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Hardware- und Nachrichten-Links des 27. Juli 2020

Videocardz berichten über interessante Funde in einem neuen Linux-Treiber, welche explizit von HBM-Speicher bei "Sienna Cichild" (bisher klar "Navi 21" oder "Big Navi" zugeordnet) sprechen. Dabei ergibt sich eine Interface-Größe von 2048 Bit, als auch wird "HBM Memory" direkt im Wortlaut genannt – ist hierzu also recht wenig Interpretations-Spielraum vorhanden. Dennoch kann (und wird) diese Information derzeit noch angezweifelt, denn dies käme gegenüber allem, was zuletzt von AMD bezüglich der Speicherbestückung von zukünftigen Gaming-Lösungen zu hören war, doch reichlich überraschend. Zudem ist ein 2048-Bit-Interface aus dem HBM-Bereich vergleichsweise knapp, um das zuletzt berichtete 512-Bit-Interface bei der Speicherbandbreite zu schlagen. Dies funktioniert eigentlich nur dann, wenn man GDDR6 nicht komplett ausreizt und dafür dann zu den neuesten und teuersten HBM-Taktungen greift (SK Hynix mit bis zu 1800 MHz).

2048 Bit HBM2 512 Bit GDDR6
durchschnittliche Taktung 1200 MHz = 614 GB/sec 14 Gbps = 896 GB/sec
gutklassige Taktung ~1600 MHz = 819 GB/sec 16 Gbps = 1024 GB/sec
beste erreichbare (teuerste) Taktung 2400 MHz = 1229 GB/sec ~20 Gbps = 1280 GB/sec
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Umfrage-Auswertung: Werden bestimmte Boardhersteller beim Grafikkarten-Kauf bevorzugt?

Mittels einer Umfrage vom Mai wurde nach den Boardhersteller-Präferenzen beim Grafikkarten-Kauf gefragt. Dabei sind gewisse Hersteller-Präferenzen überhaupt nichts verkehrtes, die meisten langjährigen Grafikkarten-Käufer haben über die Zeit gute/schlechte Erfahrungen mit einzelnen Marken gemacht – und lassen selbige natürlich in ihre Entscheidung bei weiteren Neukäufen einfließen. Gemäß der Umfrage zeigt sich in dieser Frage eine recht breite Stimmenverteilung, wenn 39,1% der Umfrageteilnehmer eine klare Präferenz zugunsten einzelner oder weniger Grafikkarten-Hersteller haben, und demzufolge 60,9% der Umfrageteilnehmer keine oder nur eine geringe Präferenz angeben. Wenigstens gewisse Hersteller-Vorlieben hat dann aber dennoch die Mehrheit der Umfrageteilnehmer, denn nur 21,4% stimmten gänzlich gegen jegliche Hersteller-Präferenz.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 25./26. Juli 2020

Von Twitterer Rogame kredenzte Infos zu Intels "Rocket Lake" werden derzeit weit beachtet, steht doch damit der nächste Intel-Versuch (nach "Comet Lake") an, gegenüber AMDs Prozessoren einen wirkungsvollen Gegenschlag anzubringen. Dafür wird Rocket Lake wie bekannt die "Cove" CPU-Kerne bemühen, allerdings in einem 14nm-Backport. Bisher konnte man sich noch streiten, ob die CPU-Kerne von Rocket Lake eher "Sunny Cove" (von Ice Lake) oder "Willow Cove" (von Tiger Lake) nahekommen, laut Rogame löst Intel dies nunmehr tatsächlich salomonisch durch einen Eigennamen der CPU-Kerne von Rocket Lake namens "Cypress Cove". Und vielleicht steckt in Rocket Lake auch wirklich mehr denn ein Technik-Mix als denn ein einfacher 14nm-Backport – dies würde zumindest das vergleichsweise maue Benchmark-Resultat vom Donnerstag erklären. Gut denkbar, dass Intel nicht alles von den neuen Cove-Kernen übernehmen konnte bzw. zugunsten der 14nm-Fertigung bzw. hohen Taktraten gewisse Kompromisse eingehen musste. Wie am Benchmark-Resultat zu erkennen, kommt dabei durchaus der IPC-Vorteil der Cove-Kerne durch, womit der seitens Rogame gemeldete IPC-Vorteil von um die +10% als sehr realistisch erscheint.

Some Intel RocketLake info
> Cypress cove core (confirming @mooreslawisdead info)
> IPC over SKL is around 10% +-
> 5GHz+ final clocks
> TDP is high

Quelle:  Rogame @ Twitter am 25. Juli 2020

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Neuer Artikel: Erster Blick auf die Performance von Desktop-Renoir

Mit den Ryzen 4000G APUs auf Basis von "Desktop-Renoir" hat AMD ein sehr interessantes und lange erwartetes Produkt vorgestellt – welches leider nahezu ausschließlich in das OEM-Geschäft zu den Herstellern von Komplett-PCs gehen wird. Allerdings gibt es auch eine dazugehörige Pro-Serie, die für Systemintegratoren gedacht ist, welche sich teilweise auch über die großen Distributoren versorgen – womit jene Pro-Modelle dann teilweise auch im Einzelhandel landen. In Fernost ist dies augenscheinlich bereits der Fall, von dort kommen daher auch die ersten vollständigen Testberichte, erstellt zumeist auf Basis von Verkaufsmodellen zu Ryzen 4000G (Pro). Mit dem nachfolgenden Artikel sollen die dabei aufgelaufenden Benchmarks ausgewertet und eine vorläufige Einordnung der Anwendungs-, Spiele- und iGPU-Performance von Ryzen 4000G angestellt werden ... zum Artikel.

Ryzen 3000 Ryzen 4000G Ryzen 4000G Pro
Codename "Matisse" (Zen 2) "Renoir" (Zen 2) "Renoir" (Zen 2)
Achtkerner Ryzen 7 3800XT – 3.9/4.7 GHz, 105W
Ryzen 7 3800X – 3.9/4.5 GHz, 105W
Ryzen 7 3700X – 3.6/4.4 GHz, 65W
Ryzen 7 4700G – 3.6/4.4 GHz, 65W
Ryzen 7 4700GE – 3.1/4.3 GHz, 35W
Ryzen 7 Pro 4750G – 3.6/4.4 GHz, 65W
Ryzen 7 Pro 4750GE – 3.1/4.3 GHz, 35W
Sechskerner Ryzen 5 3600XT – 3.8/4.5 GHz, 95W
Ryzen 5 3600X – 3.8/4.4 GHz, 95W
Ryzen 5 3600 – 3.6/4.2 GHz, 65W
Ryzen 5 4600G – 3.7/4.2 GHz, 65W
Ryzen 5 4600GE – 3.3/4.2 GHz, 35W
Ryzen 5 Pro 4650G – 3.7/4.2 GHz, 65W
Ryzen 5 Pro 4650GE – 3.3/4.2 GHz, 35W
Vierkerner Ryzen 3 3300X – 3.8/4.3 GHz, 65W
Ryzen 3 3100 – 3.6/3.9 GHz, 65W
Ryzen 3 4300G – 3.8/4.0 GHz, 65W
Ryzen 3 4300GE – 3.5/4.0 GHz, 35W
Ryzen 3 Pro 4350G – 3.8/4.0 GHz, 65W
Ryzen 3 Pro 4350GE – 3.5/4.0 GHz, 35W
Verfügbarkeit Einzelhandel rein für OEMs Einzelhandel (schlecht verfügbar)
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Gleiche Karte, gleicher Preis: Ampere oder RDNA2?

Noch sind keine der vermuteten Spezifikationen zu den nächsten Grafikkarten-Generationen in Stein gemeißelt – womit jetzt ein guter Zeitpunkt ist zu fragen, wie die Wahl der Grafikkarten-Käufer ausgeht, wenn am Ende beide Hersteller mit ähnlichen Karten antreten sollten: Gleiche Performance, gleicher Stromverbrauch, gleiche Speichermenge, gleicher Preis. Wer bekommt in dieser Situation den Zuschlag? Entscheiden die zusätzlichen Features – beispielsweise DLSS, CUDA & G-Sync bei nVidia oder FreeSync bei AMD (RayTracing wird in dieser Generation von beiden geboten werden)? Oder fällt diese Entscheidung anhand anderer Maßstäbe?
PS: Diskussion zur Umfrage und zum Umfrageergebnis in unserem Forum.
PS2: Umfrage-Idee seitens Don Charlie @ Twitter.

AMD RDNA2 - wegen der zusätzlichen Features
9% (130 Stimmen)
AMD RDNA2 - wegen Underdog-Bonus
31% (455 Stimmen)
AMD RDNA2 - anderer Grund
20% (284 Stimmen)
nVidia Ampere - wegen der zusätzlichen Features
21% (304 Stimmen)
nVidia Ampere - wegen weniger Treiber-Problemen
13% (193 Stimmen)
nVidia Ampere - anderer Grund
6% (84 Stimmen)
Gesamte Stimmen: 1450
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Umfrage-Auswertung: Ist die Anschaffung eines 4K-Monitors geplant (2020)?

Mittels einer Umfrage von Mitte April wurde mal wieder nach dem Stand bezüglich 4K-Monitoren gefragt, äquivalent zu gleichlautenden Umfragen aus den Jahren 2016, 2015 und 2014. Gegenüber dem Stand von vor 6 Jahren, als 4K-Monitore erstmals bezahlbar wurden, hat sich inzwischen einiges getan, wenn derzeit immerhin 27,4% der Umfrageteilnehmer bereits zu deren Nutzern zählen. Noch können 4K-Monitore allerdings nicht die Mehrheit begeistern, denn deren Nutzer und (geplant) zukünftigen Nutzer erreichen kumuliert derzeit zwar schon 40,9%, für die Gegenseite ergibt dies aber immer noch einen Stimmenanteil von 59,1%. Dabei sind jene 15,3% der Umfrageteilnehmer, welche noch auf günstigere Preise bzw. die Beseitigung technischer Unzulänglichkeit warten, vielleicht noch am ehesten zu überzeugen – und könnten zukünftig die Kräfteverteilung durchaus in Richtung "pro 4K" kippen lassen.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 24. Juli 2020

Twitterer Leakbench hat einen Geekbench-Eintrag zu Rocket Lake-S erspäht. Der Prozessor lief dort mit 8 CPU-Kernen samt 16 Threads auf einem Basistakt von 3.4 GHz und einem angezeigten Maximal-Takt von 4978 MHz. Das damit erzielte Benchmark-Ergebnis ist allerdings nicht besonders prall: Zwar exzellent im Singlethread-Bereich (die IPC-Verbesserungen der zugrundeliegenden Cove-Architektur zeigen sich deutlich), im Multithread-Bereich jedoch klar zurückhängend gegenüber selbst Intels eigenen Achtkernern – von Intels Zehnkernern und AMDs 12-Kernern gar nicht erst zu reden. Dabei sind die zum Vergleich herangezogenen offiziellen Geekbench-Resultate üblicherweise nicht wirklich hochklassig, gibt es in der Geekbench-Datenbank durchaus auch bessere Einzelergebnisse (selbst ohne Übertaktung, wenngleich dies immer schwer zu erkennen ist). Zur Ehrenrettung des Rocket-Lake-Testsamples kann man allerdings anbringen, dass Vorserien-Exemplare nie bereits die vollständige Performance der Serien-Modelle zeigen müssen und dass hier gleichfalls Differenzen in der angesetzten TDP existieren können.

Technik GB5 (ST) GB5 (MT) Quelle
Core i9-10900K Comet Lake, 10C/20T, 3.7/5.3 GHz, 125W TDP 1417 11006 offizielles GB-Resultat
Core i7-10700K Comet Lake, 8C/16T, 3.8/5.1 GHz, 125W TDP 1354 8994 offizielles GB-Resultat
Core i7-10700 Comet Lake, 8C/16T, 2.9/4.8 GHz, 65W TDP 1274 8254 offizielles GB-Resultat
Rocket Lake 8C RKL (Willow/Cypress Cove), 8C/16T, 3.4/? GHz, ?W TDP 1507 7603 Geekbench-Datenbank
Ryzen 9 3900X Zen 2, 12C/24T, 3.8/4.6 GHz, 105W TDP 1279 12042 offizielles GB-Resultat
Ryzen 7 3800X Zen 2, 8C/16T, 3.9/4.5 GHz, 105W TDP 1285 9021 offizielles GB-Resultat
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Die Intel-Geschäftsergebnisse im zweiten Quartal 2020

Chip-Entwickler Intel hat seine Geschäftszahlen für das zweite Jahresquartal 2020 vorgelegt, welche gemessen an den Umständen vernünftig bis gutklassig aussehen. Zur Betrachtung der Zahlen ergeben sich allerdings ganz verschiedenartige Ansatzpunkte: Der nominelle Vergleich mit dem Zahlen des Vorjahreszeitraums sieht Intel mit klaren Zugewinnen von +20% Umsatz, +22% Gewinn sowie +23% operativer Gewinn. Der Vergleich mit dem direkten Vorquartal sieht hingegen nur mit Augenzudrücken "ähnliche" Ergebnisse bei -0,5% Umsatz, -10% Gewinn sowie -19% operativem Gewinn, was jedoch den für ein zweites Jahresquartal zumeist üblichen Zuwachs klar vermissen läßt. Dabei hätte zusätzlich auch noch die Corona-Krise eher denn für einen gewissen geschäflichen Aufschwung gesprochen – schließlich wird IT-Technik derzeit vermehrt nachgefragt, gerade Prozessoren für Notebooks, Desktops und Server.

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Offizielle Listenpreise zur Ryzen PRO 4000G Serie samt erster Einzelhandels-Notierungen

Von Twitterer Momomo kommt eine AMD-interne Preisliste für Desktop-Prozessoren, welche auch Einträge für Ryzen 4000G APUs enthält – allerdings ausschließlich in deren Pro-Varianten. Danach kostet der Vierkerner "Ryzen 3 Pro 4350G" offiziell 149 Dollar (beachtbar teurer als der Ryzen 3 3300X), der Sechskerner "Ryzen 5 Pro 4650G" offiziell 209 Dollar (zwischen Ryzen 5 3600 & 3600X gelegen) sowie der Achtkerner "Ryzen 7 Pro 4750G" offiziell 309 Dollar. Letzterer ergibt damit dann sogar die nominell günstigste Achtkern-CPU von AMD, denn der Ryzen 7 3700X steht für 329 Dollar in AMDs Preisliste. Rein von den offiziellen Listenpreisen her stellen die Renoir-basierten Sechs- und Achtkerner somit gute Angebote dar, während der Renoir-basierte Vierkerner nominell deutlich zu teuer gegenüber dem sogar taktstärkeren Ryzen 3 3300X ist. Die jeweiligen GE-Modelle mit abgesenkten Taktraten und dafür nur 35 Watt TDP setzt AMD im übrigen auf exakt denselben Listenpreisen (wie die jeweiligen G-Modelle) an.

(non-Pro-Modell) Kerne Takt L2+L3 iGPU TDP/PPT Liste Straße
Ryzen 7 3800XT - 8C/16T 3.9/4.7 GHz 4+32 MB keine 105/142W 399$ ab 379€
Ryzen 7 3800X - 8C/16T 3.9/4.5 GHz 4+32 MB keine 105/142W 399$ ab 315€
Ryzen 7 3700X - 8C/16T 3.6/4.4 GHz 4+32 MB keine 65/88W 329$ ab 290€
Ryzen 7 Pro 4750G (Ryzen 7 4700G) 8C/16T 3.6/4.4 GHz 4+8 MB Vega 8 @ ≤2.1 GHz 65/?W 309$ ab 349€
Ryzen 5 3600XT - 6C/12T 3.8/4.5 GHz 3+32 MB keine 95/128W 249$ ab 237€
Ryzen 5 3600X - 6C/12T 3.8/4.4 GHz 3+32 MB keine 95/128W 249$ ab 199€
Ryzen 5 Pro 4650G (Ryzen 5 4600G) 6C/12T 3.7/4.2 GHz 3+8 MB Vega 7 @ ≤1.9 GHz 65/?W 209$ ab 238€
Ryzen 5 3600 - 6C/12T 3.6/4.2 GHz 3+32 MB keine 65/88W 199$ ab 159€
Ryzen 3 Pro 4350G (Ryzen 3 4300G) 4C/8T 3.8/4.0 GHz 2+4 MB Vega 6 @ ≤1.7 GHz 65/?W 149$ ab 189€
Ryzen 3 3300X - 4C/8T 3.8/4.3 GHz 2+16 MB keine 65/88W 120$ ab 130€
Ryzen 3 3100 - 4C/8T 3.6/3.9 GHz 2+16 MB keine 65/88W 109$ ab 105€
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Hardware- und Nachrichten-Links des 23. Juli 2020

Einigermaßen in Diskussion ist derzeit die Anzahl der PCI Express Lanes von "Renoir". Dessen Mobile-Ausführungen bieten bekannterweise nur 8 Lanes für die (extra) Grafiklösung, zuzüglich 4 weiteren für eine NVMe-SSD sowie 4 weiteren für die Chipsatz-Kapazitäten. Bislang war dies der offizielle AMD-Standpunkt, exakte Aussagen zu auf dem Renoir-Die vorliegenden wirklichen Kapazitäten gab es nicht. Aufgrund diverser Die-Shots wurde allerdings kürzlich schon die Annahme getroffen, wonach auf dem Renoir-Die mehr vorliegen könnte als diese kumulativ 16 PCI Express Lanes. Zum Start von Desktop-Renoir gab es in dieser Frage zuerst leider keine Aufklärung, teilweise scheint AMD sogar höchstselbst die falsche Angaben herausgegeben zu haben, es würde weiterhin nur insgesamt 16 PCI Express Lanes geben. Doch wie AMDs Robert Hallock auf Discord (in Kopie bei Reddit) eindeutig klarstellt, verfügt Desktop-Renoir über (freigeschaltete) 24 PCI Express Lanes – womit eine extra Grafikkarte ergo mittels 16 Lanes angebunden werden kann:

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