22

Hardware- und Nachrichten-Links des 22. Mai 2018

Videocardz vermelden den Eintrag eines Coffee-Lake-basierten Achtkerners in der SiSoft Benchmark-Datenbank. Die aktuelle Taktrate von 2.6 GHz deutet stark auf ein eher frühes Sample hin – aber dies beißt sich ja nicht mit letzten Meldungen, wonach der Marktstart dieses Prozessors erst im vierten Quartal 2018 zu erwarten wäre. Einige etwas in die Irre führt im übrigen die im Datenbank-Eintrag genannte "Kaby-Lake-Plattform" – all zu viel sollte man daraus allerdings nicht schlußfolgern, intern benutzt Intel zu Test- und Evaluierungszwecken faktisch alles, was irgendwie kompatibel zu machen geht, kümmert sich allerdings kaum um die korrekte Namensgebung. In diesem Fall würde die benutzte Plattform darauf hindeuten, das der Coffee-Lake-Achtkerner noch mit den Kaby-Lake-Mainboards zurechtkommt – was jedoch gemäß aller vorherigen Informationen nicht zutrifft. Für den Coffee-Lake-Achtkerner wird einer der Chipsätze der 300er Chipsatz-Serie benötigt (außer dem Z370), für Overclocking-Gelüste dann der kommende Z390-Chipsatz. Intel mag intern den Coffee-Lake-Achtkerner auch auf Mainboards mit 200er Chipsatz (oder halt dem Z370 als Renaming des Z270) betreiben können, aber offiziell in den Verkauf wird dies nicht in dieser Form gehen.

Nach haufenweise eher flachen Gerüchten zur Playstation 5 bringen Golem direkt von Sony ein paar wenigstens halbwegs handfeste Informationen zum Thema: Danach soll die PS4 derzeit in "die letzte Phase ihres Lebenszyklus" gehen, für den Zeitraum bis März 2021 wird die aktuelle Konsole "sich einmal ducken müssen". Viel anderes als die verklausulierte Aussage von einem Start der Playstation 5 im März/April 2021 kann man daraus kaum entnehmen – und in jedem Fall ist das ganze viel sinniger als die meisten der kürzlichen Gerüchte. Denn natürlich bedeutet der aktuelle Erfolg der Playstation 4, das man derzeit auf derem Gipfel angekommen ist – und nachfolgend es zuerst langsam, später dann deutlicher nur noch abwärts geht. Rein geschäftlich dürfte sich dies in weniger Hardware-Verkäufen zeigen – während die Software-Einnahmen weiterhin hoch bleiben sollten, immerhin nimmt die installierte Basis auch weiterhin zu. Das Jahr 2021 ist zudem auch rein aus technologischer Sicht perfekt: Für den anzustrebenden typischen Leistungssprung bei einer neuen Spielekonsolen-Generation wird in jedem Fall die 7nm-Fertigung benötigt – welche im Jahr 2019 langsam (aber teuer) anrollt, im Jahr 2020 dann breiter verfügbar und günstiger wird. Vor diesem Jahr 2020 wäre eine neue Spielekonsole (mit echter Mehrperformance) sowieso kaum zu realisieren gewesen, das Frühjahr 2021 ist dann ein genauso guter Termin.

Für die PC-Branche auf Hardware- und Software-Ebene wäre eine etwas früher herauskommende neue Spielekonsolen-Generation jedoch sicherlich besser. Denn schon derzeit fängt die Hardware der aktuellen Konsolen-Generation an zu bremsen – ist der PC in allen Belangen weitaus potenter, müssen die Spieleentwickler aber primär auf die (viel schwächere) Hardware der Standard-Konsolen PS4 und Xbox One Rücksicht nehmen. Dies zeigt sich mittels seit einiger Zeit nicht mehr steigenden Spiele-Systemanforderungen, welche nachfolgend den Druck darauf, zu neueren und schnelleren Grafikkarten greifen zu müssen, erheblich reduzieren. In den Jahren 2019 und 2020 sollten diese bremsenden Effekte dann eher zunehmen – denn wer wollte ernsthaft behaupten, das die Konsolen-Hardware von PS4 und Xbox mit ihren Mainstream-Grafiklösungen der 28nm-Generation zu Zeiten der (kommenden) 7nm-Grafikkarten noch irgendwie konkurrenzfähig sein kann. Allenfalls könnte zugunsten des PCs eine gewisse Abkopplung von der (alten) Konsolen-Hardware passieren, weil jene leistungsmäßig einfach zu weit weg vom Schuß ist. Ob sich dies die Spieleentwickler in jedem Fall leisten können (gerade bei Großprojekten mit Entwicklungskosten im dreistelligen Bereich), wäre allerdings zu bezweifeln – die letzte Alternative würde dann in der (weiteren) Absenkung der internen Renderauflösung bei den bisherigen Spielekonsolen liegen. Im Jahr 2021 könnten dabei selbst die nominellen UltraHD-Konsolen PS4 Pro und Xbox One X bei einer internen Renderauflösung im FullHD-Bereich ankommen.

Bei Heise hat man sich in zwei Beiträgen – No.1 & No.2 – mit den acht neuen CPU-Sicherheitslücken von "Spectre Next Generation" (Spectre NG) bzw. den nun langsam anrollenden Patches hierfür beschäftigt. Leider ist der Informationsstand hierzu ziemlich ungenügend, denn Intel erwähnt derzeit nur zwei dieser acht neuen CPU-Sicherheitslücken, der Rest fällt derzeit glatt hinten runter bei offiziellen Meldungen seitens Intel. Für die zwei genannten CPU-Sicherheitslücken – Spectre V3a und Spectre V4 – wird es als primären Schutz wiederum Microcode-Fixes bzw. BIOS-Updates geben, welche "im Laufe der nächsten Monate" erscheinen sollen. Betroffen von Spectre V4 sind laut Intel alle CPUs ab der zweiten Core-Generation ("Sandy Bridge") – wobei jene Auflistung eher danach aussieht, als hätte Intel frühere Prozessoren generell nicht mehr gecheckt, jene dürften somit vermutlich genauso betroffen sein (werden aber generell nicht mehr mit Sicherheits-Anstregungen bedient). Inzwischen wird das Thema der verschiedenen Spectre-Sicherheitslücken dann langsam arg unübersichtlich – gerade bei den langen genannten Zeiträumen und dem vorliegenden Stückwerk zu deren Behebung.

Fast hat es den Anschein, als würde dieser Umstand sogar zugunsten der CPU-Entwickler (und damit primär Intel) arbeiten: Denn eine große Lücke und der dafür ausstehende Patch sind medial besser ausschlachtbar und damit für den Hersteller gefährlicher als ein Dutzend verschiedener Lücken, zu denen es mal Patches und mal keine gibt – da schaltet der Massenmedien-Konsument längst ab, dies ist dann außer für Fachleute nicht mehr überblickbar. Somit kommen Intel, Microsoft & Co. derzeit damit durch, das man diese CPU-Sicherheitslücken letztlich nur teilweise auf einigen Systemen absichert, und dies dann vor allem im Zeitrahmen von einigen Monaten und nicht umgehend. Zur Ehrenrettung von Intel & Co. sei allerdings erwähnt, daß das ganze sicherlich eine Heidenarbeit sein dürfte, welche irgendwie nebenbei (neben der normalen Arbeit) mitzuerledigen ist – und das sich bis dato immer noch keine Spectre-Angriffe in freier Wildbahn eingestellt haben. Speziell auf Consumer-Systemen sind jene auch nicht unbedingt zu erwarten, da sich hierfür einfachere Angriffsvektoren finden lassen. Für den Server-Bereich sind die entsprechenden Patches jedoch natürlich zwingend – genauso auch, wie eventuell bereits stattgefundene Angriffe sich (bedingt durch den Charakter der Lücke) schwer bis gar nicht nachweisen lassen.