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Hardware- und Nachrichten-Links des 3. Juni 2021

Der Marktstart der GeForce RTX 3080 Ti endete in einem vorausschaubaren Ergebnis: Jeglicher Bestand war umgehend ausverkauft – und eine reale Chance hatten augenscheinlich nur technisch hochgerüstete Käufer, welche die seitens der Händler angesetzten Warteräume und andere technischen Entschleunigungsmaßnahmen zu umgehen wussten. Die Preislagen der wenigen real verfügbaren Karten beliefen sich laut unserem Forum sowie der Berichterstattung der PC Games Hardware zwischen 1900-2700 Euro – und damit am oberen Ende nahe des Preisniveaus der GeForce RTX 3090, am unteren Ende jedoch auf dem Preisniveau der GeForce RTX 3080. Eine gewisse preisregulierende Wirkung kann man der GeForce RTX 3080 Ti somit zusprechen, denn nunmehr sollten die Preise der regulären GeForce RTX 3080 eigentlich absinken müssen.

GeForce RTX 3080 GeForce RTX 3080 Ti GeForce RTX 3090
Hardware GA102, 68 SM @ 320 Bit, 10 GB GDDR6X GA102, 80 SM @ 384 Bit, 12 GB GDDR6X GA102, 82 SM @ 384 Bit, 24 GB GDDR6X
4K Perf.Index 328% ~358% 368%
Listenpreis $699 / 719€ $1199 / 1199€ $1499 / 1549€
Straßenpreis 3.6. 1999-2499 Euro ~1900-2700 Euro 2699-3499 Euro
Verfügbarkeit ★★★☆☆ ☆☆☆☆☆ ★★★★☆

Jene hat allerdings den größten Spielraum nach unten hin (Listenpreis bei gerade einmal 719 Euro), zudem müsste hierfür die GeForce RTX 3080 Ti nunmehr auch entsprechend konstant nachgeliefert werden. Derzeit führen die meisten Einzelhändler allerdings nicht einmal ein Vorbestellungsangebot zu dieser Karte, nur bei Caseking wird jene ab 1962 Euro gelistet – zum reinen Anschauen, ohne Möglichkeit der Übernahme in den Warenkorb. Sehr löblich ist hingegen der Ansatz des britischen Händlers "Scan UK", welcher laut Overclock3D die GeForce RTX 3080 Ti auch in den Hersteller-Ausführungen tatsächlich zum britischen Listenpreis von 1049 Pfund anbietet (wenngleich genauso wenig liefern kann). Dies beweist im übrigen, dass der Listenpreis zur GeForce RTX 3080 Ti ausreichend hoch angesetzt ist, dass trotz gestiegener Komponenten- und Transport-Kosten der Listenpreis durchaus im Einzelhandel haltbar wäre – wenn nicht der Bedarf weit über den Liefermengen liegen würde und somit die Einzelhändler ihren Abgabepreis bedenkenlos nach oben setzen können.

Denn ehrlicherweise muß man auch konstatieren: Angebote zum Listenpreis – wie jenes von Scan UK, aber auch durch nVidias eigene Founders Edition – verführen mangels ausreichender Liefermengen letztlich nur Scalper zu ihrem Tun (womöglich deswegen gab es beim Microcenter in Dallas einen Andrang wie bei einem neuen iPhone). Nicht ganz unerwartet tauchen bei eBay insbesondere die nVidia-Ausführungen gleich am Launchtag schon mehrfach auf – da jene die höchste Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis verheißen. Auflösbar ist die Situation kaum mittels Appellen oder Beschränkung der Lieferungen an ehrliche Händler wie Scan UK – sondern nur durch Kaufzurückhaltung (zu diesen Preislagen) und überzeugenden Chip-Nachlieferungen seitens nVidia. Auf dem aktuell hohen Preisniveau dürfte dies (trotz zuletzt positiver Anzeichen) allerdings eine mehrmonatige Anstrengung bedingen – welche jederzeit unter dem Vorbehalt der Entwicklung auf dem Crypto-Markt steht.

Gemäß einer auf Reddit notierten AMD-Aussage wird der offizielle FSR-Support nun noch auf Radeon RX 470 & 480 erweitert – womit AMD schnell auf das sich hierbei anbahnende Ungemach reagiert hat. Unklar ist allerdings, ob hierbei wirklich nur diese zwei Karten aus der ersten Polaris-Generation gemeint sind – und nicht vielmehr die komplette Radeon RX 400 Serie unterstützt wird. Eine Auftrennung macht an dieser Stelle wegen der gleichen Chips keinerlei größeren Sinn, AMD würde sich faktisch nur den offiziellen Support sparen – was aber bei der Gamer-Gemeinde nicht gut angekommen ist. Der schnelle Kurswechsel AMDs ist zu loben, dagegen darf aber trotzdem in Frage gestellt werden, wieso man dies nicht vorher erkennen konnte: Erfahrenen Führungspersonen musste klar sein, dass dies Ärger geben würde, wenn man mit einem Feature nur die Radeon RX 500 Serie unterstützt, nicht aber die Feature- und Chip-gleiche Radeon RX 400 Serie.

AMD FSR nVidia DLSS
offiziell unterstützte Grafikkarten Radeon RX 400, 500, Vega, 5000 & 6000 Serien + alle Ryzen-APUs GeForce 20 & 30 Serien (nicht GeForce 16)
inoffiziell unterstützte Grafikkarten vermutlich: jede weitere Grafikkarte sollte prinzipiell lauffähig sein, für eine FSR-Optimierung ist allerdings der jeweilige Grafikchip-Entwickler zuständig  (Intel meldet bereits Interesse an) keine
Aktivierungs-Form Spielentwickler muß es ins Spiel einbauen und dort eine entsprechende Option anbieten
technische Ausgestaltung angeblich: spatialer Upscaler temporale Rekonstruktion
rechtlicher Status OpenSource proprietäres Feature
Release 22. Juni 2021 19. September 2018 (Turing-Launch)

Ein Artikel der China Times (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) zeigt eine augenscheinlich von Supermicro stammende AMD Prozessoren-Roadmap, welche (ohne Jahresangaben) auf die AMD-Prozessoren der Zen-Generationen 4 & 5 eingeht. Bestätigt werden hiermit die kürzlichen Namensnennungen der Zen-5-Prozessoren von "Strix Point" (APU) sowie "Granite Ridge" (CPU), neu hinzu kommt der Codename "Turin" für die Zen-5-basierten Epyc-Prozessoren. Auch die Verkaufsnamen "Ryzen 7000" für Zen 4 sowie "Ryzen 8000" für Zen 5 werden bereits genannt, alles passt demzufolge zu den zuletzt per Gerücht verbreiten Informationen (selbst wenn es unwahrscheinlich ist, dass sich AMD jetzt bereits auf Verkaufsnamen von zukünftigen Prozessoren festgelegt haben soll). Denkbar sogar, dass selbige Gerüchte letztlich allesamt auf dieser Supermicro-Roadmap basieren, nur eben etwas früher bereits die Twitter-Sphäre erreicht haben.