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Hardware- und Nachrichten-Links des 24. Juli 2015

Wie Fudzilla in Erfahrung gebracht haben wollen, bringt nVidias Pascal-Chip GP100 mit 17 Milliarden Transistoren in der 16FF+ Fertigung von TSMC einiges auf die Waage – gegenüber dem GM200-Chip der Maxwell-Generation (~8 Mrd. Transistoren) wäre dies sogar etwas mehr als eine Verdopplung der Transistorenanzahl. Wirklich kleiner als jener GM200-Chip dürfte der GP100-Chips damit kaum werden können, da Chipfertiger TSMC eine Platzersparnis zwischen 28nm und 16FF+ von -50% angibt. Eingerechnet die typischerweise zwischen zwei Chipgenerationen gesteigerte Packdichte von ein paar Prozentpunkten sollte der GP100-Chip gemäß dieser Angabe gleich wieder grob 600mm² groß werden – und damit keineswegs kleiner als der GM200-Chip (601mm² Chipfläche). Bislang war man eher fest davon ausgegangen, daß die Grafikchip-Entwickler aufgrund der deutlich höheren Kosten der 14/16nm-Fertigung (Meldung No.1 & No.2) die erste 14/16nm-Generation mit etwas kleineren Chipgrößen beginnen – dieser Hinweis auf die Transistorenanzahl des GP100-Chips entkräftet diese These etwas und deutet darauf hin, daß die Chipentwickler auch unter der 14/16nm-Fertigung erneut am oberen Ende des technisch herstellbaren operieren werden.

Eventuell wird diese Entscheidung nVidias durch den Umstand getragen, daß es bei nVidia vielleicht gar keine zweite (echte) 16nm-Generation geben wird – die Maxwell-Generation wurde schließlich auch nur auf 28nm eingeschoben, ursprünglich war keine zweite echte Chip-Generation unter der 28nm-Fertigung geplant. Wenn nVidia für 2018 tatsächlich mit der 10nm-Fertigung und dort dementsprechend einer neuen Chip-Generation rechnet, könnte man ausgehend vom Pascal-Start im Jahr 2016 diese zwei Jahre bis zur 10nm-Fertigung mit derselben Chip-Generation überbrücken. Dies kann durchaus in zwei Grafikkarten-Generationen resultieren, aber es würden trotzdem die gleichen Chips verwendet – wie von nVidia bei den früheren Fermi- und Kepler-Generationen bereits vorexerziert. In einem solchen Fall, wo also nur einmalig 16nm-Chips aufgelegt werden, muß nVidia natürlich chiptechnisch dann gleich in die Vollen gehen, da es eben keinen zweiten Versuch geben wird. Im Verkauf könnten daher die allerersten Pascal-Grafikkarten durchaus beschnitten in den Hardware-Einheiten und mit eher zahen Taktraten antreten – auch hier gibt es mit der originalen GeForce GTX Titan ein gutes Beispiel aus der Vergangenheit. Erst in der zweiten Grafikkarten-Generation würde dann die Technik voll ausgefahren werden – wie gesagt ein bei nVidia eigentlich bewährtes Prinzip zur Portfolio-Bildung und daher auch nicht wirklich unwahrscheinlich für die kommende Pascal-Generation.

Fanlesstech breiten drei Marketing-Folien zu Intels Skylake-Architektur aus, welche derzeit viel beachtet bzw. zitiert werden, da hiermit einige größere Vorteile bei Skylake versprochen werden. Interessant sind insbesondere die 30% mehr Batterielaufzeit, welche Intel bei Skylake gegenüber Broadwell erreicht haben will – was allerdings erst durch Tests in der Praxis zu belegen sein wird, dieser Fortschritt erscheint auf Basis derselben Fertigung ungewöhnlich hoch. Bei der reinen Performance werden für die Desktop-Modelle (bis zu) 11% mehr Performance (wohl gegenüber Haswell) in einem theoretischen Test versprochen – was eingedenk dessen, daß diese Angabe nicht taktnormiert ist, als eher wenig erscheint. Da auch die letzten Vorab-Benchmarks in eine ähnliche Richtung gingen, muß man leider nunmehr die Möglichkeit einkalkulieren, daß Skylake nicht mit einer wenigstens mittelmäßigen Performance-Steigerung antritt – sondern vielmehr eingedenk des doppelten Sprungs von Haswell über Broadwell zu Skylake sogar eine eher unterdurchschnittliche Performance-Steigerung von nur knapp unter 10% hinlegt.

Notebookcheck bieten erste Benchmarks zur Carrizo-L APU – mittels welcher AMD mal den LowPower-Markt aufmischen wollte, welche sich dann jedoch nur als deutlich zu spät gekommener und kaum besserer Beema-Refresh herausstellte. Aller Wahrscheinlichkeit nach gibt es nicht einmal wirklich intere Veränderungen, sondern nur ein neues Chip-Stepping, welches etwas höhere Taktraten erlaubt – und eine andere Plattform, die zu den großen Carrizo-APUs kompatibel ist. Die Anzahl der von Notebookcheck bislang getätigten Benchmarks erlaubt noch kein endgültiges Urteil, aber es läßt sich schon der minimale Abstand zum Beema-Vorgänger erkennen – gleichfalls aber auch der generelle Vorsprung, welchen AMDs LowPower-Prozessoren gegenüber Intels Silvermont-basierten BayTrail-Prozessoren aufweisen. Unter den die integrierte Grafiklösung belastenden Benchmarks war dies in etwa zu erwarten, aber auch bei der CPU-Performance ist AMD in diesem Feld entweder auf Augenhöhe oder minimal vorn – wobei eine einzelne Cinebench-Messung hierzu natürlich noch keine abschließende Aussagekraft besitzt, aber wenigstens schon erst einmal eine gewisse Tendenz vorgibt.

Golem vermelden die deutschen Preise für Retail-Versionen von Windows 10: Ein Windows 10 Home soll 135 Euro kosten – ein Windows 10 Pro allerdings gleich 280 Euro – was allerdings in etwa den Preisen für Windows 7/8 entspricht, die Home-Version war früher nur etwas günstiger (120 Euro). Aufgrund Microsofts Kostenlos-Angebot zum Umstieg von Windows 7/8.1 sowie deutlich günstigerer OEM-Preise für PC-Hersteller haben diese Retail-Preise sicherlich auch nicht mehr eine so große Bedeutung. Zudem kommt für Deutschland hinzu, daß es hierzulande legal ist, OEM-Versionen ohne Bindung an einen PC zu verkaufen. Demzufolge finden sich im deutschen Einzelhandel dann üblicherweise reichlich Angebote zu OEM-Versionen mit klar günstigeren Preislagen – bei Windows 8.1 bewegt sich dies derzeit bei ca. 90 Euro für eine Home-Version sowie ca. 120 Euro für eine Pro-Version. Die derzeit bekannten Unterschiede zwischen Windows 10 Home und Windows 10 Pro legen auch nicht zwingend den Erwerb der Pro-Version nahe, insofern kann man sich wohl an die günstigere Home-Version halten.