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Intels Sechskern-Prozessoren: Jetzt Skylake-X - oder warten auf Coffee Lake?

Wer nach einem Sechskerner von Intel Ausschau hält, wird in absehbarer Zeit die Qual der Wahl haben – da Intel solcherart Prozessoren ab dem vierten Quartal in gleich zwei Produktlinien anbieten wird: Wie bekannt innerhalb der HEDT-Linie mittels Skylake-X, und dann eben auch noch innerhalb der normalen Consumer-Linie bei Coffee Lake. Hiermit werden erstmals bei Intel im normalen Consumer-Segment gleich 6 CPU-Rechenkerne angeboten werden, und dies wahrscheinlich auch zu Consumer-typischen Preislagen. Damit stellt sich die Frage, ob es sich eventuell lohnen mag, auf die zum Jahresende erscheinende Coffee-Lake-Generation mit dem Sechskerner Core i7-8700K zu warten – oder ob man bedenkenlos schon jetzt bei Skylake-X mit dem Sechskerner Core i7-7800X zuschlagen kann.

Core i7-7800X Core i7-8700K Quellenlage CFL Vorteil/Nachteil
Herkunft Intel Skylake-X (SKL-X) Intel Coffee Lake (CFL) - kaum eine Differenz
CPU-Kerne 6C + HT 6C + HT (sicher) identisch
Taktraten 3.5/4.0 GHz (kein TC3.0) 3.7/? GHz (kein TC3.0) (wahrscheinlich) (wahrscheinlich) kleiner Vorteil CFL
unlocked (bestätigt) identisch
Caches 6 MB L2 & 8.25 MB L3 1.5 MB L2 & 12 MB L3 (sicher) (wahrscheinlich) minimaler Vorteil CFL
iGPU keine GT2-Lösung (24 EU) (sicher) nicht wirklich benötigt
Speicherinterface QuadChannel DDR4/2400 DualChannel DDR4/2666 (sehr gut anzunehmen) kleiner Vorteil SKL-X
PCI Express (CPU) 28 16 (sehr gut anzunehmen) klarer Vorteil SKL-X
Plattform X299 Z370 (sicher) klarer Vorteil CFL (günstiger)
TDP 140W 95W (bestätigt) klarer Vorteil CFL
Listenpreis 383$ Richtung 300-400$ (mglw. 339$) (reine Annahme) noch zu unsicher, wer hier vorn liegt
Release 19. Juni 2017 Q4/2017 (vergleichsweise sicher) klarer Vorteil SKL-X
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Hardware- und Nachrichten-Links des 18./19. Juli 2017

AMDs "Mini Community Tour" mit der Radeon RX Vega lief Dienstag Abend erstmals in Budapest über die Bühne – und erbrachte (nicht unerwartet) keinerlei neue Informationen. Dafür war das Event augenscheinlich auch nicht gedacht, wie man sich mittels der vorliegenden Bilder und Videos selbst überzeugen kann. Es gab hierbei also weder irgendwelche technischen Informationen (oder auch nur Bruchstückchen davon) oder aber Benchmarks, nicht einmal mitlaufende Framecounter konnten erspäht werden. Das AMD die Radeon RX Vega mittels der zu sehenden Demosysteme indirekt mit einer GeForce GTX 1080 (nicht aber einer 1080 Ti) verglichen hat, dürfte in erster Linie dem primär angestelltem Vergleich von FreeSync vs. G-Sync geschuldet sein – hierfür ist es natürlich günstiger, wenn die Konkurrenzkarte vergleichsweise langsamer ist und daher eher Probleme hat, die Framerate zu halten. Ob man dies als weiteren AMD-Versuch deuten kann, mit der Radeon RX Vega erheblich tiefzustappeln, sei wegen des eigentlichen Testansatzes von FreeSync vs. G-Sync dahingestellt.

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Intels 12-Kerner Core i9-7920X kommt mit (nur) 2.9 GHz Basetakt daher

Mit der neuesten offiziellen Intel-Preisliste listet der Prozessorenbauer nunmehr auch den Core i9-7920X – und damit das erste der später in den Markt kommenden Modelle von Skylake-X. Speziell der 12-Kerner Core i9-7920X wird schon im August erwartet, die anderen Modelle (14/16/18-Kerner) dagegen dann erst im Oktober. Zusammen mit dem Listenpreis (etwas abweichend von der Vorankündigung nicht bei 1199$, sondern 1189$) gab es auch erste bestätigte technische Daten: Erstens beträgt die Größe des Level3-Caches 16.5 MB, dies ergab sich allerdings schon automatisch (Skylake-X bietet immer 1.375 MB Level3-Cache pro CPU-Kern). Und zweitens liegt der Basetakt dieses 12-Kerners bei nur 2.9 GHz – und damit nochmals 400 MHz niedriger als beim (schon im Markt befindlichen) 10-Kerner Core i9-7900X.

Kerne Taktraten TB3.0 unl. L2 L3 Speicher PCIe TDP Listenpreis Release
Core i9-7980XE 18 + HT ? ? 18 MB 24.75 MB 4Ch. DDR4/2666 44 165W 1999$ Oktober
Core i9-7960X 16 + HT ? ? 16 MB 22 MB 4Ch. DDR4/2666 44 ? 1699$ Oktober
Core i9-7940X 14 + HT ? ? 14 MB 19.25 MB 4Ch. DDR4/2666 44 ? 1399$ Oktober
Core i9-7920X 12 + HT 2.9/? GHz ? 12 MB 16.5 MB 4Ch. DDR4/2666 44 ? 1189$ August
Core i9-7900X 10 + HT 3.3/4.3 GHz 4.5 GHz 10 MB 13.75 MB 4Ch. DDR4/2666 44 140W 989$ 19. Juni
Core i7-7820X 8 + HT 3.6/4.3 GHz 4.5 GHz 8 MB 11 MB 4Ch. DDR4/2666 28 140W 589$ 19. Juni
Core i7-7800X 6 + HT 3.5/4.0 GHz 6 MB 8.25 MB 4Ch. DDR4/2400 28 140W 383$ 19. Juni
Core i7-7740K 4 + HT 4.3/4.5 GHz 1 MB 8 MB 2Ch. DDR4/2666 16 112W 339$ 19. Juni
Core i5-7640K 4 4.0/4.2 GHz 1 MB 6 MB 2Ch. DDR4/2666 16 112W 242$ 19. Juni
Alle Core-X-Prozessoren kommen im Sockel 2066 daher, welcher Mainboards mit dem Intel-Chipsatz X299 bedingt. Die beiden Core i5/i7 Modelle basieren auf Kaby-Lake-X, alle Core i9 Modelle auf Skylake-X.
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Umfrage-Auswertung: Welche Auswirkungen hat der Mining-Boom auf den Grafikkarten-Kauf?

Die Umfrage der letzten Woche widmete sich den Auswirkungen des aktuellen (aber derzeit vielleicht schon wieder abflauenden) Mining-Booms auf den Grafikkarten-Kauf. Schließlich sind seit einigen Wochen einige beliebte Grafikkarten nur zu zu extremen Preisen oder gar nicht mehr erhältlich – und selbst wenn nicht jeder Grafikkarten-Interessent unbedingt jetzt kaufen muß, wird dies doch einige Nutzer getroffen haben, deren Aufrüstung eben einfach innerhalb der letzten Wochen geplant war. Allerdings haben nur zusammengerechnet 3,1% der Umfrage-Teilnehmer wirklich zu überhöhten Preisen oder aber eine andere Grafikkarte als ursprünglich geplant erstanden – nominell ist dies sicherlich wenig, andererseits gerechnet auf den (vergleichsweise kurzen Zeitraum von nur grob 2 Monaten) auch wiederum eher normal.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 17. Juli 2017

Bei PC Perspective hat man sich nun auch noch die wassergekühlte Ausführung der Radeon Vega Frontier Edition im Test angesehen. Im Gegensatz zur offiziellen Ankündigung hat die Karte nominell dieselbe Boardpower von 300 Watt – erst beim Wechsel auf ein zweites (auf der Karte bereits vorhandenes) BIOS geht die Boardpower auf 350 Watt hinauf. Dies wird auch umgehend von der Karte ausgenutzt, welche weit weniger an ihrem Temperatur-Limit hängt als die luftgekühlte Version und damit auf dem 350W-BIOS auch mehr oder weniger genau so viel verbraucht. Der Effekt auf die Taktraten ist ebenfalls erheblich, die AiO-Version auf 300W TBP liegt oftmals bei nur ~1530 MHz, während die Air-Version oftmals bei ~1440 MHz liegt und die AiO-Version auf 350W TBP meistens ihren Maximaltakt von 1600 MHz erreicht. Insofern ist klar, daß das Hochsetzen der Boardpower ungefähr ein Drittel des Weges von der Air-Version zur maximierten AiO-Version (auf 375W TBP) bedeutet dürfte.

Vega FE (Air) Vega FE (AiO) 1070 1080 1080Ti
Schnitt aus 6 Spiele-Benchmarks @ WQHD 100% 109,7% 94,8% 117,9% 152,5%
Schnitt aus 6 Spiele-Benchmarks @ UltraHD 100% 114,8% - 123,9% 166,3%
basierend auf den Benchmarks von PC Perspective; Vega FE AiO laufend auf 350W TBP
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Erste (angebliche) Modelldaten zu Intels Coffee Lake aufgetaucht

Seitens des französischen Canard PC (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) kommen erste belastbare Angaben zu den Verkaufsnamen und Taktraten der kommenden Coffee-Lake-Generation von Intel. Hierzu liegen (den gewöhnlich gut informierten) Canard PC wohl Angaben von den finalen Samples vor, welche derzeit von Intel freigegeben werden. Canard PC weisen allerdings (voll zu Recht) darauf hin, das es bei Intel derzeit vergleichsweise "drunter und drüber" geht, das es demzufolge auch noch zu kurzfristigen Änderungen an Namen und Daten kommen kann – bis zum Launchtermin irgendwann im vierten Quartal ist schließlich noch reichlich Zeit. Die Ausführungen von Canard PC beinhalten zudem eine gewisse Überraschung, als daß die Core-i5-Modelle nunmehr angeblich auch gleich Sechskerner (ohne HyperThreading) darstellen sollen.

Kerne Takt TC3.0 unl. L2 L3 Speicher TDP Release
Core i7-8700K 6C + HT 3.7/? GHz 1.5 MB 12 MB DualChannel DDR4 95W Q4/2017
Core i7-8700 6C + HT 3.2/? GHz 1.5 MB 12 MB DualChannel DDR4 95W Q4/2017
Core i5-8600K 6C 3.6/? GHz 1.5 MB 9 MB DualChannel DDR4 95W Q4/2017
Core i5-8400 6C 2.8/? GHz 1.5 MB 9 MB DualChannel DDR4 65W Q4/2017
Alle Coffee-Lake-Prozessoren laufen (nach bisheriger Erkenntnis) ausschließlich auf Mainboards basierend auf Intels 300er Chipsatz-Serie.
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Intel schießt gegen AMDs Epyc

Intels Präsentationsfolien (komplette Präsentationsmappe in der Bildergalerie der ComputerBase einzusehen) zu den neuen Skylake-SP-basierten Xeon-Serverprozessoren enthielten ungewöhnlich viele Vergleiche gegenüber AMDs Zen-basierten Epyc-Serverprozessoren – was AMD schon einmal sich zugutehalten kann, denn früher musste Intel weder diesen Vergleich antreten, noch hat dies überhaupt getan. Heuer nun scheint Intel es eher etwas zu übertreiben, denn einige der vergleichenden Präsentationsfolien enthalten ungenaue bis unsachliche Angaben – wofür Intel inzwischen medial auch schon sein Fett wegbekommt: Angefangen hat dies auf Reddit, weitere Meinungsäußerungen kommen von TechPowerUp und der PC Games Hardware. Hauptaufhänger ist hierbei Intels Formulierung von "4 glued-together desktop die" (4 zusammengeklebte Desktop-Dies), auf welcher Intel mit einiger Wonne herumreitet.

Intel Skylake-SP Präsentation (Slide 04)
Intel Skylake-SP Präsentation (Slide 04)
Intel Skylake-SP Präsentation (Slide 07)
Intel Skylake-SP Präsentation (Slide 07)
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Hardware- und Nachrichten-Links des 15./16. Juli 2017

Der TechSpot hat einen umfangreichen Benchmark-Vergleich der beiden "kleinen" Midrange-Lösungen Radeon RX 570 4GB vs. GeForce GTX 1060 3GB aufgelegt. Normalerweise sollten beide Grafikkarten im selben Preisfeld bei knapp unter 200 Euro spielen – bei der Radeon RX 570 läuft dies allerdings derzeit eher denn auf "Trockenschwimmen" hinaus, da jene Karte momentan nur zu Mondpreisen erhältlich ist (und auch die nVidia-Lösung beachtbar teurer kommt als noch im Mai). Bezüglich der Performance beider Karten ist man beim TechSpot leicht der AMD-Lösung zugeneigt, bei allerdings einer minimalen (durchschnittlichen) Differenz zwischen beiden Karten. Deutliche Ausschläge, welche auf die geringere Speicherausrüstung der nVidia-Karte zurückzuführen sind, waren erstaunlich eher selten zu beobachten (unter FullHD in 1 von 29 Tests, unter WQHD in 3 von 29 Tests), da hatten anderen Testberichte schon schlimmere Ergebnisse vorzuweisen. Trotzdem ist natürlich immer in Frage zu stellen, eine schwache Speicherbestückung einzukaufen, wenn selbiger schon zu deren Releasezeitpunkt eine gewisse Grenzwertigkeit nachzuweisen war. Zwar kann keiner sagen, das der Hunger nach mehr Grafikkartenspeicher jetzt unbedingt so rasant weitergehen wird – aber das sich die Spieleentwickler bedenkenslos auf den heutigen Speichermengen ab 4 GB (und nicht ab 3 GB) einrichten werden, das darf man durchaus annehmen.

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Auf welches Interesse stößt AMDs Ryzen Threadripper?

Nachdem AMDs nunmehr die technischen Daten & Preise der ersten beiden Threadripper-Modelle offenbart hat, steht durchaus die Frage im Raum, inwiefern Enthusiasten-Käufer sich von diesem Angebot bereits angesprochen fühlen. Natürlich sind hierzu immer noch die konkreten Benchmarks zum Launchtag abzuwarten, aber dennoch hat sich AMD somit nun erst einmal gegenüber Intels Skylake-X positioniert. Die daraus resultierende Frage lautet: Welches Interesse zieht Threadripper schon jetzt an – und dies gerade im Vergleich zu Skylake-X.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 13./14. Juli 2017

Die PC Games Hardware hat sich nachträglich noch mit dem Untervolting der Vega FE beschäftigt – und kann hiervon erstaunliches berichten: Anstatt der default-Spannung von 1.2V, bei welcher die Karte primär aus thermischen Problemen immer wieder drosselte, war das der PCGH vorliegende Testmuster auch bei nur 1.075V einwandfrei lauffähig – und schaffte auf dieser Chipspannung sogar einen Chiptakt von 1600 MHz dauerhaft zu halten. Der Strombedarf war dabei (trotz klar höherem Realtakt) nur genauso hoch wie im default-Zustand, sprich man hätte wahrscheinlich auch ohne größere Auswirkungen das Power-Limit nicht einmal hochsetzen müssen. Der Abstand zum regulären Chiptakt ist dabei schon fast irritierend hoch – normalerweise bekommen es die Hersteller heutzutage hin, deutlich näher am wirklichen Hardware-Limit zu operieren. Schließlich bedeutet es im Zeitalter dynamischer Boost-Taktraten anhand von Power- und Temperatur-Limits auch umgehend eine Mehrperformance, wenn man niedrigere Chipspannungen ansetzen kann. Es wird interessant werden zu sehen, mit welchen Chipspannungen letztlich die Gaming-Varianten von Vega 10 erscheinen – auf Basis dieser Erkenntnisse scheint da noch einiges an Spielraum zu sein, welche AMD bei Radeon RX Vega XL, XT & XTX nutzen könnte.

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