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Die Systemanforderungen zu Gears of War 4

Microsoft hat die PC-Systemanforderungen für das am 11. Oktober 2016 erscheinende Gears of War 4 bekanntgegeben. PC-Gamer werden bei diesem Titel zu einer UWP-App (und damit zu Windows 10 sowie dem Windows Store) gezwungen, logischerweise unterstützt der Titel damit (derzeit) nur DirectX 12. Ob es eventuell später eine DirectX 11 benutzende und damit auch unter Windows Vista/7/8 verwendbare Spielversion geben wird, wie kürzlich bei Quantum Break zu erleben, bliebe abzuwarten. Microsoft hat die offiziellen PC-Systemanforderungen in gleich drei Kategorien eingeteilt (Minimum, empfohlen und "ideal"), bleibt aber leider Erklärungen darüber schuldig, welche Auflösungen und Settings diese jeweils ergeben. Bei früheren UWP-Titeln galt die Empfehlung für FullHD mit 60 fps, die "idealen" Anforderungen hingegen für UltraHD mit 60 fps. Als Option bietet das Spiel im übrigen die Möglichkeit zu dynamischen Auflösungen, so daß bei bei hoher anliegender Rechenlast lieber die interne Renderingauflösung (kurzzeitig) reduziert wird, anstatt deswegen die Framerate einbricht.

Die abgeforderten Systemanforderungen zu Gears of War 4 sind einigermaßen hoch angesetzt, insbesondere auf Prozessoren-Seite scheint das Spiel leistungsfordern zu sein bzw. auf viele CPU-Rechenkerne zu stehen. Gleich einen FX-6300 oder einen Intel-Vierkerner als Minimum sind eher selten anzutreffen – allerdings werden selbige (echten) Vierkerner nun auch schon längere Zeit für Gaming-Systeme streng empfohlen. Die Grafikkarten-Anforderungen sind im Minimum mit Radeon R7 260X (Perf.Index 200%) oder GeForce GTX 750 Ti (Perf.Index 210%) dagegen von den allermeisten Gamern sicherlich zu erfüllen, während die Empfehlung mit Radeon R9 290X (Perf.Index 530%) oder GeForce GTX 970 (Perf.Index 510%) schon ziemlich nach oben geht, gerade wenn die Ziel-Auflösung hierfür wirklich nur FullHD sein sollte. Im Vergleich zu den Systemanforderungen für die PC-Spiele 2015/2016 gehen die Systemanforderungen zu Gears of War 4 noch nicht wesentlich über diesen Stand hinaus, liegen aber eben auch durchgehend schon am oberen Ende dieses Niveaus.

minimale Anforderungen empfohlene Anforderungen "ideale" Anforderungen
Ziel-Auflösung keine Angaben
Betriebssystem Windows Vista     Windows 7     Windows 8.0     Windows 8.1     Windows 10     Linux
32/64-Bit 32-Bit *unbekannt*     64-Bit
Prozessor AMD K10 4C
AMD K10 6C
AMD Bulldozer 4C
AMD Bulldozer 6C
AMD Bulldozer 8C
AMD Mainstream-APU 4C
Intel Core 2 Duo
Intel Core 2 Quad
Intel Celeron/Pentium (2C)
Intel Core i3 (2C+HT)
Intel Core i5 (4C)
Intel Core i7 (4C+HT)
Intel Core i7-E (6C/8C/10C)
AMD K10 4C
AMD K10 6C
AMD Bulldozer 4C
AMD Bulldozer 6C
AMD Bulldozer 8C  (ab ~4 GHz)
AMD Mainstream-APU 4C
Intel Core 2 Duo
Intel Core 2 Quad
Intel Celeron/Pentium (2C)
Intel Core i3 (2C+HT)
Intel Core i5 (4C)  (ab ~3.5 GHz)
Intel Core i7 (4C+HT)
Intel Core i7-E (6C/8C/10C)
AMD K10 4C
AMD K10 6C
AMD Bulldozer 4C
AMD Bulldozer 6C
AMD Bulldozer 8C
AMD Mainstream-APU 4C
Intel Core 2 Duo
Intel Core 2 Quad
Intel Celeron/Pentium (2C)
Intel Core i3 (2C+HT)
Intel Core i5 (4C)
Intel Core i7 (4C+HT)  (ab ~4 GHz)
Intel Core i7-E (6C/8C/10C)
RAM 8 GB 8 GB 16 GB + SSD
Festplatte 80 GB freier Festplattenplatz
Grafik-API DirectX 11     DirectX 12     OpenGL     Vulkan
Grafikkarte AMD Radeon HD 5000ab 5870 2GB
AMD Radeon HD 6000ab 6950 2GB
AMD Radeon HD 7000ab 7850 2GB
AMD Radeon R200ab 260X
AMD Radeon R300ab 370
AMD Radeon R400ab 460
nVidia GeForce 400ab 470
nVidia GeForce 500ab 560 Ti 2GB
nVidia GeForce 600ab 650 Ti "Boost"
nVidia GeForce 700ab 750 Ti
nVidia GeForce 900ab 950 SE
nVidia GeForce 1000ab 1060 3GB
AMD Radeon HD 5000
AMD Radeon HD 6000
AMD Radeon HD 7000
AMD Radeon R200ab 290X
AMD Radeon R300ab 390
AMD Radeon R400ab 480
nVidia GeForce 400
nVidia GeForce 500
nVidia GeForce 600ab Titan
nVidia GeForce 700ab Titan Black
nVidia GeForce 900ab 970
nVidia GeForce 1000ab 1060 6GB
AMD Radeon HD 5000
AMD Radeon HD 6000
AMD Radeon HD 7000
AMD Radeon R200
AMD Radeon R300ab Fury X
AMD Radeon R400
nVidia GeForce 400
nVidia GeForce 500
nVidia GeForce 600
nVidia GeForce 700
nVidia GeForce 900ab 980 Ti
nVidia GeForce 1000ab 1070
Grafik-RAM 2 GB 4 GB 4-6 GB
Anmerkung: Die angegebenen Anforderungen zu Prozessor und Grafikkarte stellen eine eigene Interpolation der offiziellen Anforderungen dar.
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Auch AMDs Tonga- und Fiji-Chips können bei der Performance leicht zulegen

In unserem aktuellen Grafikkarten-Marktüberblick kamen bei einigen 28nm-Modellen bereits neue Performance-Index-Werte zum Einsatz, welche vom bisher bekannten FullHD Performance-Index (leicht) abweichen. Hierbei geht es nicht um großartige Änderungen – aber wenn sich mittels einer Flut an Hardwaretests zum Launch der ersten 14/16nm-Beschleuniger die Gelegenheit bietet, sollte man natürlich immer auch die Performance älterer Grafikkarten neu überprüfen und gegenenfalls neue Index-Werte aufstellen. Bei den Hawaii-basierten Grafikkarten hatten wir dies bereits getan – der Launch der Radeon RX 470 bot dann die Gelegenheit, selbiges für die früheren Midrange-Lösungen GeForce GTX 960 sowie Radeon R9 380 & 380X zu tun. Hierbei konnte in etwa derselbe Vorteil für die AMD-Modelle wie beim Hawaii-Chip ermittelt werden, womit Radeon R9 380 & 380X in unserem Performance-Index jeweils 10 Indexpunkte hinzugewinnen:

FullHD 960 970 980 1060-6GB 380 380X 390X RX470 RX480-8GB
ComputerBase  (26 Tests) 69,2% (4GB) 107,5% 122,6% 121,5% 75,9% (4GB) 81,6% 122,6% 100% 115,3%
Golem  (8 Tests) - 109,1% 129,0% 122,5% - - - 100% 113,8%
Hardwareluxx  (10 Tests) 65,7% (2GB) 114,1% 128,5% 121,2% 81,6% (4GB) - 122,8% 100% 119,0%
HT4U  (21 Tests) 65% (2GB) 99% 120% 116% - 81% 111% 100% 109%
PC Games Hardware  (9 Tests) - 111,3% - 128,0% - 77,8% - 100% 114,4%
TweakPC  (23 Tests) 64,4% (2GB) 101,5% 118,5% 118,1% ~77,1% (4GB) ~81,0% ~117,2% 100% 109,1%
Tom's Hardware  (10 Tests) 66,9% (2GB) 113,2% - 122,6% 80,0% (4GB) - - 100% 114,2%
Guru3D  (11 Tests) 58,7% (2GB) 102,8% 122,2% 121,3% 69,3% (2GB) 82,8% 118,1% 100% 113,1%
TechPowerUp  (15 Tests) 69,8% (2GB) 114,6% 133,3% 134,4% 75,0% (2GB) - 124,0% 100% 121,9%
TechSpot  (10 Tests) 66,8% (4GB) 105,1% 124,1% 121,1% 76,6% (4GB) - 121,4% 100% 112,2%
PCLab  (13 Tests) 70,2% (4GB) 101,9% - - 75,1% (4GB) 78,4% - 100% 108,3%
Hardware.fr  (7 Tests) 68,8% (4GB) 107,2% - 123,9% - 81,1% - 100% 113,9%
(gewichteter) Durchschnitt aller Tests 70,9% 107,4% 125,7% 123,1% 77,4% 83,2% 121,3% 100% 115,6%
FullHD Performance-Index 340% 510% 600% 590% 370% 400% 580% 480% 550%
(Index-Änderung) - - - - (+10) (+10) - - -

Zu beachten wäre, daß der Performance-Index sich nunmehr immer an den Werten der jeweiligen 4-GB-Modelle ausrichtet, sofern verfügbar. Auf nur 2 GB Grafikkartenspeicher bezogen, müsste man heutzutage GeForce GTX 750 Ti, 950 und 960, Radeon R7 360 und 370 sowie Radeon R9 380 eigentlich schon abwerten – was wir allerdings nur wegen der unzureichenden Speicherbestückung nicht tun werden. Anderenfalls müsste man noch weiter zurückreichende Grafikkarten ebenfalls abwerten, bei Speicherbestückungen von nur 1 GB dann sogar in einem extremen Maßstab. Die ständige Neubewertung von Uralt-Hardware oder aber von Hardware, die eigentlich nur "Kinder ihrer Zeit" waren, ist aber nicht die Zielsetzung des Performance-Index' – vielmehr soll mit diesem abgebildet werden, wie die Grafikkarten zu ihrer Zeit untereinander standen und stehen. Neubewertungen sind wohl nur sinnvoll bei Grafikkarten, deren Release innerhalb der jeweils letzten anderthalb Jahre stattfand – oder wenn jene aktuell noch verkauft werden.

Ausgehend von diesen beiden Verbesserungen bei Tonga- und Hawaii-basierten Grafikkarten stellt sich natürlich die Frage, ob auch die Fiji-basierten Grafikkarten nun endlich bessere Leistungen erbringen können. Unter UltraHD ist dies augenscheinlich nicht der Fall, die Radeon R9 Fury X kommt nach wie vor je nach Test mal unterhalb und mal oberhalb der GeForce GTX 980 Ti heraus (beim Launch der GeForce GTX 1070 -0,5% gegen die Fury X, beim Launch der Titan X +1,0 für die Fury Y), deren gemeinsamer UltraHD Performance-Index von 100% steht (momentan) also nach wie vor. Langfristig dürften die Fiji-basierten Grafikkarten gerade unter UltraHD auch von ihrer eher knappen Speicherbestückung an weiteren Performancefortschritten behindert werden. Für die FullHD-Auflösung – wo die Fiji-basierten Grafikkarten sicherlich einigen Performance-Nachholbedarf haben – mussten dagegen aktuelle Benchmarks von Radeon R9 Nano, Fury und Fury X erst zusammengesucht werden, da jene gar nicht so oft angefertigt wurden.

FullHD 970 980 980Ti 390X Nano Fury Fury X
ComputerBase  (24 Tests) 87,7% 100% 124,4% 100,0% 104,9% 107,8% 115,9%
GameStar  (7 Tests) 84,0% 100% 122,3% 96,6% - 103,1% 109,9%
HT4U  (21 Tests) 82,5% 100% 114,2% 92,5% - 101,7% 106,7%
PC Games Hardware  (10 Tests) 83,1% 100% 119,9% 90,2% 96,1% - 107,3%
TweakPC  (23 Tests) 87,0% 100% - ~95% 99,8% 102,3% 109,0%
Guru3D  (11 Tests) 84,7% 100% 126,4% 97,2% 102,5% 104,1% 111,7%
TechPowerUp  (15 Tests) 86,3% 100% 120,3% 93,4% - 101,3% 108,8%
PCLab  (11 Tests) 85,4% 100% 125,6% 88,5% - 98,1% 106,0%
SweClockers  (11 Tests) 82,2% 100% 127,7% 99,0% 105,9% 108,9% 117,8%
Hardware.info  (13 Tests) 87,1% 100% 124,1% 94,7% - - 108,4%
(gewichteter) Durchschnitt aller Tests 85,3% 100% 124,1% 96,6% 101,8% 104,5% 112,1%
FullHD Performance-Index 510% 600% 750% 580% 610% 630% 680%
(Index-Änderung) - - - - (+10) (+10) (+10)

Dabei zeigt sich letztlich dasselbe Bild wie von den Tonga- und Hawaii-basierten Grafikkarten her bekannt: Die Fiji-basierten Grafikkarten legen unter FullHD ebenfalls leicht bei der Performance zu. Während dies jedoch bei den Tonga- und Hawaii-basierten Grafikkarten nicht zu kritisieren ist, hätte man sich von den Fiji-basierten Grafikkarten durchaus mehr erwarten können als nur Index-Zugewinne von jeweils gerade einmal 10 Indexpunkten (welche teilweise sogar nur durch Aufrundung erreicht wurden). Auch im Vergleich zur GeForce GTX 980 Ti, die ihren FullHD Performance-Index mit den Tests zum Launch der GeForce GTX 1070 von vorher 730% auf nunmehr 750% steigern konnte, sieht dies nicht wirklich überragend aus – relativ gesehen hat die Radeon R9 Fury X damit sogar (minimal) an FullHD-Performance gegenüber der GeForce GTX 980 Ti verloren. An den grundsätzlichen Performance-Verhältnissen ändern alle vorgenannten Index-Verschiebungen natürlich nichts, dafür sind jene in der Höhe zu gering. Es handelt sich hierbei einfach um eine Anpassung des 3DCenter FullHD Performance-Index' auf die neuen derzeit vorliegenden Benchmarks und Hardwaretests.

Generell gesprochen dürfte die festgestellte Performance-Verbesserung der Tonga-, Hawaii- und Fiji-basierten Grafikkarten in jeweils ähnlicher Höhe (beim Fiji-Chip etwas abgeschwächt) wohl nicht auf bessere Treiber seitens AMD zurückzuführen sein – sondern eher auf die ersten Auswirkungen von DirectX-12- und Vulkan-Titeln in den heutzutage angesetzten Benchmark-Sets. Trifft diese These zu, dann dürften AMD-Grafikkarten wie kürzlich zur Radeon RX 480 schon prognostiziert zukünftig wohl noch weiter zulegen können, natürlich im insgesamten Maßstab betrachtet in eher nur geringer Höhe. Die Grafikchips der ersten GCN-Generation (Cape Verde, Pitcairn und Tahiti) sind diesbezüglich etwas in Frage zu stellen, da dort die DirectX-12-Eignung noch etwas schwächer ausgeprägt ist – bei diesen Modellen kommt dann zudem schon Speicherknappheit limitierend hinzu. Aber alle AMD-Grafikkarten mit ausreichender Speichermenge und ab GCN2-Stand sollten eigentlich in Zukunft weiter leicht zulegen können. Wie gesagt wird dies ab einem gewissen Alter der Grafikkarten nicht mehr in unserem Performance-Index erfasst werden – wir werden dagegen sicherlich beobachten können, wie sich die Performance der Radeon RX 480 mit der Zeit entwickelt.

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AMD legt FX-Prozessoren mit 6/8 Kernen "Deux Ex: Mankind Divided" bei

Wohl als letzten Abverkaufsanreiz hat AMD ein neue Spielebundle aufgelegt, welches sich allein an die Käufer von FX-Prozessoren mit 6 oder 8 CPU-Rechenkernen richtet und das gerade neu erschienene "Deux Ex: Mankind Divided" enthält. Wie bisher bei den Prozessoren-Aktionen von AMD richtet sich das ganze nur an die Käufer von Boxed-Versionen – sowie zusätzlich an OEM-Hersteller, welche den betreffenden Gutschein ihrem jeweiligen Komplett-System beilegen können. Das neue Spielebundle soll bis zum 14. November laufen – oder bis die von AMD eingekauften Lizenzschlüssel allesamt weggegangen sind, je nachdem was zuerst eintrifft.

Wie üblich bei Spielebundle-Aktionen gilt auch hier, daß den genannten AMD-Prozessoren – gekauft bei einem an der Aktion teilnehmenden Händler – entsprechende Coupons beiliegen, welche auf einer speziellen AMD-Webseite eingelöst und damit in Download-Codes umgewandelt werden können. Bei der Hardware-Bestellung ist auf das Vorhandensein eines entsprechenden AMD-Coupons in der Angebotsbeschreibung zu kontrollieren, da nicht jeder Händler an dieser Aktion teilnimmt und selbst bei den teilnehmenden Händler nicht jedes Produktangebot Teil dieser Aktion sein muß.

Aktionszeitraum Inhalt des Spielebundles
Radeon R9 390 & 390X 1. November 2015 bis spätestens 31. Dezember 2015 Spiel "DiRT Rally"  (Einlöse-Webseite)
Radeon R9 Fury 17. November 2015 bis spätestens 31. Januar 2016 (verlängert bis zum 31. März 2016) Spiel "Star Wars Battlefront"  (Einlöse-Webseite)
Radeon R9 Fury X 14. Dezember bis spätestens 31. Januar 2016 (verlängert bis zum 31. März 2016) Spiel "Star Wars Battlefront"  (Einlöse-Webseite)
Radeon R9 390 & 390X
FX-6xxx & FX-8xxx Prozessoren
16. Februar 2016 bis spätestens 30. April 2016 Spiel "Hitman (2016)"  (Einlöse-Webseite)
Radeon R9 390 & 390X
FX-8xxx Prozessoren (boxed)
17. Mai 2016 bis spätestens 15. August 2016 Spiel "Total War: Warhammer"  (Einlöse-Webseite)
FX-6xxx & FX-8xxx Prozessoren 23. August 2016 bis spätestens 14. November 2016 Spiel "Deux Ex: Mankind Divided"  (Einlöse-Webseite)
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nVidia-Geschäftsergebnisse Q2/2016: Rekorde schon in einem zweiten Jahresquartal

Noch nachzutragen wäre nVidias zum Monatsmitte veröffentlichen Geschäftsergebnisse für das abgelaufene zweite Kalenderquartal 2016, welches bei nVidia allerdings dem zweiten Finanzquartal des Finanzjahres 2017 entspricht und abweichend vom Kalender über die Monate Mai, Juni und Juli läuft. In diesem Zeitraum hat nVidia mal wieder dick zugeschlagen: Der Umsatz kletterte um +23,9% zum Vorjahreszeitraum bzw. um +9,4% zum Vorquartal. Beim operativen Gewinn ging es um gleich +317% zum Vorjahreszeitraum bzw. um +29,4% zum Vorquartal nach oben, der nominelle Gewinn fiel mit +873% zum Vorjahreszeitraum bzw. +29,1% zum Vorquartal sogar nochmals besser aus. Speziell die Vergleiche beim Gewinn zum Vorjahreszeitraum sind natürlich etwas zweifelhaft, da jener Vergleichszeitraum in Form des zweiten Kalenderquartals 2015 hohe Einmalbelastungen gesehen hatte, die Gewinnzahlen jenes Quartals also untypisch für nVidia sehr niedrig lagen.

Q2/2015 Q3/2015 Q4/2015 Q1/2016 Q2/2016
Umsatz 1153 Mio. $ 1305 Mio. $ 1401 Mio. $ 1305 Mio. $ 1428 Mio. $
Gewinn 26 Mio. $ 246 Mio. $ 207 Mio. $ 196 Mio. $ 253 Mio. $
operativer Gewinn 76 Mio. $ 245 Mio. $ 252 Mio. $ 245 Mio. $ 317 Mio. $
Für Vergleichswerte zu AMD, Intel & nVidia zurück bis ins Jahr 2006 bitte klicken.

Nichtsdestotrotz kann man an den Vergleich mit den umherliegenden Quartalen sofort sehen, das nVidia auch unter Herausrechnung dieses Einmaleffekts satt beim Gewinn zugelegt hat: Grob 250 Millionen Dollar nominellen Gewinn gab es zuletzt (einmalig) in Vorkrisenzeiten im Jahr 2007, mehr als 300 Millionen Dollar operativen Gewinn hatte nVidia hingegen noch nie zu verbuchen. Insbesondere, das diese Zahlen schon in einem zweiten Jahresquartal erreicht werden konnten, spricht für ein exzellent laufendes Geschäft bei nVidia. Auch mit dem erreichten Umsatz konnte man letztlich eine neue Rekordmarke erreichen – und auch hier gilt wieder zu beachten, das üblicherweise erst das dritte und vierte Jahresquartal für solche Rekordmarken gut sind.

Durch die Einbeziehung des Monats Juli in diese Quartalszahlen sind in jenen natürlich schon gewisse Effekte der neuen Pascal-Grafikkarten enthalten. Insbesondere deren vergleichsweise hohe Preislagen dürften das nVidia-Geschäftsergebnis maßgeblich positiv beeinflußt haben. Den vollen Effekt dürfte man allerdings erst mit den nächsten Quartalszahlen sehen – für welche nVidia neue Umsatzrekorde anpeilt, welche mit 1,68 Milliarden Dollar Quartalsumsatz sogar deutlich über den bisherigen Rekordständen liegen. Sofern nVidia diese Zielsetzung erreichen kann, wäre sogar der Sprung auf über 6 Milliarden Dollar Jahresumsatz realistisch – nicht schlecht für ein Unternehmen, dessen Umsatz im Jahr 2015 erstmals knapp die 5-Mrd-Dollar-Marke genommen hatte.

Da das nVidia-Geschäft derart brummt, spielt immer noch keine Rolle, daß das mal als zweites Standbein gedachte Tegra-Geschäft immer noch unter ferner liefen rangiert: 166 Millionen Dollar Quartalsumsatz sind nicht schlecht, aber gewiß kein Aufbruch zu neuen Ufern und auch weiterhin nur für 11,6% des gesamten Quartalsumsatzes gut. Eher ist nVidia derzeit gut darin, das Grafikgeschäft noch besser als bisher im professionellen Segment zu melken: Mit Quadro- und Tesla-Grafikkarten setzte nVidia im abgelaufenen Geschäftsquartal immerhin schon 365 Millionen Dollar um, was gegenüber den mit GeForce-Grafikkarten erzielten 781 Millionen Dollar Umsatz schon sehr vernünftig aussieht – bedenkt man zudem die viel geringeren Stückzahlen im Quadro- und Tesla-Segment. Damit wird auch klarer, wie es sich für nVidia lohnen kann, den GP100-Chip (erstmals) als reinen HPC-Chip aufzulegen und nicht im Gamer-Segment zweitzuverwenden.

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Die Grafikchip- und Grafikkarten-Marktanteile im ersten Halbjahr 2016

Seitens der Marktforscher von Jon Peddie Research liegen neuen Zahlen zu den Grafikchip-Marktanteilen in den abgelaufenen ersten beiden Jahresquartalen vor. Im Gesamtmarkt aller Grafikchips, welcher üblicherweise von den in den heutigen PC-Prozessoren verbauten integrierten Grafiklösungen dominiert wird, liegt weiterhin Intel mehr als deutlich vorn – auf den Plätzen danach hat sich jedoch überraschendes getan: Der im letzten Jahr noch klare zweite Platz von nVidia ist inzwischen deutlich in Gefahr, denn während nVidia gerade im zweiten Jahresquartal klar abgebaut hat, konnte AMD über die gesamte erste Jahreshälfte ebenso klar zulegen. Derzeit liegen beide Grafikchip-Entwickler nur wenige Zehntelprozentpunkte auseinander – eine wie gesagt eher überaschende Entwicklung, denn rein von den Produkten her bot das erste Halbjahr 2016 nicht wirklich einen Anlaß für diese Entwicklung. Möglicherweise hat AMD endlich besseren Zugang zum OEM-Geschäft gefunden, eventuell spielen hier auch die mal mehr und mal weniger erfolgreichen Abverkaufsaktionen zu den 28nm-basierten Grafiklösung eine Rolle.

Q2/2015 Q3/2015 Q4/2015 Q1/2016 Q2/2016
AMD 10,7% 11,5% 11,8% 13,2% 13,5%
Intel 75,2% 72,8% 71,6% 70,1% 72,6%
nVidia 14,1% 15,7% 16,6% 16,7% 13,9%
Quelle: Jon Peddie Research

Noch erstaunlicheres hat sich dann im Markt der Grafikchips für Desktop-Grafikkarten getan. Hier konnte AMD seinen zuletzt schon zu sehenden Aufwärtstrend überaus eindrucksvoll fortsetzen: Von 21,1% zu 78,8% im vierten Jahresquartal 2015 ging es auf 22,8% zu 77,2% im ersten Jahresquartal 2016 auf nunmehr gleich 30% zu 70% im zweiten Jahresquartal 2016 für AMD nach oben. Damit ist man endlich weg von den eher destaströs aussehenden Marktanteilen unterhalb von 20% zum Jahresanfang 2015 – und sogar auf einem guten Weg, aus dieser guten Ausgangslage eventuell noch deutlich mehr machen zu können. In jedem Fall sieht die Sache (gemäß dieser Zahlen) nunmehr deutlich freundlicher für AMD aus, hier scheint die Arbeit der letzten Monate unter der veränderten Führung endlich Früchte getragen zu haben.

Q2/2015 Q3/2015 Q4/2015 Q1/2016 Q2/2016
AMD 18,0% 18,8% 21,1% 22,8% 30%
nVidia 81,9% 81,1% 78,8% 77,2% 70%
Quelle: Jon Peddie Research

Denn natürlich schließt diese Zahl die neu in den Markt gekommenen 14/16nm-Beschleuniger nur zum allergeringsten Teil mit ein, kamen jene zu spät im zweiten Quartal, um noch einen größeren geschäftlichen Eindruck hinterlassen zu haben. Damit muß aber auch bei dieser Statistik etwas offenbleiben, woher der große Zuwachs bei AMD nun gekommen sein mag – echte Gründe gibt es hierfür keine, da kann man eher nur spekulieren. Für das laufende dritte Quartal können wir uns hingegen gute Zahlen zugunsten von AMD vorstellen – wenngleich nVidia weiterhin der klare Marktführer bleiben wird, weil man derzeit einfach das schon (viel) vollständigere Produktportfolio innerhalb der 14/16nm-Generation aufbieten kann.

Im diesem Sinne passt dann auch der Hinweis auf die deutlich abweichenden Ergebnisse der Marktforscher von Mercury Research. Jene sehen zwar auch einen gewissen positiven Trend bei AMD, jener ist bei Mercury Research jedoch bei weitem nicht aus ausgeprägt wie bei Jon Peddie Research. So stehen die Verhältnisse im Gesamtmarkt bei Mercury Research auf 12,3% zu 16,1% zwischen AMD und nVidia – hierbei ist der zweite Platz von nVidia noch lange nicht in Gefahr. Und bei den Grafikchips für Desktop-Grafikkarten vermelden Mercury Research nur ein Verhältnis von 22,8% zu 77,2% zwischen AMD und nVidia – dies ist sehr deutlich abweichend von den 30% zu 70%, welche Jon Peddie Research notiert haben. Wer hier Recht haben mag, ist leider unmöglich zu bestimmen – aber an den deutlich voneinander abweichenden Zahlen kann man eventuell ablesen, wieviel Spielbreite in solcherart "Analysen" manchmal liegen mag.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 22./23. August 2016

Unser Forum zeigt einen nVidia GP100 Die-Shot, welchen nVidia im Rahmen der laufenden HotChips-Konferenz veröffentlicht hat. Interessant sind die damit sich ergebenden Größenangaben einzelner Bauelemente: So verbraucht nVidia für einen GP100-Shader-Cluster ganze 7,3mm² an Chipfläche – wobei man abweichend von früheren Angaben wiederum 128 Shader-Einheiten einem Shader-Cluster zuordnet, sprich von insgesamt 30 Shader-Clustern beim GP100-Chip ausgeht. Umgerechnet auf 64 Shader-Einheiten dürften dies also ~3,65mm² sein – was dann wiederum gar nicht so viel mehr ist als bei AMDs Polaris, welche auf ~3mm² Flächenbedarf pro Shader-Cluster (mit 64 Shader-Einheiten) geschätzt werden können. Dafür, das der GP100-Chip alle möglichen Profi-Features mitbringt, ist der Unterschied in diesem Fall eher gering. An einem anderem Punkt kann man hingegen gut das Wirken einer besseren Fertigungstechnologie sehen: Ein 1024 Bit breites HBM1-Interface kostet den Fiji-Chip noch ~10mm² in der 28m-Fertigung, nVidia kommt in der 14nm-Fertigung des GP100-Chips hingegen mit ~4,4mm² bei einem genauso 1024 Bit breiten HBM2-Interface aus. Daneben wird noch eifrig diskutiert, wo auf diesem Die-Shot nun welche Bauteile zu sehen sind – mit allerdings noch unterschiedlichen Auslegungsvarianten.

Im Abverkauf der 28nm-basierten Grafikkarten gibt es derzeit interessante Aktionen einiger Online-Händler, welche sich augenscheinlich auf einen einzelnen Preispunkt für verschiedene 28nm-Boliden geeinigt haben – und nachfolgend sehr viele dieser Karten auch von unterschiedlichen Grafikkarten-Hersteller zu diesem jeweiligen Festpreis anbieten. Zu sehen ist dies bei der GeForce GTX 980 für 299 Euro, der Radeon R9 Fury für 349 Euro sowie der Radeon R9 Fury X samt der GeForce GTX 980 Ti für beiderseits 399 Euro. Gemeinsam ist allen diesen Abverkaufsangeboten zum Festpreis, das die nachfolgenden Preise anderer Onlinehändler meist sehr viel teurer sind, das diese Karten faktisch nur zu diesen Festpreisen sinnvoll sind. Technisch gibt es eine solch konzentrierte Aktion auch bei der GeForce GTX 970 für 239 Euro – aber bei dieser Karte gibt es abweichend von den anderen Karten auch schon einige andere Händlerangebote, welche nochmals tiefer gehen. Wie im aktuellen Grafikkarten-Marktüberblick schon ausgedrückt, kommt derzeit allerdings keines dieser 28nm-Abverkaufsangebote preislich in eine Position, wirklich zwingend gegenüber den vorhandenen 14/16nm-Angeboten zu sein.

Derweilen kommt aus unserem Forum eine gewisse Kritik an den zur Radeon RX 480 8GB im jüngsten Grafikkarten-Marktüberblick notierten Preisen: Jene sind aktuell schon wieder etwas höher als im Marktüberblick notiert – nicht mehr bei 260-290 Euro, sondern eher erst bei 270-300 Euro, mit nicht einmal reinen (nicht lieferbaren) Preisnotierungen darunter. Hier liegt leider wohl ein kurzfristiger Marktumschwung zugrunde, bei welchem die zum Wochenstart tatsächlich noch verfügbaren Angebote der Radeon RX 480 8GB von ab 260 Euro augenscheinlich so schnell abverkauft wurden, das jene zur Wochenmitte nicht mehr verfügbar sind. Der Marktüberblick wurde mit Preislage Montag und Dienstag morgens erstellt, zu diesen Zeitpunkten war die vorgenannte Preislage zur Radeon RX 480 8GB tatsächlich noch präsent. Aber weil die derzeitig zu sehenden 270-300 Euro auch eher dem entsprechen, was die Radeon RX 480 8GB in den letzten Wochen gekostet hat, haben wir dies nachträglich doch noch einmal im Artikel und den Diagrammen geändert – weil dieser etwas höhere Preispunkt besser zum allgemeinen Preisgefühl bei dieser AMD-Grafikkarte passt.

Vom Guru3D kommt der erste Test einer GeForce GTX 1060 3GB – natürlich ausgeführt in Form einer ab Werk übertakteten Karte (mit zudem klar nach oben gesetztem Power-Limit), was jetzt nicht unbedingt zu einer allgemein verwendbaren Aussage führt. Im Test von Guru3D lief jene Karte um immerhin ~9% langsamer unter FullHD als eine reguläre GeForce GTX 1060 6GB – recht erstaunlich angesichts des eher geringen Hardware-Abstands von -11,1% und der Möglichkeit des nVidia-Chips, dies angesichts des dynamischen Boosttakts durch höhere real anliegende Chiptaktraten teilweise wieder auszugleichen. Hier dürfte die geringere Speichermenge sicherlich ihre Rolle gespielt haben – in den Tests unter höheren Auflösungen als FullHD kann man dann auch sehen, wo die 3-GB-Karte sehr viel deutlicher unterhalb der regulären 6-GB-Version herauskommt, die Speichermenge dann also wirklich schon limitiert. Eine echte Aussage zur Kartenperformance ist dieser Test aufgrund der Werksübertaktung noch nicht, genauso wenig wird hierbei die Frage erschöpfend beantwortet, ob man die GeForce GTX 1060 3GB wenigstens unter FullHD wirklich gut verwenden kann. Hier werden weitere Tests zum Thema hoffentlich noch erhellendes bringen.

Golem und Heise haben sich nVidias Parker-SoC angesehen, mittels welcher nVidia primär im Autoelektronik-Geschäft punkten will. Hier finden die von nVidia lange Zeit entwickelten "Denver" CPU-Kerne (in ihrer zweiten Version) dann auch ihre Anwendung, nachdem deren Übernahme ins Smartphone/Tablet-Geschäft wegen nVidias Rückzug aus dem Smartphone-Geschäftszweig nicht mehr zustande kam. Mit Denver wollte nVidia einstmals eine Hochleistungs-Architektur auf ARM-Basis erschaffen, hatte aber seinerzeit sicher nicht mit dem faktisch nicht vorhandenem Bedarf für so etwas in Smartphone/Tablet-Gefilden gerechnet – und dürfte nun froh sein, diese Entwicklung in der Autoelektronik-Sparte unterbringen zu können. Daneben spekulieren Golem noch über die bei der Parker/Denver-basierten Autoelektronik-Lösung "Drive PX2" benutzten (extra) Grafiklösung: Laut deren Rechnung könnte nun sogar ein GP107-Chip reichen – was aber knapp werden würde, auf immerhin 768 Shader-Einheiten müssten dann gleich 1627 MHz Chiptakt anliegen, bei nur 640 Shader-Einheiten sogar 1953 MHz Chiptakt (unter der Annahme, das wirklich nur 5 TeraFlops von den zwei extra Grafikchips zu erbringen sind).

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