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Hardware- und Nachrichten-Links des 23./24. Juni 2018

Auf Twitter hat nVidia mittels Geburtstagswünschen zugunsten des britischen Mathematikers Alan Turing die kommende Turing-Generation angeteasert – und damit höchstselbst (indirekt) bestätigt, das man entsprechend benannte Produkte in Vorbereitung hat. Bislang war dies nur im Gerüchtestatus – zuerst so genannt von Reuters, später bestätigt durch Tom's Hardware. Auch wenn das ganze noch etwas von einem offiziellen Status entfernt ist, bestätigt sich somit die Namenswahl der kommenden Grafikchip-Generation, respektive erübrigen sich die bisher teilweise noch gehandelten Alternativen wie "Volta" (wohl rein im HPC-Segment verwendet) oder "Ampere" (angeblich die nächste HPC-Generation). Bezogen auf den Termin könnte man nunmehr natürlich spekulieren, ob dies auf einen eher frühen Turing-Launch hindeuten mag – andererseits ist ein Geburtstag ein Fixtermin im Jahr, konnte nVidia speziell diesen Teaser schlecht zu einem anderen Termin ansetzen. Zudem dürfte nVidia natürlich auch klar sein, das Grafikkarten-Enthusiasten über die kommende Entwicklung grob im Bilde sein dürften – somit verrät man mit diesem Teaser also nicht wirklich etwas neues. Und für den Massenmarkt ist das ganze immer noch zu ungenau und damit zu weit weg, um die aktuellen Grafikkarten-Verkäufe wirklich zu stören.

Happy Birthday to Alan Turing, the remarkable pioneer of computer science.
Quelle:  nVidia @ Twitter am 23. Juni 2018

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DSGVO: Schildbürgerstreich oder Chance auf besseren Datenschutz?

Mittels der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sollte es eigentlich einen besseren, schlagkäftigeren Datenschutz geben – die Praxis sieht wie bekannt ein klein wenig anders aus. Doch natürlich existiert immer noch die Chance darauf, das die DSGVO mittels der hiermit bereits und noch kommend angestrengten Verfahren vom Papiertiger zur echten Datenschutz-Waffe aufsteigt. Die sich hiermit ergebende Frage lautet: Lohnt sich das überhaupt noch – gerade angesichts der zuerst einmal ganz real "erzielten" Kollateralschäden?

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Hardware- und Nachrichten-Links des 22. Juni 2018

Die PC Games Hardware berichtet über einen Benchmark-Datenbankeintrag bei SiSoft zu Intels Ice Lake, ein weiterer in der AotS-Datenbank wird bei Reddit vermeldet. Insbesondere aus der SiSoft-Angabe wird oftmals auf eine integrierte Grafik mit gleich 64 Ausführungseinheiten (Execution Units = EU) gedeutet – die PCGH stellt jedoch klar, das dies eine Fehldeutung ist und hier sogar nur eine Minimal-Grafik mit nur 8 CUs ("GT0.5") vorliegt. Nichtsdestotrotz zeigen frühere Meldungen darauf hin, das Intel unter der 10nm-Fertigung seine integrierten Grafik augenscheinlich sehr stark zu verbreitern gedenkt. Bei Cannon Lake soll eine GT-Einheit auf gleich 24 EU wachsen (von bisher 12 EU), bei Ice Lake gibt es Anzeichen für gleich 36 EU pro GT. Darauf deutet eine GT1.5-Lösung mit 48 EUs sowie eine GT2-Lösung mit 68 EUs hin – in letzterer wären dann einige EUs gegenüber dem physikalischen Maximum deaktiviert (wie schon bei Cannon Lake GT2 zu vermuten). Alternativ könnte Intel natürlich auch ab Cannon Lake dazu übergehen, die GT-Einheiten nicht mehr als symetrische Vielfache zu gestalten. Werden bei Cannon & Ice Lake tatsächlich so breite Grafiklösung angesetzt, dürfte Intel dann auch die zuletzt kaum noch aufgelegte GT1-Lösung vermutlich öfters mal wieder benutzen – schließlich gilt nach wie vor, das die integrierte Intel-Grafik in Gaming-Rechnern mehrheitlich "totes" Silizium ist, dort bestenfalls noch die Videoeinheit der integrierten Grafik (zum Videocodieren) genutzt wird.

Gen. DirectX eine GT ist max. GT max. EU Speicher
Sandy Bridge Gen. 6 10.1 6 EU bis GT2 bis 12 EU DDR3/1333
Ivy Bridge Gen. 7 11.0 6 EU bis GT2 bis 16 EU DDR3/1600
Haswell Gen. 7.5 11.1/12 10 EU bis GT3 bis 40 EU DDR3/1600
Broadwell Gen. 8 11.2/12 12 EU bis GT3 bis 48 EU DDR3/1600
Skylake Gen. 9 12_1 12 EU bis GT4 bis 72 EU DDR3/1600 & DDR4/2133
Kaby Lake Gen. 9.5 12_1 12 EU bis GT3 bis 48 EU DDR4/2400
Coffee Lake Gen. 9.5 12_1 12 EU bis GT3 bis 48 EU DDR4/2666
Cannon Lake Gen. 10 12_1 24 EU bis GT2 bis 40 EU DDR4/2400
Ice Lake Gen. 11 12_1 mglw. 36 EU ? ? ?
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Umfrage-Auswertung: Wie sind die Grafikkarten-Käufer durch den Mining-Boom gekommen?

Mittels einer Umfrage von Ende Mai wurde die Frage aufgestellt, wie die Grafikkarten-Käufer eigentlich durch den gut drei Quartale andauerenden Mining-Boom 2017/18 gekommen sind. Dabei waren im Grafikkarten-Markt hohen Preislagen und teilweise sogar die Nichtverfügbarkeit einzelner Grafikkarten sehr offensichtlich – aber natürlich steht nicht bei jedem Grafikkarten-Käufer jederzeit ein Neuerwerb an und kann man sich damit mit etwas Glück auch um eine solche Phase herummogeln. Im genauen traf dies bei immerhin 42,3% der Umfrageteilnehmer zu – jene waren schon vor dem Einsetzen des Mining-Booms gut versorgt und konnten daher diese Situation ohne jede negativen Folgen einfach aussitzen.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 21. Juni 2018

Seeking Alpha berichten ausgehend von einer (nicht öffentlich einsehbaren) Meldung bei SemiAccurate von einem Lagerbestandsproblem bei nVidias Pascal – es gäbe angeblich noch zu viele dieser Grafikchip, gerade nach dem sehr schnellen Ende des Mining-Booms, was dann nunmehr den kommenden Turing-Launch nach hinten verschieben solle. Konkret soll einer der Top-Abnehmer von nVidia an selbige immerhin 300.000 Pascal-Grafikchips zurückgegeben haben. Genauso soll nVidia aggressiv GDDR5-Speicherchips aufkaufen – was als Hinweis darauf angesehen wird, das nVidia selber noch zu viele Mainstream/Midrange-Grafikchips im Lager liegen hat (die schnelleren Grafikchips werden mit GDDR5X oder zukünftig GDDR6 bestückt). So zumindest die zugrundeliegende Meldung – welche jedoch recht schwer in Bezug auf Wahrheitsgehalt und vor allem in Bezug auf deren Gewichtigkeit einzuschätzen ist. So erscheinen zumindest die genannten 300.000 Grafikchips als vergleichsweise wenig, denn nVidia dürfte pro Quartal (ganz grob geschätzt) ca. 15 Mio. Grafikchips absetzen. Speziell die genannten Mainstream/Midrange-Grafikchips (für welche man GDDR5-Speicher benötigt) dürften zudem auch nach dem Turing-Launch noch gut absetzbar sein, denn üblicherweise dürfte nVidia das neue Grafikkarten-Portfolio über ca. ein halbes Jahr hin ausrollen, mit neuen Mainstream-Lösungen auf Turing-Basis muß man beispielsweise erst im Frühjahr 2019 rechnen. Das SemiAccurate in ihrer originalen Meldung zudem von Volta-basierten Gaming-Lösung sprechen, macht die Grundlage des Ganzen auch nicht unbedingt glaubwürdiger.

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Umfrage-Auswertung: AMDs Ryzen 2000 oder Intels Coffee Lake als Gaming-CPU?

Im Nachgang zum Launch von AMDs Ryzen 2000 fragte eine Umfrage von Ende Mai an dieser Stelle nach der insgesamt besseren Gaming-CPU: Die Sechskerner von Intels Coffee Lake – oder die Sechs- und Achtkerner von AMDs Ryzen 2000? Zu diesem Zeitpunkt waren auch schon die aktualisierten Werte zur Spiele-Performance bekannt, welche für Ryzen 2000 weiterhin einen (wenn auch geringer gewordenen) Rückstand zu Intel aufzeigen. Dennoch geht die genannte Umfrage ziemlich gut für AMD aus: Intel hat zwar insgesamt mit 41,8% zu 33,9% einen gewissen Vorteil (während 24,3% der Umfrageteilnehmer insgesamt keinen Unterschied sehen), aber jene Differenz ist auch nicht weltbewegend groß, das Pendel schwingt demzufolge nur leicht in Richtung Intel.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 20. Juni 2018

Zu den Performance-Aussagen rund um nVidias Turing-Generation (No.1 & No.2) wäre noch zu erwähnen, das dies alles natürlich nur Sinn ergibt, sofern nVidia tatsächlich (wie bisher) zuerst mit einer HighEnd-Lösung antritt – und die Enthusiasten-Lösung später nachfolgen läßt. Dies war seit der Auftrennung dieser Marktsegmente mit der Kepler-Generation immer die Release-Abfolge bei nVidia – aber natürlich gibt es hierfür keine Ewigkeitsgarantie. Jene Release-Abfolge ist primär technologisch sinnvoll, da man somit immer zuerst den einfacher zu produzierenden (da kleineren) HighEnd-Chip bringen kann – und erst später den größeren und somit schwerer (mit guter Ausbeute) herzustellenden Enthusiasten-Chip. Genau dieses Argument könnte bei der Turing-Generation aber eher weniger ziehen, sofern jene in der 12nm-Fertigung daherkommt. Denn in dieser Fertigung hat nVidia schon letztes Jahr den GV100-Chip mit satten 815mm² Chipfläche aufgelegt – und unabhängig von der für diesen Chip nicht maßgeblichen Fertigungsausbeute sollte damit dieses Jahr eigentlich alles in der 12nm-Fertigung mit erstklassiger Ausbeute herstellbar sein.

Datum neue Top-Lösung Chip-Basis FHD/4K-Perf. Vergleich zur vorherigen Top-Lösung
22. März 2012 GeForce GTX 680 GK104 (HighEnd) 360% / - +29% zur GeForce GTX 580
21. Februar 2013 GeForce GTX Titan GK110 (Enthusiast) 480% / ~62% +33% zur GeForce GTX 680
7. November 2013 GeForce GTX 780 Ti GK110 (Enthusiast) 530% / 68% +10% zur GeForce GTX Titan
19. September 2014 GeForce GTX 980 GM204 (HighEnd) 600% / 77% +13% zur GeForce GTX 780 Ti
31. Mai 2015 GeForce GTX 980 Ti GM200 (Enthusiast) 750% / 100% +30% zur GeForce GTX 980
17. Mai 2016 GeForce GTX 1080 GP104 (HighEnd) 960% / 132% +32% zur GeForce GTX 980 Ti
10. März 2017 GeForce GTX 1080 Ti GP102 (Enthusiast) 1150% / 175% +33% zur GeForce GTX 1080
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AMDs 32-Kern-Prozessor Ryzen Threadripper 2990X tritt mit Taktraten von 3.0/4.0 GHz an

Das chinesische HKEPC (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) bringt die Spezifikationen zum 32-Kern-Spitzenmodell von Threadripper II, dem "Ryzen Threadripper 2990X": Danach kommt dieser Pinnacle-Ridge-basierter Prozessor mit einem Base-Takt von 3.0 GHz, einem AllCore-Turbo von 3.4 GHz und einem maximalen Turbo-Takt von 4.0 GHz daher. Nebenbei wurden mittels eines gezeigten CPU-Z-Screenshots auch 16 MB Level2- samt 64 MB Level3-Cache (die maximal mögliche Konfiguration bei vier verbauten Pinnacle-Ridge-Dies) sowie die neue TDP von 250 Watt bestätigt. Zudem reden HKEPC von einem maximalen XFR-Aufschlag von 200 MHz auf dann maximal 4.2 GHz – dies dürfte allerdings eher nur der praktisch erreichte Wert und kein Teil der Spezifikation sein, denn mittels des XFR2-Features von Ryzen 2000 ist der XFR-Aufschlag bei Pinnacle Ridge faktisch unlimitiert geworden.

Basis Kerne Takt PB2 XFR unl. L2+L3 TDP Liste Release
Ryzen Threadripper 2990X Pinnacle Ridge 32C +SMT 3.0/4.0 GHz 16+64 MB 250W ? Q3/2018
Ryzen Threadripper 2970X Pinnacle Ridge 24C +SMT ? 12+? MB 250W ? Q3/2018
Ryzen Threadripper 2950X Pinnacle Ridge 16C +SMT ? 8+32 MB 180W ? Q3/2018
Ryzen Threadripper 1950X Summit Ridge 16C +SMT 3.4/4.0 GHz 8+32 MB 180W 999$ 10. Aug. 2017
Ryzen Threadripper 2920X Pinnacle Ridge 12C +SMT ? 6+32 MB 180W ? Q3/2018
Ryzen Threadripper 1920X Summit Ridge 12C +SMT 3.5/4.0 GHz 6+32 MB 180W 799$ 10. Aug. 2017
Ryzen Threadripper 2900X Pinnacle Ridge 8C +SMT ? 4+? MB 180W ? Q3/2018
Ryzen Threadripper 1900X Summit Ridge 8C +SMT 3.6/4.0 GHz 4+16 MB 180W 449$ 31. Aug. 2017
Alle Threadripper-Prozessoren kommen im Sockel TR4 daher und sind damit nur auf Mainboards mit AMDs X399-Chipsatz einsetzbar. Für die CPU-Modelle mit 250 Watt TDP dürfte noch eine explizite Freigabe durch den jeweiligen Mainboard-Hersteller notwendig werden. "PB" = Precision Boost 2, "unl." = unlocked.
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Hardware- und Nachrichten-Links des 19. Juni 2018

Die PC Games Hardware vermeldet die nunmehr komplette Streichung des nVidia-Vortrags zur Hot Chips 2018 (19. bis 21. August in Cupertino, Kalifornien), bei welchem ursprünglich über "NVIDIA's Next Generation Mainstream GPU" geredet werden sollte. Kurz nach der Entdeckung dieses Vortrag-Titels wurde jener Titel auf "TBD" (to be determined = noch festzulegen) geändert, was sicherlich Folge der entsprechende Presse-Berichterstattung war. Die jetzige Streichung könnte hingegen eher darauf hindeuten, das jener Vortrag noch zu früh für Turing kommt – üblicherweise setzt nVidia solcherart Vorträge erst dann an, wenn die zugrundeliegende Architektur bereits vorgestellt wurde. Damit bestätigen sich indirekt die letzten Aussagen über eine gewisse Turing-Verschiebung. Dabei könnte ein Paperlaunch durchaus nahe an den ursprünglichen Terminen stattfinden, die echte Marktverfügbarkeit von Turing-Grafikkarten rückt aber doch klar nach hinten. Darauf zeigt auch eine neue Aussage von Igor Wallossek von Tom's Hardware in unserem Forum hin:

So wie es jetzt aussieht, gibts den echten Hardlaunch deutlich später.
Quelle:  Igor Wallossek von Toms's Hardware @ 3DCenter-Forum am 19. Juni 2018

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Umfrage-Auswertung: Wie verbreitet ist die gleichzeitige Spiele-Nutzung von PC und Konsole?

Mit einer Umfrage von Mitte Mai wurde an dieser Stelle die Verbreitung von Spielekonsolen abgefragt. Jene sollte im sehr PC-zentrierten 3DCenter nicht gerade hoch liegen, insofern lassen sich aus dieser Umfrage ganz gewiß keine allgemeingültigen Aussagen ziehen. Interessant ist hieran einfach nur, inwieweit auch Spielekonsolen unter mehrheitlich PC-Gamern verbreitet sind. Dabei stellen die PC-only-Spieler mit 63,6% erst einmal die übergroße Mehrheit in dieser Umfrage, hinzu kommen noch 2,6% reine "Konsoleros". Damit bleiben 33,8% bzw. rund ein Drittel der Umfrage-Teilnehmer, welche in Fragen von Videospielen sowohl auf dem PC als auch auf Spielekonsolen unterwegs sind.

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