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Hardware- und Nachrichten-Links des 6. Dezember 2018

Noch extra zu thematisieren sind die kommenden Coffee-Lake-Prozessoren ohne iGPU, welche Intel laut der (schon einmal an dieser Stelle genannten) Berichterstattung von Gamer.com.tw in Vorbereitung hat. Aus dieser Quelle gab es kürzlich einige interessante Chipsatz-Roadmaps für AMD & Intel – dabei wurde nachfolgend auch das Foto aus einer Live-Präsentation gezeigt, welche eine "GT0"-Grafiklösung bei den Intel-Prozessoren Core i3-8100F, Core i3-9350KF, Core i5-9400F, Core i5-9600KF, Core i7-9700KF & Core i9-9900KF verspricht. Augenscheinlich soll der Suffix "F" zukünftig bei Intel für diese Prozessoren-Modelle mit deaktivierter Grafiklösung stehen – die Modellnummern deuten dabei schon an, das es sich hierbei um Prozessoren des Coffee-Lake-Refreshs handeln wird, noch nicht um Comet-Lake-basierte Prozessoren. Ergo dürfte Intel hierbei nicht wirklich extra Prozessoren-Dies ohne Grafiklösung auflegen, sondern schlicht die auf dem Die vorhandene GT2-Grafik deaktivieren – vermutlich zugunsten eines besser mit AMD vergleichbaren Angebots, wo alle größeren Ryzen-Prozessoren schließlich auch ohne integrierte Grafiklösung antreten.

Performance-technisch macht dies wohl keinen Unterschied, denn getestet werden Intels Prozessoren sowieso in aller Regel mit extra Grafikkarte unter Deaktivierung der internen Grafiklösung, womit selbige dann auch keinen Teil des Power-Budgets verbraucht. Intel könnte natürlich auch die F-Modelle mit deaktivierter Grafik letztlich doch anders takten oder mit einer anderen TDP bzw. Power-Limit versehen – gänzlich sicher sein kann man sich da erst, wenn genauere Modelldaten vorliegen. In jedem Fall wird das Portfolio der Core i-9000 Serie somit ziemlich umfangreich und vielschichtig – und dies, obwohl hierbei letztlich Prozessoren-Dies aus den drei Generationen Kaby Lake (2C & 4C), Coffee Lake (6C) und Coffee Lake Refresh (8C) verwendet werden, es im eigentlichen aber keine wirklich neue Prozessoren-Generation, sondern nur den dritten Refresh der Skylake-Generation darstellt. Unklar ist hierzu noch, wie sich dann eines Tages "Comet Lake" einordnet – oder ob dies eine komplett eigene Prozessoren-Generation darstellen soll. Namenstechnisch dürfte es dann interessant werden, denn Intel ist schließlich schon in der 9. Core-Generation angekommen. Selbiges wird aber wahrscheinlich erst ein Thema des zweiten Halbjahrs 2019 sein, den Anfang des Jahres 2019 wird bei Intel die zweite Welle des Coffee-Lake-Refreshs geben.

Kerne Takt unl. L2+L3 Speicher Grafik TDP Preis Release
Core i9-9900K 8C/16T 3.6/5.0 GHz 2+16 MB 2Ch. DDR4/2666 GT2 @ 350/1200 MHz 95W 488$ 19. Okt. 2018
Core i9-9900KF 8C/16T mglw. 3.6/5.0 GHz 2+16 MB 2Ch. DDR4/2666 GT0 = deaktiviert 95W ? ?
Core i9-9900 8C/16T mglw. 3.1/5.0 GHz 2+16 MB 2Ch. DDR4/2666 GT2 80W ? Q1/2019
Core i7-9700K 8C/8T 3.6/4.9 GHz 2+12 MB 2Ch. DDR4/2666 GT2 @ 350/1200 MHz 95W 374$ 19. Okt. 2018
Core i7-9700KF 8C/8T mglw. 3.6/4.9 GHz 2+12 MB 2Ch. DDR4/2666 GT0 = deaktiviert 95W ? ?
Core i7-9700 8C/8T ? 2+12 MB 2Ch. DDR4/2666 GT2 65W ? Q1/2019
Core i5-9600K 6C/6T 3.7/4.6 GHz 1.5+9 MB 2Ch. DDR4/2666 GT2 @ 350/1150 MHz 95W 262$ 19. Okt. 2018
Core i5-9600KF 6C/6T mglw. 3.7/4.6 GHz 1.5+9 MB 2Ch. DDR4/2666 GT0 = deaktiviert 95W ? ?
Core i5-9600 6C/6T 3.1/4.5 GHz 1.5+9 MB 2Ch. DDR4/2666 GT2 @ 350/1150 MHz 65W ? Q1/2019
Core i5-9500 6C/6T 3.0/4.3 GHz 1.5+9 MB 2Ch. DDR4/2666 GT2 @ 350/1100 MHz 65W ? Q1/2019
Core i5-9400 6C/6T 2.9/4.1 GHz 1.5+9 MB 2Ch. DDR4/2666 GT2 @ 350/1050 MHz 65W ? Q1/2019
Core i5-9400F 6C/6T mglw. 2.9/4.1 GHz 1.5+9 MB 2Ch. DDR4/2666 GT0 = deaktiviert 65W ? ?
Core i3-9350K 4C/4T ? 1+6 MB 2Ch. DDR4/2400 GT2 @ ? 65W ? Q1/2019
Core i3-9350KF 4C/4T ? 1+6 MB 2Ch. DDR4/2400 GT0 = deaktiviert 65W ? ?
Core i3-9100 4C/4T 3.7 GHz 1+6 MB 2Ch. DDR4/2400 GT2 @ 350/1100 MHz 65W ? Q1/2019
Core i3-8100F 4C/4T ? 1+6 MB 2Ch. DDR4/2400 GT0 = deaktiviert 65W ? ?
Core i3-9000 4C/4T 3.7 GHz 1+6 MB 2Ch. DDR4/2400 GT1 @ 350/1100 MHz 65W ? Q1/2019
Alle Coffee-Lake-Prozessoren (inklusive des Coffee-Lake-Refreshs) laufen ausschließlich auf (allen) Mainboards auf Basis von Intels 300er Chipsatz-Serie.

Heise berichten zu den 7nm-Plänen von Intel – welche laut Intel "voll im Plan" stehen sollen. Wie bekannt, lassen sich die Namen der Fertigungstechnologien von Intel nicht mit denen der Auftragsfertiger vergleichen, üblicherweise entspricht der Intel-Name der nächstkleineren Fertigungstechnologie von GlobalFoundries, TSMC und Samsung. So dürfte das Pendant zu Intels 7nm-Fertigung also dann die 5nm-Fertigung von TSMC & Samsung bilden, genauso wie derzeit das Pendant zu Intels 10nm-Fertigung die 7nm-Fertigung von TSMC & Samsung darstellt. Mit selbiger hat sich Intel wie bekannt deutlich übernommen – hat daraus aber auch für die nachfolgende 7nm-Generation gelernt, welche dann technisch nicht mehr ganz so ambitioniert daherkommen soll (nur noch 2x Flächenvorteil von 7nm zu 10nm anstatt 2,7x Flächenvorteil von 10nm zu 14nm). Dies entspricht aber letztlich auch den Plänen der anderen Chipfertiger, welche in Zukunft eher kleinere Sprünge vornehmen wollen, um die jeweiligen Fertigungsverfahren noch in einem (halbwegs) üblichen Zeitabstand realisieren zu können. Interessant zu Intels 7nm-Fertigung dürfte dann noch werden, welche Prozessoren-Generation hiermit bedient werden wird: Heise gehen von einer Massenverfügbarkeit erst im Jahr 2022 aus – was sogar noch nach "Tiger Lake" wäre und damit eher auf Intels nachfolgende NextGen-Architektur (oder sogar nur deren ersten Refresh) zutreffen sollte.

Bei Heise Security versucht man sich an Sicherheits-Hinweisen gegenüber der derzeit grassierenden "Emotet" Trojaner-Welle. Mit dem Abschalten von Makros in Microsofts Office kann man konkret dem Emotet-Trojaner in der Tat beikommen – bis zur nächsten Trojaner-Welle, welche sich einen anderen der einfachen Angriffswege sucht. Wir hatten an dieser Stelle schon vor zwei Jahren bei der seinerzeit grassierenden "Locky"-Welle auf drei generelle Schutzmaßnahmen gegenüber Trojanern (und anderen Schadprogrammen) hingewiesen, welche für den PC des Normalbenutzers keine Nachteile haben, mit hoher Chance die Infektion jedoch ganz automatisch verhindern. Im Fall der sich gegen Firmen und Organisationen richtenden Angriffe sind allerdings auch noch viel wirkmächtigere Schutzmaßnahmen möglich – wie das Abschalten des Internetzugriffs für alle dies nicht benötigenden sowie alle unbekannten Programme, was dem heutzutage üblichen Verbreitungsweg moderner Schadsoftware (der eigentliche Schadcode wird aus dem Internet nachgeladen) zumeist effektiv stört. Der Erfolg solcher Trojaner-Wellen besteht primär schließlich immer noch darin, das vergleichsweise einfach zu realisierende Schutzmaßnahmen nicht ergriffen werden – auch resultierend aus der Propaganda der Betriebssystem- und Antiviren-Hersteller, das ja sowieso alles "sicher" und allgemein bestens sei.

Dabei sind gerade die Betriebssystem- und Software-Hersteller über ihre unsicheren Standard-Einstellungen der Hauptgrund dafür, das solcherart billigen Angriffe überhaupt funktionieren können. Sprich: Es wäre speziell Microsoft ein einfaches, ein Windows auszuliefern, welches für den Einzelplatz-Nutzer ohne jede Einschränkungen in der Benutzbarkeit und Bedienung einen 99%igen Schutz gegenüber den bekannten großen Trojaner-Wellen der letzten Jahre bieten könnte. Das ganze ist wirklich nur ein paar Einstelloptionen entfernt – welche Microsoft teilweise aus eigenem geschäftlichen Interesse (geht gegen den Cloud-Gedanken) sowie auch als Sturheit gegenüber alten Design-Fehlentscheidungen (Windows für normale Anwender als designtechnisches Multiuser-System anstatt als konsequentes Einzeluser-System) jedoch nicht selber umsetzt. Sicherlich ist eine totale IT-Sicherheit niemals zu erreichen und insbesondere normale Anwender oder kleinere Firmen könnten sich letztlich nicht gegenüber wirklichen Weltklasse-Hackern wehren. Aber man kann es den Angreifern zumindest so schwer machen, das für den Angreifer Aufwand zu Nutzen in keinem guten Verhältnis mehr stehen. Dieser Punkt ist weit verfehlt, wenn automatisierte Trojaner-Attacken nach dem klassischen Gießkannen-Prinzip im Jahr 2018 immer noch einen so großen Erfolg aufweisen.