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Hardware- und Nachrichten-Links des 28. Mai 2019

Von Tech YES City kommt nochmals ein neues Cinebench-Resultat zur Ryzen 3000 mit 16 CPU-Kernen – wobei wie schon beim vorhergehenden Resultat nicht sicher bestätigt werden kann, ob es sich hierbei um einen Consumer-Ryzen oder aber womöglich ein HEDT-Modell von Ryzen Threadripper 3000 handeln könnte. In jedem Fall bestätigen sich beide Resultate gegenseitig: Auf 4.2 GHz waren es 4278 Punkte, auf 4.25 GHz dann 4346 Punkte, was unter Einrechnung einer gewissen Meßungenauigkeit der Taktraten-Skalierung entspricht. Im übrigen ist genauso wenig klar, ob hierbei Übertaktungen dieser Prozessoren zum Einsatz kamen – oder aber ein 16-Kerner auf default-Takt, welcher dann schlicht bei 4.2 bis 4.25 GHz seinen AllCore-Boost hatte. Der Cinebench kann diese Feinheiten nicht anzeigen, beschränkt sich faktisch auf das Auslesen der real im Benchmark anliegenden Taktrate. Ein AllCore-Boost von 4.2 bis 4.25 GHz bei einem 16-Kerner wäre angesichts der bisher zu Ryzen 3000 genannten Taktraten durchaus im Bereich des Denkbaren. Ob AMD demnächst einen 16-Kerner Consumer-Ryzen herausbringt, bleibt damit allerdings weiterhin offen: Die technische Möglichkeit dazu existiert zweifellos, wirklich gezwungen ist AMD dazu allerdings nicht – und könnte daher durchaus versucht sein, sich diese Möglichkeit für die nächstjährige Ryzen-Generation (Ryzen 4000 auf Zen-3-Basis) aufzuheben.

Technik Cinebench R15 Quelle
Ryzen 3000 16C @ 4.25 GHz Matisse (Zen 2), 16C/32T, @ 4.25 GHz 4346 Tech YES City
Core i9-7960X @ 4.8 GHz Skylake X, 16C/32T, OC @ 4.8 GHz 4288 WCCF Tech
Ryzen 3000 16C @ 4.2 GHz Matisse (Zen 2), 16C/32T, @ 4.2 GHz 4278 AdoredTV
Core i9-7960X Skylake X, 16C/32T, 2.8/4.2 GHz 3799 WCCF Tech
Ryzen Threadripper 2950X @ 4.2 GHz Pinnacle Ridge (Zen+), 16C/32T, OC @ 4.2 GHz 3585 Notebookcheck
Ryzen Threadripper 2950X Pinnacle Ridge (Zen+), 16C/32T, 3.5/4.4 GHz 3110 Notebookcheck
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Intel stellt die 10. Core-Generation auf Basis von "Ice Lake" mit 18% IPC-Gewinn, aber niedrigeren Taktraten vor

Auf der Computex hat Intel die 10. Core-Generation eingeläutet, welcher im Gegensatz zu den häufigen Refreshes der letzten Jahre mit "Ice Lake" tatsächlich mal eine neue Architektur-Grundlage aufweisen kann. Allerdings geht Ice Lake (wie bekannt) alleinig in den Mobile-Bereich, hört derzeit bei Vierkernern mit einer TDP von 15 Watt auf (9W & 28W sind angekündigt). Offiziell läuft dies bei Intel unter dem Marketing-Neusprech einer "bewußt auf Mobile-Anforderungen hin" entwickelten Architektur, inoffiziell ist das 10nm-Fertigungsverfahren schuld – welches nicht die benötigten Taktraten liefert, damit Intel auf der Basis von Ice Lake auch größere Modelle bzw. Desktop-Prozessoren auflegen kann. Selbst anhand der aktuellen Ice-Lake-Mobilprozessoren ist diese Problematik zu sehen: Jene treten mit vergleichsweise niedrigeren Taktraten sowohl beim Base- als auch beim Boosttakt an – was dann (leider) auch Intels augenscheinlich herausragende Arbeit in anderen Disziplinen zumindest erheblich ausbremst. Denn Intel hat bei der CPU-Architektur von Ice Lake noch einmal alles in die Waagschale geworfen, was noch übrig war und beansprucht mittels Ice Lake einen IPC-Gewinn von satten +18% gegenüber der Skylake-Architektur, welche derzeit immer noch den Unterbau der aktuellen Desktop- und Server-Prozessoren von Intel darstellt.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 27. Mai 2019

Als weiteren Vorab-Konter (neben den Ice-Lake-Grafikbenchmarks) gegenüber AMDs Computex-Offenbarungen zur Ryzen 3000 Serie hat Intel noch am Sonntag teilweise Modelldaten für einen weiteren Coffee-Lake-Spitzenprozessor bekanntgeben. Der Core i9-9900KS (das zusätzliche "S" steht für "Special Edition") bringt laut der ComputerBase Taktraten von 4.0/5.0/5.0 GHz an den Start, was gegenüber den 3.6/4.7/5.0 GHz des regulären Core i9-9900K insbesondere beim AllCore-Turbo einen entscheidenden Zuschlag von 300 MHz bedeutet. Faktisch könnte der Core i9-9900KS somit durchgehend bei 5.0 GHz laufen, sofern die Kühlung adäquat ist und keine Powerviren wie AVX-Benchmarks gefahren werden. Allerdings hat Intel wohlweislich bei seiner Vorab-Information die beiden kritischen Punkte der TDP sowie des Preispunkts weggelassen. Die TDP soll wohl höher als die bisherigen 95 Watt ausfallen – ob sich Intel hierbei aufschwingt, mal einen realistischen Wert zu nennen (und nicht die TDP am Basetakt auszumachen), bleibt abzuwarten, ist aber (leider) unwahrscheinlich, gerade nach der Intel einigermaßen unter Druck setzenden Vorstellung von Ryzen 3000.

Desktop Kerne Takt unl. verl. L2+L3 Speicher iGPU TDP Liste Release
Core i9-9900KS 8C/16T 4.0/5.0/5.0 GHz 2+16 MB 2Ch. DDR4/2666 GT2 @ 350/? MHz ? ? unbekannt
Core i9-9900K 8C/16T 3.6/4.7/5.0 GHz 2+16 MB 2Ch. DDR4/2666 GT2 @ 350/1200 MHz 95W 488$ 19. Okt. 2018
Core i9-9900KF 8C/16T 3.6/4.7/5.0 GHz 2+16 MB 2Ch. DDR4/2666 deaktiviert 95W 488$ 8. Jan. 2019
Core i9-9900 8C/16T 3.1/?/5.0 GHz ? 2+16 MB 2Ch. DDR4/2666 GT2 @ 350/1200 MHz 65W 439$ 23. April 2019
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AMD stellt Sechs-, Acht- und Zwölfkerner der Zen-2-basierten Ryzen 3000 Serie vor

Kurz bevor man schon dachte, AMD würde seine montagmorgendliche Computex-Keynote (Replay auf YouTube) nur mit Epyc "Rome" sowie der Navi-Ankündigung beschließen, gab es dann doch noch etwas handfestes zur dritten Ryzen-Generation aka der Ryzen 3000 Serie auf Basis von Zen 2. Offiziell vorgestellt wurden die beiden Achtkerner Ryzen 7 3700X und 3800X wie der Zwölfkerner Ryzen 9 3900X, welche allerdings (wie erwartet) dann erst am 7. Juli 2019 in den Handel gehen werden. Ob dies auch dem nominellen Launchtermin bzw. der Freigabe von unabhängigen Hardwaretests entspricht, wäre zwar anzunehmen, wurde allerdings nicht gesagt. AMDs Produktdatenbank enthält zudem inzwischen noch zwei weitere Ryzen 3000 Prozessoren in Form der Sechskerner Ryzen 5 3600 & 3600X, zudem werden dort auch einige bei der offiziellen Computex-Vorstellung noch fehlende Produktdaten ergänzt (beispielsweise der Speichersupport von durchgehend DDR4/3200).

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AMD kündigt Navi-basierte Radeon RX 5000 Serie mit "RDNA"-Architektur für den Juli an

Mittels seiner Computex-Keynote (Replay auf YouTube) hat AMD gewisse Details zur nächsten Grafikchip-Generation "Navi" offengelegt. Jene basiert auf einer neuen Grafikchip-Architektur namens "RDNA" ("Radeon DNA"), AMD geht hiermit also den Bruch mit der bisherigen GCN-Architektur an. Darauf basierend soll ab dem Juli die "Radeon RX 5000" Serie im Markt erscheinen. Den Anfang dürfte hierbei die "Radeon RX 5700" Serie machen, zu selbiger will AMD auf der E3 2019 am 10. Juni 2019 genaueres sagen. Da hierbei auch wieder der Begriff "Serie" benutzt wurde, dürfte die Radeon RX 5700 Serie vermutlich aus mindestens zwei Grafikkarten bestehen – spekulativ könnte man jene "Radeon RX 5750" und "Radeon RX 5770" nennen. Performance-technisch will man sich augenscheinlich mit der GeForce RTX 2070 anlegen, in einem gezeigten Benchmark unter "Strange Brigade" kam eine Radeon RX 5000 Karte (keine genauere Kennung genannt) durchschnittlich um ca. 10% besser als jene GeForce RTX 2070 heraus.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 25./26. Mai 2019

Im Zuge der neuen CPU-Sicherheitslücke "MDS" aka "Zombieload" hat man sich beim TechSpot spaßeshalber einmal angesehen, wie stark die Deaktivierung von HyperThreading typische Consumer-Prozessoren von Intel unter Windows bzw. Desktop-Benchmarks trifft. Hierbei wurden also nicht die verschiedenen Patches gegenüber den CPU-Sicherheitslücken deaktiviert, sondern nur Benchmarks mit/ohne HyperThreading angestellt. Selbige sind im Rahmen der ausgewählten Prozessoren – Core i7-7700K (4C/8T von Kaby Lake) sowie Core i7-8700K (6C/12T von Coffee Lake) – eher selten, die meisten HyperThreading bzw. SMT betreffenden Tests findet man heutzutage im Bereich von LowCost-Prozessoren (da dort oftmals beide Prozessoren-Varianten auch angeboten werden). Sprich: Bezogen auf leistungsstarke Prozessoren ist das Wissen zum Performanceeffekt von HyperThreading bzw. SMT zumeist eher älteren Datums – üblicherweise berichtet man hierzu von einem Performanceplus von um die 20% herum. Die Benchmarks des TechSpots geben allerdings ein deutlich anderes Bild ab: Dort gewinnt der Sechskerner Core i7-8700K mit HyperThreading satte +42,0% an Anwendungs-Performance hinzu (bzw. verliert -29,6%), beim Vierkerner Core i7-7700K sind es sogar +47,3% (bzw. -32,1%). Dies ist eine überraschend hohe Performance-Differenz – welche allerdings nicht überbewertet werden darf, für diese Anwendungs-Tests setzte der TechSpot nur vier Benchmarks an, welche zudem allesamt sehr gut skalieren.

HT vs. ohne HT Core i7-7700K Core i7-8700K
Anwendungs-Performance +47,3% bzw. -32,1% +42,0% bzw. -29,6%
Spiele-Performance (avg. fps) +18,1% bzw. -15,3% +3,7% bzw. -3,6%
Spiele-Performance (1% min) +22,9% bzw. -18,6% +5,5% bzw. -5,2%
gemäß den 4 Anwendungs- und 8 Spiele-Benchmarks (@ FullHD) beim Tech Spot
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Umfrage-Auswertung: Auf welches Vorab-Interesse stößt AMDs Ryzen 3000?

Die Umfrage der letzten zwei Wochen ging dem Vorab-Interesse zu AMDs Ryzen 3000 Prozessoren auf Zen-2-Basis nach. Jene wahrscheinlich schon auf der kommenden Computex vorgestellte neue Prozessoren-Generation kommt in dieser Frage durchaus gut bei den Umfrage-Teilnehmern weg, denn immerhin 18,7% wollen direkt nach dem Launch zuschlagen, für weitere 49,9% kommt Ryzen 3000 in die engere Auswahl, sofern die Erwartungen halbwegs erfüllt werden. Die Fronten sind damit ziemlich klar und deutlich zugunsten von AMD verteilt: Die weiteren 19,8% der Umfrage-Teilnehmer, welche derzeit schon gut eingedeckt sind, sowie jene 11,6%, bei welchen Ryzen 3000 nur schwer bis gar keine Chance haben wird, stellen mit kumuliert 31,4% die klare Minderheit – gerade einmal grob ein Drittel der Umfrage-Teilnehmer.

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Wie ist die Betriebssystem-Festplatte angebunden (2019)?

Hierbei handelt es sich um die Wiederholung einer 2017er Umfrage, welche nunmehr gerade im Blick auf die stark gesunkenen Preise für SSDs mit M.2-Anschluß oder direkt für den PCI-Express-Steckplatz um so interessanter wird. Wie bei der vorherigen Umfrage ist hierbei allein die Betriebssystem-Platte im Blickfeld – als jene HDD oder SSD, welche üblicherweise den schnellsten verfügbaren Anschluß erhält.
PS1: Diese Umfrage ist Geräte-gebunden: Auf einem anderem PC/Notebook darf (und soll) entsprechend der Hardware-Ausstattung dieses PCs oder Notebooks extra abgestimmt werden, so das auch Anwender mit mehreren Geräten deren (eventuell unterschiedliche) Daten in diese Umfrage einbringen können.
PS2: Diskussion zur Umfrage und zum Umfrageergebnis in unserem Forum.

andere Anbindung
0% (6 Stimmen)
SATA2 & mSATA2
7% (115 Stimmen)
SATA3 & mSATA3
45% (750 Stimmen)
M.2 über SATA
4% (59 Stimmen)
M.2 über PCI Express
40% (657 Stimmen)
SATA Express
2% (34 Stimmen)
U.2
1% (11 Stimmen)
PCI Express
1% (23 Stimmen)
Gesamte Stimmen: 1655
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Hardware- und Nachrichten-Links des 24. Mai 2019

Im Planet 3DNow! Forum hat man sich die Mühe gemacht, die Benchmark-Ergebnisse eines 12-Kern-ES von Ryzen 3000 unter dem 'Userbenchmark' auf eine vergleichbare Basis zu stellen und nachfolgend auszuwerten. Nach Angleichung von CPU- und Speichertakt sowie der Speichertimings konnten einige Aussagen zur IPC-Performance von Zen 2 getroffen werden: So steigt die Integer-Performance auf einem Kern und gleichem Takt faktisch überhaupt nicht gegenüber Zen1/Zen+, die FPU-Performance hingegen um gute +15%. Die Speicherlatenzen auf selben Speichertakt und selben Speichertimings liegen hingegen in der Mitte zwischen Zen1 und Zen+ – was angesichts des Chiplet-Designs und der beim 12-Kerner auch wirklich verbauten zwei Core-Dies schon ziemlich vernünftig ist. Die Meßwerte zur Rechenleistung entsprechen dabei dem, was AMD als primäre Architektur-Änderung für Zen 2 angekündigt hat – eine Verdopplung des FPU-Durchsatzes, was natürlich in der Realität von Benchmarks nicht im Ansatz gleich zu einer Performanceverdopplung führt.

1C-Perform. Userbench Zen 1 Zen+ Zen 2
CPU-Modell Ryzen 5 1600X @ 3.4 GHz, DDR4/3200 CL22 Ryzen 5 2600X @ 3.4 GHz, DDR4/3200 CL22 Ryzen 3000 12C ES @ 3.4 GHz, DDR4/3200 CL22
Integer 96 96 95
Floating Point 105 105 121
Speicherlatenz 83ns 76ns 79,8ns
SingleCore-Performance im Userbench; gemäß der Ausarbeitung im Planet 3DNow! Forum
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Hardware- und Nachrichten-Links des 23. Mai 2019

Bei Phoronix hat man sich noch einmal extra mit dem Performanceverlust der CPU-Sicherheitslücken auf einem eher handelsüblichen Stück Hardware beschäftigt – auf einem Lenovo ThinkPad Notebook mit Core i7-5600U Zweikern-Prozessor. Der Software-Part ist allerdings weitgehend unverändert, es handelt sich demzufolge weiterhin um Linux-Benchmarks mit einer Software-Auswahl klar im Workstation-Bereich, die Anzahl der auf Windows übertragbaren Benchmarks ist eher klein. Nichtsdestotrotz läßt sich sagen, das dieser Core i7-5600U mit -17,9% Performanceverlust unter Linux durch die verschiedenen Gegenmaßnahmen gegenüber Meltdown, Spectre, L1TF und MDS ziemlich hart getroffen wird, dies ist sogar eine Nuance höher als bei den letzten Phoronix-Tests mit potenteren Prozessoren. Bei den engen Abständen im Bereich der Anwendungs-Performance sind gute -18% eine schon nicht mehr überbrückbare Differenz, jener Intel-Prozessor wird also (unter Linux) ziemlich sicher gegenüber gleichpreisigen AMD-Prozessoren zurückfallen, welche ihrerseits durch die genannten CPU-Sicherheitslücken sehr viel weniger Performance abgegen müssen. Der Performance-Effekt jeder einzelnen dieser CPU-Sicherheitslücken war wohl vergleichsweise klein, aber in der Summe ergibt dies derzeit doch eine beachtbare Größe – gerade eben dadurch, das AMD nur teilweise von Spectre und überhaupt nicht durch die anderen CPU-Sicherheitslücken betroffen ist.

Verlust mit Patches Verlust mit Patches + SMT=off
Intel Core i7-5600U -17,9% -25,4%
basierend auf den Benchmarks von Phoronix
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