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Hardware- und Nachrichten-Links des 22./23. August 2016

Unser Forum zeigt einen nVidia GP100 Die-Shot, welchen nVidia im Rahmen der laufenden HotChips-Konferenz veröffentlicht hat. Interessant sind die damit sich ergebenden Größenangaben einzelner Bauelemente: So verbraucht nVidia für einen GP100-Shader-Cluster ganze 7,3mm² an Chipfläche – wobei man abweichend von früheren Angaben wiederum 128 Shader-Einheiten einem Shader-Cluster zuordnet, sprich von insgesamt 30 Shader-Clustern beim GP100-Chip ausgeht. Umgerechnet auf 64 Shader-Einheiten dürften dies also ~3,65mm² sein – was dann wiederum gar nicht so viel mehr ist als bei AMDs Polaris, welche auf ~3mm² Flächenbedarf pro Shader-Cluster (mit 64 Shader-Einheiten) geschätzt werden können. Dafür, das der GP100-Chip alle möglichen Profi-Features mitbringt, ist der Unterschied in diesem Fall eher gering. An einem anderem Punkt kann man hingegen gut das Wirken einer besseren Fertigungstechnologie sehen: Ein 1024 Bit breites HBM1-Interface kostet den Fiji-Chip noch ~10mm² in der 28m-Fertigung, nVidia kommt in der 14nm-Fertigung des GP100-Chips hingegen mit ~4,4mm² bei einem genauso 1024 Bit breiten HBM2-Interface aus. Daneben wird noch eifrig diskutiert, wo auf diesem Die-Shot nun welche Bauteile zu sehen sind – mit allerdings noch unterschiedlichen Auslegungsvarianten.

Im Abverkauf der 28nm-basierten Grafikkarten gibt es derzeit interessante Aktionen einiger Online-Händler, welche sich augenscheinlich auf einen einzelnen Preispunkt für verschiedene 28nm-Boliden geeinigt haben – und nachfolgend sehr viele dieser Karten auch von unterschiedlichen Grafikkarten-Hersteller zu diesem jeweiligen Festpreis anbieten. Zu sehen ist dies bei der GeForce GTX 980 für 299 Euro, der Radeon R9 Fury für 349 Euro sowie der Radeon R9 Fury X samt der GeForce GTX 980 Ti für beiderseits 399 Euro. Gemeinsam ist allen diesen Abverkaufsangeboten zum Festpreis, das die nachfolgenden Preise anderer Onlinehändler meist sehr viel teurer sind, das diese Karten faktisch nur zu diesen Festpreisen sinnvoll sind. Technisch gibt es eine solch konzentrierte Aktion auch bei der GeForce GTX 970 für 239 Euro – aber bei dieser Karte gibt es abweichend von den anderen Karten auch schon einige andere Händlerangebote, welche nochmals tiefer gehen. Wie im aktuellen Grafikkarten-Marktüberblick schon ausgedrückt, kommt derzeit allerdings keines dieser 28nm-Abverkaufsangebote preislich in eine Position, wirklich zwingend gegenüber den vorhandenen 14/16nm-Angeboten zu sein.

Derweilen kommt aus unserem Forum eine gewisse Kritik an den zur Radeon RX 480 8GB im jüngsten Grafikkarten-Marktüberblick notierten Preisen: Jene sind aktuell schon wieder etwas höher als im Marktüberblick notiert – nicht mehr bei 260-290 Euro, sondern eher erst bei 270-300 Euro, mit nicht einmal reinen (nicht lieferbaren) Preisnotierungen darunter. Hier liegt leider wohl ein kurzfristiger Marktumschwung zugrunde, bei welchem die zum Wochenstart tatsächlich noch verfügbaren Angebote der Radeon RX 480 8GB von ab 260 Euro augenscheinlich so schnell abverkauft wurden, das jene zur Wochenmitte nicht mehr verfügbar sind. Der Marktüberblick wurde mit Preislage Montag und Dienstag morgens erstellt, zu diesen Zeitpunkten war die vorgenannte Preislage zur Radeon RX 480 8GB tatsächlich noch präsent. Aber weil die derzeitig zu sehenden 270-300 Euro auch eher dem entsprechen, was die Radeon RX 480 8GB in den letzten Wochen gekostet hat, haben wir dies nachträglich doch noch einmal im Artikel und den Diagrammen geändert – weil dieser etwas höhere Preispunkt besser zum allgemeinen Preisgefühl bei dieser AMD-Grafikkarte passt.

Vom Guru3D kommt der erste Test einer GeForce GTX 1060 3GB – natürlich ausgeführt in Form einer ab Werk übertakteten Karte (mit zudem klar nach oben gesetztem Power-Limit), was jetzt nicht unbedingt zu einer allgemein verwendbaren Aussage führt. Im Test von Guru3D lief jene Karte um immerhin ~9% langsamer unter FullHD als eine reguläre GeForce GTX 1060 6GB – recht erstaunlich angesichts des eher geringen Hardware-Abstands von -11,1% und der Möglichkeit des nVidia-Chips, dies angesichts des dynamischen Boosttakts durch höhere real anliegende Chiptaktraten teilweise wieder auszugleichen. Hier dürfte die geringere Speichermenge sicherlich ihre Rolle gespielt haben – in den Tests unter höheren Auflösungen als FullHD kann man dann auch sehen, wo die 3-GB-Karte sehr viel deutlicher unterhalb der regulären 6-GB-Version herauskommt, die Speichermenge dann also wirklich schon limitiert. Eine echte Aussage zur Kartenperformance ist dieser Test aufgrund der Werksübertaktung noch nicht, genauso wenig wird hierbei die Frage erschöpfend beantwortet, ob man die GeForce GTX 1060 3GB wenigstens unter FullHD wirklich gut verwenden kann. Hier werden weitere Tests zum Thema hoffentlich noch erhellendes bringen.

Golem und Heise haben sich nVidias Parker-SoC angesehen, mittels welcher nVidia primär im Autoelektronik-Geschäft punkten will. Hier finden die von nVidia lange Zeit entwickelten "Denver" CPU-Kerne (in ihrer zweiten Version) dann auch ihre Anwendung, nachdem deren Übernahme ins Smartphone/Tablet-Geschäft wegen nVidias Rückzug aus dem Smartphone-Geschäftszweig nicht mehr zustande kam. Mit Denver wollte nVidia einstmals eine Hochleistungs-Architektur auf ARM-Basis erschaffen, hatte aber seinerzeit sicher nicht mit dem faktisch nicht vorhandenem Bedarf für so etwas in Smartphone/Tablet-Gefilden gerechnet – und dürfte nun froh sein, diese Entwicklung in der Autoelektronik-Sparte unterbringen zu können. Daneben spekulieren Golem noch über die bei der Parker/Denver-basierten Autoelektronik-Lösung "Drive PX2" benutzten (extra) Grafiklösung: Laut deren Rechnung könnte nun sogar ein GP107-Chip reichen – was aber knapp werden würde, auf immerhin 768 Shader-Einheiten müssten dann gleich 1627 MHz Chiptakt anliegen, bei nur 640 Shader-Einheiten sogar 1953 MHz Chiptakt (unter der Annahme, das wirklich nur 5 TeraFlops von den zwei extra Grafikchips zu erbringen sind).

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Neuer Artikel: Grafikkarten-Marktüberblick August 2016

Lange Zeit ist inzwischen vergangen seit unserem letzten Grafikkarten-Marktüberblick – welcher noch vom Februar 2016 stammt und demzufolge allein 28nm-basierte Grafikkarte behandelte. Kurz darauf kamen die ersten 14/16nm-basierten Grafikkarten in den Markt, welche alle Preisverhältnisse komplett umgekrempelt haben, wo aber aufgrund der schnellen Relase-Abfolge auch nicht die Zeit war, einen neuen Marktüberblick zu erstellen. Nun aber scheint der größte Teil des anfänglichen Release-Feuerwerks überstanden zu sein, womit wir hiermit den ersten Grafikkarten-Marktüberblick der 14/16nm-Generation auflegen wollen. Mit diesem neuen Grafikkarten-Marktüberblick werden wir wie üblich versuchen, Ordnung in die bestehende Angebotvielfalt hineinzubringen: Spezifikationen, Stromverbrauch, Performance-Bewertung sowie aktueller Preispunkt sollen notiert, ausgewertet und bewertet werden ... zum Artikel.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 20./21. August 2016

Die PC Games Hardware bietet die ersten Grafikkarten-Benchmarks zum am Dienstag erscheinenden Deus Ex: Mankind Divided – auf allerdings noch nicht der finalen Version des Spiels und natürlich noch keinerlei angepassten Grafikkarten-Treibern. Zudem wird die DirectX-12-Version des Spiels erst nachträglich zur Verfügung gestellt werden – die bisherigen Benchmarks der PCGH liefen daher allein unter DirectX 11, zeigten dabei aber dennoch schon interessante Tendenzen. So ist das Spiel ein Grafikspeicher-Fresser, welcher schon unter FullHD seine 4 GB benötigt und unter höheren Auflösung nach klar mehr schreit – so deutlich, das die Radeon R9 Fury X mit ihren nur 4 GB Speicher unter FullHD noch gut mitkommen, unter UltraHD dann sich jedoch der nominell (klar) schwächeren Radeon RX 480 geschlagen geben muß. Hier findet sich dann jener Anwendungsfall, welcher zum Launch der Fiji-basierten Grafikkarten schon prognostiziert wurde: Jene für die UltraHD-Auflösung gebauten Karten haben für den langfristigen 4K-Einsatz einfach zu wenig Grafikkartenspeicher.

Allerdings muß auch gesagt werden, das die Radeon R9 Fury X (samt aller anderen Karten des Testfeldes) bei unter 20 fps schon deutlich zu langsam ist, um die UltraHD-Auflösung unter Deus Ex: Mankind Divided unter der maximalen Bildqualität (aber noch ohne das nochmals extrem fressende Multisampling Anti-Aliasing) schultern zu können. Hochgerechnet von den Benchmark der GeForce GTX 1060 wird es schon eine GeForce GTX 1080 brauchen, um knapp die 30-fps-Marke zu sehen, nur die Titan X käme (hochgerechnet) auf knapp 40 fps. Unter Zuschaltung von Multisampling Anti-Aliasing dürften wohl erst SLI/CrossFire-Gespanne auf spielbare Frameraten kommen können. Somit werden die allermeisten UltraHD-Nutzer wohl so oder so Grafikdetails reduzieren müssen – sofern neue Treiber und/oder Spielversionen hier nicht deutlich bessere Frameraten bringen. Jene dürften womöglich auch das allgemeine Performancebild noch einmal umstoßen, in welchem derzeit die Radeon RX 480 sogar bemerkbar vor der GeForce GTX 1060 liegt – unter einem DirectX-11-Titel wohlgemerkt. Gerade dies ist wohl nur eine Momentaufnahme, welche vor dem Erscheinen optimierter Treiber eher nicht auf die Goldwaage zu legen wäre.

Die ComputerBase hat versucht, die Performance-Verbesserungen von GCN4 nachzustellen. Hierfür hat man AMD-Grafikkarten der GCN-Generationen GCN1 und GCN3 zu einer Radeon RX 470 gepackt und erstgenannte entsprechend umgetaktet, auf das alle Karten dieselbe Rechenleistung und Speicherbandbreite zeigen. Ein gewisser Unterschied besteht natürlich noch im abweichenden Speicherinterface der Radeon R9 280X, womit auch Speichermenge und ROP-Anzahl dieser Karte etwas abweichend sind. Einen besseren Vergleich der GCN-Ausbaustufen gibt es aber nicht (GCN2 fehlt mangels für diesen Vergleich passenden Chips) – und in diesem stellte sich heraus, das GCN4 gegenüber GCN3 um ca. 6,7% zulegt, gegenüber GCN1 geht es sogar um ca. 17,8% nach oben. Dies sieht im großen Vergleich zu GCN1 ganz gut aus, selbiges stammt aber auch schon wieder aus dem Jahr 2011/12. Wer auf den großen Sprung zwischen GCN3 und GCN4 gehofft hatte, der wird allerdings eher enttäuscht – der aktuelle Performancesprung ist kaum größer als (hochgerechnet) jener zwischen GCN1/GCN2 sowie GCN2/GCN3. Der angekündigte große Performance- und Effizienzdurchbruch ist GCN4 also mitnichten – allerhöchsten, wenn man sich auf die Energieeffizienz bezieht, aber dies macht die 14nm-Fertigung schließlich nahezu von alleine.

Aus dem in diesen Fragen sehr fitten und gut informierten Citavia-Blog kommen in zwei Meldungen neue Annahmen zur Chipfläche von AMDs Zen: Mit der ersten Meldung korrigiert man die bisherige Schätzung von ~160mm² auf nunmehr grob 160-200mm² für einen Zen-Achtkerner, wie jener fürs Consumer-Segment gedacht ist. Die zweite Meldung versucht sich dagegen an einer Schätzung für einen einzelnen Rechenkern – und kommt dabei auf winzige 4,9mm², sogar schon inklusive des Level2-Caches. Im Endeffekt würden die 8 CPU-Kerne von Zen somit auf dem Die gerade einmal ~40mm² einnehmen, der Rest der wie gesagt auf 160-200mm² geschätzten Chipfläche geht für den Level3-Cache, PCI-Express-Interface, DualChannel DDR4-Speicherinterface und den integrierten Mini-Chipsatz drauf. Damit wird auch klarer, wie wenig die Prozessoren-Entwickler heutzutage an CPU-Innereien sparen müssen – effizient müssen neue CPU-Einheiten sicherlich sein, aber deren Verbrauch an Chipfläche spielt eigentlich keine Rolle mehr bei modernen CPUs.

Heise berichten über eine Variante, mittels welcher die Entwickler von Doom VR die "Simulator-Krankheit" unter VR-Bedingungen regelrecht umgangen haben. Unter Doom VR bewegt sich der Spieler nicht mehr in eine Richtung, sondern dreht sich maximal noch um die eigene Achse – die Vorwärtsbewegung wird dann per Teleportation erledigt. Der Spieler muß also im Game sowohl die heranstürmenden Monster im Blick behalten als auch seinen nächsten Teleportationspunkt ausspähen – nach einer kurzen Eingewöhnungsphase soll dies aber ziemlich automatisch funktionieren. Der herauskommende Effekt auf das menschliche Sehsystem ist dabei schlicht, das jenes sich nicht um eine falsche oder nicht sichtbare Bewegung "betrogen" fühlt und den Spieler nicht mehr mit der üblichen VR-Übelkeit belegt. Dabei soll dieses Teleportations-System in Fragen VR-Übelkeit nicht einfach nur besser sein, sondern regelrecht durchbruchsmäßig wirken – selbst sehr für VR-Übelkeit anfällige Spieler kommen mit diesem System zurecht. Dummerweise dürfte jenes Fortbewegungssystem wohl nur unter Spezialfällen wie eben Doom VR sinnvoll nutzbar sein, ein wirklich breitflächiger Spiele-Einsatz erscheint als eher unwahrscheinlich.

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Wie ist der Ersteindruck zur Radeon RX 460?

Alle Entscheidungsgrundlagen zu dieser Frage findet man in der Launch-Analyse zur Radeon RX 460 sowie natürlich im entsprechenden Diskussions-Thread im Forum. Preislich liegen derzeit die 2-GB-Modelle bei 120-140 Euro und die 4-GB-Modelle bei 140-170 Euro.

Positiver Ersteindruck, bin aber schon mit gleichwertigem oder besserem eingedeckt.
27% (306 Stimmen)
Positiver Ersteindruck, könnte interessant werden für eine Neuanschaffung.
11% (125 Stimmen)
Positiver Ersteindruck, aber preislich außerhalb meiner Interessenlage.
5% (54 Stimmen)
Durchschnittlicher Ersteindruck, primär ist die gebotene Performance etwas zu schmal.
22% (244 Stimmen)
Durchschnittlicher Ersteindruck, primär wegen der zu hohen Preislagen der 4-GB-Ausführung.
13% (150 Stimmen)
Durchschnittlicher Ersteindruck, primär aus anderem Grund.
2% (24 Stimmen)
Negativer Ersteindruck, primär ist die gebotene Performance etwas zu schmal.
15% (170 Stimmen)
Negativer Ersteindruck, primär wegen der zu hohen Preislagen der 4-GB-Ausführung.
4% (43 Stimmen)
Negativer Ersteindruck, primär aus anderem Grund.
2% (18 Stimmen)
Gesamte Stimmen: 1134
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Intels Kaby Lake soll einen gewissen Taktratensprung um 200-300 MHz mitbringen

Aus dem chinesischen Forum Coolaler (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) kommen erste Modell-Spezifikationen zum Skylake-Nachfolger "Kaby Lake", welcher einen abgestuften Start um den Jahreswechsel 2016/17 herum haben wird. Dabei werden die Desktop-Modelle von Kaby Lake nicht vor Jahresanfang 2017 auftauchen – und gehen somit gleich in direkte Konkurrenz zu AMDs Zen-Prozessoren. Gemäß der von Coolaler ausgebreiteten Spezifikationen – bei welchen noch die jeweiligen Turbo-Taktraten fehlen – bringt Kaby Lake primär einen gewissen Taktratensprung von 200-300 MHz beim jeweiligen Basetakt mit sich. Dies ist wohl das mindeste, was Intel für eine "neue" Generation ansetzen kann, gerade da die Änderungen an den CPU-Innereien bei Kaby Lake sehr überschaubar sein sollen (bislang sind nur Änderungen an der Video-Einheit sicher bekannt).

Kerne Basetakt unlocked L3 TDP Skylake-Vorgänger
Core i7-7700K 4 + HT 4.2 GHz 8 MB 95W Core i7-6700K: 4C+HT, 4.0/4.2 GHz, 339$
Core i7-7700 4 + HT 3.6 GHz - 8 MB 65W Core i7-6700: 4C+HT, 3.4/4.0 GHz, 303$
Core i5-7600K 4 3.8 GHz 6 MB 95W Core i5-6600K: 4C, 3.5/3.9 GHz, 242$
Core i5-7600 4 3.5 GHz - 6 MB 65W Core i5-6600: 4C, 3.3/3.9 GHz, 213$
Core i5-7500 4 3.4 GHz - 6 MB 65W Core i5-6500: 4C, 3.2/3.6 GHz, 192$
Core i5-7400 4 3.0 GHz - 6 MB 65W Core i5-6400: 4C, 2.7/3.3 GHz, 182$
Alle Kaby-Lake-Prozessoren kommen im Sockel 1151 daher, für welche offiziell Mainboards auf Basis von Intels 200er Chipsatz-Serie benötigt werden. Mainboards auf Basis von Intels 100er Chipsatz-Serie sollten Kaby Lake – nach BIOS-Update – aber genauso tragen können.

Neben neuen Mainboards mit 200er Chipsätzen – welche aber wohl nicht zwingend sein werden – bringt Kaby Lake dann auch noch einen höheren offiziellen Speichersupport mit sich: DDR4/2400 anstatt DDR4/2133 wie bei Skylake. Der Support von DDR3L/1600 ist weiterhin mit an Bord, auch wenn die Bedeutung dieser Speichersorte in Zukunft wohl noch weiter abnehmen wird. Wichtig an den Kaby-Lake-Daten ist daneben, daß es bei Intels regulären Consumer-Prozessoren auch weiterhin ungelockte Modelle geben wird. Dies konnte man leicht befürchten, nachdem im Sinne der gemeinsamen Plattform von Kaby-Lake-X und Skylake-X (ab zweites Quartal 2017) es dort auch ungelockte Vierkerner im Enthusiasten-Bereich geben sollte. Jene werden nun also parallel zu den ungelockten Vierkernern von Kaby Lake existieren.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 19. August 2016

Im Rahmen des Markteintritts der GeForce GTX 1060 3GB kommen aus Fernost auch noch Gerüchte über eine angeblich im Oktober antretende GeForce GTX 1050 – ohne das weitere Daten zu dieser Karte genannt wurden. Denkbar wäre hierzu natürlich zuerst eine weitere Variante des GP106-Chips mit dann ernsthaften Abspeckungen – allerdings wurde der GP106-Chips bislang immer nur mit zwei Chipvarianten beschrieben und selbige stehen nun bereits im Markt. Somit könnte nVidia für die GeForce GTX 1050 dann eventuell auch schon den nächstkleineren Pascal-Chip GP107 benutzen. Jenen hatten wir früher einmal auf ~800 Shader-Einheiten an einem 128 Bit GDDR5-Speicherinterface geschätzt. Aufgrund dessen, daß der GP106-Chip nun doch nur exakt die Hälfte der Anzahl der Shader-Einheiten des GP104-Chips trägt (1280 zu 2560 Shader-Einheiten), wäre beim GP106-Chip aber auch eine geringere Anzahl an Shader-Einheiten denkbar – denn die Hälfte des GP106-Chips liegt bei 640 Shader-Einheiten.

Da dies exakt dem früheren GM107-Chip von GeForce GTX 750 & 750 Ti entspricht, wäre aber auch eine höhere Anzahl weiterhin denkbar – man kann daher von 640 oder 768 Shader-Einheiten beim GP107 ausgehen (andere Zahlen sind wegen der immer 128 Shader-Einheiten pro Shader-Cluster technisch nicht realisierbar). Wahrscheinlich dürfte der GP107-Chip in erster Linie über den zu erwartenden Mehrtakt dank der 16nm-Fertigung gehen, um mehr Performance als der GM107-Chip zu bieten. Ausgehend von den 1144 MHz realer Chiptakt einer GeForce GTX 750 Ti hören sich die bei der GeForce GTX 1060 6GB erreichten 1841 MHz realer Chiptakt schon sehr gut an – der kleinere GP107-Chip könnte im Idealfall sogar noch höhere Taktraten erreichen. Dafür dürfte beim GP107-Chip dann das Speicherinterface schon wieder etwas bremsen, denn 128 Bit sind doch recht knapp bemessen, um auf wirklich viel Performance zu kommen – eben deswegen trägt nVidias GP106-Chip der GeForce GTX 1060 dann schon gleich ein 192 Bit breites Speicherinterface, AMD verwendet im gleichen Segment bei Polaris 10 sogar ein 256 Bit breites Speicherinterface.

Somit ist vom GP107-Chip im besten Fall eine Performance in Richtung der GeForce GTX 960 (Perf.Index 340%) zu erwarten, eher wahrscheinlich ist eine Performance in Richtung der GeForce GTX 950 (Perf.Index 290%) – was aber immer noch (etwas) mehr wäre als bei der Radeon RX 460 (Perf.Index 260%). Interessant wird noch die Frage der Speichermenge – denn an dem 128-Bit-Interface kann man nur 2 oder 4 GB GDDR5-Speicher dranhängen. 2 GB ist aus heutiger Sicht zu wenig, 4 GB dann aber mehr als bei der höher im nVidia-Angebotsportfolio stehenden GeForce GTX 1060 3GB. In jedem Fall dürfte es sich bei der GeForce GTX 1050 um einen Kontrahenten der Radeon RX 460 im Einsteiger-Bereich handeln – mit allerdings dem Potential, beachtbar schneller als diese AMD-Lösung zu werden. Daß nVidias aktuelles Spielebundle für die in diesem Preisbereich stehenden GeForce GTX 950 & 960 noch bis Anfang Oktober läuft, deutet sowieso darauf hin, das bei nVidia nachfolgend etwas neues in diesem Einsteiger-Bereich passieren wird.

Unserer Performance-"Beurteilung" zu AMDs Zen kann man natürlich skeptisch gegenüberstellen – und beispielsweise darauf verweisen, das ein Benchmark nun einmal kein Benchmark ist. Vielleicht ist das ganze wirklich etwas zu euphorisch geschrieben – bis auf daß sich außer Allgemeinplätzen wenig Ansatzpunkte dafür finden lassen, daß diese Performance des Zen-Testsamples nicht eben auch in der Praxis auftauchen sollte. Denn die hohe Performance unter Blender deutet darauf hin, das Zen unter allen eher FPU-lastigen Benchmarks gut wegkommt – und dies sind die heutzutage interessanten Benchmarks von Videobearbeitung bis hin zu Spielen. Somit könnte Zen am Ende sogar bei der Integer-Performance etwas zurückliegen (eher unwahrscheinlich, denn die Anzahl der Ausführungseinheiten ist wie bei Intel) – im Consumer-Bereich sind dies die uninteressanteren Benchmarks, da mehr Alltagsperformance eigentlich nirgendwo benötigt wird. Hier lag letztlich ein großer Fehler der Bulldozer-Architektur – man setzte auf eine gute Integer-Performance bei gleichzeitig eher schwacher Fließkomma-Performance. Dies wäre zu Zeiten eines Pentium 4 (und früher) gut gegangen, wo CPUs auch eher nur in diese Richtung getestet wurden.

Als Bulldozer herauskam, war Intel jedoch schon mit den Nachfolgern der rundherum schnellen Core-2-Architektur dabei, wurde vor allem die Alltagsperformance immer weniger wichtig (weil die grundsätzliche Arbeitsgeschwindigkeit von PCs bereits ausreichend gut war), sondern gingen die Performance-Anforderungen eher in Spezialbereiche wie eben Videobearbeitung und Spiele. Gerade in letzterem ist Bulldozer wirklich schlecht und wird regelmäßig von nominell viel kleineren Intel-Prozessoren vernascht – es fällt glücklicherweise nicht ganz so oft auf, da die allermeisten Spiele maßgeblich Grafikkarten-limitiert sind. Trotzdem sind exakt dies die Felder, wo eine heutige CPU glänzen können muß: Videobearbeitung, Profi-Rendering und Spiele. Erreicht man hierbei eine gute Performance, wäre es völlig egal, ob ein PCMark oder ein WinZip unter Zen eventuell langsamer laufen sollten – letzteres sind keine echten Maßgaben mehr, nach welchen man sich eine CPU heutzutage aussuchen sollte. Und die erstklassige Blender-Performance von Zen deutet eben darauf hin, das Zen genau unter diesen Feldern seine Stärken hat – ergo richtig gute Voraussetzungen dafür, das AMD endlich einmal sein Tal der Tränen im CPU-Geschäft verlassen kann.

Heiß diskutiert wird derweil, mit welchen Zen-Preislagen man rechnen kann/muß – bzw. wie Intels Konter aussehen könnte. Mit einer Chipfläche von grob ~160mm² dürfte ein Zen-Achtkerner nicht einmal teurer herzustellen sein wie ein Polaris-10-Chip (232mm² Chipfläche) – und jener wird in 200-Euro-Grafikkarten vertickt, wo dann ja auch noch die Platine und der Speicher als weitere Hardware-Kosten hinzukommen. Aber bei Prozessoren haben Endkundenpreise immer recht wenig mit den reinen Herstellungskosten zu tun – die üblicherweise große Differenz dazwischen muß den gewaltigen Forschungs- und Entwicklungsaufwand für die Prozessoren-Architektur sowie die Fertigungstechnologie wieder einspielen. Insofern dürften sich die Verkaufspreise der Zen-Prozessoren kaum an den reinen Herstellungskosten orientieren – sondern eher am Markt sowie AMDs Zielsetzung, wieder auf echte Marktanteile zu kommen. Daher sollte man schon Preislagen von 250-400 Dollar/Euro für die Zen-Achtkerner erwarten, die später nachfolgenden Zen-basierten APUs werden natürlich günstiger ausfallen.

Gut möglich zudem, das AMD ein besonders schnelles Modell dann auch für einen hochgezogenen Preis anbietet – hoffentlich achtet man dabei darauf, es nicht wie Intel derzeit maßlos mit den Preisen zu übertreiben. Die erste Zen-Generation darf bei AMD sicherlich Gewinn machen, ist aber wie gesagt eher auf Marktanteile hin ausgerichtet – erreicht man jene, kommt das mit den Gewinnen eigentlich fast von selbst. Intels mögliche Konter sind hingegen einigermaßen limitiert, da auch Intel nicht mehr einfach so neue Prozessoren-Generationen aus dem Ärmel schütteln kann bzw. die zähen Fortschritte in der Halbleiterfertigung Intel an schnellen Kontern maßgeblich hindern. Sicherlich wird sich Intel bei einem Zen-Erfolg bemüßigt fühlen, endlich einmal das alte Modell der ausschließlich Zwei- und Vierkerner im (regulären) Consumer-Bereich aufzubrechen – sollte dies passieren, dann hätte sich Zen umgehend für alle Prozessoren-Käufer gelohnt. Aber auch dies benötigt Zeit und Vorbereitung – selbst Intels erst kürzlich eingeschobene Coffee-Lake-Generation (mit erstmals Sechskernern im regulären Consumer-Bereich) kommt erst zur Jahresmitte 2018.

Kurzfristig könnte Intel demzufolge nur über Preisnachlässe auf Zen antworten – doch ob sich Intel diese Blöße gibt (und damit indirekt Zens Stärke zugibt), bliebe streng abzuwarten. Am Ende dauert es auch für AMD recht lange, gute Marktanteile und eine stabile Kundenbasis mit Zen aufzubauen, Intel ist da jetzt nicht unbedingt zum sofortigen Gegenzug gezwungen. Für Intel dürfte hier auch der Punkt mit hineinspielen, das man AMD als (letzten verbliebenen) CPU-Wettbewerber ziemlich gut gebrauchen kann und dafür ein gewisser Marktanteil zugunsten von AMD nicht nur nützlich, sondern sogar (für AMD) überlebensnotwendig ist. Eventuell setzt Intel daher seinen Zen-Konter bewußt zu einem späteren Zeitpunkt an, um AMD bewußt ein paar Marktanteile zu geben – nicht so viel, das es Intel weh tut, aber doch ausreichend für ein absehbares Überleben von AMD. Denn AMD benötigt diese CPU-Marktanteile sicherlich, eine Pleite kann man sich mit Zen absolut nicht erlauben bzw. würde das Überleben von AMD als Firma in ernsthafte Frage stellen.

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