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News des 1. Februar 2007

Wie Hard Tecs 4U berichten, könnten die ersten 45nm Prozessoren seitens Intel (Codename Penryn) womöglich erst Anfang 2008 auf den Markt kommen. Bisher wurde der Penryn-Core für das vierte Quartal 2007 eingeordnet, allerdings war bei dieser Angabe noch nie so richtig klar, ob es sich hierbei wirklich um den geplanten Verkaufsstart oder "nur" den Start der Massenfertigung handelt – was in letzterem Fall sowieso einen Marktstart erst im nächsten Quartal bedeutet hätte. Mit dem Penryn-Core wird Intel in erster Linie die Taktraten seiner DualCore- und auch QuadCore-Modelle massiv steigern können, angeblich sollen bei den DualCore-Modellen auf Penryn-Basis anfänglich gleich 3.5 GHz und später bis zu 4 GHz Takt angeboten werden.

Der Heise Newsticker führt das gestern schon angesprochene Thema der Marktanteile im Markt der x86-Prozessoren noch eimal genauer aus: Danach hat Intel wie bekannt 74,4 Prozent Marktanteil nach verkauften Stückzahlen, aber dagegen 82,6 Prozent nach Umsätzen – während die AMD-Zahlen hierzu bei 25,3 bzw. 18,7 Prozent liegen. Dies bedeutet letztlich, dass Intel derzeit einen deutlich höheren Preis pro Prozessor nehmen kann als AMD – und das der AMD-Erfolg nach verkauften Einheiten primär über niedrigere Preise erreicht wurde (und noch wird). Langfristig dürfte dies für AMD aber keine gute Strategie sein, denn bei den CPU-Herstellungspreisen dürfte aufgrund der besseren Fertigungstechnologie eher noch Intel vorn (bzw. günstiger) zu sehen sein ...

... Daneben gibt es aber auch ganz interessante Zahlen zum ingesamten PC-Geschäft: So wurden 2005 runde 209 Millionen x86-basierende Computer-Systeme ausgeliefert, wovon 7 Millionen Server und 2 Millionen Workstations fielen, welche damit einen Anteil von nur 4 Prozent halten. Während 2005 dabei der Anteil von Desktop-Systemen noch klar überhalb dem Anteil von Notebooks lag (geschätzt im Verhältnis 70:30), sollen die mobilen Geräte im vergangenen Jahr enorm an Boden gewonnen haben und somit auf einen Marktanteil von nur noch knapp unterhalb dessen stationärer Geräte kommen. Für das laufende Jahr 2007 rechnet man nunmehr sogar damit, dass die mobilen Geräte erstmals leicht stärker aus dem Rennen gehen werden als die stationären Geräte.

Nochmal etwas zum Thema des Verhaltens von Windows Vista beim Hardwaretausch haben WinFuture: Wie schon bekannt, ist es weiterhin möglich, Hardware (nahezu) beliebig zu tauschen. Das Betriebssystem führt dazu wie schon bei Windows XP eine Punkteliste und wenn hier eine gewisse Punktanzahl erreicht ist, wird eine Neu-Aktivierung notwendig, welche allerdings problemlos gewährt werden soll. Interessant ist aber der Punkt, dass bei OEM-Versionen von Windows Vista ein Austausch des Mainboard (bei welchem man aufgrund der dafür notwendigen Neuinstallation sowieso neu aktivieren muß) laut Microsoft eigentlich nicht gestattet ist – für das neuen Mainboard müsste man sich theoretisch eine neue Windows-Version zulegen ...

... Rein praktisch kann man die alte Windows-Version auf dem neuen Mainboard natürlich trotzdem per telefonischem Support aktivieren, da dieser nicht feststellen kann, ob man eine OEM- oder Retail-Version besitzt. Ob dies bei der Aktivierung per Internet genauso einfach ist, bleibt aber offen, da bei dieser bekanntermaßen deutlich mehr Daten an Microsoft übermittelt werden als bei der telefonischen Aktivierung. Generell dürfte Microsoft aber sowieso rechtliche Probleme bekommen, wenn man eine sogeartete Lizenz in Deutschland durchzusetzen versuchen würde – insofern kann hier also trotzdem volle Entwarnung gegeben werden. Ausgenommen von vorgeschilderter Problematik sind natürlich alle Retail- und auch die derzeit sehr beliebten Systembuilder-Lizenzen.

Der Spiegel berichtet von einer neuen Sicherheitslücke, welche sich vornehmlich mit Windows Vista auftut: Die Sprachsteuerung des Betriebssystems lässt sich dazu ausnutzen, allen möglichen Schabernack mit den Rechten des gerade angemeldeten Benutzers anzustellen. Dazu müssen allerdings Sprachsteuerung, Mikrofon und Lautsprecher aktiv sein, womit beispielsweise eine Webseite mittels Flash einen Sprachbefehl über die Lautsprecher ausgibt, welcher dann über das Mikrofon wieder eingefangen und dann von der System-eigenen Sprachsteuerung verarbeitet wird. Natürlich bedingt ein solcher Angriff, dass der Nutzer nicht aufpasst oder besser noch nicht an seinem Rechner ist – was allerdings gar nicht so selten sein dürfte ...

... Inbesondere eher unerfahrene Nutzer dürften bei einer solchen Attacke überrumpelt werden – und wenn dann die Schadfunktion nicht sofort sichtbar wird, sich auch nichts weiter dabei denken. Der Vorteil einer solchen Attacke ist immer noch der, dass diese von technischer Seite her nicht wie eine Attacke aussieht: Kein Virenscanner oder Firewall wird Alarm schlagen, da die Aktion zum einen direkt vom Computernutzer selber ausgeht und zum anderen (in erster Instanz) keine weitere Software zum Einsatz kommt, auf welche Virenscanner oder Firewall anschlagen könnten. Natürlich ist das Problem nicht wirklich auf Windows Vista beschränkt, da sich auch für die früheren Microsoft-Betriebssysteme Spracherkennungssystem nachrüsten lassen – bei Vista ist es aber per default mit dabei. Und da Microsoft plant, mit dem Vista-Nachfolger Vienna die Spracheingabe zur Standard-Eingabeform zu machen, sollte man sich über mögliche Angriffspunkte dieser Technologie dann doch lieber umgehend Gedanken machen (eine einfache Stimmerkennung würde wohl schon weiterhelfen).