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Hardware- und Nachrichten-Links des 23. September 2016

Vom koreanischen Hardware Battle kommen neuere Informationen zu nVidias GP107-Chip: Hieraus sollen die GeForce GTX 1050 & 1050 Ti Grafiklösungen resultieren, wobei die GeForce GTX 1050 Ti im Vollausbau des GP107-Chips samt 4 GB Grafikkartenspeicher für Mitte Oktober zu erwarten ist, die GeForce GTX 1050 als Salvage-Lösung samt 2 GB Grafikkartenspeicher dann Ende Oktober. Auch wenn andere Webseiten hierbei technischen Daten oder gar Listenpreise hinzudichten, haben Hardware Battle hierzu nichts weiter ausgesagt. Ein früherer GPU-Z-Screenshot zu einer unbenannten GP107-Grafikkarte deutet 768 Shader-Einheiten und aber Pascal-untypisch durchschnittliche Taktraten an, welche sich allerdings aus der 14nm-Fertigung von Samsung erklären lassen dürften. So oder so gehen die GP107-basierten Grafikkarten in Konkurrenz zu AMDs Radeon RX 460 im Mainstream-Segment – wobei die Aussichten für die GeForce GTX 1050 Ti gut aussehen, die Radeon RX 460 zu überrunden, da AMD bei dieser Grafikkarte erstaunlicherweise nicht den Vollausbau des zugrundeliegenden Polaris-11-Chips ansetzt.

Bei Fudzilla scheint man zu AMDs Vega/Navi-Chips dieselbe Quelle wie Videocardz vorliegen zu haben, berichtet aber teilweise vollkommen gegensätzliche Details: Dies ist mit der ersten Meldung zu Vega 10 noch nicht so offensichtlich, aber die Details bei der zweiten Meldung zu Vega 20 sowie der dritten Meldung zu Navi 10 unterscheiden sich dann doch erheblich. Fudzilla vermelden nicht nur meistens viel weniger Einzeldaten, sondern gerade zu Vega 20 auch einen gänzlich anderen Ansatz: Bei Videocardz soll der Chip in der 7nm-Fertigung im zweiten Halbjahr 2018 erscheinen, bei Fudzilla hingegen noch in der 14nm-Fertigung schon Ende 2017. Da Fudzilla jedoch kaum (derart falsch) bei Videocardz abgeschrieben haben dürften, sondern wohl wirklich eine Quelle hierzu vorliegen haben, stellt sich nunmehr die Frage, wer hier die vorliegende Quelle korrekt zitiert bzw. interpretiert.

Videocardz Fudzilla Differenzen
Vega 10 GFX9, 64 Shader-Cluster, 12 TFlops SP-Rechenleistung, 16 GB HBM2 @ 512 GB/sec, 225 Watt, H1/2017 12 TFlops SP-Rechenleistung, 16 GB HBM2, 2017 -
Vega 20 7nm-Fertigung, GFX9, 64 Shader-Cluster, 32 GB HBM2 @ 1 TB/sec, 150 Watt, DP-Rate 1:2, PCI Express 4.0, xGMI, H2/2018 14nm-Fertigung, mglw. doppelte Bandbreite, mglw. doppelte Speichermenge, 150+ Watt, PCI Express 4.0, xGMI, Ende 2017 Fertigung & Termin
Navi 10 7nm-Fertigung, 2019 7nm-Fertigung, mglw. HBM3, Ende 2018 Termin

Normalerweise würden wir in dieser Frage eher zu Videocardz tendieren – aber die Auslegung von Fudzilla, Vega 20 wäre noch in der 14nm-Fertigung hergestellt und würde demzufolge noch Ende 2017 antreten können, hat durchaus etwas für sich. Damit könnte AMD deutlich früher als in der Auslegung von Videocardz den HPC-Markt besetzen, eventuell springen auch ein paar Gaming-Varianten von Vega 20 mit höherer Performance als bei Vega 10 heraus. Die komplette Vega-Generation wäre somit viel früher in vollständiger Form ausgerollt, was nachfolgend dann eventuell auch einen früheren (termingerechten) Start der Navi-Generation ermöglichen würde. Und augenscheinlich scheint die zugrundeliegende Quelle nicht wirklich eindeutig in dieserart Details zu sein, sind also Auslegungen möglich – und damit auch solche Abweichungen in der Berichterstattung seitens Videocardz und Fudzilla. Wer hier recht hat, bliebe natürlich weitere Informationen abzuwarten – derzeit kann darüber letztlich nur spekuliert werden.

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Umfrage-Auswertung: Welches Interesse besteht an Windows-7/8-Treibern für AMDs Zen-Prozessoren?

Eine Umfrage von Anfang September ging der Frage nach, wie stark das Interesse an Windows-7/8-Treibern für AMDs Zen-basierte Prozessoren ist – nachdem Intel zumindest den offiziellen Treibersupport für die kommenden Kaby-Lake-Prozessoren unterhalb von Windows 10 bereits aufgekündigt hat. Natürlich dominiert bei dieser Umfrage nominell Windows 10 mit immerhin 49,5% der Umfrage-Teilnehmer, welche jenes Betriebssystem sowieso für Zen einsetzen würden – zuzüglich weiteren 18,0%, welche zwar Windows 7/8 bevorzugen würden, jedoch auch mit Windows 10 leben könnten. Man kann diese Werte aber auch anders lesen: Immerhin 50,5% der Umfrage-Teilnehmer würden lieber Windows 7/8 zusammen mit Zen benutzen – und davon 32,5% sogar ganz kategorisch ohne jede Möglichkeit, Zen mit Windows 10 zu paaren.

Setzt man jene 50,5% in Relation zur aktuellen Betriebssytem-Verbreitung im 3DCenter, welche für Windows 7, 8 & 8.1 zusammen 32,7% ergeben, dann fällt auf, das unter den potentiellen Zen-Käufern eine wesentlich höhere Anzahl zugunsten von Windows 7/8 votiert als in der kompletten Anwenderschar. Diese Tendenz hatten wir schon prophezeit – aber es ist natürlich besser, dies auch durch Zahlen untermauert zu sehen. AMD kann also bei seinen Planungen generell davon ausgehen, das potentielle Zen-Käufer ein klar höheres Interesse an Windows 7/8 haben als der Gesamtmarkt. Aber auch so ist das Umfrage-Ergebnis mit im Idealfall einer Hälfte Windows-10-Nutzern und einer Hälfte Windows-7/8-Nutzern eindeutig genug, um AMD dazu zu ermuntern, auch für die Zen-basierten Prozessoren und Mainboard-Chipsätze entsprechende Treiber für Windows 7/8 aufzulegen.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 22. September 2016

Mit der gestrigen (zweiten) Meldungen zu AMDs Vega-Chips haben sich Videocardz insgesamt wohl näher an der eigentlichen Quellenlage bewegt, was teilweise neue Betrachtungsweisen ergibt. Insbesondere die von Videocardz hierzu offerierte (eigenerstellte) Server-GPU-Roadmap sagt einiges über AMDs eigentliche Planungen mit den zur Verfügung stehenden Grafikchips aus. So bleibt im HPC-Bereich – dort, wo es auf DoublePrecision-Fähigkeiten ankommt – auch im Jahr 2017 weiterhin der Hawaii-Chip von Radeon R9 390 & 390X mit seiner DP-Rate von 1:2 aktiv, da alle neueren AMD-Grafikchips nur über sehr eingeschränkte DoublePrecision-Fähigkeiten verfügen (DP-Rate 1:16 bei Fiji bis Polaris). Erst mit Vega 20 wird der Hawaii-Chip dann im Jahr 2018 von dieser Aufgabe abgelöst werden – und Videocardz vermelden zum Vega-20-Chip auch eine passende DP-Rate von 1:2. Hier liegt also der große Unterschied zwischen Vega 10 und Vega 20: Ersterer ist ein klassischer Consumer-Chip, letzterer bekommt hingegen alle Profi-Features ab – darunter dann eben auch eine DP-Rate von 1:2, sowie PCI Express 4.0 und eine eigene Interconnect-Technologie namens xGMI als Alternative zu nVidias NVLink.

Gleichfalls macht diese Server-Roadmap aber auch klar, wohin die Reise bei AMDs Navi-Chips gehen soll. Navi 10 & 11 werden wohl ebenfalls keine für das HPC-Segment ausreichende DP-Rate bieten, sind also wie Vega 10 & 11 eher denn Consumer-Chips (natürlich immer mit teilweisem Zweitnutzen im Profi-Segment). Auch die gleich mit notierte DualChip-Variante "Navi 10x2" deutet an, das AMD hierbei – wie schon bei Vega 10 – mit dem SingleChip-Modell nicht an die absolute Leistungsspitze geht, sondern augenscheinlich nur bis ins HighEnd-Segment. Damit ergibt sich hieraus eine sichtbare Strategie, wenn zwei hintereinanderliegende Grafikchip-Generationen denselben Ansatz verfolgen, Enthusiasten-Performance nur noch mittels DualChip-Lösungen zu bieten. Augenscheinlich hat man sich bei AMD bewußt dafür entschieden, den mit der Radeon R9 Fury X eigentlich aufgenommenen Angriff auf die absolute Performancespitze wieder aufzugeben, und dafür lieber Grafikchips für Marktsegmente aufzulegen, wo es (deutlich) mehr Käufer gibt als bei 1000-Dollar-Boliden.

Dies mag für die Enthusiasten-Szene etwas enttäuschend sein, ist aber verständlich angesichts der eingeschränkten Ressourcen von AMD und der grundsätzlichen Ausgangslage, das AMD derzeit in erster Linie Marktanteile und Einnahmen braucht – was beides kaum im Enthusiasten-Segment zu holen ist. Allerdings holt sich AMD mit dieser Entscheidung auch die Problematik ins Haus, ausgerechnet jetzt wieder verstärkt auf MultiChip-Konstrukte als sogar Teil des regulären Produktprogramms zu setzen. Ohne diese Entscheidung AMDs hätte man schließlich SLI & CrossFire auf einem aussterbenden Ast gesehen, da der Support der Spieleentwickler doch merkbar nachgelassen hat und es mit DirectX 12 noch komplizierter (für die Spieleentwickler) wird, diese MultiChip-Technologien zu unterstützen. Mit der Entscheidung zugunsten von DualChip-Grafikkarten als Teil des regulären Produktprogramms sollte AMD natürlich dann auch mehr Kräfte in die Zusammenarbeit mit den Spieleentwicklern zugunsten eines (allseits) funktionierenden CrossFire-Supports legen – ansonsten würden die entsprechenden DualChip-Grafikkarten gleich als "dead on arrival" gelten müssen.

Seitens The Motley Fool (und von dort ausgehend aufgenommen von anderen Webseiten) spekuliert man über die Streichung zukünftiger Iris-Pro-Grafiklösungen bei Intel. Die hierzu herangezogene Begründung ist allerdings arg wackelig: Im kommenden Kaby-Lake-Portfolio ist sicherlich keine GT4e-Grafiklösung mehr vorgesehen – aber GT4e war sowieso ein bislang einmaliger Sonderweg von Skylake und stellt keine Bedingung für Iris Pro dar. Dafür reicht eine GT3e-Grafiklösung (noch dazu wo Verkaufsnamen frei gewählt werden können), welche eben auch bei Kaby Lake noch vorgesehen ist. Sicherlich könnte Intel sein iGPU-Engagement überdenken, jetzt wo die integrierten Grafiklösungen (selbst als einfache GT2-Lösung) inzwischen die Hälfte des Prozessoren-Dies wegnehmen und zudem zur Benutzung von immer schnelleren Speichersorten zwingen. Der Markterfolg der GT3- und GT4-Grafiklösungen dürfte zudem marginal sein bzw. nicht auf echter Nachfrage seitens der Endkunden basieren, sondern wenn dann nur auf dem Endkunden offerierten Komplettsystemen. Die allerwenigsten Anwender dürften wohl wirklich auf eine hochwertige GT3- oder GT4-Grafiklösung bestehen, meistens reicht für einfache Anwenderbedürfnisse dann doch eine GT2-Grafiklösung aus. Eventuell geht inzwischen auch Intel auf, wieviel Chipfläche man (unnötig) mit seinen iGPUs verballert – und daher ist eine gewisse Korrektur dieser Strategie durchaus möglich, läßt sich aus den vom Motley Fool genannten Argumenten jedoch noch nicht zwingend herauslesen.

Aus dem Forum der PC Games Hardware kommt ein Test zur Anbindung von M.2-SSDs. Jene werden logischerweise mit PCI Express verbunden, neuere M.2-SSDs können dann mit bis zu vier Lanes PCI Express 3.0 umgehen, was theoretisch (maximal) bis zu 4 GB/sec ergeben könnte – und damit deutlich mehr als bei SATA III möglich ist (praktisch bestenfalls ~550 MB/sec). Allerdings konnte der Test nachweisen, das es einen erheblichen Unterschied ausmacht, ob man die M.2-SSD an die PCI-Express-Ports des Mainboard-Chipsatzes anhängt – oder an die PCI-Express-Ports der CPU selber. Obwohl es sich nominell um dieselbe Anbindung handelt, fließen im letzteren Fall die Daten nicht zuerst durch den Mainboard-Chipsatz (und müssen sich dort auch teilweise Bandbreite mit anderen Anwendungen teilen), sondern eben gleich direkt zur CPU. In der Folge dieser Maßnahme hoben einige Performancemessungen regelrecht ab: Insbesondere die 4K-Schreibleistung verdreifachte sich, die Zugriffszeit beim Datenschreiben fiel sogar auf ein Viertel. Leider läßt sich die Anbindung einer SSD direkt an die CPU auf normalen Consumer-Systemen nur unter Verlust von PCI Express Lanes realisieren, die eigentlich für die Grafikkarte gedacht sind. Abhilfe bringen hier nur Systeme, wo die CPU mehr als 16 PCI Express Lanes hat – wie bei Intels E-Plattformen und aber auch AMDs Zen-basierten Summit-Ridge-Prozessoren.

Shortcuts: Die PC Games Hardware berichtet über bislang inoffizielle, aber mit den letzten AMD-Treibern funktionierende VSR-Fähigkeiten auf Polaris-Hardware – welche nun auch VSR bei Monitoren größer als 2560x1440 unterstützt. Bislang sind diese Fähigkeiten wie gesagt noch nicht offiziell, AMD arbeitet da womöglich noch dran und wird selbiges hoffentlich in Bälde mit einem neuen Treiber (samt entsprechenden Erklärungen) offiziell machen. Der Planet 3DNow! berichtet hingegen von ersten schon in Deutschland verfügbaren Komplett-PCs seitens HP mit Bristol-Ridge-APUs. Dies macht es um so dringender, das jene APUs endlich einmal richtig breit durchgetestet werden – was natürlich am besten im Zuge eines klassischen Retail-Launches zu bewerbstelligen wäre, welchen AMD aber bislang zum Carrizo-basierten Bristol Ridge noch nicht angesetzt hat. Dies ist um so mehr schade, als daß die ersten Bristol-Ridge-Ergebnisse vernünftig bis gut aussehen und sich daher ein Vergleich gegen Intels aktuelle Core-i3-Angebote zur Ermittlung der besten Mainstream-Lösung geradezu aufdrängt.

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Erste Tests der "Bristol Ridge" APU A12-9800 mit guten Ergebnissen

Für das Spitzenmodell von AMDs "Bristol Ridge" Serie in Form des A12-9800 finden sich derzeit erste Tests ein, nachdem diese Prozessoren für OEM-Hersteller schon verfügbar sind. Beim koreanischen Bodnara (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) hat man einen kompletten Artikel zu dieser letztlich auch noch Carrizo- und damit Excavator-basierten APU abgeliefert, als Vergleichsgegenstand diente ein fast gleichtaktender A10-7870K aus der Kaveri-Generation. Trotz nahezu gleicher Taktraten (3.8/4.2 GHz vs. 3.9/4.1 GHz) gibt es allerdings eine erhebliche Differenz zwischen diesen AMD-APUs: Das Kaveri-Modell genehmigt sich eine TDP von 95 Watt, das Bristol-Ridge-Modell kommt hingegen mit nur 65 Watt TDP aus – im gesamten Bristol-Ridge-Portfolio gibt es keine 95W-Modelle mehr, was auch heutzutage schlecht zu Mainstream-Prozessoren passt (Intel bleibt schon des längeren im Core-i3-Bereich bei maximal 65W TDP).

Die von Bodnara angestellten Tests sehen ganz vernünftig für die Bristol-Ridge-APU aus: Bei nahezu Taktgleichheit zur Kaveri-APU legt der A12-9800 überall ein wenig Performance oben drauf, im Schnitt der Anwendungs-Benchmark sind es ~6% Mehrleistung – positiverweise ohne Ausreißer nach unten hin. Dafür gibt es Ausreißer nach oben hin, welche primär unter der Spieleperformance mit extra Grafikkarte auftreten: Teilweise kann hier Bristol Ridge auch einmal 15-25% Mehrperformance auf Kaveri oben drauf legen. Es ist zwar ein wenig unklar, woher dieser Leistungsschub kommt – aber jener tritt in jedem Fall an der richtigen Stelle auf, denn diese im CPU-Teil letztlich Bulldozer-basierten APUs haben ihre Schwäche schon immer etwas in der Spieleperformance. Allerdings sollte man sich von zwei guten Einzelmessungen in diese Richtung hin (unter dem 3DMark13 sowie Rise of the Tomb Raider) besser nicht all zu viel versprechen – denn schon beim eigentlich als eher CPU-limitiert bekannten Total War: Warhammer gab es dann nur noch einen sogar unterdurchschnittlichen Performancegewinn zu beobachten. Weitere Tests werden ergeben müssen, ob hier nur zwei glückliche Einzelfälle vorliegen – oder ob "Bristol Ridge" tatsächlich bei der Spieleperformance deutlich zulegen kann.

A10-7870K & A88X A12-9800 & B350 (Differenz)
SiSoft Sandra 2016 – CPU-Rechenleistung (GOPS) 44,76 47 +5,0%
SiSoft Sandra 2016 – CPU-Multimedialeistung (MPix/s) 86,4 97,32 +12,6%
SiSoft Sandra 2016 – CPU-Speicherbandbreite (GB/sec) 12,46 15 +20,4%
Cinebench R15 – SingleThread 89 96 +7,9%
Cinebench R15 – MultiThread 316 334 +5,7%
PCMark 8 – Home 2666 2828 +6,1%
PCMark 8 – Creative 3317 3366 +1,5%
PCMark 8 – Work 2563 2848 +11,1%
Videocodierung – MPEG2 -> H.264 52 sec 50 sec +4,0%
Videocodierung – MPEG4v2 -> H.264 228 sec 216 sec +5,6%
3DMark13 – FireStrike-Score (mit GeForce GTX 1070) 8085 9331 +15,4%
Rise of the Tomb Raider – 1280x720 (mit GeForce GTX 1070) 100,89 fps 126,25 fps +25,1%
Rise of the Tomb Raider – FullHD (mit GeForce GTX 1070) 79,26 fps 97 fps +22,4%
Total War: Warhammer – 1280x720 (mit GeForce GTX 1070) 166,5 fps 171,5 fps +3,0%
Total War: Warhammer – FullHD (mit GeForce GTX 1070) 70,6 fps 74,8 fps +5,9%
5 Spieletests mit integrierter Grafiklösung @ 1280x720 100% 125,0% +25,0%
5 Spieletests mit integrierter Grafiklösung @ FullHD 100% 127,7% +27,7%

Daß die Spieleperformance unter Nutzung der integrierten Grafiklösung erheblich (mit 25-28%) zulegen kann, ist hingegen eher denn zu erwarten gewesen – zum einen liegt bei der iGPU von Bristol Ridge ein deutlich höherer iGPU-Takt als bei der Kaveri-iGPU an (≤1108 MHz vs. ≤866 MHz), zum anderen dürfte hierbei die höhere Speicherbandbreite des neueren Systems (gemessen wurde mit DDR4/2133 vs. DDR3/1600) voll durchschlagen. In diesem Zusammenhang ist es etwas schade, daß das ganze nicht auch gegen einen aktuellen Core i3 von Intel verglichen wurde – sowohl bezüglich der CPU- als auch der iGPU-Performance. Jene Vergleiche werden viel zu selten angetreten, aber gerade da AMD nunmehr mit "Bristol Ridge" den größten Kritikpunkt früherer AMD-APUs in Form von (für Mainstream-Prozessoren) zu hohen TDPs aus der Gleichung genommen hat, sollte man diesem Vergleich der Mainstream-Prozessoren mal wieder eine größere Aufmerksamkeit widmen.

Desweiteren erwies sich der A12-9800 in den Tests von Bodnara als deutlich laufruhiger und weniger stromschluckend als der A10-7870K – AMDs TDP-Angaben wurden hierbei also auch in der Praxis bestätigt. Als zusätzlichen Pluspunkt zeigt ein erstes Overclocking-Resultat bei HWBot mit 4.8 GHz Takt für den original mit 3.8/4.2 GHz antretenden A12-9800 auf eine vernünftige Overclocking-Eignung dieses Bristol-Ridge-Spitzenmodells hin. Von der absoluten Taktrate her sind 4.8 GHz sogar wirklich gut, der relative Taktratengewinn ist natürlich wegen der schon hohen nominellen Taktrate nur durchschnittlich. Zudem wurde dieses Overclocking-Ergebnis mit nur 1.325V CPU-Spannung erreicht – die (der gleichen 28nm-Fertigung von GlobalFoundries entstammenden) Kaveri-APUs wurden hingegen gern mal mit 1.5V CPU-Spannung (und mehr) übertaktet. Chiphersteller GlobalFoundries scheint nunmehr (im dritten Jahr) die 28nm-Fertigung ausreichend solide zu beherrschen, auf daß selbst 4-GHz-APUs noch in die 65W-TDP-Gruppe passen und zugleich sogar noch Taktspielraum mitbringen.

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nVidia gibt GeForce GTX 1070/1080 Käufern "Gears of War 4" bei

Nach AMDs "halbem" Spielebundle für die Radeon RX 480 legt nVidia nunmehr sein erstes Spielebundle innerhalb der 14/16nm-Generation auf – und gibt Käufern der GeForce GTX 1080 & 1080 das am 11. Oktober 2016 erscheinende "Gears of War 4" bei. Die Aktion läuft bis zum 30. Oktober 2016 (oder bis die Gutscheincodes aufgebraucht sind) und gilt sowohl für die Desktop- als auch die gleichnamigen Mobile-Modelle – bei Caseking sogar für modifizierte Grafikkarten bzw. spezielle Komplett-PCs mit entsprechenden Grafikkarten-Modellen.

Wie üblich bei Spielebundle-Aktionen gilt auch hier, daß den genannten nVidia-Grafiklösungen – gekauft bei einem an der Aktion teilnehmenden Händler – entsprechende Gutscheine beiliegen, welche auf einer speziellen nVidia-Webseite eingelöst und damit in Download-Codes zum jeweiligen Spiel umgewandelt werden müssen. Bei der Hardware-Bestellung ist auf das Vorhandensein eines entsprechenden nVidia-Gutscheins in der Angebotsbeschreibung zu kontrollieren, da nicht jeder Händler an dieser Aktion teilnimmt und selbst bei den teilnehmenden Händler nicht jedes Produktangebot Teil dieser Aktion sein muß.

Aktionszeitraum Inhalt des Spielebundles
GeForce GTX 1070 & 1080
GeForce GTX 1070 "Mobile" & 1080 "Mobile"
20. September 2016 bis spätestens 30. Oktober 2016 Spiel "Gears of War 4"  (Einlöse-Webseite)
Radeon R9 390 & 390X 15. September 2016 bis spätestens 15. November 2016 Spiel "Doom (2016)"  (Einlöse-Webseite)
Anmerkung: Aktion gilt nicht in Deutschland
Radeon RX 480 13. September 2016 bis spätestens 18. Oktober 2016 Upgrade von "Battlefield 1" auf die "Early Enlister Deluxe Edition"
GeForce GTX 970, 980 & 980 Ti
GeForce GTX 1060, 1070 & 1080
GeForce GTX 970M, 980M & 980/Notebooks
GeForce GTX 1060 "Mobile", 1070 "Mobile" & 1080 "Mobile"
24. August 2016 bis spätestens 19. September 2016 "Paragon Game Ready Pack" mit 1000 Paragon-Coins für "Paragon"  (Einlöse-Webseite)
FX-6xxx & FX-8xxx Prozessoren 23. August 2016 bis spätestens 14. November 2016 Spiel "Deux Ex: Mankind Divided"  (Einlöse-Webseite)
GeForce GTX 950 & 960
GeForce GTX 950M & 960M
9. August 2016 bis spätestens 3. Oktober 2016 ein von zwei Spielen: "Dead By Daylight" oder "Hard Reset Redux"  (Einlöse-Webseite)
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Hardware- und Nachrichten-Links des 21. September 2016

In unserem Forum wird intensiv über die neuen Informationen zu AMDs Vega-Chips samt der sich daraus ergebenden (nochmals aktualisierten) AMD Grafikchip-Roadmap diskutiert. Ein Störfaktor ist hierbei sicherlich, das die sich ergebende Roadmap in Teilen keinen größeren Sinn macht – andererseits muß man hierbei immer den Punkt einkalkulieren, daß dies bei Vorab-Informationen zu später erscheinender Hardware gar nicht einmal so selten ist, sich der Sinn der jeweiligen Herstellerstrategie meist eher erst kurz vor dem Launch (und manchmal gar erst danach) erschließt. Das, was jetzt zu dieser AMD-Roadmap noch nicht verstanden wird, könnte sich also durch später hinzukommende Informationen besser erklären lassen. Dazu zählt unter anderem der Ersatz von Polaris 10 durch Vega 11 als auch der Ersatz von Vega 10 durch Vega 20 – wobei "Ersatz" hierbei ein weitgefasstes Wort ist, darunter kann man schließlich auch eine neue Lösung mit mehr Performance nur für denselben Preisbereich sehen. Denn ein 1:1-Ersatz zu gleichen Hardware-Daten und gleicher Performance wäre in der Tat kurios – was AMD allerdings in der Vergangenheit durchaus schon einmal so getan hat (Tahiti -> Tonga).

Als weiteren Knackpunkt ist die (angebliche) 7nm-Fertigung von Vega 20 bereits im Jahr 2018 zu sehen – ob dies überhaupt realisierbar sein wird, bliebe streng abzuwarten. Gemäß der üblichen Verzögerungen bei der Auflage von neuen Fertigungsverfahren kann daraus dann durchaus erst das Jahr 2019 werden – womit AMD im Jahr 2018 keinen neuen Grafikchip in der Roadmap stehen hätte. Und letztlich bedarf auch die Rohleistungsangabe von 12 TFlops SinglePrecision für Vega 10 noch einer genaueren Erklärung, denn bei 64 Shader-Clustern (und angenommen wie bisher 64 Shader-Einheiten pro Shader-Cluster) würde dies einen Chiptakt von satten 1465 MHz ergeben – wovon AMD bei seinen Polaris-Chips weit entfernt ist. Mögliche Auflösungen hierzu wären die Verwendung der (taktfreudigeren) 16nm-Fertigung von TSMC, ein anderen Aufbau der Shader-Cluster bei Vega 10 (AMD besitzt ein Patent für variable SIMD-Units innerhalb eines Shader-Clusters) – oder am Ende gar die Möglichkeit einer reinen Zielangabe bei der Rechenleistung, welche aber in der Praxis dann gar nicht erreicht wird. Es wird in jedem Fall spannend werden, ob AMD aus dieser Ansetzung heraus wirklich 12 TFlops SinglePrecision-Rechenleistung aus Vega 10 herausziehen kann – damit steht und fällt schließlich auch, ob Vega 10 wirklich in Konkurrenz zur GeForce GTX 1080 (oder nur zur GeForce GTX 1070) gehen kann.

Als wäre dies alles nicht genug, kommt über eine weitere Meldung zum Thema seitens Videocardz eine neue Unsicherheit hinzu: Abweichend von der ersten Meldung werden in der zweiten Meldung andere Releasedaten zu Vega 10 genannt: Die SingleChip-Variante nicht mehr im ersten Quartal 2017, sondern im ersten Halbjahr 2017, die DualChip-Variante dagegen nicht mehr im zweiten Quartal 2017, sondern im zweiten Halbjahr 2017. Dies ergibt insbesondere in letzterem Fall dann doch einen erheblichen Unterschied – was hier richtig ist, bleibt vorerst unklar, tendentiell dürfte eher die zweite Meldung (sicherlich mehr in Ruhe geschrieben) stimmen. In jedem Fall wird mit dem zeitlichen Verlauf nunmehr klar offensichtlich, das sich AMD für das HighEnd/Enthusiasten-Segment im Jahr 2017 wirklich nur auf Vega 10 konzentriert – das HighEnd-Segment wird mit der SingleChip-Variante angegriffen, das Enthusiasten-Segment mit der DualChip-Variante. Letztere dürfte in gewissem Sinne ein produktpolitisches Feigenblatt sein: Man bietet etwas an, kann auch sicherlich bei der reinen Performance überzeugen – nur die Marktchancen sind mau, weil DualChip-Lösungen bei Verfügbarkeit gleich schneller SingleChip-Lösungen immer schon sinnlos waren. Damit konzentriert sich AMD – wie in den Jahren zuvor mit Ausnahme der Fiji-basierten Grafikkarten – wieder ganz auf das HighEnd-Segment, und läßt das Enthusiasten-Segment dafür faktisch links liegen.

The Motley Fool reden anhand eines Intel-Dokuments darüber, das die Kaby-Lake-Ablösung "Coffee Lake" von der CPU-Architektur her bereits auf dem Stand von "Cannon Lake" wäre – nur eben noch unter der 14nm-Fertigung gefertigt, während Cannon Lake wie bekannt Intels erste 10nm-Generation darstellen wird. Über jene These kann man sicherlich streiten, nur die von Motley Fool hierzu herangezogene Grundlage gibt dies leider nicht her: Ein Intel-Dokument, welches die S- und H-Varianten von Cannon Lake und Coffee Lake in dieselbe Zeile schreibt ("S" = Notebook-Modelle bis 45W TDP, "H" = Desktop-Modelle bis 95W TDP), zegt damit nicht zwingend auf eine gleiche Architektur. Vielmehr sagt diese Zeile im konkreten Fall nur aus, das Cannon Lake (wie bekannt) nicht mehr in den S- und H-Varianten antreten wird, sondern diese Varianten eben durch Coffee Lake komplett ersetzt werden. Sicherlich könnte Coffee Lake von der CPU-Architektur her gleich zu Cannon Lake sein – genauso gut könnte Coffee Lake aber auch einfach nur auf Kaby Lake und damit Skylake basieren. Coffee Lake wird sein Geschäft sowieso schon über die erstmals seit langer Zeit bei Intel wieder erhöhte Anzahl an CPU-Rechenkernen im Consumer-Segment machen, Intel muß hierfür nicht zwingend die Cannon-Lake-Architektur vorwegnehmen.

In einem Interview mit der PCWorld ist Intel etwas abgerückt vom Rückzug aus dem Chip-Markt für Smartphones: Man will in dieser Frage schlicht mehr intern arbeiten – und weniger öffentlich reden. Dies könnte man dahingehend deuten, das Intel im Hintergrund dennoch noch weiter darüber nachdenkt, wie man in diesen Markt zurückkommt. Ob dies allerdings irgendwann zu greifbaren Ergebnissen führt, steht noch auf einem ganz anderen Blatt – immerhin ist dieser Markt inzwischen klar zwischen ARM-Derivaten und Apple aufgeteilt, ergibt sich da kein automatischer Ansatzpunkt für Intel. Der Prozessoren-Entwickler ist hierbei in der gleichen mißlichen Lage wie Microsoft bei den Betriebssystemen für Smartphones: Der Markt hat sich nunmehr gesetzt, neue Anbieter müssten entweder technologisch Sensationelles oder aber besonders wirtschaftliche Angebote aufbieten, um wahrgenommen zu werden – wobei gerade letzteres eher unwahrscheinlich ist bei Hochpreisfirmen wie Intel und Microsoft. Nur völlig neue technische Entwicklungen könnten Intel und Microsoft wieder in diesen Markt zurückbringen – aber diese passieren eher per Zufall und zudem meist nur in größeren zeitlichen Abständen.

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