23

AMD Ryzen: Termine für Ryzen 3/5, mehr Takt für Ryzen 5 1600X & XFR-Taktraten offengelegt

Die Detailinformationen zu AMDs Ryzen sprudeln derzeit nur so – da kann schnell einmal etwas übersehen werden oder es wird halt erst später bekannt. So berichten WCCF Tech nunmehr über die Ryzen 3/5 Prozessoren, welche AMD wie bekannt später herausbringen wird: Die Ryzen 5 Vier- und Sechskerner noch im zweiten Quartal, die Ryzen 3 Vierkerner ohne SMT dagegen erst im zweiten Halbjahr. Zudem wurden zum Ryzen 5 1600X neue Spezifikationen genannt und mittels Screenshots von der offiziellen Präsentation belegt: Anstatt bisher 3.3/3.7 GHz, kommt dieser wohl für 259 Dollar in der Preisliste stehende Sechskern-Prozessor nunmehr mit 3.6/4.0 GHz daher – was exakt den Taktraten des Achtkerners Ryzen 7 1800X entspricht. Da AMD nunmehr wieder Spezifikationen geändert hat und auch die (spätere) Terminlage weiteren Spezifikations-Änderungen Vorschub leistet, müssen wir die bisher zu Ryzen 3/5 genannten Taktraten damit wieder unter Vorbehalt stellen – jene könnten sich genauso noch ändern.

Mit dem Listenpreis von 259 Dollar geht der Ryzen 7 1600X im übrigen in den Zweikampf mit Intels Core i7-7600K, welcher zu einem Listenpreis von 242 Dollar antritt. Die Situation ist dabei dieselbe wie in AMDs Achtkern-Programm: Der Intel-Prozessor bietet deutlich mehr Takt, der AMD-Prozessor dafür zwei CPU-Kerne mehr. Leider sind mit der Änderung der Taktraten beim Ryzen 5 1600X auch bisherige Benchmarks zu diesem Prozessor obsolet, dazu zählen vor allem die kürzlichen Cinebench-Werte (Singlethreaded & Multithreaded). Eventuell treffen jene ja auf das Modell "Ryzen 5 1500" zu, wenn jene kleinere Sechskern-CPU bei den Taktraten noch minimal zulegen kann (von bisher 3.2/3.5 GHz auf 3.3/3.7 GHz). Ohne sicher feststehende Taktraten und vor allem mit der Möglichkeit von AMD, die Taktraten noch nicht offiziell vorgestellter Prozessoren jederzeit ändern zu können, verbieten sich an dieser Stelle allerdings alle weiterführenden Spekulationen.

AMD Ryzen 3/5 Termine
AMD Ryzen 3/5 Termine
AMD Ryzen 5 1600X Spezifikationen
AMD Ryzen 5 1600X Spezifikationen

Daneben fügen Golem in ihrer Ryzen-Berichterstattung noch einen wichtigen Informationsbaustein hinzu: Die offiziellen XFR-Taktraten für die Achtkerner Ryzen 7 1700, 1700X & 1800X. Das XFR-Feature ist nunmehr sicher nicht vom X-Suffix der Ryzen-Prozessoren abhängig, jenes soll wohl nur auf besonders taktstarke Prozessoren hinweisen, macht ansonsten aber keinen Unterschied bei der Feature-Liste. XFR selber ist damit wohl bei jedem Ryzen-Prozessor mit an Bord, kann allerdings nur auf Overclocking-Mainboards ausgenutzt werden, dies sind nach derzeitigem Informationsstand die Chipsätze X300, B350 und X370. Mittels XFR kann ein Ryzen-Prozessor temporär und abhängig von der Leistungsfähigkeit der Kühlung sich über seine nominellen Taktraten erheben, dies allerdings nur auf einem CPU-Kern. Das Feature entspricht damit grob Intels Turbo Boost 3.0 bei Broadwell-E. Wie an den XFR-Taktraten zu sehen (+50 MHz bis +100 MHz), dürfte jenes Feature allerdings kaum eine große Schlagkraft entwickeln, für die weitere Betrachtung somit kaum Relevanz haben.

Kerne Takt XFR unlocked L3-Cache TDP Listenpreis Kühler Straßenpreis Launch
Ryzen 7 1800X 8 +SMT 3.6/4.0 GHz 4.1 GHz 16 MB 95W 499$ ohne 559€ 2. März 2017
Ryzen 7 1700X 8 +SMT 3.4/3.8 GHz 3.9 GHz 16 MB 95W 399$ ohne 439€ 2. März 2017
Ryzen 7 1700 8 +SMT 3.0/3.7 GHz 3.75 GHz 16 MB 65W 329$ Wraith Spire 359€ 2. März 2017
Ryzen 5 1600X 6 +SMT 3.6/4.0 GHz ? 16 MB 95W 259$ ? ~280€ Q2/2017
Ryzen 5 1500 6 +SMT ?  (3.2/3.5 GHz) ? 16 MB 65W ? ? ~250-270€ Q2/2017
Ryzen 5 1400X 4 +SMT ?  (3.5/3.9 GHz) ? 8 MB 65W ? ? ~220-240€ Q2/2017
Ryzen 5 1300 4 +SMT ?  (3.2/3.5 GHz) ? 8 MB 65W ? ? ~190-210€ Q2/2017
Ryzen 3 1200X 4 ?  (3.4/3.8 GHz) ? 8 MB 65W ? ? ~160-180€ H2/2017
Ryzen 3 1100 4 ?  (3.2/3.5 GHz) ? 8 MB 65W ? ? ~140-150€ H2/2017
Alle Ryzen-Prozessoren kommen im Sockel AM4 daher und sind damit nur auf Mainboards von AMDs 300er Chipsatz-Serie einsetzbar.
23

Die Systemanforderungen zu Ghost Recon Wildlands

Spielepublisher Ubisoft hat in seinem Blog die offiziellen PC-Systemanforderungen für das derzeit im Betatest befindliche und am 7. März 2017 dann offiziell erscheinende "Ghost Recon Wildlands" bekanntgegeben. Der OpenWorld-Shooter auf Basis der AnvilNext-Engine hat gute Vorab-Kritiken sowohl bezogen auf die Spielbarkeit als auch die Optikpracht erhalten und daher gute Chancen auf einen echten Spiele-Hit. Die hierfür aufgerufenen Hardware-Anforderungen sind üblich hoch, allerdings nirgendwo übertrieben. Bei den Prozessoren will Ubisoft minimal Core i5-2400S (2.5/3.3 GHz) oder FX-8320 (3.5/4.0 GHz) sehen – ein seltener Fall im übrigen, wo mal für den Spielebetrieb wirklich gleichwertige CPUs genannt werden (die AMD-CPU ist im Office-Einsatz etwas schneller, aber unter Spielen nur grob gleichwertig). Diese gute Vorgabe zerstört Ubisoft bei den CPU-Empfehlungen mit Core i7-3770 (3.4/3.9 GHz) oder FX-8350 (4.0/4.2 GHz) gleich wieder, diese CPUs sind bekannterweise unter Spielen keineswegs gleichwertig (die AMD-CPU ist bemerkbar langsamer). Wie üblich wurden für die nachfolgende Aufstellung dann sinnvolle Werte zur Prozessoren- und Grafikkarten-Power kreiert & notiert.

Denn auch bei den Grafikkarten-Anforderungen notiert Ubisoft leider teilweise unzusammenhängende Daten: Eine GeForce GTX 750 Ti (Perf.Index 210%) hat im Performancefeld von Radeon HD 7870 (Perf.Index 270%) oder GeForce GTX 950 (Perf.Index 290%) nicht viel zu suchen, davon abgesehen gibt es die seitens Ubisoft notierte "Radeon R7 370X" zumindest in der westlichen Welt nicht (vermutlich aber einfach nur ein Schreibfehler). Einschränkenderweise zu den Grafikkarten-Anforderungen wäre zu erwähnen, das jene auf Grafikkarten-Seite zu "For Honor" exakt gleichen Anforderungen in der Praxis jenes Hack&Slay-Titels deutlich unterboten werden. Ob dies aufgrund der offenen Spielwelt von Ghost Recon Wildlands unter diesem Titel genauso passiert, bliebe entsprechende Tests abzuwarten – aber diese Chance ergibt sich zumindest.

minimale Anforderungen empfohlene Anforderungen
Ziel-Auflösung 1280x720 @ "Low" 1920x1080 @ "High"
Betriebssystem Windows Vista *inoffiz.*     Windows 7     Windows 8.0 *inoffiz.*     Windows 8.1     Windows 10     Linux
32/64-Bit 32-Bit     64-Bit
Prozessor AMD K10 4C  (ab ~4 GHz)
AMD K10 6C  (ab ~3.5 GHz)
AMD Bulldozer 4C  (ab ~4 GHz)
AMD Bulldozer 6C
AMD Bulldozer 8C
AMD Mainstream-APU 4C  (ab ~4 GHz)
Intel Core 2 Quad  (ab ~4 GHz)
Intel Core i3 (2C+HT)  (ab ~4 GHz)
Intel Core i5 (4C)  (ab ~3 GHz)
Intel Core i7 (4C+HT)
Intel Core i7-E (6C/8C/10C)
AMD K10 4C
AMD K10 6C
AMD Bulldozer 4C
AMD Bulldozer 6C
AMD Bulldozer 8C  (ab ~5 GHz)
AMD Mainstream-APU 4C
Intel Core 2 Quad
Intel Core i3 (2C+HT)
Intel Core i5 (4C)  (ab ~4 GHz)
Intel Core i7 (4C+HT)  (ab ~3.5 GHz)
Intel Core i7-E (6C/8C/10C)
RAM 6 GB 8 GB
Festplatte keine Angabe
Grafik-API DirectX 11     DirectX 12     OpenGL     Vulkan
Grafikkarte AMD Radeon HD 5000
AMD Radeon HD 6000
AMD Radeon HD 7000ab 7870
AMD Radeon R200ab 270
AMD Radeon R300ab 370
AMD Radeon R400ab 460
nVidia GeForce 400
nVidia GeForce 500
nVidia GeForce 600ab 660
nVidia GeForce 700ab 760
nVidia GeForce 900ab 950SE
nVidia GeForce 1000ab 1050
AMD Radeon HD 5000
AMD Radeon HD 6000
AMD Radeon HD 7000
AMD Radeon R200ab 290X
AMD Radeon R300ab 390
AMD Radeon R400ab 480-4GB
nVidia GeForce 400
nVidia GeForce 500
nVidia GeForce 600
nVidia GeForce 700
nVidia GeForce 900ab 970
nVidia GeForce 1000ab 1060-6GB
Grafik-RAM 2 GB 4 GB
Anmerkung: Die angegebenen Anforderungen zu Prozessor und Grafikkarte stellen eine eigene Interpolation der offiziellen Anforderungen dar.
23

Offizielle Cinebench-Ergebnisse zu AMDs Ryzen 7 1700, 1700X und 1800X veröffentlicht

Auf einem TechDay in San Francisco hat AMD einiges neues zu seinen Ryzen-Prozessoren gesagt bzw. diverse neue Präsentationsfolien veröffentlich, die ComputerBase war vor Ort und hat fleißig abfotographiert. Darunter war auch eine Präsentationsfolie zum IPC-Gewinn, welchen AMD mit Ryzen erreicht haben will: Das mit der zugrundeliegenden Zen-Architektur ursprünglich angestrebte Designziel von +40% (gegenüber AMDs Bulldozer-Prozessoren der Excavator-Ausbaustufe, realisiert allein im APU-Bereich mit den Carrizo-basierten APUs) wurde dabei sogar deutlich überboten, AMD will mit der Zen-Architektur nunmehr sogar +52% IPC gegenüber der Bulldozer-Architektur herausgeholt haben. Dies erklärt wohl auch die vielen guten Vorab-Benchmarks der letzten Zeit, mittels welchen AMD deutlich näher an Intel herangekommen (und weiter von Bulldozer weggekommen) ist, als AMD selber einmal prognostiziert hatte.

AMD Ryzen IPC-Gewinn
AMD Ryzen IPC-Gewinn
AMD Ryzen Listenpreise
AMD Ryzen Listenpreise

Im Rahmen dieser Veranstaltung hat AMD zur Untermauerung auch offizielle Cinebench-Werte zu den drei nunmehr vorgestellten Prozessoren Ryzen 7 1700, 1700X & 1800X veröffentlicht, welche somit alle bisherigen inoffiziellen bzw. geleakten Werte ersetzen können. Der Cinebench ist zwar nur ein einzelner Benchmark, aber jener hat zumindest zwei Vorteile: Erstens sind die Werte unterschiedlicher Systeme recht gut vergleichbar, die Spielbreite der Ergebnisse sehr gering. Und zweitens haben die Cinebench-Werte die positive Angewohnheit, irgendwo in der Mitte von üblichen Benchmark-Sets zur Workstation-Performance herauszukommen, ergo ein guter Fingerzeig auf das mit den Launchreviews zu ermittelnde Workstation-Performancebild abzugeben. Die nachfolgenen Vergleichswerte stammen maßgeblich von der ComputerBase sowie AnandTech (da AMDs eigene Vergleichswerte zu Intel-Prozessoren "seltsamerweise" etwas niedrig ausgefallen sind), womit man die Ryzen-Prozessoren zumindest unter dem Cinebench schon ganz gut gegenüber früheren und aktuellen Intel-Prozessoren bewerten kann (erster Wert Multithread, zweiter Wert Singlethread):

bestes Consumer-Modell kleinstes E-Modell zweites E-Modell drittes E-Modell
(übliche Preislage) ~320$ ~400$ ~500$ ~1000$
Sandy Bridge 626/?
2700K, 4C+HT, 3.5/3.9 GHz
614/?
3820, 4C+HT, 3.6/3.8 GHz
977/132
3930K, 6C+HT, 3.2/3.8 GHz
1065/135
3970X, 6C+HT, 3.5/4.0 GHz
Ivy Bridge 667/139
3770K, 4C+HT, 3.5/3.9 GHz
697/140
4820K, 4C+HT, 3.7/3.9 GHz
1043/140
4930K, 6C+HT, 3.4/3.9 GHz
1097/144
4960X, 6C+HT, 3.6/4.0 GHz
Haswell 791/156
4770K, 4C+HT, 3.5/3.9 GHz
1022/141
5820K, 6C+HT, 3.3/3.6 GHz
1077/147
5930K, 6C+HT, 3.5/3.7 GHz
1324/139
5960X, 8C+HT, 3.0/3.5 GHz
Haswell-Refresh 873/173
4790K, 4C+HT, 4.0/4.4 GHz
- - -
Broadwell 782/157
5775C, 4C+HT, 3.3/3.7 GHz
1096/154
6800K, 6C+HT, 3.4/3.6 GHz
1195/164
6850K, 6C+HT, 3.6/3.8 GHz
1562/163
6900K, 8C+HT, 3.2/3.7 GHz
Skylake 886/181
6700K, 4C+HT, 4.0/4.2 GHz
- - -
Kaby Lake 972/196
7700K, 4C+HT, 4.2/4.5 GHz
- - -
Ryzen 1410/?
1700, 8C+SMT, 3.0/3.7 GHz
1537/?
1700X, 8C+SMT 3.4/3.8 GHz
1619/162
1800X, 8C+SMT, 3.6/4.0 GHz
-
Bulldozer/Vishera 720/113
FX-9590, 8C, 4.7/5.0 GHz
- - -
Bulldozer 552/88
FX-8150, 8C, 3.6/4.2 GHz
- - -
Ryzen-Werte von AMD, Intel-Vergleichswerte von der ComputerBase, AnandTech, Rebusfarm & Technikaffe, Bulldozer-Vergleichswerte von AnandTech & PC Perspective

Insbesondere, wenn man das ganze unter die Maßgabe der jeweils aufgerufenen Preise stellt, sieht es schon sehr gut für AMDs Ryzen-Prozessoren aus: Das, was Intel im jeweils gleichen Preisbereich stehen hat, wird regelrecht versägt, AMD gewinnt mit Abständen von (kann man nicht anders nennen) sagenhaften 35-45%. Selbst bei der SingleThread-Performance kann AMD mit den E-Modellen von Intel vollkommen mithalten (welche natürlich wie die Ryzen-Prozessoren nicht besonders hoch getaktet sind). Die Höhen der SingleThread-Performance von Intels schnell getakteten Vierkernern kann AMD prinzipbedingt mit Achtkern-Prozessoren nicht erreichen – aber diese "Schwäche" trifft ja genauso auch auf Intels eigene Enthusiasten-Modelle trotz deren hoher Preispunkte zu.

Sogar den rein technischen Vergleich ohne Berücksichtigung der Preispunkte kann AMD (zumindest singulär) zu gewinnen: Der Ryzen 7 1800X kommt auf ein um +3,6% besseres Ergebnis als Intels Achtkerner Core i7-6900K. Die Hochrechnung auf den Sechskern-Bereich sieht einen Ryzen 5 1600X bei ~1120 Cinebench-Punkten, in dieser Frage dürfte Intels Core i7-6850K mit 1195 Punkten allerdings weiterhin etwas vorn liegen. Im Vierkern-Bereich dürfte es dann deutlich zugunsten von Intel ausgehen, da AMD hierbei keine besonderen Taktraten aufbietet und Intel inzwischen klar oberhalb von 4 GHz angekommen ist. Aber natürlich sind dies nur sehr theoretische Vergleiche ohne Berücksichtigung der Preislagen – zum Verkauf angebotene Hardware steht aber nicht im luftleeren Raum, ergo sind die aufgerufenen Preispunkte natürlich immer mit zu beachten.

In der Summe sieht dies schon einmal sehr gut aus für AMDs Ryzen – sogar noch etwas besser als bei den letzten Vorab-Benchmarks. Benchmark-Sets, die sich nicht auf die Workstation-Performance beziehen, können natürlich abweichende Ergebnisse erbringen – aber da die Grundperformance bei Ryzen bzw. der Zen-Architektur ganz augenscheinlich da ist, dürfte sich hierbei maximal eine Abweichung um -10% ergeben (eher im mittleren einstelligen Bereich). Logisch, das unter normalen Consumer-Benchmarks oftmals die höheren Taktraten von Intels Consumer-Prozessoren wirkungsvoller als die vielen CPU-Kerne von Broadwell-E und Ryzen sein werden – aber dies größtenteils wieder ausgeglichen durch viele Benchmarks des Consumer-Bereichs, welche inzwischen genauso auch auf Multikern-Prozessoren optimiert sind (vor allem Packer & Video-Coding). AMD kann dem kommenden Ryzen-Launch also wohlgemut entgegenblicken, es sind wohl reihenweise Benchmark-Siege zugunsten von AMD zu erwarten.

22

AMD kündigt Ryzen 7 1700, 1700X & 1800X offiziell für den 2. März 2017 an

Etwas vorfristig hat AMD bereits am mittwöchlichen 22. Februar 2017 erste Prozessoren-Modelle seiner kommenden Ryzen-Produktlinie offiziell angekündigt. Die Achtkerner Ryzen 7 1700, 1700X und 1800X werden am 2. März 2017 in den Handel gehen, zu diesem Zeitpunkt sind auch entsprechende Testberichte zu erwarten. Die zu diesen Prozessoren genannten Daten entsprechen den Vorab-Informationen, neu sind in erster Linie die offiziellen US-Listenpreise – welche allerdings genauso im Rahmen der Erwartungen liegen, welche sich aus den Vorab-Notierungen gespeist haben. Mit dem Mittwoch beginnt zudem auch eine offizielle Vorbesteller-Phase, ergo dürfen die Einzelhändler somit die Ryzen-Prozessoren bereits ganz regulär ins Angebot aufnehmen und werden sich damit dann bereits echte Straßenpreise herausbilden, ist der Preiskampf der Einzelhändler also hiermit schon eröffnet.

Noch nichts gesagt hat AMD zum XFR-Feature – allerdings ist es offensichtlich, das nur die X-Modelle jenes tragen werden (wird bereits weithin so angenommen) und hierzu gibt es inzwischen klare Aussagen, das der Suffix "X" nichts mit diesem Feature zu tun hat. Entgegen letzten Meldungen kommen die beiden Top-Modelle Ryzen 7 1700X & 1800X nun doch wieder gänzlich ohne Kühler daher – aber womöglich sind die hierzu beschriebenen Kühler auch rein für OEM-Bedürfnisse, die veröffentlichte Unterlage stammte genau aus diesen Kreisen. Zu den anderen Ryzen-Modellen hat AMD noch nichts offizielles gesagt, die hierzu in nachfolgender Tabelle notierten Daten sind somit weiterhin im Gerüchte-Status. Da sich aber alle Gerüchte zu den drei nun offiziell angekündigten Ryzen-Modellen bestätigt haben, dürften auch die Daten der kleineren Ryzen-Modelle mehr oder weniger stimmen. Jene scheint AMD nun tatsächlich später zu veröffentlichen – was aber kein Beinbruch darstellt, somit gehen jene kleineren Ryzen-Modelle beim kommenden Launchtag nicht unter und können später dann extra und mit mehr Zeit betrachtet werden.

Kerne Takt unlocked L3-Cache TDP Listenpreis Kühler Straßenpreis Launch
Ryzen 7 1800X 8 +SMT 3.6/4.0 GHz 16 MB 95W 499$ ohne 559€ 2. März 2017
Ryzen 7 1700X 8 +SMT 3.4/3.8 GHz 16 MB 95W 399$ ohne 439€ 2. März 2017
Ryzen 7 1700 8 +SMT 3.0/3.7 GHz 16 MB 65W 329$ Wraith Spire 359€ 2. März 2017
Ryzen 5 1600X 6 +SMT 3.3/3.7 GHz 16 MB 95W ? ? ~280-310€ ?
Ryzen 5 1500 6 +SMT 3.2/3.5 GHz 16 MB 65W ? ? ~250-270€ ?
Ryzen 5 1400X 4 +SMT 3.5/3.9 GHz 8 MB 65W ? ? ~220-240€ ?
Ryzen 5 1300 4 +SMT 3.2/3.5 GHz 8 MB 65W ? ? ~190-210€ ?
Ryzen 3 1200X 4 3.4/3.8 GHz 8 MB 65W ? ? ~160-180€ ?
Ryzen 3 1100 4 3.2/3.5 GHz 8 MB 65W ? ? ~140-150€ ?
Alle Ryzen-Prozessoren kommen im Sockel AM4 daher und sind damit nur auf Mainboards von AMDs 300er Chipsatz-Serie einsetzbar.

Die von AMD notierten Preislagen sowie die ersten deutschen Straßenpreise passen ziemlich gut zu unseren bisherigen Vorhersagen, ergo sollten auch die Preis-Vorhersagungen zu den kleineren Ryzen-Modellen passend sein. Bezüglich der Einordnung der Preise der drei "großen" Modelle sei gesagt, das AMD sich hierbei mit Core i7-7700K (339$ Listenpreis), Core i7-6800K (412$ Listenpreis) und Core i7-6850K (587$ Listenpreis) anlegt – zu nominell jeweils etwas niedigeren Listenpreisen, was den neuen AMD-Prozessoren schon mittelfristig (wenn sich der Einzelhändler-Wettbewerb etwas eingespielt hat) gewisse preisliche Vorteile geben dürfte. Rein technisch dürfte es zudem kein Problem sein, die jeweiligen Intel-Prozessoren zu schlagen – immerhin tritt AMD hier mit Zen-Achtkernern gegen Vier- und Sechskerner von Intel an. Das Preis/Leistungs-Verhältnis dürfte ergo in sehr klarem Maßstab auf AMDs Seite sein – vom generellen Vorteil der gleich acht CPU-Kerne und deren Langfristnutzen gar nicht erst zu reden.

Intel dürfte von Ryzen somit wahrscheinlich sogar deutlich geschlagen werden – was sicherlich auch ein Ausdruck der überzogenen Preislagen bei Intel ist, welche man in den letzten Jahren mangels schlagkräftiger Konkurrenz nicht so wirklich augenscheinlich sehen konnte. Ob Intel an diesen Preislagen etwas ändert, ist dagegen immer noch ungewiß: Intel hat sich auf diesem Verkausfmodell mit (sehr) hohen Margen gemütlich eingerichtet, ein schneller Wechsel würde neben dem Gesichtsverlust auch erhebliche Margenverluste bedeuten. Letztere kann sich Intel vermutlich viel weniger leisten als denn gewisse Verluste an Marktanteil, welche man über gute Geschäfte in anderen Sparten wieder ausgleichen (und damit gegenüber Aktionären und Analysten verbergen) kann. Eine geringfügige Preissenkung reicht Intel hingegen nicht aus, um gegenüber diesem beim Preis/Leistungs-Verhältnis augenscheinlich wirklich gutem Angebot kontern zu können – ergo dürfte Intel dies vermutlich lassen, Ryzen lieber schlicht negieren und auf seine bestmöglichen OEM-Beziehungen sowie die eigene Marken-Stärke setzen. Ein echter Ryzen-Konter durch Intel ist damit aller Vermutung nach regelrecht Zukunftsmusik.

21

Hardware- und Nachrichten-Links des 21. Februar 2017

Die Macher der Hardwareanalyse-Tools AIDA haben in einem neueren Treiber einen ersten Eintrag zu nVidias Volta-Generation gefunden – konkret wurde schlicht der GV100-Chip mit der PCI-Devicenummer "1D81" erstmals im Treiber notiert. Dies sagt jetzt noch nicht viel über eventuelle Termine aus, denn gerade der Top-Chip einer neuen Chip-Generation erreicht in aller Regel sehr frühzeitig das Test-Stadium – und wird dann nachfolgend auch viele Monate lang intensiven Tests unterzogen, welche bei neuen Architekturen und (eventuell) auch neuen Fertigungsverfahren einfach notwendig sind. Trotzdem kommt das ganze etwas früher als gedacht, mittels der jetzigen Meldung wäre eine Vorstellung des GV100-Chip sogar schon zum Jahresanfang 2018 denkbar. Dies muß dann nichts für die eigentlichen Gaming-Chips der Volta-Generation (bisher bekannt GV102 & GV104) bedeuten – jene könnten auch deutlich später kommen, innerhalb der Pascal-Generation wurde der GP100-Chip schließlich deutlich vor den eigentlichen Gaming-Chips angekündigt (und war rein offiziell sogar verfügbar).

Aber dennoch würde dieser Zeitrahmen bedeuten, das die Gaming-Chips der Volta-Generation schon in Richtung Mitte 2018 verfügbar sein könnten – und damit wird es knapp für eine mögliche Refresh-Generation auf Pascal-Basis, sprich der (hypothetischen) GeForce 2000 Serie. Schließlich kommt voraussichtlich Ende März dann noch die GeForce GTX 1080 Ti – was eine mögliche GeForce 2000 Serie eher etwas nach hinten (auf Ende 2017) verschiebt, womit sie dann aber schon in terminliche Konflikte mit der Volta-Generation Mitte 2018 geraten würde. Je früher also Volta kommt, um so unwahrscheinlicher ist der Release einer GeForce 2000 Serie – und jene Treiber-Notierung zugunsten von GV100-Chip darf man durchaus als handfestes Indiz hierfür werten. Sicher ist diese Auslegung mitnichten, weil wie gesagt der Effekt der Differenz zwischen klarem Profi-Chip (GV100) und den eigentlichen Gaming-Chips (GV102 & GV104) hinzukommt – niemand kann derzeit sicher sagen, mit welchem zeitlichen Abstand jene wirklich folgen werden. Hier wird man leider erhellende weitere Informationen abwarten müssen – welche durchaus noch auf sich warten lassen dürften, derzeit stehen nVidia schließlich noch alle Möglichkeiten offen.

Während dies noch einigermaßen weit in der Zukunft liegt, will AMD auf seinem "Capsaicin & Cream" Event (28. Februar 2017, 19:30 deutscher Zeit, Livestream) im Rahmen der anstehenden GDC 2017 nun tatsächlich etwas über die Vega-Generation oder/und -Architektur sagen, wie AMD dies in einer Pressemitteilung hierzu notiert. "Exciting new details surrounding Vega" muß zwar nicht viel sein, ist aber in jedem Fall besser als ein Teaser mit reinem Show-Charakter. Möglicherweise hat sich AMD auch erst kurzfristig zu diesem Schritt entschlossen, da nVidia am gleichen Tag voraussichtlich die GeForce GTX 1080 Ti ankündigen wird. Sollte dies so zutreffen und AMD also die Absicht haben, nVidia in seiner Ankündingsshow zu stören, wäre eventuell sogar die Herausgabe von Performance-Daten oder aber zumindest Hinweise auf die Vega-Performance im Rahmen des Möglichen – dies würde nVidia zumindest bestmöglich stören und in dieser Disziplin haben die Grafikchip-Entwickler inzwischen schließlich ihre eigene Meisterschaft entwickelt. In jedem Fall wird die nächste Woche hochinteressant werden: Ankündigung der GeForce GTX 1080 Ti, Vega-Teaser und am Ende der langerwartete Ryzen-Launch – welcher die Enthusiasten inzwischen schon zu Ryzen-Memes und Ryzen Hype Ships animiert.

Heise berichten über die anhaltenden Schwierigkeiten der EU-Datenschützer mit Windows 10: Microsoft verspricht zwar alle möglichen Änderungen zugunsten des Datenschutzes, setzt das aber oftmals nur halbherzig und ungenau um, womit die eigentliche Zielsetzung der Datenschützer nicht erreicht wird. Das ganze ist langsam ein Trauerspiel – und ein dicker Hinweis auf die faktisch nicht funktionierende Datenschutz-Gesetzgebung, denn regulär gesehen gehört angesichts der gesammelten Vorwürfe der Datenschützer gegenüber Windows 10 (ob jene auch sinnvoll sind, steht auf einem anderen Blatt, aber erst einmal machen die Datenschützer nur ihren Job) jenes eigentlich EU-weit umgehend aus dem Markt genommen. Jedem Produkt, welches Lebensmittelvorschriften oder Funkregularien verletzt, würde es ganz genauso gehen – und dies nicht erst anderhalb Jahre nach Release. Alternativ und aufgrund der faktischen Monopolstellung Microsoft könnte es auch eine Strafzahlung sein – welche dann aber in einer Höhe ausfallen muß, die Microsoft zur Anpassung an die geltende Rechtslage wirklich motiviert. Sehr erstaunlich, das man wichtige Bürgerrechte definiert, deren vorsätzliche Mißachtung allerdings entweder nicht unter Strafe stellt bzw. etwaige Strafandrohungen in der Praxis einfach nicht umgesetzt werden.

21

Neue PassMark-Benchmarks zeigen erneut auf eine höchst konkurrenzfähige Ryzen-Performance

Nach den ersten PassMark-Benchmarks eines Ryzen 7 1700X Prozessors kommen nun von WCCF Tech weitere solche PassMark-Zahlen. Hierbei kam ein dem Ryzen 7 1800X nahes Testsample zum Einsatz, welches nominell auf 3.6/3.9 GHz spezifiziert war (der 1800X hat 3.6/4.0 GHz). Im Test lief der AMD-Prozessor allerdings gänzlich ohne Turbo – und damit sicherlich auch ohne der automatischen Übertaktungsfunktion XFR. WCCF Tech haben hierzu dann ein paar Vergleichswerte von regulär getakteten Intel-CPUs herausgesucht, bei jenen lief der Turbo-Modus dann augenscheinlich jedoch mit. Insofern ist das ganze ein etwas seltsamer Vergleich, welchen das AMD-Testsamples klar gehandicapt antritt. Man könnte fast sagen, das die gezeigte AMD-Performance auf Taktraten von strikt 3.6 GHz eher denn dem Ryzen 7 1700 Prozessor entspricht, welcher seinerseits Taktraten von 3.3/3.7 GHz aufweist.

Ein anderes Problem dieser neuen PassMark-Ergebnisse besteht in den schwachen Intel-Vergleichswerten, welche WCCF Tech herausgesucht haben – jene liegen durchgehend niedriger gegenüber den letzten PassMark-Resulaten – und gehen vermutlich sogar in die Richtung, die Ergebnisse insgesamt zu verfälschen. Leider hat der PassMark doch eine größere Spielbreite an Ergebnissen und kann man daher am Ende aus deren Benchmark-Datenbank alles herausziehen, was man gern darstellen würde. Wir halten es in jedem Fall für unglaubwürdig, das ein Ryzen-Achtkerner auf rein 3.6 GHz Takt und ohne Turbo/XFR (was wie gesagt dem Ryzen 7 1700 nahekommt, nicht dem seitens WCCF Tech angekündigtem Ryzen 7 1800X) sich um gleich +9,4% von einem Core i7-6900K abzusetzen vermag. Dies kann in einzelnen Benchmarks mit speziellen, der Zen-Architektur besonders liegenden Lasten vorkommen – aber weniger im Rahmen einer Testsuite mit verschiedenden, auch noch möglichst CPU-nahen Einzeltests.

FX-8350 Core i7-5960X Core i7-6800K Core i7-6900K Ryzen 8C
(Technik) Bulldozer, 8C, 4.0/4.2 GHz Haswell-E, 8C +HT, 3.2/3.5 GHz Broadwell-E, 6C +HT, 3.4/3.6 GHz Broadwell-E, 8C +HT, 3.2/3.7 GHz Zen, 8C +SMT, 3.6 GHz, no Turbo, no XFR
CPU Mark – Integer Math 21577 31182 24840
(27587)
34095
(37168)
41306
CPU Mark – Floating Point Math 7477 13760 11058
(11522)
14748
(16651)
15256
CPU Mark – Compression 13995 24486 19488
(20116)
25347
(29105)
25505
CPU Mark – Encryption 1777 3448 2760
(2984)
3536
(4061)
4005
CPU Mark – Sorting 8445 14216 11278
(12462)
14449
(16787)
15709
CPU Mark – Physics 629 1131 935
(1034)
1149
(1272)
753
CPU Mark – Prime Numbers 33 63 47
(53)
61
(66)
38
CPU Mark – Extended Instructions (SSE) 35 88 70 91 742
CPU Mark – CPU Single Threaded 1496 1847 1975
(2205)
2095
(2307)
1980
Index (ohne Physics/Prime/SSE/ST) 55,2% 95,4% 76,1% 100% 109,4%
Index gegenüber früheren Benchmarks - - 72,0% 100% 96,2%
Listenpreis ~$150 $999 $412 $999 ~$330
(Ryzen 7 1700)

Insofern ist die wahrscheinlichste Erklärung dieser Ergebnisse, das die von WCCF Tech ursprünglich notierten Intel-Vergleichswerte schlicht zu niedrig liegen. Wir haben demzufolge in Klammern die früheren PassMark-Resultate der Intel-Prozessoren hinzugefügt und darauf basierend dann auch einen zweiten Index erstellt. Jener zeigt den (sinngemäßen) Ryzen 7 1700 auf einem Performance-Niveau von 96,2% gegenüber dem Core i7-6900K, sprich der Ryzen-Prozessor ist nur um 3,8% langsamer als der Intel-Prozessor. Dies ist ein immer noch hervorragendes Ergebnis, rechnet man die Ryzen-Taktrate von nur 3.6 GHz ein. Sollte sich dieses Ergebnis halten lassen, würde ein echter Ryzen 7 1800X auch ohne XFR-Feature und allein mit dem Effekt seines bis auf 4.0 GHz gehenden Turbo-Modus den Core i7-6900K sicherlich ein- und sogar minimal überholen können. Auch dies ist wieder ein hervorragendes Benchmark-Ergebnis zugunsten von AMD und der Zen-Architektur – wobei zu vermuten wäre, das der PassMark den Ryzen-Prozessoren wohl ziemlich gut liegt und andere Benchmarks möglicherweise dann nicht ganz so gut ausfallen könnten.

Es wäre jedenfalls ein mittleres Wunder, falls AMDs Topmodell Ryzen 7 1800X ohne XFR-Feature sich wirklich in einem breiten Benchmarkfeld an einem Core i7-6900K vorbeimogeln könnte – immerhin ist letzterer Intels aktuell führende Achtkern-CPU. Unter Aktivierung von XFR könnte jenes Wunder dann allerdings tatsächlich sogar noch passieren – aber dies ist nur eine Möglichkeit, denn derzeit ist unklar, welches Potential XFR nun wirklich mit sich bringt. In jedem Fall könnte es sogar richtig knapp für Intel werden – und man sollte bei dieser Frage natürlich immer mit im Hinterkopf behalten, das AMD jenen Benchmark-Sieg gegenüber dem Core i7-6900K gar nicht wirklich benötigt. Denn aufgrund des klar niedrigeren Preispunkts dürfte Ryzen so oder so das bessere Angebot gegenüber Intels Prozessoren (zumindest gegenüber Broadwell-E) sein.

Inhalt abgleichen