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Erste 3DMark-Messungen zur GeForce GTX 1070 zeigen auf eine Performance wie bei der GeForce GTX Titan X

Videocardz zeigen die ersten unabhängigen Benchmarks zur GeForce GTX 1070 in Form einiger 3DMark13-Messungen. Die Karte ist aufgrund ihrer bekannten Spezifikationen schon ganz gut einordenbar, die nun vorliegenden Benchmarks passen dabei auch noch mit ins Gesamtbild. Grob betrachtet liegt die GeForce GTX 1070 unter dem 3DMark13 leicht oberhalb des Niveaus der GeForce GTX 980 Ti – also ziemlich exakt auf dem Niveau der GeForce GTX Titan X. Der Abstand zur GeForce GTX 1080 liegt bei einer um 19-20% niedrigeren Performance, erstaunlicherweise unter UltraHD mit (minimal) geringerem Abstand als unter FullHD.

Perf.Index 3DM13 FS 3DM13 FS Extr. 3DM13 FS Ultra (Quelle)
(Auflösung) - (1920x1080) (2560x1440) (3840x2160) -
GeForce GTX 1080 960%/132% 21154 9994 4841 (Notebookcheck)
GeForce GTX 1070 ? 17557 8327 4078 (Videocardz)
GeForce GTX 980 Ti 730%/100% 16941 7817 3918 (Notebookcheck)
GeForce GTX 980 600%/77% 13291 6149 3064 (Hardware.fr)
Radeon R9 Fury X 670%/100% 16392 7755 3934 (Hardware.fr)
Es wurden allein GPU-Resultate unter dem 3DMark13 FireStrike berücksichtigt.

Darauf muß man allerdings noch nichts geben, genauso wenig wie auf die genauen Abstände zu den anderen Grafikkarten – denn letztlich kann ein Test über ein ausgedehntes Feld an Spiele-Benchmarks hierzu ein nochmals leicht abweichendes Bild ergeben, der 3DMark13 liefert nur allererste Anhaltspunkte zur Performance dieser Karte ab. Jene liefert im übrigen (auch hier) ein Performance-Bild ab, welches am oberen Ende unserer bisherigen Schätzung zum Performance-Index der GeForce GTX 1070 (derzeit geschätzt ~720-760% bzw. ~100-105%) herauskommt. Da auch die nVidia-eigenen Benchmarks in diese Richtung zeigen, könnte die GeForce GTX 1070 am Ende tatsächlich mit einer Performance sogar auf dem Niveau der GeForce GTX Titan X herauskommen – was aller Ehren wert wäre für eine Karte mit einem Listenpreis für das Referenzdesign von 449 Dollar (bzw. 379$ für die Herstellerdesigns).

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Erste Abverkaufsangebote zu den Grafikkarten der 28nm-Generation

Im Zuge des baldigen Verkaufsstarts erster 14/16nm-basierter Grafikkarten sinken nun langsam die Preise der bisher verkauften 28nm-basierten Grafikkarten ab – manchmal garniert mit Knallerangeboten wie einer GeForce GTX 970 auf nur 259 Euro (schon wieder ausverkauft), meistens aber "nur" in Form gewisser Preisabschläge, dafür jene aber auf ziemlich breiter Front. Bei beiden Grafikkarten-Entwicklern gingen gegenüber dem letzten vollständig erfassten Preisstand von Anfang Februar 2016 die Grafikkarten-Preise der Gamer-Grafikkarten bemerkbar nach unten, bei nVidia im Schnitt um -8,3%, bei AMD im Schnitt um -8,9%. Bei nVidia verteilten sich diese Preisnachlässe ziemlich gut, bis auf die GeForce GTX Titan X bekam jede Grafikkarte ihren Teil ab. Besonders bemerkenswert sind hierbei die GeForce GTX 970 für erstmals (sogar deutlich) unter 300 Euro sowie die GeForce GTX 960 4GB für erstmals knapp unter 200 Euro:

Anf. Juli 15 Mitte Sep. 15 Anf. Feb. 16 aktuell
GeForce GTX Titan X 990-1060€ 1000-1060€ 1050-1100€ 1030-1100€
GeForce GTX 980 Ti 670-710€ 660-700€ 640-680€ 600-640€
GeForce GTX 980 480-510€ 470-510€ 480-520€ 450-490€
GeForce GTX 970 315-340€ 310-340€ 320-340€ 270-310€
GeForce GTX 960 4GB 230-250€ 200-230€ 205-230€ 185-210€
GeForce GTX 960 2GB 190-210€ 185-210€ 190-210€ 160-200€
GeForce GTX 950 - 155-170€ 155-170€ 140-160€
GeForce GTX 750 Ti 130-145€ 115-130€ 120-135€ 110-130€
GeForce GTX 750 2GB 110-120€ 110-120€ 105-120€ 100-115€
durchschnittliche Preisdifferenz - -4,0% +1,1% -8,3%

Auf AMD-Seite wird der insgesamte Preisdifferenz-Durchschnitt natürlich durch den um gut ein Viertel (!) gefallenen Preis der Radeon R9 Fury gedrückt, aber auch die anderen Grafikkarten des Angebotsportfolios verloren durchaus gutklassig. Auch hier wäre wieder die Radeon R9 380 4GB für erstmals knapp unter 200 Euro zu erwähnen – während sich hingegen die Radeon R9 380X durchaus gut an die 200-Euro-Markt herangekämpft hat. Bemerkenswert daneben der Preis der Radeon R7 370, welche teilweise schon ab 110 Euro zu haben ist – für eine Pitcairn-basierte Lösung ist dies richtig günstig, vor allem aber macht dies alle anderen umherliegenden MainstreamKarten desselben Preisbereichs ziemlich vollkommen obsolet.

Anf. Juli 15 Mitte Sep. 15 Anf. Feb. 16 aktuell
Radeon R9 Fury X 700-750€ 700-770€ 640-680€ 600-670€
Radeon R9 Fury - 550-600€ 540-600€ 420-500€
Radeon R9 Nano - 640-700€ 500-540€ 460-530€
Radeon R9 390X 430-460€ 420-450€ 390-420€ 370-410€
Radeon R9 390 330-360€ 310-340€ 320-340€ 300-340€
Radeon R9 380X - - 230-250€ 210-230€
Radeon R9 380 4GB 220-240€ 215-240€ 205-230€ 190-210€
Radeon R9 380 2GB 190-210€ 185-210€ 190-210€ 170-200€
Radeon R7 370 145-165€ 145-160€ 130-145€ 110-140€
Radeon R7 360 110-120€ 110-120€ 105-120€ 100-115€
durchschnittliche Preisdifferenz - -1,0% -7,0% -8,9%

Und dennoch lassen sich hier noch keine echte Empfehlungen aussprechen. Die Höhe der Preisnachlässe ist noch zu gering, um von echten Abverkaufsangeboten zu sprechen, mit denen also die Läger schnellstmöglich geräumt werden sollen. Die nachkommenden 14/16nm-Grafikkarten dürften die hiermit gebotenene Preis/Leistungs-Verhältnisse wahrscheinlich erreichen oder gar schlagen können. Es kann derzeit keine Empfehlung mehr zugunsten einer dieser 28nm-Grafikkarten gegeben werden, gerade da wie gesagt der Verkaufsstart erster 14/16nm-Beschleuniger nur noch ein paar Tage entfernt liegt und es innerhalb der nächsten 1-2 Wochen wohl tiefergehende Informationen über einen Großteil der kompletten 14/16nm-Riege geben wird. Dabei sollte man von der 14/16nm-Generation jedoch keine großen Sprünge beim Preis/Leistungs-Verhältnis erwarten – aber allein schon dieselben Preis/Leistungs-Verhältnisse reichen letztlich dafür aus, um natürlich den moderneren Beschleunigern, welche üblicherweise auch noch mit mehr Speicher angeboten werden dürften, den Vorzug zu geben.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 24. Mai 2016

Nachdem sich inzwischen einige Webseiten zu nVidias GP102-Chip geäußert haben, wäre darauf hinzuweisen, das die Ausgangslage der aktuellen Gerüchte allein aus einer im Chiphell-Forum zusammengestellten GP102-Spekulation besteht – und nicht etwa in neuen Hinweisen oder ähnlichem. Das einzig handfeste zum GP102-Chip besteht in einem inzwischen etwas zurückliegenden Treibereintrag – und natürlich der grundsätzlichen Überlegung, wonach der GP100-Chip eigentlich für das Geschäft mit Gamer-Grafikkarten regelrecht ungünstig designt wurde. Die Annahmen aus dem Chiphell-Forum sehen dann faktisch einen GP100-Klon vor, welcher dieselbe Anzahl an Shader-Einheiten (3840) mit leicht höhere Taktraten gegenüber dem GP100-Chip an allerdings einem 384 Bit GDDR5X-Speicherinterface aufbieten soll. Hier dürfte es primär nicht um mehr Performance gehen (dieselbe Taktrate wäre eventuell auch aus dem GP100-Chip quetschbar), sondern um Kostenersparnis – das hierfür notwendige Die (Chiphell schätzen ~478mm², dürfte für 3840 Shader-Einheiten hinkommen) ist deutlich kleiner als das GP100-Die (610mm²), zudem kann man mit günstigerem GDDR5X-Speicher operieren und spart sich den teuren HBM2-Speicher. Dies erscheint durchaus sinnig, zumal der Rohleistungsunterschied von ~43% mehr Rechenleistung ähnlich ausfällt wie bei der gleichen Konstellation in der Maxwell-Generation (+40%).

Nichtsdestotrotz besteht die technische Möglichkeit, das nVidia dem GP102-Chip mehr Shader-Einheiten als dem GP100-Chip mit auf den Weg gibt – 4608 wären beispielsweise eine runde Zahl (36 Shader-Cluster, passt gut zu angenommen 6 Raster-Engines). Die Chipfläche würde damit auf ~550mm² hinaufgehen, die Differenz bei der Rechenleistung auf sogar +72%, bei etwas niedrigeren Taktraten ähnlich wie bei GP100-Chip dann noch +57%. Gemessen daran, das die Anzahl der Shader-Einheiten beim GP100-Chip nun einmal durch die angesetzten Profi-Features unerwartet niedrig ausgefallen ist und vor allem, das bei AMD schließlich noch gleich zwei Vega-Chip oberhalb des Polaris-10-Chips antreten sollen, wäre auch diese Auflösung mit 4608 Shader-Einheiten denkbar. Das Kostenersparnis-Potential bei dieser Auflösung ist aufgrund der etwas größeren Chipfläche nicht ganz so hoch, aber durch die Verwendung von GDDR5X-Speicher anstatt von HBM2-Speicher auch hier gegeben. Vor allem aber würde nVidia mit dieser Auflösung seinem Prinzip treu bleiben, den größten Gamer-Chip immer am technologisch maximal machbaren auszurichten – jenen also nicht bewußt kleiner auszulegen als denn möglich wäre. Dies kann man bei den kleineren Chips des Portfolios tun, der größte Chip sollte aber immer so groß werden wie es nur geht – schon allein, um nicht in einen überraschenden Konter von AMD mit einem größeren und damit potenteren Chip zu laufen.

Seit Anfang März befindet sich bekanntlich die (inoffiziell so genannte) "GeForce GTX 950 SE" im Handel – eine GeForce GTX 950 mit auf 75 Watt abgesenkter TDP und dementsprechend klar niedrigerer Performance. nVidia hat dies natürlich nie exakt so gekennzeichnet bzw. die Karte läuft rein offiziell mit den Taktraten der gewöhnlichen GeForce GTX 950 – erreicht aber eben nicht deren hohe reale Boosttaktraten, sondern bleibt erheblich unterhalb dieser (~1100 MHz bei der SE gegen 1332 MHz bei der regulären Version). All dies wäre irgendwie doch tragbar, wenn der Grafikkarten-Käufer diese leistungsschwächere Version am Ende auch zu einem günstigeren Preis (oder wenigstens dem gleichen Preis) bekommen würde – doch dem ist nicht so: Die regulär GeForce GTX 950 gibt es derzeit zu Preislagen zwischen 140 und 160 Euro, die GeForce GTX 950 SE fängt dagegen nicht unter 152 Euro an. Dafür, das es mit der SE-Ausführung gut 10% weniger Performance gibt, ist dies kein guter Tausch – noch dazu, wo man sich am Ende mittels der manuellen Begrenzung des Power-Limits bei einer regulären GeForce GTX 950 auch per Hand eine 75-Watt-Karte basteln kann, welche bei der Stromversorgung also ohne extra PCI-Express-Stromstecker auskommen könnte. In dieser Frage ist die GeForce GTX 950 SE ein klares Neppangebot, selbst wenn es für deren Hauptzweck der 75-Watt-Lösung sicherlich hier und da Anwendungsfälle gibt.

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Mögliche 3DMark11-Resultate der Polaris-10-basierten Radeon R9 480 & 480X aufgetaucht

Videocardz haben in den Datenbanken von Futuremark ein paar neue 3DMark11-GPU-Resultate entdeckt, welche sich (trotz fehlender Namensnennung) aufgrund deren Device-IDs ziemlich sicher dem kommenden AMD Polaris 10 Grafikchip zuordnen lassen. Dummerweise existieren zu jeweils zwei Device-IDs auch jeweils zwei Benchmark-Werte, ohne das sich hierbei irgendwelche Unterschiede bei den Taktraten oder Hardware-Daten erkennen lassen (wobei zur Erkennung der Taktraten sowieso unter Zweifel steht, ob dies real passiert oder ob schlicht nur die default-Taktraten ausgelesen werden). Erklärbar wäre dies mit einem neuen Treiber, der dann für einen Performance-Boost (unter dem 3DMark11) von 16-23% sorgt – oder natürlich einer schlichten Übertaktung der Karte, dies läßt sich derzeit nur vermuten.

Daher läßt sich derzeit aus diesen Benchmarks noch nicht viel herauslesen, da eben der exakte Wert der unübertakteten Karte nicht zweifelsfrei bestimmt werden kann. Man kann nur das grobe Performancefeld bestimmen, welches für die größere der beiden Karten – wahrscheinlich die Radeon R9 480X, mit einer anderen Meldung ordnen Videocardz den Polaris-10-Chip fest der Radeon R9 480 Serie zu – in Richtung Radeon R9 390 bis Radeon R9 Fury liegt, die kleinere der beiden Karten – wahrscheinlich dann die Radeon R9 480 – ca. 10-15% hiervon hinterherliegt. Dies liegt im besten Fall noch im Rahmen des allerersten groben Benchmark-Wertes zur Radeon R9 480X, mit welchem AMD eine der Radeon R9 Fury X nahekommende Performance im 3DMark13 erzielt haben will. Die 3DMarks sind natürlich nur gut für allererste Vergleiche – es kann allerdings auch sein, das jene durch ihre Eigenheiten gewisse Limitationen bei den Polaris-10-Karten nicht aufdecken können und daß daher die RealWorld-Performance dieser Karten dann etwas niedriger ausfällt.

Ironischerweise liegt der Wert der zuerst genannten Videocardz-Meldung wohl sowieso eher darin, das hierbei möglicherweise die finalen Taktraten von Radeon R9 480 & 480X genannt wurden. Der 3DMark11 konnte hierzu 1266/3850 MHz sowie 1266/4000 MHz auslesen – was vom Chiptakt einem kürzlichen anderen Polaris-10-Ergebnis entspricht, der Speichertakt läuft auf die Nutzung von mit 4000 MHz getaktetem GDDR5-Speicher hinaus, da bei Polaris 10 offensichtlich noch kein GDDR5X-Speicher zum Einsatz kommt. Wenn der 3DMark11 bei nVidia gern die höchste im Treiber hinterlegte Boost-Taktrate ausliest (bei der GeForce GTX 1080 waren dies 1860 MHz, obwohl die Karte unübertaktet lief), dann dürfte dieselbe Auslesung bei AMD hingegen auf den Referenztakt hinauslaufen – da bei AMD sowieso nur Maximaltaktraten existieren. Ein Chiptakt von ≤1266 MHz dürfte dann auch eher zu dem passen, was die bisherigen Benchmarkresultate wiedergeben und was die 14/16nm-Fertigung augenscheinlich an neuen Taktreserven mit sich bringt (trotz AMDs augenscheinlicher Niedrigtakt-Strategie bei den eigenen 14nm-Chips).

Damit läßt sich dann auch die vermutliche Rohleistung der Radeon R9 480X besser bestimmen: Auf Basis der Annahme, das bei dieser Grafiklösung 2560 Shader-Einheiten verbaut sind, würde jene 6,48 TFlops Rechenleistung und 256 GB/sec Speicherbandbreite auf die Waage bringen (bei nur 2304 Shader-Einheiten wäre es exakt 10% weniger Rechenleistung). Dies geht dann schon in die Richtung einer Radeon R9 390X, welche ihrerseits mit 5,91 TFlops Rechenleistung und aber 384 GB/sec Speicherbandbreite daherkommt – wobei Polaris 10 den Nachteil bei der Speicherbandbreite durch diverse Verbesserungen am Chip vermutlich zum größeren Teil kaschieren kann. Allein die bei der Radeon R9 480X sogar höhere Rechenleistung sagt aus, das diese Polaris-10-basierte Grafikkarte durchaus zu einer Performance von Radeon R9 390X und mehr in der Lage sein sollte. Basierend auf den derzeit bekannten Informationen und Leaks zu Pascal & Polaris läßt sich damit folgende, aktualisierte Performance-Prognose erstellen:

AMD Polaris FHD Perf. 4K Perf. Preislage nVidia Pascal
960% 132% 599$/699$ GeForce GTX 1080
GP104-400, 2560 Shader-Einheiten @ 256 Bit GDDR5X-Interface, 1607/1733/2500 MHz, 8 GB GDDR5X
~720-760% ~100-105% 379$/449$ GeForce GTX 1070
GP104-200, 1920 Shader-Einheiten @ 256 Bit GDDR5-Interface, 1506/1683/4000 MHz, 8 GB GDDR5
Radeon R9 480X
Polaris 10, mglw. 2304 oder 2560 Shader-Einheiten @ 256 Bit GDDR5-Interface, ≤1266/4000 MHz, 8 GB GDDR5
~600-700% ~80-95% ~349$
~570-610% ~75-80% ~299$ GeForce GTX 1065
GP104-150, mglw. 1920 Shader-Einheiten @ 192 Bit GDDR5-Interface, 6 GB GDDR5
Radeon R9 480
Polaris 10, mglw. 1920 oder 2048 Shader-Einheiten @ 256 Bit GDDR5-Interface, ≤1266/3850 MHz, 8 GB GDDR5
~500-600% ~70-80% ~249$
Anmerkung: Alle in dieser Tabelle genannten Werte zu noch nicht veröffentlichter Hardware sind natürlich spekulativ.

Diese aktualisierte Prognose sieht für Polaris 10 auf den allerersten Blick vielleicht etwas ungünstig aus, GeForce GTX 1070 & 1080 liegen hierbei schließlich noch vor der Radeon R9 480X. Zu erinnern wäre allerdings daran, das der Polaris-10-Chip (sofern sich die Chipfläche von 232mm² bestätigen läßt) eine ganze Chipklasse niedriger steht als der GP104-Chip von nVidia (bei einer Chipfläche von 314mm²) und demzufolge niemals für eine gegenüber dem GP104 vergleichbare Performance gedacht war oder auch dahingehend trimmbar wäre. AMD dürfte mit Polaris 10 auch eine gänzlich andere Preislage besetzen als nVidia mit dem GP104-Chip – selbst wenn nVidia versucht, den GP104 auf preisliche Polaris-10-Gefilde herunterzuziehen. Zudem ist aber auch noch einigermaßen offen, wo genau Polaris 10 bei der Performance landet, der Unsicherheitsfaktor unserer Prognosen ist in dieser Frage zuletzt eher wieder gewachsen. So gesehen ist es durchaus vernünftig, weitere Informationen zum Thema abzuwarten, welche sich sicherlich in Kürze ergeben dürften.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 23. Mai 2016

Im SemiAccurate-Forum haben sich noch zwei weitere Deutungen des kürzlichen Zen-Dieshots eingefunden – No.1 und No.2. Insbesondere ersterer – stammend von Hans de Vries von (der leider kaum noch aktiven Seite) Chip-Architect – ist schon recht detailliert in der möglichen Anorderung der einzelnen Zen-Bauelemente. Zudem gibt es eine Schätzung zur Zen-Chipfläche von grob 160mm² – für einen Achtkerner wäre das spartanisch, Intel kommt bei einem Skylake-Vierkerner (mit GT2-Grafiklösung allerdings) in derselben 14nm-Fertigung auch schon auf ~122mm². Gemessen an dem, wie bisher bei Intel die Differenen zwischen Vierkerner mit iGPU und Achtkerner ohne iGPU lagen, sollte ein Intel-Achtkerner ohne iGPU in der 14nm-Fertigung bei ~230-250mm² herauskommen, wäre also sogar größer als AMDs in diesem Punkt (beiderseits keine iGPU) gleichen Ansatz. Damit kann AMD bei Zen letztlich günstigere Preise bieten, ohne deswegen zu sehr in die Gewinnmarge eingreifen zu müssen – zum Verkaufserfolg könnte somit auch endlich einmal wieder ein finanzieller Erfolg kommen. Aber natürlich ist der derzeit vorliegende Zen-Dieshot noch zu ungenau, um jenen mit all zu viel Vorschußlorbeeren zu versehen – wie jeder andere Hersteller auch muß AMD erst einmal liefern, ehe irgendwelche Preise vergeben werden.

Als weitere Auflösung im Fall der Notebook-Grafiklösung oberhalb des Performanceniveaus der GeForce GTX 1080 seitens Asus bietet sich natürlich auch eine ab Werk übertaktete GeForce GTX 1080 an, damit sind die fehlenden ca. 16% Performance durchaus erreichbar. Asus hatte zwar angegeben, den Benchmark ohne Übertaktung angetreten zu haben, aber dies muß ja nicht auf eine ab-Werk-Übertakung bezogen sein. Da das verwendete Konzept-Notebook womöglich sogar eine Wasserkühlung trägt, sind hohe Taktraten mit dem GP104-Chip erreichbar und die dabei entstehende Verlustleistung wohl gut abtragbar. Wie gesagt ist die Auslegung "AMD Polaris 10 unter CrossFire" auch nur eine hypothetische Idee, weil darauf der genannte Benchmark-Wert ziemlich gut passt – was überhaupt nicht aussagt, das es auch so kommt. Daneben wäre noch auf einen Punkt verwiesen, welcher bislang noch gar noch thematisiert wurde: Laut den von Asus für seine Teaser-Webseite vergebenen Tags soll es sich sogar um ein 24-Zoll-Notebook handeln. Dies dürfte neben der Hardware-Performance einiges Interesse hervorrufen, denn im Notebook-Markt gibt es derzeit kaum noch Angebote oberhalb von 17 Zoll – und 24 Zoll wäre dann schon ein wirklich außergewöhnlicher Sprung.

Die PC-Welt berichtet über Microsofts neueste Nervaktion, welche einen zum Umstieg auf Windows 10 bewegen soll: Ein GWX-PopUp, welches dem Nutzer ein Upgrade-Datum vorgibt – welches man zwar ändern, aber nicht gänzlich ablehnen kann. Die PC-Welt hängt sich hierbei nun daran auf, das ein Schließen des Fensters diesen Vorgang nicht unterbindet – aber das Schließen von Fenstern beendet in aller Regel nur Programme, nicht aber festgelegte Aufgaben (vergleiche beispielsweise den Taskplaner – ein Schließen dieses Programms bedeutet auch nicht, das die geplanten Tasks nun nicht mehr ausgeführt werden). Der springende Punkt ist hierbei vielmehr, das Microsoft dem Nutzer das Upgrade zu Windows 10 ohne offizielle Abwahlmöglichkeit vorgibt, ergo ein faktisches Zwangsupgrade einführt. Das es Mittel und Wege gibt, ein hierbei ausversehen geplantes Upgrade dennoch noch zu verhindern, spielt keine Rolle – dies geht in den Bereich der Hacks und Tricks, dies muß ein "normaler" Computernutzer nicht wissen. Rein rechtlich betrachtet handelt es sich um klaren Zwang, da keinerlei umgehend erreichbarer "Nein"-Button existiert.

Schade, das sich an dieser Stelle kein Staatswanwalt zu profilieren versucht (oder wenigstens auf den Eintrag in die Geschichtsbücher schielt), denn bei so etwas könnte man unter Ausnutzung der rechtlichen Möglichkeiten durchaus für einiges Aufsehen sorgen: Von der Computerkrimimalität (ungewollte Software-Veränderung) über das Vertragsrecht (mißbräuchliche Vertragsänderung) bis hin zum Strafrecht (Zwangsausübung) kann man dagegen einiges substantielles in Stellung bringen, da muß man gar nicht einmal das üblicherweise zahnlose Verbraucherschutzrecht bemühen. Eine funktionierende Justiz würde dem aktuellen Spuk mit einstweiligen Verfügungen unter Androhung schmerzhafter Bußgelder pro Tag oder/und Beugehaft für die Bosse von Microsoft Deutschland kurzfristig ein Ende bereiten – und sich danach auch nicht nehmen lassen, selbst die unvollendete Tat noch einmal strafrechtlich aufzuarbeiten (denn auch angedrohter, aber nicht ausgeführter Zwang ist strafbar). Dabei geht es weniger denn darum, sich sein Mütchen an (letztlich weisungsgebundenen) Microsoft-Mitarbeitern zu kühlen, sondern eher darum, das der rechtliche Rahmen für solcherart Aktionen mal wieder betont wird und den Firmen klar wird, das man sich trotz der vorhandenen technischen Möglichkeiten nicht einfach alles erlauben kann.

Trends der Zukunft berichten über Google Home – den persönlichen Heimassistenten, welchen Google in Konkurrenz zu Amazons Echo sowie noch nicht genauer benannter Facebook-Pläne in Vorbereitung hat. Die kleine graue Box soll erst einmal wie ein Google auf Sprachsteuerung funktionieren – sprich, Suchanfragen bewältigen, Termine eintragen und ähnliche nützliche Dinge mit den bekannten Google-Apps veranstalten. Damit das ganze funktioniert, muß Google Home natürlich die gesamte Zeit mithorchen (wenigstens auf sein Aufweck-Kommando) – und natürlich ständig mit den Google-Servern verbunden sein. Sicherlich zweifelhaft, ob dies kurz nach den Datenschutzbedenken bei der Xbox One schon geht – und Google Home soll ja nicht nur im Gaming-Raum stehen, sondern im Idealfall im ganzen Haus rund um die Uhr funktionieren. Schade ist bei solchen Projekten, wie der Nutzwert dieser Ideen für den möglichst einfachen Markterfolg kompromitiert wird – weil nützlich könnte die ganze Funktionalität schon sein. Aber dafür müsste es sich um einen im Haus befindlichen Mini-Supercomputer handeln, welcher alle Daten lokal verarbeitet, sich Informationen aus dem Internet nur anonym beschafft – und vor allem natürlich ganz allein dem Besitzer des Hauses untertan ist. DAS wäre dann ein persönlicher Assistent – was Google & Co. dagegen planen, ist die verlängerte Halteleine, zuzüglich einer ständig zuschaltbaren Direktleitung der NSA natürlich.

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Asus teasert neue Notebook-Grafiklösung oberhalb des Performanceniveaus der GeForce GTX 1080 an

Computerhersteller Asus teasert auf seinen Webseiten ein neues G-Series Gaming-Notebook (im Konzept-Status) an – mit einer sensationell schnellen Grafiklösung, welche aber nicht weiter benannt wurde. Selbst die zuerst notierte Diagramm-Beschriftung "GXXX" soll nicht irgendwie indirekt auf eine GeForce-Lösung hindeuten, sondern bezieht sich eben auf Asus' G-Serie an Gaming-Notebooks. Andererseits ist die notierte Performance derart rasant, das einem hierzu eigentlich nur eine nVidia-Lösung auf Basis des GP104-Chips von GeForce GTX 1070 & 1080 einfällt. Das ganze ist allerdings mit einem kleinen Schönheitsfehler behaftet: Die gezeigte Performance ist hierfür schon wieder zu schnell, die von Asus notierten 34.312 GPU-Punkte unter dem 3DMark11 Performance schafft nicht einmal eine GeForce GTX 1080:

3DMark11 Perf. (insg.) 3DMark11 Perf. (GPU) (Quellen)
(unveröffentlichtes) Asus ROG GXXX Gaming-Notebook 20.811 34.312 (Asus)
GeForce GTX 1080 24.867 29.443 (Guru3D & Notebookcheck)
GeForce GTX 980 Ti 20.172 23.057 (Guru3D & Notebookcheck)
GeForce GTX 980/Notebook SLI 20.055 30.045 (Notebookcheck & Notebookcheck)
Radeon R9 Fury 16.795 17.543 (Guru3D & Notebookcheck)

Zwar kann man vom GP104-Chip eine ähnlich potente Mobile-Lösung erwarten wie beim vorhergehenden GM204-Chip mit der GeForce GTX 980/Notebooks, welche eine der GeForce GTX 980 aus dem Desktop-Bereich nahekommende Performance bietet. Aber das eine GP104-basierte Mobile-Lösung schneller als die GeForce GTX 1080 sein soll, erscheint dann wiederum als arg unwahrscheinlich – und der Performanceabstand ist dann auch wieder so groß, das selbst gewisse Meßungenauigkeiten als Auflösung eigentlich ausscheiden. Für eine SLI-Lösung auf GP104-Basis (Asus schließt nirgendwo die Verwendung mehrerer Grafikchips aus) ist der Wert dann schon wieder zu schlecht, da kommt selbst eine GeForce GTX 980/Notebooks im SLI-Verbund schon nahe genug heran – für das bekannt große Performanceplus, welches der GP104-Chip gegenüber dem GM204-Chip mitbringt, wäre dies deutlich zu wenig.

Daher wollen wir hiermit eine gewisse Spekulation auflegen – nämlich das es sich gar nicht um eine GP104- oder nVidia-basierte Lösung handelt, sondern vielmehr um AMD Polaris 10 unter CrossFire (?). Der gezeigte Performance-Wert erscheint dafür als ziemlich passend, auch wenn die Argumentationslinie hierzu ziemlich waagemutig ist: Ausgehend davon, das Polaris 10 unter den 3DMark-Messungen generell in etwa die Performance von Radeon R9 Fury X Grafikkarten bringt (hierzu gibt es aber nur einen Leak unter dem 3DMark13), könnte man auf den vorstehend aufgeführten 3DMark11 GPU-Wert der Radeon R9 Fury erst einmal ~7% drauflegen, um zur Radeon R9 Fury X zu gelangen. Hinzu kommen dann noch einmal ~85-90%, um das ganze unter CrossFire zu stellen – und dies macht dann ~34.700 bis 35.700 GPU-Punkte und kommt erstaunlicherweise viel besser auf die von Asus notierten 34.312 GPU-Punkte hin.

Alle diese hypothetischen Überlegungen setzen natürlich voraus, das AMD seine Polaris-10-Lösung auf einem Niveau ähnlich wie bei den Desktop-Beschleunigern auch ins Notebook bekommt, in diesem Fall dann sogar zwei Stück hiervon. Insbesondere noch vor dem eigentlichen Chip-Launch von Polaris 10 wäre dies eine technologisch herausragende Leistung – was demzufolge die Unsicherheit aufwirft, ob dies zu diesem frühen Zeitpunkt denn überhaupt möglich sein kann. Wir wollen diese Auflösung demzufolge nicht beschreien, selbst wenn die Zahlen halbwegs gut darauf hindeuten. Denn andere Auslegungsformen sind jederzeit möglich, die Chancen naturgemäß größer, das hierbei schlicht eine nVidia-basierte Grafiklösung zum Einsatz kommt.

Nachtrag vom 23. Mai 2016

Als weitere Auflösung im Fall der Notebook-Grafiklösung oberhalb des Performanceniveaus der GeForce GTX 1080 seitens Asus bietet sich natürlich auch eine ab Werk übertaktete GeForce GTX 1080 an, damit sind die fehlenden ca. 16% Performance durchaus erreichbar. Asus hatte zwar angegeben, den Benchmark ohne Übertaktung angetreten zu haben, aber dies muß ja nicht auf eine ab-Werk-Übertakung bezogen sein. Da das verwendete Konzept-Notebook womöglich sogar eine Wasserkühlung trägt, sind hohe Taktraten mit dem GP104-Chip erreichbar und die dabei entstehende Verlustleistung wohl gut abtragbar. Wie gesagt ist die Auslegung "AMD Polaris 10 unter CrossFire" auch nur eine hypothetische Idee, weil darauf der genannte Benchmark-Wert ziemlich gut passt – was überhaupt nicht aussagt, das es auch so kommt. Daneben wäre noch auf einen Punkt verwiesen, welcher bislang noch gar noch thematisiert wurde: Laut den von Asus für seine Teaser-Webseite vergebenen Tags soll es sich sogar um ein 24-Zoll-Notebook handeln. Dies dürfte neben der Hardware-Performance einiges Interesse hervorrufen, denn im Notebook-Markt gibt es derzeit kaum noch Angebote oberhalb von 17 Zoll – und 24 Zoll wäre dann schon ein wirklich außergewöhnlicher Sprung.

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