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Hardware- und Nachrichten-Links des 6./7. Februar 2016

Bei WCCF Tech hat man einen Core i3-6100 auf 4.5 GHz übertaktet und sich angesehen, was dies bringt. Die Takterhöhung um 21,6% führte im Cinebench R15 zu gleich 25,1% Mehrperformance, beim Videoencoding war die Zeit um 19,3% kürzer, im 3DMark13 lief der Physics-Tests um 20,5% schneller. Diese Ergebnisse liegen im erwartbaren Rahmen bis an der Grenze des Möglichen für diese Übertaktung – unter üblicher Anwendungssoftware sind eher nur Verbesserungen im Bereich von 15-20% zu erreichen. Sehr interessant sind die danach angetretenen Spiele-Benchmarks unter FullHD und bestmöglicher Bildqualität – also Grafikkarten-limitierend, womit sich eine Aussage zur Frage ergab, ob die CPU die Grafikkarte eventuell ausbremst. Mit einer Radeon R9 285 war dies nicht der Fall, hier lagen bis auf zwei Ausnahmen (Minimum-Werte unter Star Wars Battlefront und Rise of the Tomb Raider) alle Benchmarks zwischen unübertaktetem und übertaktetem Core i3-6100 gleich. Man kann also sagen, daß diese Zweikern-CPU weiterhin eine gute Wahl darstellt für Grafikkarten von der Leistungsklasse einer Radeon R9 285 (Perf.Index 340%).

Bei der Radeon R9 Nano ergaben sich dagegen durchgehend gewisse Performance-Differenzen: Mit Übertaktung ging die durchschnittliche Performance um 8,3% mit dem übertakteten Core i3-6100 nach oben, bei den Minimum-Werten gab es teilweise heftige Ausschläge zugunsten des Mehrtakts. Mit selbigem kam der Core i3-6100 (übertaktet) dann auch nahe an das Ergebnis eines (vierkernigen) Core i5-4690 heran – die übrigbleibende Differenz von -3,7% ist kaum der Rede wert. Die Minimum-Werte sprachen dagegen sogar eher für den übertakteten Core i3-6100: Bei 6 Testtiteln gab es zwei ungefähre Gleichstände und einen klaren Vorteil für den Core i5-4690 zu verzeichnen, dafür aber zwei geringfügige und ein klarer Vorteil für den Core i3-6100. Augenscheinlich schlägt bei den Minimum-Werten die klar höhere Taktrate des (übertakteten) Zweikerners stärker an als die höhere Anzahl an Rechenkernen des Vierkerners – eine dieser Fälle, wo die SingleThread-Leistung auch heutzutage noch eine gewichtige Rolle spielt. Leider wird das Skylake non-K-Overclocking von Intel derzeit wieder aktiv bekämpft und wird daher nur ein temporärer Spaß bleiben.

Internet-Law haben sich nochmals mit einem Urteil des Bundesgerichtshof zu Websperren in Urheberrechtsfällen vom letzten November beschäftigt und dabei anhand des Volltexts der Urteilsbegründung die wichtigen Punkte herausgearbeitet. Danach erscheint es durchaus so, als hätte der BGH hier nicht nur inhaltlich, sondern sogar juristisch arg danebengegriffen – denn die vom BGH angesetzten gesetzlichen Regeln sehen zwar mögliche Websperren in Urheberrechtsfällen auch für Serverhoster vor, jedoch nicht für Internet-Provider. Hier hat man sich schlicht vom für beide Fälle benutzbaren Wort des "Zugangsanbieters" in die Irre führen lassen – weswegen man auch eher versuchen sollte, diesen mißdeutige Begriff zu vermeiden und begrifflichen Klartext zu reden. Davon abgesehen gilt nach wie vor, daß den Internet-Providern mittels einer (rechtlich verbindlichen) EU-Regelung weitgehende Freistellung von allen Haftungsansprüchen zugestanden wird, welche regulär nur mittels staatlicher Anweisung und nach Bestätigung durch einen Amtsrichter für Einzelfälle aufgehoben werden kann. Eine Ausdehnung auf die ungezählten Fälle des Zivilrechts widerspricht jenem "Haftungsprivileg" für Internet-Provider (nicht Server-Hoster) im Grundsatz.

Ein schon ein paar Wochen zurückliegender Telepolis-Artikel thematisiert das Versagen der vielgerümten "Schwarmintelligenz" auf Wikipedia am Beispiel der Kontroversen um Xavier Naidoo und Daniele Ganser. Insbesondere im letzteren Fall führt sich das grundlegende System der Wikipedia, das es nur eine Wahrheit (und damit auch nur eine Auslegung der Dinge bei strittigen Sachverhalten) geben darf, ziemlich in die Irre – für solcherart Kontroversen ist dies nicht der geeignete Ansatz, weil damit automatisch alle anderen Meinung zugunsten des Weltbilds der aktuell dominierenden Meinung komplett ausgeblendet werden. Dabei wird auch herausgearbeitet, welche Schwierigkeiten einfache Autoren in der "Mitmach-Community" haben, an dieser Stelle berechtigte Korrekturen anzubringen – sobald es um Politik geht, gehen die Visiere nach unten und gibt die streng hierarchisch organisierte Wikipedia-Elite keinen Millimeter Boden preis. Dies ist umso mehr bedenklich, als daß es deutliche Hinweise darauf gibt, daß man sich mit entsprechenden Finanzmitteln problemlos in die Wikipedia einkaufen kann. Wikipedia als Ganzes bleibt damit eine hochwertvolle Webseite – aber beim Thema Politik (und ähnlich kontroversen Themen) kann sich der Anspruch einer "allumfassenden Enzyklopädie" nicht mehr hochhalten lassen.

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Wie zufrieden ist man mit Windows 10?

Nachdem die letzte Umfrage zum Thema "Windows 10" sich wiederum der Verteilung der Nutzer auf die verschiedenen Betriebssysteme widmete, soll es nun erstmals allein um Windows 10 selber gehen: Wie zufrieden sind die inzwischen doch schon zahlreichen Nutzer des neuen Microsoft-Betriebssystems mit Windows 10 – oder ist das neue Betriebssystem zwar ein zahlenmäßiger Erfolg, von der Software selber her allerdings weit weniger gut gelungen?

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Hardware- und Nachrichten-Links des 5. Februar 2016

In unserem Forum wird weiterhin darüber diskutiert, wie AMDs Polaris-Generation konkret aussehen könnte – mit nur zwei neuen Grafikchips im Jahr 2016 wird dies kein einfaches Unterfangen, so viel ist schon einmal sicher. Wenigstens kann man sich inzwischen vorstellen, daß die früher geäußerten Größenangaben zum kleineren Polaris-Chip von nur 120-150mm² Chipfläche vielleicht auch nur falsch geschätzt sein könnten und jener kleinere Polaris-Chip eventuell doch bis in Richtung 200mm² Chipfläche aufweisen könnte. Dies würde dann den Aufbau eines neuen Grafikkarten-Portfolios mit (anfänglich) nur zwei Grafikchips maßgeblich erleichtern – aber daß im Jahr 2017 dann da noch mehr kommen muß, gilt als ziemlich ausgemacht. Alle Anzeichen deuten damit nach wie vor in diese Richtung, als daß AMD dieses Jahr keine neuen Enthusiasten-Lösungen an den Start bringt – womöglich eine neue HighEnd-Lösung, welche Fiji um einen gewissen Betrag schlagen kann, aber nichts mit wirklich großen Chipflächen ab 500mm² und demzufolge weitaus besserer Performance als bisher schon geboten.

Bei nVidias Pascal-Generation geht es schließlich in dieselbe Richtung, da dürfte eine neue Enthusiasten-Lösung kaum vor Jahresende 2016 erscheinen, womöglich auch erst im Jahr 2017. Bei nVidia kann man schon mit hoher Sicherheit davon ausgehen, das zuerst die neue HighEnd-Lösung GP104 antritt – schon allein deswegen, weil man damit zweimal pro Generation die jeweils schnellste Grafiklösung vorstellen kann. nVidia hat dieses Schema zuletzt bei zwei Grafikchip-Generationen vorexerziert (GeForce GTX 680 vor GeForce GTX Titan, GeForce GTX 980 vor GeForce GTX 980 Ti & Titan X), die kommende Pascal-Generation bietet sich wegen der automatisch höheren Fertigungsschwierigkeit von größeren Grafikchips unter der neuen 16nm-Fertigung perfekt für die Wiederholung einer solchen Releaseabfolge an. Damit wird das Jahr 2016 zwar den Release erster Grafikkarten der 14/16nm-Fertigung sehen, aber wahrscheinlich nicht (oder nur kurz vor Jahresschluß) den Release neuer Enthusiasten-Lösungen auf Basis dieser neuen Chipfertigung. Und leider werden nur diese Enthusiasten-Lösungen das bringen, was man sich primär von der 14/16nm-Fertigung erwartet – deutlich mehr Performance.

Die darunter liegenden HighEnd-Lösungen auf Basis der Grafikchips AMD Polaris 11 (voraussichtlich) bzw. nVidia GP104 dürften sicherlich die jetzigen Enthusiasten-Lösungen Radeon R9 Fury X und GeForce GTX 980 Ti bei der Performance überrunden, wegen den Vorteilen der neuen Fertigung vielleicht sogar mit einigem Abstand schlagen – sagen wir bei bis zu +20% Performancezugewinn. Zudem dürfte eine klar bessere Effizienz (Stromverbrauch gegenüber den bisherigen Enthusiasten-Lösung nahezu halbiert), moderneres Featureset, mehr Speicher und der Neuheitswert hinzukommen – aber echte Enthusiasten-Lösungen dürften dies dennoch nicht sein, trotz daß deren Einstiegspreise sicherlich so ausschauen werden. Die eigentliche Offenbarung dessen, was die 14/16nm-Fertigung wirklich zu leisten imstande ist, kann in der Tat erst mit Grafikchips ab 500mm² Chipfläche kommen – wobei hierzu bisher nur nVidias GP100 & GP102 angenommen werden, AMDs Pläne hingegen noch ungewiß sind. Da die Wette auf neue Enthusiasten-Lösungen noch im Jahr 2016 reichlich riskant ist, sollte man diese 14/16nm-basierten Enthusiasten-Grafiklösungen (nach derzeitigem Wissensstand) eher erst für das Jahr 2017 erwarten.

Microsoft höchstselbst bietet nunmehr mittels eines Eintrags in der MS-Support-Datenbank einen offiziellen Weg an, das Windows-10-Upgrade unter Windows 7/8.1 zu verhindern. Notwendig hierfür sind zwei Registry-Einträge, welche man auch zusammengefasst in einer Datei auch bei Heise herunterladen kann. Einziger Nachteil ist vielleicht, daß das (in diesem Zusammenhang dann unsinnige) GXW-Tool weiterhin auf dem Rechner verbleibt, nur dessen Anzeige verhindert wird – Abhilfe würde hier nur die Deinstallation des KB3035583-Updates schaffen (PS: Microsoft kann sich wirklich etwas darauf einbilden, wenn man die siebenstellige Nummer dieses Microsoft-Updates inzwischen korrekt aus dem Kopf aufsagen kann). Ansonsten dürfte die Microsoft-Anleitung aber endlich Seelenfrieden schaffen – gesetzt den Fall, es passiert hierbei mit einem zukünftigen Update nicht (mal wieder) ein "bedauerlicher" Fehler. Daneben sei noch erwähnt, daß laut der PC Games Hardware Microsoft alles in Richtung einer möglichen zeitlichen Verlängerung des Kostenlosumstiegs-Angebots dementiert wurde – der 31. Juli 2016 bleibt der Stichtag, nur bis dahin ist der Umstieg kostenlos.

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Haswell vs. Skylake: Vergleich von Pentium bis Core i7

Die PC Games Hardware hat sich mit dem Pentium G4400 eine echte LowCost-CPU von Intel im Test angesehen. Beim Pentium G4400 handelt es sich um einen Zweikerner ohne HyperThreading – womit diese CPU eigentlich nur noch für Büro-PCs interessant ist, denn im Gaming-Einsatz wird man heutzutage schon hier und da (und in Zukunft zunehmend) zu vier logischen CPU-Kernen gezwungen, womit Zweikerner mit HyperThreading die Mindestanforderung darstellt. Zusammen mit früheren Tests zum Core i3-6100 (kleinster Zweikerner mit HyperThreading) sowie zum Core i3-6500 (zweitkleinster Vierkerner) läßt sich nunmehr ein fast vollständiges Performance-Bild der unterschiedlichen Prozessoren-Varianten von Intels Haswell- und Skylake-Architektur aufzeigen. Zwar ist die angesetzte Benchmark-Auswahl jeweils recht klein, für einen Intel-internen Vergleich sollte dies allerdings knapp ausreichend sein:

Anwendungsperformance Spiele-Unterstützungsperf.
Core i7-6700K Skylake, 4C+HT, 4.0/4.2 GHz, 339$ 142% 111%
Core i7-5775C Broadwell, 4C+HT, 3.3/3.7 GHz, 366$ 124% 113%
Core i7-4790K Haswell, 4C+HT, 4.0/4.4 GHz, 339$ 133% 108%
Core i5-6600K Skylake, 4C, 3.5/3.9 GHz, 242$ 108% 107%
Core i5-4690K Haswell, 4C, 3.5/3.9 GHz, 242$ 101% 102%
Core i5-6500 Skylake, 4C, 3.2/3.6 GHz, 192$ 100% 100%
Core i5-4460 Haswell, 4C, 3.2/3.4 GHz, 182$ 88% 93%
Core i3-6100 Skylake, 2C+HT, 3.7 GHz, 117$ 70% 93%
Core i3-4150 Haswell, 2C+HT, 3.5 GHz, 117$ 60% 78%
Pentium G4400 Skylake, 2C, 3.3 GHz, 64$ 53% 67%

Wie zu sehen, fällt speziell der Pentium G4400 nochmals deutlich vom Core i3-6100 ab: Obwohl der Taktraten-Unterschied nur bei -8% liegt, muß der Pentium G4400 mit -24% bei der Anwendungsperformance sowie -28% bei der Spiele-Unterstützungsperformance zurechtkommen. Die Differenz zum Taktraten-Unterschied geht dann auf das Konto von HyperThreading, in diesem Fall ist jenes also für grob -15% bzw. -19% weniger Performance zuständig (aus Sicht des Core i3-6100), oder andersherum für +22% bzw. +28% mehr Performance (aus Sicht des Pentium G4400). Ironischerweise verliert man aus Sicht eines Core i5-6500 sogar mehr Anwendungsperformance als Spiele-Unterstützungsperformance, für letzteren Einsatz ist der Pentium G4400 aus vorgenannten Gründen jedoch grundsätzlich nicht empfehlenswert. Als billige Office-CPU mag es angehen, aber perspektivisch gesehen erscheint auch hierfür ein Core i3 als die bessere Wahl, um die Langlebigkeit eines neu angeschafften Systems zu stärken.

Abseits dessen zeigt das Gesamtbild unter der Anwendungsperformance den generellen Vorteil der Skylake- gegenüber der Haswell-Generation an, welcher bei den Modellen ohne Taktvorteil bei nur grob 7% liegt, bei den Modellen mit Taktvorteil dann jedoch auf sogar 14-17% ansteigt. Da es diese Taktratenvorteile primär bei den kleineren Modellen des Skylake-Portfolios gibt, lohnt sich dort Skylake ganz besonders – und umgedreht bei den großen Modellen des Portfolios (wie allerdings bekannt) nur eher geringfügig. Zudem sind bei der Anwendungsperformance auch die groben Differenzen der verschiedenen Leistungsstufen gut sichtbar, da die von der PCGH eingesetzten Benchmarks exzellent skalieren: Grob +40% gewinnt man beim Wechsel vom Zweikerner mit HyperThreading auf den (einfachen) Vierkerner, von diesem zum Vierkerner mit HyperThreading sind es dann ebenfalls nochmal grob +40% an Anwendungsperformance.

Die Messungen der Spiele-Unterstützungsperformance sind dagegen etwas vakant, da man hier größere Differenzen der verschiedenen Prozessoren-Varianten erwartet hatte (und untere früheren Messungen auch zu sehen bekam). Leider sind Messungen der Spiele-Unterstützungsperformance (also zu CPU-limitierten Bedingungen unter Spielen) inzwischen so selten geworden, daß sich diese Ergebnisse weder mittels anderer Meßreihen belegen oder aber widerlegen lassen. Allenfalls deuten die größer werdenen Unterschiede bei den LowCost-Modellen darauf hin, daß hier wohl noch nicht am wirklichen CPU-Limit gemessen wurden – die schnelleren CPUs in dieser Meßreihe ihre höhere Rohpower also gar nicht ausspielen konnten.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 4. Februar 2016

Die ComputerBase hat sich die Grafikkarten-Performance unter Fallout 4 nach dem Vorliegen des Spiel-Patches 1.3 erneut angesehen. Mit dem neuen Patch gewinnen insbesondere AMD-Grafikkarten deutlich und nahezu durchgehend hinzu, während sich der Performanceeffekt auf nVidia-Grafikkarten im Rahmen marginaler Prozentpunkte bewegt. Ironischerweise wird damit aber primär die Performance der HighEnd- und Enthusiasten-Modelle gestärkt, welche sowieso schon unter Fallout 4 meistens erstklassige Frameraten bieten (sprich Verbesserungen in einem unrelevant hohen Frameraten-Bereich) – bei den Mitteklasse-Modellen lag AMD dagegen bisher schon ziemlich gut. In der Summe der Dinge bleibt es somit an der absoluten Leistungspitze beim Sieg von GeForce GTX 980 Ti & Titan X, aber in allen nachfolgenden Performance-Kategorien ist AMD nunmehr sehr gut mit dabei, ohne den beim Launch des Spiels noch zu beobachtenden leichten AMD-Nachteil.

Wie die PC Games Hardware berichtet, nutzt Intel derzeit anscheinend die sowieso notwendigen BIOS-Updates gegen den Skylake-AVX-Bug dazu aus, um gleichzeitig das Skylake non-K-Overclocking wiederum zu unterbinden. Solcherart BIOS-Updatees liegen bereits zu ASRock-Platinen vor, die anderen beteiligten Mainboard-Hersteller dürften umgehend folgen – denn unwahrscheinlich, daß Intel denen diesen Übertaktungsspaß durchgehen läßt, ASRock dann aber nicht. Damit endet dieser kleine Schleichweg dann doch noch – ohne großes Trara seitens Intel, aber dennoch ziemlich effektiv, denn man kann sich hiermit nur zwischen zwei Übeln entscheiden: Übertaktung möglich und damit Verzicht auf alle zukünftigen BIOS-Updates – oder Mitnahme aller BIOS-Updates und damit Verzicht auf Übertaktung von non-K Skylake-Prozessoren.

Gleichzeitig gibt Intel damit auch die Richtung vor, wie man diesen Schleichweg zur Übertaktung sieht: Als unerwünschte Möglichkeit, welche Intel mit seinen (ziehenden) Mitteln bekämpft. Auf neueren Platinen wird dieser Schleichweg dann sicherlich gleich vom Start weg nicht mehr möglich sein, Intel wird diese Möglichkeit in allen zukünftigen Microcode-Ausgaben berücksichtigen respektive deaktivieren. Erstaunlich ist allenfalls, daß sich Intel bislang auffallend ruhig verhalten hat, im Gegensatz zu früheren, ähnlich gelagerten Versuchen der Mainboard-Hersteller hat man öffentlich gar nichts zum Geschehen gesagt. Die letztlich zählende Reaktion in Form der Microcode- und dann BIOS-Updates macht aber klar, daß Intel hier an seiner bisherigen Strategie festhält, wirklich keinerlei Übertaktungen außerhalb der von Intel vorgegebenen Pfade (bei Skylake nur mit K-Modellen) zu ermöglichen.

Golem und Heise berichten von den kühnen Plänen der CPU-Entwickler von "Soft Machines", welche zukünftig mit Vierkern-Prozessoren und in der 10nm-Fertigung noch (viel) mehr Performance unter SingleThread-Anwendungen aus ihrem VISC-Konzept eines inversen Hyperthreadings herausholen wollen. Die aktuell gezeigten Benchmarks sehen schon beeindruckend aus – zeigen allerdings nur diesen Teil der Performance, welche dem Konzept von Soft Machines entgegenkommt (SingleThread-Leistung). Unter realen Einsatzbedingungen spielt die MultiThread-Leistung aber eben auch eine gewichtige Rolle, bei der typischen Nutzung eines Smartphone-SoCs eventuell sogar noch mehr als unter Windows-PCs. Ob Soft Machines also mit seinem Konzept etwas liefern kann, was sich auch unter RealWord-Bedingungen mit den Chipkonzepten von AMD, ARM und Intel anlegen könnte, ist überhaupt nicht gesagt und bliebe den unabhängigen Test in einem echten Gerät abzuwarten.

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Ein weiteres Lebenszeichen von AMDs Polaris-Generation - mit einer 1500-Euro-Karte

Nochmal ein neues Lebenszeichen mit einer weiteren, bislang unbekannten AMD-Grafikkarte auf dem Weg nach Indien (in die dortigen Testlabore) ist bei der Import/Export-Datenbank Zauba aufgetaucht: Dort wurde für den 1. Februar 2016 der Import eines "102-C99398-00" Grafikboards nach Indien notiert – wobei die anfängliche "102" auf AMD als Hersteller hindeutet und die "C993" dann üblicherweise die Generation und das Modell der jeweiligen Grafikkarte angibt (ohne aber daß außerhalb von AMD bekannt wäre, was hier was bedeuten soll). Üblicherweise gibt dabei eine anfängliche "C9xx" Markierung die kommende Polaris-Generation an, da Fiji-basierte Grafikkarten und alles ältere bei AMD unter der Markierung "C8xx" läuft.

Hochinteressant ist natürlich der Zollwert von umgerechnet ziemlich exakt 1500 Euro pro Karte. Normalerweise sollte dies auf eine DualChip-Lösung hindeuten, aber die zu erwartende Radeon R9 Fury X2 läuft üblicherweise auch unter "C8xx" Markierungen, kann dies also eigentlich nicht sein. Eine eher zielführende Auflösung wäre es, wenn man annimmt, daß die Zollwerte aller verschickten Polaris-Modelle von AMD bewußt zu hoch angesetzt wurden – zum einen, weil ein (weit) vor Release stehendes Produkt natürlich noch keinen echten Marktwert hat, zum anderen weil deren Wert für AMD zumindest derzeit aber natürlich trotzdem weit höher sein dürfte als der spätere Verkaufspreis es wiedergeben könnte. Somit könnte man die angegebenen Zollwerte nicht (im sprichwörtlichen wie buchstäblichen Sinne) für bare Münze nehmen, sondern müsste aus den genannten Werten aller zuletzt verschickten "C9xx" Grafikboards entsprechend interpolieren:

Code Zollwerte Lieferungen Erklärung
C993 ~1500 Euro 2 Stück zum 1. Februar 2016 Polaris 11
C981 ~650 Euro 2 Stück zum 28. Dezember 2015, 48 Stück zum 30. Januar 2016 Polaris 10
C980 ~560 Euro 7 Stück zum 1. Dezember 2015, 2 Stück zum 8. Januar 2016, 24 Stück zum 14. Januar 2016 Polaris 10
D000 ~420 Euro 15 Stück zum 14. Januar 2016 Polaris 10
C924 ~240 Euro 8 Stück zum 13. August 2015 Testchip
C913 ~200 Euro 30 Stück zum 6. Januar 2015 Testchip
Die kursiv notierten "Erklärungen" in der rechten Spalte sind reine Annahmen unsererseits.

Aus dieser Betrachtung nimmt man besser zuerst die Grafikboards "C913" und "C924" heraus, da jene klar zu früh für Verkaufsversionen der Polaris-Generation geliefert wurden – hierbei handelt es sich womöglich um reine Testboards. Danach ergeben sich aus dieser Auflistung aller über Zauba gelaufenen AMD-Lieferungen mit "C9xx" Markierung ziemlich sicher zwei grundverschiedene Grafikchips: "D000", "C980" und "C981" als verschiedene Ausführungen des kleinere Polaris-Chips mit Mainstream-Anspruch – und "C993" als bisher einzige Ausführung des größeren Polaris-Chips mit HighEnd-Anspruch. Diese Auflösung würde auch bezüglich der gemeldeten Stückzahlen zum bekannten zeitlichen Verlauf passen, wonach der kleinere Polaris-Chip (seitens AMD schon als lauffähig demonstriert) früher spruchreif wird als der größere Polaris-Chip. Die jetzt hierzu gelieferten nur zwei Stück Grafikboards würden auch gut zu einem Projekt passen, welches im Sommer dann in den Verkauf gehen soll.

Wie gesagt passen allein die Zollwerte bezüglich deren absoluter Höhe nicht zu dieser Auslegeung – aber hier könnte AMD zur Verschleierung seiner Absichten schummeln (und die Zollbehörden werden zu hohe Zollwerte sicherlich niemals anmängeln). Vermutlich kann man die Zollwerte grob /2,5 oder /3 teilen, um auf die ungefähren (geplanten) Verkaufspreise dieser Grafikkarten zu kommen. Dies würde zwischen 140 bis 260 Euro für die verschiedenen Varianten des kleineren Polaris-Chip ergeben, sowie zwischen 500-600 Euro für die bisher einzelne Variante des größeren Polaris-Chips. Derzeit sind dies natürlich alles nur wohlfeile Spekulationen, welche sich aus einer unzusammenhängenden Datenlage ergeben – andere Personen & Publikationen können hieraus andere Schlüsse und Vermutungen ziehen, darauf wetten sollte man also sicherlich nicht.

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