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Preislagen und Speicherbestückungen zu AMDs Radeon RX400 Serie bekannt

Wieder mal über unser Forum gelangt eine wertvolle Detailinformation zu kommender Hardware an das Licht der Öffentlichkeit: Dabei wurde entdeckt, das der PC-Anbieter GameMachines bei seinen konfigurierbaren PC-Modellen bereits Listungen und Preisangaben für die einzelnen Modelle der Radeon RX400 Serie hinterlegt hat. Alle Preisangaben verstehen sich dabei als reiner Mehrpreis zur bei diesen PCs standardmäßig verbauten GeForce GT 730 2GB, welche im Einzelhandel derzeit bei ca. 50-60 Euro zu haben ist. Interessant sind aber zuerst einmal die verschiedenen genannten AMD-Modelle, geben jene doch Auskunft über die üblichen Speicherbestückungen innerhalb der Radeon RX400 Serie: Die Polaris-11-basierte Radeon RX460 wird standardmäßig nur mit 2 GB antreten (Herstellerdesigns mit 4 GB sind allerdings nicht unwahrscheinlich, jene gab es auch schon zur Radeon R7 370), die Polaris-10-basierte Radeon RX470 dagegen mit 4 GB (Herstellerdesigns mit 8 GB sind hier noch ungewiß) und die ebenfalls Polaris-10-basierte Radeon RX480 mit 4 und 8 GB Grafikkartenspeicher:

Die direkte Umrechnung der hierbei genannten Mehrpreise der AMD-Karten aufgrund des bekannten Einzelhandelspreises der GeForce GT 730 ist allerdings weniger zielführend – da nicht klar ist, wieviel Rabatt GameMaschines als KomplettPC-Hersteller auf alle einzelnen Karten bzw. gerade auf diese LowEnd-Karte bekommt. Selbst eine Rechnung basierend auf den relativen Unterschieden der genannten Mehrpreise – mit als Ausgangspunkt dem offiziell so genannten Listenpreis der Radeon RX480 4GB von 199 Dollar – ergab eher nur irrierende Werte. Schaut man sich die Liste der bei GameMachines zur Verfügung stehenden Grafikkarten an, so fällt auf, das die preisgünstigeren Modelle eher nahe an üblichen Einzelhandelspreisen liegen, bei den teureren Modelle jedoch teilweise sogar mehr verlangt wird als im Einzelhandel. Wahrscheinlich noch am ehesten zutreffend ist für diesem Fall daher der Vergleich mit bei GameMachines zu ähnlichen Mehrpreisen gelisteten Karten – und dann dem Quervergleich zu deren Einzelhandelspreisen:

Mehrpreis vergleichbare Karten bei GameMachines Retailpreis Listenpreis
Radeon RX460 2GB +79€ nVidia GeForce GTX 750 Ti 2GB (+79€) 108-120€ vmtl. 109$
Radeon RX470 4GB +149€ nVidia GeForce GTX 960 2GB (+169€) 173-190€ vmtl. 159$
Asus GeForce GTX 950 Strix-DC2OC 2GB (+149€) 164-180€
MSI GeForce GTX 950 Gaming 2GB (+139€) 155-170€
Palit GeForce GTX 950 StormX Dual 2GB (+139€) 149-165€
Radeon RX480 4GB +209€ Asus GeForce Strix-GTX960-DC2OC-2GD5 2GB (+192€) 188-210€ off. 199$
MSI GeForce GTX 960 Gaming 4GB (+215€) 205-220€
Gainward GeForce GTX 960 Phantom GLH 2GB (+199€) 190-210€
Palit GeForce GTX 960 Jetstream 4GB (+196€) 203-220€
Radeon RX480 8GB +249€ nVidia GeForce GTX 970 3,5GB (+279€) 249-280€ vmtl. 239$
Asus Strix-GTX960-DC2OC-4GD5 4GB (+229€) 228-250€

Nach Normierung der Zwischenergebnisse auf den bekannten Listenpreis der Radeon RX480 4GB (von 199 Dollar) kann man die Behauptung aufstellen, das die Radeon RX460 2GB wohl einen Listenpreis von 109 Dollar haben wird, die Radeon RX470 4GB einen Listenpreis von 159 Dollar und die Radeon RX480 8GB einen Listenpreis von 239 Dollar. Diese Angaben sind natürlich fehlbar, da primär darauf basierend, das GameMachines sich mit seinen Preisfestsetzungen eng an AMD-Vorgaben gehalten und keine eigenen Spielräume eingebaut hat. Ein weiterer Stolperstein könnten kurzfristige Preisänderungen sein, welche AMD immerhin noch bis kurz vor Launch vornehmen könnte. Ein kleines Polster von plus/minus 10 Dollar kann man dem ganzen sowieso geben – aber ansonsten sollte diese Hochrechnung durchaus passend sein.

Kommen die Karten zu diesen Preisen, erfüllt AMD weiterhin das Kriterium des Preis/Leistungs-Schlagers bei der Radeon RX400 Serie – vielleicht etwas weniger bei der Radeon RX460, aber dafür um so exzellenter bei der Radeon RX470, welche um die 10-12% langsamer als die Radeon RX480 erwartet wird, nun aber gleich 20% günstiger werden soll (und damit die Radeon RX480 beim Preis/Leistungs-Verhältnis sogar noch hinter sich läßt). Die Radeon RX480 8GB wird zudem einen wohl tragbaren Mehrpreis für ihren Mehrspeicher haben – etwas weniger wäre noch besser, könnte aber auch wirtschaftlich nicht darstellbar sein (4 GB auf immerhin 4000 MHz taktender GDDR5-Speicher werden auch ihren Preis haben). Diese 8-GB-Karte wird sowieso eine gewisse Glaubenssache werden – in dieser Performanceregion und unter der reinen FullHD-Auflösung erscheinen 4 GB als komplett ausreichend und dürften 8 GB wohl allein bezüglich der besseren Zukunftsaussichten empfohlen werden.

Ganz nebenbei deuten diese Listungen bei GameMachines auch darauf hin, das AMD wirklich sehr weit fortgeschritten ist mit seinen Vorbereitungen zum Launch dieser Grafikkarten – womöglich sogar schon morgen launchen könnte, wenn dies gewollt wäre. Die kommenden zwei Wochen mehr Vorbereitungszeit werden aber dennoch nützlich sein, um die Lieferkette dichter zu machen, den Hardwaretestern ihre Zeit für ausführliche Tests zu geben und vor allem den Herstellern von Komplett-PCs besser entgegenzukommen, welche kurzfristig angesetzte Launches üblicherweise gar nicht verarbeiten können. So besteht aber die gute Chance auf einen wirklich umfassenden Markteintritt der Radeon RX400 Serie ab dem 29. Juni (Radeon RX480) bzw. zu einem noch nicht genauer benannten Termin im Juli (Radeon RX460 & RX470).

Nachtrag vom 17. Juni 2016

Zu den kürzlich genannten Preislagen der Radeon RX400 Karten ist leider die Einschränkung hinzuzufügen, das GameMachines wohl keine besonders vertrauenswürdige Quelle für exakte Preise zu nicht releaster Hardware ist. So hatte man auch im Vorfeld des GP104-Launches bereits entsprechende Mehrpreise für GeForce GTX 1070 & 1080 notiert, jene allerdings nach Launch etwas nach oben korrigieren müssen. Ob dies auch bei den Preisen zu den Radeon RX400 Karten passiert, kann natürlich niemand vorhersagen – möglich ist es jedoch durchaus. Als Gegenthese darf gelten, das nVidia im Vorfeld seines Launches sehr maulfaul war, AMD hingegen hinter den Kulissen augenscheinlich einiges laufen hat, demzufolge Distributoren und OEMs eigentlich schon Zugriff auf die realen Preislagen der kommenden AMD-Grafikkarten haben dürften. Es gilt zudem auch, das die Preise der AMD-Karten kaum besonders abweichend von den aktuellen Schätzungen ausfallen können, ausgehend von dem bekannten offiziellen Preis der Radeon RX480 4GB von 199 Dollar existieren da nur eher kleine Spielräume. Wir müssen uns überraschen lassen, was da letztlich herauskommt – nur sind halt diese bisherigen Preiseinordnungen damit wieder unter gewissem Vorbehalt zu sehen.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 15. Juni 2016

Die PC Games Hardware berichtet über bei eBay sowie Amazons Marketplace in den USA und China aufgetauchte gefälschte GeForce GTX 960 Grafikkarten – hinter welchen sich augenscheinlich eine GeForce GTX 560 Ti aus nVidias früherer Fermi-Generation verbirgt. Dies ergibt natürlich einen erheblichen Performance-Unterschied, von der GeForce GTX 560 Ti (Perf.Index 210%) zur GeForce GTX 960 (Perf.Index 340%) sind es gut 62% Mehrperformance. Angesichts dessen sind die abverlangten Preise von 130 Euro auch nicht mehr wirklich attraktiv – dies ist teurer als eine gegenüber der GeForce GTX 560 Ti vergleichbar schnelle GeForce GTX 750 Ti (Perf.Index 210%), welche derzeit bei 105-120 Euro angeboten wird. Dabei ist nicht nur das Angebot selber gefälscht, sondern auch die Karten werden modifiziert, damit jene sich beim Auslesen durch diverse Tools und den Treiber auch als "GeForce GTX 960" melden. Hierfür kommt eine BIOS-Modifikation zum Einsatz, welche dann auch Tools wie GPU-Z (teilweise) narrt. Anhand der Hardware-Daten von 384 Shader-Einheiten an einem 256 Bit GDDR5-Speicherinterface konnten diese Karten aber klar der GeForce GTX 560 Ti zugeordnet werden, auch wenn sie sich offiziell als "GeForce GTX 960" melden. Hier liegt natürlich ein klarer Betrug vor – und in Deutschland ist so etwas kaum zu erwarten, da hierzulande die Justizbehörden bei solcherart Fällen zumeist konsequent durchgreifen.

Mit den AMD-eigenen Benchmark-Werten zur Radeon RX470 gab es auch eine offizielle Stromverbrauchsangabe zu dieser Polaris-10-basierten Karte von 110 Watt – was immerhin 40 Watt unterhalb den 150 Watt der Radeon RX480 ist. Die Differenz erstaunt etwas, denn üblicherweise liegen AMD-Karten desselben Grafikchips bei der Performance recht nahe beieinander, auch beim Polaris-10-Chip sollte dies so sein – da sind so große Differenzen bei der Stromaufnahme eigentlich nicht zu erwarten. Eine mögliche Erklärung könnte darin liegen, das AMD die Radeon RX480 bewußt etwas hochgeprügelt hat, um gewisse Performanceziele zu erreichen. Eine andere mögliche Erklärung könnte sein, das die Radeon RX480 auf einen höheren Overclocking-Spielraum ausgelegt wurde und die Radeon RX470 eher auf eine hohe Energieeffizienz. Wie üblich gilt, das bei diesen AMD-Angaben nicht der reale Spiele-Stromverbrauch gemeint ist, sondern eine "Thermal Board Power" (TBP), der Realverbrauch dann teilweise deutlich niedriger herauskommt. Bei der Radeon RX470 wäre dies etwas zu bezweifeln, aber die Radeon RX480 ist eher auf einen Realverbrauch von 130 Watt zu schätzen als denn den vollen 150 Watt der offiziellen Angabe.

nVidia hat hierbei hingegen ein anderes Schema laufen, wo man üblicherweise das jeweilige Power-Limit der Karte als "Graphics Card Power" (GCP) angibt – und da jenes Power-Limit in der Praxis zumeist fast vollständig erreicht wird, sind nVidias GCP-Angaben inzwischen nahezu gleich zum Realverbrauch der jeweiligen Grafikkarten. Eine GeForce GTX 1080 wurde beispielsweise offiziell mit 180 Watt GCP angegeben, die verschiedenen Messungen des Realverbrauchs ergaben dann einen gemittelten Verbrauch von 171 Watt unter Spielen. Die Ansätze beider Grafikchip-Entwickler zur Bekanntgabe von Stromverbrauchswerten bei Grafikkarten unterscheiden sich also erheblich – auch gut manifestiert darin, das keiner mehr eine übliche TDP-Angabe abgibt, sondern AMD seine TBP-Angabe und nVidia seine GCP-Angabe macht. Die grobe Differenz zwischen beiden Angaben liegt wie gesagt darin, das bei nVidia nur minimaler Spielraum zum Realverbrauch existiert, bei AMD (bisher) üblicherweise noch 15-30 Watt Spielraum zwischen offizieller TBP-Angabe und dem Realverbrauch liegen können (nicht bei den HighEnd-Karten, wo AMD die TBP-Angabe aus politischen Gründen bewußt niedriger ansetzt).

Ein Thread unseres Forums thematisiert die anzustrebende weitere Entwicklung der Spielegrafik – inklusive Umfrage, welche Handlungsoptionen hierbei als besonders relevant angesehen werden. In jener Umfrage liegt derzeit erstaunlicherweise ein Punkt vorn, welcher eigentlich nichts mit eigentlicher Spielegrafik zu tun hat – die (bessere) Interaktion mit der Umgebung. Augenscheinlich sehen viele Umfrage-Teilnehmer das eigentliche Problem der aktuellen Spielegrafik nicht mehr in der dato erreichten Optik, sondern vielmehr in der damit erzielbaren Immersion – welche dann zu scheitern droht, wenn detailreiche Optik auf eine vorwiegend statische Spielwelt trifft. Nicht zu Unrecht wird hierzu im Thread ausgeführt, das sich diesbezüglich seit dem großen Sprung von Half-Life 2 eigentlich eher nur kleckerweise etwas bewegt hat – und Half-Life 2 ist dann inzwischen auch fast 12 Jahre alt. In der reinen Spielegrafik hat sich seit dem einiges getan, beim Realismus der Spielwelt hingegen nicht wahnwitzig viel – heutzutage ist es schließlich immer noch eine extra Beachtung wert, wenn einzelne Spieletitel mit einer (teilweise) zerstörbaren Spielwelt werben. Als Hinweis für die Spieleentwickler darf dabei folgender Gedanke gelten: Die Immersion wird um so stärker gestört, je krasser der Unterschied zwischen einer statischen Spielwelt zu einer besonders realistischen Grafik ausfällt.

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AMD-eigene Benchmarks zur Radeon RX470 zeigen deren Performance auf

In den Fußnoten von AMDs Presseerklärung zu den Radeon RX460 & RX470 Spezifikationen sind auch konkrete Benchmark-Zahlen zur Radeon RX470 im Vergleich zur Radeon R9 270X enthalten. Jene dienen AMD primär als Beleg für die eigene Effizienzrechnung – was natürlich etwas schöngefärbt ist, denn die TBP der Radeon RX470 von 110 Watt dürfte deutlich näher am Realverbrauch der Karte liegen als die seinerzeitige TBP der Radeon R9 270X von 180 Watt, welche deutlich oberhalb des Realverbrauchs dieser Karte von 140 Watt rangiert. Viel eher läßt sich mit diesen Benchmarks etwas über die Performance der Radeon RX470 sagen – was nicht gänzlich akkurat sein kann, da jene Zahlen von AMD gezielt und passend zur angestrebten Aussage ausgesucht wurden, aber dennoch eine gewisse Richtung vorgeben können. Gemessen wurde hierbei seitens der AMD Performance Labs durchgehend unter FullHD auf einem PC-System mit Core i7-5960X, 16 GB Speicher, Windows 10 und demselben Radeon-Treiber 16.20.

Leider ist nicht bekannt, welche Speicherbestückung die Radeon RX470 hatte (4 oder 8 GB) – so oder so dürfte hier jedoch ein gewisser Vorteil gegenüber der Radeon R9 270X liegen, welche es üblicherweise nur mit 2 GB Speicher gab. Selbst unter der verwendeten FullHD-Auflösung kann dies eine gewisse Rolle spielen, 2 GB sind hierfür manchmal schon zu wenig. Und augenscheinlich gibt es mit Hitman (2016) gleich einen Kandidaten für genau diese Problematik: Wenn alle drei anderen Benchmarks Vorteile zwischen 57-64% aufweisen, ist der singuläre Vorteil von 117% unter Hitman (2016) dann schon ein verdächtig hoher Ausreißer. Hier dürfte in der Tat die geringe Speichermenge (von vermutlich nur 2 GB) die Radeon R9 270X ausgebremst haben – ein Punkt, der im Vergleich gegenüber Radeon R9 380X oder schnelleren Grafikkarten dann natürlich nicht mehr gegeben wäre:

Radeon R9 270X Radeon RX470 Differenz
Technik Pitcain, 1280 Shader-Einheiten @ 256 Bit GDDR5-Speicherinterface, ≤1050/2800 MHz Polaris 10, vermtl. 1920 oder 2048 Shader-Einheiten @ 256 Bit GDDR5-Speicherinterface, ≤1266/3850 MHz -
3DMark13 FireStrike  (insg.) 5787 9090 +57,1%
Ashes of the Singularity  (High) 28,1 fps 46 fps +63,7%
Hitman (2016)  (High) 27,6 fps 60 fps +117,4%
Overwatch  (Max) 76 fps 121 fps +59,2%

Insofern kann man auf Basis dieser vier (wie gesagt von AMD ausgesuchten) Benchmarks zwei Rechnungen aufmachen: Benutzt man den Schnitt aller vier Benchmarks, dann kommt die Radeon RX470 auf eine Mehrperformance von gemittelt +74,3% heraus – was einen Performance-Index von ~520% ergeben würde, ausgehend von dem Performance-Index der Radeon R9 270X von 300%. Benutzt man hingegen vorsichtigerweise nur den Schnitt der drei Benchmarks außerhalb von Hitman (2016), liegt die Mehrperformance bei gemittelt +60,0% und der Performance-Index der Radeon RX470 demzufolge bei ~480%. Letzteres erscheint uns als die sinnigere Auflösung, eingedenk früherer Benchmark-Ergebnisse und auch des Punkts, das diese AMD-eigenen Benchmarks sich selbst unter Herausrechnung von Hitman (2016) trotzdem erst einmal in der Praxis unabhängiger Messungen bestätigen lassen müssen. Die bisher getroffene Performance-Prognose zur Radeon RX470 von einem Performance-Index von ~480-510% bleibt somit bestehen, darf nunmehr allerdings aufgrund dieser AMD-Benchmarks als noch besser untermauert angesehen werden.

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nVidias GP106-Grafikkarten kommen augenscheinlich mit 6 GB Speicher und 192 Bit Speicherinterface

Unser aufmerksames Forum hat reihenweise Lieferungen von nVidias GP106-Chip von der Chip- und Kartenfertigung in Taiwan & China an indische Testlabore mittels der Zauba Import/Export-Datenbank bemerkt. Hierbei sind in den letzten Tagen täglich einige Lieferungen an Chips und Bauteilen über die Bühne gegangen – sprich, das GP106-Projekt rollt nunmehr sehr deutlich los und wird wohl den (unsererseits) angepeilten Releasetermin von September 2016 halten oder möglicherweise sogar unterbieten können. Zudem lassen sich aus den notierten Bauteil-Nummerierungen durchaus einige (natürlich unbestätigte) Detailinformationen herauslesen. So verwendet nVidia bei den kompletten Boards teilweise die Nummerierung "0020" und "0030" – dies könnte auf die unterschiedlichen Chipvarianten hindeuten, sprich GP106-300 für die GeForce GTX 1060 sowie GP106-200 für die (angenommen) GeForce GTX 1050.

Viel entscheidender sind aber die inzwischen mehrfachen Hinweise auf eine Speichermenge von 6 GB und damit ein 192 Bit DDR breites Speicherinterface. Bei allen zuletzt gelieferten kompletten GP106-Boards gibt es hierzu die klare und kaum anders deutbare Markierung von "6GB" – was bis zu GDDR5 zu nichts anderem als einem 192 Bit DDR Speicherinterface passt. Erst mit GDDR5X sind auch krumme Speicherbestückungen an geraden Speicherinterfaces (und umgedreht) möglich – aber die Verwendung von GDDR5X ist bei der höheren Interface-Breite des GP106-Chips nicht notwendig und wäre für diese Midrange-Lösungen wohl auch zu teuer. Theoretisch denkbar wäre natürlich noch die Verwendung eines doppelten 64-Bit-Speicherinterfaces, an welchem einmal 4 GB und einmal 2 GB Speicher hängen – aber nVidia dürfte sich angesichts der früheren GTX970-Affäre (selbst wenn dies nicht komplett vergleichbar ist) wohl eher aus solchen Hängekonstruktionen heraushalten.

Dabei wäre es sogar möglich, das der volle GP106-Chip am Ende sogar ein 256 Bit Speicherinterface trägt, was dann aber für die Desktop-Grafikkarten GeForce GTX 1050 & 1060 limitiert wird. Denn wenn man die obenstehende Markierung "192B" ernst nehmen will, dann muß man auch die früher schon zu sehende Notiz "256B" beachten – und jene würde natürlich auf ein 256 Bit Speicherinterface hindeuten. In dieser Frage ist jedoch wohl noch nichts endgültig entschieden – nur das die auf dem GP106-Chip basierenden Desktop-Modelle mit einem 192 Bit Speicherinterface samt 6 GB Grafikkarten-Speicher antreten werden, ist nunmehr die (klar) wahrscheinlichste aller möglichen Auflösungen.

Damit bringt nVidia den GP106-Chip im übrigen in eine sehr gute Position, um auf Augenhöhe (oder sogar darüber hinaus) mit AMDs Polaris-10-Grafikchip konkurrieren zu können. Egal, ob der GP106-Chip nur die Hälfte der GP104-Recheneinheiten trägt (aka 1280 Shader-Einheiten) oder ob es etwas mehr werden (bis zu 1408 Shader-Einheiten) – bezüglich des Zuwachses an Rechenleistung muß man sich bei den Pascal-Chips wohl keine Sorgen machen angesichts der Taktfähigkeiten der 16nm-Fertigung von TSMC. Das bisherige Problem des GP106-Chip bestand vielmehr in einer anzunehmenden Bandbreitenlimitation, wenn man weiterhin bei einem 128 Bit Speicherinterface wie beim vorhergehenden GM206-Chip von GeForce GTX 950 & 960 bleiben würde und GDDR5X-Speicher aus Kostengründen derzeit keine Option in diesem Marktsegment darstellen kann. Mit einem 50% größerem Speicherinterface beim GP106-Chip geht nVidia hier allen Problemen aus dem Weg und sorgt dafür, das die zu erwartende konkurrenzfähige Rechenleistung auch wirklich zu Mehrperformance führt.

Zudem ist die Speicherbestückung von 6 GB recht attraktiv in einem (anzunehmenden) Preissegment von 200 bis 250 Euro, in welchem AMD zwar schon 8-GB-Lösungen anbieten wird, dafür genauso auch 4-GB-Lösungen im AMD-Portfolio stehen werden. Die 6 GB Speicher der nVidia-Kontrahenten liegen nominell in deren Mitte, wobei die Vorteile jedoch höchst unterschiedlich ausfallen: Gegenüber 4 GB sind 6 GB eine fast elementare Verbesserung, während die Differenz zwischen 6 GB und 8 GB dann wieder kaum ins Gewicht fällt. So oder so sind 6 GB Speicher für die bei diesen Karten anzustrebende FullHD-Auflösung aus heutiger Sicht eine gute Speicherbestückung – nicht unbedingt ganz besonders langlebig angelegt (dies dürften eher auf 8 GB zutreffen), aber immerhin entscheidend besser als "nur" 4 GB Speicher. Je nachdem wie preislich attraktiv AMD seine 8-GB-Lösungen macht und ob die Fachpresse jenen Speichermengen-Wettkampf eventuell anders bewertet, können natürlich trotzdem AMDs 8-GB-Lösungen gewinnen – aber wirklich schlecht sind 6 GB Speicher in diesem Marktsegment sicherlich nicht.

Damit scheint alles auf einen interessanten Zweikampf zwischen AMD Polaris 10 gegen nVidia GP106 hinauszulaufen – ausgefochten mittels der Grafikkarten Radeon RX470 & RX480 gegen GeForce GTX 1050 & 1060. AMD hat hierbei als Vorteile den früheren Start, die niedrigen Preislagen und Speicherbestückungen bis gleich 8 GB auf seiner Seite. nVidia dürfte wahrscheinlich kontern mit sogar mehr Performance (und wenn nVidia den GP106-Chip dafür bis zur Decke hochtakten muß) sowie einer sinnvollen mittleren Speicherbestückung von 6 GB – zu allerdings nVidia-typisch höheren Preislagen. Sofern nVidia hierbei nicht sogar überzeugend mehr Performance bieten kann, schwingt das Pendel daher ziemlich automatisch in Richtung AMDs Polaris-Angebot, welches zudem den Vorteil des klar früheren Starts hat. Dies dürfte allerdings auch nVidia wissen – und eventuell versuchen, dementgegen zu arbeiten. Andererseits hat nVidia auch die Erfahrung gemacht, das sich in Form der GeForce GTX 960 selbst eine nominell etwas langsamere Karte (gegenüber Radeon R9 380 & 380X) exzellent verkaufen läßt – wenn nur das nVidia-Logo draufsteht. Möglicherweise kann es sich nVidia also tatsächlich leisten, in diesem Segment nur zweiter Sieger zu sein, die nVidia-Verkäufe werden wohl dennoch rollen.

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AMD legt die Spezifikationen zu Polaris 10 & 11 offen

Als Nachtrag zur Ankündigung von Radeon RX 460 & RX470 hat AMD nun auch noch die offiziellen Spezifikationen der zugrundeliegenden Grafikchips Polaris 10 (Radeon RX470 & RX480) sowie Polaris 11 (Radeon RX460) zumindest in groben Zügen bekanntgegeben. Überraschenderweise handelt es sich hierbei in der Tat um die Spezifikationen der einzelnen Grafikchips – in letzter Zeit hatten die Grafikchip-Entwickler zumeist nur noch Spezifikationen einzelner Grafikkarten bekanntgegeben, womit es oftmal zum Ratespiel wurde, ob jene nun wirklich schon den Vollausbau des jeweiligen Grafkchips enthalten. In dieser Frage dürfte es bei Polaris 10 & 11 wohl keine Unklarheiten mehr geben – der kleinere Polaris 11 kommt mit 16 Shader-Clustern an einem 128 Bit GDDR5-Speicherinterface daher, der größere Polaris 10 mit 36 Shader-Clustern an einem 256 Bit GDDR5-Speicherinterface.

Die Anzahl der Shader-Einheiten pro Shader-Cluster dürfte sehr sicher weiterhin bei 64 liegen, da sich ansonsten die von AMD angegebenen Rechenleistungen nicht (bei sinnvollen Taktraten) erreichen lassen. Ergo sind es 1024 Shader-Einheiten bei Polaris 11 und 2304 Shader-Einheiten bei Polaris 10 – im Vollausbau wie gesagt. Da die Radeon RX480 seitens AMD exakt genauso beschrieben wurde, trägt jene somit den Vollausbau des Polaris-10-Chips – bei der Radeon RX460 darf man dies hingegen annehmen, aber bestätigt ist dies noch nicht. Leider läßt sich basierend auf den neuen Angaben immer noch keine bessere Performanceprognose zur Radeon RX460 erstellen, da zu selbiger noch deren Taktraten fehlen – und AMDs Rechenleistungsangabe von >2 TFlops einen ziemlich großen Spielraum mit sich bringt. Es bleibt hierbei wie gesagt bei der Performance-Einordnung irgendwo im Leistungsbereich von Radeon R7 370 und GeForce GTX 950 – und im bestmöglichen Fall eventuell bis nahe an die Radeon R9 380 oder GeForce GTX 960 dran.

Radeon RX460 Radeon RX470 Radeon RX480
Chipbasis AMD Polaris 11, (vermtl.) ~3 Mrd. Transistoren auf ~130mm² Chipfläche AMD Polaris 10, (vermtl.) ~5,5 Mrd. Transistoren auf ~232mm² Chipfläche
Technik (vermtl.) 1024 Shader-Einheiten @ 128 Bit GDDR5-Interface (vermtl.) 1920 oder 2048 Shader-Einheiten @ 256 Bit GDDR5-Interface (offiz.) 2304 Shader-Einheiten @ 256 Bit GDDR5-Interface
Taktraten ? (angbl.) ≤1266/3850 MHz (angbl.) ≤1266/4000 MHz
Speicherausbau ? (vermtl.) 4/8 GB GDDR5 (offiz.) 4/8 GB GDDR5
Layout SingleSlot ? DualSlot
Stromstecker keine 1x 6pol. 1x 6pol.
TDP (offiz.) <75W (TBP) (offiz.) 110W (TBP) (offiz.) 150W (TBP)
Ausgänge 1x DVI, 1x HDMI 2.0b, 1x DisplayPort 1.3 (DP1.4-ready) 1x HDMI 2.0b, 3x DisplayPort 1.3 (DP1.4-ready) 1x HDMI 2.0b, 3x DisplayPort 1.3 (DP1.4-ready)
FullHD Perf.Index ? (gesch.) ~480-510% (gesch.) ~540-570%
Listenpreis (vermtl.) 99-119$ (vermtl.) 4GB: 149-169$
(vermtl.) 8GB: 179-199$
(offiz.) 4GB: 199$
(vermtl.) 8GB: 229-249$

Interessant und auch ziemlich ungewöhnlich ist AMDs Chipstrategie, das der kleinere Polaris 11 nicht einmal eine Halbierung des größeren Polaris 10 darstellt, sondern sogar etwas darunter angesetzt wurde (nur 44% von dessen Recheneinheiten). Hier geht es sicherlich weniger darum, was möglich wäre, sondern vielmehr darum, was man wollte – und AMD wollte augenscheinlich bewußt diesen kleinen Chip, welcher dafür auch sehr günstig zu fertigen sein wird und vor allem sich um so besser für typische Mobile-Bedürfnisse eignet. Die Strategie ist wie gesagt ungewöhnlich, hat aber durchaus etwas für sich – auch wenn man im Desktop-Segment eher versucht, die Chips etwas näher aneinander heranzurücken, um keine zu großen Lücken entstehen zu lassen.

Aber diese Regel gilt eher für den HighEnd-Bereich, im Mainstream-Bereich hat sich letztlich in der Praxis herausgestellt, das manchmal die klaren Abstände zwischen den einzelnen Angeboten fehlen. Gerade da AMD mit der Polaris-10-basierten Radeon RX470 wahrscheinlich einen Preisbereich von 149-169 Dollar besetzten wird, kann sich demgegenüber nur eine wirklich kleinere bzw. preisgünstigere Lösung behaupten – alles, was preislich in der Nähe liegt, würde letztlich von der Radeon RX470 selber absorbiert werden. AMDs Polaris-11-basierte Radeon RX460 dürfte daher sicherlich kaum deutlich über die Marke von 99 Dollar Listenpreis hinausgehen, je nach konkretem Listenpreis der Radeon RX470 sollte die Radeon RX460 demzufolge für einen Listenpreis zwischen 99 und 119 Dollar erscheinen.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 14. Juni 2016

Eine Diskussion in unserem Forum thematisiert das fortwährende Wachstum der Grafikkartenspeicher-Menge – und fragt primär, ob diese Entwicklung derart weitergehen wird. Zumindest in der nun anlaufenden 14/16nm Grafikkarten-Generation dürfte es wieder ein kräftiges Wachstum der Speichermengen geben, wenn HighEnd-Beschleuniger wie GeForce GTX 1070 & 1080 gleich mit 8 GB ausgeliefert werden und selbst im Midrange-Bereich (bei der Radeon RX480) diese Option vorhanden sein wird (und bei verträglichem Mehrpreis wohl breit empfohlen werden dürfte). Von den kommenden Enthusiasten-Modellen dürften dann noch größere Speicherbestückungen á 12 oder 16 GB zu erwarten sein – und nVidia hatte ja schon angekündigt, bei der nachfolgenden Volta-Generation mit nochmals verdoppelter Speichermenge antreten zu wollen (gemäß früheren Roadmaps wollte man bei Volta sogar auf bis zu 64 GB bei den professionellen Varianten hinaus). Und dennoch muß diese schnelle und heftige Speichermengen-Entwicklung nicht zwingend dauerhaft so weitergehen. Wahrscheinlich befinden wir uns immer noch in dieser Phase, wo sich die Spieleentwickler an die Limits der aktuellen Spielekonsolen herantasten, gerade auch beim zur Verfügung stehenden Speicherplatz.

Zu beachten wäre hierbei, das die Spielekonsolen durch ihren gemeinsamen Speicherzugriff von CPU und GPU mit geringeren Speichermengen auskommen als Spiele-PCs, zudem ist die Rendering-Auflösung geringer und damit auch der Speichermengen-Bedarf generell niedriger. Am Ende kann man sogar auf Spielekonsolen viel Speicherplatz sparen durch den Verzicht auf die allerhöchste Texturenauflösung – insofern kann man Spielekonsolen in dieser Frage immer eine klare Stufe niedriger als Spiele-PCs ansetzen. Ausgehend davon, das bei den Spielekonsolen derzeit 5-6 GB Speicherplatz für das Spiel selber zur Verfügung steht, sind auf dem PC wohl auch langfristig 8 GB Grafikkarten-Speicher für FullHD als ausreichend zu betrachten – höhere Auflösungen werden dann allerdings wiederum größere Speichermengen benötigen. Sicherlich werden auch diese 8 GB eines Tages zu klein werden – aber dies dürfte erst in einigen Jahren passieren, wenn dann eventuell sowie wieder eine "echte" neue Konsolen-Generation ansteht, die (viel) mehr Speicher mitbringt und damit die Limits erneut massiv nach oben setzt. Gemäß unserer Prognose bringt die Speichermengen-Erhöhung in der 14/16nm-Generation also eine gewisse "Sättigung" mit sich, wird sich nachfolgend der Zwang zu höheren Speichermengen (für einen mittelfristigen Zeitraum) deutlich abschwächen.

Aus dem Chiphell-Forum (Kopie im 3DCenter-Forum) kommt die Entdeckung eines EVGA-BIOS, aus welchem sich die Nennung der nVidia-Chips GP100, GP102, GP104, GP106, GP107, GP107f und GP108 extrahieren ließ. Dabei handelt es sich mehrheitlich um altbekannte Grafikchips, selbst wenn die meisten hiervon noch nicht releast sind – letztlich wurden alle bis auf den "GP107f" bereits viel früher erwähnt. Jener GP107f wirft natürlich Fragen auf – gerade da jener neben dem regulären GP107-Chip notiert wurde. Im allerdümmsten Fall steht das "f" für "fixed" und deutet damit gewisse Probleme beim GP107-Chip an, welcher demzufolge später herauskommen könnte als bislang prognostiziert (Jahresanfang 2017). Der GP107-Chip dürfte wohl nVidias Gegenangebot zu AMDs Polaris-11-Chip für den klaren Mainstream-Bereich sein – und damit auch sehr wichtig für das Mobile-Segment, wo solcherart Chips in großer Anzahl eingesetzt werden. Unabhängig der Performance-Nachteile von AMDs Releasestrategie (man kann derzeit nVidias Performance nicht kontern, da man die deutlich kleineren Chips zuerst auflegt) dürfte AMD mit dieser Releasestrategie ein gutes halbes Jahr Vorsprung für große Teile des Angebots an Mobile-Grafiklösungen erreichen. Sofern man da bei den Notebook-Herstellern richtig dran ist, dürfte sich dies sicherlich in Verkaufserfolgen und Marktanteilen zugunsten von AMD ummünzen lassen.

Auch wenn die kommenden Konsolen Microsoft "Scorpio" (Termin Weihnachten 2017) und Sony Playstation 4K "Neo" (Termin voraussichtlich irgendwann Anfang 2017) seitens ihrer Hersteller gerade nicht als neue Konsolen-Generation geplant sind, ergibt sich aufgrund des erheblichen Zuwachses an Rohpower ganz automatisch diese Situation. Zwar sollen keine Exklusivtitel für die neuen Konsolen erscheinen, d.h. deren Hardware soll primär nur für höhere Auflösungen, VR-Gaming und (in überschaubarem Maßstab) eine bessere Bildqualität verwendet werden, jedoch nicht aber für nur noch auf den neuen Konsolen spielbaren Titeln. Dennoch werden diese neuen Konsolen den Grafik-Fortschritt allgemein und speziell auf dem PC anheizen: Denn derzeit haben die aktuellen Spielekonsolen Xbox One und PS4 jenen Grafik-Fortschritt schon wieder etwas gebremst, mussten die Spieleentwickler schon wieder für Konsolen angepasste Spiel-Versionen mit abgespeckter Optik erstellen. So etwas führt hier und da dann auch dazu, das eine bessere (auf dem PC mögliche Optik) gar nicht erst entwickelt wird – gerade bei ursprünglich von den Konsolen kommenden Titeln.

Als primärer Bremsklotz haben sich dabei die Grafiklösungen der beiden aktuellen Konsolen erwiesen bzw. vor allem deren Rechenleistung – während das Grundsystem herum mit 8 CPU-Kernen sowie 8 GB insgesamten Speicher als solide gelten darf. Jene Rechenleistung liegt mit 1,3 TFlops (Xbox One) und 1,8 TFlops (PS4) auf einem aus PC-Sicht gesehen ziemlich niedrigen Niveau, eine Radeon RX460 – von AMD als eSport- aka MOBA-Karte angekündigt – wird schon auf mindestens 2 TFlops kommen (und gilt sicherlich nicht als Performance-Offenbarung). Für ernsthaften Spielspaß auf dem PC sind selbst nur unter der FullHD-Auflösungen heutzutage mindestens Grafikkarten vom Schlage Radeon R9 380 (3,5 TFlops) oder GeForce GTX 960 (2,7 TFlops unter einer Grafikchip-Architektur, die ca. 20% weniger Rechenleistung für dieselbe Performance benötigt) vonnöten – und eigentlich sollten es besser schon Radeon R9 390 (5,1 TFlops) oder GeForce GTX 970 (3,9 TFlops) sein. Man kann sich das absolut bildlich vorstellen: Auf dem PC steht derzeit die 2fache bis 3fache Rechenleistung zur Berechnung derselben Grafik zur Verfügung, Bremspunkte wie CPU-Power und Hauptspeicher sind praktisch nicht vorhanden – logisch, das demzufolge die Konsolen-Grafik entweder stark reduziert werden muß oder man eben niedrigere Renderauflösungen in Kauf nimmt.

Kommen hingegen eines Tages Microsofts "Scorpio" und Sonys Playstation 4K "Neo" mit den angegebenen oder ähnlichen Hardware-Daten (aufgrund des frühen Ankündigungszeitpunkts kann natürlich niemand garantieren, das diese Ankündigungen auch wirklich 1:1 umgesetzt werden), wird vor allem dieser Bremsklotz bei der Rechenleistung beseitigt. Bei Microsofts "Scorpio" kommt dann noch eine zeitgemäße Speicherbandbreite hinzu, nachdem die Xbox One in dieser Frage patzte – für Sony wird das ganze hingegen nur ein gewisses Upgrade, da die PS4 diesbezüglich schon auf der Höhe der Zeit liegt. Primär mehr Rechenleistung ermöglicht den Spieleentwickler wiederum stärker in die Vollen zu gehen: Denn das, was jene am liebsten tun (bessere Optik durch mehr Effekte), braucht primär mehr GPU-Rechenleistung – alle anderen Punkte wie Speicherbandbreite, CPU-Power und Hauptspeichermenge sind nur zur Unterstützung bzw. zur Verhinderung von Limitierungen da. Gut möglich also, das die Spieleentwickler sich zukünftig doch stärker auf die höheren Hardware-Fähigkeiten der kommenden NextGen-Konsolen konzentrieren und damit bessere Spiele für NextGen-Konsolen und PCs erschaffen. Der obligatorische Support für Xbox One und PS4 läßt sich letztlich auch über das Abschalten einzelner besonders leistungsfressender Grafikoptionen sowie die weitere Auflösungsreduzierung erreichen.

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