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Hardware- und Nachrichten-Links des 14./15. März 2020

Twitterer Rogame berichtet über eine neu aufgetauchte AMD-APU "Flute" bzw. deren erste Benchmark-Werte, welche eine Performance-Einordnung grob auf der CPU-Performance eines Ryzen 7 4800U sowie auf einer GPU-Performance knapp bei der Radeon RX 5600 XT ermöglichen. Dies sieht ergo nach einem Achtkern-Prozessor samt dicker Grafiklösung mit 32-40 Shader-Clustern aus (davon ausgehend, das APU-Taktraten nicht so hoch wie bei Desktop-Grafikkarten sein können) – sprich, eine "HighEnd"-APU. Wie sich jene innerhalb AMDs Produkt-Portfolio einordnen läßt, wird derzeit im Forum diskutiert – augenscheinliche Auflösungen sind dabei die Verwendung als kleinere Playstation oder kleine Xbox, oder halt ein Sonderprojekt wie seinerzeit bei "Subor Z". Die Verwendung als reguläre AMD-APU (für den PC-Bereich) ist ebenfalls denkbar, wobei so etwas nach dem (klaren) Mißerfolg von Intels Kaby Lake-G Industrie-weit wohl durchaus in Frage steht.

AMD Flute
GPU performance is almost similar to RX 5600 XT
CPU performance is similar to R7 4800U

Quelle:  Rogame @ Twitter vom 12. März 2020

Wenn, dann müsste AMD bei einer HighEnd-APU für den PC-Bereich mit echten Kampfpreisen anrücken, um den im Massenmarkt existierenden Vorbehalten gegenüber integrierten Lösungen sowie der Marke "AMD" entgegentreten zu können – und dennoch wäre dies in der Praxis schwierig, denn der Massenmarkt liest halt nur in geringem Maßstab Hardware-Tests, sondern kauft zuerst einmal nach Marken. Allerdings läßt sich gerade dieser Nachteil der Kampfpreise aus einem anderen Blickwinkel in einen Vorteil umwandeln: Denn im regulären PC-Portfolio kann AMD letztlich keine Kampfpreise auflegen, würde damit Intel & nVidia schlicht zu einem Preiskrieg herausfordern, in welchem alle Anbieter nur verlieren. Gegenüber einer HighEnd-APU zum Kampfpreis besteht dagegen die Chance, das Intel & nVidia letztlich nichts unternehmen werden, da jene nicht direkt mit Intel- oder nVidia-Produkten vergleichbar ist – zumindest existiert dann nicht der augenscheinliche Zwang, etwas an den eigenen Preisen machen zu müssen. Somit könnte eine HighEnd-APU für AMD auch ein Weg sein, Marktanteile mittels Kampfpreisen zu erringen, ohne deswegen seine normale Preisstruktur abändern zu müssen bzw. die jeweiligen Konkurrenz zu einem Preiskrieg zu animieren.

Von Notebookcheck kommt ein Test zu den "neuen" Mobile-Einsteigerlösungen GeForce MX330 & MX350 – welche wie bekannt immer noch auf der Pascal-Architektur basieren, da nVidia innerhalb der Turing-Generation keinen echten LowCost-Grafikchip aufgelegt hatte. Nicht gänzlich unerwartet, kommt dabei die neue GeForce MX330 fast exakt so wie die alte GeForce MX250 heraus – die technischen Daten sind ja auch nahezu deckungsgleich, hierbei handelt es sich eher um ein Rebranding zugunsten einer "neuen" Generation. Die GeForce MX350 hingegen ist wirklich neu, benutzt sogar den größeren GP107-Chip der GeForce GTX 1050 – dies allerdings mit halbiertem Speicherinterface, was dann doch einiges an Performance kostet. Interessanterweise ist der Performance-Nachteil in diesem Notebookcheck-Test (mit realen Spielen) beachtbar kleiner als bei einem kürzlichen Zhuanlan-Test, wo allerdings nur theoretische Tester von 3DMark bis Unigine zum Einsatz kamen.

Technik Notebookch. Zhuanlan
GeForce GTX 1050 Mobile nVidia Pascal, 640 SP @ 128 Bit 100% 100%
GeForce MX350 nVidia Pascal, 640 SE @ 64 Bit 88% 75%
GeForce MX330 nVidia Pascal, 384 SE @ 64 Bit 72% -
GeForce MX250 nVidia Pascal, 384 SE @ 64 Bit 71% 64%
GeForce MX230 nVidia Pascal, 256 SE @ 64 Bit 55% -
gemäß der Benchmarks von Notebookcheck (14 Spiele-Tests) sowie von Zhuanlan (7 theoretische Tester)

Augenscheinlich können die theoretischen Tester wegen ihrer nur mittelmäßigen CPU-Belastung die Stärken und Schwächen der einzelnen Mobile-Grafiklösungen stärker herausarbeiten – während unter den realen Spielen die CPU-Belastung höher ist und somit (auf diesen arg schwachen Grafiklösungen) stärker in den Vordergrund rückt, die Unterschiede in der Grafik-Performance demzufolge etwas zusammengestaucht werden. Jener Effekt ist schon von integrierter Grafik her bekannt, wo unter theoretischen Testern das Power-Budget dieser APUs fast gänzlich zugunsten der iGPU wirken kann, während unter realen Spielen das Power-Budget fair zwischen CPU und iGPU aufgeteilt werden muß. Der dabei entstehende Performance-Unterschied kann allerdings noch viel krasser ausfallen – bis hin in die Richtung, das halb so schnelle iGPUs unter theoretischen Testern als (scheinbar) genauso schnell wie echte Grafikkarten ausgegeben werden. In der Summe bringt die Benutzung von theoretischen Testern also wenig, wenn man in das Feld von integrierter Grafik wie von Mobile-Grafik geht – das Performance-Bild von realen Spielen wird hier nur noch sehr unzureichend wiedergegeben.