24

Erster Test zum Core i3-7350K ergibt eine Performance auf Höhe kleiner Vierkern-Prozessoren

Im YouTube-Channel der Hardwaretest-Webseite Hardware Unboxed war kurzzeitig ein Preview zum Core i3-7350K zu sehen – dem ersten K-Modell von Intel unter den Zweikern-Prozessoren mit HyperThreading. Jenes Video wurde zwar umgehend wieder gelöscht, nichtsdestrotrotz konnten einige von dessen Benchmarks seitens OCaholic gesichert werden und ermöglichen somit einen ersten genaueren Blick auf diese nominell sehr interessante CPU (Update: das zugrundeliegende Video wurde erneut hochgeladen und ermöglicht damit den Blick auf den kompletten Test, unsere nachfolgende Benchmark-Zusammenfassung wurde entsprechend aktualisiert). Mittels der freiliegenden Übertaktungsfunktionalität wird es erstmals (seit langer Zeit) im Zweikern-Segment möglich, die Performance ernsthafter Vierkern-Prozessoren anzupeilen. Seitens Hardware Unboxed wurde dabei ausgehend von 4.2 GHz default-Takt ein Overclocking-Takt von 4.8 GHz angesetzt – ob noch mehr geht, ist unklar, aber als eher mittlere Referenz dürfte dieser Takt für den weiteren Performance-Vergleich sogar ganz passend sein.

Leider gab es nur sieben Benchmarks unter allerdings dafür einer guten Auswahl an Vergleich-CPUs von Sandy Bridge bis Kaby Lake: Unter Battlefield 1, Gears of War 4 und Watch Dogs 2 hat man mittels der Wahl der Auflösung von nur FullHD sowie einer Titan X (Pascal) als Grafikkarte die Grafikkarten-Limitierung versucht zu entschärfen (was auch ganz gut gelang), weitere Testprogramme waren Adobe Premiere Pro CC, Cinebench R15, Excel 2016 und PCMark8. Hier dürfte wohl von jedem etwas dabei gewesen sein, sowohl gut als auch weniger gut skalierende Benchmarks – so daß das (durch uns gebildete) Endergebnis schon in jene Richtung gehen dürfte, wo der Core i3-7350K am Ende landen wird. Im Schnitt der sieben Benchmarks kommt der übertaktete Core i3-7350K durchaus gut an die Intel-Vierkerner ohne HyperThreading heran – nur die Vierkerner mit HyperThreading spielen auch weiterhin in ihrer eigenen Welt.

Konkret wird das Ergebnis des Sandy-Bridge-basierten Core i5-2500K um +12% geschlagen und kommt man um -11% in die Nähe des Haswell-basierten Core i5-4670K. Der Vergleich zu diesen K-Modellen ist dabei nicht ganz zielführend, denn jene eigenen sich selber zum Übertakten und dürften daher zumeist auch übertaktet laufen. Aber man kann ganz gut erahnen, das der Core i3-7350K die jeweiligen non-K-Modelle aus Intels Vierkern-Riege (ohne HyperThreading) schlagen können wird, insbesondere die taktschwächeren Modelle. Selbst im Skylake-Portfolio dürfte der Core i5-6400 bei seinen nur 2.7/3.3 GHz Takt wohl vom Core i3-7350K zu erreichen sein – womit die Grundaufgabe dieses Prozessors durchaus erfüllt wäre. Diese grundsätzlich gute Performance unter Übertaktung geht allerdings einher mit einem (unter Übertaktung) exorbitant ansteigendem Stromverbrauch – gemäß den Messungen von Hardware Unboxed verbraucht der Core i3-7350K auf 4.8 GHz nahezu soviel Strom wie ein (wesentlich schnellerer) Core i7-6700K auf default-Taktraten.

Es bleibt also zu überlegen, ob das ganze wirklich einen guten Tausch darstellt, wenn am Ende nur die Performance des kleinsten Kaby-Lake-Vierkerners (in Form des Core i5-7400 auf 3.0/? GHz) als gerade so erreichbar erscheint, dafür es wahrscheinlich keinen beachtbaren Preisvorteil gibt und gleichzeitig der Stromverbrauch für einen Zweikerner eher untypisch hoch ausfällt. Allenfalls kann man bei 4.8 GHz Takt auf die damit erreichbare höhere SingleCore-Performance gegenüber niedrig getakteten Vierkernern setzen – aber so viele Programme, welche sich rein an der SingleCore-Performance orientieren, gibt es nun auch nicht mehr (und es werden mit der Zeit immer weniger). Sofern mit dem Core i3-7350K eventuell klar höhere Taktraten als 4.8 GHz zu erreichen sind, wäre der Fall neu zu überdenken – aber auf "nur" 4.8 GHz lohnt der Core i3-7350K augenscheinlich nicht.