21

Hardware- und Nachrichten-Links des 21. Februar 2017

Die Macher der Hardwareanalyse-Tools AIDA haben in einem neueren Treiber einen ersten Eintrag zu nVidias Volta-Generation gefunden – konkret wurde schlicht der GV100-Chip mit der PCI-Devicenummer "1D81" erstmals im Treiber notiert. Dies sagt jetzt noch nicht viel über eventuelle Termine aus, denn gerade der Top-Chip einer neuen Chip-Generation erreicht in aller Regel sehr frühzeitig das Test-Stadium – und wird dann nachfolgend auch viele Monate lang intensiven Tests unterzogen, welche bei neuen Architekturen und (eventuell) auch neuen Fertigungsverfahren einfach notwendig sind. Trotzdem kommt das ganze etwas früher als gedacht, mittels der jetzigen Meldung wäre eine Vorstellung des GV100-Chip sogar schon zum Jahresanfang 2018 denkbar. Dies muß dann nichts für die eigentlichen Gaming-Chips der Volta-Generation (bisher bekannt GV102 & GV104) bedeuten – jene könnten auch deutlich später kommen, innerhalb der Pascal-Generation wurde der GP100-Chip schließlich deutlich vor den eigentlichen Gaming-Chips angekündigt (und war rein offiziell sogar verfügbar).

Aber dennoch würde dieser Zeitrahmen bedeuten, das die Gaming-Chips der Volta-Generation schon in Richtung Mitte 2018 verfügbar sein könnten – und damit wird es knapp für eine mögliche Refresh-Generation auf Pascal-Basis, sprich der (hypothetischen) GeForce 2000 Serie. Schließlich kommt voraussichtlich Ende März dann noch die GeForce GTX 1080 Ti – was eine mögliche GeForce 2000 Serie eher etwas nach hinten (auf Ende 2017) verschiebt, womit sie dann aber schon in terminliche Konflikte mit der Volta-Generation Mitte 2018 geraten würde. Je früher also Volta kommt, um so unwahrscheinlicher ist der Release einer GeForce 2000 Serie – und jene Treiber-Notierung zugunsten von GV100-Chip darf man durchaus als handfestes Indiz hierfür werten. Sicher ist diese Auslegung mitnichten, weil wie gesagt der Effekt der Differenz zwischen klarem Profi-Chip (GV100) und den eigentlichen Gaming-Chips (GV102 & GV104) hinzukommt – niemand kann derzeit sicher sagen, mit welchem zeitlichen Abstand jene wirklich folgen werden. Hier wird man leider erhellende weitere Informationen abwarten müssen – welche durchaus noch auf sich warten lassen dürften, derzeit stehen nVidia schließlich noch alle Möglichkeiten offen.

Während dies noch einigermaßen weit in der Zukunft liegt, will AMD auf seinem "Capsaicin & Cream" Event (28. Februar 2017, 19:30 deutscher Zeit, Livestream) im Rahmen der anstehenden GDC 2017 nun tatsächlich etwas über die Vega-Generation oder/und -Architektur sagen, wie AMD dies in einer Pressemitteilung hierzu notiert. "Exciting new details surrounding Vega" muß zwar nicht viel sein, ist aber in jedem Fall besser als ein Teaser mit reinem Show-Charakter. Möglicherweise hat sich AMD auch erst kurzfristig zu diesem Schritt entschlossen, da nVidia am gleichen Tag voraussichtlich die GeForce GTX 1080 Ti ankündigen wird. Sollte dies so zutreffen und AMD also die Absicht haben, nVidia in seiner Ankündingsshow zu stören, wäre eventuell sogar die Herausgabe von Performance-Daten oder aber zumindest Hinweise auf die Vega-Performance im Rahmen des Möglichen – dies würde nVidia zumindest bestmöglich stören und in dieser Disziplin haben die Grafikchip-Entwickler inzwischen schließlich ihre eigene Meisterschaft entwickelt. In jedem Fall wird die nächste Woche hochinteressant werden: Ankündigung der GeForce GTX 1080 Ti, Vega-Teaser und am Ende der langerwartete Ryzen-Launch – welcher die Enthusiasten inzwischen schon zu Ryzen-Memes und Ryzen Hype Ships animiert.

Heise berichten über die anhaltenden Schwierigkeiten der EU-Datenschützer mit Windows 10: Microsoft verspricht zwar alle möglichen Änderungen zugunsten des Datenschutzes, setzt das aber oftmals nur halbherzig und ungenau um, womit die eigentliche Zielsetzung der Datenschützer nicht erreicht wird. Das ganze ist langsam ein Trauerspiel – und ein dicker Hinweis auf die faktisch nicht funktionierende Datenschutz-Gesetzgebung, denn regulär gesehen gehört angesichts der gesammelten Vorwürfe der Datenschützer gegenüber Windows 10 (ob jene auch sinnvoll sind, steht auf einem anderen Blatt, aber erst einmal machen die Datenschützer nur ihren Job) jenes eigentlich EU-weit umgehend aus dem Markt genommen. Jedem Produkt, welches Lebensmittelvorschriften oder Funkregularien verletzt, würde es ganz genauso gehen – und dies nicht erst anderhalb Jahre nach Release. Alternativ und aufgrund der faktischen Monopolstellung Microsoft könnte es auch eine Strafzahlung sein – welche dann aber in einer Höhe ausfallen muß, die Microsoft zur Anpassung an die geltende Rechtslage wirklich motiviert. Sehr erstaunlich, das man wichtige Bürgerrechte definiert, deren vorsätzliche Mißachtung allerdings entweder nicht unter Strafe stellt bzw. etwaige Strafandrohungen in der Praxis einfach nicht umgesetzt werden.

21

Neue PassMark-Benchmarks zeigen erneut auf eine höchst konkurrenzfähige Ryzen-Performance

Nach den ersten PassMark-Benchmarks eines Ryzen 7 1700X Prozessors kommen nun von WCCF Tech weitere solche PassMark-Zahlen. Hierbei kam ein dem Ryzen 7 1800X nahes Testsample zum Einsatz, welches nominell auf 3.6/3.9 GHz spezifiziert war (der 1800X hat 3.6/4.0 GHz). Im Test lief der AMD-Prozessor allerdings gänzlich ohne Turbo – und damit sicherlich auch ohne der automatischen Übertaktungsfunktion XFR. WCCF Tech haben hierzu dann ein paar Vergleichswerte von regulär getakteten Intel-CPUs herausgesucht, bei jenen lief der Turbo-Modus dann augenscheinlich jedoch mit. Insofern ist das ganze ein etwas seltsamer Vergleich, welchen das AMD-Testsamples klar gehandicapt antritt. Man könnte fast sagen, das die gezeigte AMD-Performance auf Taktraten von strikt 3.6 GHz eher denn dem Ryzen 7 1700 Prozessor entspricht, welcher seinerseits Taktraten von 3.3/3.7 GHz aufweist.

Ein anderes Problem dieser neuen PassMark-Ergebnisse besteht in den schwachen Intel-Vergleichswerten, welche WCCF Tech herausgesucht haben – jene liegen durchgehend niedriger gegenüber den letzten PassMark-Resulaten – und gehen vermutlich sogar in die Richtung, die Ergebnisse insgesamt zu verfälschen. Leider hat der PassMark doch eine größere Spielbreite an Ergebnissen und kann man daher am Ende aus deren Benchmark-Datenbank alles herausziehen, was man gern darstellen würde. Wir halten es in jedem Fall für unglaubwürdig, das ein Ryzen-Achtkerner auf rein 3.6 GHz Takt und ohne Turbo/XFR (was wie gesagt dem Ryzen 7 1700 nahekommt, nicht dem seitens WCCF Tech angekündigtem Ryzen 7 1800X) sich um gleich +9,4% von einem Core i7-6900K abzusetzen vermag. Dies kann in einzelnen Benchmarks mit speziellen, der Zen-Architektur besonders liegenden Lasten vorkommen – aber weniger im Rahmen einer Testsuite mit verschiedenden, auch noch möglichst CPU-nahen Einzeltests.

FX-8350 Core i7-5960X Core i7-6800K Core i7-6900K Ryzen 8C
(Technik) Bulldozer, 8C, 4.0/4.2 GHz Haswell-E, 8C +HT, 3.2/3.5 GHz Broadwell-E, 6C +HT, 3.4/3.6 GHz Broadwell-E, 8C +HT, 3.2/3.7 GHz Zen, 8C +SMT, 3.6 GHz, no Turbo, no XFR
CPU Mark – Integer Math 21577 31182 24840
(27587)
34095
(37168)
41306
CPU Mark – Floating Point Math 7477 13760 11058
(11522)
14748
(16651)
15256
CPU Mark – Compression 13995 24486 19488
(20116)
25347
(29105)
25505
CPU Mark – Encryption 1777 3448 2760
(2984)
3536
(4061)
4005
CPU Mark – Sorting 8445 14216 11278
(12462)
14449
(16787)
15709
CPU Mark – Physics 629 1131 935
(1034)
1149
(1272)
753
CPU Mark – Prime Numbers 33 63 47
(53)
61
(66)
38
CPU Mark – Extended Instructions (SSE) 35 88 70 91 742
CPU Mark – CPU Single Threaded 1496 1847 1975
(2205)
2095
(2307)
1980
Index (ohne Physics/Prime/SSE/ST) 55,2% 95,4% 76,1% 100% 109,4%
Index gegenüber früheren Benchmarks - - 72,0% 100% 96,2%
Listenpreis ~$150 $999 $412 $999 ~$330
(Ryzen 7 1700)

Insofern ist die wahrscheinlichste Erklärung dieser Ergebnisse, das die von WCCF Tech ursprünglich notierten Intel-Vergleichswerte schlicht zu niedrig liegen. Wir haben demzufolge in Klammern die früheren PassMark-Resultate der Intel-Prozessoren hinzugefügt und darauf basierend dann auch einen zweiten Index erstellt. Jener zeigt den (sinngemäßen) Ryzen 7 1700 auf einem Performance-Niveau von 96,2% gegenüber dem Core i7-6900K, sprich der Ryzen-Prozessor ist nur um 3,8% langsamer als der Intel-Prozessor. Dies ist ein immer noch hervorragendes Ergebnis, rechnet man die Ryzen-Taktrate von nur 3.6 GHz ein. Sollte sich dieses Ergebnis halten lassen, würde ein echter Ryzen 7 1800X auch ohne XFR-Feature und allein mit dem Effekt seines bis auf 4.0 GHz gehenden Turbo-Modus den Core i7-6900K sicherlich ein- und sogar minimal überholen können. Auch dies ist wieder ein hervorragendes Benchmark-Ergebnis zugunsten von AMD und der Zen-Architektur – wobei zu vermuten wäre, das der PassMark den Ryzen-Prozessoren wohl ziemlich gut liegt und andere Benchmarks möglicherweise dann nicht ganz so gut ausfallen könnten.

Es wäre jedenfalls ein mittleres Wunder, falls AMDs Topmodell Ryzen 7 1800X ohne XFR-Feature sich wirklich in einem breiten Benchmarkfeld an einem Core i7-6900K vorbeimogeln könnte – immerhin ist letzterer Intels aktuell führende Achtkern-CPU. Unter Aktivierung von XFR könnte jenes Wunder dann allerdings tatsächlich sogar noch passieren – aber dies ist nur eine Möglichkeit, denn derzeit ist unklar, welches Potential XFR nun wirklich mit sich bringt. In jedem Fall könnte es sogar richtig knapp für Intel werden – und man sollte bei dieser Frage natürlich immer mit im Hinterkopf behalten, das AMD jenen Benchmark-Sieg gegenüber dem Core i7-6900K gar nicht wirklich benötigt. Denn aufgrund des klar niedrigeren Preispunkts dürfte Ryzen so oder so das bessere Angebot gegenüber Intels Prozessoren (zumindest gegenüber Broadwell-E) sein.

20

Hardware- und Nachrichten-Links des 20. Februar 2017

Videocardz posten erste Preise von Ryzen-Mainboards, basierend auf ASRock-Platinen mit den AMD-Chipsätzen B350 und X370. Jene sehen ganz passabel aus, die B350-Boards bewegen sich zwischen 132 und 187 Euro, die X370-Boards zwischen 260 und 471 Euro. Letztgenannter Spitzenpreis ist natürlich überzogen, aber einzelne besonders teure Boards gibt es genauso auch im Intel-Bereich. Zu erkennen ist ein "normaler" Preisbereich für B350-Boards bei ~130-190 Euro und X370-Boards für ~260-400 Euro. Für einen Marktstart ist dies annehmbar – üblicherweise entwickeln sich die Mainboard-Preise im Laufe der Zeit einigermaßen stark nach unten, sind am Anfang also noch größere Aufschläge enthalten, die später dann abschmelzen. Vergleichsweise liegen Z270-Platinen für Intels Consumer-Prozessoren derzeit bei 110-200 Euro, H270-Mainboards (ohne Übertaktungsfunktionalität) sind kaum günstiger, X99-Platinen für Intels E-Platinen liegen bei 200-400 Euro. Dies ist ganz grob betrachtet derselbe Preisbereich – allerdings muß auch gesagt werden, das man von den AMD-Platinen eigentlich einen klaren Preisvorteil gegenüber den Intel-Platinen erwartet hatte, welcher derzeit gemäß dieser Preise noch nicht zu sehen ist. Aller Wahrscheinlichkeit wird sich dies noch einrenken, die von AMD angesetzten Chipsatz-Preise sollten ausreichend niedriger für bemerkbar günstiger Mainboards sein. Allerdings kann es durchaus passieren, das zum Ryzen-Launch dieser Mainboard-Preisvorteil für AMD noch nicht sichtbar ist, sondern sich erst im Laufe der Zeit und mit dem Anziehen des Wettbewerbs der Mainboard-Hersteller untereinander einstellt.

Nochmals Videocardz nehmen eine Information der (derzeit nicht erreichbaren) Webseite Informatica Cero über die Ryzen-Kühler für die Ryzen-Modelle 1700, 1700X & 1800X auf. Danach liefert AMD diese Prozessoren in jeweils zwei Formen aus: Einmal mit Kühler, einmal ohne – dies erklärt auch die teilweise zwei Preisnotierungen zu diesen Prozessoren. Der Ryzen 7 1700 bekommt dabei den "Wraith Spire" Kühler mit 95 Watt TDP mit (Prozessoren-TDP ist nur 65W), die Modelle Ryzen 7 1700X & 1800X erhalten hingegen den "Wraith Max" Kühler mit gleich 140 Watt TDP. Dies liegt auch in diesem Fall über der Prozessoren-TDP von jeweils 95 Watt, soll aber natürlich als Übertaktungsreserve dienen – und davon abgesehen dürfen die X-Modelle mit ihrer automatischen Übertaktungsfunktion XFR auch oberhalb der nominellen Taktraten agieren, was natürlich besonders leistungsfähige Kühler voraussetzt. Es wird an dieser Stelle interessant werden zu sehen, wie gut sich diese AMD-eigenen Kühler gegenüber den Produkten der Kühlerhersteller schlagen – bisher werden die Wraith-Kühler von AMD als vergleichsweise gut angesehen, aber mit der XFR-Funktion kommt nun auch eine wahre Leistungsprüfung auf jene zu.

Laut den Analysten von Gartern ist der deutsche PC-Markt im vierten Quartal 2016 überraschend um +4,3% gegenüber dem Vorjahresquartal angestiegen – wenngleich für das Gesamtjahr 2016 nur ein minimales Plus von +0,6% zu verzeichnen war. Verlierer waren im vierten Jahresquartal Privat-PCs (-0,6%) und Desktop-PCs (-6%), Gewinner hingegen Notebooks (+6%), ultramobile Geräte (+21%) und Business-PCs (+9%). Erklärt wird dies seitens Gartner mit dem Wechsel vieler Unternehmen auf Windows 10 – jener Effekt sollte demzufolge noch eine gewisse Zeit lang anhalten, da sich die Unternehmen nur eher langsam in diesen Fragen bewegen und insbesondere bis zum Supportende von Windows 7/8 noch einige Zeit vorhanden ist. Aufgrund dessen erwarten Gartner auch für das Jahr 2017 eine echte Stabilisierung des deutschen PC-Markt, mit allenfalls saisonal begründeten Jahresstartquartalen und dann vermutlich einem nochmals besseren Jahresabschluß 2017. Dies wäre erstaunlich gegenläufig dem weltweiten PC-Trend, welcher auch im Jahr 2017 nochmals mit (leicht) niedrigeren Zahlen auskommen muß – oder anders formuliert, in Deutschland findet die Trendwende augenscheinlich bereits früher statt (wenngleich bislang auf niedrigstmöglichen Niveau).

Heise berichten über eine Demonstration von Sicherheitsforschern, welche einen Verschlüsselungstrojaner ins UEFI eines modernen PCs gebracht haben. Jener lief mit Windows 10 inklusive der Schutzmechanismen Device Guard, Secure Boot und Virtual Secure Mode – was den Angriff jedoch nicht vereiteln konnte. Natürlich handelt es sich derzeit nur um die Demonstration der Machbarkeit – ob die Trojanerhersteller sich dieser Methode annehmen, ist ungewiß, da dort das Prinzip "einfache Opfer & Lösungen zuerst" gilt. Nichtsdestotrotz weist der Fall erneut darauf hin, das Microsoft mit all seinen Sicherheitsanstrengungen letztlich nur minimale reale Fortschritte hat erzielen können – und dies sicherlich auch aus dem Grund, das man in entscheidenden Detailfragen dann immer wieder (vermeintliche) Anwenderfreundlichkeit oder auch Microsofts Firmeninteressen dem Aspekt der IT-Sicherheit vorgezogen hat. Und letztlich sei noch erwähnt, das der Infektionsweg im konkreten Demonstrationsfall dann auch wieder ein ganz bekannter war: Schlicht ein mit einem Makro verseuchtes Word-Dokument. Ergo hätten auch in diesem Fall die vor einiger Zeit an dieser Stelle notierten "drei einfachen Schutzmaßnahmen gegen Verschlüsselungstrojaner" für eine Verhinderung der Infektion gesorgt. Ironischerweise bedingen diese drei einfachen Maßnahmen keinerlei besondere Schutzprogramme oder tiefere PC-Kenntnisse seitens des PC-Nutzers, sondern können von einem Admin gefahrlos und (bislang) ohne Nebenwirkungen auch auf den PCs völlig unbedarfter PC-Anwender angesetzt werden.

20

Die Grafikkarten-Performance unter Sniper Elite 4

Von der ComputerBase, der PC Games Hardware, dem Guru3D und TechPowerUp sowie letztlich noch GameGPU kommen erschöpfende Grafikkarten-Benchmarks zu "Sniper Elite 4". Der Shooter von Spieleentwickler Rebellion Developments auf Basis der hauseigenen Asura-Engine bietet eine zeitgemäße, wenngleich nicht überragende Optik zu dafür allerdings auch ausgewogenen Performance-Anforderungen – beispielsweise reichen dem Spiel selbst unter der UltraHD-Auflösung noch 3 GB Grafikkartenspeicher aus, was insbesondere Nutzer von Fiji-basierten Grafikkarten goutieren dürften. Interessanterweise ist zudem (wahlweise) DirectX 12 und sogar Asynchronous Compute mit von der Partie – und beide Optionen beschleunigen alle Grafikkarten dann noch einmal zusätzlich, wobei der Vorteil sehr deutlich auf AMD-Seite liegt. Die nachfolgende Auswertung faßt alle vorliegenden Benchmarks unter dem höchsten Grafik-Preset "Ultra" zusammen, bildet Mittelwerte und interpoliert die nicht mitgetesteten Grafikkarten aus den vorhandenen Daten.

Sniper Elite 4 – FullHD @ "Ultra", DX12, AC  (Datenbasis: CB, PCGH, Guru3D, TPU & GameGPU)
AMD HD7000 AMD R200 AMD R300 AMD R400 nVidia GF600 nVidia GF700 nVidia GF900 nVidia GF1000
25-29 fps 7850-2GB 265-2GB 660Ti
670
760 950SE
30-34 fps 7870
7870-Boost
7950
270
270X
370 460 680 770 950 1050
35-39 fps 7950-Boost
7970
280
285
960 1050Ti
40-49 fps 7970-GHz 280X 380
380X
Titan 780
Titan Black
780Ti
50-59 fps 290 470D
470
970 1060-3GB
ab 60 fps 290X 390
390X
Nano
Fury
Fury X
480-4GB
480-8GB
980
980Ti
Titan XM
1060-6GB
1070
1080
Titan XP

Unter der FullHD-Auflösung sehen wir ein gut gefülltes Feld an Grafikkarten, welche Sniper Elite 4 selbst unter der "Ultra"-Bildqualität noch darstellen können. Allgemein reicht für dieses Setting schon fast eine gute Mainstream-Lösung oder frühere Midrange-Lösung aus, immerhin gleich 15 Grafikkarten schaffen es sogar über die 60-fps-Marke. Grafikkarten mit nur 2 GB Speicher kommen noch sehr gut mit, bei diesen sind zumindest noch keine Frameraten-Einbrüche zu sehen. Zwischen AMD und nVidia sind keine größere Auffälligkeiten zu registrieren – allenfalls mag das Spiel innerhalb der nVidia-Grafikkarten die neueren Maxwell- und Pascal-Modelle lieber als die früheren Kepler-Modelle.

Sniper Elite 4 – WQHD @ "Ultra", DX12, AC  (Datenbasis: CB, PCGH, Guru3D, TPU & GameGPU)
AMD HD7000 AMD R200 AMD R300 AMD R400 nVidia GF600 nVidia GF700 nVidia GF900 nVidia GF1000
25-29 fps 7950-Boost
7970
280
285
380 780 960 1050Ti
30-34 fps 7970-GHz 280X Titan Titan Black
35-39 fps 380X 470D 780Ti 970 1060-3GB
40-49 fps 290
290X
390
390X
470
480-4GB
480-8GB
980 1060-6GB
50-59 fps Nano
Fury
980Ti
ab 60 fps Fury X Titan XM 1070
1080
Titan XP

Unter der WQHD-Auflösung geht die Performance dann vergleichsweise stark zurück, es kommen somit nur noch 5 Grafikkarten im 60-fps-Land an. Trotzdem reicht ein aktuelles Midrange- oder früheres HighEnd-Modell aus, um das Spiel mit gutklassigen Frameraten selbst unter der "Ultra"-Bildqualität genießen zu können. Bezüglich der Grafikkartenspeichermenge fallen 2-GB-Grafikkarten erstaunlicherweise immer noch nicht ab, verlieren allerdings schon hier und da Performance – ein 3-GB-Modell wäre also für diese Auflösung die bessere Wahl. Zwischen AMD und nVidia geht es langsam in Richtung eines kleinen AMD-Vorteils, gerade die Fiji-basierten Grafikkarten schlagen sich hier auffallend besser als ihre nVidia-Pendants.

Sniper Elite 4 – UltraHD @ "Ultra", DX12, AC  (Datenbasis: CB, PCGH, Guru3D, TPU & GameGPU)
AMD HD7000 AMD R200 AMD R300 AMD R400 nVidia GF600 nVidia GF700 nVidia GF900 nVidia GF1000
25-29 fps 290
290X
390 480-4GB
480-8GB
980 1060-6GB
30-34 fps 390X
35-39 fps Nano
Fury
980Ti
Titan XM
1070
40-49 fps Fury X 1080
50-59 fps
ab 60 fps Titan XP

Trotz erneut stark zurückgehender Frameraten unter der UltraHD-Auflösung kommen unter jener immer noch eine Handvoll Grafikkarten ins Ziel – aber sicherlich braucht man für diese Auflösung auch bei Sniper Elite 4 ein echtes HighEnd-Modell, um wenigstens die 40-fps-Marke zu sehen. Der Grafikkartenspeicher macht auch hier noch keine Sorgen, laut den Benchmarks reicht schon ein 3-GB-Modell vollkommen aus. Dies begünstigt die Fiji-basierten AMD-Grafikkarten, welche aus ihrem gewohnten Performancebild klar nach oben hin ausbrechen und sich mit nominell stärkeren nVidia-Grafikkarten anlegen – bis hin zu dem Punkt, das die Radeon R9 Fury X in derselben Performanceklasse wie eine GeForce GTX 1080 spielt. Dies ist mal ein wirklich schöner Erfolg für diese früheren HighEnd-Modelle von AMD – wenngleich sicherlich singulärer Natur, denn erfahrungsgemäß werden jene Grafikkarten ansonsten von einer echten Nutzung der UltraHD-Auflösung zumeist durch ihre nur 4 GB Speicher behindert.

20

Umfrage-Auswertung: Werden die Systemanforderungen für die Spiele-Generation 2016/17 erfüllt?

Mit einer Umfrage von Ende Januar sollte die Hardware der 3DCenter-Leser in den Vergleich zu den kürzlich aufgestellten Systemanforderungen für die Spiele-Generation 2016/17 gestellt werden. Jene neuen Systemanforderungen für die aktuelle Spiele-Generation ist gegenüber dem Stand des Vorjahres nicht besonders stark nach oben gegangen – allein beim Thema des Grafikkartenspeichers sind die Anforderungen deutlich gestiegen. Insofern verwundert es auch wenig, wenn die Erfüllung dieser generellen Systemanforderungen heuer nun prinzipiell genauso bzw. leicht besser aussieht als im vorangegangenen Jahr – allenfalls die Anzahl jener Nutzer, welche deutlich oberhalb der Hardware-Empfehlungen liegt, hat beachtbar (von 12,9% auf 16,9%) zugenommen, ansonsten sind die Stimmenzahlen grob diesselben.

Insgesamt kommt es damit für diese Spiele-Saison zu einer Erfüllungsquote der Mindest-Anforderungen von 76,6% (letztes Jahr: 73,8%) sowie der Hardware-Empfehlungen von 43,2% (38,4%). Rechnet man jene Nutzer mit ein, deren Hardware nur knapp unterhalb der jeweiligen Empfehlungen liegt, steigen diese Werte auf 88,9% (letztes Jahr: 86,1%) bei den Mindest-Anforderungen sowie 62,7% (letztes Jahr: 58,7%) bei den Hardware-Empfehlungen. Es ist somit klar zu sehen, das die vorhandene Hardware der 3DCenter-Leser stärker über das Jahr 2016 zugelegt hat als die Hardware-Anforderungen der neu erschienenen PC-Spiele gestiegen sind. Dies ist im übrigen sehr gegenläufig gegenüber der Entwicklung des Jahres 2015, als die Hardware-Anforderungen für neue Spiele derart stark anzogen, daß nachfolgend die Erfüllungsquoten sogar deutlich heruntergingen.

Für das laufende Jahr 2017 bis zum Ausblick auf die Spiele-Generation 2017/18 ist von einer erneut eher maßvollen Entwicklung auszugehen. Sicherlich dürfte es vermehrt Spieltitel mit richtig hohem Bedarf an Grafikkartenspeicher geben – aber dies wurde schließlich schon in Systemanforderungen für die aktuelle Spiele-Generation berücksichtigt. Gewisse Anforderungssprünge sind dann noch bei der reinen Leistungsfähigkeit der Grafikkarten zu erwarten sein, nachdem es für die aktuelle Spiele-Generation in dieser Frage nur eher kleinere Veränderungen gab. Spieletitel mit Hardware-Anforderungen, welche klar nach oben hin abweichen, sind allerdings generell sehr selten geworden. Augenscheinlich versuchen die Spielepublisher im Vorfeld schon Situationen zu vermeiden, wo dann ein Großteil der potentiellen Spielekäufer in Performanceprobleme kommen würde. Andererseits waren solcherart Spieletitel (zu nennen: FarCry, Doom 3, Crysis) immer auch Vorantreiber neuer Optikwelten und damit eben auch der allgemeinen Hardware-Entwicklung – deren Einfluß fehlt etwas bei der aktuell eher gleichförmig bzw. langsamen Entwicklung.

19

Hardware- und Nachrichten-Links des 18./19. Februar 2017

Die Nennung einer "GeForce GTX 1080 Ti" in den offiziellen Systemanforderungen von Halo Wars 2 befeuert derzeit die Spekulationen über diese Karte. Andererseits sind die ganzen zu Halo Wars 2 genannten Systemanforderungen mehr als kurios, wenn GeForce GTX 660 (Perf.Index 250%) und Radeon HD 7750 (Perf.Index 110%) als "gleichwertiges" Minimum notiert werden oder auch bei den Ultra-Empfehlungen eine 8-GB-Grafikkarte abgefragt wird, gleichzeitig aber die 4-GB-Lösung Radeon R9 Fury X notiert wird. Auch wird jene Radeon R9 Fury X natürlich weit langsamer sein als die an dieser Stelle auf nVidia-Seite genannte GeForce GTX 1080 Ti – womit eine der beiden Karte zweifellos falsch notiert wurde. Davon abgesehen wäre es doch arg verwunderlich, wenn ausgerechnet ein Strategietitel derart hohe Systemanforderungen mit sich bringen würde, das sogar eine GeForce GTX 1080 Ti vonnöten wird. Hier sind alle möglichen Dinge denkbar, von Schreib- zu Gedankenfehlern – die Auflösung, das man für Halo Wars 2 wirklich eine GeForce GTX 1080 Ti braucht, hat dabei eher die geringste Chance.

Nichtsdestotrotz will die finnische Webseite iO-Tech (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) eine sogar sichere Bestätigung vorliegen haben, das nVidia jene GeForce GTX 1080 Ti schon am 28. Februar offiziell auf der GDC im Rahmen von nVidias "GeForce GTX Gaming Celebration" Veranstaltung vorstellen will. Im Handel soll die neue Enthusiasten-Karte allerdings erst im März auftauchen – was wiederum einige Möglichkeiten offenläßt, von einem nur um wenige Tage abweichenden Verkaufsstart Anfang März bis hin zu einem Paperlaunch mit Verfügbarkeit erst einige Wochen später gegen Ende März. Allerdings denken wir, das iO-Tech hier sowieso nicht von einer korrekten Auslegung der Dinge ausgehen: Zum einen ist die GDC als regelrechter Launchort eher ungeeignet, zum anderen fehlen für einen Launch mit umgehender Verfügbarkeit alle Anzeichen seitens der Grafikkarten-Hersteller, Distributoren und Einzelhändler. Hinzu kommt, das es erst kürzlich die Meldung über einen Launch der GeForce GTX 1080 Ti erst in der letzten März-Woche gab.

Möglicherweise wird aus diesen sich widersprechenden Meldungen dahingehend ein Schuh draus, wenn man die neue Meldung über den 28. Februar nicht als Launchdatum nimmt, sondern nur als Ankündigungsdatum. nVidia kündigt also die GeForce GTX 1080 Ti am 28. Februar nur kurz an, dies wäre wiederum auf einer Veranstaltung wie der GDC sehr passend angesiedelt. Der eigentliche Launch und die direkte Marktverfügbarkeit folgen dann zwischen dem 20. bis 23. März. Damit sind erste Leaks aus Reihen der Grafikkarten-Hersteller, Distributoren und Einzelhändler auch nicht vor Anfang März zu erwarten, womit nVidia seine Ankündigungsshow auf der GDC noch vor allen Leaks durchziehen kann. So ergeben die derzeit vorliegenden Daten zumindest einen gewissen Sinn – ob dies so eintrifft, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. In jedem Fall erscheint es nunmehr recht sicher zu sein, das nVidia tatsächlich noch eine GeForce GTX 1080 Ti in diesem Frühling herausbringt – was wie schon angeschnitten die Frage aufwirft, was dann mit der (hypothetischen) GeForce 2000 Serie wird.

Bei GameMaschines gibt es die ersten deutschen Ryzen-Preise – welche allerdings durchgehend höher ausfallen gegenüber den bisherigen Preisinformationen. Zwar liegen im Rahmen dieses Komplett-PCs keine Einzelpreise für die einzelnen Ryzen-Prozessoren vor, allerdings kann man anhand der Aufschläge gegenüber dem Standardmodell entsprechend hochrechnen – und diese Rechnung sieht nicht gerade toll aus, jene Angebote sind einigermaßen teuer angesetzt. Dies kann natürlich im Rahmen eines Komplett-PCs und außerdem im Vorlauch-Status immer passieren, daran sollte man sich jetzt nicht stören. Aufgrund der umfangreichen vorliegenden Preisinformationen zu Ryzen wäre es ein gewisses Wunder, wenn sich an diesen dort prognostizierten Preisen noch etwas wesentliches ändern sollte. Allenfalls könnte natürlich die Einzelhändler bei anhaltenden Nachlieferungsproblemen die Straßenpreise entsprechend nach oben treiben – aber jener Effekt wird nach Einsetzen von echter Verfügbarkeit umgehend in sich zusammenfallen. Es bleibt nur zu hoffen, das AMD jene echte Verfügbarkeit recht schnell erreichen kann – direkt nach dem Launch sind Lieferschwierigkeiten allerdings nahezu garantiert, dafür haben schon zu viele Prozessoren-Enthusiasten ihre Kaufabsicht pro Ryzen geäußert.

Inhalt abgleichen