6

AMD Ryzen Launchreviews: Die Overclocking-Ergebnisse im Überblick

Als letzten Teaser für die kommenden (leider späte) Launch-Analyse zu AMDs Ryzen soll es hiermit einen Überblick zu den am Launchtag erzielten Overclocking-Ergebnissen zu Ryzen geben. Jene richtet sich ausschließlich an den unter normalen Kühlmaßnahmen (Luft oder Standard-Wassserkühlung) erreichten und natürlich stabilen OC-Resultaten aus. Leider gab es von den beiden kleineren Ryzen-Modellen Ryzen 7 1700 & 1700X nur recht wenige entsprechende Resultate, allerdings ist die grobe Tendenz auch so mittels der vielen Resultate zum Ryzen 7 1800X sichtbar. Die von AMD angesetzte default-Spannung der Ryzen-Achtkerner wollte keiner der Testberichte wirklich ganz konkret notieren – doch augenscheinlich laufen jene mit ~1.2V los, können sich aber unter Last auch bis zu ~1.35V genehmigen.

Da bleibt dann gemäß den AMD-Richtlinien zur Ryzen-Übertaktung nicht mehr viel Platz, denn AMD empfiehlt eine CPU-Spannung von nicht mehr als 1.35V für die tägliche, dauerhaft laufende Übertaktung. Jede höhere Spannung soll dann entgegen AMD der Langlebigkeit der Prozessoren gehen – wobei dies meistens nur ein üblicher Spruch der Hersteller zur eigenen rechtlichen Absicherung darstellt, in der Praxis bei meist nur 5-7 Jahre benutzten Prozessoren kein beachtbarer Effekt eintritt. Bis zu 1.45V sieht AMD in diesem Sinne noch als gangbar an, danach fängt dann wohl der wirklich kritische Bereich an. In der Overclocking-Praxis sind nur wenige Testberichte über diese 1.45V hinausgegangen – wobei das ganze sich augenscheinlich auch nicht lohnte, denn die erreichten Overclocking-Taktraten waren nur in den seltensten Fällen durch eine zu zaghafte Spannungszugabe limitiert:

Ryzen 7 1700 Ryzen 7 1800X
ComputerBase 3899 MHz @ 1.352V ComputerBase 4050 MHz
Overclockers Club 4091 MHz @ 1.440V Overclockers Club 4041 MHz @ 1.416V
Top Ten Gamer 3900 MHz @ 1.3V Top Ten Gamer 3900 MHz @ 1.35V
Hardwareluxx 3991 MHz @ 1.461V
PCLab 4075 MHz @ 1.385V
PurePC 4100 MHz @ 1.450V
Hardware.fr 3999 MHz @ 1.330V
Adrenaline 3991 MHz @ 1.404V
3DNews 3999 MHz @ 1.548V
3DMGame 3993 MHz @ 1.352V
Benchmark.pl 3991 MHz @ 1.368V
Expreview 4000 MHz
Jagat Review 3991 MHz @ 1.404V
Tek.no 4000 MHz @ 1.417V
Zol.com 4000 MHz
Vortez Hardware 4091 MHz
TweakTown 3999 MHz @ 1.504V
Tom's Hardware 4000 MHz @ 1.425V
Overclockers 4018 MHz @ 1.380V
Legit Reviews 4091 MHz @ 1.464V
KitGuru 4099 MHz @ 1.439V
Hot Hardware 4000 MHz @ 1.35V
Hexus 4100 MHz @ 1.375V
HardwareZone 4050 MHz @ 1.4V
SweClockers 4049 MHz @ 1.461V
Hardware Canucks 4099 MHz @ 1.40V
HWBox 4000 MHz @ 1.42V Guru3D 4124 MHz @ 1.526V
Hardware.info 4091 MHz @ 1.456V Gamers Nexus 3900 MHz
Overclockers Club 3991 MHz @ 1.464V eTeknix 4091 MHz @ 1.488V
ComputerBase 4050 MHz Bit-Tech 4000 MHz @ 1.425V
TechSpot 3950 MHz TechSpot 4100 MHz @ 1.35V
Ryzen 7 1700X Ryzen 7 1800X

Wie gut an den vielen Einzelergebnissen zum Ryzen 7 1800X zu sehen, scheint bei diesem Prozessor eher denn eine generelle "Taktmauer" bei ca. 4.1 GHz zu existieren. Manche Testexemplare schaffen es bis zu dieser Mauer, die meisten kommen nur bis 4.0 GHz, einige erreichen sogar nur 3.9 GHz. Dabei ist es augenscheinlich nicht von wirklicher Relevanz, ob man mit einer besonders hohen CPU-Spannung herangeht – manche Testexemplare schaffen die 4.0 GHz auch schon auf 1.35V, andere erst viel später. Mit ganz hohen Spannungszugaben ist also nicht wirklich etwas herauszuholen, das Ryzen-Die limitiert zumeist eher generell. Eher dürfte man mit besseren Kühllösungen größeren Erfolg haben – aber dafür muß es dann schon eine wirklich herausragende Kühlung sein, welche möglichst auch die (unter Spannungszugabe sehr hitzig werdenden) Spannungswandler mit umfaßt.

In der Summe der vorliegenden Übertaktungsergebnisse erreicht der Ryzen 7 1800X ein durchschnittliches Übertaktungsergebnis von 4030 MHz – gerade so knapp oberhalb der nominellen Taktraten, welche immerhin einen Boosttakt von bis zu 4.0 GHz (natürlich nicht auf allen Kernen gleichzeitig) erlauben. Gemessen an den nominellen Taktraten dieses Prozessors von 3.6/4.0 GHz ist dies allerdings eine arg schwache Kür. Dies ist eine jener Übertaktungen, welche sich fast nicht lohnen – und zumeist nur deshalb durchgeführt werden, um die 4 GHz sehen zu können. Zur Ehrenrettung von AMD sei allerdings erwähnt, das AMD speziell den Ryzen 7 1800X Prozessor ganz offiziell als ein Modell angesetzt hat, welches für diejenigen Anwender gedacht ist, welche die besten Performance haben, deswegen aber eben nicht übertakten wollen.

Die Übertaktungschancen der kleineren Ryzen-Achtkernern sehen dann relativ betrachtet besser aus: Ryzen 7 1700 & 1700X erreichen tendentiell dieselben Übertaktungsergebnisse wie der Ryzen 7 1800X (für eine solide Durchschnittsbildung liegen zu wenige Einzelwerte vor) – womit angesichts niedrigerer nomineller Taktraten der relative Übertaktungserfolg bei Ryzen 7 1700 & 1700X größer ist. Insbesondere der Ryzen 7 1700 dürfte sich aus dieser Achtkerner-Riege faktisch am besten zur Übertaktung eignen, denn nominell 3.3/3.7 GHz unter Übertaktung auf 4.0 GHz oder notfalls 3.9 GHz hochzubringen, sieht dann schon durchaus ansprechend aus. Damit kommt AMD auch hier und da an die von Intel gebotenen (relativen) Übertaktungserfolge heran – ohne jedoch auch nur in die Nähe von echten Spitzenübertaktungen zu kommen.

Dies bedeutet auch, daß das Performance-Ergebnis unter Übertaktung knapper wird, die Intel-Prozessoren unter Übertaktung näher an Ryzen heranrücken (Anwendungs-Performance) bzw. noch etwas mehr davonziehen (Spiele-Performance). Zum Vorteil von AMD ist allerdings auch zu werten, das man mit fester Übertaktungs-Absicht die teureren Modelle Ryzen 7 1700X & 1800X faktisch links liegenlassen und gleich auf das (deutlich) günstigere Modell Ryzen 7 1700 (329$) gehen kann. Die preislich hierbei passenden Intel-Gegenspieler Core i7-7700K (339$) bzw. Core i7-6800K (412$) mögen zwar teilweise die höheren Übertaktungsgewinne auswerfen – dies reicht aber immer noch nicht aus, um zumindest bei der Anwendungs-Performance einen Ryzen-Achtkerner auf 4 GHz zu erreichen:

Core i7-7700K Core i7-6800K Ryzen 7 1700
Technik Kaby Lake, 4C +HT, 4.2/4.5 GHz Broadwell-E, 6C +HT, 3.4/3.6 GHz Zen, 8C + SMT, 3.0/3.7 GHz
Anwendungs-Performance 100% 101% 105%
Spiele-Performance (720p) 100% ~95% * ~78% *
durchschnittliche Übertaktung 4953 MHz ~4.3 GHz ~4 GHz
Anwendungs-Performance @ OC ~112% * ~121% * ~125% *
Spiele-Performance (720p) @ OC ~110% * ~110% * ~89% *
Listenpreis 339$ 412$ 329$
* Schätzung mittels hochgerechnetem Wert, mit einer gewissen Spielbreite von 1-2 Prozentpunkten zu betrachten

So gesehen ist Ryzen dann doch kein so schlechter Übertakter – man darf nur nicht den Fehler begehen, die hoch getakteten Ryzen-Modelle als Übertaktungsgrundlage zu verwenden, denn jene sind dafür von AMD explizit nicht gedacht. Daß man mit den kleineren Modellen einer Prozessoren-Serie auch gut übertakten kann, ist aus Intel-Sicht natürlich ungewohnt, aber dies ist ganz und allein Intels Problem. Die kleineren Ryzen-Modelle dürften in jedem Fall (wahrscheinlich genauso bei den noch anstehenden Vier- und Sechskernern) ganz vernünftige Übertakter geben – ohne in dieser Disziplin herauszuragen, aber dies fällt speziell einem Core i7-7700K angesichts dessen hoher nomineller Taktraten inzwischen genauso schwierig.

5

Hardware- und Nachrichten-Links des 4./5. März 2017

Heise zitieren Aussagen von AMDs CEO Lisa Su, welche auf die "LowRes-Spieleschwäche" von Ryzen eingeht – bzw. erklärt, das hierzu einfach noch Optimierungen fehlen, die allerdings folgen werden. Genauer wird dies nicht ausgeführt, anzunehmenderweise sind hierbei Optimierungen seitens Windows und natürlich auch der Spieleengines selber zu erwarten – wobei letzteres Zeit brauchen wird und für ältere bzw. schon veröffentliche Spiele durchaus vakant ist. Allerdings ist dieser Gedankenansatz gar nicht einmal so verkehrt: Kaum jemand kann sich heute noch an den Release einer wirklich grundlegend neuen Prozessoren-Architektur (mit Ausrichtung auf den Spieleeinsatz) erinnern – selbst Intels verschiedene neue Prozessoren-Architekturen kamen nie aus dem Nichts, sondern wurden immer auf vorherigen Architekturen aufgebaut. Die Situation ist eventuell vergleichbar mit dem Start der ersten Prozessoren mit MMX-Befehlssatzerweiterung oder aber dem seinerzeitigen Pentium Pro, welcher eine gegenüber dem originalen Pentium doch deutlich abweichende Architektur mit sich brachte.

Und auch seinerzeit braucht es Zeit und Anpassungen seitens der Spieleentwickler, um die neuen CPUs bzw. deren neue Einheiten wirklich auszunutzen – vor der gleichen Situation dürften wir heuer bei AMDs Ryzen stehen. Leider sind Spieleentwickler üblicherweise von Terminen gehetzt und ist Ryzen von der grundsätzlich gebotenen Spiele-Performance her auch nicht derart weit vom Schuß weg wie Bulldozer – ergo kann es gut und gerne passieren, das es diese von AMD versprochenen Optimierungen nur für neu erscheinende Spieletitel gibt. Im Idealfall hätte AMD dies vor dem Launch schon für alle wichtigen Spieleengines angeleiert – aber so potent ist AMD als viel kleinere Firma gegenüber Intel einfach nicht, gerade nicht nach vielen Budgetkürzungen der vorangegangenen Quartale. Während die Arbeit an den Spieleengines nun also seine Zeit brauchen dürfte (und die Ergebnisse stückchenweise über die Zeit verteilt zu erwarten sind), kann man sicherlich mehr Hoffnung in einen eher zeitnah zu erwartenden Windows-Patch stecken, welcher sich dem Problem der Lastverteilung für Ryzen-Prozessoren annehmen sollte.

Grundlage hierfür sind Überlegungen, wonach der Aufbau des Ryzen Prozessoren-Dies in zwei Core-Cluster mit jeweils vier CPU-Kernen (CCX) hauptverantwortlich für die Spieleschwäche von Ryzen sein soll – interessant hierzu sind zwei Diskussionsthreads auf Reddit: Ryzen's memory latency problem: A discussion of cache hierarchy and microarchitecture & This is what's going on with Ryzen explaining some reviews, neben unserem eigenen Ryzen-Diskussionsthread natürlich. Die Ressourcen zwischen diesen beiden Core-Clustern sind schwer zu sharen, primär bezogen auf den Level3-Cache – generell will Ryzen intern lieber ähnlich wie ein DualChip-Prozessor behandelt werden. Windows hingegen verteilt seine Threads davon völig ungerührt an immer wieder wechselnde CPU-Kerne – womit ein Thread also auch einmal von dem einen CCX zum anderen CCX wechselt (und wieder zurück). Aufgrund der vergleichsweise geringen Bandbreite zwischen den beiden CCX bei einem Ryzen-Achtkerner ist dies keine gute Idee – und ist auch nicht wirklich notwendig, Windows könnte ja schlicht die Threads nur innerhalb desselben CCX neu an die CPU-Kerne verteilen.

Genau in dieser Sitation hat ein entsprechender Windows-Patch durchaus einiges an Potential – wie hoch, läßt sich schwer schätzen, aber andere größere Punkte, welche die Spieleschwäche von Ryzen (neben der ausgewiesenen Anwendungs-Stärke) erklären können, gibt es eigentlich nicht. Das Ryzen-SMT soll wohl generell nicht gut geeignet für Spiele sein, aber jenes kostet auch nicht so viel an Performance, als das man es unbedingt abschalten müsste – gerade weil es einige Spiele dann doch nutzen und damit nicht gleich jedes Spiel schlecht darauf reagiert. Davon abgesehen liegt an dieser Stelle noch weitere langfristige Optimierungsarbeit für AMD, denn wenn man sich zurückerinnert: Als Intel seinerzeit HyperThreading brachte (sogar zweimal: zuerst beim Pentium 4 und später bei Nehalem respektive den ersten Core-i-Prozessoren), reagierten auch viele Spiele nicht gut darauf und galt lange Zeit die Empfehlung unter Gamern, jenes zu deaktivieren. So gesehen ist hier neben der erwiesenen Spieleschwäche von Ryzen eben auch noch einiges an Ryzen-Potential unter Spielen zu sehen, welches AMD über die Zeit weg zugunsten der Ryzen-Käufer aktivieren könnte.

Noch extra zu erwähnen sind die neuen Ryzen-Benchmarks der ComputerBase, welche Ryzen in den Vergleich mit dem altehrwürdigen Phenom II X6 stellen – immerhin ja auch schon eine Sechskern-CPU, welche manchmal sogar mit den Sechskern-Modellen von Bulldozer mithalten konnte (insbesondere im Spiele-Bereich). Der zweitschnellsten Phenom-Sechskerner in Form des Phenom II X6 1090T (3.2/3.6 GHz) kommt aber gegenüber Ryzen nicht mehr wirklich mit, selbst gegenüber dem drittschnellsten Ryzen-Modell in Form des Ryzen 7 1700 (3.0/3.7 GHz) reicht es nur für 40% von dessen Anwendungs-Performance sowie 62% von dessen Spiele-Performance (720p). Interessanter wird hier natürlich noch der Vergleich mit Ryzen-Sechskernern werden, welchen es allerdings erst ab dem zweiten Quartal geben wird, wenn Ryzen 5 1500 & Ryzen 5 1600X erscheinen sollen. Deren Performancedifferenz zum Phenom II X6 1090T sollte im Spiele-Bereich in etwa gleich liegen, im Anwendungs-Bereich (wegen der zwei CPU-Kerne weniger) allerdings geringer ausfallen – aber immer noch ausreichend hoch bleiben, um den glatten Dimensionssprung erkennen zu können.

4

AMD Ryzen Launchreviews: Die Testresultate zur Spiele-Performance im Überblick

Als weiteren Teaser zur kommenden AMD Ryzen Launch-Analyse gibt es nachfolgend die aufgelaufenen (sinnvollen) Spiele-Benchmarks zu Ryzen und der Intel-Konkurrenz im Überblick. Viel ist es leider nicht geworden, da sich die meisten Hardwaretester leider an GPU-limitierten Spiele-Benchmarks unter FullHD (und noch höheren Auflösungen) aufgehalten haben. Aufzuzeigen, das unter wirklich Grafikkarten-limitierten Szenarien Ryzen absolut gleichwertig herauskommt, ist natürlich auch wichtig – aber dafür reicht faktisch ein einzelner Benchmark aus, danach könnte man sich interessanteren Themen zuwenden. So beispielsweise der Spiele-Performance unter niedrigeren Auflösungen, wo dann die CPU viel stärker ins Spiel kommt – gerade wenn man mit einer Titan X (Pascal) die Grafikkarten-Limitierung sehr weit oben ansetzt.

Dazu gibt es leider wie gesagt nur recht wenige Benchmarks, trotz über 40 vorliegender Launchtests. Gerade einmal 6 davon wollten wirklich der Frage nachgehen, wie sich Ryzen für den Gamer macht – keine gute Ausbeute und damit liegen für einige Prozessoren auch viel zu wenige Resultate vor, um eine sinnvolle Durchschnittsbildung bzw. eine (dafür notwenige) Interpolation der fehlenden Werte vorzunehmen. Dies betrifft die Prozessoren-Modelle Ryzen 7 1700 mit gar keinem vorliegenden Spiele-Benchmarkwert sowie Core i7-6800K und Ryzen 7 1700X mit nur jeweils einem vorliegenden Spiele-Benchmarkwert – selbst für eine Interpolation ist dies zu wenig, eine solche sollte nicht von so einer schwachen Datenbasis ausgehen. Damit fehlt in der nachfolgenden Auflistung aller Benchmarkwerte zur Spieleperformance leider eine Index-Bildung zu diesen drei Prozessoren.

Jene Index-Bildung basiert auf den vorhandenen Benchmarkwerten sowie einer (aufwendigen) Interpolation der fehlenden Benchmarkwerte anhand der bekannten Werte. Dabei wurde generell darauf geachtet, das Interpolationen nur stattfanden anhand von Testergebnissen, welche in ähnlichen Größenordnungen operieren – sprich, ähnliche Skalierung der verschiedenen Prozessoren, ähnliches Performancebild zwischen Vier- und Mehrkernern, ähnliches Performancebild zwischen AMD und Intel. Damit sollen die kleinen Eigenheiten der jeweiligen Tests auch bei den interpolierten Ergebnissen erhalten bleiben – ganz so, als hätte man diese im konkreten Test wirklich mitgebencht. Perfekt kann eine solche Interpolation niemals sein, aber für eine sinnvolle Durchschnittsbildung werden diese interpolierten Ergebnisse nun einmal zwingend benötigt.

Spiele-Performance (720p) 7600K 7700K 1700 6800K 1700X 6850K 1800X 6900K 6950K
CPU-Generation Kaby Lake Kaby Lake Zen Broadwell-E Zen Broadwell-E Zen Broadwell-E Broadwell-E
CPU-Kerne 4C 4C +HT 8C +SMT 6C +HT 8C +SMT 6C +HT 8C +SMT 8C +HT 10C +HT
Taktraten 3.8/4.2 GHz 4.2/4.5 GHz 3.0/3.7 GHz 3.4/3.6 GHz 3.4/3.8 GHz 3.6/3.8 GHz 3.6/4.0 GHz 3.2/3.7 GHz 3.4/3.6 GHz
ComputerBase  (13 Tests) 85% 100% - - - 108% 94% 112% 113%
Golem  (9 Tests) - 100% - - - 99,9% 88,3% 106,5% 110,3%
PC Games Hardware  (8 T.) 77,2% 100% - - - - 73,2% 94,1% 97,7%
TweakTown  (4 Tests) - 100% - - - - 78,4% 99,5% 99,2%
4Gamer  (7 Tests) - 100% - - - - 85,9% 96,3% -
SweClockers  (5 Tests) 82,7% 100% - 87,7% 75,4% 90,6% 78,4% 93,2% 91,6%
Performance-Index 82% 100% ? ? ? 99% 86% 104% 106%
Listenpreis 242$ 339$ 329$ 412$ 399$ 587$ 499$ 999$ 1569$

Trotz vergleichsweise geringer Datenbasis sind die Benchmark-Resultate aus dem Spiele-Bereich eindeutig genug: AMDs Ryzen hat hier eine klare Schwäche gegenüber Intels Spitzenmodellen zu verdauen. Der Ryzen 7 1800X schlägt im Schnitt der Messungen gerade so einmal den (halb so teuren) Core i5-7600K – und liegt gegenüber dem in etwa im selben Preisfeld angesiedelten Core i7-6850K um immerhin -14% zurück. Dabei gab es ausreichend Testberichte mit einer vernünftigen Skalierung von Sechs- und Achtkern-Prozessoren selbst im Spielebereich, unsere Gewichtung der Testergebnisse bei der Index-Bildung ging auch ein wenig in diese Richtung. Sprich: Intels Sechs-, Acht- und Zehnkerner können sich hier durchaus positiv präsentieren, nur AMDs neuer Achtkerner eben nicht.

Dabei zerfallen die Einzeltests in grob zwei Gruppen: Unter Spielen, welche ganz gut auf Intels Sechs-, Acht- und Zehnkerner reagieren, liegt Ryzen gut mit dabei und kann meistens sogar das Niveau des Core i7-7700K erreicht. Richtig schlecht wird es für Ryzen jedoch dann, wenn im Intel-Lager der Core i7-7700K über die Broadwell-E-Modelle regiert, respektive schneller als diese herauskommt. In solchen Situationen liegt Ryzen üblicherweise nochmals schlechter als Broadwell-E – und dann ausnahmsweise auch mal erheblich von der Leistungsspitze entfernt. Generell kann man sagen, das Ryzen sich bei der Spiele-Performance klar an Broadwell-E orientiert, einfach überall ein paar Prozentpunkte schlechter herauskommt. Je nachdem wie gut das Spiel auf viele CPU-Kerne reagiert, kann Ryzen damit sogar nahe der Spitze liegen – oder auch einigermaßen weit weg.

Allerdings seien zwei Einwände gegenüber diesen Resultat notiert: Erstens einmal passiert dies alles auf einem (im Durchschnitt) vergleichsweise hohen Niveau, kein Vergleich also mit AMDs bisherigen Bulldozer-Prozessoren. Jene wurden in dieser Tabelle (leider) nicht mit erfasst, da jeder Hardwaretest ein leicht anderes Bulldozer-Modell benutzte – aber generell kann man sagen, das die Bulldozer-Prozessoren grob auf einem Performance-Niveau von 50-60% gemäß des aufgestellten Performance-Index' herauskommen. Der Ryzen 7 1800X legt also zwischen 50-70% auf die Bulldozer-Performance unter Spielen oben drauf – und spielt damit insgesamt betrachtet im selben Performancefeld wie Intel mit. Die Werte der absoluten Spitzenmodelle von Intel werden zwar nicht erreicht, aber AMDs Ryzen kommt eigentlich nahe genug heran, um keine echten Nachteile erleiden zu müssen.

Und zweitens gilt generell zu bedenken, das jene aufgestellten Performancewerte nur das ausmessen, was unter den üblicherweise wenigen CPU-limitierten Spielszenen passiert – mit starker Betonung auf "wenigen". Sprich, zu 90-95% eines Spiels greift üblicherweise die Grafikkarten-Limitierung und sind alle Prozessoren gleich schnell, jene Performancewerte gelten dann nur noch für die restlichen 5-10%. Und 14% Differenz dafür, das dies nur unter 5-10% der Spielzeit wirksam wird, sind nicht wirklich viel – eigentlich zu wenig, um sich darum Sorgen zu machen. Relevant wären hier nur größere Unterschied – oder aber, wenn die Hardwaretester mal wirklich reine CPU-Aufgaben unter Spielen testen würden. Davon gibt es eigentlich auch genug (Strategietitel, Managerspiele oder auch das reine Einladen eines Spiels), leider fehlen zu diesem Testfeld wohl die standardisierten Benchmarks. Wir haben unter den ganzen über 40 Launchtests zu Ryzen glatt einen einzigen Benchmark einer reinen CPU-Aufgabe unter einem Spiel gefunden:

Hierbei haben Golem schlicht die Rundenberechnungs-Zeit eines Matches unter Civilization VI getestet – ein in unseren Augen sehr relevanter Benchmark, denn bei rundenbasierten Strategiespielen kann man gerade im späteren Spielverlauf durchaus länger auf die Rundenberechung warten (sehr unpassend gerade dann, wenn man schnell ein paar Runden durchlaufen lassen will). In diesem Benchmark schneidet der Ryzen 7 1800X Prozessor regelrecht hervorragend ab – und dies obwohl es sich um einen jener Benchmarks handelt, wo sich bei Intel die schnellen Kaby-Lake-Vierkerner noch vor die Broadwell-E-Modellen setzen können. Aber leider läßt sich dieses Ergebnis nicht verallgemeinern, da jenes nur einzeln dasteht – mehr solche Spiele-Benchmarks wären vonnöten, um aus dieser augenscheinlichen sichtbaren Tendenz eine allgemeingültige Regel aufstellen zu können.

3

Hardware- und Nachrichten-Links des 2./3. März 2017

Vom Tech Report kommt die Nachricht über zukünftig übertaktungsfreudigere GeForce GTX 1060 & 1080 Karten seitens der Grafikkartenhersteller – welche von nVidia offiziell grünes Licht zum Einsatz schnellerer GDDR5/X-Speicher bekommen haben. Bei der GeForce GTX 1060 dürfen somit Speicherchips eingesetzt werden, welche mit 4500 MHz geratet sind (default-Takt: 4000 MHz DDR GDDR5), bei der GeForce GTX 1080 dürfen es hingegen Speicherchips mit einem Rating von 2750 MHz sein (default-Takt: 2500 MHz QDR GDDR5X) – letztere sind identisch zu jenen Speicherchips, welche nVidia für die GeForce GTX 1080 Ti benutzt. Die ganze Aktion wird nicht in veränderten Kartenspezifikationen oder aber extra Karten bzw. extra SKUs resultieren – es steht den Grafikkartenherstellern einfach frei, die besseren Speicher für ihre werksübertakteten Grafikkarten zu nutzen. Insbesondere bei der GeForce GTX 1060 dürfte dies natürlich Sinn machen, denn die Karte hängt viel eher an ihrer Speicherbandbreite als die GeForce GTX 1080. Entsprechende Karten dürften den Markt in ein paar Wochen erreichen – eventuell wird diese Möglichkeit aber auch nur für ein paar absolute Spitzenmodelle verwendet werden, denn an dem schnelleren Speicher dürfte sicherlich auch ein höherer Preispunkt hängen.

Interessant ist, was sich daneben aus dieser Meldung lesen läßt: Zum einen sind nun augenscheinlich schnellere GDDR5-Speicher als die bisher maximalen 4000 MHz Takt wirklich erhältlich – diese Möglichkeit könnte beispielsweise AMD für deren Radeon RX500 Serie benutzen, deren Polaris-Grafikkarten auch oftmals deutlich an deren Speicherbandbreite hängen. Und zum anderen kann diese Aufwertung der Overclocking-Modelle von GeForce GTX 1060 & 1080 neben dem relativ späten Release der GeForce GTX 1080 Ti als gewisses Zeichen dafür verstanden werden, das nVidia nicht gerade demnächst mit einer (hypothetischen) "GeForce 2000 Serie" auf Pascal-Basis anrücken wird. Entweder kommt jene deutlich später – oder aber nVidia spart sich den Pascal-Refresh zugunsten der im Jahr 2018 zu erwartenden Volta-Generation gleich komplett (in diesem Fall würde die GeForce 2000 Serie dann schlicht Volta-basiert erscheinen).

Als weiteren Nadelstich gegenüber AMDs Vega-Generation hat nVidia den Release von auf DirectX 12 optimierten Treibern angekündigt. Videocardz notieren hierzu die nVidia-eigenen Performance-Ergebnisse, welche allesamt sehr ansprechend aussehen – immer einrechnend, das mit Treiberoptimierungen üblicherweise nur ein paar Prozentpunkte herauszuholen sind und daher alles, was Richtung 10% Performanceplus (oder mehr) geht, schon sehr gut ist. nVidia will unter fünf Testtiteln aber gleich im Schnitt +15,7% Performance herausholen – unter sehr hoher Grafikqualität, allerdings nicht genannter Auflösung. Sollte sich dies bestätigen, würde nVidia einen klaren Schritt nach vorn machen, der 15,7%ige Performancezuwachs unter diesen fünf Testtitel wird sich auch in einem größeren Testfeld mit beispielsweise 10-15 Testtiteln bemerkbar klar machen. Hier stehen interessante Treibertests zu GeForce GTX 1060, 1070 & 1080 an – mit besonderem Augenmerk auf die GeForce GTX 1060, welche ja bisher unter DirectX 12 & Vulkan gegenüber der Radeon RX 480 eher den kürzeren zieht. Bleibt zu hoffen, das dieser Treiber den Hardwaretestern nicht nur Kurzberichte wert ist, sondern (sollten sich die nVidia-Ergebnisse bestätigen) dies eher zu einer umfangreichen Performance-Neubewertung gegenüber AMD führt.

Die Zahlen zur weltweiten Betriebssystem-Verteilung für den Februar 2017 zeigt einmal mehr eher kuriose Daten an: Bei NetMarketShare sieht man (angeblich) wieder einen starken Aufschwung für Windows 7 bei gleichzeitig kleinem Abschwung gegen Windows 10 – angesichts der ganzen Zickzack-Bewegungen der letzten Zeit fängt diese Statistik nun (leider) an, sich langsam aber sicher zu disqualifizieren. Die Werte von StatCounter sind wie üblich stärker polarisierend, aber wenigstens sinnvoll gleichförmig – so wie man es bei der Bewertung von hunderten Millionen PCs rund um den Globus auch erwarten darf. Für StatCounter verlor Windows 7 von Januar zu Februar um -0,37% und liegt nunmehr bei 39,69% Verbreitungsgrad, während Windows 10 um immerhin +0,72% auf nunmehr 28,44% Verbreitungsgrad zulegte. Bei den aktuellen Veränderungsquoten dürfte Windows 10 schon zum Jahreswechsel 2017/18 (zumindest in der Statistik von StatCounter) Windows 7 einholen können. Mal schauen, ob NetMarketShare bis dahin wieder sinnvolle Statistiken bereithält, denn natürlich ist diese Gegenmeinung wertvoll – bietet sie doch ein deutlich abweichendes Bild, wonach Windows 10 erst in gut drei Jahren den Verbreitungsgrad von Windows 7 erreicht haben soll.

3

AMD Ryzen Launchreviews: Die Testresultate zur Anwendungs-Performance im Überblick

Im Vorgriff auf unsere kommende Launch-Analyse zu AMDs Ryzen wollen wir hiermit schon einmal ein erstes greifbares Ergebnis veröffentlichen – die gesammelten Benchmarkwerte zur Anwendungs-Performance von Ryzen sowie den jeweiligen Intel-Kontrahenten. Unter den vielen erschienenen Ryzen-Tests hat sich leider nur ein Bruchteil für diese Auswertung qualifiziert, denn viele Hardwaretests machten hierbei zwei grundsätzliche Fehler: Erstens einmal kann man gerade bei CPU-Tests nicht nur mit vier Benchmark-Titeln ankommen. Dies kann im Glückfalls unter Grafikkarten-Benchmarks noch zu einem sinnvollen Ergebnis führen, bei CPU-Benchmarks geht dies mehr oder weniger automatisch schief: Nicht die eigentlich Benchmarkwerte bestimmen dann das Endergebnis, sondern vielmehr die Benchmark-Auswahl. Für CPU-Tests sollte man generell nicht mit unter 10 Einzeltests arbeiten, sogar mit der Empfehlung hin zu eher denn 20 Einzeltests.

Und zweitens ist es höchst verwunderlich, wenn man den 499-Dollar-Prozessor Ryzen 7 1800X beharrlich gegen die Intel-Modelle Core i7-7700K (339$), Core i7-6900K (999$) oder gar Core i7-6950X (1569$) testet. Dies sind die preislich völlig falschen Intel-Prozessoren, der korrekte Gegenpart zu einem Ryzen 7 1800X lautet auf den Core i7-6850K (587$) – notfalls nimmt man den Core i7-6800K (412$), zwischen diesen liegt nur ein leichter Taktratenunterschied. Sicherlich hat der Test der beiden Achtkerner Ryzen 7 1800X vs. Core i7-6900K auch seinen Wert – doch dies ist die Kür, zuerst muß die Pflicht mit dem Test der preislich zueinander passenden Prozessoren erledigt werden. Im Grafikkarten-Bereich würde man vergleichsweise zerrissen werden, wenn man plötzlich Radeon RX 480 gegen GeForce GTX 1080 vergleichen würde. An dieser Stelle disqualifizieren sich leider sehr viele Hardwaretests zum Ryzen-Launch.

Alle sinnvollen Benchmark-Ergebnisse sind dann nachfolgend aufgelistet, wir haben aus diesen Einzelwerten dann logischerweise einen allgemeinen Performance-Index gebildet. Jener ist leicht gewichtet zugunsten jener Hardwaretests mit besonders vielen Einzeltests sowie einzelnen Hardwaretests, welche uns von der Benchmark-Gestaltung her besonders gefallen haben. Alle fehlenden Ergebnisse wurden aus den vorhandenen (aufwendig) interpoliert – in der Summe kommt ein guter Querschnitt dessen heraus, was zum Ryzen-Launch an Testergebnissen abgeliefert wurde. Wie schon vorstehend thematisiert, stellen wir dabei gleichpreisige Prozessoren jeweils nebeneinander, so daß ein direkter Vergleich sehr einfach möglich wird:

Anwendungs-Performance 7600K 7700K 1700 6800K 1700X 6850K 1800X 6900K 6950K
CPU-Generation Kaby Lake Kaby Lake Zen Broadwell-E Zen Broadwell-E Zen Broadwell-E Broadwell-E
CPU-Kerne 4C 4C +HT 8C +SMT 6C +HT 8C +SMT 6C +HT 8C +SMT 8C +HT 10C +HT
Taktraten 3.8/4.2 GHz 4.2/4.5 GHz 3.0/3.7 GHz 3.4/3.6 GHz 3.4/3.8 GHz 3.6/3.8 GHz 3.6/4.0 GHz 3.2/3.7 GHz 3.4/3.6 GHz
ComputerBase  (16 Tests) 79% 100% 98% 94% 104% 102% 109% 118% 122%
Golem  (7 Tests) - 100% - - - 104,2% 117,9% 127,4% 140,3%
Guru3D  (6 Tests) 71,4% 100% - 108,6% - 115,4% 151,7% 135,5% 171,5%
Hot Hardware  (6 Tests) - 100% 99,3% - 104,9% - 110,8% 111,0% 132,6%
Legit Reviews  (11 Tests) - 100% 86,6% - 94,0% - 99,3% 107,8% 117,9%
Overclockers Club  (12 Tests) - 100% 99,0% - 104,9% - 109,2% - 133,1%
PC Perspective  (11 Tests) 79,3% 100% - 101,2% - - 116,5% 121,7% 129,6%
TechSpot  (5 Tests) 72,9% 100% - 103,6% 123,4% - 130,7% 125,9% -
Adrenaline  (6 Tests) - 100% - 112,8% 136,5% - 153,3% - 185,7%
Hardware.fr  (12 Tests) - 100% - 111,8% - - 135,7% 146,7% 166,7%
Hardware.info  (10 Tests) 77,8% 100% - 102,0% 105,6% 106,1% 110,8% 122,7% 140,1%
Les Numeriques  (7 Tests) 91,3% 100% - 100,0% 100,7% - 102,0% 103,4% -
PCLab  (11 Tests) 79,2% 100% - 91,9% - 95,4% 115,6% - -
SweClockers  (7 Tests) 66,9% 100% - 110,1% 133,0% 115,4% 138,0% 139,2% 165,9%
Performance-Index 77% 100% 105% 101% 114% 107% 120% 125% 139%
Listenpreis 242$ 339$ 329$ 412$ 399$ 587$ 499$ 999$ 1569$

Trotz des Heraussuchens der schon besten Benchmark-Ergebnisse zum Ryzen-Launch ist sehr gut zu sehen, das es einigermaßen drunter und drüber geht bei den Werten der einzelnen Hardwaretest-Webseiten: Die einen sehen einen Core i7-6950X um gleich +71% vor dem Core i7-7700K, andere hingegen nur um +22% vorn liegend – da kann der geneigte Betrachter nur mit dem Kopf schütteln und die Frage aufwerfen, wie denn anerkannten Hardwaretester zu derart drastisch unterschiedlichen Resultaten kommen können. Natürlich hängt dies primär an Anzahl und Auswahl der benutzten Benchmark-Titel – aber da muß man dann einfach im CPU-Bereich generell (noch) mehr hiervon benutzen, damit die Benchmarkwerte (der exakt selben Hardware!) sich wenigens halbwegs einander anpassen können.

Insofern ist unsere (gewichtete) Indexbildung wieder mal Gold wert, weil das Lesen einzelner Tests einen wirklich völlig auf den Holzweg schicken kann – je nachdem zu welchem Extrem der einzelne Hardwaretest jeweils neigt. In diesem zum Ryzen-Launch aufgestellten Performance-Index der Anwendungs-Performance sieht es letztlich gut aus für AMDs Ryzen: Die gleichpreisigen Intel-Prozessoren werden in jedem Fall geschlagen, selbst wenn man sich nicht nur auf positive Ryzen-Tests bezieht, sondern auch die Ryzen nicht so gut bewertenden Hardwaretests mit einberechnet. Die Differenzen gegenüber Intel sind in jedem einzelnen Fall auch auf einen beachtbaren Niveau – nirgendwo weltbewegend, aber auch nirgendwo nur im Bereich von 1-2 Prozentpunkten. Konkret liegt der Ryzen 7 1700 gegenüber dem Core i7-7700K um +5% vorn, der Ryzen 7 1700X gegenüber dem Core i7-6800K um +13% und der Ryzen 7 1800X gegenüber dem Core i7-6850K um +12%.

Hinzu kommt in allen Fällen noch ein etwas günstigerer Preispunkt der Ryzen-Prozessoren sowie (derzeit schon absehbar) ebenfalls etwas günstigere Preise bei den Ryzen-Mainboards gegenüber den Intel-Mainboards. Und wenn man den Vergleich Achtkerner gegen Achtkerner unbedingt angehen will: Der Ryzen 7 1800X liegt gegenüber dem Core i7-6900K um -4% zurück, was angesichts des doppelten Preispunktes auf Intel-Seite natürlich trotzdem einen klaren Sieg zugunsten von AMD darstellt. Selbst gegenüber dem Core i7-6950X liegt der Ryzen 7 1800X nur magere -14% zurück, was angesichts des (mehr als) dreifachen Preises auf Intel-Seite genauso wenig für das aktuelle Intel-Topmodell spricht. AMDs muß sich also bezüglich der Anwendungs-Performance von Ryzen vor nichts verstecken, sondern stellt (wie erwartet) in allen Vergleichen das bessere Angebot gegenüber Intel zur Verfügung.

Nachtrag vom 3. März 2017

Nachträglich wurden noch die Testresultate von Golem eingearbeitet. Hierbei ergeben sich bei der (damit neu aufgelegten) insgesamten Durchschnittsberechnung nur minimale Differenzen (ein guter Hinweis darauf, das die verarbeitete Datenmenge ausreichend hoch ist), welche in nur zwei Fällen zu einer anderen Rundung führen: Der Ryzen 7 1700 geht von vormals 106% auf nunmehr 105%, der Core i7-6900K von vormals 124% auf nunmehr 125%. Die Werte in der Tabelle und die Aussagen im Artikel wurden entsprechend angepasst.

PS zur Durchschnittsbildung des Ryzen 7 1700: Dessen vorliegende Einzelwerte liegen wie zu sehen allesamt unterhalb unseres Durchschnittswerts von 105%. Grundlage hierfür ist, das zuerst die fehlenden Werte (der Testberichte ohne Ryzen 7 1700) interpoliert wurden – und jene fast durchgehend Testberichte mit stärkerer MultiCore-Skalierung waren, wo also Ryzen und Broadwell-E besser aussehen. Diese fehlenden und damit letztlich interpolierten Werte verhelfen dem Ryzen 7 1700 Prozessor also zu diesem nur scheinbar zu gutem Ergebnis. Die angesetzte Berechnung ist allerdings solide, langjährig eingeübt und wurde immer wieder verbessert. Eine einfache Durchschnittsbildung der vorhandenen Werte würde eine Konzentration auf die den Ryzen-Prozessoren eher nicht liegenden Tests bedeuten und damit das Endergebnis sogar maßgeblich verfälschen.

2

Launch von AMDs Ryzen: Erste Testberichte gehen online

Lange musste man warten auf eine konkurrenzfähige CPU von AMD – fast zu lange, Intel konnte es sich inzwischen in seiner de-fakto-Monopolstellung gemütlich machen. Dabei war das Interesse seitens der Hardware-Enthusiasten an leistungsfähigen AMD-Prozessoren immer da – gut zu sehen an dem Hype der letzten Wochen, welcher teilweise beinahe euphorische Züge annahm. Und nun endlich sind die Zen-basierten Ryzen-Prozessoren in Form der Modelle Ryzen 7 1700, 1700X und 1800X mit jeweils Achtkern-Unterbau offiziell, können gekauft und bewertet werden. Das Web wird derzeit geflutet von entsprechenden Testberichten, eine erste Auswahl findet sich anbei. Die User-Diskussion zum Launch in unserem Forum rollt auch schon an, während wir an einem dem Launch abschließenden Launch-Analyse arbeiten, welche zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen wird. Als Teaser planen wir allerdings diverse Teilergebnisse bereits zeitnah an dieser Stelle zu veröffentlichen.

AMD Ryzen @ Caseking
AMD Ryzen @ Caseking
AMD Ryzen @ Overclockers UK
AMD Ryzen @ Overclockers UK
Inhalt abgleichen