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Hardware- und Nachrichten-Links des 3. Februar 2016

Letzte Woche hat Intel mit seiner neuen Preisliste vom 24. Januar 2016 nochmals zwei neue Skylake Desktop-Prozessoren ins Portfolio aufgenommen: Celeron G3900 & G3920 dürften allerdings die wenigsten Anwender interessieren, da Zweikerner ohne HyperThreading heutzutage einfach unmodern sind. Wenigstens erfüllen die Celeron-Prozessoren echte LowCost-Ansprüche zu Listenpreisen von 42 bzw. 52 Dollar – da sind die etwas höher angesiedelten Pentium-Prozessoren mit Listenpreisen zwischen 64 und 86 Dollar keine Konkurenz dagegen, da gegenüber den Celerons nur mit etwas Mehrtakt, etwas leistungsfähigeren integrierten Grafiklösung (aber weiterhin des Einsteiger-Bereichs) und einem von 2 auf 3 MB etwas größerem Level3-Cache ausgerüstet. Der Speichersupport bleibt allerdings gleich – bislang unterstützen alle Skylake Desktop-Modelle bis zu DDR3L/1866 oder bis zu DDR4/2133. Die vollständigen Modell-Daten von Celeron G3900 & 3920 haben wir der Einfachheit halber einer kürzlichen Meldung zum Skylake-Portfolio hinzugefügt.

Die neuesten Zahlen zur weltweiten Betriebssystem-Verbreitung laut der Statistikdienste NetMarketShare und StatsCounter sehen für den Januar 2016 einen erstaunlich großen Sprung zugunsten von Windows 10: Nach zuletzt einigen Monaten mit Zugewinnen eher rund um die Ein-Prozent-Marke ging es zum Jahresanfang bei NetMarketShare um +1,9% und bei StatsCounter um +1,8% für Windows 10 nach oben. Bezüglich der Verlierer ist man sich dagegen (wieder einmal) komplett uneinig: Bei NetMarketShare geht es primär für Windows 7 deutlich nach unten, während Windows XP (angeblich) sogar leicht hinzugewinnt – was aber eher als Hinweis auf die kleinen Schwächen dieser Auswertung zu sehen ist. StatsCounter sehen hingegen eher gleichförmige Verluste bei Windows XP, 7 und 8.1, was in dem Sinne als glaubwürdiger erscheint. In beiden Auswertungen liegt im übrigen nunmehr Windows 10 vor Windows XP (bei StatsCounter allerdings schon seit dem November 2015), was demzufolge medial groß verbreitet wird.

Allerdings ist es kaum als wirklich bedeutsamer Erfolg zu werten, nunmehr die letzten Kohorten eines fast 15 Jahre alten Betriebssystems zu schlagen, dessen Support an Sicherheitsupdates schon vor geraumer Zeit ausgelaufen ist. Denn der eigentliche Gegner von Windows 10 lautet Windows 7 – und jenes ist immer noch meilenwert entfernt, trotz aller Anstrengungen seitens Microsoft. Selbst wenn sich die unerwartet hohen Zuwächse des Monats Januar 2016 demnächst fortsetzen, wird Windows 10 bestenfalls Ende 2017 die Chance erhalten, an Windows 7 vorbeizuziehen – auf allerdings eher niedrigen Niveau, die 50%-Marke wird noch sehr viel mehr Anstrengungen bedeuten. Deswegen erwarten Microsoft-Insider auch eine Verlängerung des Kostenlosumstiegs-Programms über den Juli 2016 hinaus, wie die PC Games Hardware ausführt. Ob sich damit Microsofts Zielsetzungen bei Windows 10 besser erfüllen lassen, bleibt jedoch ungewiß – außerhalb von Gamer-Kreisen besteht kein großer Anreiz zum Umstieg außer bei einem Neukauf, wo dann aber Windows 10 sowieso schon automatisch mit dabei ist. An der installierten Basis ist aber augenscheinlich auch mit Kostenlos-Angeboten nicht viel zu rütteln – hier erfolgt der Wechsel nur sehr langfristig über die irgendwann einmal anstehenden Neukäufe.

Sascha Lobo kommentiert beim Spiegel die geplante Begrenzung der Bargeldzahlung auf 5000 Euro und ordnet dies (nicht zu Unrecht) einer generellen Strategie zu, die Bürger mit allen technischen Möglichkeiten schlicht besser erfaßbar zu machen. Der konkrete Nutzen in der Verhinderung oder Aufdeckung möglicher Straftaten ist hierbei sicherlich zweitrangig gegenüber dem eigentlichen Ziel, eine vorhandene Möglichkeit der technischen Kontrolle über den Bürger auch auszunutzen – egal ob sinnvoll oder nicht, einfach weil jene Möglichkeit vorhanden ist. Zudem wird ein interessantes Gegenargument gebracht, welches sich auch exzellent für andere Überwachungsmaßnahmen eignet: Was würde denn eine totalitäre Regierung mit all diesen Daten & Möglichkeiten machen? Bei allem möglichen Nutzwert diverser Überwachungsmaßnahmen darf eigentlich nie aus den Augen verloren werden, daß damit nicht zu viel Macht angehäuft werden darf – weil jene eben auch einmal den falschen Leuten in die Hände fallen könnte. Die langfristige Überlebensfähigkeit eines Staates bemisst sich eben auch daran, daß man die zeitweilige (politische) Herrschaft eines Extremisten überleben könnte – und nicht, daß es in diesem Fall aufgrund zu hoher Machtkonzentration zwangsläufig in den Totalitarismus abgleitet. Wer diese Gefahren nicht beachtet, beschwört letztlich höhere Risiken für das Fortbestehen des Staates auf, als welche durch die eigentlich geplanten Maßnahmen kurzfristig vermieden werden.

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AMD stellt den neuen Boxed-Kühler "Wraith" zusammen mit einer Preisanpassung für den FX-8370 vor

Prozessorenentwickler AMD hat den neuen Boxed-Kühler "Wraith" nun offiziell in den Markt entlassen, bietet jenen aber derzeit nur zusammen mit einem einzigen Prozessoren-Modell an – dem FX-8370 aus der Bulldozer/Vishera-Riege (die neuen Boxed-Kühler für die Kaveri-Prozessoren entsprechen nicht dem Wraith-Kühler). Augenscheinlich ist auch dies nur ein Testballon und der Wraith-Kühler seitens AMD eher für die zukünftige Verwendung mit Bristol-Ridge-APUs und Zen-Prozessoren im späteren Verlauf des Jahres 2016 vorgesehen. Zudem gibt es eine kleine Preissenkung für eben jenen FX-8370 Prozessor: Von bisher 194$ geht es auf 190$ mit dem alten Boxed-Kühler herunter, zusammen mit dem neuen Wraith-Kühler steigt der Listenpreis dagegen auf 200 Dollar.

Takt Uncore Technik TDP Listenpreis Release
FX-9590 4.7/5.0 GHz 2.2 GHz 8 Piledriver-Kerne, 8 MB L2, 8 MB L3 220W 220$  (Juli 2013)
FX-9370 4.4/4.7 GHz 2.2 GHz 8 Piledriver-Kerne, 8 MB L2, 8 MB L3 220W 204$  (Juli 2013)
FX-8370 4.0/4.3 GHz ? 8 Piledriver-Kerne, 8 MB L2, 8 MB L3 125W 190$
(200$ mit Wraith-Kühler)
 (2. Sept. 2014)
FX-8370E 3.3/4.3 GHz ? 8 Piledriver-Kerne, 8 MB L2, 8 MB L3 95W 194$  (2. Sept. 2014)
FX-8350 4.0/4.2 GHz 2.2 GHz 8 Piledriver-Kerne, 8 MB L2, 8 MB L3 125W 173$  (24. Okt. 2012)
FX-8320 3.5/4.0 GHz 2.2 GHz 8 Piledriver-Kerne, 8 MB L2, 8 MB L3 125W 142$  (24. Okt. 2012)
FX-8320E 3.2/4.0 GHz ? 8 Piledriver-Kerne, 8 MB L2, 8 MB L3 95W 142$  (2. Sept. 2014)
FX-8310 3.4/4.3 GHz ? 8 Piledriver-Kerne, 8 MB L2, 8 MB L3 95W nur für OEMs  (Okt. 2014)
FX-8300 3.3/4.2 GHz ? 8 Piledriver-Kerne, 8 MB L2, 8 MB L3 95W nur für OEMs  (Ende 2012)
FX-6350 3.9/4.2 GHz 2.2 GHz 6 Piledriver-Kerne, 6 MB L2, 8 MB L3 125W 122$  (29. April 2013)
FX-6300 3.5/4.1 GHz 2.0 GHz 6 Piledriver-Kerne, 6 MB L2, 8 MB L3 95W 101$  (24. Okt. 2012)
FX-4350 4.2/4.3 GHz 2.2 GHz 4 Piledriver-Kerne, 4 MB L2, 8 MB L3 125W 97$  (29. April 2013)
FX-4300 3.8/4.0 GHz 2.0 GHz 4 Piledriver-Kerne, 4 MB L2, 4 MB L3 95W 97$  (24. Okt. 2012)
Alle Bulldozer/Vishera-Prozessoren kommen im Sockel AM3+ daher, welcher durch die AMD-Chipsätze der 8er und 9er Serien bedient wird. Als Speicher wird durchgängig maximal DDR3/1866 (offiziell) unterstützt.

Erste Tests jenes Wraith-Kühlers bei ComputerBase und PC Games Hardware sagen im übrigen fast nur gutes zum neuen Boxed-Kühler von AMD: Jener ist nicht nur (sehr viel) deutlich leiser als der bisherige AMD Boxed-Kühler, sondern auch leistungsstärker – so daß ein FX-8370 beispielsweise nicht mehr (mit dem früheren Boxed-Kühler) bei starker Last den Takt drosseln muß. Das Fazit beider Tests ist überraschend gleichlautend: Wraith ist der beste aktuell verfügbare Boxed-Kühler – und diese Wertung schließt alle Intel-Modelle mit ein.

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AMD stellt drei Kaveri- und einen Carrizo-Prozessor für den Desktop vor

Prozessorenentwickler AMD hat sein Angebotsportfolio an Kaveri-basierten Desktop-Prozessoren für den Sockel FM2+ nochmals um drei Modelle erweitert: Der A10-7860K ist dem A10-7850K sehr ähnlich mit einem minimal niedrigeren Basetakt, dafür aber einem höheren (maximalen) Grafiktakt. Allerdings soll der neue A10-7860K seine Leistung auf nur 65 Watt TDP erbringen und hat mit 118 Dollar auch einen etwas niedrigeren Listenpreis gegenüber dem A10-7850K (95W TDP, 127$). Der zweite neu vorgestellte A6-7470K bringt hingegen nur etwas mehr CPU-Takt (3.7/4.0 GHz) gegenüber dem bisherigen Zweikerner A6-7400K (3.5/3.9 GHz) mit, dürfte aber ansonsten (eben als Zweikerner) keine weitere Betrachtung wert sein, zudem fehlte (zuerst) erstaunlicherweise eine offizielle Preisangabe (inzwischen mit 70$ nachgereicht). Das dritte neue Kaveri-Modell ist der Athlon X4 870K – offiziell gar nicht angekündigt, nun aber erstmals auf AMDs Webseiten zu finden und auch mit einer Preisangabe versehen. Wie üblich mit deaktivierter Grafiklösung ausgeliefert, bringt der Athlon X4 870K etwas mehr CPU-Takt (3.9/4.1 GHz) gegenüber dem bisherigen Modell Athlon X4 860K (3.7/4.0 GHz) daher.

Eine ziemliche Überraschung ist dann jedoch der in diesem Rahmen und auch weiterhin für den Sockel FM2+ vorgestellte Athlon X4 845 – welcher nicht auf der Kaveri-Architektur, sondern schon der Carrizo-Architektur basiert. Jene sollte eigentlich erst diesen Sommer in Form von "Bristol Ridge" mit neuen Mainboards, neuem Sockel (FM4) und neuem Speicher (DDR4) ins Desktop-Segment kommen, insofern handelt es sich beim Athlon X4 845 um einen klassischen Frühstart – eventuell auch einen Testballon. Aber natürlich muß sich der Athlon X4 845 auf dem Sockel FM2+ mit den Eigenheiten dieser Plattform arrangieren- sprich keine neuen Mainboards und kein DDR4-Speicher. Als Modell ohne integrierte Grafik und ohne besondere CPU-Taktraten (3.5/3.8 GHz) wird hiermit sicherlich kein echter Ausblick auf die Carrizo-Architektur im Desktop-Einsatz geboten. Wenigstens ist der Preispunkt mit 70 Dollar recht spartanisch und die TDP von 65 Watt heutigen LowCost-CPUs besser angemessen.

Kerne Takt unlocked L2 Grafik Speicher TDP Listenpreis Release
A10-7870K 4 3.9/4.1 GHz 4 MB Radeon R7 mit 512 SE @ ≤866 MHz DDR3/2133 95W 137$  (28. Mai 2015)
A10-7860K 4 3.6/4.0 GHz 4 MB Radeon R7 mit 512 SE @ ≤757 MHz DDR3/2133 65W 118$  (14. Jan. 2014)
A10-7850K 4 3.7/4.0 GHz 4 MB Radeon R7 mit 512 SE @ ≤720 MHz DDR3/2133 95W 127$  (14. Jan. 2014)
A10-7800 4 3.5/3.9 GHz - 4 MB Radeon R7 mit 512 SE @ ≤720 MHz DDR3/2133 45/65W 127$  (31. Juli 2014)
A10-7770K 4 3.4/3.8 GHz 4 MB Radeon R7 mit 384 SE @ ≤720 MHz DDR3/2133 95W 117$  (14. Jan. 2014)
A8-7670K 4 3.6/3.9 GHz 4 MB Radeon R7 mit 384 SE @ ≤757 MHz DDR3/2133 95W 106$  (20. Juli 2015)
A8-7650K 4 3.3/3.7 GHz 4 MB Radeon R7 mit 384 SE @ ≤720 MHz DDR3/2133 95W 96$  (Febr. 2015)
A8-7600 4 3.1/3.8 GHz - 4 MB Radeon R7 mit 384 SE @ ≤720 MHz DDR3/2133 45/65W 85$  (31. Juli 2014)
A6-7470K 2 3.7/4.0 GHz 1 MB Radeon R5 mit 256 SE @ ≤800 MHz DDR3/? 65W 70$  (2. Feb. 2016)
A6-7400K 2 3.5/3.9 GHz 1 MB Radeon R5 mit 256 SE @ ≤756 MHz DDR3/1866 45/65W 60$  (31. Juli 2014)
Athlon X4 870K 4 3.9/4.1 GHz 4 MB deaktiviert DDR3/? 95W 90$  (2. Feb. 2016)
Athlon X4 860K 4 3.7/4.0 GHz 4 MB deaktiviert DDR3/? 95W 80$  (Sept. 2014)
Athlon X4 845
(Carrizo-Basis!)
4 3.5/3.8 GHz - 2 MB deaktiviert DDR3/? 65W 70$  (2. Feb. 2016)
Athlon X4 840 4 3.1/3.8 GHz - 4 MB deaktiviert DDR3/? 65W ?  (Sept. 2014)
Athlon X2 450 2 3.5/3.9 GHz - 1 MB deaktiviert DDR3/? 65W ?  (Sept. 2014)
Alle Kaveri-APUs kommen im Sockel FM2+ daher, welcher inkompatibel zum Sockel FM2 der Trinity- und Richlands-APUs ist. Benötigt werden daher durchgehend neue Mainboards für den Sockel FM2+, welche auf den Chipsätzen A55, A78 und A88X basieren können. Die Carrizo-basierte APU für den Sockel FM2+ (Athlon X4 845) folgt dem gleichen Prinzip, hier müssen zusätzlich allerdings auch noch BIOS-Updates mit Carrizo-Support vorliegen.

Hinzu kommen einige nebenbei verkündete Preisänderungen: Der A8-7650K geht von bisher 95$ auf 96$ Listenpreis hinauf, der A8-7670K hingegen von bisher 118$ auf nunmehr 106$ Listenpreis herunter. An eine gewisse Strafung des inzwischen doch ziemlich zersauselt aussehenden Kaveri-Portfolios wurde allerdings nicht gedacht, für eine rein für LowEnd- und LowCost-Bedürfnisse ausgerichtete Prozessoren-Architektur sind derzeit jedoch zu viele Modelle mit sich größtenteils kaum unterscheidenden Spezifikationen und Preispunkten im Markt. Zudem darf durchaus AMDs Informationspolitik generell kritisiert werden: Wichtige Angaben wie der Speichersupport bzw. die offiziellen Listenpreise sind nur noch per Zufall für neuere Prozessoren herauszufinden, aber nicht mehr auf AMDs Webseiten nachzuschlagen. An dieser Stelle macht AMD regelrecht banale Fehler – welche einem Hersteller in einem derart tiefen Tal eigentlich nicht passieren sollten.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 2. Februar 2016

Bei der ComputerBase sowie der PC Games Hardware hat man den neuen AMD-Treiber Crimson 16.1.1 unter "Rise of the Tomb Raider" nachgetestet – ohne daß sich dadurch allerdings etwas an der grundsätzlichen Performanceaussage zu diesem Spiel ändern würde. Denn beiderseits hatte man nur arg geringe bis maximal mittelprächtige Performancezugewinne durch den neuen Treiber zu verzeichnen: Unter FullHD regelmäßig im Rahmen der Meßungenauigkeit bei bestenfalls +2%, unter WQHD und UltraHD dann teilweise mit Zugewinnen von bis zu +9% – teilweise aber auch wieder zurückfallend auf Zugewinnen von nur +1%. An dem Performance-Überblick für Rise of the Tomb Raider wird dies nichts ändern – wobei der neue AMD-Treiber trotzdem empfehlenswert für Spieler dieses Titels ist, da die unter dem vorherigen Treiber teilweise bemerkbaren leichten Stotterer mit dem Crimson 16.1.1 Treiber augenscheinlich behoben wurden.

Unser Forum vermeldet weitere in AMDs indische Testlabore verschickte neue AMD-Grafikkarten, es handelte sich hierbei um 48 Stück kompletter Grafikkarten zu einem Zollwert von 650 Euro pro Stück. Bisher hat man den von AMD hierfür benutzten Produktcode "C981" einem Polaris-basierten HighEnd-Chip zugeschrieben (ob nun "Greenland" oder "Polaris 11") – aber bisher handelte es sich auch um eher geringe Stückzahlen und nicht gleich 48 komplette Grafikkarten. Dies erscheint für ein erst im Sommer zu erwartendes Produkt als ziemlich hoch – wer schon 48 Stück fertiger Grafikkarten hat, der könnte eher einen Launchtermin im Frühjahr anpeilen. Und so stellt sich die Frage, welche alternative Auslegungsvarianten hierbei möglich sind: Von der Idee einer DualChip-Lösung (Warenwert zu gering, außerdem scheinen jene unter dem Produktcode "C888" zu laufen) bis hin zu einer Neuauflage von Fiji-basierten Grafikkarten ist alles noch denkbar, allerdings auch nicht besonders wahrscheinlich. Möglicherweise ist AMD wirklich bereits so weit in der Fertigungstellung der Polaris-Generation – daß man jene bereits mehrfach öffentlich nennt, darf man diesbezüglich durchaus als gutes Anzeichen werten.

Die ComputerBase hat hingegen in den Benchmark-Datenbanken von SiSoft Sandra erste Benchmark-Werte zu Intels Kaby Lake gefunden, dem faktischen Skylake-Refresh mit aber anscheinend doch eigenem Silizium (da Kaby Lake mehrere in Skylake nicht vorhandene Hardware-Funktionen besitzen soll). Die Benchmark-Ergebnisse sind laut der ComputerBase auf demselben Niveau wie von Skylake her bekannt, aber generell sind von Kaby Lake außer dem Support neuer Features der Video-Einheit der integrierten Grafiklösung keine weiteren Verbesserungen zu erwarten – eventuell höhere Taktraten oder sonstwie eine interessantere Modellgestaltung, aber kein nativer Performanceschub (aka mehr Pro/MHz-Performance). Angesichts dessen, das Kaby Lake zum Jahresende 2016 antreten soll und wie gesagt augenscheinlich ein eigenes Stück Silizium darstellt, sind diese frühen Tests allerdings vollkommen normal – CPU-Architekturen werden üblicherweise gern ein ganzes Jahr lang getestet, ehe jene in den Verkauf gehen.

Golem und Heise berichten über das neue Datenschutzabkommen zwischen EU und USA namens "Privacy Shield", bei Heise gibt es zudem einen Kommentar hierzu von Ex-Bundesdatenschützer Peter Schaar. Nach dem endgültigen Auslaufen der vom EU-Gerichtshof abgeschmetterten Safe-Harbor-Regelung zum Ende des Januar 2016 wurde schon rein rechtlich ein Nachfolge-Abkommen benötigt – welches nunmehr in aller Kürze aus der Taufe gehoben wurde. Dabei hat es allerdings in der Kürze der Zeit nur zu einer faktischen Absichtserklärung gereicht – der eigentliche Text des Abkommens soll dann innerhalb der nächsten drei Monate erst ausgearbeitet werden. Formaljuristisch ist dies sicherlich nicht ausreichend, aber da allein der Klageweg letztlich länger dauert als diese drei Monate, dürfte dies wohl gerade noch so durchgehend.

Eher spannend ist, was denn nun in der Neuregelung mit dem wortgewaltigen Namen wirklich stehen wird: Die ersten Anzeichen hierzu sehen nicht gut aus, die EU-Kommission hat sich mit (derzeit noch gar nicht bindenden) Absichtserklärungen seitens der US-Regierung abspeisen lassen, eine regelrechte Einigung mit ernsthaftem Regelwerk sieht sicherlich anders aus. Zudem müssten verschiedene Punkte der Einigung auch erst vom US-Kongreß bestätigt werden – mit unsicherem Ausgang, ausländische Rechtsgüter stehen in der US-Politik nicht gerade hoch im Kurs, ganz besonders nicht kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen. Ob diese Einigung dann letztlich zu einem wirklichen Rechtsrahmen führt, ist also sogar noch komplett offen – genauso, ob jener Rechtsrahmen dann einer erneuten hochrichterlichen Überprüfung standhält. Regulär sind hierfür wenig Chancen zu sehen angesichts der grundsätzlichen Unterschiede im Datenschutz-Verständnis zwischen EU und USA – beste Chancen also dafür, daß auch der "Privacy Shield" nur ein rechtliches Feigenblatt darstellt, aber keinen echten Datenschutz bietet.

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Umfrage-Auswertung: G-Sync vs. FreeSync - was ist bereits im Einsatz, was zieht mehr Interesse an?

Die Umfrage der letzten Woche ging mal wieder der Frage nach, ob es nVidias G-Sync oder AMDs FreeSync sein soll. Eine ähnliche Umfrage gab es schon einmal im Mai 2014 – und damit noch kurz vor dem Marktstart beider Technologien. Seinerzeit plädierten die Umfrage-Teilnehmer ziemlich eindeutig dafür, auf AMDs FreeSync zu warten, weil dies (im Gegensatz zu nVidias G-Sync) einen allgemeinen Standard darstellt. Heuer nun sind Monitore gemäß beider Technologien breit im Markt vertreten, womit sich auch schon eine gewisse Nutzerschar herausgebildet hat – unter den Umfrage-Teilnehmern sind dies immerhin schon 12,6%. Dabei hat nVidia einen leichten Vorteil von 7,1% zu AMD mit 5,5% – sicherlich auch resultierend im früheren Marktstart von G-Sync und der größeren Verbreitung von nVidia-Grafikkarten selber, aber eben dennoch etwas abweichend vom Ergebnis der 2014er Umfrage.

Bei der mit 43,7% großen Anzahl an Umfrage-Teilnehmern mit Interesse an G-Sync und FreeSync dominiert aber weiterhin eher FreeSync – neben 9,9% unentschiedenen Usern tendieren 26,1% zu AMDs FreeSync und nur 7,7% zu nVidias G-Sync. Eine weitere Umfrage zu diesem Thema mit einigem zeitlichen Abstand sollte also dann mehr FreeSync- als G-Sync-Nutzer zeigen – ob dies so eintriff, bliebe abzuwarten. Für FreeSync spricht nach wie vor der offizielle Standard (in Form der Übernahme von FreeSync als "Adaptive Sync" in die VESA-Spezifikation für DisplayPort 1.2a) und die günstigere Preislage entsprechender Monitore, für nVidia die größere Marktdurchdringung bei HighEnd- und Enthusiasten-Grafikkarten, welche man naturgemäß eher mit solcherart Monitoren paart. Da sich nur ebenfalls 43,7% der Umfrage-Teilnehmer generell gegen G-Sync oder FreeSync ausgesprochen haben, könnten diese Technologien schon in mittelfristiger Zukunft die (einfache) Nutzermehrheit in Enthusiasten-Kreisen übernehmen.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 1. Februar 2016

Die derzeit herumschwirrenden Gerüchte über eine neue nVidia-Grafklösung bereits im April dürften primär mit der (nicht von nVidia stammenden) Grafikchip-Roadmap von letzter Woche zusammenhängen, werden aber auch ohne Nennung dieser Roadmap weiterhin hartnäckig verbreitet. Unter Umständen steckt dann am Ende doch ein Körnchen Wahrheit drin – aber jene lautet anders als man es derzeit auslegt: Womöglich handelt es sich bei dieser April-Neuvorstellung nicht um eine erste Pascal-basierte Grafiklösung, sondern schlicht um die "GeForce GTX Titan X2" – sprich eine DualChip-Lösung auf Basis des GM200-Chips der Maxwell-Architektur. Auch wenn nVidia derzeit noch kein Wort zu DualChip-Lösungen auf Maxwell-Basis verloren hat, könnte sich nVidia am Ende durch das klar angekündigte AMD-Projekt einer Radeon R9 Fury X2 dazu gezwungen sehen, ähnliches bieten zu müssen. Eventuell gibt es sogar Firmen aus der VR-Szene, welche nVidia dann dazu drängen – ausgeschlossen werden kann eine solche DualChip-Karte in jedem Fall nicht und wahrscheinlicher als eine Pascal-Lösung bereits im April ist diese Auflösung allemal.

Dabei muß man nicht einmal den Gedankengang von SemiAccurate mitgehen, nachdem nVidia (angeblich) bei seiner Pascal-Architektur weit zurückliegen würde. Jene Argumentation verrennt sich etwas in der Vermischung von Daten zum GP100- und GP104-Chip (hier aufgeklärt) – bringt aber dennoch einen gewissen Punkt an, daß letztlich vieles von dem, was wir zu nVidias realen Pascal-Aktivitäten zu wissen glauben, auf einzelnen Quellen basiert. Dabei handelt es sich sogar primär um Meldungen hier im 3DCenter – Sachen, die wir in unserem oder anderen Foren aufgeschnappt und für die 3DCenter-News aufbereitet haben (GP100-TapeOut, GP100-Testphase & GP104-Testphase). Dies wurde nachfolgend dann von anderen Webseiten breit aufgegriffen und weiterverbreitet, teils auch ohne jede Quellenangaben (und damit nicht ersichtlich, daß diese Meldungen allesamt auf ein und derselben Quelle basieren). An so einer Sache kann man sich dann eben auch gewaltig irren, wenn alles auf nur einer Quelle basiert – dies ist wie gesagt der absolut wahre Punkt an der SemiAccurate-Geschichte. Ob unsere bisherige Interpretation zur Lage der Pascal-Architektur – erste Profi-Lösungen auf GP100-Basis im Sommer, erste Gamer-Lösungen auf GP104-Basis im Herbst, neue Enthusiasten-Lösungen auf GP100- oder GP102-Basis erst Anfang 2017 – passt, wird sich erst noch erweisen müssen.

Das neue Citavia-Blog hat verschiedene Hinweise darauf gefunden, daß die Server-Varianten von AMDs Zen gleich mit bis zu 32 Rechenkernen (auf einem einzelnen Die) antreten werden. Dies erscheint auf den ersten Blick als ziemlich viel – aber angesichts dessen, daß CPU-Kerne unter der 14nm-Fertigung von Intel auf knapp unter 10mm² Chipfläche zu schätzen sind (hinzu kommen dann allerdings noch Interfaces und Level3-Cache), sind 32 CPU-Rechenkerne auf den üblicherweise großvolumigen Server-Chips durchaus machbar. Selbst Intel wird bei den kommenden Skylake-Servermodellen auf bis zu 28 CPU-Rechenkerne unter der 14nm-Fertigung auf einem einzelnen Die hochgehen. In dieser Steigerung der Anzahl der CPU-Rechenkerne auf einem einzelnen Prozessoren-Die lebt "Moores's Law" im übrigen immer noch fort, denn hier können die Fortschritte der Halbleiterfertigung noch sinnvoll in Mehrperformance (für den Server-Bereich) umgesetzt werden.

Intel hingegen zieht sich Kritik seitens Sicherheitsforscher an seiner "Software Guard Extensions" (SGX) Technologie zu, welche ab der Skylake-Architektur in den Intel-Prozessoren steckt. Erster Stein des Anstosses ist hierbei die Möglichkeit für Intel, mittels der nur von Intel selbst herausgegebenen Lizenzen und Schlüssel für SGX den Software-Markt zu bestimmen – sprich festzulegen, wer Zugang zu SGX hat und wer nicht. Hinzu kommt der generelle Punkt, daß sich SGX-Software nur von Intel selber verifizieren lassen muß, vor dem Nutzer und damit jeglicher unabhängiger Kontrolle aber technisch verborgen bleibt. Dummerweise wirken solcherart CPU-Befehlssatzerweiterungen immer erst nach Ablauf vieler Jahre, so daß die sich ergebende Endsituation vorab eher schwer abzuschätzen ist – manche solcher Prognosen treffen ein, andere werden von neueren technischen Entwicklungen überrollt und erledigen sich dann von selbst. Besondere Pluspunkte erwirbt sich Intel allerdings nicht mit einem Konzept, welches primär Intel und anderen Herstellern nützt, dessen Nutzwert für den Anwender (und Käufer) derzeit aber eher nur die Klasse von Marketing-Versprechungen hat.

Früher als erwartet beginnt Microsoft laut WinFuture ab sofort mit der Auslieferung von Windows 10 als "empfohlenes Update" für Nutzer von Windows 7 & 8.1. Wer den standardmäßigen Update-Prozeß aktiviert hat, wird also unbemerkt den 7-GB-Klotz herunterladen, ehe Windows dann unvermittelt fragt, ob man das Upgrade auf Windows 10 denn jetzt sofort oder erst später installieren will (die Option des "Abbrechens" ist aber wohl doch noch vorhanden). Wer hier natürlich ausversehen daneben klickt, hat dann die Brille auf – weil dann läuft schon das direkte Upgrade los (der Download ist schließlich schon auf dem Rechner), welches man eher nicht mehr unterbrechen sollte. Wer dies verhindern will, sollte umgehend die automatische Installation von "empfohlenen Updates" deaktivieren, wie hier gezeigt. Da die empfohlenen Updates keinerlei Sicherheits-Updates enthalten, verliert man damit auch nicht all zu viel – und kann die betreffenden Updates schließlich auch später noch nachholen, wenn der ganze Microsoft-Zirkus um Windows 10 sich etwas gelegt hat.

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