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Hardware- und Nachrichten-Links des 13. Juli 2021

VideoCardz berichten über fernöstliche Ausführungen zu Samples von Intels "Alder Lake". Dabei ist nach augenscheinlich zwei "Engineering Samples" (ES) nun das erste "Qualification Sample" (QS) aufgetaucht – welches dem finalen Stand schon ziemlich nahekommen sollte. Jenes QS taktet (auf 8C+8c) dann mit 3.9/5.3 GHz – was beim Basetakt immerhin 400 MHz mehr als beim Core i9-11900K (3.5/5.3 GHz) sind, bei allerdings gleichem Maximaltakt. Im Auslieferungszustand könnten diese Taktraten eventuell noch leicht zulegen, bis zu 5.5 GHz wurden in der Gerüchteküche notiert (entspricht möglicherweise Intels interner Zielvorgabe). Zudem gab es eine Hochrechnung auf ein Cinebench-Resultat jenes QS – ausgehend vom bekannten Wert eines ES2 von 9300 Punkten unter dem Cinebench R20. Jene Hochrechnung ergab 11300 Punkte und würde damit sogar den Wert eines Ryzen 9 5950X schlagen.

Cinebench R20 (MT) Hardware ES2 QS Retail
Intel Core i9-12900K ADL, 8C/16T+8c/8t 9300+ hochgerechnet 11300+ -
Intel Core i9-11900K RKL, 8C/16T, 3.5/5.3 GHz - - Ø 5986
AMD Ryzen 7 5800X Zen 3, 8C/16T, 3.8/4.7 GHz - - Ø 6072
AMD Ryzen 9 5900X Zen 3, 12C/24T, 3.7/4.8 GHz - - Ø 8510
AMD Ryzen 9 5950X Zen 3, 16C/32T, 3.4/4.9 GHz - - Ø 10386
Wertequellen: Core i9-12900K von VideoCardz, andere CPUs sind Schnitt der Messungen von ComputerBase, Guru3D und SweClockers

Unabhängig davon, wie solide jene Hochrechnung ist, wären dies erstaunlich hohe Werte für einen Prozessor mit nur 8 großen Kernen (+HyperThreading) sowie 8 kleinen Kernen ohne weiteres HyperThreading. Selbst jene 9300 Punkte würden schließlich einen Core i9-11900K schon um +55% sowie einen Ryzen 7 5800X um +53% schlagen. Dies erscheint doch sehr viel angesichts dessen, dass die kleinen CPU-Kerne von Alder Lake ohne HyperThreading und sicherlich mit gehörigem IPC-Abschlag laufen. Natürlich kann es auch sein, dass der Cinebench der Hybrid-Architektur von Alder Lake grundsätzlich gelegen kommt, sich dort maximale Multithreading-Leistung ohne jede Anpassungsverluste an die zwei verschiedenen CPU-Kerne abrufen läßt. Sollten sich diese Vorab-Benchmarks halten lassen, ergibt sich für Alder Lake durchaus die Chance darauf, AMDs Zen 3 nicht nur ernsthaft anzugreifen, sondern sogar zu überrunden.

Neue Marktzahlen zur Anzahl der verkauften PCs im zweiten Quartal 2021 seitens Canalys, Gartner und IDC verfestigen den schon nach dem ersten Quartal aufgezeigten Trend eines starken PC-Jahrs 2021 mit einer insgesamten Verkaufsmenge in Richtung der einstmals im Jahr 2011 erzielten Höchststände. Denn auch im zweiten Quartal 2021 konnten die Verkäufe bei wenigstens zwei der drei Marktbeobachter stark zulegen – und dies diesesmal ausgehend von einem zweiten Quartal 2020, welches den ersten Beschaffungsboom des Corona-Zeitalters schon voll abbekommen hatte. Werden somit gegenüber dem Vorjahres-Zeitraum Zuwächse von (je nach Marktboebachter) +13%, +5% und +13% angegeben, sind es gegenüber den Zahlen von vor zwei Jahren gleich +23%, +14% und +29% – was nach den vorherigenden Jahren mit einem sehr gleichförmig verlaufenden PC-Markt ein substantielles Größenzuwachstum ergibt.

PC-Verkäufe (Mio. Stück) Q2/2018 Q2/2019 Q2/2020 Q2/2021 2019 vs. 2021 2020 vs. 2021
Canalys ? 66,9 73,0 82,3 +23% +13%
Gartner 62,0 63,0 68,5 71,6 +14% +5%
IDC 61,9 65,0 73,9 83,6 +29% +13%
Hinweis: Canalys & IDC rechnen inklusive Chromebooks, Gartner hingegen ohne Chromebooks

Zu beachten wäre zu diesen Zahlen auch, dass die wesentlich höheren Zuwächse des ersten Quartal 2021 primär von einer deutlichen Delle im jeweiligen Vorjahreszeitraum beeinflußt wurden – die "schwächeren" Zuwächse des zweiten Quartals 2021 deuten somit erst einmal nicht auf eine beachtbare Marktabkühlung hin. Eine solche ist allerdings durchaus in Betrachtung ziehen, denn in absoluten Zahlen fiel das zweite Quartal bei zwei der drei Marktbeobachter minimal schwächer aus – gemäß des langjährigen Mittels hätte man allerdings durchaus einen gewissen Zuwachs vom ersten auf zweites Quartal erwarten können. Die Chance auf eine PC-Verkaufszahl von ca. 330-350 Millionen Stück für das Gesamtjahr 2021 nach den die Chromebooks einschließenden Zählungen von Canalys und IDC bleibt dennoch erhalten: Denn selbst bei einem möglicherweise mittelprächtigen dritten Quartal darf man für das vierte Quartal das üblicherweise anziehende Geschäft erwarten. Doch selbst angenommen einen durchgehend durchschnittlichen Geschäftsverlauf im Restjahr dürfte die Gesamtjahr-Verkaufszahl (wegen der jetzt schon erreichten Anzahl) sicherlich über allem herauskommen, was (jährlich) zuvor in den Jahren 2013 bis 2020 abgesetzt wurde.