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Launch von Ryzen 2000: Erste Testberichte gehen online

Es war lange klar, es wurden zuletzt reihenweise Vorabtests publik, nun ist sie endlich da: Die zweite Ryzen-Generation, offiziell "Ryzen 2000 Serie" und inoffiziell "Ryzen II" genannt, auf Basis von "Pinnacle Ridge". Der Nachfolger und Refresh zur orginalen Ryzen 1000 Serie (Basis "Summit Ridge") tritt derzeit erst einmal nur mit vier CPU-Modellen an, welche allerdings den Sechs- und Achtkern-Bereich im Consumer-Segment schon ziemlich perfekt besetzen – und dort natürlich in Konkurrenz zu Intels Coffee-Lake-Serie gehen. Wo genau sich Ryzen 2000 in diesem Vergleich (sowie gegenüber Ryzen 1000) einordnet, wird derzeit durch die zu mehreren Dutzend erschienen Launchreviews ermittelt – wobei sich die dabei gewählten Titel schon reichlich vielversprechend anhören. Die Diskussion zum Launch in unserem Forum ist derweil schon im Gange, während unsere Launch-Analyse zu AMDs Ryzen 2000 zu einem späteren Zeitpunkt an dieser Stelle erscheinen und den Launch somit abschließen wird.

Basis Kerne Takt unl. L2+L3 TDP Kühler Liste Straße
Ryzen 7 2700X Zen+, 12nm 8C +SMT 3.7/4.3 GHz 4+16 MB 105W Wraith Prism 329$ 319€
Ryzen 7 2700 Zen+, 12nm 8C +SMT 3.2/4.1 GHz 4+16 MB 65W Wraith Spire LED 299$ 289€
Ryzen 5 2600X Zen+, 12nm 6C +SMT 3.6/4.2 GHz 3+16 MB 95W Wraith Spire 229$ 225€
Ryzen 5 2600 Zen+, 12nm 6C +SMT 3.4/3.9 GHz 3+16 MB 65W Wraith Stealth 199$ 195€
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Umfrage-Auswertung: Auf welches Vorab-Interesse stößt AMDs Ryzen 2?

Mittels einer Umfrage von Mitte März wurde das Vorab-Interesse zum (im Laufe des heutigen 19. Aprils erwarteten) Ryzen 2 ("Pinnacle Ridge") abgefragt. Als ziemlich typische Refresh-Generation sollte selbiges eigentlich nicht all zu hoch ausfallen – aber Ryzen 2 ist in diesem Fall etwas besonderes: Schließlich war der originale Ryzen ein regelrechter Neustart von AMD im CPU-Business, konnte niemand einen Erfolg vorhersehen, sind auch (ganz besonders bei CPUs) immer Sachen wie das zugehörige Hardware-Ökosystem, Kompatibilität mit bestehender Hard- und Software sowie alle möglichen sich ergebenden Anfangs-Schwierigkeiten einzurechnen. Insofern beobachten viele CPU-Käufer eine solche Entwicklung erst einmal nur mit Wohlwollen, aber eben nicht mit Kaufinteresse – und wenden sich dann oftmals erst der zweiten Generation zu. Dies ist die Ausgangslage für Ryzen 2 – und führte wohl auch zu einem Umfrage-Ergebnis, welches für eine Refresh-Generation regelrecht erstklassig aussieht.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 17./18. April 2018

Heise bringen als mögliche Auflösung zum kürzlich aufgetauchten Consumer-Achtkerner von Intel eine Spezialausführung von Skylake-X für den Sockel 1151 ins Spiel – was schneller und einfacher zu realisieren wäre als "Coffee Lake S 8+2", für welches immerhin ein neuer Silizium-Chip aufgelegt werden müsste. Leider funktioniert diese Erklärung nicht, da Skylake-X aufgrund der Server-Abstammung über keine integrierte Grafiklösung verfügt – und das Neuauflegen von Skylake-X mit einer extra Grafikeinheit ja dann genauso wieder ein neues Stück Silizium ergeben würde. Der entdeckte Coffee-Lake-Prozessor mit 8 CPU-Kernen soll jedoch über eine GT2-Grafiklösung verfügen, dies ist mit keinem der bislang bei Intel bekannten Chips machbar – die Auflage eines neuen Siliziums hierfür erscheint als unausweichlich. Aber sicherlich ist an dieser Stelle noch zu wenig thematisiert worden, was dies für einen zeitlichen Aufwand bedeutet: Locker und leicht ein Jahr gehen üblicherweise bei neuen CPUs allein für die Phase der Evaluierung und Produktionsvorbereitung drauf, vorher muß der neue Chip aber auch noch designt werden. Mag letzteres vergleichsweise einfach sein, wenn man "nur" zwei mehr CPU-Kerne an das bekannte Coffee-Lake-Design dranpappt, kann man sich kaum um das eine Jahr zwischen Tape-Out und Launch herumdrücken. Wenn Intel also tatsächlich noch einen Coffee-Lake-Achtkerner herausbringt, dann hat man die Entscheidung hierfür spätestens wohl schon Anfang 2017 gefällt, muß das Tape-Out des entsprechenden Dies spätestens im Herbst 2017 über die Bühne gegangen sein.

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nVidias "GeForce Partner Program" stößt auf Gegenwind bei Dell, HP & AMD

Nachdem es mit den entsprechenden Aktionen von MSI und von Asus nun nicht mehr wegdiskutierbar ist, formiert sich langsam aber sicher wenigstens ein gewisser Widerstand gegenüber nVidias "GeForce Partner Program". So kommt von HardOCP die Kunde, das die großen PC-Hersteller Dell und HP ihre Beteiligung an nVidias GPP wahrscheinlich abgelehnt haben. Gänzlich sicher wird sich dies nicht belegen lassen, da über GPP generell Stillschweigen zu wahren ist und Hersteller sich sowieso kaum zu nicht zustande gekommenden Deals äußern. Allerdings haben HardOCP wohl zumindest mit informierten Personen gesprochen zu haben, wobei der klare Widerwille von Dell & HP gegenüber nVidias GPP zum Ausdruck kam:

Off the record conversations suggest that both of these companies think that NVIDIA GPP is unethical, and likely illegal as it pertains to anti-competition laws here in the United States. The bottom line is that Dell and HP are very much upset with NVIDIA over GPP, and Dell and HP look to be digging in for a fight.
Quelle:  HardOCP

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Asus verschiebt alle seine AMD-Grafikkarten unter den neuen Markennamen "AREZ"

Grafikkarten-Hersteller Asus hat nunmehr mittels offizieller Pressemitteilung die vorher schon gerüchteweise bekannte Vorstellung seines neuen Markenamens "AREZ" bestätigt, unter welchem man zukünftig alle AMD-basierten Grafikkarten verkaufen wird. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen Namen, welcher nur einzelnen Produkten zugeordnet wird, sondern einen vollständig neuen Markennamen – bei welchem dann also auch der Herstellername "Asus" in den Hintergrund tritt. Entsprechende Grafikkarten werden dann sich dann also offiziell "AREZ Dual Radeon RX 580 OC" und nicht mehr "ASUS Dual Radeon RX 580 OC" nennen – der Name "Asus" verschwindet bei Arez-Grafikkarten weitgehend von Produktseiten, dem Karton und dem Produkt selber. Als eigentlicher Hersteller wird aber natürlich weiterhin Asus genannt werden, "AREZ" ist somit nur eine (weitere) Verkaufsmarke von Asus.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 16. April 2018

Gemäß WCCF Tech arbeitet AMDs Grafikchip-Entwicklung intern an etwas neuem, welches inoffiziellen "Project Zen" genant wird. Hierbei dürfte man darauf anspielen, das kürzlich bei AMD eine Reihe von CPU-Entwicklern der Grafikchip-Entwicklung zugeschlagen wurde, um jene mit der nötigen Manpower für substantielle Fortschritte zu versehen. Dabei will man explizit die Problemfelder Taktraten & Energieeffizienz angehen. Allerdings lavieren sich WCCF Tech etwas um den Punkt herum, ob "Project Zen" nun ein eigenständiges Chip-Projekt ist – oder einfach nur ein Oberbegriff für die Forcierung der sowieso schon vorhandenen Grafikchip-Roadmap. Die Ungenauigkeit in dieser Frage deutet eventuell darauf hin, das die originale Information, welche WCCF Tech erhalten hat, weit weniger spezifisch ist, als jene nachfolgend ausgelegt wurde. Daneben spekulieren WCCF Tech noch ziemlich wild über eine Radeon RX 600 Serie auf Vega-Basis unter der 12nm-Fertigung noch für dieses Jahr – ohne das es hierfür irgendeinen belastbaren Anhaltspunkt gäbe. Ganz im Gegenteil laufen alle belegbaren Informationen eigentlich darauf hinaus, das dieses Jahr bei AMD gar nichts passiert – bis auf den Jahresend-Start des HPC-Chips Vega 20 in der (explizit von AMD erklärten) 7nm-Fertigung.

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Intel bringt angeblich den Core i7-8086K "Anniversary Edition" als neues schnellstes Coffee-Lake-Modell

In den chinesischen Foren von Baidu und Chiphell sind Bilder und Screenshots zu einem angeblichen "Core i7-8086K" aufgetaucht. Jener Prozessor entstammt gemäß den dabei zu sehenden Angaben weiterhin der Coffee-Lake-Linie und kommt wie der bekannte Core i7-8700K mit 6 CPU-Kernen und 12 CPU-Threads daher. Abweichend von Core i7-8700K sind die Taktraten allerdings um jeweils 300 MHz höher: Nicht 3.7/4.7 GHz, sondern 4.0/5.0 GHz – für einen Sechskern-Prozessor somit überaus satte Taktraten. Dies würde damit dann auch ein neues Spitzen-Modell innerhalb der Coffe-Lake-Serie ergeben, selbst wenn dieser Mehrtakt rein praktisch nur 5-7% Mehrperformance gegenüber dem Core i7-8700K erbringen sollte, je nachdem wie gut sich die Turbo-Taktraten halten lassen. Die TDP ist zwar gleichlautend mit 95 Watt und sollte daher nominell den Core i7-8086K effektiv limitieren, aber in der Praxis halten sich die allermeisten der Retail-Mainboards nicht an dieses Setting und geben dem Prozessor "freie Fahrt" bis an dessen thermische Limits.

Kerne Takt unl. L2+L3 Speicher Grafik TDP Preis Release
Core i7-8086K 6C +HT 4.0/5.0 GHz 1.5+12 MB 2Ch. DDR4/2666 UHD 630 (24EU @ 350/1200 MHz) 95W ? 8. Juni 2018
Core i7-8700K 6C +HT 3.7/4.7 GHz 1.5+12 MB 2Ch. DDR4/2666 UHD 630 (24EU @ 350/1200 MHz) 95W 359$ 5. Okt. 2017
Core i7-8700 6C +HT 3.2/4.6 GHz 1.5+12 MB 2Ch. DDR4/2666 UHD 630 (24EU @ 350/1200 MHz) 65W 303$ 5. Okt. 2017
Core i5-8600K 6C 3.6/4.3 GHz 1.5+9 MB 2Ch. DDR4/2666 UHD 630 (24EU @ 350/1150 MHz) 95W 257$ 5. Okt. 2017
Core i5-8600 6C 3.1/4.3 GHz 1.5+9 MB 2Ch. DDR4/2666 UHD 630 (24EU @ 350/1150 MHz) 65W 213$ 3. April 2018
Core i5-8500 6C 3.0/4.1 GHz 1.5+9 MB 2Ch. DDR4/2666 UHD 630 (24EU @ 350/1100 MHz) 65W 192$ 3. April 2018
Core i5-8400 6C 2.8/4.0 GHz 1.5+9 MB 2Ch. DDR4/2666 UHD 630 (23EU @ 350/1050 MHz) 65W 182$ 5. Okt. 2017
Alle Coffee-Lake-Prozessoren laufen ausschließlich auf Mainboards basierend auf Intels 300er Chipsatz-Serie.
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Hardware- und Nachrichten-Links des 14./15. April 2018

Vom spanischen El Chapuzas Informatico (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) kommt ein weiterer Vorabtest zu Ryzen 2. In diesem hat man das Pinnacle-Ridge-Topmodell Ryzen 7 2700X nun mit einem X470-Mainboard getestet – alle bisherigen Vorabtests zu Ryzen 2 hatten noch den Makel, auf früheren Platinen durchgeführt worden zu sein, welche sicherlich noch keine BIOS-Updates zugunsten von "Pinnacle Ridge" hatten. Auch im Fall dieses Vorabtests ist jedoch nicht zu gewährleisten, das hier schon das finale Launch-BIOS zum Einsatz kam – gerade, weil die Prozessorenentwickler selbiges oftmals erst wenige Tage vor Launch überhaupt erst zur Verfügung stellen. Leider fehlt zudem (wieder einmal) der Vergleich zum Ryzen 7 1800X, insofern kann man hier fast nur betrachten, was denn das X470-Mainboard gegenüber einem X370-Mainboard besser macht: Kein Effekt ergab sich unter wPrime, unter dem Cinebench R15 gab es dagegen +1,7% sowie unter dem x264-Benchmark +1,9% mehr an Performance. Dies ist nicht viel, könnte aber im Rahmen eines vermutlich knappen Rennens gegenüber dem Core i7-8700K für AMD möglicherweise sogar Gold wert sein (die Anwendungs-Benchmarks von El Chapuzas Informatico sehen den Ryzen 7 2700X sowieso vorn, sind aber mit nur drei Einzeltests nicht besonders aussagekräftig).

Ryzen 7 1700X Core i7-8700K Ryzen 7 2700X
Technik Zen, 8C +SMT, 3.4/3.9 GHz; auf X370 mit DDR4/3200 (Anwend.) bzw. DDR4/2933 (Spiele) Coffee Lake, 6C +HT, 3.7/4.7 GHz; auf Z370 mit DDR4/3600 Zen+, 8C +SMT, 3.7/4.35 GHz; auf X470 mit DDR4/3200
Anwendungs-Performance 102,6% 100% 115,6%
Spiele-Perf. (FullHD, avg fps) ~91% 100% 101,4%
basierend auf den Benchmarks von El Chapuzas Informatico
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AMD bringt Microcode-Fixes gegen Spectre 2 bis einschließlich der ersten Bulldozer-Prozessoren

Nachdem Intel seine Arbeiten an Spectre-2-bezogenen Microcode-Fixes inzwischen abgeschlossen hat und von AMD die ganze Zeit nichts offizielles zu hören war, tritt nun in einem Rutsch die komplette Gegenmaßnahme gegenüber Spectre 2 auf AMD-Prozessoren an. So verkündet der Chipentwickler auf seiner IT-Sicherheits-Webseite, das man Mainboard- und PC-Herstellern sowohl Microcode-Fixes zum Schutz vor Spectre 2 zur Verfügung stellt, als auch das Microsoft das Problem softwareseitig mit dem monatlichen Patchday (am 10. April 2018) für Windows 10 v1709) für AMD-Prozessoren angeht. Wichtig in diesem Zusammenhang ist der Punkt, das der Spectre-2-Schutz bei AMD nur dann wirkt, wenn beide Komponenten eingespielt sind – sowohl der Microcode-Fix in den Prozessoren selber als auch der Patch über Windows Update. Daraus ergibt sich auch, das es derzeit keinen Spectre-2-Schutz auf Windows-Systemen unterhalb von Windows 10 v1709 gibt – ob selbiger für frühere Windows-Systeme noch nachgereicht wird, wurde bislang nicht bekanntgegeben.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 13. April 2018

Die Diskussion über einen eventuellen MultiChip-Ansatz bei AMDs Navi-Architektur (oder später) gehen in unserem Forum weiter, wobei sich hier inzwischen zwei gewichtige Argumente herauskristallisiert haben: Erstens einmal kommt erneut das Problem der hierfür benötigten Interface-Bandbreiten zwischen den einzelnen Chips eines solchen MultiChip-Ansatzes zur Sprache. Dabei kann man sich nicht von den üblichen Werten zur Speicherbandbreite zum Grafikkartenspeicher leiten lassen, denn Chip-intern liegen vollkommen andere Bandbreiten zwischen Ausführungseinheiten und den verschiedenen Caches vor. All dies quer über ein Trägermaterial zum nächsten Chip zu verschicken, dürfte nicht ganz trivial werden. Die Erfahrungen aus dem CPU-Bereich hierzu sind auch nicht gänzlich zielführend, da in diesem Fall ja keine CPU-Kerne aufgetrennt werden, vielmehr jeder Kern Software-seitig abgetrennte Aufgaben zugewiesen bekommt und nicht direkt mit anderen CPU-Kernen an einer Aufgabe zusammenarbeiten muß. Man streitet sich im CPU-Bereich eher nur um geteilte Ressourcen wie Caches und Speicherbandbreite, arbeitet aber am Ende trotzdem immer an seiner eigenen, unteilbaren Aufgabe.

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