29

Die Grafikkarten-Performance unter Rise of the Tomb Raider

Seitens der PC Games Hardware, der ComputerBase und SweClockers kommen Betrachtungen zur Grafikkarten-Performance unter Rise of the Tomb Raider, deren umfangreiche Benchmarks wir hiermit zum Anlaß nehmen wollen, zugunsten eines generellen und vollständigen Performane-Bildes zu diesem Titel miteinander zu verrechnen. Ganz allgemein wird das Spiel auf Basis der hauseigenen Foundation-Engine von Spieleentwickler Crystal Dynamics sowohl spielerisch als auch von der Optik her gelobt. Einziger großer Kritikpunkt sind die unzureichenden Anti-Aliasing-Optionen: Entweder nur die Weichzeichner FXAA oder SMAA – oder gleich das extrem leistungsfressende Supersampling Anti-Aliasing, welches dann aber (unter Rise of the Tomb Raider) noch nicht einmal wirklich gut wirkt. Da SMAA erst per Patch nachgereicht wurde, basieren alle aktuell verfügbaren Benchmarks noch auf FXAA – SMAA hat aber erfahrungsgemäß knapp dieselbe Performance:

Rise of the Tomb Raider – 1920x1080 MaxQuality & FXAA  (Quellen: PCGH, ComputerBase & SweClockers)
AMD HD7000 AMD R200 AMD R300 nVidia GF600 nVidia GF700 nVidia GF900
25-29 fps 7970 280
285
770 960-2GB
30-35 fps 7970-GHz 280X 380
380X
960-4GB
35-39 fps 780
40-49 fps 290
290X
390
390X
Nano
Fury
Titan Titan Black
780Ti
970
50-59 fps Fury X 980
ab 60 fps 980Ti
Titan X

Unter FullHD und der höchsten Bildqualität (mit FXAA) zeigt der Titel schon seine Krallen: Das komplette "echte" Mainstream-Segment hat hier kaum eine Chance, operiert (unter schlauchenden Szenen) im besten Fall an der 25-fps-Grenze herum – zu wenig für eine Notierung. Entweder eine aktuelle Performance- oder eine frühere HighEnd-Grafikkarte stellen hier schon das Minimum dar – rein nur für FullHD ist dies schon eine starke Ansage. Will man es wirklich flüssig ab 40 fps, bleibt nur noch modernes HighEnd-Material übrig, was bei AMD acht Modelle und bei nVidia sechs Modelle bieten – an der absoluten Leistungsspitze allerdings mit klarem Vorteil für die nVidia-Modelle. Ansonsten ist das Feld in der Breite eher leicht zugunsten von AMD liegend – beispielsweise beim Kuriosum, daß die GeForce GTX 960 mit 4 GB Speicher auf eine klar bessere Performance als deren 2-GB-Version kommt, während die Speichermenge bei den AMD-Grafikkarten (und auch früheren Kepler-Modellen) augenscheinlich keine besondere Rolle spielt.

Rise of the Tomb Raider – 2560x1440 MaxQuality & FXAA  (Quellen: PCGH, ComputerBase & SweClockers)
AMD HD7000 AMD R200 AMD R300 nVidia GF600 nVidia GF700 nVidia GF900
25-29 fps 290 Titan 780
Titan Black
30-35 fps 290X 390 780Ti 970
35-39 fps 390X
Nano
Fury
40-49 fps Fury X 980
50-59 fps 980Ti
Titan X

Unter WQHD wird der Performancehunger des Spiels noch viel deutlicher: Gerade einmal vier Grafikkarten knacken die 40-fps-Grenze (wieder mit deutlichem Vorteil für nVidia an der absoluten Leistungsspitze), mehr als 60 fps schafft hier sogar niemand mehr. Selbst für "Einsteiger-Frameraten" ab 25 fps werden echte HighEnd-Modelle benötigt, nicht einmal die altehrwürdige GeForce GTX Titan erreicht hier das 30-fps-Land. Rise of the Tomb Raider empfiehlt sich schon an dieser Stelle für Tests mit den (in einigen Monaten) kommenden 14/16nm-Beschleunigern – gerade wenn man so vermessen sein sollte, hier noch Supersampling Anti-Aliasing zuschalten zu wollen. Gleiches gilt für die Idee, das Spiel unter UltraHD auf der bestmöglichen Bildqualität (flüssig) betreiben zu wollen – dafür reicht keiner der heutigen Beschleuniger, wenn die GeForce GTX 980 Ti gemäß aller drei Testartikel hierbei gerade einmal so über die 30-fps-Grenze kommt.

Alle Testartikel setzten im übrigen bereits auf den angepassten nVidia-Treiber 361.75, jedoch noch nicht auf einen extra für Rise of the Tomb Raider angepassten AMD-Treiber – jener soll in Form des Crimson-Hotfixes 16.1.1 alsbald erscheinen. Aller Vermutung nach dürften mit diesem AMD-Treiber die Performancewerte gerade von AMDs Topmodellen etwas freundlicher und damit näher an den nVidia-Topmodellen ausfallen, hier hängen gerade die Fiji-basierten Grafikkarten doch irgendwie noch etwas in den Seilen. Ob sich mit dem kommenden AMD-Treiber an der Performance der kleineren AMD-Modelle etwas ändert, bliebe dagegen abzuwarten, denn diese laufen eigentlich schon ganz gut und sind teilweise sogar ihren typischen nVidia-Pendants etwas voraus.

Nachtrag vom 2. Februar 2016

Bei der ComputerBase sowie der PC Games Hardware hat man den neuen AMD-Treiber Crimson 16.1.1 unter "Rise of the Tomb Raider" nachgetestet – ohne daß sich dadurch allerdings etwas an der grundsätzlichen Performanceaussage zu diesem Spiel ändern würde. Denn beiderseits hatte man nur arg geringe bis maximal mittelprächtige Performancezugewinne durch den neuen Treiber zu verzeichnen: Unter FullHD regelmäßig im Rahmen der Meßungenauigkeit bei bestenfalls +2%, unter WQHD und UltraHD dann teilweise mit Zugewinnen von bis zu +9% – teilweise aber auch wieder zurückfallend auf Zugewinnen von nur +1%. An dem Performance-Überblick für Rise of the Tomb Raider wird dies nichts ändern – wobei der neue AMD-Treiber trotzdem empfehlenswert für Spieler dieses Titels ist, da die unter dem vorherigen Treiber teilweise bemerkbaren leichten Stotterer mit dem Crimson 16.1.1 Treiber augenscheinlich behoben wurden.

28

Hardware- und Nachrichten-Links des 28. Januar 2016

An der Gerüchtefront in unserem Forum ist es derzeit noch ziemlich ruhig: Weder bei AMDs Polaris noch bei nVidias Pascal läßt sich derzeit (mangels Vorhandensein) über handfeste Informationen zu diesen neuen Grafikchip-Architekturen reden – womit (gerade bei nVidia) die Diskussion über Releasestrategien und Terminpläne in den Vordergrund rückt. Auf der einen Seite stehen dabei diejenigen User, welche auf die vorhandenen 14/16nm-Chips aus dem Smartphone-Segment sehen und daher eher zeitige Releases erwarten – auf der anderen Seite diejenigen User, welche auf den erhöhten Kostenbedarf von großen Grafikchips á 300-600mm² Chipfläche unter der neuen 14/16nm-Fertigung hinweisen und daher eher späte Releases (bis ins Jahr 2017 hingehend) erwarten. Sicher ist nur, das beide Grafikchip-Entwicker eher früher als später mit einer neuen Generation herauskommen wollen – denn in die letzte 28nm-Generation wird beiderseits augenscheinlich nicht mehr viel investiert werden.

Bei AMD steht hierzu nur noch die Radeon R9 Fury X2 an, welche als Prestigeprojekt nun unbedingt herausgebracht werden muß, nachdem man sich zuletzt mehrfach zu dieser Karte bekannt hat. Alle anderen eventuellen Programmlücken bleiben wahrscheinlich so wie sie sind, bis dann die Polaris-Generation erscheint. Dies bedeutet auch, daß die in China verfügbaren Radeon R7 370X und Radeon R9 390 4GB nicht mehr weltweit releast werden – genauso, wie es vom Bonaire-Chip innerhalb der Pirate-Islands-Generation keinen Vollausbau mehr geben wird (die Radeon R7 360 ist wie bekannt teildeaktiviert). Bis auf die Radeon R9 Fury X2 ist die Pirate-Islands-Generation für AMD augenscheinlich abgeschlossen – wobei die Diskussion über diese DualChip-Karte dann doch noch dafür gereicht hat, den Spekulationsthread zu AMDs Pirate Islands im 3DCenter-Forum auf die Rekordmarke von (über) 1 Million Views zu heben – eine starke Leistung, welche zudem das grundsätzlich vorhandene Interesse an AMD-Technik sehr deutlich bekräftigt (worauf AMD unbedingt aufbauen sollte).

Bei nVidias Maxwell-Generation ergibt sich hingegen ein noch klareres Bild: Derzeit sind keine weiteren Maxwell-Beschleuniger (bis vielleicht für LowCost-Bedürfnisse) geplant. Alle früheren Spekulationen über eine GeForce GTX 960 Ti oder GeForce GTX 965 (zwischen GeForce GTX 960 und 970 liegend) sowie eine GeForce GTX Titan X2 (DualChip-Lösung auf GM200-Basis) haben bislang nicht zu irgendwelchen Anzeichen der realen Existenz dieser Karten geführt – und jetzt, im Jahr 2016 angelangt, wird es tagtäglich immer unwahrscheinlicher, das nVidia in dieser Frage noch einmal etwas tut. nVidia verkauft derzeit gut, wirklich große Angebotslücken sind nicht zu sehen bzw. lassen sich durch den bekannten nVidia-Bonus gut überspielen. Die für beide Grafikchip-Entwickler zu beobachtende Konzentration der Diskussion auf die jeweiligen 14/16nm-Architekturen ist demzufolge durchaus nachvollziehbar – unter der 28nm-Fertigung wird ziemlich sicher nichts mehr entscheidendes kommen.

Die PC Games Hardware hat sich versucht, in Frage des Skylake-Supports für Windows 7/8.1 mit AMD, Intel und Microsoft in Verbindung zu setzen – bekam aber nur entweder Marketing-Neusprech oder gleich gar keine Antworten auf die gestellten Fragen zu hören. Anscheinend existiert hier ein große Interesse der Hersteller an der damit andauernden Nutzerverunsicherung – ansonsten hätte man schließlich die gestellten Fragen endlich einmal in klärender Art und Weise beantworten können. Man kann hier durchaus den Verdacht aufwerfen, daß das ganze Drama nicht einfach nur auf einer unbedachten Aktion seitens Microsoft basiert, sondern hingegen regelrecht derart geplant wurde. Wer den Verschwörungstheorie-Generator anwerfen will, kann beispielsweise darüber nachdenken, daß dies eine Konzessions-Entscheidung von Microsoft gegenüber den PC-Herstellern war – weil jene durch den Launch von Windows 10 nichts gewonnen haben, im Gegensatz zum Launch früherer Microsoft-Betriebssysteme. Microsoft dürfte diese Konzession natürlich auch aus Eigeninteresse gern gegeben haben, denn so wird das Augenmerk auf Windows 10 noch größer.

Vor allem aber wird eine Situation wie seinerzeit bei Windows XP verhindert, welches von Nutzern und Herstellern so liebevoll über die Jahre gepflegt wurde, auf daß Windows Vista daran zerschellte und Windows 7 erst nach vielen Jahren Einsatz jenes Windows XP überrunden konnte. Daß Windows XP mit irgendwelcher neuen Hardware nicht zurechtkommen würde, was dabei nie ein Thema – so lange es (in westlichen Gefilden) noch genügend Anwender gab, haben dann halt die Gerätehersteller entsprechende Treiber auf die Beine gestellt. Genau diesen Weg dürfte Microsoft für Windows 7 unbedingt verhindern wollen – das sich die verbliebenen Nutzer daran festklammern, selbst neue Systeme damit ausrüsten und durch die weiterhin hohe Nutzerbasis dann eben auch die Hersteller- und Zubehörindustrie mitzieht. Ob jene Planung aufgeht, wird man sehen müssen – rein praktisch dürfte es keine Hinderungsgründe gegen Windows 7 geben, so lange es dafür entsprechende Hardware-Treiber gibt. Intels Kaby Lake (mit neuen Mainboard-Chipsätzen), AMDs Zen und die beiden Grafikchip-Architekturen des Jahres – AMD Polaris und nVidia Pascal – werden hierzu wertvolle Hinweise geben, inwiefern man Windows 7 wirklich noch auf neuer Hardware verwenden kann.

28

Umfrage-Auswertung: Sind externe Grafiklösungen interessant (2016)?

Die Umfrage der letzten Woche ging der Frage nach, als wie interessant externe Grafiklösungen derzeit eingeschätzt werden. Im August 2011 gab es schon einmal eine ähnliche Umfrage – wobei sich das grobe Gesamtbild hierzu wenig verändert hat: 35,6% Ja-Stimmen, 21,1% Jein-Stimmen und 43,3% Nein-Stimmen gab es seinerzeit, heuer nun sieht es mit 34,4% Ja-Stimmen, 24,5% Jein-Stimmen und 41,1% Nein-Stimmen fast genauso aus. Zumindest kann man sagen, daß es das starke Interesse einer grob Ein-Drittel-Minderheit gibt, welche trotz wenig erbaulicher Entwicklung in den letzten Jahren ihr Interesse an diesem Thema nicht verloren hat. Für ein Zubehörgerät, welches per se also nicht jeder PC-Käufer erwirbt, ist das Interesse von einem Drittel der potentiellen Käufer auch nicht einmal schlecht, Zubehör muß eben nicht zwingend Massenbedarf sein.

In den Nebenfragen unterscheiden sich dann die 2011er und 2016er Umfragen gravierend: Ging es seinerzeit um den angestrebten Vorteil aus einer solchen Lösung, geht es nun um die Bedingungen, unter welchen ein Angebot für externe Grafik akzeptiert werden würde. Unter der Teilmenge der an externer Grafik interessierten Umfrage-Teilnehmer würden jedoch nur 18,2% eine solche Lösung uneingeschränkt kaufen. Für 13,3% ist die Möglichkeit zur Ansteuerung des Notebook-Displays ein entscheidener Punkt, für 29,3% hingegen ein vernünftiger Preispunkt. Die größte Gruppe befindet sich allerdings in der Zusammenschließung der beiden letztgenannten Anforderungen: Ansteuerung des Notebook-Displays und vernünftigen Preispunkt wollen gleich 39,2% in dieser Teilmenge an interessierten Nutzern sehen, ehe man sich zu einem Kauf entschließt.

Die Aufgaben für die Hersteller dieserart Geräte sind somit klar: Für 52,5% der interessierten Nutzer ist die Möglichkeit zur Ansteuerung des Notebook-Displays wichtig, für gleich 68,5% ein vernünftiger Preispunkt. Ohne Erfüllung dieser beiden Anforderungen wird es jede in den Markt kommende Lösung schwer haben, wirklichen Erfolg zu erreichen. Dabei sind beide Punkte keine Neuheiten, sondern schon seit Jahren in dieser Form bekannt: Die Notebook-Nutzer wollen zuerst einmal mittels einer solcherart Docking-Station mehr Grafikpower für das interne Display – jegliche Anschlüße für weitere Monitore wären ein Zweitnutzen, aber zumeist nicht die primäre Aufgabe.

Und bezüglich des Preispunkts regiert nicht nur die grundsätzliche Überlegung, daß angesichts der bekannten Preise von kompletten PC-Gehäusen und Netzteilen ein kleines externes Gehäuse mit einfacher Platine, Verdrahtung und Netzteil keine großen Herstellungskosten verursachen kann – sondern vor allem der Punkt, daß externe Grafik zuerst dazu gedacht ist, ins Notebook keine monströse Grafiklösung zu dementsprechend sattem Preispunkt einbauen zu müssen. Demzufolge darf die externe Grafik aber natürlich auch keinen hohen Kostenpunkt aufweisen – sie ist vielmehr eher dazu da, sich diesen übertriebenen Kostenpunkt der Notebook-Grafik zu sparen und Zugriff auf die (vergleichsweise) günstigen Grafikkarten des Desktop-Segments haben. Der Kostenpunkt des externen GPU-Gehäuses darf also niemals so hoch ausfallen, daß dieser grundsätzliche Spareffekt nicht mehr gegeben wäre.

27

Hardware- und Nachrichten-Links des 27. Januar 2016

Heise haben sich vorab Rise of the Tomb Raider in Bezug auf die gebotene Grafik sowie die dafür notwendige Grafikkarten-Power angesehen. Bezüglich der Optik wird das Spiel als klarer Fortschritt gelobt, interessanterweise soll aber die kürzlich noch genannte neue nVidia-Technik VXAO nun doch nicht im Spiel enthalten sein. Bei den Grafikkarten-Anforderungen geht es dann allerdings genau da hin, was schon vermutet worden war: Auf FullHD und mit bester Bildqualität, aber reinem FXAA, braucht man schon eine Radeon R9 380X oder GeForce GTX 960 für vernünftig spielbare Frameraten. Ob man auf niedrigeren Detailstufen wirklich noch mit Radeon HD 7770 oder GeForce GTX 650 auskommt, wie vom Spielepublisher offiziell angegeben, wäre demzufolge zu bezweifeln. Die Hersteller-Empfehlungen scheinen hingegen halbwegs zu passen: GeForce GTX 970 für FullHD mit SSAA, Radeon R9 390X oder GeForce GTX 980 Ti für WQHD mit FXAA – und UltraHD mit eigentlich keiner aktuellen Grafikkarte gut lauffähig lauten die Ergebnisse seitens Heise (was aber natürlich noch die tiefgehenderen Tests der in diesen Fragen üblicherweise tätigen Webseiten abzuwarten bliebe).

Mit den neuen nVidia-Treibern der Versionsnummer 361.75 bringt nVidia neben diversen Bugfixes und Spieleverbesserungen auch den Support für externe Grafik über Thunderbolt 3 in den nVidia-Treiber – auch wenn diese Funktionalität derzeit noch Beta-Status besitzt. Damit werden die neuen GPU-Gehäuse für Thunderbolt 3 erst nutzbar und die Idee von externer Grafik kann weiter gedeien. Bei AMD ist dieser Support bislang erst in einem speziellen Vorab-Treiber enthalten, bislang jedoch noch nicht im offiziellen Crimson-Treiber. Der Support dieser Technologie über die offiziellen Treiber von AMD und nVidia sichert primär die Unabhängigkeit von den Notebook-Herstellern – welche in der Vergangenheit leider bemüht waren, eher nur komplett herstellereigene Lösungen zuzulassen, obwohl die vorliegende Technik durchaus mehr könnte. Unklar ist derzeit noch, welche Funktionsvielfalt die AMD- und nVidia-Treiber für externe GPU-Gehäuse bieten – offen ist hier beispielsweise noch der Punkt, auch das Notebook-Display über die externe Grafiklösung anzusteuern bzw. zu beschleunigen. Dies verursacht zwar nochmals Latenzen, sollte aber rein technisch durchaus möglich sein – wenn nicht jetzt, dann vielleicht mit zukünftigen Treibern.

Die Marktbeobachter von TrendForce liefern erste Zahlen zum Tablet-Markt des Jahres 2015 – welche nach Jahren des ungebremsten Höhenflugs im Jahr 2014 jäh gelandet war und im abgelaufenen Jahr 2015 dann sogar erstmals klar negative Zahlen vorzuweisen hatte: Ein Minus von 12,2% zwischen den Jahren 2014 und 2015 bedeutet auch, daß die Tablets das einstmals klare Ziel, den PC in Sachen Stückzahlen zu überholen, nicht mehr erreichen werden. Im Jahr 2015 wurden 168 Millionen Tablets ausgeliefert – an PCs (und Notebooks) gingen hingegen 276 Millionen Stück über die Ladentheken. Frühere Prognosen, welche den Tablet-Markt in den Jahren 2017 bis 2020 bei gleich 300 bis 400 Millionen Stück gesehen haben, lagen demzufolge mit weitem Abstand daneben – es bringt halt wenig, eine einmal vorhandene Kurve schlicht bis zur Unendlichkeit weiterzuzeichen, irgendwann ist in einer endlichen Welt auch jedes Wachstum endlich aka erschöpft.

Dumm kommt die Sache nunmehr für diejenigen Hersteller, welche sich auf dieses unendliche Wachstum eingestellt haben und sich nun mit einem Markt konfrontiert sehen, welcher bei gleichbleibenden bis leicht zurückgehenden Stückzahlen beim durchschnittlichen Preispunkt immer weiter in Mainstream- und LowCost-Gefilde abrutscht. In den letzten Jahren konnte man diese Tendenz des Tablet-Markts zu sinkenden Durchschnittspreisen eben immer noch durch stark steigende Stückzahlen ausgleichen – dies funktioniert nun nicht mehr. Die Tablethersteller müssen nunmehr sehen, zum selben Zeitpunkt mit zurückgehenden Stückzahlen und einem erheblichem Preisdruck zurechtzukommen. Je nachdem wie lange diese Phase dauert, könnte es hier durchaus auch zu Übernahmen oder dem Marktrückzug einiger Anbieter kommen. Die Zeiten, wo jeder Technik-Konzern unbedingt in den (seinerzeit boomenden) Tablet-Markt einsteigen wollte, sind in jedem Fall vorbei.

27

Umfrage-Auswertung: Welches PC-Spiel wird 2016 am meisten erwartet?

Die zweite Umfrage des neuen Jahres drehte sich um das im Jahr 2016 am meisten erwartete PC-Spiel. Wie schon bei den gleichlautenden Umfragen zu den Spiele-Jahren 2013, 2014 und 2015 dominierten hierbei die Fortsetzungen oder auch Neuauflagen im Rahmen einer bekannten Spiele-Franchise – wobei zugegebenermaßen absolut neue Spiele-Konzepte es logischerweise schwer haben, schon lange vor Start größere Vorschußlorbeeren anzuhäufen. Nichtsdestotrotz liest sich die Liste der am meisten erwarteten PC-Titel des Jahres 2016 nicht gerade spannend, weil primär von bekannten Namen dominiert – nur zwei von den ersten 13 Titel entstammen nicht einer bekannten Spiele-Franchise, wobei "The Division" und "No Man's Sky" mit den Positionen 10 & 13 auch nicht besonders hoch notiert werden konnten.

Eine dagegen eher positive Entwicklung gegenüber den letzten Jahren ist die größere Fächerung des Interesses, eher weg von der Konzentration auf einige wenige Titel. In den letzten beiden Jahren verbuchten die Top 3 zwischen 45-51% der Stimmenanteile für sich allein, dieses Jahr sind es nur 36% – exakt so niedrig wie im Jahr 2013. Außerhalb dieses Feldes finden sich dann dieses Jahr deutlich mehr Spieletitel, welche ein erhöhtes Vorabinteresse wecken konnten – gut für die Spielebranche, denn die Konzentration auf einzelne Top-Titel fördert im gewöhnlichen nur ungesunde Entwicklungen. Da es dem PC-Gaming im Gegensatz zur PC-Branche weiterhin sehr gut geht, ist für die Spieleentwickler auch wirklich der Raum vorhanden, für ein möglichst breites Spieleangebot zu sorgen.

26

Hardware- und Nachrichten-Links des 26. Januar 2016

TechFrag bringen eine (angebliche) nVidia-Roadmap, welche den GP100-Chip bereits für den April 2016 und die nachfolgende Volta-Architektur bereits für das Jahr 2017 verspricht. Die hierfür gezeigte Roadmap ist aber von der Machart her die Eigenkreation einer japanischen Technik-Webseite und in jedem Fall nicht aus Herstellerkreisen oder gar von nVidia selbst stammend. Dabei ist die Roadmap ansonsten ganz gut gelungen, allein die prognostizierten Terminlagen sind arg optimistisch – wie sich immer mehr andeutet, wird es so schnell nichts bei nVidia mit deren Pascal-Generation, trotz real vorliegendem GP100-TapeOut und diversen anderen Lebenszeichen. Die aktuellen Vermutungen in unserem Forum deuten eher denn auf einen Herbststart des GM204-Nachfolgers GP104 hin, Gamer-Varianten auf Basis der GM200-Nachfolger GP100 & GP102 dürften eventuell erst im Jahr 2017 nachfolgen.

Vor allem aber wird die nachfolgende Volta-Architektur von nVidia ziemlich sicher nicht bereits im Jahr 2017 daherkommen, auch wenn dies teilweise auf früheren nVidia-Roadmaps so notiert wurde. Auf aktuellen nVidia-Roadmaps steht die Pascal nachfolgende Volta-Architektur aber korrekterweise bereits im Jahr 2018 – schlicht aus dem Umstand resultierend, daß nVidia bei Volta die Anzahl der Hardware-Einheiten wiederum massiv erhöhen will und daher ein neues, nochmals kleineres Fertigungsverfahren benötigt. Während die Pascal-Architektur also die 14/16nm-Fertigung benötigt, muß es bei der Volta-Architektur die 10nm-Fertigung sein. Jene 10nm-Fertigung soll zwar laut TSMCs hochfliegenden Plänen bereits im Jahr 2017 zur Verfügung stehen – aber vom Abstand zwischen der Erstfertigung von 16nm-SoCs hin bis zur Verfügbarkeit von ersten 16nm-Grafikchips kann man bereits ermessen, daß sich diese Angabe eben nicht auf die großen Grafikchips von AMD und nVidia bezieht. Vor dem Jahr 2018 passiert da bei TSMC (oder auch anderen Auftragsfertigern) nichts mit großen Chips unter der 10nm-Fertigung, ergo wird nVidias Volta-Architektur bis dahin warten müssen.

Auf nVidias Produkt-Webseiten ist eine GeForce GT 710 aufgetaucht, der Tech Report zeigt Bilder erster Hersteller-Modelle. Hierbei handelt es sich augenscheinlich um nVidias neue LowEnd-Lösung auf Basis der Kepler-Architektur mit GK208-Chip. Jener wird bei der GeForce GT 710 aber nur zur Hälfte benutzt, da für diese Karte nur 192 (der maximal möglichen 384) Shader-Einheiten freigeschaltet sind. Zusammen mit dem 64 Bit DDR Speicherinterface und der Nutzung von nur DDR3-Speicher ist keinerlei Gaming-Performance zu erwarten – jene Grafikkarte ist für den Fall gedacht, wenn einfach mehr Monitor-Anschlüsse gebraucht werden als es die integrierte Grafiklösung zur Verfügung stellt. Und dieser Fall ist gar nicht so selten, oftmals patzen die Mainboard- und PC-Hersteller in dieser Frage und stellen einer nominell gutklassigen integrierten Lösung keine ausreichende Anzahl an (digitalen) Display-Ausgängen zur Verfügung. Für diesen Verwendungszweck werden solcherart LowEnd-Lösungen dann üblicherweise lange Jahre verkauft, teilweise kann man hierfür sogar noch die GeForce GT 210 (Baujahr 2009) erwerben. Bei AMD gibt es ähnliche LowEnd-Grafikkarten, das aktuellste Modell ist die Radeon R5 230 auf Basis des Caicos-Chips der Northern-Island-Generation.

Shortcuts: Die ComputerBase hat sich mit den Features und dem Marketing heutiger Tastaturen beschäftigt. Augenscheinlich geht da einiges Drunter und Drüber mit falsch benutzten Fachbegriffen und irreführenden Werbeversprechen seitens der Hersteller – aber Hauptsache "Gaming". Golem werfen hingegen einen Blick auf den "Kabelsalat um USB Typ C" – was einen Steckertyp darstellt und daher nicht zwingend etwas mit der Übertragungsnorm USB 3.1 zu tun haben muß. Die PC Games Hardware widmet sich dagegen den aktuellen Fragen rund um eine Solid State Disk (SSD) – unter anderem, was bei M.2-SSDs zu beachten ist, damit jene auch mit deren voller Geschwindigkeit betrieben werden. In die gleiche Kerbe geht es dann schlußendlich bei PC-Experience, welche sich (umfangreich) speziell dem Thema von SSDs unter Windows 10 widmen.

Inhalt abgleichen