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Hardware- und Nachrichten-Links des 19./20. Februar 2018

Golem und das japanische PC Watch (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) beschäftigen sich mit dem Prototyp eines dedizierten Intel-Grafikchips, welcher von Neu-Mitarbeiter Raja Koduri bei der Halbleiterkonferenz ISSCC 2018 gezeigt wurde. Hierbei handelt es sich um einen reinen Testchip – geschaffen nicht zur Demonstration der technischen Möglichkeiten, sondern zur Erprobung diverser Details. Somit darf man auch nicht besonders ernst nehmen, das jener Testchip nur auf Intels Grafik-Generation 9 (Skylake) lief, die später wirklich als dedizierte Grafikchips erscheinenden Intel-Produkte werden wohl der Grafik-Generation 12 (Codename "Arctic Sound", wahrscheinlich in Tiger Lake verbaut) (und nachfolgenden) angehören. Auch die verbauten nur 18 Execution Units (EU) fallen in diese Kategorie – für Intel war an diesem am Ende nur 64mm² großen Testchip nicht dessen Performance interessant, sondern vielmehr die verbauten neuen Features. Dazu gehören u.a. eine verbesserte Version der Exceution Units sowie integrierte Spannungsregler, welche die Chipteile viel feiner einzeln an- und ausknipsen (aka mit Strom versorgen) können. Es handelt sich in der Summe einfach nur um einen Arbeitsnachweis seitens Intel, das man das Thema von dedizierten Grafikchips auch wirklich ernsthaft angeht – und dabei auch nicht einfach nur aufgepumpte Versionen seiner bisherigen integrierten Grafiklösungen auflegen will, sondern sich richtiggehend mit dem Thema eines Grafikchip-Designs beschäftigt.

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Erster Benchmark eines Ryzen 5 2600 zeigt auf 5-9% Mehrperformance bei Pinnacle Ridge (Zen+)

Für einige mediale Aufregung sorgt derzeit ein erster Benchmark-Wert eines Ryzen 5 2600 Prozessors der "Zen+" Generation, welcher in der Geekbench Benchmark-Datenbank erspäht wurde – und gemäß einiger Beobachter um satte 15-32% schneller als ein Ryzen 5 1600 aus der originalen Zen-Generation sein soll. Angesichts von jeweils 200 MHz mehr Base- und Turbo-Takt (+6%) zwischen diesen ansonsten mit der gleichen Hardware bestückten Prozessoren wäre dies in der Tat ein sehr erheblicher Zugewinn – allerdings aufgrund dessen, das Zen+ gegenüber dem originalen Zen kaum Architektur-Änderungen haben soll, auch schon wieder geradezu unwahrscheinlich viel. Allerdings scheint bei manchen dieser Meldungen eher das Interesse an der knalligen Überschrift überwogen zu haben, denn der tiefere Blick in die Geekbench Benchmark-Datenbank auf der Suche nach Resultaten zum Ryzen 5 1600 offenbart, das es hier durchaus gutklassige Ergebnisse gibt, welche viel näher an das (einzelne) Resultat des Ryzen 5 2600 herankommen:

Ryzen 5 1600 Ryzen 5 2600 Differenzen
Technik Summit Ridge (Zen), 14nm, 6C +SMT, 3 MB L2 & 16 MB L3 Pinnacle Ridge (Zen+), 12nm, 6C +SMT, 3 MB L2 & 16 MB L3 minimalste Architektur-Verbesserungen
Taktraten 3.2/3.6 GHz + XFR 3.4/3.8 GHz + XFR +200 MHz Base- und Turbo-Takt
Geekbench 4 SingleThread 4037 4269 +5,7%
Geekbench 4 MultiThread 18420 20102 +9,1%
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Hardware- und Nachrichten-Links des 17./18. Februar 2018

Die Launchreviews zu Raven Ridge haben sich mehrheitlich um einen Punkt herumlaviert, welcher vorab als durchaus relevant angesehen wurde – inwiefern Raven Ridge gleich Spectre-2-bezogene Patches bzw. in diesem Fall Microcode-Fixes ab Werk mit an Bord hat. Echte Änderungen an der Prozessoren-Architektur sind natürlich (derzeitig) eine Illusion, denn erste Modelle von Raven Ridge wurden bereits im letzten Oktober vorgestellt, zudem benötigen Hardware-Änderungen im CPU-Bereich viele Monate, selbst wenn es sich nur um triviale Bugfixes handelt. Mehr als Microcode-Fixes ab Werk wären für AMD also nicht möglich gewesen – aber auch die hat es bei Raven Ridge nicht gegeben, Raven Ridge kommt somit ohne jede diesbezügliche Fixes in den Markt. Auch in diesem Fall ist AMD allerdings aus rein technischer Sicht zu verteidigen, denn derzeit forscht AMD noch an den gegenüber der Spectre-Sicherheitlücke nötigen Änderungen für die allerersten Zen-basierten Prozessoren – und erst nach Abschluß dieser Arbeit kann es dann zu entsprechenden Microcode-Fixes für alle Zen-basierten Prozessoren kommen.

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Zu welchem System geht die langfristige Tendenz der Windows-Gamer (2018)?

In Bezugnahme auf die kürzliche Meldung zu "Windows Core OS" wiederholen wir hiermit eine 2016er Umfrage zur zukünftigen Entwicklung der Betriebssysteme bzw. Plattformen für (bisherige) Windows-Gamer. Denn mittels "Windows Core OS" zeigt Microsoft, das die früheren Vermutungen zu einem grundsätzlichen Umbau von Windows hin zu einer fast reinen UWP-Angelegenheit keine Schwarzmalerei waren, sondern tatsächlich den Planungen Microsofts entspricht. Nicht verschwiegen werden soll allerdings, das es mittels Windows 10 Pro auch weiterhin eine Plattform zu (einwandfreien) Ausführung reiner Win32-Programme geben wird – was sich allerdings auch irgendwann einmal von selbst erledigen könnte, wenn die breite Masse nur noch auf Windows 10 Vanilla mit nur noch der Möglichkeit zu UWP-Apps unterwegs ist. Das ganz ist natürlich weit in die Zukunft gedacht und hat kurz- und mittelfristig kaum Auswirkungen – es geht allein um die Frage, was in weiter entfernter Zukunft sein wird, wenn Microsoft diese nun offengelegten Planungen auch tatsächlich umgesetzt hat.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 16. Februar 2018

Aus unserem Forum kommt ein exzellenter Hinweis zur Erklärung von nVidia Turing: Danach gab es schon früher das Gerücht seitens Fudzilla, nVidia würde dieses Jahr mit zwei großen (neuen) Chips antreten – mit einer klaren Trennung zwischen Gaming- und AI-Aufgabenstellung. Seinerzeit wurde schon Ampere für die Gaming-Schiene genannt, nur der Codename "Turing" tauchte noch nicht auf – dafür aber eine Erklärung, wofür das Chip gedacht sei: Als Ersatz der bisher GPU-basierten Lösungen für selbstfahrende Autos für das kommende "Drive PX Pegasus". Bisher hatte nVidia für diesen Zweck Midrange-GPUs in doppelter Ausführung verwendet, mittels Drive PX Pegasus will man nun jedoch einen massiven Sprung bei der Tensor-Core-Performance machen. Sofern man hierfür nicht einen der (teuren) HPC-Chips opfern will, würde ein extra nVidia-Chip für dieses Marktsegment Sinn ergeben – denn inzwischen sind dessen Anforderungen (mehr Tensor-Power) abweichend genug, um mit den anderen nVidia-Chips nicht mehr wirklich gut bedient werden zu können.

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nVidia Geschäftsergebnisse Q4/2017: Erneut durchgehend neue Rekordwerte für Quartal und Jahr

Grafikchip-Entwickler nVidia hat seine Geschäftsergebnisse für das vierte Kalenderquartal 2017 sowie das Kalenderjahr 2017 vorgelegt. Abweichend vom Kalender handelt es sich bei nVidia um das vierte Geschäftsquartal 2018, laufend von November 2017 bis Januar 2018, sowie das Geschäftsjahr 2018, laufend von Februar 2017 bis Januar 2018. Die gewisse Abweichung vom Kalenderverlauf ist insofern relevant, als daß ein viertes Geschäftsquartal bei nVidia immer den nominell schwachen Monat Januar umfaßt – und damit wenig dazu taugt, zum besten Jahresquartal zu werden. Abweichend von dieser Grundregel hat nVidia es (wie auch schon das letzte Jahr) geschafft, im vierten Kalenderquartal 2017 neue absolute Rekordwerte für Umsatz und Gewinn aufzustellen. Der Umsatz kletterte dabei auf 2911 Mio. Dollar, dies sind +10,4% mehr als im Vorquartal sowie satte +34,0% mehr als im Vorjahreszeitraum. Der nominelle Gewinn stieg mit 1118 Mio. Dollar erstmals über die Milliarden-Marke, dies sind +33,4% mehr als im Vorquartal sowie +70,7% mehr als im Vorjahreszeitraum. Beim operativen Gewinn sieht es mit 1073 Mio. Dollar sowie Zugewinnen von +20,0% bzw. 46,4% ähnlich rosig aus.

Q4/2016 Q1/2017 Q2/2017 Q3/2017 Q4/2017
Umsatz 2173 Mio. $ 1937 Mio. $ 2230 Mio. $ 2636 Mio. $ 2911 Mio. $
Gewinn 655 Mio. $ 507 Mio. $ 583 Mio. $ 838 Mio. $ 1118 Mio. $
operativer Gewinn 733 Mio. $ 554 Mio. $ 688 Mio. $ 895 Mio. $ 1073 Mio. $
Für Vergleichswerte zu AMD, Intel & nVidia zurück bis ins Jahr 2006 bitte klicken.
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Hardware- und Nachrichten-Links des 15. Februar 2018

Bei Digital Trends wird der kürzlich genannte Codename "Turing" für einen kommenden nVidia-Chip klar in Richtung einex expliziten Cryptomining-Produkts ausgelegt – welches gemäß Digital Trends nicht einmal auf einer extra Architektur basieren muß, da "Turing" nur der Codename für dieses Projekt, den einzelnen Chip oder eine explizite Grafikkarten-Serie fürs Cryptomining sein könnte. Dies ist durchaus sinnig und könnte daher durchaus so zutreffen – zweifelhaft ist eher die weitere Berichterstattungen über diese Meldung, welche deren Aussagen oftmals leider gleich als "Fakt" darstellt. Digital Trends haben mit ihrer Meldung aber auch nur eine Auslegung der derzeit bekannten Gerüchtelage erstellt, welche egal ob man auf Turing oder Ampere schaut, nirgendwo richtig belastbar belegt ist. Da sollte man an dieser Stelle schon genau lesen, ehe man fest behauptet, Turing wäre laut Digital Trends ein extra Cryptomining-Produkt – dies ist eine schlichte Annahme, denn Bestätigungen oder selbst Gerüchte sehen anders aus. Natürlich ist selbige Annahme naheliegend, würde sich zudem auch nicht mit anderen Aussagen der Gerüchteküche beißen. Im Fall des Falles wäre die spannende Frage hierzu dann, ob nVidia mittels Turing einen richtiggehend extra Cryptomining-Chip auflegt – oder doch "nur" extra Cryptomining-Grafikkarten basierend auf den Ampere-Chips.

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Neue Intel-Roadmap zeigt kommende HEDT/Server-Linien Coffee Lake-E und Cascade Lake

Auf der Bilder-Plattform Imgur ist eine (augenscheinlich authentische) Intel-Roadmap aufgetaucht, welche die kommende Weiterentwicklung bei Intels Prozessoren primär aus dem Blickwinkel der Server/Workstation-Linien wiedergibt. Aus Sicht der normalen PC-Anwenders interessant sind hierbei zuerst "Coffee Lake-S", hinter welchem sich die regulären Desktop-Modelle von Coffee Lake verbergern und welches in dieser Roadmap erst zum Anfang des zweiten Quartals 2018 eingezeichnet wird. Dies deutet (erneut) darauf hin, das der einstmals für den Jahresstart 2018 angedachte Start der zweiten Welle von Coffee Lake (die ersten Coffee-Lake-Modelle stehen entgegen dieser Roadmap bekannterweise schon seit Monaten im Markt) sich nun doch noch etwas verschiebt – sei es, weil Intel hierfür noch mehr vorproduzierte CPUs in der Hinterhand halten will, oder weil man jene Prozessoren dann unbedingt direkt mit Spectre-2-bezogenen Microcode-Updates ab Werk auszuliefern wünscht (und dafür einfach noch etwas mehr Zeit benötigt).

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Hardware- und Nachrichten-Links des 14. Februar 2018

Bei Tom's Hardware ist man in zwei Artikeln der alten Frage nach Stabilitäts- und Stresstests für das PC-System nachgegangen – einmal nur für die Grafikkarte und einmal für den Prozessor bzw. das Gesamtsystem. Vorgestellt werden hierbei Testmethoden und dann sehr ausführlich die zur Verfügung stehende Test-Software, welche das System möglichst maximal auszulasten versucht. Interessant sind dabei die kleinen Differenzen zwischen GPU- und CPU-Tests, wenn man speziell nach dem höchsten möglichen Overclocking-Takt sucht: Im CPU-Bereich reichen die theoretischen Tester komplett zur Stabilitäts-Beurteilung aus, ist mit normalen Anwendungen sowieso nicht eine solche Last zu erzeugen, welche das System reproduzierbar in Grenzbereiche befördert. Im Grafik-Bereich sind es dann jedoch nicht mehr die theoretischen Tester, welche als erste auf zu hohe Taktraten hinweisen – sondern hingegen die Anwendungen, sprich die Spiele selber, welche manchmal noch viel sensibler reagieren. Für Grafikkarten-Übertakter bedeutet dies, das bei einer versuchten Maximal-Übertaktung dann eben doch immer auch ein paar Spiele-Titel zum Stabilitätstest mit herangezogen werden müssen, egal wie umständlich dies manchmal sein mag.

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Die Systemanforderungen zu Kingdom Come: Deliverance

Die Steam-Webseite zu Kingdom Come: Deliverance nennt nunmehr die finalen PC-Systemanforderungen für das neue Action-RPG-Spiel auf Basis von DirectX 11 seitens des tschechischen Entwicklerstudios "Warhorse Studios", welches seit dem 13. Februar im Handel erhältlich ist. Dessen Systemanforderungen wurden zwar bereits schon im letzten August genannt, waren seinerzeit aber noch vorläufig – und haben sich tatsächlich bis zum finalen Release noch verändert, bei der benötigten Menge an PC-Hauptspeicher ging es deutlich nach oben: Im August 2017 wurden hierbei noch minimal 6 GB abgefragt sowie 8 GB empfohlen, im Januar 2018 lautete dies bereits auf 6 bzw. 12 GB, um jetzt im Februar 2018 auf 8 bzw. 16 GB angewachsen zu sein. Der benötigte Festplatten-Platz für das Spiel hat sich zudem seitdem von 30 GB auf 40 GB leicht erhöht, die restlichen Systemanforderungen sind dann allerdings deckungsgleich zum Stand vom letzten August.

Minimum Empfohlen
OS Windows 7 64-Bit, DirectX 11, 40 GB Platzbedarf
CPU Core i5-2500K oder Phenom II X4 940 * Core i7-3770 oder FX-8350 *
Speicher 8 GB RAM 16 GB RAM
Gfx GeForce GTX 660 oder Radeon HD 7870 GeForce GTX 1060 oder Radeon RX 580
* sehr fragwürdig, ob sich die offiziellen Angaben bezüglich der AMD-Prozessoren in der Praxis halten lassen
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