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Kaby-Lake-basierte Pentiums mit HyperThreading empfehlen sich als (klar) günstigere Alternative zum Core i3

Sicherlich noch extra zu würdigen ist eine wichtige, zum Kaby-Lake-Launch aber zumeist unentdeckte Änderung der Intel-Generation: Die Kaby-Lake-basierten Pentium-Modelle erhalten erstmals bei (modernen) Pentium-Prozessoren das HyperThreading-Feature – und schließen damit grob gesehen zum Core i3 auf bzw. können jenen somit sogar ersetzen. Denn Intel hat dem Core i3 im Gegenzug keine neue Features spendiert, der Hauptunterschied zum Pentium fehlt nun aber – dies sieht fast nach einer Schnellschuß-Entscheidung seitens Intel aus, bei welcher nicht mehr genügend Zeit war, auch den Core i3 entsprechend (beispielsweise mittels TurboMode) aufzupäppeln. Als weitere Abgrenzung zum Core i3 gibt es bei den Kaby-Lake-Pentiums auch keine AVX-Fähigkeiten (maximal SSE 4.2) – allerdings fehlte dies den früheren Pentium-Prozesoren genauso, hier liegt kein zusätzlicher Einschnitt seitens Intel vor. Das Fehlen von AVX dürfte derzeit noch keine echten Auswirkungen (außer in ein paar Benchmarks) haben, denn Programme, welche ohne AVX-Support regelrecht nicht starten wollen, sind unter normaler Consumer-Software eigentlich unbekannt. Einige Spiele versuchen sich derzeit an der Erzwingung von SSE 4.2 – was ergo bedeutet, das es bis zur Erzwingung von AVX noch einige Jährchen dauern dürfte.

Davon abgesehen jagt Intel mit der Aktivierung von HyperThreading bei den Kaby-Lake-Pentiums natürlich auch deren reine Performance nach oben – diese vorher wenig beachteten Prozessoren werden allein durch diesen Punkt zwischen 15-20% hinzugewinnen und kommen damit in der Nähe von älteren Core-i3-Prozessoren heraus. In einem früheren ComputerBase-Test kleinerer Skylake-Prozessoren lag beispielsweise zwischen Pentium G4400 und Core i3-6100 bei einem Taktratenunterschied von +12,1% eine insgesamte Performance-Differenz von +29,9% (angepasstes Benchmark-Set ohne explizite SingleCore-Tests), dies deutet auf einen eher geringeren Performancegewinn von nur etwas mehr als ~15% durch HyperThreading hin. Wenn man andererseits die aktuellen Benchmarks von Core i5-7600K und Core i7-7700K in dieselbe Richtung hin auswertet, dann ergibt sich bei diesen Vierkernern für einen Taktratenunterschied (unter 4C-Turbo) von +10,0% eine insgesamte Performance-Differenz von +32,4%. Dies deutet wiederum auf einen etwas höheren Performancevorteil durch HyperThreading in Richtung ~20% hin. In jedem Fall gilt: Der Kaby-Lake-basierte Pentium G4560 hat mit 3.7 GHz denselben Takt wie der Skylake-basierte Core i3-6100 – und sollte demzufolge aufgrund von beiderseits HyperThreading-Support nahezu dieselbe Performance bieten.

Specs Perf.Index Skylake Listenpreis Kaby Lake Perf.Index Specs
2C+HT, 3.9 GHz, 4 MB L3, SSE 4.2 & AVX2, HD530 ~105% Core i3-6320 149$ Core i3-7320 ~110% 2C+HT, 4.1 GHz, 4 MB L3, SSE 4.2 & AVX2, HD630
2C+HT, 3.8 GHz, 4 MB L3, SSE 4.2 & AVX2, HD530 ~103% Core i3-6300 138$ Core i3-7300 ~108% 2C+HT, 4.0 GHz, 4 MB L3, SSE 4.2 & AVX2, HD630
2C+HT, 3.7 GHz, 3 MB L3, SSE 4.2 & AVX2, HD530 100% Core i3-6100 117$ Core i3-7100 ~105% 2C+HT, 3.9 GHz, 3 MB L3, SSE 4.2 & AVX2, HD630
2C, 3.6 GHz, 3 MB L3, SSE 4.2, HD530 ~83% Pentium G4520 86$ Pentium G4620 ~98-100% 2C+HT, 3.7 GHz, 3 MB L3, SSE 4.2, HD630
2C, 3.5 GHz, 3 MB L3, SSE 4.2, HD530 ~81% Pentium G4500 75$ Pentium G4600 ~96-98% 2C+HT, 3.6 GHz, 3 MB L3, SSE 4.2, HD630
2C, 3.3 GHz, 3 MB L3, SSE 4.2, HD510 77% Pentium G4400 64$ Pentium G4560 ~94-96% 2C+HT, 3.5 GHz, 3 MB L3, SSE 4.2, HD610
Performance-Index gebildet aus den Messungen der ComputerBase von Pentium G4400 & Core i3-6100, die restliche Prozessoren interpoliert und hochgerechnet.

Dennoch sind auch jene Kaby-Lake-Pentiums trotz nunmehr aktivem HyperThreadings nicht wirklich etwas für Gamer-Systeme – vielmehr geht es hierbei um sinnvolle und preisgünstige Lösungen für den Office- und HomeOffice-Bereich. Damit spielt weniger denn die konkrete Performance eine Rolle, als denn das Vorhandensein einer gewissen Grundperformance sowie dann eines möglichst zukunftsfähigen Featuresets (alle modernen Features plus möglichst mehr als nur zwei CPU-Threads) – und dies dann alles natürlich zum günstigstmöglichen Preis. In dieser Kategorie bietet Intel bei den Kaby-Lake-Pentiums erstmals seit langem so etwas wie eine indirekte Preissenkung an – natürlich keine echte Preissenkung, aber man kann eine bestimmte Aufgabenstellung nunmehr mit deutlich günstigeren Prozessoren angehen. Wurde für das vorbeschriebene Office- oder HomeOffice-System bisher immer der jeweils kleinste Core i3 angesetzt, welcher zuletzt immer mit 117 Dollar in Intels Preisliste stand, reicht dafür nunmehr der kleinste Pentium der Kaby-Lake-Generation (Pentium G4560) zu einem Listenpreis von nur 64 Dollar aus.

Sicherlich ist ein Pentium G4560 mit 3.5 GHz Takt und nur HD Graphics 610 etwas langsamer als ein Core i3-7100 mit 3.9 GHz und immerhin HD Graphics 630 (doppelt so große iGPU), aber in der Praxis dürften jene 400 MHz Taktratendifferenz (+11,4% bzw. -10,3%) und auch das Fehlen von AVX den Braten nicht fett machen – gerade, wenn wie gesagt die konkrete Performance nicht wirklich zählt, sondern es eher um das Vorhandensein eben dieser vier CPU-Threads geht. Jene machen die CPU weitaus zukunftsfähiger als reine Mehrperformance oder andere CPU-Features – einmal abgesehen vom nicht meß-, aber dafür spürbaren Flüssigkeitsgewinn der vier CPU-Threads unter modernen Betriebssystemen und Anwendungen. Wer die kleinere iGPU nicht mag, kann auch zum Pentium G4600 mit dann wiederum der größeren HD Graphics 630 greifen, dessen Listenpreis ist mit 75 Dollar ebenfalls noch wesentlich günstiger als der aller Core-i3-Prozessoren. Derzeit ist dies an den aktuellen Straßenpreisen der Kaby-Lake-Modelle zwar noch nicht abzulesen, aber mit der Zeit und besserer Verfügbarkeit dürften sich dieser erhebliche Vorteil bei den Listenpreisen dann auch im Einzelhandel zeigen – und damit die Kaby-Lake-Pentiums zur neuen Lieblings-CPU von Erstellern günstiger Office/HomeOffice-Systeme machen.

Nachtrag vom 13. Januar 2017

Die ComputerBase hat mit dem Pentium G4560 einen der neuen Kaby-Lake-basierten Pentium-Prozessoren mit HyperThreading in einem ersten Test – was insbesondere bezüglich auf unsere kürzlichen Aussagen zur Leistungsstärke des Kaby-Lake-Pentiums gegenüber dem Core i3 interessant ist, liegen hiermit doch nun aktualisierte Benchmarks zu diesem Thema vor, welche unsere bisherigen Schätzungen ersetzen können. Jene Schätzungen waren augenscheinlich ganz gut getroffen, denn wir hatten den Pentium G4560 auf einen Performance-Index von ~94-96% unter Anwendungen eingeschätzt (mit dem Core i3-6100 auf 100%) – real sind es laut der ComputerBase nun 95% Performance gegenüber dem Core i3-6100 geworden. Damit legt sich jener Pentium G4560 von der Anwendungs-Performance her im übrigen auch gleich mit einem Core i5-2500K oder FX-8370e an, überflügelt dabei sogar einen älteren Core i3 in Form des Haswell-basierten Core i3-4330 (mit 9% Performancegewinn) beachtbar.

Augenscheinlich hat das Fehlen von AVX in den derzeit von der ComputerBase aufgebotenen Anwendungs-Benchmarks nur einen minimalen Effekt, welcher bei bestenfalls 0-1% liegt – da die Performance-Differenz (+5,3%) perfekt zur Taktraten-Differenz (+5,7%) passt und damit kein Platz mehr für große Performance-Effekte durch AVX vorhanden ist. Einzelne Anwendungen könnten von AVX zwar schon beschleunigt werden, aber dieser Effekt ist (derzeit) klein genug, auf daß dies über ein größeres Benchmarkfeld hinweg in einem völlig unbeachtenswerten Rahmen bleibt. Wie dies in der Zukunft aussieht, kann natürlich nur geraten werden: AVX ist gar nicht einmal so schlecht verbreitet, ab Sandy Bridge beherrschen es alle Intel-Prozessoren (ab dem Core i3), bei AMD alle Bulldozer-basierten Modelle generell. Zumindest die Spieleentwickler könnten in Zukunft also schon auf die Idee kommen, AVX regelrecht vorauszusetzen – was natürlich aber trotzdem noch ein paar Jahre entfernt liegt, wenn dies derzeit gerade erst einmal beim AVX-Vorgänger SSE 4.2 passiert. Zudem bemängelt die ComputerBase allerdings noch das Fehlen der Speicherkorrektur ECC als bisheriges Alleinstellungsmerkmal der Pentium-Serie – hier hatten sich bisher die Hersteller teurer Storage-Systeme gern bei der Pentium-Serie bedient, was nun mit den Kaby-Lake-Pentiums nicht mehr möglich ist.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 12. Januar 2017

Die PCWorld bringt von der CES 2017 die AMD-Aussage mit, das die Zen-Architektur mindestens 4 Jahre bei AMD aktuell sein solle. Dies ist erst einmal nett angesichts des jährlichen Wechselspiels bei Intel mit sich inzwischen kaum noch voneinander abhebenden CPU-"Generationen" – andererseits wird auch AMD wird innerhalb dieser vier Jahre immer mal wieder etwas neues bringen. Bekannt ist schon die 2019 angesetzte erste Ausbaustufe mittels einer "Zen+" Architektur-Verbesserung samt dem Einsatz der 7nm-Fertigung. Der originale Ryzen wird dann schon zwei Jahre auf dem Buckel haben, Ryzen+ (hypothetischer Name) mit auch noch einmal zwei Jahren würde dann zusammengerechnet schon die von AMD genannten 4 Jahre ergeben. Es ist allerdings eher sogar zu erwarten, das AMD die Zen-Architektur bei einem Erfolg noch länger benutzen wird, sprich noch mehrere Ausbaustufen auf jener basierend neue Prozessoren herausbringt.

Schon allein für jede neue Fertigungstechnologie lohnt sich eine neue Ausbaustufe, zudem kann man sicherlich aller paar Jahre auch mal wieder Optimierungen und neue Befehlssatzerweiterungen einfließen lassen – letztes wird gerade in Bezug auf Intels kommende (wirklich) neue Prozessoren-Architektur nach der Ice-Lake-Generation des Jahres 2019 wichtig sein, wo Intel dann das Thema echter CPU-Innovationen endlich mal wieder auspacken dürfte. Und auch zu diesem Schritt sah sich Intel wohl nur deshalb getrieben, weil aus der aktuellen Core-i-Architektur nun wirklich nichts mehr herauszuholen ist, zudem auch Taktratensprünge immer schwerer fallen (gut zu sehen am über die Jahre zurückgehenden relativen Übertaktungsgewinn). So lange AMD also aus der Zen-Architektur noch etwas herausholen kann, dürfte es weitere Ryzen-Generationen auch über die genannten vier Jahre hinaus geben. Unsere Vermutung hierzu lautet, das Ryzen/Zen von AMD problemlos mit in die schwierigen Zeiten um das Jahr 2025 herum mitgenommen wird – wo dann die Frage im Raum steht, ob nach der 5nm/3nm-Fertigung überhaupt noch eine weitere Miniaturisierung mittels neuer, noch kleinerer Fertigungsverfahren lohnt (technisch sicherlich möglich, aber maßlos teuer).

Sehr heftig wird derzeit in unserem Forum darüber über die exakte Anzahl der PCI Express Lanes von Ryzen gestritten – basierend zum einen auf der AMD-Aussage von nur 24 PCI Express Lanes und zum anderen natürlich dem Punkt, das AMDs Zen-basierter Server-Chip "Naples" gleich 128 PCI Express Lanes für 32 CPU-Kerne (4x so viel wie Ryzen) haben soll. Hier spielt natürlich auch mit hinein, wieviele Zen-Dies AMD denn wirklich herstellt, sprich ob man alle Server-Prozessoren schlicht aus "zusammengeschraubten" Consumer-Dies zieht oder für Server-Bedürfnisse extra Dies kreiert. Gerade da AMD derzeit im Server-Bereich vor einem glatten Neuanfang (mit zu erwartendem zähflüssigen Geschäftsstart) steht, ist es nicht gesetzt, das man dafür extra Dies auflegt – und ohne extra Dies müssten dann allerdings alle Server-Funktionen bereits in den Consumer-Dies (deaktiviert) vorhanden sein. Eine echte Auflösung dieser Diskussion ist leider noch nicht zu sehen, da einige der hierzu relevanten Informationen noch nicht genügend abgesichert sind, um sich bereits gänzlich darauf zu verlassen.

WinFuture berichten über die nächtliche Switch-Präsentation, bei welcher Nintendo auch das Launchdatum seiner kommenden Spielekonsole mit dem 3. März 2017 genauer angegeben hat. Leider gab es keinerlei weitere Informationen zur Technik – was angesichts des nahenden Verkaufsstarts etwas schmählich ist, schließlich basieren selbst die derzeit verfügbaren Hardware-Daten nur auf Gerüchten und Halbinformationen. Bekannt wurde nur der japanische wie auch der US-Preis, welcher mit 29.980 Yen (~246 Euro) bzw. knapp unter 300 Dollar jedoch vergleichsweise hoch ausfällt. Aufgrund der zuletzt eher klar in LowCost-Bereiche gehenden Hardware-Gerüchte konnte man sich auch einen Preispunkt von glatt 200 Dollar gut vorstellen – gerade, da die wesentlich leistungsfähigeren Konsolen Playstation 4 Slim und Xbox One S jeweils auch nur 299 Dollar kosten. Ob Nintendo hier beim Preis nicht danebengegriffen hat und somit einen weiteren Anlaß zum Scheitern dieser Spielekonsole gibt, wird noch zu beobachten sein.

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Umfrage-Auswertung: Welche Chance wird MultiChip-Lösungen noch gegeben?

Eine Umfrage von Anfang Dezember ging der Frage nach, welche Chancen MultiChip-Lösungen (im Grafikkarten-Bereich) derzeit noch bekommen. MultiChip-Lösungen waren einstmals zumindest in der Enthusiasten-Gemeinde eine beachtbare Größe, haben zuletzt aber deutlich abgebaut und werden derzeit nur noch selten und teilweise sogar nur zu reinen Benchmark-Zwecken eingesetzt – kein Wunder angesichts des zuletzt regelrecht desaströsen SLI/CrossFire-Supports neuer Spieletitel "out of the box" (sprich mit der initialen Releaseversion). Dem entspricht auch das Ergebnis der Umfrage, welche die Umfrage-Teilnehmer erst einmal in 4,5% aktuelle MultiChip-User, immerhin 18,6% frühere MultiChip-User und satte 76,9% eiserne SingleChip-User unterteilt. Zwar verteilen sich die früheren MultiChip-User sicherlich über viele Grafikchip-Generationen, nichtsdestotrotz liegt die Tendenz nahe, das es früher einen größeren Anteil an aktiven MultiChip-Nutzern gegeben hat – gerade wenn man einrechnet, das diese Umfrage unter Grafikkarten-Enthusiasten stattfand und natürlich weit weg von den Realitäten des Massenmarkts ist.

Die Zukunftsaussichten von MultiChip-Lösungen sind aber auch unter Grafikkarten-Enthusiasten bei weitem nicht rosig: Nur 3,2% würden begeistert wiederum eine solche Lösung kaufen – weitere 19,0% würden es eventuell kaufen, was aber dann auch schon wirklich überzeugende Angebote seitens der Grafikchip-Entwickler und sicherlich auch einen besseren Support seitens der Spiele-Entwickler voraussetzen würde. Weitaus größer sind hier gegenüber die Gruppen der MultiChip-Ablehner: Ganze 42,4% werden kaum eine solche Lösung erstehen – sprich, dafür müssten schon allerbeste Voraussetzungen und ein extrem überzeugendes Angebot vorliegen, ehe man seine generelle MultiChip-Abneigung überwindet. Und letztlich werden sich auch noch 35,4% gleich niemals eine MultiChip-Lösung zulegen, diese Anwendergruppe könnte man wohl auch mit bestmöglichen Angeboten nicht von ihrem Standpunkt abbringen.

In der Summe sieht es nicht wirklich danach aus, als könnte MultiChip in der absehbaren Zukunft noch einmal deutlich hinzugewinnen, die wahrscheinlichste Zukunftsversion liegt in einer ähnlichen Nutzermenge wie derzeit (4,5%) bereits vorhanden. Gerade daß unter den früheren MultiChip-Benutzern gleich 68% kaum oder gar nicht mehr zu MultiChip-Lösungen zurückkehren wollen, spricht Bände darüber, wie dieses Thema von Anwendern gesehen wird, welche bereits ihre Erfahrungen damit hatten. Da es zudem noch keine Anzeichen dafür gibt, das die Spiele-Entwickler den SLI/CrossFire-Support bei zukünftigen Spieletiteln wieder intensivieren werden (DirectX 12 hat dafür eigentlich gewisse Voraussetzungen, bislang ist davon jedoch noch nichts praktisches herübergekommen), können MultiChip-Lösungen derzeit keinerlei Empfehlung bekommen – sondern müssen sogar mit einem klaren Warnzeichen versehen werden, denn deren Praxisnutzen ist eher denn auf einem Tiefpunkt angelangt.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 9./10./11. Januar 2017

Zur Frage der Stromversorgung von AMDs zur CES gezeigter Vega-Grafikkarte kommt eine wichtige Anmerkungen aus unserem Forum: So konnte das verbaute Netzteil als ein "Thermaltake SP-1200MPCBUS" identifiziert werden, jenes verfügt über satte 6 Stück 8polige PCIe-Stromstecker – von welchem allerdings (angeblich) nur einer für den Betrieb der Grafikkarte Verwendung fand. Letzteres ist natürlich nur eine bessere Vermutung, da wie bekannt exakt diese Anschlüsse mittels AMDs teilweiser Abklebung der Samplekarte nicht zu sehen waren. Angenommen, es wurde wirklich nur ein 8poliger Stromstecker benutzt, ergibt dies nominell 225 Watt für die Grafikkarte. Natürlich haben gerade solcherart Spitzen-Netzteile enorme Reserven, selbst in der Stecker-Spezifikation stecken noch ebensolche Reserven – so daß es auch problemlos Richtung 250 Watt gewesen sein können. Eine gute Aussage zum Stromverbrauch der kommenden Serienkarten kann man hieraus sowieso nicht ziehen, da AMD sein CES-Demonstrationssystem nur zum Abspielen von Vsync-limitierten Demos benutzte, hierbei der Stromverbrauch nicht ganz so hoch sein wird wie im Benchmark-Betrieb. Zudem existiert der Vega-10-Grafikchip derzeit auch erst im klaren Vorserien-Stadium, dürfte sicherlich noch durch das eine oder andere Stepping gehen, ehe dann Ausbeute und Taktfrequenz auf einem releasefähigen Niveau sind.

Aus einem weiteren YouTube-Video zu LinusTechTips kommt die wichtige Aussage zum AMD-Versprechen, den Sockel AM4 bis zum Jahr 2020 zu pflegen. Bis dahin wird es nicht nur neue CPUs geben, sondern AMD hat gegenüber LinusTechTips sogar versprochen, das alle kommenden Zen-Prozessoren bis zu diesem Zeitpunkt auf diesem Sockel funktionieren werden – allerdings ausgenommen solche mit dem Support von DDR5-Speicher und/oder PCI Express 4.0, dafür wäre dann in der Tat doch ein neuer Sockel vonnöten. Letzteres schränkt es etwas ein, aber ein technischer Grund zum Sockel-Wechsel ist immer noch besser als Intels Modell der zwangsweisen Sockel-Wechsel aller zwei Jahre bzw. zwei CPU-Generationen. 3-4 Jahre sollte der Sockel AM4 damit durchhalten können, da DDR5-Speicher derzeit noch wirklich weit entfernt erscheint und PCI Express 4.0 möglicherweise erst im Jahr 2019 in den CPUs des Consumer-Bereichs erscheint. Gut möglich auch, das allein für PCI Express 4.0 gar kein neuer Sockel vonnöten ist (da PCI Express 4.0 wie üblich abwärtskompatibel zu PCI Express 3.0 sein wird), sondern es den nachfolgenden AMD-Sockel nur für die Kombination aus DDR5 und PCI Express 4.0 geben wird – ganz so exakt läßt sich dies dem Video leider nicht entnehmen.

Daneben haben die in diesen Fragen augenscheinlich sehr gut informierten Canard PC mittels zweier Twitter-Postings neue interessante Ryzen-Details fallengelassen: Erstens sollen die Sechskern-Modelle von Ryzen bei nur 65 Watt TDP liegen – trotz aktivem SMT, was (um es mit Canard PC zu sagen) sehr respektabel wäre und einen insgesamt niedrigen Stromverbrauch der gesamten CPU-Serie anzeigt. Die Sechskern-Modelle dürften womöglich eine größere Bedeutung erlangen, da die Ryzen-Achtkerner sich augenscheinlich sogar mit Broadwell-E anlegen können, selbst auf niedrigen Taktstufen also die Konkurrenz für Intels Vierkernern mit HyperThreading darstellen werden, sprich der Consumer-Spitzenmodelle Core i7-6700K und -7700K. Gegenüber den allerdings viel breiter verkauften normalen Intel-Vierkernern (ohne HyperThreading) der Core-i5-Serie dürften dann die Ryzen-Sechskerner ins Feld ziehen müssen – und mit nur 65 Watt TDP samt (bei Ryzen) obligatorischer Übertaktungsfähigkeit sichert sich AMD gleich einmal zwei klare Pluspunkte in diesem Vergleich.

Das zweite Twitter-Posting von Canard PC thematisiert dann die Vierkern-Modelle von Ryzen, welche derzeit wohl in Produktion gehen – wobei es sich hierbei natürlich nur um Achtkern-Dies mit deaktivierten 4 CPU-Kernen handelt, da AMD derzeit nur zwei Zen-basierte Dies herstellt (8C für Consumer und 16C für Server). Dummerweise soll AMD bei diesen Vierkern-Ausführungen nun aber auch noch Simultaneous Multithreading (SMT) deaktiviert haben – was eine gewisse Spaßbremse darstellen würde, bislang ging man davon aus, daß alle Ryzen-Modelle diesbezüglich unbeschnitten wären. Andererseits muß dies ja keine exklusive Abspeckung der Vierkern-CPUs bedeuten – sprich, es könnte Ryzen-Vierkerner mit SMT und ohne SMT geben. Erstere könnten in den Preisbereich langsamer Intel-Vierkerner gehen, letztere in den Preisbereich von Intels Zweikernern – gesetzt den Fall, das AMD überhaupt so tief mit den Ryzen-Preisen heruntergehen will. Noch ist das ganze Ryzen-Portfolio reichlich in der Schwebe, gibt es deutlich mehr Spekulationen als reale Informationen – und sollte sich das ganze dann doch in den nächsten Wochen ergeben, wenn der Ryzen-Launch schon Mitte Februar ansteht.

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Neuer Artikel: Launch-Analyse Intel Kaby Lake

Mit "Kaby Lake" stellte Intel am 3. Januar 2017 seine inzwischen siebente Generation an Core-Prozessoren offiziell vor. Die technischen Unterschiede zum Skylake-Vorgänger sind dabei denkbar gering: Eine verbesserte Video-Einheit, welche dann zwar zu einem neuen Stück Silizium führt – aber von der CPU- und iGPU-Architektur her wirklich unverändert zwischen Skylake und Kaby Lake ist. Hinzu kommen (zu identischen Listenpreisen) zwischen 200-300 MHz Mehrtakt und ein entsprechend höherer Overclocking-Spielraum, welchen Intel aus seiner verbesserten "14FF+" Fertigung herausholt. In der Summe ergibt dies sicherlich keinen großen Aufreger – aber dennoch müssen Spezifikationen, Besonderheiten, Benchmark-Auswertung und Übersicht der (vielen) Overclocking-Ergebnisse auch zu dieser Prozessoren-Generation erstellt und geliefert werden, was wir nachfolgend (etwas nachträglich) tun werden ... zum Artikel.

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Launch-Termine: Ryzen gegen Mitte Februar, GeForce GTX 1080 Ti gegen Anfang März?

Nach den bei AMD (erwartet) sowie bei nVidia (unerwartet) ausgebliebenen Launches von Ryzen und GeForce GTX 1080 Ti zur CES 2017 drängen sich nunmehr neue Launchtermine für diese beiden noch im Frühjahr zu erwartenden Hardware-Kracher auf. Zu AMDs Ryzen hatten WCCF Tech schon vor einigen Tagen die Kunde von der CES mitgebracht, der von AMD propagandierte Q1-Termin im genauen eher auf Mitte oder gar Anfang des ersten Quartals liegen soll (als denn auf das Ende des ersten Quartals) – was somit den Februar als wahrscheinlichste Auflösung in Spiel bringen würde. Eine Mehr-oder-weniger-Bestätigung dessen kommt von Videocardz, welche in einer Veranstaltungsbeschreibung von AMD zur GDC 2017 (27. Februar bis 3. März in San Francisco) den ziemlich eindeutigen Hinweis "introduding to the recently-launched AMD Ryzen CPU" entdeckt haben.

Wenn also AMD höchstselber auf der GDC 2017 über die Optimierung der zu diesem Zeitpunkt bereits gelaunchten Ryzen-CPU sprechen will, dann sollte deren Launchtermin ergo vor dem 27. Februar liegen – wahrscheinlich sogar klar vorher, da man bei einer knappen Terminlage keine derartigen Veranstaltung bereits fest einplanen kann. Dies deutet auf einen Launchtermin von Ryzen auf spätetens Mitte Februar hin – zumindest was den offiziellen Launch betrifft. Die breite Verfügbarkeit dürfte (auch wegen des allgemeinen und inzwischen kaum noch aufzuhaltenden Hypes) anfänglich schlecht sein, seitens Canard PC (dokumentiert in unserem Forum) gibt es sogar die Aussage, daß mit einer echten Massenverfügbarkeit (für den Retail-Markt) nicht vor dem Mai zu rechnen sein solle. Genauso kommt hierzu aus unserem Forum noch die Anmerkung, das AMD bei seinem Ryzen-Launch zu allererst die PC-Hersteller und Systemintegrationen glücklich machen will – was auch bedeutet, das selbige die anfänglichen Lieferkontingente vorzugsweise erhalten werden.

Zu nVidias GeForce GTX 1080 Ti bringt hingegen The Tech Buyer's Guide einen neuen (möglichen) Termin zur Sprache: Danach hat man zur abgelaufenen CES auf dem MSI-Stand die Aussage aufgeschnappt, jene Enthusiasten-Karte würde um die PAX East 2017 (10. bis 12. März, Boston) erscheinen, nVidias Grafikkarten-Partner sollen auch von Anfang an dabei sein. Möglicherweise als kleinen Ausgleich für die nVidia-Exklusivität bei der Titan X (Pascal) könnte nVidia diesen Launch in der Tat derart gestalten, das die Partner-Karten gleich von Anfang an mit am Start sind, derzeit hetzt nVidia auch niemand mit diesem Launch (im letzten Sommer wollte man dagegen unbedingt noch vor AMDs Polaris herauskommen). Partern-Karten gleich von Anfang an bedeutet natürlich auch die Chance auf diverse Leaks, welche gemäß der März-Terminangabe ab Mitte/Ende Februar zu erwarten wären.

Nachtrag vom 16. Januar 2017

Gemäß den "gut informierten Quellen aus Ostasien" von Heise soll der Ryzen-Launch am 28. Februar 2017 (ein Dienstag) über die Bühne gehen – dies würde halbwegs zur letzten diesbezüglichen Meldung passen, AMD wolle auf der GDC 2017 vom 27. Februar bis 31. März in San Francisco einen Optimierungs-Vortrag zum "kürzlich releasten Ryzen-Prozessor" abhalten (jener Vortrag hat noch keinen konkreten Termin). Zudem soll AMD noch im Februar Ryzen-Pressesamples an ausgewählte Redaktionen verschicken – so daß jener 28. Februar 2017 dann wohl auch mit den typischen Launch-Reviews aufwarten dürfte. Wie gut AMD danach lieferbar ist, bleibt dagegen weiterhin und aufgrund sich widersprechender Meldungen abzuwarten: Zum einen dürfte AMD bemüht sein, nicht gänzlich nackt dazustehen, zum anderen wäre eine totale Lieferfähigkeit für OEMs und Retail-Markt zugleich ziemlich überraschend – gerade da die Chancen gut dafür stehen, das die Ersttagsbestellungen mehr oder wenige jede Liefermenge übertreffen werden. Eine anfänglich schlechte Ryzen-Verfügbarkeit nur aufgrund zu großer Bestellmengen ist inzwischen sehr wohl erwartbar – wie gut/schlimm es kommt, wird sich zeigen.

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