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Skylake tritt mit nahezu vollständigem Portfolio bereits im September 2015 an

Von BenchLife (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) kommt eine angebliche Intel-Unterlage, welche genaueres zu den Releaseterminen einzelner Skylake-Prozessoren aussagt und damit den kommenden Skylake-Launch besser einschätzbar macht. Prinzipiell gesehen wird Intel nach dieser Unterlage den Startschuß zu Skylake irgendwann im August oder September geben, den Anfang machen dann erst einmal nur die beiden ungelockten Desktop-Topmodelle Core i5-6600K & Core i7-6700K.

Ein kräftiger Nachschlag soll dann im September kommen – wobei man durchaus darüber spekulieren kann, ob Intel nicht diese beiden Termine am Ende vielleicht zusammenzieht und einen gemeinsamen Launch aufstellt. Denn derzeit steht für September ein fast komplettes Portfolio an: Zwei- und Vierkerner für Notebooks, Zweikerner für Ultrabooks und ULV (hier bietet Intel sowieso nicht mehr) und Vierkerner für den Desktop – fehlend sind hier eigentlich nur noch Zweikerner für den Desktop. Die weiteren Releases im Zeitraum Oktober/November 2015 sowie Januar 2016 tragen hingegen eher den Zug von ersten Refreshes oder wenigstens Portfolio-Auffüllungen – rein prinzipiell wird im September 2015 aber schon das komplette initiale Skylake-Portfolio geboten werden.

Zweikerner + HT Vierkerner ohne HT Vierkerner + HT
Aug.-Sept. 2015 - Desktop: Core i5-6600K Desktop: Core i7-6700K
September 2015 Notebook: Core i3-6100H & Core i5-6300HQ
Ultrabook: Core i3-6100U, Core i5-6200U & Core i7-6500U
ULV: Core M-6Y30, -6Y54 & -6Y75
Desktop: Core i5-6400, -6500, -6600 Desktop: Core i7-6700
Notebook: Core i7-6700HQ & -6820HK
Okt.-Nov. 2015 Notebook: Core i5-6440HQ - Notebook: Core i7-6820HQ & -6920HQ, Xeon E3-1505M v5 & -1535M v5
Januar 2016 Ultrabook: Core i5-6300U & Core i7-6600U
ULV: Core M-6Y57 & -6Y7x
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Nur die Zweikerner für den Desktop kommen zu diesem Zeitpunkt noch nicht – aber da solcherart Modelle für das Mobile-Segment durchaus in breiter Front angeboten werden, könnte dies ein rein markttechnisch begründetes Zurückhalten seitens Intel sein. Gut möglich, daß Intel die Desktop-Zweikerner (nach wie vor interessant für Büro und HomeOffice-Rechner) erst deutlich später im Jahr 2016 bringt und an dieser Stelle zuerst einmal die noch vorhandenen Haswell-Bestände abverkauft. Von Broadwell ist auf dieser Schiene generell nichts zu erwarten, hier dürfte es bei den beiden schon genannten Desktop-Modellen als "komplettes" Desktop-Portfolio zu Broadwell bleiben.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 21. Mai 2015

Schwere Vorwürfe fährt AMD im Streit um den Gameworks-Einfluß auf Witcher 3 auf: Wie bei Ars Technica ausgeführt, hat AMD die Entwicklung von "The Witcher 3" vom Start weg begleitet und dabei im Laufe der früheren und mittleren Entwicklung keinerlei echte Performance-Probleme festgestellt. Zwei Monate vor Release soll jedoch bei Spieleentwickler CD Project Red ein neuer Gameworks-Code seitens nVidia aufgetaucht sein, welcher die Performance der AMD-Grafikkarten geradeweg "sabotiert" hat. Leider läßt sich dies für Außenstehende schwer bis gar nicht belegen – aber sofern diese Aussage zutreffend wäre, liegt die Annahme durchaus nahe, daß nVidia hierbei AMD bewußt auflaufen lassen hat. Die Zeitabläufe und vor allem die Information, daß bis kurz vor Release es keinerlei AMD-Probleme mit dem Gameworks-Code gab, lassen da kaum andere Deutungsformen zu. Da sich nichts beweisen lassen dürfte, wird hierbei jedoch leider weiterhin Aussage gegen Aussage stehenbeiben – ein böser Nachgeschmack bleibt aber trotzdem.

Über verschiedene AMD-Aussagen steigt die Wahrscheinlichkeit, daß AMDs Fiji-Grafikkarten tatsächlich mit maximal 4 GB Speicher (pro Grafikchip) antreten: Wenn AMD gegenüber der PCWorld auf die Frage nach nur 4 GB Speicher die Aussage "This might be a marketing problem" trifft, dann bleibt da nur wenig Deutungs-Spielraum übrig. Ganz allgemein steht nun, nachdem sich AMD bezüglich HBM-Speicher offiziell offenbart und damit die nächste Grafikkarten-Generation unwideruflich angeteasert hat, der sicherlich auch seitens AMD zu sehende Punkt im Raum, daß die breite Diskussion über 4 oder 8 GB Speicher eröffnet ist – und daß jegliches Zurückhalten der Information, daß man 8 GB Speicher (pro Grafikchip) bieten könnte, nunmehr schädlich ist. Einfach nur das Fallenlassen dieses Details würde nun auch nichts mehr am Abwarten der Enthusiasten auf die kommenden Grafikkarten ändern, das aktuelle Geschäft wäre also nur minimal gestört. Daß AMD dieses Detail nicht herausgibt, kann also nur bedeuten, daß es eben doch nur maximal 4 GB Speicher (pro Grafikchip) beim Fiji-Chip gibt.

Möglich, daß eine weitere Fiji-Variante zum Jahresende dann 8 GB Speicher (pro Grafikchip) mitbringt, zu diesem Zeitpunkt sollte die Produktion von HBM2 inzwischen anlaufen. Doch für den initialen Fiji-Launch bedeutet dies keinen Unterschied – AMD müsste jetzt zur Jahresmitte 2015 diese 8 GB Speicher liefern, um optisch mit den nVidia-Grafikkarten desselben Preisbereichs mithalten zu können, mit nur 4 GB wird dies sichtbar schwer. Dabei soll gar nicht in Abrede gestellt werden, daß 4 GB Grafikkartenspeicher wahrscheinlich derzeit sogar ausreichen, die Anwendungsbeispiele für noch mehr Grafikkartenspeicher an einer Hand abzuzählen sind. Aber aus Vermarktungssicht wäre diese Speichergröße schwer zu stemmen – und gerade AMD als der Anbieter mit dem geringeren Standing muß nun wirklich mit einem überaus runden Produkt ohne Angriffsfläche ankommen, um wirklich wahrgenommen und gekauft zu werden. Die Diskussion zu dieser Streitfrage schwappt zwar noch hin und her, ein beachtbarer Effekt auf das reale Kaufverhalten ist aber schon (belegt) prognostizierbar.

Die ComputerBase berichtet über eine Performance-Untersuchung der Konsolenversionen von Witcher 3: Jene sieht die Playstation 4 leicht im Vorteil – die eigentliche Erkenntnis aus dieser Auswertung ist aber vielmehr, daß beide aktuellen Spielekonsolen das Spiel nur mit gerade so 30 fps wiedergeben, dabei aber fast automatisch unter schlauchenden Szenen in Performanceprobleme (mit teilweise Bildraten unter 30 fps) hineinlaufen. Dies ist für gerade einmal anderthalb Jahre alte Spielekonsolen ein schwaches Zeugnis, begründet sich allerdings aus der verbauten Mainstream-Hardware beider Konsolen. Xbox One und Playstation 4 werden wahrscheinlich weit kürzer durchhalten als ihre jeweiligen Vorgänger – oder aber sich zum (erneuten) Bremsstein für das PC-Gaming in den kommenden Jahren entwickeln. Dazu passend ist, daß Witcher-3-Entwickler CD Project Red inzwischen zugegeben hat, die Grafikqualität des Titels gegenüber früheren Vorabversionen etwas heruntergedreht zu haben – und dies teilweise zugunsten der begrenzten Performancereserven der aktuellen Spielekonsolen.

Hartware berichten über eine Analystenstimme, welche AMD bis 2020 Bankrott gehen sieht. Die dafür vorgebrachte Argmentationslinie stützt sich allerdings vorwiegend auf die Fortschreibung des Produkt-Mißerfolgs von AMDs Prozessorensparte in den letzten Jahren – sicherlich, wenn man dies platt weiterdenkt, dann wird AMD immer höhere Minuszahlen anhäufen und am Ende nicht einmal den Cashflow besitzen, um das Grundgeschäft weiterbetreiben zu können. Doch ausgerechnet nächstes Jahr stehen für AMD entscheidende neue Produktinnovationen an, welche das Ruder durchaus noch einmal herumreißen könnten. Einfach wird es sicherlich trotzdem nicht, aber die platte Fortschreibung der Produktentwicklung bei AMD auf Basis der letzten Jahre ist in diesem Fall einfach nicht zielführend für eine Unternehmensbewertung. Vergessen wurden auch wichtige Nebenpunkte wie AMDs Zugriff auf Samsungs durchaus konkurrenzfähiger 14nm-Fertigung sowie der Punkt, daß Intel über seine rein margenorientierte Portfolio-Gestaltung durchaus Angriffsfläche für AMD bietet, AMD also nicht zwingend über den besseren Preis verkaufen muß, sofern die kommende Zen-Prozessorenarchitektur halbwegs potent ausfällt.

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nVidia gibt Titan-X-Besitzern "The Witcher 3" hinzu

Bislang ist die GeForce GTX Titan X noch ohne jegliches Spielebundle (obwohl es für GeForce GTX 970 & 980 inzwischen sogar zwei Triple-A-Titel kostenlos gibt) – dies ändert nVidia nunmehr ab sofort und sogar rückwirkend, indem allen Besitzern einer GeForce GTX Titan X (also unabhängig des Kaufdatums) das Spiel "The Witcher 3: Wild Hunt" beigegeben wird. Im Gegensatz zu den bisherigen nVidia-Aktionen sind hierfür keine Gutscheine oder Coupons vonnöten, gibt es also auch keine teilnehmenden Händler und Angebote – das ganze gilt schlicht für alle verkauften GeForce GTX Titan X Grafikkarten.

Einzige Bedingung ist die Installation des "GeForce Experience" Programms, welches in seiner neuesten Version dann auch zum Einlösen der Spielezugabe benutzt wird. Das Spiel wird nach Installation der letzten Programm- und Treiberversion innerhalb des "GeForce Experience" Programms als "Reward" angeboten und kann nachfolgend über GOG heruntergeladen werden, nVidia liefert zu diesem Vorgang eine komplett bebilderte Anleitung. Die Titan-X-Aktion hat zwar kein echtes Startdatum, dafür aber mit dem 19. Juni ein echtes Ablaufdatum – bzw. gilt wie üblich immer nur "so lange der Vorrat reicht".

Inhalt des Spielebundles
GeForce GTX 660 bis 690 & Titan
GeForce GTX 760 bis 780 Ti
ab Aktionsstart 12. März 2014: Spiel "Daylight"  (Einlöse-Webseite)
GeForce GTX 660 bis 690
GeForce GTX 760 bis Titan Black
ab Aktionsstart 29. April 2014: Spiel "Watch Dogs"  (Einlöse-Webseite)
GeForce GTX 770 bis Titan Black ab Aktionsstart 13. August 2014: Spiel "Borderlands: The Pre-Sequel"  (Einlöse-Webseite)
GeForce GTX 780 & 780 Ti
GeForce GTX 970 & 980
GeForce GTX 970M & 980M
ab Aktionsstart 4. November 2014: "Pick your Path" Spielebundle mit einem von drei Ubisoft-Spielen: "Assassin’s Creed: Unity", "Far Cry 4" oder "The Crew"  (Einlöse-Webseite)
GeForce GTX 960, 970 & 980
GeForce GTX 970M & 980M
ab Aktionsstart 10. März 2015: Spiel "The Witcher 3: Wild Hunt"  (Einlöse-Webseite)
GeForce GTX 970 & 980 ab Aktionsstart 5. Mai 2015: Spiele "The Witcher 3: Wild Hunt" und "Batman: Arkham Knight"  (Einlöse-Webseite)
GeForce GTX Titan X für jegliche verkaufte Karte (keine Coupons etc. notwendig): Spiel "The Witcher 3: Wild Hunt"  (Einlöse-Webseite)
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Hardware- und Nachrichten-Links des 20. Mai 2015

Die ComputerBase hat zwei Artikel aufgelegt, welche die Entwicklung der Grafikkarten-Performance über fünf Generationen bei nVidia belegen sollen: Zum einen von GeForce GTX 460 zu 960, zum anderen von GeForce GTX 470 zu 970. Die zugrundeliegende Idee ist dabei nicht verkehrt, die konkret gewählte Ansetzung hingegen irreführend: Nur weil etwas ein "x60" oder "x70" im Namen trägt, bedeutet es nicht, daß es über mehrere Jahre und Generationen hinweg dieselben Position im Grafikkarten-Portfolio stellt bzw. für denselben Preispunkt vorgesehen ist. Gerade die x60er Serie hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Mit der GeForce GTX 460 kam ein echtes Kracherangebot für eine allerdings trotzdem hohe Performance – die GeForce GTX 460 lag seinerzeit bei immerhin 66% der Performance der schnellsten nVidia-Grafikkarte. Die nachfolgende GeForce GTX 560 hielt diese Differenz noch (der eigentliche Nachfolger in Form der GeForce GTX 560 Ti war sogar noch näher am Top-Modell dran), doch in den nachfolgenden Generationen wurde die x60er-Grafikkarten immer weiter herabgestuft: Die GeForce GTX 660 lag bei gerade einmal 52% der Performance der GeForce GTX Titan, die GeForce GTX 960 liegt nun nur noch bei 46% der Performance der GeForce GTX Titan X.

Die x60er Reihe ist nicht nur anhand dieser Zahlen, sondern auch von der gefühlten Performance und der Einordnung im Performance-Spektrum deutlich nach unten gewandert und geht inzwischen in Richtung einer besseren Mainstream-Lösung. Nicht unähnlich sieht dies bei der x70er Reihe aus: Jene war früher mal die kleinere Version auf Basis des schnellsten Chips des Portfolios mit einem Leistungspotential nahe an der absoluten Leistungsspitze – heuer nun ist sie die kleine Version auf Basis des zweitschnellsten Chips des Portfolios und um einiges von der absoluten Leistungsspitze entfernt. Richtig gut vergleichbar sind diese Grafikkarten also nicht, selbst wenn die US-Listenpreise oftmals ähnlich klingen. Vor allem aber werden heutzutage für diese Ansprüche, wo früher eine GeForce GTX 460 gekauft wurde, eben eine GeForce GTX 970 erstanden – und für diese Ansprüche, wo es früher eine GeForce GTX 470 sein musste, heute eben eine GeForce GTX 980. Die Maßstäbe haben sich über die Jahre merkbar verschoben, sicherlich auch in Richtung dessen, daß Grafikkarten heutzutage für das gleiche Leistungspotential mehr kosten als anno 2010.

Die PC Games Hardware schreibt über einen Trick für AMD-Grafikkarten, um nVidias Hairworks unter Witcher 3 halbwegs performant darstellen zu können. Bislang sorgt das Feature auf AMD-Grafikkarten für einen Performanceverlust von gut 30%, unter der Kombination zweier Tricks kann man diesen Performanceverlust auf knapp 10% begrenzen, die Optikeinbußen sind dabei eher gering. Natürlich wäre es schöner, wenn der Spieleentwickler oder AMD per Treiber hierbei den Nutzern diese Bastellösung ersparen könnten – mal schauen, was AMDs für diese Woche angekündigter Witcher-3-Treiber diesbezüglich an Verbesserungen bringen kann. Ganz allgemein betrachtet hält sich AMD aktuell jedoch sehr mit neuen Treibern zurück, der letzte offizielle Treiber stammt noch aus dem letzten Dezember. Sicherlich will man mit dem kommenden Launch-Treiber für die Radeon R300 Serie einen möglichst großen Eindruck machen, allerdings darf man trotzdem nicht solch großen Zeiträume zwischen offiziellen Treiber-Releases lassen. Zudem darf AMD ebenfalls nicht die Zusammenarbeit mit den Spieleentwicklern schleifen lassen, dieser Punkt wurde nun inzwischen von einigen Spieleentwicklern direkt oder indirekt angesprochen.

Eine der allgemein aus AMDs Präsentationen zum FAD '15 herausgelesenen Erkenntnisse ist AMDs Abkehr aus dem LowCost-Segment. Passend hierzu hat AMD auch das frühere Projekt Skybride eher stillschweigend beerdigt – anstatt der dort geplanten dualen Entwicklung von x86- und ARM-Kernen wird AMD im LowPower-Bereich nur noch ARM-Kerne entwickeln, die gesamte Bobcat/Jaguar/Puma-Linie findet also in Bälde ein Ende. Aber: Mit einer Abkehr aus dem LowCost-Segment hat dies nicht zwingend etwas zu tun, AMD hat ja mit seiner K12-Linie ein ausgesprochen günstiges und skalierbares Prozessoren-Design an der Hand, welches man für alle Anwendungszwecke im LowCost-Segment einsetzen kann – bis hin, sofern gewünscht, zu Tablet- und Smartphone-Chips. Ob sich AMD an diese schwierigen Märkte überhaupt heranwagt, das ist die eigentliche Frage – welche derzeit wahrscheinlich negativ beantwortet werden muß, da AMD erst einmal auf anderen Märkten liefern muß und sich alles weitere bei einem erfolgreichen Design von alleine ergeben könnte. Technologisch ist AMD mit seiner zusammengekürzten Roadmap aber weiterhin in der Lage, alle Märkte zu bedienen – man hat sich vielmehr eher von ressourcenfressenden Doppelentwicklungen getrennt und konzentriert sich somit auf weniger Chipdesigns, welche demzufolge (hoffentlich) termingerecht fertig werden können.

Heise und Fefe schreiben über die Logjam-Attacke, mittels welcher eine große Bandbreite an verschlüsselten Verbindungen unterwandert aka mitgelesen werden kann. Dabei ist allerdings eine gewisser Aufwand bei der Vorbereitung vonnöten, das Ganze ist also nichts für den schnellen Hack im Vorübergehen. Die Angriffsziele müssen dementsprechend etwas hergeben, sonst lohnt sich das nicht – was aber bei größeren Webseiten bis hin zum Online-Banking durchaus gegeben ist. Die Webmaster können sich allerdings durch höhere Schlüssellängen und die Vergabe individueller Parameter erst einmal ziemlich gut schützen. Die eigentliche Arbeit steht den Software-Entwicklern bevor, welche ihre Software auf die Verwendung der nun als angreifbar identifizierten Methoden durchforsten und dann entsprechende Patches herausgeben müssen – zuerst für die Internet-Browser, wobei Microsoft zumindest diese Lücke bereits am letzten Patchday geschlossen hat.

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Die Grafikkarten-Performance unter GTA V

Eine Vielzahl an Webseiten hat sich in den letzten Wochen mit der Grafikkarten-Performance unter GTA V beschäftigt – wir haben für unsere Auswertung dieser Zahlen allerdings darauf gewartet, daß auch seitens HT4U entsprechende Benchmarks erstellen werden, was sich durchaus gelohnt hat. Denn es liegen zu GTA V zwar jede Menge Performance-Artikel vor, auch wurden teilweise diversen Feinheiten des Spiels größere Aufmerksamkeit geschenkt – doch bei den Brot- und Butter-Benchmarks waren viele Webseiten sparsam und haben sich oftmals nur die Performance unter höheren Auflösungen angesehen und damit die Nutzermehrheit unter FullHD ignoriert. Gleichfalls wurden oftmals die Grafikoptionen nicht maximiert, so daß die Zahlen der meisten Artikel nicht untereinander vergleichbar sind. Vollständige Benchmark-Sets für alle Auflösungen unter maximierter Grafik sind daher leider Mangelware, trotz des teilweise großen Benchmark-Aufwands für GTA V.

Am Ende konnten in dieser Frage neben HT4U nur noch die Testberichte der PC Games Hardware und der ComputerBase weiterhelfen. In allen Fällen handelt es sich dabei um Messungen unter der maximalen Bildqualität des Spiels, sprich auch mit Feintuning des Advanced-Grafikmenüs. Einzig auf Multisampling Anti-Aliasing wurde hierbei (zugunsten von aktiviertem FXAA) wohlweislich verzichtet, da jenes Multisampling Anti-Aliasing nochmals runde 20% Performance kostet und damit dann auch ausgewachsene HighEnd-Grafikkarten an den Rand der Spielbarkeit gedrückt werden. Ansonsten wurde die maximale Grafikqualität aus der verwendeten Rage-Engine herausgeholt, was in folgender Bewertung im Schnitt der drei vorgenannten Tests (unter doppelter Gewichtung der besonders niedrigen HT4U-Resultate) resultiert:

GTA V – 1920x1080 MaxQuality & FXAA  (Quellen: ComputerBase, HT4U & PCGH)
AMD HD7000 AMD R200 nVidia GF600 nVidia GF700 nVidia GF900
25-29 fps 7950
7950-Boost
7970
280
285
280X
670
680
760 960
30-39 fps 7970-GHz 290
290X
Titan 770
780
Titan Black
780Ti
970
40-49 fps 980
50-59 fps Titan X

Unter der maximalen Bildqualität des Spiels geht dann schon unter einfachem FullHD mit reinem FXAA die Post ab: Nur eine einzige Grafikkarte (in Form der GeForce GTX Titan X) sieht die 50-fps-Marke unter den wirklich schlauchenden Szenen – daß es im Normalfall beim platten Herumfahren durch Los Santos wesentlich höhere Frameraten gibt, steht dabei gar nicht in Frage, ist aber nicht der springende Punkt für Bildqualitäts- und Frameraten-Enthusiasten. Doch selbst wenn man sich mit 30 fps im WorstCase zufrieden geben wollte, erreichen nur noch klare HighEnd-Boliden diese Marke: Radeon HD 7970 "GHz-Edition", Radeon R9 290 & 290X auf AMD-Seite und GeForce GTX 770, 780, 780 Ti, 970, 980, Titan, Titan Black und Titan X auf nVidia-Seite.

Gut ist hier die starke nVidia-Überlegenheit unter diesem Titel zu sehen, was sicherlich auch mit der Zusammenarbeit der Spielentwickler im Rahmen von nVidias Gameworks-Programm zusammenhängt. Die AMD-Performance ist allerdings eher nur bei den schnelleren Grafikkarten-Modellen schwächer als erwartet, bei den langsameren Grafikkarten-Modellen gleicht sich dies fix der nVidia-Performance an. Dies deutet auf einen noch nicht optimierten Treiber und damit ein lösbares Problem für AMD hin. Gut an den weiterführenden Benchmarks der PCGH ist zudem zu sehen, wie schlecht das Spiel auf älterer Hardware läuft: Selbst eine GeForce GTX 580 mit gleich 3 GB Speicher kommt auf keine 15 fps, trotz daß eine nominell nicht viel schnellere GeForce GTX 960 fast 35 fps erreicht.

Mit Grafikkarten der 40nm-Generation braucht man GTA V unter der maximalen Bildqualität also nicht kommen. Noch schlimmer wird es dann unter Zuschaltung von 4x Multisampling Anti-Aliasing (samt weiterem FXAA), hierzu bietet die ComputerBase weiterführende Benchmarks an. Angesichts dessen, daß es durchaus noch härtere Benchmark-Sequenzen gibt als jene, welche die ComputerBase benutzt hat, kann man getrost sagen, daß jenes Setting (derzeit) nur etwas für die GeForce GTX Titan X ist.

GTA V – 2560x1440 MaxQuality & FXAA  (Quellen: ComputerBase, HT4U & PCGH)
AMD HD7000 AMD R200 nVidia GF600 nVidia GF700 nVidia GF900
25-29 fps 7970-GHz 280X
290
Titan 780
30-39 fps 290X Titan Black
780Ti
970
980
40-49 fps Titan X

Unter 2560x1440 mit weiterhin der maximalen Bildqualität samt FXAA, ohne aber Multisampling Anti-Aliasing, sieht es nochmals enger aus: Die 30-fps-Marke im WorstCase wird nur noch von sechs Beschleunigern genommen, wobei dies bis auf die (einsam über allem trohnende) GeForce GTX Titan X meist recht knapp passiert. Das Verhältnis von einer AMD-Grafikkarte gegenüber fünf nVidia-Grafikkarten oberhalb dieser fps-Marke spricht mal wieder Bände – GTA V mag einfach (derzeit) nVidia-Grafikkarten bzw. benötigt noch eine deutlich bessere Treiberarbeit seitens AMD. Unter 3840x2160 wird es dann vollkommen grenzwertig, hier erreicht nur noch die GeForce GTX Titan X (knapp) das 30-fps-Land im WorstCase unter FXAA, aber weiterhin ohne MSAA.

Diese harschen Maßgaben sind natürlich nur für diejenigen interessant, welche die maximale Bildqualität des Spiels suchen. GTA V ist allerdings sehr gut skalierbar und damit auch mit Mainstream-Hardware problemlos zu genießen. Schon unter dem High-Preset kommen laut diversen Tests auch noch Radeon R7 260X und GeForce GTX 750 Ti auf vernünftig spielbare Frameraten im 40-fps-Bereich, manchmal ist dabei sogar noch die Zuschaltung von 2x Multisampling Anti-Aliasing möglich. Wer sich mit etwas weniger exakten Schatten und vor allem einer nicht ganz so extremen Sichtweite zufrieden gibt, kann das Spiel schnell an die Performance-Klasse der eigenen Hardware anpassen, ohne daß man deswegen all zu viel von der Optikpracht und damit auch der Spielatmosphäre abgeben muß.

Weitere Tests, welche sich mit der benötigten CPU-Power für GTA V beschäftigt haben, bescheinigem dem Spiel eine gute MultiCore-Ausnutzung – aber am Ende doch nur mittelprächtige CPU-Anforderungen, bezogen auf die heutzutage zur Verfügung stehenden CPU-Modelle. Sprich, mit älteren CPUs sind Vierkerner vielleicht Pflicht, aber mit einem modernen Intel-Zweikerner mit HyperThreading kann man dennoch gut mitspielen – was beim Vorgänger-Titel mit den seinerzeitig verfügbaren Zweikernern noch kaum möglich war. Eher interessant für GTA V sind jedoch viel Hauptspeicher und gut Grafikkartenspeicher: Für die maximale Bildqualität sollten es unter 1920x1080 mindestens 2 GB sein, unter 2560x1440 mindestens 3 GB – noch mehr schadet angesichts der Rage-Engine jedoch überhaupt nicht. Insgesamt ist GTA V (mit den wirklich schlauchenden Testsequenzen) ein echter Hardware-Prüfstein, welcher unter der Zuschaltung von Multisampling Anti-Aliasing auch noch zukünftige Grafikkarten-Generationen ausreizen wird.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 19. Mai 2015

AMD hat mit einigen Präsentationsfolien offizielles zum Thema HBM-Speicher gesagt, jene Folien werden in diversen Artikel im Internet ausgebreitet. Wirklich neues gegenüber den entsprechenden Ausführungen vom letzten Herbst – No.1 & No.2 – gibt es es nicht, vielmehr wird eher nur bestätigt, was seinerzeit schon gesagt wurde: HBM1-Speicher gibt es in einem Stack mit 1024 Bit DDR Interface und exakt 1 GB Speichermenge, gestappelt wird dies üblicherweise als 4er-Stack, was dann in einem 4096 Bit DDR Interface im Grafikchip und einer Speicherbestückung von 4 GB mündet. Dies scheint nun doch zu 99% die Speicherbestückung des Fiji-Chips zu werden – von AMD wurden wohl explizit die Verwendung von nur 4 Stacks bestätigt, zudem scheint Speicherhersteller Hynix keinerlei Sonderformen wie beispielsweise 2 GB Speicher pro Stack etc. wirklich im Angebot zu haben.

AMD verspricht zwar, sich zukünftig per Treiber besser um die effektive Speicherausnutzung kümmern zu wollen – aber dies ist nur ein Tropfen aus den heißen Stein und ändert zudem nichts am optischen Bild einer Grafikkarte mit "nur" 4 GB Speicher, welche allerdings gegen die GeForce GTX Titan X mit deren 12 GB Speicher gestellt werden soll. Wenn AMD das ganze dann mit dem entsprechend niedrigen Preis versehen würde – als Maßgabe dürfen die Preise von GeForce GTX 970 & 980 dienen – wäre das vielleicht gangbar. Doch AMD peilt für Fiji-Grafikkarten weniger den Preisbereich von 300 bis 500 Euro an, sondern vielmehr den Preisbereich von 700 Dollar aufwärts – und für das Topmodell vielleicht sogar 849 Dollar, wie soeben von Fudzilla verbreitet. Ob sich zu diesen Preislagen allerdings 4-GB-Grafikkarten in großer Menge absetzen lassen, wäre nach den ersten Usermeinungen doch eher zu bezweifeln – zumindest macht es die Mission "Titanen-Killer" für den Fiji-Chip nicht einfacher.

Die SweClockers (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) bringen hingegen das Gerücht, AMD würde das Top-Modell innerhalb der Radeon R300 Serie nicht im üblichen Nummernschema benennen, sondern ähnlich wie bei nVidias Titan-Grafikkarten mit einem extra Namen beehren. Der konkrete Name ist noch nicht bekannt, in unserem Forum wird bereits über "Radeon Zeus" gewitzelt – in diesem Sinne, als daß in der griechischen Mythologie Göttervater Zeus der Bezwinger der (vorher herrschenden) Titanen ist. Viel interessanter ist natürlich die Frage, ob AMD hier nur eine Grafikkarte mit Sondernamen auflegt, sprich das Fiji-Topmodell – oder ob mehrere oder gar alle Fiji-basierten Grafikkarten dann zu Sondernamen gelangen werden. Beide Möglichkeiten lassen die Option offen, daß sich im Namensschema der "normal benannten" Grafikkarten der Radeon R300 Serie noch einiges ändert – unter Umständen wird gar der Hawaii-Refresh als "Radeon R9 390 Serie" vermarktet, wenn Fiji gänzlich mit Sondernamen antritt. Mehr als diesen Hinweis auf einen Sondernamen gibt es derzeit aber noch nicht, alles weitere ist dann pure Spekulation.

Bei Hardwareluxx hat man sich angesehen, wie GTA V auf langsamen/älteren Grafikkarten läuft, speziell auch unter den niedrigen Auflösungen von 1280x720 und 1680x1050. Dabei zeigt sich, daß unter diesen niedrigeren Auflösungen, aber auf der maximalen Bildqualität des Spiels auch pure Mainstream-Grafikkarten wie Radeon R7 260X und GeForce GTX 750 Ti noch gut mit Bildraten um die 40 fps mitkommen. Nur das Hinzuschalten von Multisampling Anti-Aliasing ist dann keine gute Idee mehr, dies kostet mehr als ein Drittel an Performance und drückt die Bildraten somit in einen grenzwertigen Bereich (von unter 30 fps) hinein. Bemerkenswert dabei ist, daß die eigentlich nur wenig langsamere GeForce GTX 750 (~13% Performance-Differenz zur GeForce GTX 750 Ti, aber nur 1 GB anstatt 2 GB Speicher) in diesem Fall schon bei unter 10 fps liegt, hier limitiert dann der nur 1 GB große Grafikkartenspeicher. Nur 1280x720 ohne Multisampling Anti-Aliasing ist für diese Grafikkarte abzuleisten. Um hier die Möglichkeiten der Spieler besser herauszuarbeiten, wären allerdings zusätzliche Benchmarks mit reduzierten Optionen (Schatten) und vor allem reduzierter Sichtweite interessant gewesen – gerade als Alternative zur Reduktion der Auflösung könnte dies für schwächere Grafikkarten unter GTA V eine Option darstellen.

Laut Heise hat es ein Startup geschafft, jetzt tatsächlich noch 116 Millionen Dollar Risikokapital für eine Investition in Hardware für Bitcoin-Mining einzusammeln. Zumindest als Ideenverkäufer scheint das Startup wirklich gut zu sein (oder die Risikokapitalgeber völlig verzweifelt auf zu viel Geld ohne lukrativer Anlagemöglichkeit zu sitzen) – ob man hingegen das liefern kann, was man da verspricht, wäre doch arg zu bezweifeln. Man will kleine Zusatzchips für Smartphones, Tablets & PCs herstellen, welche sich der Bitcoin-Erzeugung widmen und dem Nutzer damit einen stetigen kleinen Gewinn bringen. Dies könnte in Schwellen- und Entwicklungsländern durchaus ein gewisses Verkaufsargument darstellen – gerade da dort die Abhärtung gegenüber unseriösen Geschäftsmodellen (wie beispielsweise Pyramidenspielen) weitaus geringer ist. Das sich aus dem System Bitcoin selber heraus schon ergibt, daß jenes für später eingestiegene Teilnehmer kaum noch gewinnträchtig sein kann, ist dagegen schwer zu vermitteln. Und am Ende muß man durchaus die Hypothese im Hinterkopf behalten, ob solche Aktionen nicht einfach eine bewußte Marketingmaßnahme von Personen & Institutionen darstellen, die auf riesigen Mengen Bitcoins sitzen und einfach neue Mitspieler brauchen, damit der Bitcoin-Kurs nicht noch weiter abrutscht.

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