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Launch der Radeon RX 590: Erste Testberichte gehen online

Mit der Radeon RX 590 bringt AMD zum dritten Mal eine Grafikkarte im Vollausbau des (inhaltlich identischen) Polaris 10/20/30 Grafikchips – mehr als zwei Jahre nach dem eigentlichen Start der Polaris-Generation. Als einzigen echten Unterschied gibt es mehr Chiptakt, welcher mit +15-17% zur vorhergehenden Radeon RX 580 sicherlich kräftig zulegt, seine Schlagkraft mangels einer Erhöhung der Speicherbandbreite allerdings erst einmal beweisen muß. Diesen Punkt gehen derzeit die erneut zahlreichen Launchreviews zur Radeon RX 590 an, neben des Vergleichs zur Radeon RX 580 gibt es damit auch wieder einmal einen aktualisierten Midrange-Vergleich zwischen AMDs Radeon RX 580/590 und der GeForce GTX 1060 6GB von nVidia. Was die Launch-Reviews für ein gemitteltes Performance-Bild aufzeigen, wird Thema der später erscheinenden Launch-Analyse sein – für den Augenblick haben erst einmal die Launch-Reviews ihren Auftritt bzw. kann man den Launch in unserem Forum diskutieren.

Radeon RX 480 Radeon RX 580 Radeon RX 590
Chip Polaris 10 (14nm) Polaris 20 (14nm) Polaris 30 (12nm)
Taktraten 1120/1266/4000 MHz 1257/1340/4000 MHz (+6-12%) 1469/1545/4000 MHz (+15-17%)
TDP 150W (TBP) 185W (TBP) 225W (TBP)
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Hardware- und Nachrichten-Links des 14. November 2018

Bei HD Tecnologia hat man jene AMD-Präsentationsfolien zur Radeon RX 590 geleakt, auf welche sich Videocardz mit deren Bericherstattung zu Spezifikationen & Benchmarks zur Radeon RX 590 bereits bezogen haben. Selbige AMD-eigenen Benchmarks sind nach wie vor in Frage zu stellen, da die hierbei skizzierten Performance-Gewinne der Radeon RX 590 einfach als übermäßig angesichts der Hardware-Daten erscheinen (fps-Gewinn oberhalb von Mehrtakt, ohne jedes Stück Speicherbandbreite mehr). Aber auch schon im Vergleich Radeon RX 480 zu 580 dichtet sich AMD mit diesem Benchmarks unrealistisches an: Angeblich soll es um +9,2% zwischen beiden Karten nach oben gehen – und dies ist noch ohne Call of Duty: Black Ops 4 gerechnet, wo (angeblich) 69 zu 103 fps herauskommen sollen. Der reale Performanceabstand zwischen Radeon RX 480 und 580 beträgt (auf gleicher Speichermenge) allerdings nur +5%, die von AMD ermittelte Differenz passt viel eher zum (unseriösen) Vergleich von Radeon RX 480 4GB gegen Radeon RX 580 8GB.

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Offizielle Spezifikationen, Listenpreis und AMD-Benchmarks zur Radeon RX 590 aufgetaucht

Bei Videocardz hat man augenscheinlich die offizielle Präsentation zum kommenden Launch der Radeon RX 590 einsehen können – und zitiert daraus Spezifikationen, Listenpreis und AMD-eigene Benchmarks dieser neuen Midrange-Karte. Selbige tritt auf dem Polaris 30 Grafikchip an, welcher gegenüber dem Polaris-10-Chip eine unveränderte Hardware in allerdings der 12nm-Fertigung aufbietet. Daraus resultiert ein Taktratensprung gegenüber der Radeon RX 580 von 1257/1340/4000 MHz auf nunmehr 1469/1545/4000 MHz bei der Radeon RX 590. Dies sind beim Chiptakt 15-17% mehr, der Speichertakt und damit die Speicherbandbreite bleiben allerdings identisch und dürften somit den Performance-Effekt dieses durchaus beachtlichen Mehrtakts etwas limitieren. Es gibt offiziell nur eine 8-GB-Variante der Karte, welche mit einem Listenpreis von 279 Dollar um genau 50 Dollar teurer (+22%) als die Radeon RX 580 8GB in den Ring steigen wird. Vermutlich wird es kein Referenzdesign von AMD geben, sondern AMD diesen Job komplett den Grafikkarten-Herstellern überlassen – welche jetzt schon an vielen werksübertakteten Varianten feilen.

GeForce GTX 1060 6GB Radeon RX 580 4GB Radeon RX 580 8GB Radeon RX 590
Chipbasis nVidia GP106 (16nm) AMD Polaris 10 (14nm) AMD Polaris 10 (14nm) AMD Polaris 30 (12nm)
Technik 2 Raster-Engines, 1280 Shader-Einheiten, 80 TMUs, 48 ROPs, 192 Bit GDDR5-Interface (Vollausbau) 4 Raster-Engines, 2304 Shader-Einheiten, 144 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit GDDR5-Interface (Vollausbau) 4 Raster-Engines, 2304 Shader-Einheiten, 144 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit GDDR5-Interface (Vollausbau) 4 Raster-Engines, 2304 Shader-Einheiten, 144 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit GDDR5-Interface (Vollausbau)
Taktraten 1506/1708/4000 MHz 1257/1340/3500 MHz 1257/1340/4000 MHz 1469/1545/4000 MHz
Speicherbausbau 6 GB GDDR5 4 GB GDDR5 8 GB GDDR5 8 GB GDDR5
off. Verbrauch 120W (GCP) 185W (TBP) 185W (TBP) ?
FullHD Perf.Index 590% 560% 580% ?
Listenpreis 249$ - 229$ 279$
Straßenpreis 220-260 Euro 185-220 Euro 200-240 Euro ?
Release 19. Juli 2016 18. April 2017 18. April 2017 15. November 2018
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Die Systemanforderungen zu Fallout 76

Die offizielle Spiele-FAQ notiert die PC-Systemanforderungen für das am heutigen 14. November 2018 in den Handel gehende Action-RPG "Fallout 76". Der neunte Teil der Fallout-Serie kommt wieder von Spieleentwickler und -publisher Bethesda und benutzt erneut die Haus-eigene Creation-Engine, welche wie bekannt auf DirectX 11 aufsetzt. Das Minimum ist mit Core i5-6600K oder Ryzen 3 1300X auf 8 GB Hauptspeicher samt GeForce GTX 780 3GB oder Radeon R9 285 2GB ziemlich gehaltvoll für eine minimale Hardware-Ausstattung, denn trotz das dies nicht über das Niveau heutiger Mainstream-Hardware hinausgeht, gibt es bis dato noch kein Spiel, was minimal gleich eine GeForce GTX 780 sehen will – dies ist eine Grafikkarte auf immerhin dem größten Kepler-Chip (GK110), wenn auch als teil-deaktivierte Lösung. Mit aktueller Hardware könnte man diese Performance vermutlich auf Core i3-8100 oder Ryzen 3 1300X samt GeForce GTX 1050 Ti oder Radeon RX 470 genauso erreichen – nicht wirklich weltbewegendes, aber dennoch (gerade auf Grafikkarten-Seite) eben keine Hardware der Einsteiger-Klasse mehr.

Minimum Empfohlen
OS Windows 7 64-Bit, DirectX 11, 60 GB Platzbedarf
CPU Core i5-6600K oder Ryzen 3 1300X Core i7-4790 oder Ryzen 5 1500X
Speicher 8 GB RAM 8 GB RAM
Gfx GeForce GTX 780 3GB oder Radeon R9 285 2GB GeForce GTX 970 4GB oder Radeon R9 290X 4GB
(rein offizielle Systemanforderungen)
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Hardware- und Nachrichten-Links des 13. November 2018

Mit einem Statement gegenüber Notebookcheck ist AMD in der Frage der IPC-Zugewinne von Zen 2 auf die Bremse getreten. Man erklärt hierbei, das die (selber) ausgemessenen +29,4% unter einer spezifischen Aufgabenstellung aus dem Finanzbereich zustandekommen – und damit nicht zu verallgemeinern sind. Ähnliches war bereits zu erwarten, denn jene +29% (gegenüber Zen 1) sind einfach zu viel für eine reine Architektur-Optimierung, dies würde eher denn einer neuen Architektur entsprechen. Sicherlich kann AMD hierbei auch gut von der (nominell) verdoppelten FPU-Performance profitieren – wobei selbige natürlich auch andere Benchmarks beeinflußen kann, dies hängt einfach davon ab, wieviel FPU-Code die jeweilige Anwendung trägt. Man kann somit jene +29% als einen Bestcase ansehen – und davon ausgehend schätzen, das es im Durchschnitt auf 10-15% mehr IPC-Performance hinauslaufen könnte. Dies wäre immer noch sehr stattlich, denn gemeinsam mit dem erwarteten Taktratenschritt sollte somit auf angenommen 4.5 GHz eine insgesamte Performance-Steigerung von +35-40% gegenüber Zen 1 herauskommen (entspricht ca. +20-25% gegenüber Zen+).

The data in the footnote represented the performance improvement in a microbenchmark for a specific financial services workload which benefits from both integer and floating point performance improvements and is not intended to quantify the IPC increase a user should expect to see across a wide range of applications.
Quelle:  AMD-Statement gegenüber Notebookcheck vom 13. November 2018

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Launch von Intels Core X Refresh: Erste Testberichte gehen online

Mit deutlich weniger Aufwand & Aufsehen als seinerzeit bei den ersten Core X Prozessoren hat Intel nunmehr deren Refresh in den Markt entlassen. Der Core-X-Refresh an HEDT-Prozessoren basiert auf dem Skylake-X-Refresh, welcher ohne jedes neues Stück Silizium daherkommt. Hardware-Änderungen gab es allein bezüglich der Rückkehr der Verlötung sowie den gebotenen Taktraten, welche zwischen 200-400 MHz höher als beim Original liegen. Hinzu kommt, das es wegen der neuen Situation bei Intels Consumer-Prozessoren keinerlei HEDT-Modelle unterhalb von 8 CPU-Kernen mehr gibt, damit entfällt auch ein Nachfolger für die sowieso nie wirklich gut aufgenommenen Kaby-Lake-X-Prozessoren. Leider unterstützt Intel diesen Hardware-Launch nur arg unterdurchschnittlich – fast so, als wolle man gar nicht mehr über seine HEDT-Prozessoren sprechen. So gibt es derzeit nur eine Handvoll englischsprachiger Hardwaretests, welche sich zudem ausschließlich auf den 18-Kerner Core i9-9980XE beziehen.

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AMD wird definitiv auf RayTracing reagieren

Das japanische 4Gamer (via TechPowerUp) konnte in einem Artikel zu Vega 20 aus AMDs David Wang auch eine Aussage zu RayTracing auf AMD-Hardware herauslocken: Danach wird es (logischerweise) eine Antwort bzw. vergleichbare Technologie auch von AMD geben – wobei AMD ja letztlich nichts anderes als DXR in DirectX 12 unterstützen muß, dafür muß das Rad nicht neu erfunden werden. Die Frage ist eher, wann entsprechende AMD-Grafikchips mit RayTracing-Funktionalität (in Hardware) erscheinen – Software-Lösungen sind zwar denkbar (laufend über die Shader-Einheiten), reichen aber maximal zu Demonstrationszwecken und kaum für die Spielepraxis. Hierzu gab AMD die indirekte Angabe ab, das man eine größere Verbreitung von RayTracing-Spielen erst zu einem Zeitpunkt erwartet, wo RayTracing in Hardware von Grafikkarten aller Preisbereiche beherrscht wird – sprich von LowCost-Lösungen bis zu Enthusiasten-Boliden.

AMD wird definitiv auf DirectX RayTracing reagieren.
Es wird keine große Verbreitung von RayTracing-Spielen stattfinden, bevor nicht RayTracing-GPUs für alle Segmente vorhanden sind – vom LowEnd zum HighEnd.

Quelle:  AMDs David Wang gegenüber 4Gamers vom 6. November 2018 (freie Übersetzung anhand der automatisierten Übersetzungen ins Englische und ins Deutsche)

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Hardware- und Nachrichten-Links des 12. November 2018

Tom's Hardware bringen eine neue These zu den ausfallenden GeForce RTX 2080 Ti Grafikkarten in Spiel: Laut Auskunft aus Herstellerkreisen soll es sich eher um ein Problem mit der Chip-Verlötung handeln, welches zu fehlerhaften Kontakten führt. Jene Fehler können dabei so geringfügig sein, das selbige erst im laufenden Betrieb auffallen – sprich nachdem sich die Karte mehrfach aufwärmt und wieder abkühlt. Normalerweise hätte dies trotzdem das Qualitätsmanagment bei dem hierfür augenscheinlich betreuten Auftragsfertiger Foxconn herausfinden müssen, dies ist nun aber speziell bei nVidias Founders Edition der GeForce RTX 2080 Ti durchgerutscht. Sollte jene Erklärung zutreffen, dürfte sich diese Problematik voraussichtlich auf gewisse Kartenserien beschränken und kaum ein generelles Problem darstellen. Auch wären dann die Speicherchip-Hersteller Micron & Samsung raus aus der Verantwortung, die erste These von eventuell zu heiß werdenden Speicherchip ergo nichtig. Wie von Tom's Hardware allerdings auch thematisiert, kann hierzu im Endeffekt nur nVidia wirkliche Klarheit schaffen – wobei diesbezüglich der Verdacht existiert, das nVidia jene Thematik einfach lieber aussitzen will.

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Zen 2 soll laut AMD einen IPC-Zuwachs von +29% gegenüber Zen 1 bringen

In den Fußnoten der AMD-Pressemitteilung zur Vorstellung der Zen-2-Architektur hat AMD eine offizielle Performance-Angabe zu Zen 2 hinterlassen: Danach soll Zen 2 im Vergleich zu Zen 1 eine um immerhin 29,4% höhere IPC-Performance hinlegen. Dies wurde seitens AMD ermittelt unter einer "Kombination aus Integer- und Fließkomma-Benchmarks", wobei es sich sicherlich eher um einen standardisierten theoretischen Test handeln dürfte, nicht also um einen RealWorld-Benchmark. Effekte wie das Cache-System und die Speicherperformance sollten hierbei also kaum einfließen – hierbei dürfte rein die Kern-interne Performance ausgemessen werden. Damit ist diese Performance-Angabe wohl auch unabhängig davon, ob man ein Chiplet-Design oder ein monolithisches Design ansetzt. In jedem Fall wird sich AMD jedoch zukünftig an dieser einmal getroffenen Angabe messen lassen müssen – gerade da solche Angaben auch an Börsianer gehen und damit wenigstens zum Ist-Zeitpunkt handfest sein sollten.

Estimated increase in instructions per cycle (IPC) is based on AMD internal testing for "Zen 2" across microbenchmarks, measured at 4.53 IPC for DKERN +RSA compared to prior "Zen 1" generation CPU (measured at 3.5 IPC for DKERN + RSA) using combined floating point and integer benchmarks.
Quelle:  Fußnote 1 der AMD-Pressemitteilung vom 6. November 2018

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Hardware- und Nachrichten-Links des 10./11. November 2018

Bei AnandTech hat man sich mit den verschiedenen Power-Limits von Intel-Prozessoren beschäftigt, welche wie bekannt bei den Coffee-Lake-Refresh-Modellen Core i7-9700K und Core i9-9900K für einen bemerkbar höheren Stromverbrauch sorgen, als deren TDP eigentlich zulassen würde. Hierbei ergab sich auch, das einige der hierfür eigentlich benötigten Informationen seitens Intel als "confidential" klassizifiert sind und damit nicht herausgegeben werden – was nun nicht unbedingt günstig ist zur exakten Erfassung dieser Problematik. Am Ende landet man jedoch sowieso wieder bei der Verantwortung der Mainboard-Hersteller, welche in aller Regel die Intel-Vorgaben für ihre Retail-Mainboards ignorieren sowie die entsprechenden BIOS-Settings mit Maximal-Werten füllen: Das PL1 anstatt 95 auf 165 Watt, das PL2 anstatt 118 Watt auf unlimitiert und die Zeitspanne, in welcher das PL2 wirken darf ("Tau") ebenfalls auf unlimitiert. Der Prozessor hat damit überhaupt kein praktisches Power-Limit mehr und regelt sich maximal noch anhand seines Temperatur-Limits herunter. Dies kann zu erheblichen Performance-Unterschiede bei die CPU wirklich beanspruchenden Benchmarks führen:

PL1 PL2 Tau Performance
vollkommen unlimitiert 4096W 4096W 999sec 100%
konstant 165W 165W 165W 1sec 94%  (-6%)
Intel-Spezifikation 95W 118W 8sec 84%  (-16%)
konstant 95W 95W 95W 1sec 71%  (-29%)
Aufstellung direkt übernommen von AnandTech; die benutzte CPU ist augenscheinlich der Core i7-8700K, der benutzte Benchmark ist wahrscheinlich POV-Ray, das benutzte Mainboard wurde dagegen leider nicht genannt
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