 vs. 5550/DDR3 5570/GDDR5 vs. 5550/DDR3
1280x1024 noAA +16,5% (-14,2%) +22,5% (-18,4%)
1680x1050 noAA +16,5% (-14,1%) +23,3% (-18,9%)
1920x1080 noAA +17,6% (-15,0%) +24,8% (-19,9%)
in beiden Fällen hatten die GDDR5-Versionen nur 512 MB Grafikkartenspeicher, die DDR3-Versionen dagegen 1024 MB Grafikkartenspeicher zur Verfügung

Oder auch anders formuliert: Die Radeon HD 5550 hat so wenig Rechenpower, daß sich der schnellere GDDR5-Speicher auf dieser Karte deutlich weniger lohnt als bei der Radeon HD 5570. Zwischen beiden Karten verläuft wohl exakt die Grenze, wo GDDR5 von der reinen Performance her sinnvoll ist. Ob es preislich sinnvoll ist, steht dagegen auf einem ganz anderen Blatt: Im gewöhnlichen haben die GDDR5-Ausführungen von Radeon HD 5550 & 5570 dann doch einen nicht schlechten Mehrpreis, welcher diese Karten ganz schnell in eine Preisregion führen, wo die 100-Euro-Marke nicht mehr weit weg ist – von welcher aus deutlich potentere Beschleuniger wie Radeon HD 5750 & GeForce GTS 450 winken. Im Sinne der Mainstream-Ausrichtung der Radeon HD 5550 & 5570 ist man trotz des Performancegewinns durch GDDR5 wohl besser beraten, beim DDR3-Speicher zu bleiben, denn nur zu diesen DDR3-Karten gibt es derzeit auch der Mainstream-Performance entsprechende Preise.

Die GDDR5-Ausführungen von Radeon HD 5550 & 5570 sind dagegen generell schwer zu bekommen und wenn, dann ist die Preislage zumeist uninteressant, weil zu nahe an schnelleren Beschleunigern. Wahrscheinlich ist der verbaute GDDR5-Speicher trotz der verwendeten humanen Taktung auf diesen Karten immer noch zu teuer, um ernsthaft mit den Preisen für billigen Standard-DDR3-Speicher konkurrieren zu können, welcher heutzutage auf Mainstream-Grafikkarten verbaut wird. Möglicherweise genau aus diesem Grund hat nVidia von der GeForce GT 430 auch keine offizielle GDDR5-Version aufgelegt, nachdem vor dem Launch eine solche Lösung durchaus im Gespräch war. Nur mittels DDR2-Versionen von Mainstream-Grafikkarten sollte man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen – hier spottet der geringe Minderpreis zumeist ganz extrem dem deutlichen Performanceverlust durch DDR2, wie vor einiger Zeit ausführlich dargelegt.

PS: Ein paar Anmerkungen, die aktuelle Umfrage betreffend, sind in unserem Redaktionsblog notiert.