Eine Korrektur zu den gestrigen News zum Thema PCI Express 3.0: Bei Bobcat und bei Llano wurde (erstmals für AMD) ein PCI Express Interface in die CPU selber integriert, allerdings bislang nur ein PCI Express 2.0 Interface. Was dies für Auswirkungen auf Bulldozer hat, ist unklar – immerhin stellen hier die 9er Chipsätze selbst ausreichend PCI Express Lanes zur Verfügung und kommen unter Umständen auch gar nicht mit einer Bulldozer-CPU zurecht, welche über ein eigenes PCI Express Interface verfügt. Insofern ist es wahrscheinlicher, daß Bulldozer erst mit der zweiten Bulldozer-Generation, welche den Wechsel zum Sockel FMx und den Verbau einer integrierten Grafik bei den Mainstream-Modellen mit sich bringt, auf ein integriertes PCI Express Interface wechseln wird – da die zweite Bulldozer-Generation erst tief im Jahr 2012 erscheinen wird, dann wahrscheinlich bereits ein PCI Express 3.0 Interface.
Intel hat seine Quartalszahlen für das zweite Quartal 2011 vorgelegt und dabei erneut einige Rekorde – trotz des vorher schon hohen Niveaus – aufgestellt. Mit dem Blick auf das große Bild war das zweite Quartal bei Intel allerdings "nur" eine Fortschreibung der bisher schon sehr guten Zahlen in einem üblicherweise recht umsatzstarken Quartal – es handelt sich also nicht um den großen Durchbruch, genauso wenig aber auch um ein Abflauen des derzeitigen Intel-Hochs. Nach wie vor gewinnt Intel trotz schon sehr guter Ausgangslage immer noch Umsatz hinzu, fährt jederzeit glänzende Gewinne ein und steht damit so gut da wie nie zuvor in der Intel-Geschichte. Vor allem aber zieht man AMD und nVidia mit den Ergebnissen der Jahre 2010 und 2011 inzwischen noch deutlicher davon als es früher schon der Fall war – und dies ist die eigentlich relevante Entwicklung, weil Intel rein von den Geschäftsergebnissen her langsam anfängt, AMD und nVidia selbst zusammengenommen zu marginalisieren, was für den Gesamtmarkt niemals eine gute Entwicklung sein kann.
AMD | Intel | nVidia | ||||
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(Mill. $) | Umsatz | Gewinn (operativ) | Umsatz | Gewinn (operativ) | Umsatz | Gewinn (operativ) |
Q4/06 | 1773 | -574 (-529) | 9694 | 1501 (1488) | 878 | 163 (138) |
Q1/07 | 1233 | -611 (-504) | 8852 | 1610 (1675) | 844 | 132 (141) |
Q2/07 | 1378 | -600 (-457) | 8680 | 1278 (1350) | 935 | 172 (184) |
Q3/07 | 1632 | -396 (-226) | 10090 | 1860 (2247) | 1115 | 235 (247) |
Q4/07 | 1770 | -1772 (-1678) | 10712 | 2271 (3047) | 1202 | 256 (262) |
Q1/08 | 1456 | -358 (-214) | 9673 | 1443 (2062) | 1153 | 176 (202) |
Q2/08 | 1349 | -1189 (-143) | 9470 | 1601 (2255) | 892 | -120 (-155) |
Q3/08 | 1797 | -127 (122) | 10217 | 2014 (3098) | 897 | 61 (56) |
Q4/08 | 1162 | -1436 (-1274) | 8226 | 234 (1539) | 481 | -147 (-175) |
Q1/09 | 1177 | -416 (-298) | 7145 | 647 (670) | 664 | -201 (-230) |
Q2/09 | 1184 | -330 (-249) | 8024 | -398 (-12) | 776 | -105 (-110) |
Q3/09 | 1396 | -128 (-77) | 9389 | 1856 (2579) | 903 | 107 (107) |
Q4/09 | 1646 | 1178 (1288) | 10569 | 2282 (2497) | 982 | 131 (134) |
Q1/10 | 1574 | 257 (182) | 10299 | 2442 (3448) | 1001 | 137 (147) |
Q2/10 | 1653 | -43 (125) | 10765 | 2887 (3981) | 811 | -141 (-175) |
Q3/10 | 1620 | -118 (128) | 11102 | 2955 (4136) | 843 | 84 (103) |
Q4/10 | 1650 | 375 (413) | 11457 | 3388 (4347) | 886 | 171 (179) |
Q1/11 | 1610 | 510 (54) | 12847 | 3160 (4158) | 962 | 135 (154) |
Q2/11 | 13032 | 2954 (3935) | ||||
2007 (Mrd) | 6,01 | -3,38 (-2,87) | 38,34 | 7,01 (8,31) | 4,09 | 0,79 (0,83) |
2008 (Mrd) | 5,76 | -3,12 (-1,51) | 37,58 | 5,29 (8,95) | 3,42 | -0,03 (-0,08) |
2009 (Mrd) | 5,40 | 0,30 (0,66) | 35,12 | 4,38 (5,73) | 3,32 | -0,07 (-0,10) |
2010 (Mrd) | 6,49 | 0,47 (0,84) | 43,62 | 11,67 (15,91) | 3,54 | 0,24 (0,25) |
Daneben sehr interessant an den Intel-Ergebnissen ist die Entwicklung der Geschäftszahlen nach Regionen: Während im zweiten Quartal 2002, also kaum eine ganze Dekade zurück, dies noch recht ausgeglichen war, dominiert nun die Asia/Pacific-Region über alle Maßen: Satte 57 Prozent des Intel-Umsatzes gehen heuer auf diese Region, welche ja noch nicht einmal ganz Asien umfasst, da Japan bei Intel eine eigene Region bildet und zur Europe-Region üblicherweise noch der Nahe Osten (und Afrika) hinzugerechnet wird (EMEA = Europe, Middle East and Africa). Die 57 Prozent nur für diese eine Region zeigen das hohe Marktgewicht, welches selbst in einer solchen HighTech-Industrie wie dem Computer-Business mit ihren zumeist hochwertigen Konsumer-Produkten inzwischen die Schwellenländer Asiens eingenommen haben und wie diese vor allem Kraft ihrer Bevölkerungszahl (2,5 Milliarden potentieller Konsumenten allein in China und Indien) immer mehr zur bestimmen Marktkraft werden.
America | Europe (EMEA) | Japan | Asia/Pacific | |
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Intel-Umsatz Q2/2002 | 2183 Mill. $ | 1294 Mill. $ | 469 Mill. $ | 2373 Mill. $ |
Umsatzanteil Q2/2002 | 35% | 20% | 7% | 38% |
Intel-Umsatz Q2/2011 | 2909 Mill. $ | 1564 Mill. $ | 1168 Mill. $ | 7391 Mill. $ |
Umsatzanteil Q2/2011 | 22% | 12% | 9% | 57% |
Der asiatische Markt wird zudem durch zunehmende Kaufkraft und die Beteiligung von noch mehr Menschen am unbeirrten wirtschaftlichen Aufschwung der asiatischen Schwellenländer noch weiter deutlich wachsen, während andere Schwellenregionen wie Südamerika und Afrika schlicht nicht über eine vergleichbare Bevölkerungsanzahl verfügen, um dem Vorsturm Asiens etwas entgegensetzen zu können. Dies bedeutet, daß schon in der mittelfristigen Zukunft die Asia/Pacific-Region für die überdeutliche Mehrheit des Umsatzes im Computer-Geschäft stehen wird – und daß dies dann natürlich auch Auswirkungen auf Produktplanung und Marketing haben sollte. Wie genau diese Auswirkungen aussehen, läßt sich schwer vorhersagen – aber man kann schon mit einem zukünftig viel höheren Augenmerk der Computer-Industrie auf die Befindlichkeiten und Wünsche der asiatischen Hardware-Käufer rechnen.