Unsere Überblicks-Artikel zu den Desktop-Grafikkarten erscheinen wie bekannt regelmäßig, umfassen aber in der Tat nur Desktop-Grafikkarten und keine Mobile-Lösungen. Zu den Mobile-Grafiklösungen gab es zwar im letzten Jahr mal einen Übersichtsartikel, aber dieser ist inzwischen natürlich unaktuell. Eine häufige Aktualisierung dieser Artikel zu den Mobile-Grafikchips ist zwar nicht vonnöten, da zu den Mobile-Lösungen keine sich ständig ändernden Preise vorliegen und diese auch meist nur konzentriert auf einen Haufen vorgestellt werden – wie es nVidia jetzt mit der GeForce 400M Serie getan hat. Mittels dieses Launches ergibt sich nun aber definitiv die Gegenheit, die aktuellen Angebote von AMD und nVidia im Markt der Mobile-Grafiklösungen aufzulisten und einander gegenüberzustellen ... zum Artikel

HT4U haben sich die Gigabyte Radeon HD 5770 "Silent Cell" angesehen – die derzeit sicherlich leistungsfähigste passiv gekühlte Grafikkarte. Allerdings ist das ganze wie schon vermutet hart an der Grenze des technisch machbaren gebaut – unter Last geht die Karte schnell auf Temperaturen wie (luftgekühlte) Radeon HD 5870 und GeForce GTX 465/470 Modelle hinauf und liegt damit mehr als deutlich überhalb des Niveaus regulär luftgekühlter Radeon HD 5770 Karten. Zudem ist die Karte explizit für den Einsatz mit mehreren Gehäuselüftern vorgesehen, auf einem offenen Teststand ohne jegliche Durchlüftung wurden teilweise Temperaturen erreicht, die eine vorzeitige Abschaltung des Systems nahelegen. Für ein lautloses System eignet sich die Karte somit nicht – und wenn man sowieso Lüfter einsetzen muß, dann kann man sich natürlich auch unter den luftgekühlten Radeon HD 5770 Karten ein besonders leises Modell heraussuchen.

Ein Artikel im Forum der PC Games Hardware beschreibt, wie man eine nVidia Mainstream-Grafikkarte als extra PhysX-Beschleuniger für Mafia II benutzt – dies geht sogar mit einer AMD-Karte als hauptsächlichem 3D-Beschleuniger. Interessant sind die Leistungszuwächse gegenüber der Ausführung von PhysX auf der CPU, welche bei sogar etwas mehr als dem Doppelten der Framerate liegen. Für den Anwendungszweck eines einzelnen Spiels mag das übertrieben sein, aber wenn man noch andere Spiele mit PhysX-Support spielt, kann sich die Aktion dennoch lohnen – schließlich reicht dafür ein nVidia-Beschleuniger mit Mainstream-Performance, den man für diesen Zweck natürlich auch gebraucht erwerben kann.

Fudzilla vermelden Analysten-Meldungen, wonach LowCost-Grafikkarten im Jahr 2012 aussterben sollen – begünstigt durch die kommenden Prozessoren von AMD und Intel mit (relativ gesehen) leistungsfähigen Grafikeinheiten. Deren Marktdurchsetzung wird natürlich auch eine gewisse Zeit benötigen, zudem steigt natürlich auch im LowCost-Segment der extra Grafikkarten die Performance – so scheint die integrierte Grafik von Sandy Bridge zwar eine 3D-Performance wie die LowCost-Grafikkarten des Jahres 2010 hinzulegen, im Jahr 2011 könnte es aber natürlich schon schnellere LowCost-Beschleuniger geben, womit Sandy Bridge wieder (etwas) im Hintertreffen wäre.

Allerdings dürfte speziell die integrierte Grafik von AMDs Llano die Maßstäbe für die Performance von integrierter Grafik maßgeblich verschieben – selbst wenn diese nicht mehr als unteren Mainstream bietet, ist dies doch um mehrere Dimensionen schneller als alles andere an integrierter Grafik vorher. Gerade Llano dürfte somit die LowCost-Grafik überflüssig machen, denn da kann sich diese noch so sehr weiterentwickeln – an Llano dürfte man so schnell nicht herankommen. Natürlich müssen dies auch erst die Käufer des Massenmarks realisieren, denen man derzeit unter dem Stichwort "extra Grafikkarte" noch jeden üblen Schund andrehen kann – auch dies wird seine Zeit benötigen. Am Ende dieser Entwicklung dürfte aber sicherlich stehen, daß LowCost-Grafikkarten faktisch aus dem Markt verschwinden, weil deren Aufgabe durch die CPUs mit übernommen wird.

Dies bedeutet gerade für nVidia einen unsicheren Zukunftsausblick, weil nVidia die hier verlorengehenden Umsätze nicht durch andere Bereiche auffangen kann und weil nVidia gerade im LowCost-Bereich immer ziemlich stark war. Der LowCost-Bereich ist zudem auch als geschäftlicher Puffer interessant, wenn das Geschäft im Retail-Segment durch eine unglückliche Chipserie (wie nVidias GT21x) nicht so gut läuft. Für den Retail-Käufer mag sich zwar optisch kein Unterschied ergeben, aber durch den schon mittelfristig drohenden totalen Verlust des LowCost-Geschäfts wird nVidias Bedeutung als wichtiger Player im PC-Business zurückgehen, während die Bedeutung von AMD und Intel weiter zunehmen wird. Langfristig wird nVidia irgendetwas tun müssen, um nicht so weit bedeutungslos zu werden, daß man zwischen den Mahlsteinen AMD und Intel zerrieben werden könnte.

Schon ein paar Tage zurückliegend, aber immer noch hochinteressant ist ein Artikel der EuroGamers zur realen Latenz von OnLive. Diese wurde früh als das entscheidende Problem aller Spielestreaming-Dienste erkannt – was auch nach diesem Artikel nicht ausgeräumt werden kann, denn die realen Latenzen zwischen Eingabe und Bilddarstellung lagen bei 150 bis 220ms. Dies ist weit weg von den Versprechungen seitens OnLive, man würde immer unter 80ms bleiben und im Normalfall Latenzen von sogar nur 35 bis 40ms erreichen. Generell ist auch nicht unbedingt das Potential für große Verbesserungen in dieser Frage zu sehen – wenn es das geben würde, hätte man dieses Potential schon längst genutzt. Die verschiedenen Spielestreaming-Dienste dürften sich somit als gewisse Ergänzung im Spiele-Markt positionieren, das normale Hardware-gebundene Spielen in absehbarer Zeit jedoch nicht ablösen können.

Fudzilla berichten in Bezug auf die "nicht gerade besonders sichere" Quelle KitGuru über einen angeblichen Preisrutsch bei der GeForce GTX 460. Die Meldung ist allerdings ziemlich absurd, denn derzeit ist die GeForce GTX 460 eine der Karten am Markt mit dem besten Preis/Leistungsverhältnis – womit nicht im Ansatz in irgendeiner Form die Notwendigkeit zu einer Preisanpassung gegeben erscheint. Dies kann sich wenn dann erst in Zusammenhang mit dem Release der kommenden Radeon HD 6000 Serie auf Southern-Islands-Basis ergeben – und auch nur dann, wenn AMD diese unerwartet aggressiv in den Markt zu drücken versucht. Dies muß aber überhaupt nicht der Fall sein, schließlich steht keine neue Fertigungstechnologie für die Radeon HD 6000 Serie zur Verfügung, wird aber die Chipfläche und die Verlustleistung steigen, was dann in höheren Fertigungskosten für Chips und Boards resultieren dürfte.

Demgegenüber wird aber eine entsprechende Mehrleistung stehen, welche nVidia mangels neuer Grafikchips auf absehbare Zeit nicht kontern kann und welche man sich daher auch angemessen bezahlen lassen kann. Die wahrscheinlichste Vermutung zur Preislage der Radeon HD 6000 Serie lautet also, daß AMD schlicht Marktpreise für eine neue Generation nehmen wird – je nachdem wo die Performance der finalen Produkte hinfällt, wird man den passenden Preispunkt (mit vielleicht einem kleinen Abschlag nach unten hin) ansetzen. Konkret dürfte die um 25 bis 35 Prozent schneller erwartete Radeon HD 6800 Serie vielleicht zu 20 Prozent höheren Preisen als jetzt die Radeon HD 5800 Serie einsteigen, was in etwa das Preisniveau der GeForce GTX 470/480 Karten wäre. Viel höher kann man sich sicherlich nicht wagen, weil zu Preisen überhalb von 450 Euro für SingleChip-Modelle die Luft (sprich der Kreis der potentiellen Käufer) dann doch arg dünn wird.

AMD & nVidia Produktportfolio & Roadmap – 7. September 2010

Die bisherige Radeon HD 5800 Serie wird im Zuge des Launches preislich wohl noch etwas abspecken, damit sich diese Beschleuniger besser abverkaufen lassen – aller Vermutung nach dürfte AMD kein Interesse daran haben, zwei HighEnd-Chips langfristig nebeneinanderher zu fertigen, womit der RV870/Cypress-Chip der Radeon HD 5800 Serie nach dem Launch der Radeon HD 6800 Serie mittelfristig auslaufen dürfte. Die Radeon HD 6700 Serie sehen wir dagegen potentiell bei einer Mehrperformance gegenüber der Radeon HD 5700 Serie von ca. 50 Prozent, was in das Performancefeld der GeForce GTX 460 hineingeht und eine dementsprechende Preislage von 170 bis 200 Euro bedeuten dürfte. Aufgrund des größeren Performanceabstands zwischen Radeon HD 5700 Serie und Radeon HD 6700 Serie dürfte die Radeon HD 5700 Serie vermutlich weiterhin bestehenbleiben und einfach nur beim Preis etwas heruntergehen, um sich auch weiterhin gut verkaufen zu lassen.

Im Mainstream-Feld ist derzeit noch sehr unsicher, in welche Performance-Region der entsprechende Southern-Islands-Chips Turks geht – wir würden in Richtung ca. 40 Prozent Mehrperformance tippen, aber dies ist derzeit in der Tat nur eine bessere Vermutung ohne jede Fakten-Untermauerung. Sinn würde ein solcher Sprung durchaus machen, nachdem die letzte Mainstream-Generation von AMD nicht so richtig überzeugen konnte (bzw. die Radeon HD 5750 ein einfach viel zu gutes Preis/Leistungsverhältnis hat, um sich ernsthaft mit AMDs Mainstream-Lösungen zu beschäftigen). Trifft unsere Annahme zu, so würde die Radeon HD 6600 Serie die große Performancelücke zur Radeon HD 5750 schließen, ohne diese allerdings zu erreichen, was endlich einmal wieder gute Lösungen für den Preisbereich knapp unter 100 Euro ergeben würde. Die bisherigen Radeon HD 5500/5600 Serien müssten sich dann auf Preislage von 70 Euro und weniger zurückziehen, wo diese Beschleuniger angesichts ihrer Performance aber (auch jetzt schon) viel besser aufgehoben sind.

TechPowerUp vermelden eine weitere stark ab Werk übertaktete GeForce GTS 450 in Form der "EVGA GeForce GTS 450 SuperClocked", welche mit 882/1764/1900 MHz anstatt der regulären 783/1566/1800 MHz antreten soll. Ganz allgemein betrachtet scheint mit dem GF106-Chip nun schon der zweite nVidia-Chip in Folge (nach dem GF104-Chip der GeForce GTX 460) sich so richtig schön übertakten zu lassen – nach all dem Ärger, den nVidia diesbezüglich mit dem GF100-Chip hatte, sind dies doch einmal sehr positive Nachrichten von der Fermi-Architektur. Derzeit geht der Taktspielraum der Chips GF104 und GF106 wohl vorwiegend in ab Werk übertaktete Karten, zukünftig könnte dieser aber auch dafür benutzt werden, um neue Angebote aus der Taufe zu heben, die dann gegen die kommende Southern-Islands-Generation von AMD konkurrieren müssen.

Im Forum von Chiphell sind Fotos einer Radeon HD 6300 auf Caicos-Basis aus AMDs Southern-Islands-Generation aufgetaucht (falls nicht mehr sichtbar, liegen im Beyond3D-Forum entsprechende Kopien). AMDs neue LowCost-Lösung scheint dabei auch wirklich "LowCost" zu bleiben, da der Chip zum einen sehr klein bleibt und zum anderen weiterhin nur auf ein 64 Bit DDR Speicherinterface gesetzt wird. Dafür benötigt man natürlich keine große Menge an Hardware-Einheiten und angesichts des geringen Sprungs in der Die-Size zwischen Caicos (ca. 70mm²) und RV810/Cedar (63mm²) bei gleichbleibender 40nm-Fertigung dürfte der Caicos-Chip wahrscheinlich 128 Shader-Einheiten, 8 TMUs und das genannte 64 Bit DDR Speicherinterface beinhalten.

Bei Taktraten von 650/800 MHz kommt hierbei gemäß eines ersten 3DMark-Vantage-Werts der Caicos-Karte von P17xx eine Performance heraus, die zwar formell deutlich überhalb der Radeon HD 5450 DDR3 auf RV810/Cedar-Basis mit einem 3DMark-Vantage-Wert von P1292 liegt (immerhin +31%), aber natürlich auch weiterhin die LowCost-Gefilde nicht verläßt. Damit wird man zwar maßvoll schneller als frühere LowCost-Lösungen und auch die kommenden integrierten Grafikchips von Sandy Bridge und Bobcat sein, aber dennoch keine Chance auf den Anschluß ans Mainstream-Segment bieten – zu diesem klafft weiterhin eine übergroße Lücke. Allerdings entspricht diese Ansetzung durchaus der bisherigen Strategie von AMD, das LowCost-Segment mit einer klaren LowPerformance-Lösung zu beliefern, deren Spieleeignung niemals eine echte Relevanz haben kann.

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