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Hardware- und Nachrichten-Links des 28. März 2018

Bei TweakTown (gestern schon verlinkt) geht man nach Gesprächen mit Industrie-Insidern davon aus, das es keine "GeForce 2000" Serie geben wird, sondern das es wahrscheinlich zu einer "GeForce 1100" Serie (oder auch "GeForce 11") in Nachfolge der GeForce 1000 Serie kommen wird. Dabei soll man auch keine typischen 70er und 80er Karten zu erwarten, sprich keine "GeForce GTX 1170" oder "GeForce GTX 1180", sondern etwas abweichendes vom bisherigen Namensschema. Dies wird derzeit in Richtung "GeForce GTX 1175" und "GeForce GTX 1185" gedeutet – was denkbar ist, unter einem gewissen Blickwinkel jedoch immer noch zu sehr dem bisher bekannten Namensschema entsprechen könnte. Gut möglich aber auch, das nVidia mit der nächsten Grafikkarten-Serie sein Namensschema regelrecht komplett umstellt – das bisherige Namensschema ist schließlich in gewisse Sinne an seinem Ende angekommen, die Fortführung von vierstelligen Nummern verbleibt als einzig übrigbleibende Option. Da nVidia aber inzwischen sogar davon spricht, langfristig die Rasterizer-Grafik in eine RayTracing-Zukunft zu überführen, könnte man dies eventuell auch eines Tages an völlig anderen Grafikkarten-Namen festmachen – beispielsweise der Brandname "GeForce" stammt noch aus der Zeit der ersten Geometrie-Beschleuniger, auf was heutzutage eigentlich überhaupt kein Augenmerk mehr liegt.

In direkter Verbindung dazu vermelden WCCF Tech den Fakt, das es bei nVidia derzeit keine Grafikkarten der GeForce-1000 Serie mehr zu ordern gibt, jene auf nVidias Webseiten (wo man die jeweilige "Founders Edition" direkt bei nVidia kaufen kann) inzwischen durchgehend als "Out of Stock" gelistet sind. Allerdings spielt hier wohl noch nicht das Nahen einer neuen nVidia-Generation die große Rolle – sondern vielmehr der Punkt, das die meisten dieser Grafikkarten unterhalb der (überhöhten) Marktpreise des Einzelhandels zu Festpreisen gelistet sind und somit derzeit die oftmals günstigsten Angebote zu den einzelnen Grafikchips darstellen. In Zeiten überhöhter Grafikkarten-Preise und einer teilweise schlechten Grafikkarten-Verfügbarkeit sind diese Angebote, sobald sie mal nachgeliefert werden, dann natürlich immer umgehend ausverkauft – und dies eventuell nicht einmal durch Cryptominer (maximale Liefermenge bei nVidia gewöhnlich nur 2 Stück), sondern sogar durch Gamer. Hier fällt der von nVidia gemachte Festpreis mal zum Vorteil des Angebots aus – aber nVidia bietet natürlich nicht diese Liefermengen, welche für die Befriedigung des kompletten Marktbedarfs notwendig wären. Insofern hängt der "Ausverkauft"-Status in diesem Fall eher an der zu hohen Nachfrage und (noch) nicht an zukünftigen neuen Produkten.

Der bislang eher durch Mainboards bekannte Hersteller "ASRock" bietet nunmehr offiziell auch AMD-Grafikkarten an, die ASRock-Webseite listet derzeit vier Modelle auf Basis von Radeon RX 550, 560, 570 und 580. Der Eintritt ins Lager der kombinierten Mainboard/Grafikkarten-Hersteller war vorher schon mittels Teasern bekanntgemacht worden – offen bliebt nur die Frage, zu welchem Chipentwickler man sich bekennen würde. ASRock fängt die Sache augenscheinlich eher defensiv an, beispielsweise ist keine Vega-basierte Grafikkarte im Programm – wahrscheinlich, weil jene sowieso nicht lieferbar wären. Aber auch mit den Polaris-basierten Grafikkarten hat man sich keinen übermäßig guten Zeitpunkt ausgesucht, werden auch diese Modelle nach wie vor nur überteuert und schlecht verfügbar angeboten. Wahrscheinlich ist die Entscheidung zugunsten von AMD-Grafikkarten aber schon vor einigen Monaten gefallen, als man von einem raschen Ende des Cryptomining-Booms ausging – und nun muß man halt noch mitten drin in der Malaise starten. Aber jeder Markt-Neueinstieg ist Test- und Lernphase, die eigentlichen Geschäfte kommen sowieso erst dann, wenn man sich etwas etabliert hat. In Zeiten von zunehmenden Beschränkungen des Wettbewerbs ist jeder zusätzliche Marktteilnehmer sicherlich herzlich willkommen.

ComputerBase und PC Games Hardware haben sich der Grafikkarten-Performance unter FarCry 5 angenommen: Der OpenWorld-Shooter setzt erneut auf die Dunia-2-Engine, welche gegenüber dem Stand von FarCry4 bzw. FarCry Primal allerdings nochmals entscheidend verbessert wurde. Mit an Bord sind nun auch FP16-Berechnungen bei AMD-Grafikkarten ab der Vega-Generation: Mittels dieses Features gibt es keine bessere Optikqualität, können sich jedoch bezüglich deren Genauigkeit unwichtige Berechnung mit dem Rohleistung schonenden FP16-Format (anstatt dem FP32-Format) ausführen lassen, was der Performance der Vega-Grafikkarten zuträglich sein sollte. Direkt ließ sich dies (mangels expliziter Abschaltbarkeit) nicht nachweisen, aber laut der ComputerBase liegt die Performance-Differenz zwischen Radeon RX 580 (ohne FP16) gegenüber Radeon RX Vega 64 (mit FP16) beachtbar höher als unter anderen Spielen. Unter FullHD werden jedoch erst einmal viele Differenzen überdeckt durch eine ungewöhnlich hohe CPU-Belastung des Spiels – oder auch natürlich über die vergleichsweise hohen Frameraten von bis zu 100 fps bei GeForce GTX 1080 & 1080 Ti, welche dann die CPU-Limitierung hervorlocken.

Somit kann man aber auch unter FullHD erhebliche CPU-Differenzen aufzeigen, ein Core i7-8700K (6C+HT) erreicht hierbei satte 80% höhere Frameraten sowie 118% höhere Frametimes als ein Pentium G4560 (2C+HT). Allerdings sei zur Ehrenrettung des Pentium-Prozessors gesagt, das jener trotzdem 66 fps im Schnitt unter FullHD erreichte, damit für FarCry 5 grundsätzlich verwendbar ist (aber dafür natürlich besser nicht mit einer GeForce GTX 1080 Ti gepaart werden sollte). Ab WQHD kommen dann die Grafikkarten-Differenzen heraus, unter UltraHD gibt es dann auch kaum noch Performance-Differenzen zwischen den einzelnen CPUs. Dabei schneiden AMD-Grafikkarten etwas besser ab als gewöhnlich, eine Radeon RX Vega 64 kann sich sowohl unter WQHD als auch unter UltraHD sogar mit der GeForce GTX 1080 anlegen, der Zweikampf von Radeon RX 580 gegen GeForce GTX 1060 6GB geht hingegen grob Unentschieden aus. Unter der FullHD-Auflösung sind diese (kleineren) AMD-Vorteile hingegen entschwunden, hier wird AMD durch ein schneller einsetzendes CPU-Limit (typisch für DirectX-11-Titel) etwas ausgebremst. Der Hunger nach Grafikkartenspeicher wird von beiden Artikeln dann als maßvoll beschrieben: 3 GB unter FullHD, 4 GB unter WQHD und 6 GB unter Ultra sollen ausreichend sein. Nur auf 2-GB-Karten reagiert das Spiel mittels (teilweise) Matschtexturen und klar niedrigeren Frameraten dann nicht mehr gut.