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Hardware- und Nachrichten-Links des 19. September 2019

Die chinesische Webseite ITHome (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) bringt aus Industrie-Kreisen neue Informationen über die GeForce GTX 1650 Ti mit. Danach soll jene Karte nunmehr am 22. Oktober antreten, nachdem zuletzt ein Vorstellungstermin Ende September bis Anfang Oktober gemeldet wurde. Nach wie vor gibt es keine genauen technischen Daten zur Karte, so das prinzipiell noch alles zwischen den 896 Shader-Einheiten der GeForce GTX 1650 sowie den 1408 Shader-Einheiten der GeForce GTX 1660 möglich erscheint. Es wäre allerdings sehr überraschend, wenn es mehr als die 1024 Shader-Einheiten des TU117-Chips wären – weil im gegenteiligen Fall der größere TU116-Chip (in einer ziemlich heftigen Abspeckung) bemüht werden müsste. Dies passt allerdings wenig zum nunmehr genannten Preispunkt beim (umgerechnet) um die 155 Dollar herum – dies erscheint für eine TU116-basierte Karte als zu niedrig und passt eher zu einer TU117-basierten Karte.

GeForce GTX 1650 GeForce GTX 1650 Ti GeForce GTX 1660 GeForce GTX 1660 Super GeForce GTX 1660 Ti
Chipbasis nVidia TU117 nVidia TU117 nVidia TU116 nVidia TU116 nVidia TU116
Technik 2 Raster-Engines, 14 Shader-Cluster, 896 Shader-Einheiten, 56 TMUs, 32 ROPs, 1 MB Level2-Cache, 128 Bit GDDR5-Interface (Salvage) 2 Raster-Engines, 16 Shader-Cluster, 1024 Shader-Einheiten, 64 TMUs, 32 ROPs, 1 MB Level2-Cache, 128 Bit GDDR5/GDDR6-Interface (Vollausbau) 3 Raster-Engines, 22 Shader-Cluster, 1408 Shader-Einheiten, 88 TMUs, 48 ROPs, 1.5 MB Level2-Cache, 192 Bit GDDR5-Interface (Salvage) 3 Raster-Engines, 22 Shader-Cluster, 1408 Shader-Einheiten, 88 TMUs, 48 ROPs, 1.5 MB Level2-Cache, 192 Bit GDDR6-Interface (Salvage) 3 Raster-Engines, 24 Shader-Cluster, 1536 Shader-Einheiten, 96 TMUs, 48 ROPs, 1.5 MB Level2-Cache, 192 Bit GDDR6-Interface (Vollausbau)
Taktraten 1485/1665/4000 MHz (DDR) ? 1530/1785/4000 MHz (DDR) ?/?/3500 MHz (QDR) 1500/1770/3000 MHz (QDR)
Rohleistungen 3,0 TFlops & 128 GB/sec ~3,5 TFlops & 128-192 GB/sec 5,0 TFlops & 192 GB/sec ~5 TFlops & 336 GB/sec 5,4 TFlops & 288 GB/sec
Speicher 4 GB GDDR5 4 GB GDDR5 oder GDDR6 6 GB GDDR5 6 GB GDDR6 6 GB GDDR6
TDP (GCP) 75W unbekannt 120W unbekannt 150W
FHD Perf.Index 450% grob geschätzt ~490-550% 690% grob geschätzt: ~750-790% 790%
Listenpreis 149$ angeblich ~155$ 219$ unbekannt 279$
Release 23. April 2019 angeblich 22. Oktober 2019 14. März 2019 unbekannt 22. Februar 2019
Alle Daten zu GeForce GTX 1650 Ti & GeForce GTX 1660 Super sind derzeit reine Annahmen (bzw. basieren auf unbestätigten Gerüchten).

Letztlich würde diese Preiseinstufung der GeForce GTX 1650 Ti die bisherige GeForce GTX 1650 sogar dazu zwingen, im Preis nach unten zu gehen, um selber wieder atttraktiv zu werden. Interessanterweise soll die GeForce GTX 1650 Ti laut der neuerlichen Meldung dann sogar mit GDDR6-Speicher antreten – was überraschend kommt, aber vielleicht notwendig ist, um die Performance der Radeon RX 570 (FullHD Performance-Index 520%) wirklich zu erreichen bzw. eventuell auch leicht zu überbieten. Davon abgesehen schätzen ITHome die ebenfalls noch anstehende "GeForce GTX 1660 Super" als Ablösung der regulären GeForce GTX 1660 ein – was nicht ganz so einfach wird, denn die Super-Ausführung dürfte in jedem Fall etwas an Mehrperformance mitbringen und damit Performance-technisch eher der GeForce GTX 1660 Ti nahekommen als an der regulären GeForce GTX 1660 kleben. Noch ist nicht ganz abzusehen, zu welchem Endergebnis dieser Umbau des Turing-Portfolios im Mainstream-Segment führen wird. Für nVidia kommt hier die zusätzliche Schwierigkeit hinzu, jetzt noch gegen Polaris-Karten anzutreten, zukünftig aber eher im Zweikampf mit Navi 14 bestehen zu müssen.

Bei PC Perspective hat man einen weiteren Test von "Ice Lake" Mobile aufgelegt, diesesmal erweitert um Benchmarks zu Intels vorheriger Mobile-Generation "Whiskey Lake" (ein Mobile-Derivat von "Coffee Lake") sowie Spiele-Tests auch mit Minimum-Frameraten. Leider wurde dem Herausstellen der auf den benutzten Notebooks real anliegenden TDP-Werte nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt, so das man hierzu teilweise nur bekannte frühere Aussagen anbringen kann – welche zudem unvollständig sind. Sobald hier letztlich Geräte mit deutlich voneinander abweichenden TDPs getestet wurden, wäre dieser Test natürlich nicht mehr fair. Erstaunlich, das dieses Thema bei eigentlich seriösen Hardwaretestern immer noch derart stiefmüttlerlich behandelt wird. Auf Basis der Annahme einer grob gleiche TDP ergibt sich dann das bekannte Bild: Bei der CPU-Performance liegen Whiskey Lake & AMDs Picasso grob gleichauf (in diesem Test sogar mit leichtem AMD-Vorteil), während Ice Lake sich hierbei um gut 30-40% absetzen kann – und somit durchaus eine gänzlich neue Performance-Dimension für Mobile-Vierkerner aufmacht.

Core i7-8565U Core i7-1065G7 Ryzen 7 Pro 3700U
Technik Whiskey Lake, 4C/8T, 1.8/4.6 GHz, UHD Graphics 620 (24 EU) @ 300/1150 MHz, DDR4/2400, verbaut in HP Spectre x360 (Geräte-Preis: 1210$) Ice Lake, 4C/8T, 1.3/3.9 GHz, DDR4/3733, Iris Plus G7 (64 EU) @ 300/1100 MHz, verbaut in Dell XPS 13 2-in-1 (Geräte-Preis: 1750$) Picasso (Zen+), 4C/8T, 2.3/4.0 GHz, Vega 10 @ ≤1400 MHz, DDR4/2400, verbaut in Lenovo ThinkPad T495 (Geräte-Preis: 1200$)
Prozessoren-TDP default: 15W, real: ? default: 15W, real: 15/51W default: 15W, real: 20W (anscheinend)
Anwendungs-Performance (8 Tests) 100% 140,5% 107,3%
iGPU-Performance (avg. fps @ FullHD, 8 Tests) 100% 155,0% 159,2%
iGPU-Performance (1% min fps @ FullHD, 7 Tests) 100% 128,8% 155,5%
basierend auf den Ausführungen von PC Perspective

Bei der iGPU-Performance zeigt sich Ice Lake ebenfalls stark verbessert gegenüber Whiskey Lake mit einem nominellen Performance-Vorteil von +55%. Allerdings gibt es an diesem hohen Performance-Sprung dennoch sogar drei Punkte anzumängeln: Erstens einmal sind dies nicht jene +72%, welche Intel selbst für diesen Fall propagandiert hatte – die gibt es nur unter theoretischen Testern wie dem 3DMark, aber nicht unter realen Spielen. Zweitens kommt AMDs Picasso-APU erneut auf der gleichen bzw. konkret sogar leicht besseren iGPU-Performance heraus – Intel schafft es hiermit also nur, Anschluß an AMDs Performance-Niveau zu halten. Und drittens ist auffällig, das sich Ice Lake bei den Minimum-Frameraten völlig anders als bei den durchschnittlichen Frameraten verhält, in dieser Disziplin nur die Hälfte des Weges von Whiskey Lake zu AMDs Picasso zurücklegt. Leider ist dies nur der allererste Test unter Verwendung von Minimum-Frameraten, insofern kann hieraus noch keine finale Aussage gezogen werden. Zu erwähnen wäre letztlich noch, das das getestete Ice-Lake-Notebook um gleich +45% teurer gegenüber den Testkontrahenten war, was den Vorteil bei der CPU-Performance durchaus wieder etwas relativiert.

Für einige Diskussionen sorgen die kürzlich aufgetauchten neuen Threadripper 3000 Benchmarks unter dem Geekbench – weil jene doch unrealistisch hohe Performance-Zuwächse für die neuen HEDT-Prozessoren versprechen. Die neuen Benchmarks unter dem Geekbench 4 eines 32-Kerners von Threadripper 3000 entsprechen dabei fast exakt früheren Benchmarks – welche schon seinerzeit daran krankten, das die Vergleichswerte zum Threadripper 2990WX gravierend kleiner ausfielen, was man allerdings durchaus noch auf eine zwischenzeitlich geänderte Benchmark-Mechanik beim Geekbench 4 schieben konnte. Die neuen Benchmarks unter dem Geekbench 5 (die Einträge sind leider beiderseits schon wieder gelöscht, eine Kopie existiert bei WCCF Tech) zeigen nun allerdings ein ähnliches Ergebnis an: Threadripper 3000 soll hierbei angeblich auf die doppelte MultiCore-Performance von Threadripper 2000 kommen, was bei gleicher Kern-Anzahl einfach unglaubwürdig viel ist. Andererseits kommt auch unter dem Geekbench 5 das genauso unglaubwürdige Resultat heraus, das ein 18-kerniger Core i9-9980XE deutlich vor dem 32-kernigen Ryzen Threadripper 2990WX liegen soll. Augenscheinlich kommt Threadripper 2000 unter dem Geekbench 4/5 unrealistisch schlecht weg, womit diese neuerlichen Benchmarks nur gegenüber Intel-Prozessoren als (halbwegs) sinnvoll vergleichbar erscheinen.

Technik GB5 Single GB5 Multi Quellen
32C Threadripper 3000 Zen 2, 32C/64T, 3.6/? GHz 1275 23015 WCCF Tech
Ryzen Threadripper 2990WX Zen+, 32C/64T, 3.0/4.2 GHz 1073 11314 Geekbench-DB
Core i9-9980XE SKL-X Refresh, 18C/36T, 3.0/4.4 GHz 1151 15792 Geekbench-DB