26 26

Welches Interesse besteht an HDR-Monitoren?

HDR-Fernseher sind schon eine gewisse Zeit lang erhältlich und werden augenscheinlich ein großes Thema für die Fernseherhersteller sein. Im PC-Bereich sind HDR-Monitore hingegen noch in den Startblöcken – und dies obwohl die Grafikchip-Entwickler schon vor Jahren die entsprechende Vorarbeit geliefert haben und alle aktuellen Grafikkarten in der Lage sind, ein HDR-Signal (mit 10 Bit anstatt 8 Bit pro Farbkanal) auszugeben. Zudem fängt der Support der Spieleentwickler bezüglich einer HDR-Bildausgabe gerade erst an – und wird vermutlich einige Jahre benötigen, ehe sich jener als Standard durchgesetzt hat. Doch besteht überhaupt ein Interesse an HDR-Monitoren im PC-Bereich – und wo werden aktuell deren Probleme gesehen?

26

Welche Beschleunigung erbringen DirectX 12 & Vulkan derzeit gegenüber DirectX 11 & OpenGL?

Die PC Games Hardware hat untersucht, was die LowLevel-APIs DirectX 12 & Vulkan in ihrer Kerndisziplin derzeit leisten können – und dies ist nicht die Beschleunigung der Grafiklösung, sondern natürlich die Entlastung des Prozessors (durch Verringerung des CPU-Overheads), gerade bei weniger leistungsfähigen. Hierzu hat man sich die Performance eines Systems mit FX-8350 samt Radeon R9 Nano unter verschiedenen Benchmarks angesehen, wo sowohl eine der beiden LowLevel-APIs als auch deren "HighLevel"-Vorgänger DirectX 11 & OpenGL angeboten werden. Jener Vergleich ist natürlich nicht perfekt, da manche Spieletitel für unterschiedliche APIs auch (leicht) andere Optikeffekte ansetzen bzw. die APIs von manchen Spieleentwickler nicht gleichwertig behandelt wurden. Ein besonders krasser Fall hierzu ist Doom (2016), wo man mittels der Vulkan-API derart massiv hinzugewinnt (bis zum Dreifachen der Performance), daß dies dann schon eher unrealistische Züge annimmt.

Nichtsdestrotrotz: Ein klar nachweisbarer Performancegewinn ist unter DirectX 12 & Vulkan vorhanden, welcher aber wie gesagt eher nur auf schwächeren bis maximal mittleren CPUs wirklich sichtbar wird. Die Idee einer allgemeinen Performancesteigerung unter Grafikkarten-limitierten Szenarien durch die neuen Lowlevel-APIs wird damit nicht erfüllt – und war schon immer falsch, weil DirectX 12 & Vulkan gar nicht in diese Richtung hin entwickelt wurden. Hierzu hatte sich schlicht und ergreifend an dem (nicht per se falschen) Schlagwort "Performance-Steigerung" die breite Vorstellung von einer allgemeinen Performance-Steigerung gerade durch DirectX 12 entwickelt – in der Realität ist es aber nur eine verbesserte CPU-Ausnutzung auf eher schwächeren Systemen, welche mit steigender Grafikkarten-Limitierung immer weniger sichtbar wird und bei echten HighEnd-Systemen sowieso keinerlei beachtbaren Effekt hat.

1280x720 (eher CPU-limitiert) 2560x1440 (eher GPU-limitiert)
Performance-Gewinn durch LowLevel-API +55,0%
(ohne Doom: +32,9%)
+16,4%
(ohne Doom: +9,0%)
Spieletitel mit deutlichem Gewinn (ab +15%) 6 von 8 2 von 8
Maximalwerte (Ausreißer nach oben/unten) Doom (2016) mit +210%
The Division mit nur +8,4%
Doom (2016) mit +68,8%
Deus Ex: Mankind Devided mit sogar -2,1%
Benchmarkwerte gemäß der PCGH, Testsystem: FX-8350 & Radeon R9 Nano

Aus dieser Warte betrachtet könnte man DirectX 12 derzeit fast als "unnötig" ansehen, da CPU-Performance heutzutage sicherlich keine nur limitiert zur Verfügung stehende Ressource ist und die Verminderung des CPU-Overheads durch eine LowLevel-API damit technisch gesehen zwar eine nette Idee darstellt, aber praktisch betrachtet für die Gamer nichts bedeutsames verändert. Als eher interessant erscheint da schon die Vulkan-API, deren Performancegewinne gegenüber OpenGL (zumindest unter Doom) weit über das hinausgehen, was man normalerweise über Verbesserungen im CPU-Bereich erwarten kann – hier scheint sich (viel) mehr getan zu haben als zwischen DirectX 11 und 12. Hinzu kommt die bekannte Plattform-Unabhängigkeit von Vulkan – was doch langsam aber sicher die Spieleentwickler einmal dazu veranlassen sollte, mehr in diese Richtung hin zu denken.

24

Hardware- und Nachrichten-Links des 24. Februar 2017

Die PC Games Hardware hat sich die Grafikkarten-Performance unter der nunmehr offenen Beta von Ghost Recon Wildlands angesehen. Gegenüber der geschlossenen Beta liegen nun zum einen angepasste Grafikkarten-Treiber als auch diverse Änderungen der Spieleentwickler an Optik-Details vor: Bemerkbar soll dabei vor allem ein stärkerer Aufpopeffekt bei in die Nähe kommenden Objekten sein – das spart natürlich Performance ein, aber wirklich schön ist eine solche Sparmaßnahme nicht. Es bleibt zu hoffen, das man jenen Effekt im fertigen Spiel gezielt regeln kann, um auf entsprechend leistungsstarken Rechner den Aufpopeffekt zu minimieren. Hierfür müssen sich die Spieleentwickler allerdings an anderer Stelle noch massiv ins Zeug legen, denn das Texturenstreaming funktioniert ab der WQHD-Auflösung unabhängig der Grafikkartenspeicher-Menge nicht mehr wirklich, Nutzer höherer Auflösungen erhalten oftmals also nur noch Texturenbrei. Dies müsste allerdings doch irgendwie zu lösen sein, denn von der Grundperformance her liegt Ghost Recon Wildlands nicht wirklich abseits bekannter Anforderungen – eine (werksübertaktete) Radeon RX 480 8GB erreicht unter FullHD 51 fps und unter WQHD noch 39 fps, unter UltraHD kommt dagegen nur noch eine (werksübertaktete) GeForce GTX 1080 auf 40 fps.

Laut der DigiTimes wird die initiale Liefermenge für AMDs Ryzen 7 1700, 1700X & 1800X Achtkern-Prozessoren bei immerhin einer Million Stück liegen – ergo hat AMD wohl keine ganz so großen Lieferprobleme, wie vorab weithin erwartet wurde. Wichtiger wird damit, wann und in welchem Umfang dann Nachlieferungen kommen – denn trotz das die eine Million Ryzen-Prozessoren eine stattliche Stückzahl darstellt, dürfte jene wohl über die Wochen durchaus weggehen. Die Enthusiasten scharren schließlich schon reihenweise mit den Hufen (in den Amazon-Topsellerlisten liegt Ryzen auf Platz 1, 2 & 4), was angesichts des erheblichen Preis/Leistungsvorteils zugunsten von AMDs Ryzen auch vollkommen berechtigt ist. Zudem scheint AMD sogar den einen oder anderen PC-Hersteller auf seine Seite gebracht zu haben, womit somit auch das (volumenträchtige) OEM-Geschäft zumindest anlaufen kann. Und letztlich sind eine Million CPUs angesichts von weltweit jährlich ca. 110 Millionen verkaufter Desktop-PCs (Aufrüster und Selbstbauer nicht mit erfaßt) nicht wirklich viel, dies ist gerade einmal grob ein Zehntel des Monatsabsatzes an Desktop-CPUs.

Zudem wäre gemäß früherer Meldungen ebenfalls noch anzunehmen, das es anfangs an passenden Ryzen-Mainboards mangelt – aber diesbezüglich haben die Mainboard-Hersteller in den letzten Tagen ganz enorm nachgelegt und könnten sich damit eventuell noch aus der Malaise befreien. Die Mainboard-Designs scheinen nunmehr zu stehen, die Preise auf ein sinnvolles Niveau abzusinken (B350 für 87-130 Euro, X370 für 170-331 Euro) – ob es auch rechtzeitig die benötigten Stückzahlen gibt, bliebe dann allerdings die Praxis abzuwarten. In diesem Zusammenhang immer noch ein offener Punkt ist der offizielle Speichersupport der Ryzen-Prozessoren – wobei es gemäß kürzlichen Infos mindestens DDR4/2667 sein dürfte. Daß es gleich hinauf bis zu DDR4/3600 geht, wie von Videocardz für ein Biostar-Mainboard gemeldet, wäre allerdings zu bezweifeln – so etwas ist üblicherweise reines Overclocking-Territorium, davon abgesehen ist DDR4/3600 noch nicht einmal offiziell spezifiziert (maximal derzeit DDR4/3200).

Daneben sprechen PCWorld auch noch einen Punkt an, den sich AMD wirklich hätte sparen können: Die AMD-eigenen Vergleichsbenchmarks gegenüber Intels Broadwell-E Prozessoren sind erneut auf den Intel-Prozessoren im DualChannel-Modus ausgeführt worden. Dies hatte AMD schon zur seinerzeitigen Zen-Präsentation derart gehandhabt – und dafür dann auch sein Fett wegbekommen. Die Argumentation, das AMDs Ryzen schließlich auch nur ein DualChannel-Speicherinterface zur Verfügung hat, zieht nicht wirklich – unter diesem Argument könnte man Intels schnell getaktetet Kaby-Lake-Prozessoren auch beim Takt begrenzen, weil AMD ja nicht so viel Takt aufbietet. Ironischerweise soll es in den von AMD benutzten Benchmarks – Cinebench & Handbrake – wohl keinerlei echte Auswirkungen haben, ob man auf Intel-Prozessoren ein DualChannel- oder ein QuadChannel-Speicherinterface nutzt. Um so mehr sollte AMD sich nicht solche Blößen geben – dazu gehört im übrigen auch der seltsame "Zufall", das alle von AMD genannten Cinebench-Werte zu Intel-Prozessoren durchgehend unterhalb selbst von Durchschnittswerten liegen, teilweise klar unterhalb von Spitzenwerten rangieren. Mit dem kommenden Launch wird das sowieso alles von unabhängiger Stelle gegengecheckt – und echte Urteile werden erst dann gebildet, das jetzige Vorgeplänkel zählt zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.

Noch ein Stück "Mythbusting": Die derzeit herumschwirrenden Preislagen zu Ryzen 3/5 Prozessoren basieren (bis auf die Ausnahme des Ryzen 5 1600X Prozessors) keinesfalls auf einem Leak, selbst wenn manche Webseiten dies so schreiben. Ausgangspunkt dieser Preis ist (mal wieder) WCCF Tech, welche wie bekannt in ihren Berichten belegbare Information und eigene Dichtung munter zusammenpuzzeln. Offiziell sind derzeit aber nur die Preise zu den Ryzen 7 1700, 1700X & 1800X Prozessoren, daneben gab es einen Leak zum Preispunkt des Ryzen 5 1600X Prozessors. Der Rest der genannten Preise sind eigene Annahmen auf Basis der herumschwirrenden Händlerpreise. Dabei dürften diese Annahmen seitens WCCF Tech sogar ziemlich gut auf die kommende Realität zutreffen, es sind eigentlich maximal Abweichungen von ±10$ zu erwarten. Nichtsdestotrotz bleiben diese Preise im Status einer Annahme und sind wie gesagt nirgendwo geleakt. Natürlich kann man sich an dieser Stelle leicht täuschen, wenn andere Webseiten ohne Quellenangabe bei WCCF Tech abschreiben und es damit so aussieht, als handle es sich um bestätigte Informationen.

24

AMD verspricht für Ryzen 5 1600X gleich +69% mehr Cinebench-Performance gegenüber dem Core i5-7600K

Zu den bereits bekannten Cinebench-Werten kommt seitens WCCF Tech noch ein Nachtrag in Form eines "ungefähren" Cinebench-Ergebnisses für den Sechskern-Prozessor Ryzen 5 1600X, welcher wie bekannt preislich in Konkurrenz zu Intels Vierkerner Core i5-7600K gehen dürfte. Einen exakten Wert hat AMD hierbei nicht angegeben, allerdings will man unter dem Cinebench R15 Multithread-Test eine um gleich +69% bessere Performance erreicht haben. Dies dürfte (defensiv gerechnet) in etwa auf einem Ergebnis von ~1140 Cinebench-Punkten für den Ryzen 5 1600X herauskommen, ausgehend von den vorliegenden Vergleichswerten zum Core i5-7600K. Jene gehen mit 666 Punkten (ComputerBase), 688 Punkten (Technikaffe) und 692 Punkten (AnandTech) einigermaßen durcheinander – aber da sich AMD bislang bei solchen Vergleichen eher an den unteren Intel-Vergleichswerten orientiert hat (und dies natürlich die für AMD günstigere Zahl ergibt), sollte man hierbei eher nicht zu hoch ansetzen.

Auch aus dem Grund der teilweise dann doch schwankenden Cinebench-Resultate haben wir die entsprechende Werte-Tabelle nochmals umgestaltet: Jene basiert nun auf einem Durchschnitt der Werte von vier Benchmark-Datenbanken, was als sicherer und solider anzusehen ist als die Benutzung von Einzelwerten. Alle Lücken wurden durch sinnvolle Interpolation geschlossen, was dann auch Ryzen selber betrifft: Als Singlethread-Performance von Ryzen 5 1600X nehmen wir den Wert von Ryzen 7 1800X an, da beide Prozessoren über die exakt gleichen Taktraten verfügen. Und letztlich wurde ein Singlethread-Ergebnis für den Ryzen 7 1700 aus dem bekannten Wert zum Ryzen 7 1800X über den Taktraten-Unterschied interpoliert – normalerweise ist Interpolation nicht gänzlich exakt, aber gerade die SingleThread-Werte lassen sich damit doch recht gut bestimmen, oftmals findet man hier eine nahezu perfekte Takraten-Skalierung vor.

Die neue Tabelle ist wiederum primär unterteilt nach Preispunkten, gerade die AMD-Prozessoren wurden passend zu den jeweiligen Intel-Preispunkten eingeordnet – genau deswegen kommt es auch zum Vergleich Ryzen 5 1600X (259$) gegen Core i5-7600K (242$). In diesem überrennt der AMD-Prozessor den Intel-Prozessor sogar noch heftiger als bei den schnelleren AMD-Modellen – primär, weil dem Core i5-7600K auch noch das HyperThreading fehlt und dies seine Schlagkraft unter Workstation-relevanten Benchmarks einigermaßen gut einschränkt. Zudem ist der Taktratenabstand zwischen diesen beiden Prozessoren auch nicht so hoch wie beispielsweise im Vergleich zu einem Core i7-7700K: Der Ryzen 5 1600X kommt ja selber schon mit 3.6/4.0 GHz daher, der Core i5-7600K kann mit seinen 3.8/4.2 GHz da nur relativ wenig über seine nur etwas höhere Taktrate gutmachen.

drittbestes Consumer-Modell bestes Consumer-Modell kleinstes E-Modell zweites E-Modell drittes E-Modell
(übliche Preislage) ~250$ ~330$ ~400$ ~500$ ~1000$
Sandy Bridge 483/130
2550K, 4C, 3.4/3.8 GHz
653/131
2700K, 4C+HT, 3.5/3.9 GHz
663/131
3820, 4C+HT, 3.6/3.8 GHz
973/129
3930K, 6C+HT, 3.2/3.8 GHz
1051/137
3970X, 6C+HT, 3.5/4.0 GHz
Ivy Bridge 507/134
3570K, 4C, 3.4/3.8 GHz
684/139
3770K, 4C+HT, 3.5/3.9 GHz
688/139
4820K, 4C+HT, 3.7/3.9 GHz
1039/140
4930K, 6C+HT, 3.4/3.9 GHz
1081/147
4960X, 6C+HT, 3.6/4.0 GHz
Haswell 555/147
4670K, 4C, 3.4/3.8 GHz
770/153
4770K, 4C+HT, 3.5/3.9 GHz
1036/140
5820K, 6C+HT, 3.3/3.6 GHz
1093/145
5930K, 6C+HT, 3.5/3.7 GHz
1335/138
5960X, 8C+HT, 3.0/3.5 GHz
Haswell-Refresh 574/152
4690K, 4C, 3.5/3.9 GHz
877/175
4790K, 4C+HT, 4.0/4.4 GHz
- - -
Broadwell 570/147
5675C, 4C, 3.1/3.6 GHz
768/156
5775C, 4C+HT, 3.3/3.7 GHz
1133/151
6800K, 6C+HT, 3.4/3.6 GHz
1195/158
6850K, 6C+HT, 3.6/3.8 GHz
1540/154
6900K, 8C+HT, 3.2/3.7 GHz
Skylake 618/166
6600K, 4C, 3.5/3.9 GHz
904/180
6700K, 4C+HT, 4.0/4.2 GHz
- - -
Kaby Lake 676/178
7600K, 4C, 3.8/4.2 GHz
988/195
7700K, 4C+HT, 4.2/4.5 GHz
- - -
Ryzen ~1140/162
1600X, 6C+SMT, 3.6/4.0 GHz
1410/~149
1700, 8C+SMT, 3.0/3.7 GHz
1537/154
1700X, 8C+SMT 3.4/3.8 GHz
1619/162
1800X, 8C+SMT, 3.6/4.0 GHz
-
Bulldozer/Vishera 720/111
FX-9590, 8C, 4.7/5.0 GHz
- - - -
Bulldozer 549/87
FX-8150, 8C, 3.6/4.2 GHz
- - - -
Ryzen-Werte von AMD, XFastest (1700X Singlethread) & eigene Interpolation (1600X & 1700 Singlethread, 1600X Multithread basierend auf AMDs ungefährer Angabe)
alle weiteren Intel- und AMD-Vergleichswerte basieren aus einer Mittelwertsbildung der folgenden Benchmark-Datenbanken: ComputerBase, AnandTech, Rebusfarm & Technikaffe

Abschließend haben wir die Werte dieser Tabelle zur besseren Ansicht noch in Diagramme gegossen – eines für die Multithread-Performance und eines für die Singlethread-Performance. Jene zeigen recht gut die geringen Fortschritte an, welche Intel mit seinen neuen CPU-Generationen seit Sandy Bridge erreicht hat – insgesamt wurde natürlich ein erheblicher Fortschritt erreicht, aber pro einzelner CPU-Generation sind die Zuwächse zumeist gering. Zugleich wird der enorme Preis/Leistungs-Vorteil von AMDs Ryzen-Prozessoren nochmals besser ersichtlich – bezogen natürlich nur auf die Multithread-Performance unter dem Cinebench R15. Bei der Singlethread-Performance kann Ryzen sehr vernünftig (gegenüber Broadwell-E) mitspielen, kommt aber (logischerweise) nicht an die Spitzenwerte von Skylake & Kaby Lake heran.

 Vergleich AMD Ryzen vs. Intel
Cinebench R15 Multithread: Vergleich AMD Ryzen vs. Intel
 Vergleich AMD Ryzen vs. Intel
Cinebench R15 Singlethread: Vergleich AMD Ryzen vs. Intel
23

Hardware- und Nachrichten-Links des 22./23. Februar 2017

Daß es auf der GDC 2017 eine Ankündigung der GeForce GTX 1080 Ti geben wird, kann inzwischen als indirekt bestätigt angesehen werden: Auf der GeForce-Webseite prangt derzeit ein Counter, welcher am 1. März um 4 Uhr morgens deutscher Zeit ausläuft (dies entspricht 19 Uhr am 28. Februar zu Kalifornien-Zeit). Das hierbei zu sehende Hintergrund-Video hatte im ursprünglichen Dateinamen laut dem Tech Report direkt die Formulierung "GeForce GTX 1080 Ti" stehen, davon abgesehen ist auch die Fettschreibung von "TI" in "Time" auf der Webseite selber ein deutlicher Hinweis darauf, um was es hierbei gehen wird. In einer anderen Meldung bekräftigen Videocardz allerdings nochmals, das es sich bei diesem Termin um eine reine Ankündigung der GP102-basierten Enthusiasten-Grafikkarte handeln dürfte, der eigentliche Kartenlaunch bzw. die Marktverfügbarkeit dann "Mitte März" zu erwarten wäre. Das früher bereits genannte Launchdatum zwischen 20. bis 23. März könnte man da mit Augenzudrücken noch mit hineinnehmen.

Daneben führen Videocardz allerdings noch ein echtes Problem zur GeForce GTX 1080 Ti aus: Leider ist zum Launch wohl nicht mit der direkten Verfügbarkeit von Herstellerkarten zu rechnen – sondern fast nur mit der (allseits "beliebten") Founders Edition. Jene dürfte zum ersten den typischen FE-Preisaufschlag tragen und dann zum anderen natürlich nicht das sein, was Grafikkarten-Enthusiasten haben wollen, wenn man schon einmal Richtung 800-900 Euro investiert. Im Gegensatz zur Titan X wird es die Herstellerkarten bei der GeForce GTX 1080 Ti allerdings zweifelsfrei geben – nur hat nVidia den Grafikkarten-Hersteller die dafür notwendigen Informationen und Chips wohl erst so spät gegeben, das es jene nicht mehr rechtzeitig zum Launch schaffen sollen. Es bleibt zu hoffen, das sich diese Situation dann doch noch irgendwie klären lassen kann – aber im eigentlichen sollte sich nVidia fragen, ob denn solcherart halbgaren Launches ohne echte Verfügbarkeit von Herstellermodellen notwendig sind in einer Situation, wo nVidia zum einen keiner hetzt und wo zum anderen der zugrundeliegende GP102-Chip schon seit Monaten verfügbar ist.

Auf AMDs Tech Day gab es auch ein paar Detailinformationen zu AMDs Vega, auch wenn der Launch entsprechender Grafikkarten noch mindestens ein Quartal entfernt ist: So konnten Legit Reviews ein stylisches Vega-Logo abfotographieren – was sich neben dem ebenfalls gelungenem Ryzen-Logo wirklich gut macht. In einem Demosystem mit Ryzen 7 1700X Prozessor und Vega-Grafikkarte konnte die PC Games Hardware zudem den Vega-Prototyp vom Jahreswechsel diesesmal ohne Abklebungen erspähen. Damit wurden auch dessen Stromanschlüsse sichtbar – es ist ein 6poliger und ein 8poliger (nominell ausreichend für eine TDP von bis zu 300 Watt), genauso wie bei der Titan X (Pascal) im übrigen. Der verwendete Kühler kam zudem mit einem lautstarken Blower-Lüfter daher – was auch darauf hindeuten mag, das sich an diesem Prototyp noch einiges ändern kann. Jene Prototypen werden üblicherweise eher darauf hin ausgerichtet, möglichst reibungslos zu funktionieren, womit die bestmögliche Kühlleistung (egal der Lautstärke) und eine überdimensionierte Stromversorgung eigentlich normal sind. Aus Overclocking-Gründen könnte die Stromversorgung dann eventuell im Serienstatus doch gleich sein, beim Lüfter ist jedoch noch ein anderes Modell zu erwarten.

Neben der AMD-obligatorischen Vega-Demonstration unter "Star Wars Battlefield" haben Videocardz zudem noch zwei Benchmarks zu neuen AMD-Grafikkarten in der AotS-Benchmarkdatenbank entdeckt. Hierbei wurden Radeon RX 560 & Radeon RX 580 getestet – wobei die Ergebnisse sich wie üblich unter "Ashes of the Singularity" nur höchst schwer vergleichen lassen, das RX580-Resultat soll in jedem Fall in der Nähe einer GeForce GTX 1070 liegen. Dies dürfte dann weniger mit einem Polaris-Refresh erreichbar sei, vermutlich ist dies das erste Benchmark-Resultat auf Basis des Vega-11-Chips. Die Radeon RX 560 dürfte hingegen auf dem Refresh des Polaris-10-Chips basieren, allerdings gemäß des Benchmark-Ergebnisses eine abgespeckte Variante ähnlich der Radeon RX 470 oder sogar kleiner darstellen. Somit wäre folgende Portfolio-Aufstellung innerhalb der Radeon R500 Serie denkbar:

Radeon R400 Radeon R500
"Fury X2" Vega 10, 4096 SE @ 2048 Bit HBM2
"Fury 2" Vega 10, ~3500 SE @ 2048 Bit HBM2
Radeon RX 590 Vega 11, ~2816 SE @ 2048 Bit HBM2
Radeon RX 580 Vega 11, ~2560 SE @ 2048 Bit HBM2
Polaris 10, 2304 SE @ 256 Bit GDDR5 Radeon RX 480 Radeon RX 570 Polaris 10, 2304 SE @ 256 Bit GDDR5
Polaris 10, 2048 SE @ 256 Bit GDDR5 Radeon RX 470 Radeon RX 560 Polaris 10, 1792-2048 SE @ 256 Bit GDDR5
Alle Angaben dieser Tabelle zu den Grafikkarten der Radeon R500 Serie sind rein spekulativ.

Dabei sind von den Polaris-Refreshes nicht unbedingt neue Performancehöhen zu erwarten: AMD hat den Polaris-10-Chip zu dessen Launch schon über Gebühr mit Taktrate belastet, selbiger war eigentlich seitens AMD zu klar niedrigeren Taktraten geplant. Viel ist damit aus Polaris 10 nicht mehr herauszuholen. Zudem könnte AMD die namenstechnische Abstufung der beiden Polaris-10-Grafikkarten dazu verführen, deren Performance ebenfalls etwas abzuspecken – schneller als eine Radeon RX 460 wird eine Radeon RX 560 so oder so, ergo muß jene auch nicht zwingend die Performance der Radeon RX 470 erreichen. Sprich: Möglicherweise sind die Radeon RX 560 & 570 wieder mehr auf Effizienz getrimmt, vielleicht etwas langsamer als Radeon RX 470 & 480, dafür aber weniger stromdurstig. Zudem dürfte AMD mit Radeon RX 560 & 570 dann auch wirklich interessante Preislagen anbieten, denn der Polairis-10-Chip war generell schon immer für einen Preisbereich von unter 200 Euro/Dollar gedacht. Genauere Performanceprognosen verbieten sich natürlich zum jetzigen Zeitpunkt, dies gilt besonders auch für die Vega-basierten Grafikkarten.

Zudem wäre zu AMDs Ryzen noch die ersten Ryzen 7 1700X Benchmarks aus dem XFastest-Forum zu erwähnen, welche dort leider inzwischen gelöscht wurden, aber bei Videocardz noch als Kopie existieren. Mittels der dort getätigen Cinebench-Messung kann man im übrigen AMDs eigenen Cinebench-Wert für diesen Prozessor von 1537 Punkten zu 100% bestätigen – zugleich läßt sich an dieser Stelle der Singlethread-Wert von 154 Punkten den bisherigen Cinebench-Werten hinzutragen. Der ermittelte 3DMark13 FireStrike Physics-Wert entspricht mit 17916 Punkten grob dem bisher schon bekannten Resultat (von 17878 Punkten), die Messung unter dem CPUmark 99 ist dagegen natürlich eher Spaß – hierfür existieren kaum noch Vergleichswerte aktueller CPUs, einmal abgesehen von der nicht mehr vorhandenen Praxisrelevanz dieses nahezu zwei Dekaden alten Benchmarks.

23

AMD Ryzen: Termine für Ryzen 3/5, mehr Takt für Ryzen 5 1600X & XFR-Taktraten offengelegt

Die Detailinformationen zu AMDs Ryzen sprudeln derzeit nur so – da kann schnell einmal etwas übersehen werden oder es wird halt erst später bekannt. So berichten WCCF Tech nunmehr über die Ryzen 3/5 Prozessoren, welche AMD wie bekannt später herausbringen wird: Die Ryzen 5 Vier- und Sechskerner noch im zweiten Quartal, die Ryzen 3 Vierkerner ohne SMT dagegen erst im zweiten Halbjahr. Zudem wurden zum Ryzen 5 1600X neue Spezifikationen genannt und mittels Screenshots von der offiziellen Präsentation belegt: Anstatt bisher 3.3/3.7 GHz, kommt dieser wohl für 259 Dollar in der Preisliste stehende Sechskern-Prozessor nunmehr mit 3.6/4.0 GHz daher – was exakt den Taktraten des Achtkerners Ryzen 7 1800X entspricht. Da AMD nunmehr wieder Spezifikationen geändert hat und auch die (spätere) Terminlage weiteren Spezifikations-Änderungen Vorschub leistet, müssen wir die bisher zu Ryzen 3/5 genannten Taktraten damit wieder unter Vorbehalt stellen – jene könnten sich genauso noch ändern.

Mit dem Listenpreis von 259 Dollar geht der Ryzen 7 1600X im übrigen in den Zweikampf mit Intels Core i7-7600K, welcher zu einem Listenpreis von 242 Dollar antritt. Die Situation ist dabei dieselbe wie in AMDs Achtkern-Programm: Der Intel-Prozessor bietet deutlich mehr Takt, der AMD-Prozessor dafür zwei CPU-Kerne mehr. Leider sind mit der Änderung der Taktraten beim Ryzen 5 1600X auch bisherige Benchmarks zu diesem Prozessor obsolet, dazu zählen vor allem die kürzlichen Cinebench-Werte (Singlethreaded & Multithreaded). Eventuell treffen jene ja auf das Modell "Ryzen 5 1500" zu, wenn jene kleinere Sechskern-CPU bei den Taktraten noch minimal zulegen kann (von bisher 3.2/3.5 GHz auf 3.3/3.7 GHz). Ohne sicher feststehende Taktraten und vor allem mit der Möglichkeit von AMD, die Taktraten noch nicht offiziell vorgestellter Prozessoren jederzeit ändern zu können, verbieten sich an dieser Stelle allerdings alle weiterführenden Spekulationen.

AMD Ryzen 3/5 Termine
AMD Ryzen 3/5 Termine
AMD Ryzen 5 1600X Spezifikationen
AMD Ryzen 5 1600X Spezifikationen

Daneben fügen Golem in ihrer Ryzen-Berichterstattung noch einen wichtigen Informationsbaustein hinzu: Die offiziellen XFR-Taktraten für die Achtkerner Ryzen 7 1700, 1700X & 1800X. Das XFR-Feature ist nunmehr sicher nicht vom X-Suffix der Ryzen-Prozessoren abhängig, jenes soll wohl nur auf besonders taktstarke Prozessoren hinweisen, macht ansonsten aber keinen Unterschied bei der Feature-Liste. XFR selber ist damit wohl bei jedem Ryzen-Prozessor mit an Bord, kann allerdings nur auf Overclocking-Mainboards ausgenutzt werden, dies sind nach derzeitigem Informationsstand die Chipsätze X300, B350 und X370. Mittels XFR kann ein Ryzen-Prozessor temporär und abhängig von der Leistungsfähigkeit der Kühlung sich über seine nominellen Taktraten erheben, dies allerdings nur auf einem CPU-Kern. Das Feature entspricht damit grob Intels Turbo Boost 3.0 bei Broadwell-E. Wie an den XFR-Taktraten zu sehen (+50 MHz bis +100 MHz), dürfte jenes Feature allerdings kaum eine große Schlagkraft entwickeln, für die weitere Betrachtung somit kaum Relevanz haben.

Kerne Takt XFR unlocked L3-Cache TDP Listenpreis Kühler Straßenpreis Launch
Ryzen 7 1800X 8 +SMT 3.6/4.0 GHz 4.1 GHz 16 MB 95W 499$ ohne 559€ 2. März 2017
Ryzen 7 1700X 8 +SMT 3.4/3.8 GHz 3.9 GHz 16 MB 95W 399$ ohne 439€ 2. März 2017
Ryzen 7 1700 8 +SMT 3.0/3.7 GHz 3.75 GHz 16 MB 65W 329$ Wraith Spire 359€ 2. März 2017
Ryzen 5 1600X 6 +SMT 3.6/4.0 GHz ? 16 MB 95W 259$ ? ~280€ Q2/2017
Ryzen 5 1500 6 +SMT ?  (3.2/3.5 GHz) ? 16 MB 65W ? ? ~250-270€ Q2/2017
Ryzen 5 1400X 4 +SMT ?  (3.5/3.9 GHz) ? 8 MB 65W ? ? ~220-240€ Q2/2017
Ryzen 5 1300 4 +SMT ?  (3.2/3.5 GHz) ? 8 MB 65W ? ? ~190-210€ Q2/2017
Ryzen 3 1200X 4 ?  (3.4/3.8 GHz) ? 8 MB 65W ? ? ~160-180€ H2/2017
Ryzen 3 1100 4 ?  (3.2/3.5 GHz) ? 8 MB 65W ? ? ~140-150€ H2/2017
Alle Ryzen-Prozessoren kommen im Sockel AM4 daher und sind damit nur auf Mainboards von AMDs 300er Chipsatz-Serie einsetzbar.
Inhalt abgleichen