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Hardware- und Nachrichten-Links des 31. Mai 2021

Locuza hat auf YouTube & Twitter einige feine Detail-Informationen zu AMDs Navi 2X Grafikchips veröffentlicht, bezogen primär auf den grundsätzlichen Aufbau dieser RDNA2-basierten Grafikchips. Ausgangspunkt hierfür ist ein entsprechenden YouTube-Video, auf Twitter wurden dann noch diverse Bilder-Sets aus diesem Video veröffentlicht: Navi 2X Blockdiagramme, Navi 2X Größenvergleich und letztlich Navi 2X "Infinity Cache" Hitraten. Jene wurden anhand der von AMD veröffentlichten Hitraten-Kurve für jeden der RDNA2-Grafikchips mit dessen jeweiliger Menge an Infinity Cache angegeben, somit gibt es für jeden Grafikchip zu jeder Auflösung eine exakte Prozentzahl der jeweiligen IF$-Hitrate. Damit lassen sich Auflösungs-bezogene Stärken und Schwächen der einzelnen RDNA2-Grafikchips besser erkennen: Navi 21 ist beispielsweise überall recht stark, verliert aber dennoch von FullHD auf WQHD mit –6 Prozentpunkten beachtbar weniger als zwischen WQHD und 4K mit –12 Prozentpunkten.

IF$ FullHD/1080p WQHD/1440p 4K/2160p
Navi 21 128 MB 80% 74% 62%
Navi 22 96 MB 78% 69% 53%
Navi 23 32 MB 55% 38% 27%
Navi 24 16 MB 37% 23% 19%
gemäß den Angaben von Locuza @Twitter

Bei Navi 22 ist das Verhältnis dann mit –9 Prozentpunkten von FullHD auf WQHD sowie –16 Prozentpunkten von WQHD auf 4K nicht unähnlich. Interessanterweise trifft dies auf Navi 23 mit seinem viel kleineren Infinity Cache nicht mehr zu: Dort beträgt jener Auflösung-Verlust –17 Prozentpunkte von FullDH auf WQHD, aber nur –11 Prozentpunkte von WQHD auf 4K. Aber natürlich sind bei Navi 23 & 24 dann eher die absoluten Zahlen interessant, weil dort die Cache-Hitraten selbst unter FullHD schon ziemlich klein werden: Navi 23 erreicht eine FullHD-Hitrate gerade einmal wie Navi 22 unter 4K, während die FullHD-Hitrate von Navi 24 nochmals weiter unterhalb dessen liegt – und somit wohl nur noch eine maßvolle Beschleunigung erbringen wird. AMD realisiert hiermit vor allem eine klare Produkt-Differenzierung auf sogar absolut technischer Ebene, denn trotz dass Navi 23 eine ähnlich hohe Anzahl an Shader-Clustern gegenüber Navi 22 aufweist (32 vs. 40), dürfte sich Navi 23 (Radeon RX 6600 Serie) kaum für den Einsatz oberhalb der FullHD-Auflösung eignen.

Es gibt zu den gestern notierten niedrigeren (nicht niedrigen) Grafikkarten-Straßenpreisen den sicherlich berechtigten Einwand, dass hiermit noch lange kein Preisniveau erreicht ist, bei welchem man wieder über den Grafikkarten-Kauf nachdenken kann. Die Umfrage zum erträglichen Mehrpreis beim Grafikkarten-Kauf hatte schließlich klar ergeben, dass Mehrpreise oberhalb 25% nur noch für eine verschwindend geringe Minderheit gangbar sind. Und dies ist auch gut so, denn wenn jetzt plötzlich bei sinkenden Preisen (auf diesem Niveau) zugegriffen wird, würden sich die Grafikkarten-Straßenpreise schließlich auf den aktuellen Preislagen stabilisieren – welche mit durchschnittlich +77% bei AMD sowie durchschnittlich sogar +133% bei nVidia immer noch drastisch oberhalb der Listenpreise liegen. Nur weitere Käuferzurückhaltung zusammen mit weiterhin ankommenden überzeugenden Liefermengen können den Grafikkarten-Markt in eine preisliche Abwärtsspirale bringen, in deren Zug die Einzelhändler wieder anfangen, sich täglich aufs neue zu unterbieten, um ihre Ware loszubekommen. Hierfür scheint nun ein Anfang gesetzt zu sein – aber Sinn macht das ganze natürlich wirklich erst, wenn die Preisentwicklung irgendwann einmal wieder die Nähe der Listenpreise erreicht.

Intels Computex-Keynote (Replay bei YouTube) in der Nacht von Sonntag zu Montag brachte nicht wirklich viel berichtenswertes hervor: Man hat einen Refresh von Tiger Lake-U (im Vierkern-Bereich) vorgestellt, zugleich ein paar laufende Alder-Lake-Systeme (Desktop & Notebook) gezeigt. Beim Rest der Veranstaltung zeigte sich leider, dass Intels Marketing immer noch nicht begriffen hat, dass sich mit der aktuellen Produkt-Stärke von AMD die Zeiten gravierend geändert haben – und daher solche Aussagen wie "this is real world usage people care about" sowie "we have world's best CPUs" heuer nicht mehr weiterhelfen. Die dicke Hose zu markieren, passt halt nur, wenn auch wirklich eindeutig vorn liegt – was Intel voraussichtlich nicht einmal bei Tiger Lake-H45 gelingt, von den anderen Produkt-Segmenten lieber zu schweigen. Dass Intel mit seiner Computex-Keynote nur grob ein Fünftel an Live-Zusehern gegenüber AMDs Computex-Show erreichte, sollte Intel wirklich zu denken geben über die derzeitige Anziehungskraft der eigenen Marke.