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News des 6. Dezember 2022

VideoCardz zeigen eine GeForce RTX 4070 Ti seitens Colorful, welche passenderweise die exakten Spezifikationen der (abgesagten) GeForce RTX 4080 12GB trägt – und damit eindrücklich bestätigt, dass es sich hierbei nur um einen Namens- und keinen Technik-Wechsel handelt. Die eigentlich spannende Frage ist nunmehr aber natürlich, zu welchem Preispunkt nVidia das ganze ansetzen wird. Die GeForce RTX 4080 12GB sollte mal zu 899 Dollar Listenpreis antreten, die GeForce RTX 4070 Ti wurde bislang mehrheitlich auch nur zu einem umveränderten Listenpreis genannt. Mit der kommenden Preissenkung zur regulären GeForce RTX 4080 passt dieser frühere Preispunkt aber nicht mehr, ergo müsste nVidia die GeForce RTX 4070 Ti mit dieser Änderung automatisch klar niedriger ansetzen.

Chip Hardware 4K Perf. Liste zukünftiger Preis
GeForce RTX 4090 AD102 128 SM @ 384 Bit, 24 GB GDDR6X 640% $1599 unverändert
GeForce RTX 4080 AD103 76 SM @ 256 Bit, 16 GB GDDR6X 484% $1199 möglicherweise $999 (?)
GeForce RTX 4070 Ti AD104 60 SM @ 192 Bit, 12 GB GDDR6X ~380-390% $899 möglicherweise $799 (?)
GeForce RTX 4070 AD104 ~50 SM @ 160-192 Bit, 10-12 GB GDDR6X ~300-340% ? möglicherweise $599 (?)
Hinweis: Angaben zu noch nicht offiziell vorgestellter Hardware basierend auf Gerüchten & Annahmen.

Damit würde es sich vermeiden lassen, dass das breitere RTX40-Portfolio ganz ohne Preis/Leistungsgewinn zum RTX30-Portfolio antritt, wie kürzlich skizziert wurde. Um wieviel besser das Preis/Leistungs-Verhältnis wird, hängt von der konkreten Preisgestaltung ab, in vorstehender Tabelle notierte Werte sind dazu allerhöchstens ein "Servier-Vorschlag". Interessant dürften hierzu auch die Auswirkungen auf AMDs Preisgestaltung bei deren RDNA3-Beschleunigern sein: Die Radeon RX 7900 XTX geht wohl jederzeit mit 999 Dollar, hier gilt einfach das Haloprodukt-Prinzip. Aber die Radeon RX 7900 XT mit derzeit 899 Dollar Listenpreis könnte schon gut unter Druck kommen, wenn die GeForce RTX 4080 (zukünftig) in ähnlicher Preisregion antritt und aller Vermutung nach etwas mehr Raster- sowie deutlich mehr RayTracing-Performance bietet.

Gemäß Igor's Lab haben die Grafikkarten-Hersteller wohl teilweise Schwierigkeiten, zum Launch-Tag von Radeon RX 7900 XT & XTX tatsächlich spruchreif zu sein, so dass es bei den Hersteller-Karten durchaus zu Verzögerungen bis zum Januar 2023 kommen kann. Andererseits stellt AMD wenigstens 10'000 Referenz-Karten für den EMEA-Bereich zur Verfügung, was anteilig wohl 3000 Stück für Deutschland sein sollen. Dies dürfte wohl zu wenig sein, aber wenn vielleicht der eine oder andere Grafikkarten-Hersteller am 13. Dezember bereits lieferbar ist, könnte dies dennoch knapp reichen. Wenn nicht, dann wäre dies aber wohl nur eine kurzfristige Liefer-Schwäche, ab dem neuen Jahr müsste sich dies dann ausfransen. Wie üblich beim Erstlingswerk einer neuen Hardware-Generation ist der Bedarf vorab schwer zu schätzen, womit sich die Hersteller kaum mit besonders umfangreichen Erstliefermengen aus dem Fenster lehnen.

Bei ComputerBase und TechPowerUp hat man sich die Grafikkarten-Performance unter Portal RTX angesehen, insbesondere interessant nach den aufgerufenen (exorbitanten) Systemanforderungen. Dabei zeigte sich das Spiel eher als reines GeForce-RTX-Showcase, welches aber selbst für RTX20/30-Karten kaum ohne DLSS zu bewältigen ist. AMDs Karten sind dagegen – zumindest auf der besten Bildqualität – glatt unnutzbar, wenn eine Radeon RX 6900 XT selbst unter FullHD nur 3-4 fps erreicht (hier fehlt natürlich ein Upscaler für AMD). Leider war es mangels entsprechender Optionen nicht möglich, den Benchmark mit geringerer Bildqualität anzutreten, was eventuell die Chance auf maßvolleren RayTracing-Einsatz und somit ein besseres AMD-Ergebnis eröffnet hätte. Dafür gedacht ist Portal RTX natürlich nicht, hier geht es um die volle Ausreizung der GeForce RTX 4090, welche die 4K-Auflösung selbst erst unter DLSS-Einsatz flüssig absolvieren kann.

U.a. Heise vermelden die nächste Evolutions-Stufe bei Grafikkartenspeicher, namentlich GDDR7. Jener wird derzeit seitens Samsung entwickelt, ist damit noch nicht JEDEC-standardisiert (folgt noch) und soll wohl erst im Zeitrahmen 2024/25 praktisch zu erwarten sein. Technologisch setzt man hierbei auf die PAM3-Datenübertragung mit drei Bits per Takt und Pin, liegt damit also in der Mitte zwischen regulärem GDDR6 (PAM2) und GDDR6X (PAM4). Nominell ist dies gegenüber GDDR6X wohl ein technologischer Rückschritt, aber letztlich hat GDDR6X nicht zu wirklich höheren Datenübertragungsraten geführt, denn GDDR6 hatte diesbezüglich zuletzt deutlich aufgeholt. Womöglich ist die Zwischenvariante mit PAM3-Datenübertragung bei GDDR7 schlicht einfacher zu lösen und führt dann auch wieder zu tatsächlich höheren Datenübertragungsraten.

Samsung verspricht derzeit 36 Gbps Datenrate bei GDDR7, ergo schlicht die Hälfte mehr gegenüber dem bei GDDR6 maximal herstellbaren 24 Gbps. Die ebenfalls versprochene um 25% höhere Energieeffizienz kommt dagegen wohl eher aus einer neuen Fertigungsstufe, die Speicherchip-Hersteller vermischen dies gern miteinander, damit die neue Speichersorte um so besser aussieht. Der relevante Punkt wird schlicht sein, ob man in der reinen Praxis GDDR7 zur Taktrate von GDDR6 hinbekommt – wenn ja, dann steigt die Speicherbandbreite in der Tat um +50% und ergibt sich sich viel Platz für die Grafikchip-Entwickler nach oben. Jene haben derzeit mit den großen internen Caches sowieso eine glänzende Möglichkeit zur Bandbreiten-Ersparnis gewonnen, welche zudem mit zukünftiger Fertigungstechnologie sehr gut mitwächst. Damit sind keine monströsen Sprünge bei der Speicherbandbreite mehr notwendig, GDDR7 mit potentiell +50% Bandbreite also eine gute Lösung für die mittelfristige Zukunft.