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Hardware- und Nachrichten-Links des 6./7. Dezember 2016

Derzeit breit aufgegriffen wird ein Statement von HardOCP-Gründer Kyle Bennett, welcher im HardOCP-Forum verkündete, Grafikchip-Technik von AMD würde zukünftig in Intel-Grafikchips wandern, da ein entsprechendes Lizenzabkommen zwischen beiden Firmen unterzeichnet worden wäre. Hierunter muß man sich allerdings nicht zu viel vorstellen – wie beispielsweise die Übernahme der GCN-Architektur durch Intel, denn dies hat Intel angesichts seiner eigenen Grafikchip-Architektur gar nicht notwendig. Für Intel relevant sind allein die verschiedenen patentrechtlich geschützten Grafikchip-Technologien, beispielsweise für diverse Grafik-Effekte oder Architektur-Details. Jene muß Intel entweder bei AMD oder nVidia lizensieren, um eventuellen Rechtsstreitigkeiten aus dem Weg zu gehen. Bei welchem der beiden Grafikchip-Entwickler man lizensiert, ist dabei nicht wirklich relevant, da beide auf genügend eigenen Patenten sitzen, um sich gegenseitig in unendliche und vor allem fruchtlose Patentstreitigkeiten verwickeln zu können – und dies demzufolge wohlweislich unterlassen. Bisher hatte Intel bei nVidia jene Grafikchip-Patente lizensiert – zukünftig fließen diese Einnahmen schlicht an AMD (zumindest wenn der HardOCP-Gründer mit seiner Aussage Recht hat). An den Intel-Grafikchips dürfte sich dadurch vermutlich gar nichts verändern, eventuell fließt langfristig die eine oder andere AMD-Idee in diese ein.

WinFuture berichten über die gemeinsame Ankündigung von Microsoft und Qualcomm, das die nächste Generation von Qualcomms Snapdragon-Prozessoren auf ARM-Basis über einen Hardware-basierten Virtualisierungs-Modus auch x86-Code ausführen kann. Jene Emulation soll derart vollständig funktionieren, das auch ein komplettes Windows 10 auf diesen neuen Snapdragon-Prozessoren ausgeführt werden kann – was faktisch die Tür öffnet für ARM-basierte Windows-PCs, nur eben ohne den Software-Einschränkungen des ehemaligen Windows 8 RT (ebenfalls ARM-basiert, aber nicht zu Ausführung von x86-Code in der Lage). Genaueres hierzu wird es sicherlich später noch geben, genaueres hierzu ist sicherlich auch vonnöten – denn natürlich drängen sich entscheidende Fragen zur Performance dieser Virtualisierungs-Lösung sowie zu deren Software-Kompatibilität auf (bislang wird nur von Win32-Anwendungen sowie von UWP-Apps geredet). Interessant ist auch der Punkt der x86-Lizenz bzw. ob jene benötigt wird – gut möglich, das hierzu Qualcommm (Ist nur eine Emulation!) und AMD/Intel (Über so etwas entscheiden wir!) gänzlich unterschiedliche Auffassungen haben. Erstmalig x86-geeignet soll schon Qualcomms kommender HighEnd-SoC Snapdragon 835 werden, erste kaufbare Windows-10-Geräte mit diesem SoC werden im zweiten Halbjahr 2017 erwartet.

Von IC Insights kommt eine Zukunftsprognose zum weltweiten Chipmarkt (eingeschlossen hierbei wirklich alle Chips, sprich auch Speicherchips, Kleinstchips, etc), welche versucht diese Entwicklung bis zum Jahr 2020 vorzuzeichnen. Hierbei werden sowohl die Marktgröße der einzelnen Chipsegmente als auch deren Wachstumsraten prognostiziert bzw. bildlich dargestellt – was interessante Konstellationen ergibt. So haben die beiden (deutlich) größten Posten in Form von Smartphone-Chips und PC-Chips auch mit die schwächsten Wachstumsraten – wobei IC Insights im Gegensatz zu anderen Prognosen hier auch wirklich von einem (Umsatz-)Wachstum auf dem PC ausgehen. Die höchsten Wachstumsraten haben dagegen Autoelektronik-Chips und IoT-Chips – wobei nur für die letztere Sparte ein so starkes Wachstum prognostiziert wird, auf das jene in einer mittelfristigsten Zukunft eventuell einmal in die absoluten Größenordnungen der PC- und Smartphone-Chips gelangen könnte. Die Grafik zeigt wie gesagt gut an, das zwar die großen Wachstumssegmente außerhalb des PC- und Smartphone-Business liegen, die anderen Chipsparten aber derart kleiner sind, das jene PCs & Smartphones noch lange nicht das Wasser werden reichen können.

Nachdem der seit Dienstag grassierende Erpressungstrojaner "Goldeneye" Heise Security gleich vier Meldungen innerhalb kürzester Zeit wert war – No.1, No.2, No.3 & No.4, weisen wir gern noch einmal auf unsere Anleitung zum Schutz vor Erpressungstrojanern vom Februar diesen Jahres hin. Jene ist auch im Fall von "Goldeneye" zielführend, da jener Erpressungstrojaner sich schlicht mittels Excel-Makros zu aktivieren versucht – sind diese deaktiviert (Standard in neueren Excel-Versionen) und geht der Nutzer nicht auf die Aufforderung des eMail-Dokuments ein, diesen Schutz manuell aufzuheben, dann wird der Virus eben auch nicht ausgeführt. Grundsätzlich sind aber auch die beiden anderen in jener Anleitung empfohlenen Schutzmaßnahmen nützlich, gerade der Windows Scripting Host ist ein wandelndes Sicherheitsrisiko, da bei jenem die Standardeinstellung auf "ausführen" lautet. Tritt dennoch der schlimmstmögliche Fall ein, versucht eine kürzliche Erste-Hilfe-Anleitung Linderung zu verschaffen – ob man seine Daten allerdings wirklich wiederbekommt, ist zweifelhaft, die Fälle von später doch noch knackbaren Erpressungstrojanern haben in letzter Zeit eher abgenommen, moderne Erpressungstrojaner dürften heutzutage eigentlich immer wirklich unentschlüsselbaren Datensalat zurücklassen. Im Fall von Erpressungstrojanern hilft also wirklich nur Vorsicht, mit Nachsicht kommt man hierbei meistens nicht weit.

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AMD hat wohl einen "Polaris 12" Grafikchip & eine Polaris-10-basierte DualChip-Lösung in Vorbereitung

Im Forum von TonyMac hat ein Forennutzer einen im Hex-Editor analysierten AMD-Treiber zum besten gegeben – welcher Einträge zu bisher nicht bekannten Grafikchip-Projekten seitens AMD enthält. So wurden neben den bekannten AMD-Grafikchips Polaris 11, Polaris 10 und Vega 10 auch ein "Polaris 12" Grafikchip genannt – sowie eine "Polaris 10XT2", was wohl eine Polaris-10-basierte DualChip-Lösung darstellen dürfte. Beide Nennungen überraschen etwas, da das AMD-Grafikchip-Programm für das Jahr 2017 als bisher ziemlich feststehend galt: Vega 11 & 10 sollten Polaris 11 & 10 nach oben hin erweitern, zusammen ergibt sich dann ein vollständiges Grafikchip-Portfolio bei AMD.

Derzeit wird schon kräftig spekuliert, wie diese Nennungen zu verstehen sind – halbwegs plausibel sind derzeit grundsätzlich zwei Lösungen zu "Polaris 12": Erstens eine noch kleinere Polaris-Lösung für echte LowEnd-Bedürfnisse (wie sie auch nVidia mit dem noch kommenden GP108-Chip in Vorbereitung hat) – oder aber ein schnellerer Polaris-Chip, welcher dann womöglich den Roadmap-Platz von Vega 11 einnehmen wird, eventuell sogar ein glatt umbenannter Vega 11 (dann ohne HBM-Speicher). Jede andere Auflösung funktioniert natürlich genauso, bislang ist dies vollkommen in der Schwebe – und am Ende muß es sich noch nicht einmal um einen wirklich in die Realität zu überführenden Grafikchip handeln, wie auch schon einige andere Chips (von AMD und nVidia) es nie aus der Projektphase heraus gebracht haben.

Mit der Nennung von "Polaris 10XT2" werden natürlich alle bisherigen Gerüchte in diese Richtung hin untermauert – und trotzdem bleibt eine solche Lösung mysteriös: Wenn AMD mit entweder Polaris 12 oder Vega 11 für diesen Performancebereich sowieso bis zum Sommer 2017 Ersatz schaffen wird, wie kann sich dann eine DualChip-Lösung erst zum Jahreswechsel (aka nur für ein halbes Jahr früher) noch lohnen? Theoretisch spricht hier alles dagegen – nur der Punkt, das jeder (erfolgreiche) Grafikkarten-Release seinen Sinn macht, allein um im Gespräch zu bleiben, zieht hiergegenüber etwas. In jedem Fall bleiben für beide Treiber-Nennungen Bestätigungen aus weiteren Quellen abzuwarten, welchen man dann auch hoffentlich wenigstens die grundsätzliche Performance-Richtung von Polaris 12 entnehmen kann. Polaris 10XT2 würde sich hingegen gut mit den kürzlich aufgetauchten Benchmarks (No.1 & No.2) erklären lassen, welche grob 60% oberhalb einer Radeon RX 480 liegen.

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AMD bringt die "Crimson ReLive Edition" am 8. Dezember 2016

AMD jährliches großes Treiber-Release wird augenscheinlich auf den Namen "Crimson ReLive Edition" hören und am donnerstäglichen 8. Dezember 2016 verfügbar werden. AMD spricht in einer geleakten Präsentation (PDF) vom bisher größten Software-Release des Herstellers – welches für diesesmal vor allem mit neuen Feature glänzen soll. Performance-Verbesserungen wurden hingegen nur eher kurz und vor allem ungenau abgehandelt: So hat AMD mit der Radeon RX 480 unter fünf Spielen einen Performancegewinn von +6,4% ausgemessen, welcher sich allerdings auf den Vergleich zum Sommer-Treiber 16.6.2 bezieht. An dieser Stelle darf man gut und gerne annehmen, das der Großteil dieses Performancegewinns bereits unter früheren Treiberversionen erreicht wurde und nur der kleinste Teil vom neuen Treiber stammt.

Der Hauptteil der neuen Treiber-Version liegt dann wie gesagt bei den Software-Neuerungen: So kommt mit OCAT ein neues, frei nutzbares Benchmark-Tool daher, welches von AMD augenscheinlich als OpenSource-Software von einem Dritthersteller eingekauft wurde. Mit Depth of Field (unter DirectX 12) und TressFX 4.0 bietet AMD den Spieleentwickler dann auch neue eigene Grafik-Effekte an, während das Advanced Media Framework 1.4 nunmehr auch Video-Encoding unter H.265 einschließt. Für FreeSync bietet AMD nunmehr auch (endlich) einen "Borderless Fullscreen Mode" an. Zudem wird der Support von AMDs Wattman-Tool nunmehr auf eine Reihe von älteren AMD-Grafikkarten ausgedehnt (Radeo R200/300 Serien ab GCN2-Grafikchip).

AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 13)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 13)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 14)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 14)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 15)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 15)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 16)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 16)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 45)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 45)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 58)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 58)

Eine größere Neuerung liegt dann in der "Radeon Chill" Funktion. Hiermit will AMD in der Anwendungspraxis den Stromverbrauch und die Lüfterlautstärke seiner Grafikkarten senken, gleichzeitig soll die Eingabeverzögerung verkleinert werden. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um ein Feature zum generellen Stromsparen, sondern es wird "nur" versucht, unsinnig hohe Frameraten in der Spielpraxis besser zu erkennen und jene abzukappen (sprich: Performance, Stromverbrauch und Lautstärke im Benchmarking-Modus bleiben identisch). AMD verspricht hierzu auf einer Radeon RX 480 einen um immerhin 33 Watt niedrigeren Stromverbrauch samt um 11°C niedrigerer Chiptemperaturen bei gleichzeitig um satte 32% niedrigerer Zeitspanne zwischen Bilderzeugung und Bildanzeige auf dem Monitor. An dieser Stelle sind natürlich Praxisberichte gefragt, welche diese Versprechungen zuerst einmal gründlich überprüfen.

AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 53)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 53)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 54)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 54)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 55)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 55)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 56)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 56)

Die letzte Neuerung ergibt dann den Namensgeber des neuen Treibers: AMD bringt mit "ReLive" ein eigenes Videocapture-Tool für Spiele und den Desktop, wobei AMD den Anwendungsbereich auch im professionellen Bereich sieht. Als Vorteile gegenüber anderen verfügbaren Capture-Lösungen betont AMD zum einen die Registrierungs-Freiheit sowie die geringen Performance-Anforderungen (laut AMD um die 3%) und bietet zum anderen umfangreiche Individualisierungs-Optionen an – welche man natürlich auch erst nach Release des neuen Treibers begutachten kann.

AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 71)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 71)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 74)
AMD "Crimson ReLive Edition" Präsentation (Slide 74)

Insgesamt gesehen bringt der "Crimson ReLive Edition" Treiber sicherlich interessante Neuerungen primär bei der Feature-Palette mit sich – eine große Performanceoffensive zu erwarten, war angesichts der täglichen Arbeit der Treiber-Ingenieure an neuen Spiele-Titeln sowieso eine Illusion. Zudem scheint sich AMD auch in der Art und Weise der Außendarstellung nun eher auf Argumente und eigene Leistungen zu konzentrieren – was langfristig gesehen sicherlich den besseren Weg darstellt.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 5. Dezember 2016

Videocardz verweisen auf einige AotS-Benchmarks, welche einer neuen AMD-Grafikkarte zuzuordnen sind – welche ihrerseits allerdings noch nicht genauer benannt werden kann, womit derzeit alle möglichen Spekulationen hierzu ins Kraut schiessen. Die Benchmark-Werte zur selben neuen AMD-Grafikkarte gehen zudem kunterbunt durch den Gemüsegarten – es ist zwar erkennbar, das es schneller als bei einer Radeon RX 480 werden soll, aber das wieviel schneller ist derzeit noch nicht genauer bestimmbar. Der Bestwert liegt etwas unterhalb dessen, was eine GeForce GTX 1080 typischerweise kann, unter Umständen passen somit jene Benchmarks in das Feld der kürzlich berichteten Zahlen zu einer "Radeon Pro 490", die etwas schneller als eine GeForce GTX 1070 war. AMD bereitet hier also ziemlich sicher etwas neues vor – nur ob dies noch im Rahmen der Radeon R400 Serie passiert bzw. überhaupt zeitnah herauskommt, ist ziemlich ungewiß. Ein paar Werte in der AotS-Benchmarkdatenbank müssen in dieser Frage noch gar nichts bedeuten, jene können mit frühen Prototypen ganze Monate vor dem geplanten Release aufgenommen sein.

Die neuesten Zahlen zur weltweiten Betriebssystem-Verbreitung sehen (mal wieder) ziemlich kurios aus: Bei NetMarketShare geht es nach zweimonatigem Innehalten weiter mit dem Aufwärtstrend für Windows 10 (23,72%, +1,13%) und dem Abwärtstrend von Windows 7 (47,17%, -1,21%) – wobei die Höhe der jeweiligen Ausschläge beachtbar ist, so etwas gab es ansonsten nur zu diesen Zeiten, wo das Kostenlosumstiegs-Angebot auf Windows 10 noch galt. Bei StatCounter sieht man zwar auch einen (starken) Zugewinn für Windows 10 (26,23%, +1,42%), dafür allerdings auch einen Zugewinn bei Windows 7 (40,01%, +1,04%) – viel kurioser kann man Statistik nicht machen. Im Fall von StatCounter erklärt sich dieser vergleichsweise große Zugewinn zugunsten von Windows 7 womöglich mit einer Änderung bei der Erfassung, denn gleichzeitig fiel die Menge der unbekannten Systeme von 6,14% auf 3,43%. Dies bedeutet aber auch, das die Zahlen von StatCounter gerade bei Windows 7 über die letzten Monate allesamt nicht 100%ig korrekt waren, sondern einen Fehler von absolut 1-2 Prozentpunkten hatten.

Da auch NetMarketShare in der Vergangenheit immer wieder solcherart größere Fehler hingelegt hatte, darf man beide Statistiken wohl nur mit größerer Zurückhaltung und eher über einen längeren Zeitraum betrachten, sollte aber keineswegs Einzelwerte bzw. einzelne Vergleiche auf die Goldwaage legen. Für den Augenblick steht Windows 7 wohl bei groben 43%, Windows 10 hingegen bei groben 25%. Die monatlichen Zugewinne & Abschläge liegen jeweils grob im Bereich eines (absolut) halben Prozentpunkts, ergo wird es bis zur Annäherung beider Betriebssysteme auf einen gleichen Verbreitungswert noch geschätzt fast zwei Jahre dauern (Ende 2018). Ehe Windows 10 allerdings in die Nähe der 50%-Marke kommt, wird noch viel mehr Zeit verrinnen müssen – und aller Wahrscheinlichkeit wird dies erst dann passieren, wenn das Supportende von Windows 7 (14. Januar 2020) erreicht ist und die diesbezügliche Umstiegswelle die Zuwachsrate von Windows 10 dann erneut ankurbelt.

Seitens IDC kommt eine neue Zukunftsprognose zum weltweiten PC-Markt. Jener soll für das Jahr 2016 nunmehr um -6,4% zurückgehen – was man sogar als "positive" Prognose betrachtet, da frühere Prognosen von einem stärkeren Rückgang ausgingen. Für das Jahr 2017 rechnet man mit einem weiteren Rückgang um -2,1%, danach werden für die Jahre 2018 und 2019 und 2020 nur noch minimale Änderungen vorhergesagt. In diesem Punkt ist diese neue Prognose dann doch endlich einmal abweichend von früheren Zukunftsprophezeiungen, welche schon seit Jahren das Durchschreiten der Talsohle nur in einem Jahr und danach kräftige Zugewinne in 2-3 Jahren prognostiziert haben. Jener Optimus fehlt in der aktuellen Prognose komplett – was man dann aber auch als den endlich einmal benötigten Realismus einschätzen kann. Davon abgesehen stellt jene reine Stückzahlen-Statistik sowieso immer nur weniger als die Hälfte vom Gesamtbild dar, denn zu jenem gehören natürlich auch noch die durchschnittlichen Verkaufspreise sowie das zumeist komplett unbeachtete Zubehör- und Nachrüster-Geschäft (welches gerade auf dem PC sehr stark ist).

Einen hochinteressanten Bericht über neue BigData-Ansätze, welche erstmals bei der Brexit- sowie der Trump-Kampagne breit angewandt wurden (und wie gesehen zum Erfolg geführt haben), bringt Das Magazin. Hierbei geht es um eine Technologie, welche mittels SocialMedia-Profilen in der Lage ist, die Persönlichkeit des Nutzers ziemlich korrekt einzuordnen ("Psychometrie") – was letztlich dazu führt, das man individuelle Ansatz- und Argumentationspunkte herausfiltern kann, auf welche jener Nutzer mit höherer Chance anspringen wird als auf eine allgemeine Argumentationslinie. Im Fall der Trump-Kampagne wurde das ganze beispielsweise dazu benutzt, um Facebook mit hunderttausenden Nachrichten direkt an potentielle Wähler zu fluten, welche aber durchgehend individuell auf die einzelne Person zugeschnitten waren – manchmal nur mit einem Wort Unterschied, manchmal auch mit komplett anderen Ansatz. Oder anders formuliert: Nach der Interessen-basierten Werbung (welche sowieso nie so richtig funktioniert hat, weil Interesse nicht gleich Kaufabsicht ist und ein Nichtinteresse nicht zwingend eine Nichtkaufabsicht ergibt) kommt nun die Persönlichkeits-basierte Werbung.

Bei jener geht es weniger darum, das (angeblich) passende Produkt zu finden – als vielmehr diesen Knopf zu finden, auf welchen der Konsument (bzw. Wähler) mit seiner individuellen Persönlichkeit am besten reagieren wird und womit letztlich dessen Entscheidung beeinflußt werden kann, ob nun beim Einkauf oder einer Wahl. Augenscheinlich ist dies der einfachere Weg bzw. die Erfolgsquote dessen liegen deutlich höher als bei allen vorherigen BigData-Auswertemodellen – und insbesondere der Erfolg der Trump-Kampagne dürfte wohl bedeuten, daß das dahinterstehende BigData-Unternehmen "Cambridge Analytica" in Zukunft von Aufträgen geradezu umgerannt werden wird. Auf YouTube kann sich diesbezüglich auch noch einen Vortrag vom Cambridge-Analytica-CEO geben, welcher das Thema versucht plastischer darzustellen. Dies scheint eine klare Zukunftstechnologie zu sein – denn die Daten hierzu liegen mehr oder weniger vor, und Werbewirtschaft wie auch politische Parteien dürften sich diese Möglichkeiten kaum entgehen lassen. Für den Konsumenten (bzw. Wähler) bringt dies natürlich eine Welt mit sich, die noch stärker gerade auf der psychologischen Schiene zu locken versucht – mit einem demzufolgend stark ansteigendem Aufwand, dem zu entkommen bzw. wenigstens entgegenzuwirken.

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Umfrage-Auswertung: Welche Monitor-Pixeldichten werden im Windows-Betrieb genutzt?

Eine Umfrage von Mitte November ging der Frage nach der im Windows-Betrieb genutzten Pixeldichten nach – sprich dem Verhältnis von (real genutzter) Auflösung zur Monitorgröße. Dabei gab es mit gleich 65,8% der Umfrageteilnehmer eine deutliche Zustimmung zu normalen Pixeldichten von 90-130 PPI – was beispielsweise auf ein 17-Zoll-Notebook unter 1920x1080 oder einen 27-Zoll-Monitor unter 2560x1440 zutrifft. Die anderen Kategorien konnten damit logischerweise weit weniger Nutzer auf sich ziehen, für grob auflösende Pixeldichten unter 90 PPI votierten 18,6%, für hochauflösende Pixeldichten von 130-170 PPI noch 11,8% und für extrem hochauflösende Pixeldichten über 170 PPI gar nur 3,8% der Umfrageteilnehmer.

Dies sind erstaunliche Werte, denn die Herstellerindustrie versucht uns schon seit einiger Zeit konsequent mit sehr hochauflösenden Monitoren zu beglücken – bis hin zu 13-Zoll-Notebooks unter der UltraHD-Auflösung von 3840x2160, was mit 331 PPI dann in extreme Bereiche hineingeht. Andererseits existiert bei insgesamt 37,5% der Umfrageteilnehmer der Wunsch nach höheren Pixeldichten – dies ist nicht die Mehrheit, zeigt aber die Zukunftstendenz einer stetigen Entwicklung hin zu höheren Pixeldichten in jedem Fall an. Jener Wunsch nach höheren Pixeldichten ist im übrigen in der Gruppe der Nutzer von hochauflösenden Pixeldichten von 130-170 PPI mit 24,7% am geringsten, genau in diese Richtung dürfte die allgemeine Entwicklung in der nächsten Zeit vermutlich gehen.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 3./4. Dezember 2016

Golem haben sich mit den ersten verfügbaren Konsolen-Spielen mit Support des HDR-Videostandards beschäftigt und geben somit ihre Eindrücke zu HDR zum besten. Jene schwanken je nach Spiel zwischen "bildgewaltig" und "in den Farbtopf gefallen", meistens liegen die Unterschiede eher nur im Bereich von Nuancen. Gut möglich, das die Spieleentwickler an vielen Stellen schon unter gewöhnlicher SDR-Grafik trickreich das maximale versuchen herauszuholen – und das dann unter HDR nicht mehr viel Spielraum zur Verbesserung ist bzw. eine einfache Bildaufhellung der vom Spieleentwickler gewünschten Spielatmosphäre entgegenläuft. Auch möglich ist es, das später nachgereichte HDR-Spielepatches nicht denselben Effekt entfalten können wie als wenn das Thema gleich bei der grundsätzlichen Spielentwicklung mit bedacht worden wäre. Die Zeit arbeitet natürlich klar für HDR-Ausgabegeräte, im TV-Bereich erreichen erste Modelle bereits die Marke von 1000 Euro, in mittelfristiger Zukunft dürfte HDR damit zum Standardfeature von hochwertigen TVs und Monitoren werden.

WCCF Tech schrauben erneut an der Geschichte einer Vega-basierten "Radeon RX 490" – und bringen dazu eine (allerdings sehr unspezifische) Händlerlistung sowie erste angebliche Benchmarks vor. Letztgenannte beziehen sich allerdings auf eine "Pro 490" – was eventuell die Möglichkeit offenläßt, das es sich hierbei um eine DualChip-Lösung ähnlich der Radeon Pro Duo handeln könnte. Glaubt man den vorliegenden 3DMark13-Zahlen, soll jene "Radeon Pro 490" um +9,8% schneller als eine GeForce GTX 1070 herauskommen – dies würde einen FullHD Performance-Index von ~880% ergeben, was immerhin ~60% schneller als die Radeon RX 480 8GB wäre. Damit würden allerdings weiterhin beide Möglichkeiten offenbleiben: Ein neuer Grafikchip (Vega-basiert) oder aber eine DualChip-Lösung auf Basis von Polaris 10 könnten beiderseits diese Performance erreichen. Leider müssen diese Benchmarks unter große Fragezeichen gestellt werden, da deren Quelle nicht belegt wurde und auch sonst keinerlei Hinweise zu sehen sind, die auf eine seriöse Grundlage dieser Zahlen schließen lassen. Entweder schiessen WCCF Tech hier also einen größeren Bock – oder man hat wirklich die ersten Hinweise auf eine kommende neue AMD-Grafikkarte (die bislang noch nirgendwo anders erwähnt wurde).

WCCF Tech bringen aus (leider erneut ungenannter) fernöstlicher Quelle weitere Benchmarks zum Kaby-Lake-Spitzenmodell in Form des Core i7-7700K daher. Den Tests fehlt zudem eine Vergleichs-Hardware und natürlich auch umfassendere Benchmarks unter halbwegs sinnvollen Testprogrammen – am Ende bleiben nur zwei Werte unter Cinebench R15 und FritzChess übrig, welche sich nutzvoll (mit früheren Werten seitens der PC Games Hardware vergleichen lassen. Danach gewinnt das Kaby-Lake-Spitzenmodell um +2,6% bzw. um +5,3% gegenüber dem Skylake-Spitzenmodell hinzu – was grob im Rahmen des ersten umfangreichen Tests zum Core i7-7700K liegt. Viel mehr als den Taktratengewinn in Performance umgemünzt kann man von Kaby Lake im Desktop einfach nicht erwarten – und je nach konkreter CPU ergibt dies dann mal einen größeren und mal einen kleineren Performancegewinn. Darauf deuten sogar die Overclocking-Benchmarks hin – wobei das erreichte Overclocking-Ergebnis von 5.0 GHz kaum zu verallgemeinern ist, sondern eher einen Spitzenwert darstellen dürfte.

Technik Cinebench R15 FritzChess
Core i7-7700K OC Kaby Lake, 4C+HT, OC @ 5.0 GHz 1089 19881
Core i7-7700K Kaby Lake, 4C+HT, 4.2/4.5 GHz 913 17049
Core i7-6700K Skylake, 4C+HT, 4.0/4.2 GHz 890 16191
FX-9590 Vishera, 8C, 4.7/5.0 GHz 727 15018
Testwerte des Core i7-7700K von WCCF Tech, alle Vergleichswerte von der PCGH

Das EU-Parlament hat nach der Berichterstattung von Urheberrecht.org klar gemacht, wie der angestrebte digitale EU-Binnenmarkt wirklich gemeint ist: Es geht eben nicht darum, das der EU-Bürger zwischen allen Online-Angeboten innerhalb der EU auswählen kann – sondern nur darum, das man seine national abgeteilten Angebote auch im Urlaub im EU-Ausland nutzen kann. Der dafür nicht unerhebliche Aufwand wird also allein darum betrieben, um für 2 Wochen im Jahr nicht von seinen nationalen Online-Diensten abgeschnitten zu sein – sicherlich kein Punkt, denn man gänzlich negieren kann, aber dennoch weit entfernt von einem wirklichen digitalen EU-Binnenmarkt. Das ganze sollte man eher mit dem Stichwort "Urlaubs-Ausnahme" übertiteln, als denn von einer "grenzüberschreitenden" Nutzung von Online-Diensten sprechen zu können. Denn selbige können auch weiterhin rein national agieren und müssen nicht die Konkurrenz der Online-Dienste der anderen EU-Länder fürchten. Damit bleibt für kulturell vielfältig interessierte Bürger oder auch für dauerhaft im Ausland lebende EU-Bürger auch weiterhin der Zugriff auf Online-Angebote außerhalb ihres eigenen Standorts verwehrt.

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