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AMD vs. Intel: Wohin geht aktuell die Tendenz der Desktop-Käufer?

AMD hat mit Ryzen 3000 eine sicherlich sehr starke CPU-Generation vorgelegt, vor allem beim Preis/Leistungs-Verhältnis. Doch Intel kann auch weiterhin in einigen Teildisziplinen punkten, so bei der Spiele-Performance und der Übertaktungseignung. Während die Ersteindrucks-Umfrage zu Ryzen 3000 sich nur auf die neuen AMD-Prozessoren bezog, soll mit dieser neuen Umfrage nunmehr das Gesamtbild abgefragt werden: In welche Richtung geht die Tendenz der Desktop-User, wenn heuer ein CPU-Neukauf anstehen würde? Die guten Ergebnisse von Intels "Ice Lake" beinflußen diese Frage nicht, denn Ice Lake wird nach derzeitigem Wissen nicht im Desktop erscheinen (und wenn doch, dann nicht all zu bald).
PS: Diskussion zur Umfrage und zum Umfrageergebnis in unserem Forum.

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Die nVidia-Geschäftsergebnisse im zweiten Quartal 2019

nVidia hat seine Geschäftsergebnisse für das (grobe) zweite Kalenderquartal 2019 vorgelegt, welches bei nVidia dem zweiten Fiskalquartal des Geschäftsjahres 2020 entspricht und von Mai bis Juli 2019 reicht. In diesem Zeitraum hat nVidia einen guten Geschäftszuwachs gegenüber dem direkten Vorquartal realisiert, der Umsatz ging um +16%, der nominelle Gewinn um +40% sowie der operative Gewinn um sogar +59% nach oben. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres sind alle diese Zahlen jedoch nach wie vor im klaren Minus. Allerdings wird nunmehr auch anhand der mittel- und langfristigen Geschäftszahlen immer klarer, das nVidias Geschäftsverlauf im Zeitraum von Q3/2017 bis Q3/2018 maßgeblich über den seinerzeitigen Cryptomining-Boom beinflußt wurde und damit keine zuverlässige Aussage über das reguläre Geschäft von nVidia geben kann.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 16. August 2019

Laut dem eigentlich fast immer korrekt liegenden Twitterer Apisak (via Planet 3DNow!) kommt der Ryzen 9 3900 (non-X) mit Taktraten von 3.1/4.2 GHz daher – deutlich niedriger als die 3.8/4.6 GHz des bekannten Ryzen 9 3900X. Zudem gibt es wohl einen TDP-Unterschied von 65 zu 105 Watt, alle weiteren Daten sind noch nicht bekannt. In jedem Fall ist der neuerliche Leak ein guter Hinweis darauf, das dieses CPU-Modell tatsächlich erscheint – was man bislang durchaus noch in Frage stellen konnte, immerhin ist das bekannte Ryzen-3000-Portfolio doch schon ziemlich rund, hat nirgendwo preisliche oder produkttechnische Lücken. Allerdings kann bislang immer noch nicht sicher gesagt werden, ob es sich hierbei nicht um reine OEM-Modelle handelt, die Marktausrichtung ist natürlich aus den technischen Spezifikationen heraus nicht erkennbar. Ein Ryzen 9 3900 (non-X) mit niedrigeren Taktraten samt niedrigerer TDP wäre schließlich zuerst für Komplett-PCs interessant, wo man gern diese Prozessoren mit abgesenkter TDP einsetzt. Im Retail-Segment würde ein Ryzen 9 3900 (non-X) dagegen den Ryzen 9 3900X preislich unter Druck setzen, wenngleich an dieser Stelle wenigstens ein genügender preislicher Abstand zum nächstkleineren Modell (Ryzen 7 3800X mit -100$ zum Ryzen 9 3900X) existiert.

Kerne Takt TDP Kühler Liste Straße Release
Ryzen 9 3950X 16C/32T 3.5/4.7 GHz 105W Wraith Prism LED 749$ - September 2019
Ryzen 9 3950 16C/32T 3.3/4.3 GHz 105W ? ? ? ?  (Existenz unsicher)
Ryzen 9 3900X 12C/24T 3.8/4.6 GHz 105W Wraith Prism LED 499$ 529€ 7. Juli 2019
Ryzen 9 3900 12C/24T 3.1/4.2 GHz 65W ? ? ? ?  (Existenz unsicher)
Ryzen 7 3800X 8C/16T 3.9/4.5 GHz 105W Wraith Prism LED 399$ 404-430€ 7. Juli 2019
Ryzen 7 3700X 8C/16T 3.6/4.4 GHz 65W Wraith Prism LED 329$ 339-350€ 7. Juli 2019
Ryzen 7 3700 8C/16T ? 65W ? ? ? ?  (Existenz unsicher)
Ryzen 5 3600X 6C/12T 3.8/4.4 GHz 95W Wraith Spire 249$ 239-260€ 7. Juli 2019
Ryzen 5 3600 6C/12T 3.6/4.2 GHz 65W Wraith Stealth 199$ 197-210€ 7. Juli 2019
Ryzen 5 3500 6C/12T ? 65W ? ? ? ?  (Existenz unsicher)
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Hardware- und Nachrichten-Links des 15. August 2019

Zu AMDs Renoir-APU gibt es eine in den Foren-Kommentaren gewisse Enttäuschung darüber, das AMD hierbei nicht mit mehr Hardware anrückt – sprich mehr CPU-Kernen sowie auch höherer Grafik-Power. Dies mag aus Enthusiasten-Sicht nachvollziehbar sein, allerdings muß sich AMD in dieser Frage primär nach den Anforderungen des Massenmarkts und der eigenen Kostenlage ausrichten. Man kann zwar eine größere APU als 4C+11CU (wie bei Raven Ridge & Picasso) auflegen und dann für alle Fälle, wo nur 4 CPU-Kerne benötigt werden, entsprechend teil-deaktivieren. Aber diese Methode hebt auch die Kostenlage für alle APU-Verkäufe an – und um zwei Bauformen (eine mit 4 und eine mit 6 CPU-Kernen) aufzulegen, ist AMDs APU-Geschäft wohl noch nicht groß genug. Möglicherweise kommt dies mit der Zeit, aber jetzt mit der (wirtschaftlichen) Möglichkeit nur zu einer Bauform orientiert sich AMD eben halt an dem, was im Massenmarkt gut absetzbar ist – dies sind 4 CPU-Kerne samt 10/11 Shader-Cluster. Diese APUs werden üblicherweise auch nicht zu Preislagen verkauft, wo viel Spielraum existiert – und gerade AMD dürfte gezwungen sein, den OEMs hierbei Kampfpreise zu machen, damit diese nicht (wie gewohnt) Intel einsetzen.

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Die Prozessoren-Marktanteile im zweiten Quartal 2019

Von Tom's Hardware kommen mit Berufung auf die Marktforscher von Mercury Research neue Zahlen zum Stückzahlen-Marktanteil im x86-Prozessorenmarkt für das abgelaufene zweite Quartal 2019. Jenes ist das letzte vor dem Ansturm von AMDs Zen-2-Generation, womit mit diesen Marktanteils-Zahlen ein exemplarisches Beispiel für den Fall geschaffen wird, das Rückbetrachtungen (wie es alle Statistiken und Quartalsberichte prinzipbedingt sind) durchaus auch schon einmal von den nachfolgenden Ereignissen glatt überrollt sein können. Aber auch ohne den sicherlich positiven Einfluß der Zen-2-basierten Prozessoren machte sich AMD in diesem zweiten Quartal 2019 schon ganz vernünftig: Im Desktop-Segment gab es mit 17,1% Marktanteil zwar nur dasselbe Ergebnis wie im Vorquartal, aber das Mobile-Segment legt einen Prozentpunkt auf 13,1% sowie das Server-Segment einen halben Prozentpunkt auf 3,4% (jeweils zum direkten Vorquartal) zu.

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Erstes Benchmark-Ergebnis zu einem 32-Kern-Prozessor von Threadripper 3000 aufgetaucht

Twitterer 188号 weist auf erste Geekbench-Ergebnisse zu einem augenscheinlichen Ryzen Threadripper 3000 32-Kern-Prozessor hin – denn die hierfür benutzte Mainboard-Plattform "WhiteHaven" kommt nur im Threadripper-Bereich zum Einsatz, nicht jedoch im Epyc-Bereich. Threadripper 3000 soll laut letzten Gerüchten in diesem Oktober direkt gegen Cascade Lake X antreten, wobei letzteres nur einen leicht verbesserten Refresh der aktuellen Core-X-Prozessoren mit Skylake-X-Unterbau darstellt, AMD also regulär nicht gefährlich werden kann. Denn AMD wird bei der dritten Threadripper-Generation natürlich mit Zen-2-Rechenkernen anrücken, nimmt also den erheblichen IPC-Boost und die höhere Energieeffizienz ins Threadripper-Segment mit. Ob es auch mehr CPU-Kerne geben wird, ist nach wie vor unklar, der getestete Prozessor lief jedenfalls "nur" mit 32 Kernen. Interessant ist die nicht unbeachtbare Differenz der beiden Geekbench-Ergebnisse: Das erste kommt mit 5932/93344 Punkten daher, das zweite dann mit 5677/94772 Punkten. Denkbar, daß das zweite Ergebnis auf definierter Taktrate geschah (alle CPU-Kerne auf xxx GHz), was zwar dem Multicore-Ergebnis etwas zu gute kommt, wegen des (damit ausgehebelten) Boostverhaltens der Zen-2-Generation das Singlecore-Ergebnis jedoch nach unten drückt.

Technik GB4 Single GB4 Multi Quellen
32C Threadripper 3000 Zen 2, 32C/64T, 3.6/? GHz 5677-5932 93344-94772 #1 + #2
Ryzen Threadripper 2990WX Zen+, 32C/64T, 3.0/4.2 GHz 5100-5300 65-70.000 Geekbench-DB
Core i9-9980XE SKL-X Refresh, 18C/36T, 3.0/4.4 GHz 5400-5900 60-70.000 Geekbench-DB
alle Benchmark-Werte unter dem Geekbench 4 rein unter Linux
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Hardware- und Nachrichten-Links des 14. August 2019

Beim deutschen Onlinehändler Caseking werden nunmehr auch "pretested" Ryzen 3000 Prozessoren angeboten, welche also auf eine bestimmte Taktfrequenz hin getestet wurden bzw. wo dieser CPU-Takt händlerseitig garantiert wird. AMDs eigene 3-Jahres-Garantie entfällt natürlich bei dieserart übertaktet betriebenen Prozessoren, Caseking gleich dies über die eigene King-Mod-Garantie aus, welche 2 Jahre läuft. Die gebotenen Taktraten sind nominell mit 4.2, 4.25 sowie 4.3 GHz nicht besonders hoch – nur beim Ryzen 5 3600 erreicht bzw. überbiet man damit den maximalen Boosttakt, bei Ryzen 7 3700X & Ryzen 9 3900X liegt man teilweise beachtbar darunter. Andererseits sind dies typische Übertaktungen für Ryzen-3000-Prozessoren und die diesbezüglichen Angebote der US-basierten Silicon Lottery von satten 839,99 Dollar (vor MwSt) für einen auf 4.2 GHz laufenden Ryzen 9 3900X sind deutlich schlechter. Das Caseking-Angebot ist demgegenüber sowohl deutlich günstiger als auch in der Spitze etwas taktfreudiger (maximal 4.3 GHz Takt anstatt nur maximal 4.2 GHz).

Technik unübertaktet @ 4.2 GHz @ 4.25 GHz @ 4.3 GHz
Ryzen 9 3900X 12C/24T, 3.5/4.7 GHz 529,- € 579,- € 599,- € 619,- €
Ryzen 7 3700X 8C/16T, 3.6/4.4 GHz 349,- € 399,- € 429,- € 449,- €
Ryzen 5 3600 6C/12T, 3.6/4.2 GHz 204,90 € 259,90 € 279,90 € 299,90 €
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Hardware- und Nachrichten-Links des 13. August 2019

Phoronix (via ComputerBase) machen auf den ersten Linux-Treiber von AMD aufmerksam, welcher Support für die kommende "Renoir"-APU bietet. Zu selbiger ist bislang eigentlich nur der Codename bekannt, die technologische Evolution auf anderen Feldern bei AMD legte aber natürlich die Kombination von Zen 2 & Navi nahe. Während eine Zen-2-CPU bei Renoir weiterhin im Spiel ist, wurde die Navi-iGPU schon vor einiger Zeit in Frage gestellt, der genannte Linux-Treiber bringt hierzu nun weitgehende Klarheit: Renoir kommt augenscheinlich weiterhin mit Vega-Grafiklösung daher, bestätigt durch die Grafik-Generation GFX9 von Vega (Navi ist GFX10) sowie auch die klare Nennung von "Vega 10" – im Sinne von 10 Shader-Clustern zu verstehen, nicht im Sinne des Vega-10-Chips der Radeon RX Vega 56/64 Grafikkarten. Jene 10 Shader-Cluster wären im übrigen weniger als bei den bisherigen Zen-basierten APUs (maximal 11 Shader-Cluster), was etwas ungewöhnlich wäre und noch eine entsprechende Erklärung verlangt. Allerdings könnte AMD die geringere Anzahl an Ausführungseinheiten auch mit etwas mehr iGPU-Takt ausgleichen, muß die Rohleistung des finalen Produkts letztlich nicht niedriger liegen.

Fertigung CPU iGPU Release
Raven Ridge 14nm GloFo (monolit.) 4C/8T Zen 1 11CU Vega-basiert Dezember 2017
Picasso 12nm GloFo (monolit.) 4C/8T Zen+ 11CU Vega-basiert Januar 2019
Renoir wahrscheinl. 7nm TSMC wahrscheinl. 4C/8T Zen 2 wahrscheinl. 10CU Vega-basiert erwartet Jahreswechsel 2019/20
"Zen 3 + Navi" APU wahrscheinl. 7nm+ TSMC wahrscheinl. Zen 3 wahrscheinl. Navi-basiert erwartet Jahreswechsel 2020/21
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Erste Tests von Herstellerdesigns zu Radeon RX 5700 & 5700 XT erschienen

Wie erwartet kommen nunmehr die ersten Herstellerdesigns der Navi-Grafikkarten in den Markt bzw. zuerst einmal zu den Hardwaretestern, welche in den letzten Tagen fleißig die ersten Testmuster begutachtet haben. Am Anfang dabei sind primär Asus und Sapphire, hinzu kommt ein einzelner Tests zu einer XFX-Karte. Vollständig ist das Bild damit noch überhaupt nicht, aber die vorliegenden Tests liefern einen passablen ersten Eindruck zu den Navi-Herstellerdesigns. Asus schickt dabei mit der "Radeon RX 5700 XT ROG Strix OC" eine (nominell) eher kräftige Werksübertaktung ins Rennen, welche mit +155 MHz Boosttakt und +45 Watt Power-Limit durchaus schon an die Grenzen der mit Navi möglichen Taktraten geht. Dafür gibt es (je nach Testbericht) zwischen 3-5% Mehrperformance samt niedrigeren Chiptemperaturen und niedrigerer Geräuschbelastung als bei AMDs Referenzdesign – allerdings auch ein klar nach oben gehender Stromverbrauch, welcher eher in die Stromverbrauchklasse einer GeForce RTX 2080 Super hineinreicht. Ein zweiter erheblicher Nachteil besteht in der Übertaktungseignung, welche auf dieser Asus-Karte dann nur noch in geringem Maßstab existiert – faktisch hat Asus alle vorhandenen Taktreserven bereits selber ab Werk realisiert.

Asus 5700XT ROG Strix OC Chiptemp. Lautstärke WQHD-Perf. Stromverbr.
Taktraten 1770/1905/3500 MHz im "Gaming"-Modus (default) anstatt 1605/1750/3500 MHz (1840/1965/3500 MHz im "OC"-Modus)
Power-Limit: 225 Watt anstatt 180 Watt (nur für den Chip); Kartenlänge: 30,5cm (Ref: 27,5cm)
ComputerBase 78°C (Ref: 85°C) 42,5 dbA (Ref: 46,5 dbA) +4,8%  (5 Tests) 267W (Ref: 210W)
Guru3D 76°C (Ref: 76°C) 40 dBA (Ref: 45 dBA) +2,5%  (8 Tests) 249W (Ref: 204W)
TechPowerUp 77°C (Ref: 92°C) 36 dBA (Ref: 43 dBA) +5%  (21 Tests) 236W (Ref: 219W)
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Hardware- und Nachrichten-Links des 12. August 2019

Cowcotland (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) brachten Ende letzter Woche die Meldung, wonach AMD (angeblich) seine Referenzdesigns zur Radeon RX 5700 & 5700 XT in den Auslaufstatus geschickt hätte. Dem hat AMD auf Twitter (via Videocardz) allerdings sehr klar widersprochen – und betont, das das Referenzdesign auch weiterhin direkt im AMD-Shop sowie ausgewählten OEMs und Boardpartnern verfügbar sein wird. Letztere könnten natürlich ihre Aktivitäten bezüglich des Referenzdesigns mit dem Vorliegen von Eigendesigns zurückfahren oder ganz aussetzen, so das für den Retail-Käufer unter Umständen wirklich nur noch der AMD-Shop als Bezugsquelle für das Referenzdesign bleiben würde – aber zumindest ist damit der angebliche EOL-Status vom Tisch. Möglicherweise basiert jene Cowcotland-Meldung auch auf diesem Umstand, das die Grafikkartenhersteller nunmehr auf Eigendesigns umschwenken – die konkrete Ausführung der Meldung mit einem angeblichem EOL-Status des Referenzdesigns ist jedoch nachweislich falsch.

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