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nVidia startet die GeForce 900 Serie am 19. September

Laut Videocardz wird nVidia seine nächste Grafikkarten-Serie nicht "GeForce 800 Serie", sondern unter Auslassung dieses Nummernkreises "GeForce 900" Serie nennen. Hauptgrund hierfür soll sein, daß nVidia im Mobile-Segment demnächst eine "GeForce 900M Serie" bringen wird, da dort eine (weitgehend Kepler-basierte) "GeForce 800M Serie" schon existiert und man schlicht eine Nummerngleichheit zwischen Desktop- und Mobile-Segment erreichen wollte. In dem Sinne, daß es für die Endkunden nicht noch undurchsichtiger wird als es teilweise schon ist, darf dies sicher als gute Entscheidung betrachtet werden.

Zugleich konnte man genauere Daten zum Launch der ersten GeForce 900 Lösungen liefern: Am 9. oder 10. September wird es eine Ankündigung der "zweiten Maxwell-Generation" geben (als "erste Maxwell-Generation" wird bei nVidia die GeForce 750 Serie bezeichnet), während am 19. September das NDA zu GeForce GTX 970 und 980 fallen soll. Dann dürfte es auch entsprechende Tests respektive Launch-Artikel der bekannten Hardwaretest-Webseiten geben, möglicherweise zum nVidia-typischen Zeitpunkt von 15 Uhr deutscher Zeit.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 28. August 2014

Im Fall der gefälschten nVidia-Grafikkarten hat man bei Heise weitere Händler-Listungen entdeckt, welche mit derselben Artikelnummer wie die gefälschte GeForce GTX 660 im europäischen Ausland angeboten werden. In einigen Fällen wird dabei wieder "Point of View" als Hersteller genannt – was den Druck auf den Hersteller, sich ordentlich zu erklären, eigentlich erhöhen sollte. Leider versucht es Point of View derzeit immer noch auf die autoritäre Art und hat von Heise unter Androhung rechtlicher Schritte gefordert, nicht mehr in diesem Zusammenhang erwähnt zu werden. Eine souveräne Krisenbewältigung sieht sicherlich anders aus, selbst wenn man sich derzeit noch nicht sicher sein kann, in wie weit Point of View tatsächlich Verantwortung in diesen Fall trägt. Normalerweise müsste man sich als großer Hersteller aus jeglichen halbseidenen Geschäften heraushalten, da ansonsten gewaltiger Ärger mit den (nur zwei vorhandenen) Grafikchip-Entwicklern droht, auf welche man letztlich angewiesen ist. Insofern würde es überraschen, wenn man sich bei Point of View bewußt dafür entschlossen hätte, an dieser Räuberposse mitzuwirken – aber auszuschließen ist in dieser Angelegenheit inzwischen gar nichts mehr.

Nach Fudzilla wird Intels 2015er Prozessoren-Architektur "Skylake" angeblich sogar DirectX-12-Support in seiner Grafiklösung anbieten. Wie Fudzilla allerdings schon richtig anmerken, ist damit aber nicht klar, ob nur die Software-, sondern auch die potentiellen Hardware-Features von DirectX 12 gemeint sind. DirectX 12 in Software bei Skylake dürfte schließlich automatisch gegeben sein, nachdem bereits Haswell prinzipiell dazu in der Lage ist (wird von Intel aber wohl nur für Iris-Grafiklösungen freigeschaltet). Theoretisch könnte sich Intel zwar durchaus zu DirectX 12 in Hardware bei Skylake aufschwingen, nachdem Haswell bereits DirectX 11.1 beherrscht und der DirectX-Support von Broadwell kürzlich auf DirectX 11.2 verbessert wurde – andererseits sind CPU-Entwicklungen bei Intel sehr langfristig angelegt, dürfte das finale Skylake-Design längst in trockenen Tüchern sein. Für das eher kurzfristig angekündigte DirectX 12 dürfte es zu spät gewesen sein, um jenes noch in das Skylake-Design zu integrierten. Aber dies alles geht natürlich davon aus, daß DirectX 12 überhaupt echte Hardware-Features mit sich bringt – was dato immer noch unsicher und in jedem Fall nicht genauer spezifiziert ist.

Laut der DigiTimes hat Intel im ersten Halbjahr 2014 weniger als 15 Millionen Tablet-Prozessoren verkauft – und will die eigene Zielvorgabe von 40 Millionen Stück im Jahr 2014 dadurch erreichen, daß man im zweiten Halbjahr nun eben 25 Millionen Stück verkauft. Angesichts dessen, daß man preislich schon auf Midrange-Niveau (für richtig schnelle SoCs) heruntergegangen ist und zuzüglich weiterer Werbekosten-Zuschüsse inzwischen Milliarden Dollar in diesem Markt versenkt hat, ist dies überaus ambitioniert – gerade weil der Tablet-Markt dieses Jahr eher nur in Richtung 5-10% wachsen wird, womit ein automatisches Stückzahlen-Wachstum im Sog eines nach oben gehenden Markts nicht passieren wird. Intels eigentlich für dieses Jahr geplanten 14nm-SoCs werden dem Chipentwickler schmerzlich fehlen, aber letztere kommen nun sogar erst im Sommer 2015. Trotzdem dürfte Intel sicherlich eine Zahl von mehr als 30 Millionen verkaufter Tablet-Prozessoren im Jahr 2014 erreichen, was eine gewisse Duftnote in diesem grob 200 Millionen Stück pro Jahr großen Markt setzt und die Basis für neue Angriffe im Jahr 2015 stellt.

Nur Geld verdient Intel derzeit in diesem Marktsegment eben nicht – es werden vielmehr unter dem Verlust von Abermilliarden Dollar allein Marktanteile errungen in einem Markt, welcher sich vermutlich schon in einigen Jahren vorwiegend im (wenig margenträchtigen) LowPrice-Segment abspielen wird. Intel kann nur darauf hoffen, irgendwann einmal über die überlegene Fertigungstechnologie dort Gewinne zu machen, wo sich die anderen Anbieter beim Selbstkostenpreis abmühen. Die bei Intel selbstverständlichen Gewinnmargen des PC-Geschäfts erscheinen für das Tablet-Segment jedoch als unerreichbar – denn jene PC-Margen werden schließlich allein über die weitgehende Ausschaltung der Konkurrenz erzielt, wovon Intel im Tablet-Markt noch überaus weit entfernt ist. Andererseits hatte Intel wohl gar keine andere Wahl, als in dieses Segment zu gehen – denn das PC-Segment ist zwar weiterhin margenstark und scheint sich inzwischen auch von den Stückzahlen her gefangen zu haben, aber die Bedeutungsschwerpunkte der Konsumenten haben sich nun einmal nachhaltig weg vom klassischen PC hin zu Smartphones und Tablets verschoben. Wollte Intel diese Märkte auslassen, würde dies einen langfristig erheblichen Bedeutungsverlust ausmachen – was sich Intel als führende IT-Firma einfach nicht leisten kann.

Gemäß WinFuture sind verschiedenen PC-Hersteller schon so fixiert auf das kommende Windows 9, das man jenes bereits fest für das Jahresende 2014 erwartete – und nun darüber enttäuscht ist, daß vor dem Frühjahr 2015 wohl nicht passiert (wobei sich dies locker und leicht noch auf den Sommer oder Herbst 2015 verschieben kann). Wahrscheinlich dürfte hier mitschwingen, daß es endlich in die Entscheiderebenen vorgedrungen ist, was für ein Verkaufsbremser Windows 8 wirklich ist – und daß es nach dem Verkaufsende von Windows 7 immer schwieriger wird, dieses Problem irgendwie zu übertünchen (Anmerkung: nicht gegen Windows-8-Fans gerichtet, dies soll nur eine Beschreibung der Marktsituation sein). Weil die PC-Hersteller mit dem geplanten Windows-9-Launch im Frühling nicht warm werden – ausgerechnet zum Beginn der Saure-Gurken-Zeit – denkt man über Behelfslösungen wie PCs mit Windows-9-Gutschein zur späteren Umrüstung oder aber sogar PCs mit installierter Beta-Version von Windows 9 nach. Ob Microsoft da mitspielt, bleibt abzuwarten – insbesondere letztere Idee dürfte kaum dem Microsoft-Anspruch gerecht werden, zudem sind Beta-Versionen oftmals auch funktionell ungeeignet für Produktiv-Umgebungen.

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Aktualisierte Intel Prozessoren-Roadmap: Braswell noch weiter verschoben

Seitens CPU-World kommt die Nachricht, daß Intels nächster SoC-Prozessor "Braswell" noch weiter verschoben wird – der neue Termin lautet nunmehr auf einen Produktionbeginn im April bis Juni 2015 und einen Auslieferungsbeginn im Juni bis August 2015, sprich Sommer 2015. Damit kommt Intels erster 14nm-SoC nochmals später an als die sowieso schon deutlich verschobenen Broadwell-Prozessoren – und Mitte 2015 könnten auch schon erste SoCs anderer Chipfertiger in der 14nm/16nm-Fertigung in Sichtweite gelangen, verliert Intel zumindest in dieser Generation also seinen üblicherweise zeitlich deutlichen Fertigungsvorteil.

Bei dieser Gelegenheit erhält die nachfolgende Intel Prozessoren-Roadmap auch ein wichtiges Update in der Frage, wie Intels Braswell-SoC nunmehr einzuschätzen ist. Leider gab es hierzu nie eine klare Aussage seitens Intel, aber es erscheint mittlerweile als eher wahrscheinlich, daß Braswell schlicht ein anderer Name für die früher an derselben Stelle genannten "CherryTrail"-Prozessoren ist. Ganz sicher konnte das allerdings noch niemand bestätigen – selbst CPU-World geben in der vorverlinkten Meldung erstmals an, daß Braswell auf Airmont-CPU-Kernen basieren soll (mit welchen CherryTrail antreten sollte), begründen dies aber leider nirgendwo. Da sich aber Braswell nun noch weiter ins Jahr 2015 verspätet, erscheint es als wenig glaubwürdig, daß Intel danach noch weitere 14nm-SoCs bringen will – abgesehen von "WillowTrail" mit Goldmont-CPU-Kernen, welche allerdings eine neue Architekturstufe bei Intels LowPower-Prozessoren darstellen sollen.

Für den Augenblick nehmen wir mal an, daß Braswell schlicht ein anderer Name für CherryTrail ist, sprich das Braswell mit den Airmont-CPU-Kernen antreten wird, welche eine 14nm-Weiterführung der Silvermont-CPU-Kerne der aktuellen BayTrail-Prozessoren darstellen. In wie weit Intel an der Airmont-Architektur neben dem Wechsel der Fertigungstechnologie noch weitere Verbesserungen anbringt, bliebe dabei abzuwarten. Sicher ist in jedem Fall ein deutlicher Ausbau der Grafikfähigkeiten, da Intel bei Braswell gleich mit 16 Ausführungseinheiten (EU) antreten will, was viermal soviel wie beim Vorgänger BayTrail (4 EU) ist und dann nahezu das Niveau der kleineren Grafiklösungen in den PC-Prozessoren erreicht (Haswell GT2-Grafik mit 20 EU). Dies erscheint für SoCs als ein wenig viel, andererseits liegen Intels LowPower-Prozessoren bisher bei der Grafikperformance zumindest gegenüber AMDs LowPower-Prozessoren deutlich zurück.

LowPower Mainstream/Performance Enthusiast
Iststand BayTrail
22nm, 2-4 Silvermont CPU-Kerne, integrierte Grafik mit 4 EU, DirectX 11.0 (Intel Gen. 7), DualChannel DDR3/1333
(Modell-Liste)
Haswell-Refresh
22nm, 2-4 CPU-Kerne, integrierte Grafik mit 20 oder 40 EU sowie optionalem eDRAM, DirectX 11.1 (Intel Gen. 7.5), Sockel 1150, DualChannel DDR3/1600
(Modell-Liste)
Ivy Bridge E
22nm, 4-6 CPU-Kerne, keine integrierte Grafik, Sockel 2011, QuadChannel DDR3/1866
(Modell-Liste)
29. August 2014 Haswell-E
22nm, 6-8 CPU-Kerne, keine integrierte Grafik, Sockel 2011-v3, QuadChannel DDR4/2133
(Modell-Liste)
Q4/2014 bis Q2/2015 Broadwell
14nm (Refresh zu Haswell, 5% mehr IPC), 2-4 CPU-Kerne, integrierte Grafik mit 24 oder 48 EU sowie optionalem eDRAM, DirectX 11.2 (Intel Gen. 8), Sockel 1150, DualChannel DDR3
(Ultrabook-Modelle zum Ende 2014, Mobile-Modelle im Q1/2015, ungelockte Desktop-Modelle im Sommer 2015, keine normalen Desktop-Modelle geplant)
Sommer 2015 Braswell
14nm, Airmont CPU-Kerne, integrierte Grafik mit bis zu 16 EU, DirectX 11.2 (Intel Gen. 8)
Skylake
14nm (neue Architektur), 2-4 CPU-Kerne
integrierte Grafik mit 36 oder 72 EU sowie optionalem eDRAM, DirectX 11.2+ (Intel Gen. 9), Thunderbolt III, Sockel 1151, DualChannel DDR3/1600 bzw. DDR4/2133
Herbst 2015 Broadwell-E
14nm, 6-8 CPU-Kerne, keine integrierte Grafik, Sockel 2011-v3, DDR4
2016 WillowTrail
14nm (neue Architektur), Goldmont CPU-Kerne, integrierte Grafik, DirectX 11.2+ (Intel Gen. 9)
Cannonlake
10nm (Refresh zu Skylake)
Herbst 2016 Skylake-E
14nm, keine integrierte Grafik, PCI Express 4.0, DDR4
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Hardware- und Nachrichten-Links des 26./27. August 2014

Im Fall der gefälschten nVidia-Grafikkarten gibt es neue Entwicklungen, wonach der betroffene Distributor "Kosatec" gegenüber Heise nunmehr Rechnungen vorgelegt hat, welche darlegen, daß die gefälschten Karten direkt vom niederländischen Grafikkarten-Hersteller Point of View bezogen wurden. Daraus sollte man jetzt zwar noch keine vorschnellen Schlüsse ziehen – aber nunmehr sind Point of View und auch nVidia final dazu aufgefordert, sich erschöpfend zu erklären. Zudem berichten Heise über Anzeichen, daß neben den ca. 300 gefälschten GeForce GTX 660 und ca. 100 gefälschten GeForce GTX 650, welche im Juli an Kosatec gingen, auch früher schon solcherart Karten in den Einzelhandel gelangt sind als auch in Komplettsystemen verbaut worden.

Daneben hält die Foren-Diskussion zum Thema auch noch weitere Verdachtsfälle auf andere Grafikkarten-Fälschungen parat: So eine seitens des Hongkonger Händlers "Tmart" angebotenen "GeForce GTX 650 Ti 2GB 384Bit DDR3" – mit (angeblich) GK106-Chip auf nur 600 MHz Takt, dafür aber sattem 384 Bit DDR Speicherinterface, an welchem dann aber wiederum nur 2 GB DDR3-Speicher hängen. Oder seitens des ebenfalls aus Hongkong heraus operierenden Händlers "Easy-Taobao", welcher eine "GTX680 independent 2G 2048M 384-bit" anbietet – mit angeblichem GK104-Chip, der jedoch nur 128 Shader-Einheiten auf 650 MHz Chiptakt aufweist und dann wieder am selben 384 Bit DDR Speicherinterface 2 GB DDR3-Speicher aufbietet. Dies passt bezüglich der technischen Daten in beiden Fällen natürlich vorn und hinten nicht zusammen – das Speicherinterface ist viel zu dick, die Speichermenge dafür unpassend, die Anzahl der Shader-Einheiten natürlich viel zu gering.

Aller Vermutung nach dürfte es sich beiderseits um eine Verklappung von Altbeständen irgendeiner LowCost-Lösung handeln, welche der realen GeForce GTX 650 Ti und vor allem der realen GeForce GTX 680 weit hinterhersegeln. Letztgenannte Karte kommt im übrigen in einem Karton mit dem vielversprechenden Aufdruck "Radeon nVidia HD/NV Series" daher – aber Kreativität bei ihren Produkt-Kopien und -Fälschungen war noch nie das Problem von fernöstlichen Geschäftemachern. Easy-Taobao hat im übrigen noch einige andere Granaten im Angebot, getarnt als GeForce GTX 780 oder GeForce GTX 770, beide natürlich ebenfalls offensichtliche Fälschungen auf Basis irgendeines LowCost-Grafikchips. Zur Krönung sitzen beide genannten Händler im selben Gebäude in Hongkong – und zwar sogar im selben Raum, was alle Fragen darüber, wie diese Firmen einzuordnen sind, beantworten dürften. Allerdings bestellt man sich (bei klarem Verstand) wohl kaum Hardware direkt aus Fernost – jedenfalls nicht dann, wenn es sich um "Schnäppchenangebote" handelt.

WinFuture berichten über den Hintergrund der kürzlichen Monopolvorwürfe gegen Microsoft in China: Dabei wird tatsächlich der alte Vorwurf der Kopplung des Windows-Betriebssystem mit Internet Explorer und Media Player neu vorgetragen – wobei dies nicht einmal zu Unrecht geschieht, denn im entsprechenden EU-Kartellverfahren hat Microsoft zwar ein wenig Kohle abgedrückt, ansonsten aber an seinem Verhalten grundsätzlich festgehalten. Andererseits erscheinen viele der derzeit gegen westliche IT-Firmen in China ergriffenen Maßnahme und Vorwürfe eher denn Teil eines generellen Konzepts zur Nationalisierung des chinesischen IT-Markts zu sein – welche also unabhängig davon ergriffen werden, ob an den konkreten Vorwürfen etwas dran ist bzw. ob man ein echtes Interesse an der Durchsetzung der dahinterstehenden gesetzlichen Bestimmungen hat.

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Gefälschte nVidia-Grafikkarten im deutschen Einzelhandel

Heise berichten man über einen drastischen Fall von Hardware-Fälschung, welcher derzeit deutsche Grafikkarten-Käufer betrifft. Denn bei mehreren Einzelhändlern sollen "GTX650 4096MB Nvidia bulk" und "GTX660 4096MB Nvidia bulk" Karten eines nicht genauer spezifizierten Grafikkarten-Herstellers zu haben sein, welche dreist gefälscht wurden. Genauere Details liegen nur zur angeblichen GeForce GTX 660 vor, welche in originaler Form eine passable Grafikkarte des Performance-Bereichs auf Basis des GK106 Kepler-Chip mit 960 Shader-Einheiten an einem 192 Bit DDR Speicherinterface darstellt. Die von Heise dokumentierte gefälschte Karte basiert hingegen auf dem GF106/GF116 Fermi-Chip mit 144 Shader-Einheiten an einem 128 Bit DDR Speicherinterface. An jenes war zudem nur auf 533 MHz taktender DDR3-Speicher angeschlossen, womit die Speicherbandbreite der Karte nur unterirdische 17 GB/sec ergab – die meisten selbst der heutigen LowCost-Karten haben mehr.

Die gefälschte Karte wird gegenüber echten LowEnd-Angeboten etwas durch die gleich 144 (Fermi) Shader-Einheiten gerettet, aber wirklich mehr als die Performance typischer LowCost-Grafikkarte kommt hierbei nicht heraus – schon die GeForce GT 730 64-Bit GDDR5 bietet zum Preispunkt von 50 bis 60 Euro etwas mehr Performance als diese Hardware-Fälschung. An die Performance der originalen GeForce GTX 660 kommt die Hardware-Fälschung natürlich nicht im Ansatz heran, spielt bei einem Performance-Unterschied etwas mehr von Faktor 4 sogar in einer völlig anderen, um mehrere Dimensionen niedrigeren Liga. Sehr frech ist in diesem Zusammenhang der Preispunkt der Hardware-Fälschung von um 160 Euro – dies sind locker zwei Drittel mehr, als was die Karte gemäß ihrer Performance wirklich wert wäre.

originale GeForce GTX 660 gefälschte "GTX660 4096MB Nvidia bulk" originale GeForce GT 730 128-Bit originale GeForce GT 730 64-Bit GDDR5
Technik nVidia GK106, 28nm, Kepler-Architektur, DirectX 11.0, 960 Shader-Einheiten, 80 TMUs, 24 ROPs, 192 Bit DDR Speicherinterface, 980/1033/3000 MHz nVidia GF106/GF116, 40nm, Fermi-Architektur, DirectX 11.0, 144 Shader-Einheiten, 24 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit DDR Speicherinterface, 900/1800/533 MHz nVidia GF108, 40nm, Fermi-Architektur, DirectX 11.0, 96 Shader-Einheiten, 16 TMUs, 4 ROPs, 128 Bit DDR Speicherinterface, 700/1400/800-900 MHz, (exaktes Rebranding der GeForce GT 430) nVidia GK208, 28nm, Kepler-Architektur, DirectX 11.0, 384 Shader-Einheiten, 32 TMUs, 8 ROPs, 64 Bit DDR Speicherinterface, 902/2500 MHz
3DMark13 Firestrike 4266 949 693 1490
3DC Perf.-Index 250% ~60% 45% ~80%
Preislage 140-160 Euro angeboten für 160 Euro 50-60 Euro 50-60 Euro

Wie es zu diese Hardware-Fälschung bzw. diesem Angebot bei deutschen Einzelhändlern kam, ist noch weitgehend im Ungewissen, weil alle Beteiligten den schwarzen Peter derzeit jeweils nur weiterschieben. Grundsätzlich gilt zu bedenken, daß solcherart direkte Hardware-Fälschungen – es wurde sogar das Karten-BIOS gefälscht, damit sich die Karte im System auch wirklich als "GeForce GTX 660" anmeldet – keine Grauzone ähnlich von unterhalb ihrer eigentlichen Hersteller-Spezifikationen verkauften Grafikkkarten darstellt, wie es in der Vergangenheit leider häufiger vorkam (frühere 3DC-Artikel zum Thema: August 2008, Dezember 2008 & November 2011). Der aktuell vorliegende Fall stellt in jedem Fall eine klare, sogar justizable Produktfälschung dar, womit man eher davon ausgehen kann, daß die Mehrheit der Beteiligten von Chip-Entwickler bis Einzelhändler hier ebenso hereingelegt wurden wie der Grafikkarten-Kunde.

Eine wahrscheinliche Auflösung lautet, daß irgendein Großhändler sich von einem gut klingendem Angebot hat übertölpeln lassen, möglicherweise eines aus Fernost. Die Stichproben-Prüfung der Ware hat dann per Zufall oder aber Planung (möglicherweise waren die erste Charge ja sogar echte GeForce GTX 660 Karten) nichts ergeben, so daß das ganze dann letztlich im Einzelhandel landete und dem Endkunden verkauft wurde. Hier muß man einrechnen, daß die Groß- und Einzelhändler nicht jedes Stück Hardware wirklich einzeln prüfen können – schon gar nicht in Form einer Tiefenprüfung mit Benchmarks, denn erst nach einem Benchmark kann man sich sicher sein, das hier wirklich keine GeForce GTX 660 vorliegt.

Irgendeiner in der Lieferkette hat sich also von einem unseriösen Angebot hereinlegen lassen – wer das ist, wird wahrscheinlich derzeit nVidia versuchen aufzuklären, welche über diverse Produktnummern des Grafikchips möglicherweise dessen Weg über den Globus nachvollziehen können. Absolut null Punkte erwirbt sich nVidia jedoch über das derzeitige Schweigen zu diesem Fall – wenigstens eine Statusmeldung, daß man der Sache nachgeht, sollte das Mindestmaß sein. Für den Augenblick gilt in jedem Fall, alle Sensoren beim Kauf von GeForce GTX 650 & 660 Grafikkarte hochzufahren und solche Karten mittels Tools wie GPU-Z schnell mal auf den Zahn bezüglich der korrekten Hardware-Daten zu fühlen – jene Daten werden wie üblich immer in unserem aktuellen Grafikkarten-Marktüberblick notiert, sind aber auch ansonsten breit im Internet zu finden.

Nachtrag vom 27. August 2014

Im Fall der gefälschten nVidia-Grafikkarten gibt es neue Entwicklungen, wonach der betroffene Distributor "Kosatec" gegenüber Heise nunmehr Rechnungen vorgelegt hat, welche darlegen, daß die gefälschten Karten direkt vom niederländischen Grafikkarten-Hersteller Point of View bezogen wurden. Daraus sollte man jetzt zwar noch keine vorschnellen Schlüsse ziehen – aber nunmehr sind Point of View und auch nVidia final dazu aufgefordert, sich erschöpfend zu erklären. Zudem berichten Heise über Anzeichen, daß neben den ca. 300 gefälschten GeForce GTX 660 und ca. 100 gefälschten GeForce GTX 650, welche im Juli an Kosatec gingen, auch früher schon solcherart Karten in den Einzelhandel gelangt sind als auch in Komplettsystemen verbaut worden.

Nachtrag vom 28. August 2014

Im Fall der gefälschten nVidia-Grafikkarten hat man bei Heise weitere Händler-Listungen entdeckt, welche mit derselben Artikelnummer wie die gefälschte GeForce GTX 660 im europäischen Ausland angeboten werden. In einigen Fällen wird dabei wieder "Point of View" als Hersteller genannt – was den Druck auf den Hersteller, sich ordentlich zu erklären, eigentlich erhöhen sollte. Leider versucht es Point of View derzeit immer noch auf die autoritäre Art und hat von Heise unter Androhung rechtlicher Schritte gefordert, nicht mehr in diesem Zusammenhang erwähnt zu werden. Eine souveräne Krisenbewältigung sieht sicherlich anders aus, selbst wenn man sich derzeit noch nicht sicher sein kann, in wie weit Point of View tatsächlich Verantwortung in diesen Fall trägt. Normalerweise müsste man sich als großer Hersteller aus jeglichen halbseidenen Geschäften heraushalten, da ansonsten gewaltiger Ärger mit den (nur zwei vorhandenen) Grafikchip-Entwicklern droht, auf welche man letztlich angewiesen ist. Insofern würde es überraschen, wenn man sich bei Point of View bewußt dafür entschlossen hätte, an dieser Räuberposse mitzuwirken – aber auszuschließen ist in dieser Angelegenheit inzwischen gar nichts mehr.

Nachtrag vom 29. August 2014

Im Fall der gefälschten nVidia-Grafikkarten haben Heise nun eine Bestätigung seitens Point of View vorliegen, daß die bewußten Karten von diesem Hersteller stammen (wieso man vorher sogar Rechtsmittel androhte, um nicht in diesem Fall genannt zu werden, wird wohl das Geheimnis von PoV bleiben). Point of View sagte weiterhin aus, daß man nun intern überprüfen werde, wie es zu solchen Lieferungen kommen konnte – hoffentlich bleibt dies nicht nur eine Floskel, gegenüber dieser Möglichkeit sollte insbesondere Chipentwickler nVidia nach allen Kräften Druck ausüben. Es dürfte natürlich irgendwie darauf hinauslaufen, das jemand beim PoV-Einkauf in China geschlammpt hat und sich gefälschte Chips hat andrehen lassen – in China ist da sehr vieles möglich. Dabei muß das europäische Marketing und der Vertrieb nicht einmal eingeweiht gewesen sein – diese Möglichkeit läßt das Statement eines Ex-Mitarbeiters von PoV in unserem Forum absolut offen. Schön ist die Angelegenheit für Point of View in keinem Fall, es wird wohl auf eine gewisse Ausmistungsaktion und eine Überarbeitung der innerbetrieblichen Abläufe bei Point of View hinauslaufen.

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Offizielle Listenpreise zu den Haswell-E Prozessoren: Der Core i7-5820K kommt für 389 Dollar

Videocardz zeigen die vollständige für den kommenden Launch von Haswell-E gedachte Intel-Präsentation, welche auch die offiziellen Listenpreise enthält: Keine Überraschungen gibt es dabei bei den beiden Top-Modellen, welche wie bei Ivy Bridge E mit 999$ bzw. 583$ in der Intel-Preisliste stehen werden. Das kleinste Modell ist dagegen – wie gerüchteweise früher schon vermeldet – etwas teuer als bei Ivy Bridge E: Kostet dort der Core i7-4820K seine 310 Dollar, sollen es nun für den Core i7-5820K gleich 389 Dollar Listenpreis sein – was im übrigen nahe unserer letzten Schätzung von "ca. 390$" liegt. Der höhere Listenpreis des kleinsten E-Modells erklärt sich durch den Sprung vom Vierkerner auf einen Sechskerner und dürfte trotzdem für Interesse sorgen, da Intel hiermit erstmals einen Sechskern-Prozessor für unter 400 Dollar/Euro anbietet.

Intel Haswell-E Launch-Präsentation (Slide 4)
Intel Haswell-E Launch-Präsentation (Slide 4)
Intel Haswell-E Launch-Präsentation (Slide 6)
Intel Haswell-E Launch-Präsentation (Slide 6)

Die restlichen Daten zu den einzelnen Haswell-E Modellen wurden durch die offiziellen Intel-Dokumente nochmals bestätigt, hier gab es sowieso keine offenen Fragen mehr. Die in der Fachpresse die letzte Woche teilweise mit einigem Erstaunen vermeldeten "nur" 28 PCI Express Lanes für den vorgenannten Core i7-5820K waren vorab schon bekanntgewesen – hierbei handelt es sich um eine kleine Einschränkung seitens Intel, damit dieser Core i7-5820K nicht zu viel Interesse anzieht. Für ein nicht auf extremste Perfektion getrimmtes CrossFire/SLI-System reicht es aber trotzdem, schließlich ist hier immerhin PCI Express 3.0 am Start, was auch auf nur 8 PCI Express Lanes (bei maximal zwei Grafikkarten) problemlos nahe der Maximal-Performance kommt. Launchtermin für Haswell-E ist bekanntlich der freitägliche 29. August, der genaue Launch-Zeitpunkt liegt auf 18 Uhr deutscher Zeit.

Kerne Taktraten L3 Speicher PCI Express TDP Listenpreis
Core i7-5960X 8 + HT 3.0/3.5 GHz 20 MB DDR4/2133 2x16 + 1x8 (oder 5x8) 140W 999$
Core i7-5930K 6 + HT 3.5/3.7 GHz 15 MB DDR4/2133 2x16 + 1x8 (oder 5x8) 140W 583$
Core i7-5820K 6 + HT 3.3/3.6 GHz 15 MB DDR4/2133 1x16 + 1x8 + 1x4 140W 389$
Alle Haswell-E Prozessoren laufen im Sockel 2011-v3, welcher inkompatibel zum originalen Sockel 2011 ist und neue Mainboards mit dem X99-Chipsatz bedingt.
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