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Hardware- und Nachrichten-Links des 20. Mai 2015

Die ComputerBase hat zwei Artikel aufgelegt, welche die Entwicklung der Grafikkarten-Performance über fünf Generationen bei nVidia belegen sollen: Zum einen von GeForce GTX 460 zu 960, zum anderen von GeForce GTX 470 zu 970. Die zugrundeliegende Idee ist dabei nicht verkehrt, die konkret gewählte Ansetzung hingegen irreführend: Nur weil etwas ein "x60" oder "x70" im Namen trägt, bedeutet es nicht, daß es über mehrere Jahre und Generationen hinweg dieselben Position im Grafikkarten-Portfolio stellt bzw. für denselben Preispunkt vorgesehen ist. Gerade die x60er Serie hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Mit der GeForce GTX 460 kam ein echtes Kracherangebot für eine allerdings trotzdem hohe Performance – die GeForce GTX 460 lag seinerzeit bei immerhin 66% der Performance der schnellsten nVidia-Grafikkarte. Die nachfolgende GeForce GTX 560 hielt diese Differenz noch (der eigentliche Nachfolger in Form der GeForce GTX 560 Ti war sogar noch näher am Top-Modell dran), doch in den nachfolgenden Generationen wurde die x60er-Grafikkarten immer weiter herabgestuft: Die GeForce GTX 660 lag bei gerade einmal 52% der Performance der GeForce GTX Titan, die GeForce GTX 960 liegt nun nur noch bei 46% der Performance der GeForce GTX Titan X.

Die x60er Reihe ist nicht nur anhand dieser Zahlen, sondern auch von der gefühlten Performance und der Einordnung im Performance-Spektrum deutlich nach unten gewandert und geht inzwischen in Richtung einer besseren Mainstream-Lösung. Nicht unähnlich sieht dies bei der x70er Reihe aus: Jene war früher mal die kleinere Version auf Basis des schnellsten Chips des Portfolios mit einem Leistungspotential nahe an der absoluten Leistungsspitze – heuer nun ist sie die kleine Version auf Basis des zweitschnellsten Chips des Portfolios und um einiges von der absoluten Leistungsspitze entfernt. Richtig gut vergleichbar sind diese Grafikkarten also nicht, selbst wenn die US-Listenpreise oftmals ähnlich klingen. Vor allem aber werden heutzutage für diese Ansprüche, wo früher eine GeForce GTX 460 gekauft wurde, eben eine GeForce GTX 970 erstanden – und für diese Ansprüche, wo es früher eine GeForce GTX 470 sein musste, heute eben eine GeForce GTX 980. Die Maßstäbe haben sich über die Jahre merkbar verschoben, sicherlich auch in Richtung dessen, daß Grafikkarten heutzutage für das gleiche Leistungspotential mehr kosten als anno 2010.

Die PC Games Hardware schreibt über einen Trick für AMD-Grafikkarten, um nVidias Hairworks unter Witcher 3 halbwegs performant darstellen zu können. Bislang sorgt das Feature auf AMD-Grafikkarten für einen Performanceverlust von gut 30%, unter der Kombination zweier Tricks kann man diesen Performanceverlust auf knapp 10% begrenzen, die Optikeinbußen sind dabei eher gering. Natürlich wäre es schöner, wenn der Spieleentwickler oder AMD per Treiber hierbei den Nutzern diese Bastellösung ersparen könnten – mal schauen, was AMDs für diese Woche angekündigter Witcher-3-Treiber diesbezüglich an Verbesserungen bringen kann. Ganz allgemein betrachtet hält sich AMD aktuell jedoch sehr mit neuen Treibern zurück, der letzte offizielle Treiber stammt noch aus dem letzten Dezember. Sicherlich will man mit dem kommenden Launch-Treiber für die Radeon R300 Serie einen möglichst großen Eindruck machen, allerdings darf man trotzdem nicht solch großen Zeiträume zwischen offiziellen Treiber-Releases lassen. Zudem darf AMD ebenfalls nicht die Zusammenarbeit mit den Spieleentwicklern schleifen lassen, dieser Punkt wurde nun inzwischen von einigen Spieleentwicklern direkt oder indirekt angesprochen.

Eine der allgemein aus AMDs Präsentationen zum FAD '15 herausgelesenen Erkenntnisse ist AMDs Abkehr aus dem LowCost-Segment. Passend hierzu hat AMD auch das frühere Projekt Skybride eher stillschweigend beerdigt – anstatt der dort geplanten dualen Entwicklung von x86- und ARM-Kernen wird AMD im LowPower-Bereich nur noch ARM-Kerne entwickeln, die gesamte Bobcat/Jaguar/Puma-Linie findet also in Bälde ein Ende. Aber: Mit einer Abkehr aus dem LowCost-Segment hat dies nicht zwingend etwas zu tun, AMD hat ja mit seiner K12-Linie ein ausgesprochen günstiges und skalierbares Prozessoren-Design an der Hand, welches man für alle Anwendungszwecke im LowCost-Segment einsetzen kann – bis hin, sofern gewünscht, zu Tablet- und Smartphone-Chips. Ob sich AMD an diese schwierigen Märkte überhaupt heranwagt, das ist die eigentliche Frage – welche derzeit wahrscheinlich negativ beantwortet werden muß, da AMD erst einmal auf anderen Märkten liefern muß und sich alles weitere bei einem erfolgreichen Design von alleine ergeben könnte. Technologisch ist AMD mit seiner zusammengekürzten Roadmap aber weiterhin in der Lage, alle Märkte zu bedienen – man hat sich vielmehr eher von ressourcenfressenden Doppelentwicklungen getrennt und konzentriert sich somit auf weniger Chipdesigns, welche demzufolge (hoffentlich) termingerecht fertig werden können.

Heise und Fefe schreiben über die Logjam-Attacke, mittels welcher eine große Bandbreite an verschlüsselten Verbindungen unterwandert aka mitgelesen werden kann. Dabei ist allerdings eine gewisser Aufwand bei der Vorbereitung vonnöten, das Ganze ist also nichts für den schnellen Hack im Vorübergehen. Die Angriffsziele müssen dementsprechend etwas hergeben, sonst lohnt sich das nicht – was aber bei größeren Webseiten bis hin zum Online-Banking durchaus gegeben ist. Die Webmaster können sich allerdings durch höhere Schlüssellängen und die Vergabe individueller Parameter erst einmal ziemlich gut schützen. Die eigentliche Arbeit steht den Software-Entwicklern bevor, welche ihre Software auf die Verwendung der nun als angreifbar identifizierten Methoden durchforsten und dann entsprechende Patches herausgeben müssen – zuerst für die Internet-Browser, wobei Microsoft zumindest diese Lücke bereits am letzten Patchday geschlossen hat.