20

Umfrage-Auswertung: Wieviel Vorfreude kann AMDs Zen schon jetzt wecken?

Eine Umfrage von Ende August ging der Frage nach der aktuellen Vorfreude (samt eventuellem Kaufwunsch) zu AMDs Zen-Architektur nach – etwas, was AMD jüngst erst selbst mit seiner Zen-Präsentation angeheizt hatte. Dennoch ist die Mehrheit der Umfrageteilnehmer nur verhalten optimistisch, wenn immerhin gleich 49,3% der Stimmenanteile auf die Antwortoption "Hoffnung auf ein starkes Produkt" entfallen. Hier spielt sicherlich die Erfahrung mit hinein, das vor einem Launch seitens der Hersteller (und AMD kann sich hier selber eine dicke Scheibe von abschneiden) regelmäßig das Blaue vom Himmel versprochen wird – und dann auch noch so viele Dinge durch eigenes oder fremdes Verschulden (Stichwort Chipfertiger) schief gehen können. Allerdings kann man aus dieser Stimmabgabe ableiten, das sich Hardware-Enthusiasten zumindest auf AMDs Zen freuen – ob nun im Sinne rein einer gesunden Konkurrenzsituation zu Intel oder aber direkt gleich mit einem möglichen Zen-Kauf im Hinterkopf.

Denn natürlich existiert auch dieses Extrem: Gleich 17,7% der Umfrageteilnehmer sehen Zen schon jetzt als ziemlich sicheren Kauf an – hier schwingt ein erhebliches Begehren nach endlich einmal einer (gangbaren) Alternative im Prozessoren-Markt überdeutlich mit. Egal wie es mit Zen ausgeht, einen gewissen Absatz dürfte AMD somit in jedem Fall mitnehmen können. Auch unter jenen 18,3% der Umfrageteilnehmer, welche von einer gutklassigen Intel-Konkurrenz ausgehen, dürften sich – bei Erfüllung dieser Voraussetzung – Zen-Käufer aquirieren lassen. Auf der anderen Seite des Meinungsspektrum finden sich dann aber auch jene 14,7% der Umfrageteilnehmer, welche der Sache derzeit noch so weit mißtrauen (oder aber welche konsequent neutral gegenüber allen Vorabmeldungen sind), daß jene bis zum Launchtag und dessen Ergebnisse abwarten wollen, ehe man irgendwelche Wertungen abgibt. Ein sicherlich vernünftiger Gedanke – aber natürlich schwer in der Praxis zu realisieren, wenn es in den CPU- und GPU-Märkten jeweils nur noch zwei Anbieter gibt und daher jede neue Hardware wichtig wie auch marktentscheidend ist.

18

Hardware- und Nachrichten-Links des 17./18. September 2016

In unserem Forum hat Foren-Mitglied OC_Burner erneut hochauflösende Die-Shots von Grafikchips zum besten gegeben: Zum einen zum GM204-Chip einer GeForce GTX 970, zum anderen zum GP104-Chip einer GeForce GTX 1070 – in beiden Fällen stammen die herausgelösten, abgeschliffenen und colourierten Chips natürlich aus defekten Grafikkarten. In diesem Sinne sucht OC_Burner auch weiterhin nach Exponaten für seine inzwischen stattliche Sammlung an (eigenerstellten) Die-Shots auf Flickr – man kann ihn beispielsweise dort oder über die Kontaktfunktion unseres Forums erreichen. Bis auf die seltenen Fälle, wo eine Arbeit von Chipworks mal öffentlich wird oder wenn sich die Hersteller selber herablassen, entsprechendes zu publizieren, sind die Arbeiten von OC_Burner nicht nur die beste, sondern derzeit eigentlich sogar die einzige Quelle von Die-Shots zu Grafikchips und Prozessoren.

nVidia GM204 Die-Shot (1)
nVidia GM204 Die-Shot (1)
nVidia GM204 Die-Shot (2)
nVidia GM204 Die-Shot (2)
nVidia GP104 Die-Shot (1)
nVidia GP104 Die-Shot (1)
nVidia GP104 Die-Shot (2)
nVidia GP104 Die-Shot (2)

In einem anderen Thread unseres Forums hat man sich an einer schnellen Simulation der GeForce GTX 1080 Ti probiert – jetzt einmal völlig unabhängig davon, ob die hierzu genannten Spezifikationen nun möglicherweise Fake sind oder nicht. Schließlich werden die offerierten Spezifikationen allgemein als recht sinnvoll angesehen, könnten also trotz unsicherer Quellenlage am Ende in dieser oder ähnlicher Form zutreffen. Für die Simulation der GeForce GTX 1080 Ti wurde natürlich eine (ebenfalls auf dem GP102-Chip basierende) Titan X (Pascal) bemüht, bei welcher in erster Linie der GDDR5X-Speichertakt auf 2000 MHz QDR abgesenkt wurde – was dann übertragenerweise 4000 MHz DDR bei GDDR5-Speicher (ohne "X") entspricht. Zudem wurde zur Simulation des Unterschieds bei Recheneinheiten und Taktrate der Chiptakt ~40 MHz unterhalb des Chiptakts der allerdings deutlich übertaktet laufenden Titan X (Pascal) abgesenkt.

Insofern sind die absoluten Werte beider Karten kaum wertbar, da beiderseits übertaktet erzielt – aber es geht in diesem Fall ja nur um den relativen Unterschied zwischen GeForce GTX 1080 Ti und Titan X (Pascal). Hierzu passen die 40 MHz weniger Takt durchaus, denn nominell sollte die Titan X (Pascal) 3,1% mehr Rechenleistung haben, die Taktratendifferenz von ~1699 zu ~1739 MHz (+2,4%) passt geradeso halbwegs. Am Ende sind es ja auch nur zwei Benchmarks, in denen die Titan X (Pascal) der GeForce GTX 1080 Ti unter UltraHD um immerhin +10,8% davonzieht. Damit passt unsere Vorhersage durchaus, daß die erhebliche Differenz in der Speicherbandbreite für einen beachtbaren Performance-Unterschied wenigstens in der 4K-Auflösung sorgen wird. Aber natürlich ist diese Simulation fehleranfällig – kann beispielsweise niemand sagen, ob auf 4000 MHz DDR laufender GDDR5-Speicher wirklich genauso reagiert wie auf 2000 MHz QDR laufender GDDR5X-Speicher. Trotz dieses Nachteils stellt diese Simulation und das herauskommende Ergebnis von ~11% Performance-Differenz unter UltraHD den bisher besten Hinweis zur Performance der GeForce GTX 1080 Ti dar.

Netzpolitik, CRonline und Heise beschäftigen sich mit dem EuGH-Urteil zur WLAN-Störerhaftung – welches zweischneidiger wohl nicht hätte ausfallen können, denn mit dem konkreten Richterspruch hebelt man die nominell angestrebte Abschaffung der Störerhaftung effektiv wieder aus. Zwar stellte der Europäische Gerichthof die Betreiber von WLAN-Netzwerken bei Urheberrechts-Streitfällen gegenüber Schadensersatzansprüchen (inkl. auch Abmahn- und Gerichtskosten) komplett frei – nicht aber gegenüber Unterlassungsansprüchen. Dies bringt erst einmal deutliche Vorteile, weil der Abmahn-Industrie damit ihre Geschäftsgrundlage entzogen wird. Gleichzeitig können die Urheberrechtsinhaber die WLAN-Betreiber jedoch bei wiederholten Urheberrechts-Streitfällen nunmehr zu "Schutzmaßnahmen" zwingen. Der EuGH nennt hierzu die Pflicht zur (effektiven) WLAN-Verschlüsselung inklusive auch einer Nutzeridentifizierung vor Herausgabe des WLAN-Passworts (was Schleichwege wie öffentlich sichtbare Passwörter obsolet macht).

Hinzu kommt der Punkt, daß die Kosten eines Gerichtsverfahrens, in Folge dessen der WLAN-Betreiber diese Pflichten auferlegt bekommt, aller Wahrscheinlichkeit beim WLAN-Betreiber hängenbleiben dürften. Die Idee von flächendeckenden freien WLANs wird sich damit natürlich nicht realisieren lassen, die zivilrechtliche Abschreckung dürfte auch ohne Schadensersatzansprüche hoch genug sein, um besser nur noch private wie verschlüsselte WLAN-Netze zu betreiben. Dabei besteht durchaus eine Hintertür für nationale Gesetzgebungen: Der EuGH-Spruch bezieht sich nur auf den maximalen Rechtsrahmen der eCommerce-Richtlinie des Europarecht – jenen darf nationales Recht aber durchaus einschränken. Die Bundesregierung könnte also – entsprechenden Willen vorausgesetzt – durchaus im nationalen Recht sowohl die Kostenpflichtigkeit von Verfügungen gegen WLAN-Betreiber ausschließen, als auch solcherart Verschlüsselungs-Verfügungen sogar komplett untersagen. Trotz dieses EuGH-Spruchs wäre also echte Rechtssicherheit für Betreiber freier WLANs in Deutschland durchaus zu erreichen – es kommt hierbei allein auf den politischen Willen an.

18

AMD legt Radeon R9 390 & 390X Grafikkarten "Doom (2016)" bei

Etwas überraschend – und wohl zur Ankurbelung der letzten Abverkäufe gedacht – legt AMD für die eigentlich zum Auslauf bestimmten Radeon R9 390 & 390X Grafikkarten noch ein neues Spielebundle auf, welches mit "Doom (2016)" einen echten Knaller enthält. Jenes Spielebundle läuft schon ab dem 15. September und soll bis immerhin 15. November aktiv bleiben – ergo scheinen die Radeon R9 390 & 390X Grafikkarten noch bis zu diesem Termin im Markt verfügbar zu sein. Allerdings muß der Sinn einer jetzigen Anschaffung dieser Karten doch etwas bezweifelt werden, da die Radeon R9 390 keinen günstigeren Preise als die in etwa gleich schnelle Radeon RX 480 bietet, die etwas schnellere Radeon R9 390X jedoch immer noch klar teurer ist. Aus Sicht früherer Käufer haben sich diese Hawaii-basierten Grafikkarten sicher bewährt, aber jetzt in der Ära der 14/16nm-Beschleuniger gibt es bessere Angebote.

Wie üblich bei Spielebundle-Aktionen gilt auch hier, daß den genannten AMD-Grafikkarten – gekauft bei einem an der Aktion teilnehmenden Händler – entsprechende Coupons beiliegen, welche auf einer speziellen AMD-Webseite dann in Download-Codes eingelöst werden können. Bei der Hardware-Bestellung ist auf das Vorhandensein eines entsprechenden AMD-Coupons in der Angebotsbeschreibung zu kontrollieren, da nicht jeder Händler an dieser Aktion teilnimmt und selbst bei den teilnehmenden Händler nicht jedes Produktangebot Teil dieser Aktion sein muß.

Aktionszeitraum Inhalt des Spielebundles
Radeon R9 390 & 390X 1. November 2015 bis spätestens 31. Dezember 2015 Spiel "DiRT Rally"  (Einlöse-Webseite)
Radeon R9 Fury 17. November 2015 bis spätestens 31. Januar 2016 (verlängert bis zum 31. März 2016) Spiel "Star Wars Battlefront"  (Einlöse-Webseite)
Radeon R9 Fury X 14. Dezember bis spätestens 31. Januar 2016 (verlängert bis zum 31. März 2016) Spiel "Star Wars Battlefront"  (Einlöse-Webseite)
Radeon R9 390 & 390X
FX-6xxx & FX-8xxx Prozessoren
16. Februar 2016 bis spätestens 30. April 2016 Spiel "Hitman (2016)"  (Einlöse-Webseite)
Radeon R9 390 & 390X
FX-8xxx Prozessoren (boxed)
17. Mai 2016 bis spätestens 15. August 2016 Spiel "Total War: Warhammer"  (Einlöse-Webseite)
FX-6xxx & FX-8xxx Prozessoren 23. August 2016 bis spätestens 14. November 2016 Spiel "Deux Ex: Mankind Divided"  (Einlöse-Webseite)
Radeon RX 480 13. September 2016 bis spätestens 18. Oktober 2016 Upgrade von "Battlefield 1" auf die "Early Enlister Deluxe Edition"
Radeon R9 390 & 390X 15. September 2016 bis spätestens 15. November 2016 Spiel "Doom (2016)"  (Einlöse-Webseite)

Nachtrag vom 20. September 2016

Wie die PC Games Hardware in Berufung auf AMD höchstselbst mitteilt, wird das aktuelle "Doom (2016)" Spielebundle für die Radeon R9 390 & 390X Grafikkarten nicht in Deutschland (und damit aber in Österreich und der Schweiz?) zum Zuge kommen. Möglicherweise hat das ganze wieder einmal Jugendschutzgründe (selbst von der USK ab 18 freigegebene Titel sind diesbezüglich etwas hakelig), denn ansonsten ist die Herausnahme nur von Deutschland aus einer solchen Aktion eher schwer zu begründen.

17 17

Aus welcher Generation stammt die zum Spielen benutzte Grafiklösung (2016)?

Aller Jahre wieder fragen wir mit dieser Umfrage den aktuellen Stand der Verbreitung aller Grafikkarten-Generationen ab – und werden dies später in der Auswertung natürlich auch in Vergleich stellen mit den letzten Umfragen zum Thema vom November 2015, August 2014, Mai 2013, Juni 2012 sowie April 2011. Bei dieser Art Umfragen gilt zudem wie üblich: Wenn mehrere zum Spielen benutzte Systeme existieren, kann und darf von diesen Systemen jeweils eine Stimme abgegeben werden. Damit sollen auch Zwei- und Drittsysteme erfasst werden, sofern diese (wenigstens teilweise) auch im Spieleeinsatz sind.

AMD Radeon R400 Serie (Polaris & Vega)
6% (198 Stimmen)
AMD Radeon R300 Serie (Pirate Islands)
8% (296 Stimmen)
AMD Radeon R200 Serie (Volcanic Islands)
14% (483 Stimmen)
AMD Radeon HD 7000 Serie (Southern Islands)
11% (384 Stimmen)
AMD Radeon HD 6000 Serie (Northern Islands)
3% (103 Stimmen)
AMD Radeon HD 5000 Serie (Evergreen)
3% (106 Stimmen)
frühere AMD-Lösung DirectX 10
1% (20 Stimmen)
frühere AMD-Lösung DirectX 9 und älter
0% (8 Stimmen)
nVidia GeForce 1000 Serie (Pascal)
13% (460 Stimmen)
nVidia GeForce 900 Serie (Maxwell 2)
23% (799 Stimmen)
nVidia GeForce 750 Serie (Maxwell 1)
1% (48 Stimmen)
nVidia GeForce 700 Serie (Kepler-Refresh)
6% (199 Stimmen)
nVidia GeForce 600 Serie (Kepler)
6% (224 Stimmen)
nVidia GeForce 500 Serie (Fermi-Refresh)
3% (90 Stimmen)
nVidia GeForce 400 Serie (Fermi)
1% (50 Stimmen)
frühere nVidia-Lösung DirectX 10
1% (20 Stimmen)
frühere nVidia-Lösung DirectX 9 und älter
0% (9 Stimmen)
Grafiklösung eines anderen Herstellers
1% (35 Stimmen)
Gesamte Stimmen: 3532
16

Hardware- und Nachrichten-Links des 15./16. September 2016

In unserem Forum diskutiert man die Möglichkeiten nVidias, den GV100-Chip der Volta-Architektur noch leistungsfähiger zu bekommen, trotz daß dieser (gemäß der letzten TSMC-Planungen) eventuell doch noch in der 16nm-Fertigung antreten muß. Normalerweise ist da gegenüber dem vorhergehenden GP100-Chip mit seinen 610mm² Chipfläche nicht mehr viel Platz – nVidia könnte natürlich den letzten Rest bis zu herstellbaren Grenze von ca. 700mm² durchaus noch ausnutzen. Eine andere Möglichkeit würde darin bestehen, den GV100-Chip auch designmäßig zum reinen HPC-Chip zu machen. Dafür könnte man die im GP100-Chip nach wie vor verbauten Texturen- und ROP-Einheiten beschneiden oder ganz ablösen – denn in der verbauten Form sind jene natürlich nur für Gaming-Zwecke sinnvoll. Neben dem Platzgewinn (welche man für zusätzliche Shader-Einheiten nutzen könnte) würde man mittels TMUs und ROPs auch jene Einheiten verlieren, welche gegenüber hohen Taktraten besonders anfällig sind – sprich, hier ergäbe sich danach durchaus Platz für noch höhere Taktraten (sofern dies noch unter die gewählte TDP passt). All dies gilt natürlich nur für den GV100-Chip als reinen HPC-Chip, die Aufgabe bei den anderen Volta-Chips für das Gaming-Segment wäre eine völlig andere, sofern hierfür noch nicht die 10nm-Fertigung zur Verfügung steht.

Zur GeForce GTX 1080 Ti gab es noch die Frage, wieso nVidia nun plötzlich wieder auf gewöhnlichen GDDR5-Speicher im HighEnd/Enthusiasten-Segment setzt, nachdem die GeForce GTX 1080 sowie die Titan X (Pascal) eben schon GDDR5X-Speicher tragen. Der Hintergrund dürfte primär darin liegen, das nVidia durchaus eine gewisse Leistungsabstufung zur Titan X (Pascal) vornehmen will – die GeForce GTX 1080 Ti darf sicherlich nahe an die Titan X (Pascal) herankommen, aber es soll wohl ein größerer Performanceunterschied erreicht werden als die mickrigen 5% zwischen GeForce GTX 980 Ti und GeForce GTX Titan X in der Maxwell-Generation. Hinzu kommt der Punkt, daß der hohe Unterschied bei der Speicherbandbreite ihre besonderen Auswirkungen erst unter sehr hohen Auflösungen hat. Daß im Gegenzug die FullHD-Performance beider Grafikkarten möglicherweise fast identisch ist (und die WQHD-Performance nicht weit auseinanderliegen wird), dürfte nVidia um so mehr in die Karten spielen – genauso wie durch die Verwendung von sehr schnellem GDDR5-Speicher die Übertaktungsaussichten bei der GeForce GTX 1080 Ti zumindest auf Speicherseite eher mau sein werden. So bleibt die Titan X (Pascal) in jedem Fall die bessere UltraHD-Karte – und damit das schnellste Zugpferd von nVidia. Zudem spart die Verwendung von GDDR5 natürlich auch Kosten gegenüber dem anfänglich sicherlich sehr teuren GDDR5X – am Ende eine Win/Win-Situation für nVidia.

Nicht verschwiegen werden soll an dieser Stelle die derzeit aufkommenden Einwände gegen diese (angeblichen) Spezifikationen zur GeForce GTX 1080 Ti. So hat man am (angeblichen) Screenshot der nVidia-Webseite kleinere Unregelmäßigkeiten festgestellt, welche durchaus auf einen unprofessionellen Fake-Versuche zurückführbar sein könnten. Auch die Verwendung von nur GDDR5-Speicher stößt einigen Webseiten komisch auf – dies wäre aber wie vorstehend erklärt durchaus sinnig in der Zielsetzung, einen klaren Unterschied zur Titan X (Pascal) zu setzen. Was uns viel mißtrauischer macht, ist das Datum des angeblichen Screenshots – welcher leider nicht der Meldung von Overclock3D zu entnehmen war, sich dann jedoch beim eigentlichen Orginal auf Imgur wiederfindet: Der Leak wurde dort schon am 5. August hochgeladen – was für uns die Chance auf einen Fake erheblich erhöht. Denn daß jemand auf einer nVidia-Webseite schon detaillierte Informationen zu nicht veröffentlichter Hardware findet, kann eigentlich nur in unmittelbarer Nähe zum Release passieren – und weniger denn lockere anderthalb Monate vorher. Gänzlich sicher ist diese Auslegung natürlich nicht, man kann derzeit nur Chancen bewerten – aber in jedem Fall sollte man sich derzeit nach Beachtung dieser Einwände nicht all zu sehr auf diese (angeblichen) Daten zur GeForce GTX 1080 Ti versteifen.

Halbleiterhersteller GlobalFoundries hat nun auch offiziell bekanntgegeben, was man in der Branche allerdings schon seit einiger Zeit zuerst ahnte und später wusste – GlobalFoundries wird die 10nm-Fertigung komplett auslassen und nach der aktuell laufenden 14nm-Fertigung direkt zur 7nm-Fertigung übergehen. Jene soll bei GlobalFoundries im ersten Halbjahr 2018 in die Riskfertigung starten – damit könnte eine laufende Massenfertigung grob zum Jahreswechsel 2018/19 erwartet werden, was vermutlich nicht unähnlich wie bei Kontrahent TSMC ist. Allerdings könnten sich auch die Leistungswerte zwischen TSMCs 7nm und GlobalFoundries' 7nm unterscheiden, denn TSMC will schließlich noch die 10nm-Fertigung zwischenschieben. Bei GlobalFoundries hörten sich die angegebenen 30% Taktratenplus bei gleicher Leistungsaufnahme samt verdoppelter Packdichte jedenfalls nach einem klassischen Fullnode-Sprung zwischen 14nm und 7nm an – wenn TSMC hier noch die 10nm-Fertigung dazwischenquetscht, sind da entweder die Abstände bei TSMC viel kleiner, oder wie gesagt TSMCs 7nm-Fertigung wäre technologisch überlegen. Aber dies ist natürlich absolute Zukunftsmusik – und über allen hängt wie immer bei der Chipfertigung das Damoklesschwert, ob man die vorgegebenen Zeitpläne dann am Ende auch wirklich einhalten kann.

In der Frage, was die Spieleentwickler nun mit der höheren Hardware-Power der Playstation 4 Pro anfangen – welche aber nicht für wirkliches 4K-Rendering reicht – hat unser Forum ein hochinteressanes Entwicklerzitat aufgetan. Hierbei denken die Entwickler von "The Witness" für ihren kommenden PS4-Pro-Patch zweigleisig: Arbeitet die PS4 Pro an einem FullHD-Display, geht die Renderauflösung auch auf 1080p hinauf, zudem wird 4x anstatt 2x Multisampling Anti-Aliasing benutzt. Zudem überlegt man ein paar Grafikregler weiter als bisher aufzureißen – logisch, die PS4 Pro hat allein für die FullHD-Auflösung schon fast zu viel Rechenleistung, da kann man sich dies trotz stabilen 60 fps leisten. Angeschlossen an ein UltraHD-Display, soll sich das Spiel dann aber ganz anders verhalten: Eine höhere Bildqualität oder mehr Anti-Aliasing sind kein Thema mehr, vielmehr wird man intern wohl unter 1440p rendern (um dann auf 4K hochzuskalieren). Möglicherweise wird auch eine etwas höhere interne Renderauflösung benutzt, eventuell versucht man es auch mit einigen Tricks wie Checkerboard Rendering, um Rechenleistung einzusparen. Mit nativem UltraHD wird dies jedoch sicher nichts – und da das Spiel auf der originalen PS4 nur mit 900p läuft, ist dieser Fall sicherlich sogar gut auf andere Spiele übertragbar.

16

Umfrage-Auswertung: Welches PC-Betriebssystem ist im Einsatz (August 2016)?

Eine Umfrage von Anfang August fragte nach dem Auslaufen von Microsofts Kostenlosumstieg-Angebot für Windows 10 nunmehr nach der aktuellen Betriebssystem-Verteilung im 3DCenter – mit dem besonderen Interesse natürlich darauf, wie sich das Verhältnis zwischen Windows 7 und Windows 10 entwickelt hat. Bei der letzten diesbezüglichen Umfrage zum Jahresende 2015 stand es schon 39,1% zu 38,1% – womit schon klar war, das Windows 10 zur nächsten Umfrage das Kommando übernehmen würde. Dies ist nun auch eingetreten – und mit 55,4% Stimmenanteil hat Windows 10 in der aktuellen Umfrage nicht nur die relative Mehrheit, sondern auch (deutlich) die absolute Mehrheit übernommen.

Windows 7 rangiert dagegen inzwischen bei nur noch 29,2% Stimmenanteil – gegenüber den 54,8% zum Release von Windows 10 ist dies ein ganz schöner Absturz. Nach einigem Auf und Ab in der Zwischenzeit hat sich nun auch die seinerzeitige Langfrist-Prognose bestätigt: Im Juli 2015 konnten wir schon für das Auslaufen des Kostenlosumstieg-Angebot ein Verhältnis von 30% zu 53% prognostizieren – nunmehr sind es mit 29,2% zu 55,4% fast exakt diese Prozentwerte bei Windows 7 & Windows 10 geworden. Dagegen zeigt die aktuelle Prognose von 27,5% zu 57,5% ein nur maßvoll verändertes Verhältnis in der Zukunft an. Augenscheinlich ist im Rahmen des 3DCenters der erste Teil des Umstiegs zu Windows 10 nunmehr abgeschlossen – was jetzt kommt, sind primär nur noch Umstiege wegen neuen Rechnern, was aber erst über die Zeit passiert.

Gleichfalls deutet diese geringe Anzahl an jetzt noch mit einem Umstieg auf Windows 10 planenden Anwender an, daß ein Großteil der jetzt noch Windows 7 benutzten Anwender auch bei diesem Betriebssystem bleiben wollen, diesbezüglich also eine feste Entscheidung zugunsten von Windows 7 getroffen haben. Dies konnte man nach allen früheren Umfrage im Vorfeld von Windows 8/10 bereits erahnen, daß es eine beachtbare Minderheit geben würde, welche Windows 7 meistens sogar aus Prinzip die Treue halten würde. Für die Hersteller bedeutet dies normalerweise, das man zweigleisig denken müsste – ob dies so passiert, steht natürlich in den Sternen, die ersten (wie Intel) haben den Windows-7-Support für zukünftige Produkte bereits über Bord geworfen, reine DirectX-12-Spiele gehen (zwangsweise) denselben Weg. Zudem gilt, das sich der Massenmarkt weit besser mit Windows 10 bezirzen lassen wird, da sich dort – nur genügend Zeit eingerechnet – kaum ein harter Kern an bewußt nicht umsteigenden Windows-7-Nutzern herausbilden dürfte.

Andererseits ist Windows 7 im Massenmarkt noch überaus dominierend und sind die Wachstumsraten von Windows 10 dort nur derart, auf daß Windows 7 auch im Massenmarkt noch gute drei Jahre bei 25% Verbreitungsgrad und mehr stehen dürfte. Der ganz große Anlaß für den sofortigen Umschwung der Hersteller auf reine Windows-10-Entwicklungen ist also noch nicht zu sehen, wahrscheinlich dürfte Windows 7 bis zu seinem Supportende (Januar 2020) eine gewichtige Rolle spielen und sollte damit von allen Software- und Hardwareherstellern entsprechend respektiert werden. Ob dieses "sollte" dann auch eingehalten wird, steht auf einem ganz anderen Blatt – die Tendenz der reinen Windows-10-Entwicklung ist wie gesagt leider schon da und könnte durchaus in näherer Zukunft noch zunehmen. Für die Windows-10-Verächter bleibt da nur zu hoffen, das Gaming unter Linux (über die Vulkan-API) endlich einmal in die Spur kommt, damit sich hierüber endlich eine Alternative zu Windows 10 auftut.

Inhalt abgleichen