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Hardware- und Nachrichten-Links des 19. Januar 2016

Samsung hat bekanntgegeben, die Massenproduktion von HBM2-Speicher gestartet zu haben – womit man sogar vor HBM-Erfinder Hynix liegt, welche zwar sicherlich ebenfalls HBM2 haben, derzeit aber noch nicht dessen Massenproduktion vermelden konnten. Samsung fertigt seinen HBM2-Speicher als Stack mit 4 einzelnen (gestapelten) Speicher-Dies zu einer Gesamtkapazität von 4 GB und später im Jahr 2016 auch 8 GB pro Stack. An einem 2048 Bit DDR HBM2-Interface sind somit 8 oder 16 GB Speicherbestückung mit einer Speicherbandbreite von 512 GB/sec möglich (Speicherbandbreite wie beim Fiji-Chip), an einem 4096 Bit DDR HBM2-Interface wären dann sogar Speicherbestückungen von 16 oder 32 GB mit einer Speicherbandbreite von 1024 GB/sec realisierbar. Auch wenn alle möglichen Sonderformen sicher auch schon mit HBM1 machbar gewesen wären – erst mit HBM2 stellt die Speicherindustrie das Ganze derart standardmäßig her, auf daß die Adaption durch die Grafikchip-Entwickler vereinfacht und deren (nicht unerhebliche) Kosten gesenkt werden können.

Die interessante sich hieraus ergebende Frage ist dann, ob diese Meldung seitens Samsung ausreichend dafür ist, auch noch die aktuellen Fiji-basierten Grafikkarten – oder wenigstens die Radeon R9 Fury X2 – mit gleich 8 GB Speicher (pro Grafikchip) auszustatten. Das Speicherinterface des Fiji-Chips soll diesbezüglich flexibel sein – und selbst wenn es nicht den höheren Speichertakt von HBM2 verträgt (1000 MHz anstatt 500 MHz bei HBM1), wäre dies kein Problem, da die aktuellen Fiji-basierten Grafikkarten nicht mehr Speicherbandbreite durch einen höheren Speichertakt benötigen. Die Schwierigkeit liegt vielmehr im großen Kapazitätssprung zwischen HBM1 und HBM2: Ein Grafikchip mit vier Speicherstacks wie beim Fiji-Chip kommt unter HBM1 auf 4 GB Speicher, unter HBM2 auf mindestens 16 GB. Erstens würde diese Speichermenge wohl zu teuer werden und zweitens will AMD seine aktuellen Grafikchips sicherlich nicht mehr mit solch zukunftsweisenden Speichermengen ausstatten – irgendwann will man schließlich auch einmal neue Grafikchips verkaufen, da stört so etwas nur. Insofern ist es arg unwahrscheinlich, das die aktuellen Fiji-basierten Grafikkarten noch einmal eine Speicheraufrüstung erhalten.

Denkbar wäre dies allein bei der noch nicht releasten Radeon R9 Fury X2 – und dies auch nur, wenn man jene leicht umdesignt: Anstatt 4 Speicherstacks nur noch 2 Speicherstacks mit jeweils 4 GB Speicher pro Stack, was dann 8 GB Speicher pro Grafikchip ergeben würde. Dafür kann man dann nur die Hälfte des Speicherinterfaces nutzen (von 4096 auf 2048 Bit DDR), was zwingend durch den höheren Speichertakt von HBM2 ausgeglichen werden müsste – ansonsten würde die Speicherbandbreite erheblich leiden. In der Summe würde man dann gegenüber den bisherigen Fiji-basierten Grafikkarten die doppelte Speichermenge pro Grafikchip zur selben Speicherbandbreite erhalten – was für eine DualChip-Lösung sicherlich nützlich wäre. Auch hier steht allerdings der Kostenpunkt als Spaßbremse im Raum – bei einer DualChip-Lösung wären dann gleich 16 GB HBM2 zu verbauen, was den Kartenpreis in Extrembereiche treiben könnte. Es bleibt abzuwarten, für was AMD sich diesbezüglich entscheidet – die sichere Wahl ist hier natürlich, daß es keine Änderungen an der Radeon R9 Fury X2 gibt und jene konventionell mit 2x 4 GB HBM1-Speicher erscheint.

Hinzuzufügen zur Meldung über den eingeschränkten Prozessoren-Support bei Windows 7/8 sei noch der Punkt, daß sich die diesbezügliche Microsoft-Aussage wohl primär auf einen vollständigen und durch Microsoft zertifizierten Support bezieht – es also weniger um Probleme oder gar Risiken auf Abstürze etc. geht, sondern vielmehr die vollständige Ausnutzung der Features neuer Prozessoren. Und dies ist eine altbekannte Einschränkung, wenn man neue Hardware mit älteren Betriebssystemen paart – da kann es passieren, daß das eine oder andere Feature nicht läuft, weil das Betriebssystem darauf nicht vorbereitet ist. Beispielsweise unterstützt auch erst Windows 10 (ab dem Herbst-Update) das Skylake-Feature "SpeedShift", welches im Mobile-Einsatz sogar regelrecht mehr Performance bringt. DAS ist ein gutes Beispiel dafür, was Microsoft (allem Anschein nach) wirklich gemeint hat – und weniger denn Probleme, die dann zu nicht mehr funktionierenden Rechnern führen. Aber natürlich bleibt der Verdacht, daß Microsoft sich bewußt derart verschwubelt ausgedrückt hat, um die Windows 7/8 Nutzer zu verunsichern und damit Windows 10 zuzutreiben.

Dieser Schuß dürfte hoffentlich wenigstens zum Teil nach hinten losgehen, denn die Art und Weise der Darbietung ist nicht geeignet, sich Freunde zu machen – und Microsoft steht bei den verbleibenden Windows-7-Nutzern sowieso derzeit nicht gerade auf einem hohen Ansehen. Eher denn sollte dieser erneute Nadelstich Microsofts zum Nachdenken darüber anregen, ob man nicht mit dem eigenen System besser zu Linux umziehen sollte – oder wenigstens teilweise umziehen sollte, wenn man sich bezüglich des Gaming-Parts noch nicht sicher genug ist (sprich DualBoot mit Windows). Bei Microsoft ist ja diesbezüglich absolut keine Besserung zu sehen oder zu erwarten, ergo kann der von Microsoft genervte Windows-7-Nutzer sich durchaus wirklich einmal die Frage stellen, wie lange man sich derartiges noch antun muß. Linux-Hilfe wird man in unserem Forum immer finden, für den Einstieg lohnt der Blick in den Erfahrungsbericht eines Windows-Umsteigers (mit weiterführend einigen Tipps zu guten Umsteiger-Distributionen).