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Wo liegt die Interessenlage zu den 2016 zu erwartenden Grafikchips?

Nachdem zu den kommenden Grafikchips der 14/16nm-Generation sowohl bei AMD als auch bei nVidia die grundsätzlichen Marschrichtung feststeht und vor allem ein halbwegs fester Release-Fahrplan klarer werden läßt, welche Grafikchips noch dieses Jahr erscheinen werden und mit welchen man erst im Jahr 2017 rechnen darf, ergeht diese Umfrage – welche feststellen soll, wo die Interessenlage bei den 2016er Grafikchip liegt. Als Wahlmöglichkeiten stehen hierbei AMD Polaris 11 (Mainstream-Segment), AMD Polaris 11 (Performance-Segment), nVidia GP104 (HighEnd-Segment) und nVidia GP106 (Performance-Segment) zur Verfügung – die weiteren Grafikchips AMD Vega 10 & 11 (HighEnd- und Enthusiasten-Segment) sowie nVidia GP102 (Enthusiasten-Segment) werden wie gesagt erst im Jahr 2017 erscheinen.

interessiert an Polaris 11
8% (229 Stimmen)
interessiert an Polaris 10
21% (576 Stimmen)
interessiert an GP104
22% (596 Stimmen)
interessiert an GP106
3% (85 Stimmen)
interessiert an Polaris 10 & GP104
9% (236 Stimmen)
interessiert an Polaris 10 & GP106
2% (55 Stimmen)
interessiert an Polaris 11 & GP106
3% (73 Stimmen)
interessiert primär an den 2017er Grafikchips
33% (913 Stimmen)
Gesamte Stimmen: 2763
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Erste Händlerlistungen bestätigen hohe Preislagen bei Broadwell-E

Beim kanadischen Onlinehändler NCIX gibt es die ersten Händlernotierungen zu den Prozessoren der kommenden Broadwell-E Enthusiasten-Linie. Die einzelnen Prozessoren sind noch nicht an Lager, die angegebene Lieferfrist von "1-2 Wochen" dürfte eher ein allgemeiner Platzhalter als denn wirklich so gemeint sein – regulär sollte der Verkauf dieser Prozessoren nicht vor der Computex ab 31. Mai 2016 starten. Die notierten Verkaufsnamen und Daten dürften hingegen echte Informationen sein, hiermit werden die bisherigen Informationen teilweise (und ohne Abweichungen) bestätigt. Bei den angegebenen Preisnotierungen ist natürlich zu beachten, das es sich um kanadischen Endkundenpreise handelt, welcher üblicherweise ohne Mehrwertsteuer angegeben werden.

Zudem sieht es so aus, als würde es sich bei diesen Preisnotierungen des kanadischen Onlinehändlers um typisch überteuerte Vorlaunchpreise handeln – gerade wenn der Launch noch ein paar Wochen entfernt ist, liegen auf den ersten Preisnotierungen üblicherweise kräftige Preisaufschläge. Dennoch läßt sich etwas mit diesen Preisen anfangen: Denn angenommen, der vom Händler angesetzte Vorlaunchaufschlag liegt bei allen vier Prozessoren gleich und zudem das ziemlich feste Wissen eingerechnet, das der Core i7-6950X für einen Listenpreis von 1499 Dollar antreten wird – dann lassen sich folgende US-Listenpreise für die anderen drei Broadwell-E Prozessoren errechnen:

bestätigte Daten kanad. Händlerpreis in € mit MwSt. vmtl. Listenpreis
Core i7-6950X - 2315,61 CAN = 1938 € 1499 $
Core i7-6900K 20M Cache, Boosttakt max. 3.7 GHz 1474,38 CAN = 1234 € ~950 $
Core i7-6850K 15M Cache, Boosttakt max. 3.8 GHz 870,19 CAN = 728 € ~560 $
Core i7-6800K 15M Cache, Boosttakt max. 3.6 GHz 610,78 CAN = 511 € 389 $

Die Glaubwürdigkeit dieser Rechnung wird zudem durch den Punkt erhöht, das hierbei für das kleinste Modell Core i7-6800K ein Listenpreis von 389 Dollar herauskommt – ganz wie Intel üblicherweise die kleinsten Modelle seiner E-Portfolios anbietet. Damit kann man sich schon recht sicher sein, das die errechneten Listenpreise für die beiden anderen Modelle – Core i7-6850K bei ~560 Dollar Listenpreis sowie Core i7-6900K bei ~950 Dollar Listenpreis – halbwegs passend sein werden. Im Vergleich zu Haswell-E werden dabei die mittleren Modelle etwas günstiger, das kleinste Modell bleibt gleich – und natürlich gibt es zum ersten Mal ein viertes Modell zu einem neuen, bei Intel lange Zeit nicht mehr gesehenen Spitzenpreis von 1499 Dollar. Die realen Straßenpreise in Euroland (mit Mehrwertsteuer) dürften dann zum aktuellen Dollar/Euro-Kurs ca. 5% höher liegen, ergo minimal höher als die US-Listenpreise herauskommen.

Wirklich vom Hocker reißt das Broadwell-E Portfolio zu diesen genannten Listenpreisen dann allerdings niemanden: Die drei kleineren Modelle gleichen sich technisch, bei Broadwell-E gibt es halt die (sehr maßvollen) Architekturverbesserungen sowie minimal mehr Takt oben drauf zu nahezu demselben Preispunkt. Der einzige Prozessor, welcher einen echten Fortschritt mitbringt, ist der Core i7-6950X mit erstmals im Consumer-Bereich gleich 10 CPU-Rechenkernen – doch jener kommt mit einem Preispunkt von 1499 Dollar Listenpreis daher, satte 50% mehr als die bisherigen Spitzenmodelle kosteten. Viele Freunde macht sich Intel mit diesem lauwarem Angebot nicht – gerade da die eigentlichen Servermodelle in Form von Broadwell-EP durchaus interessante Fortschritte mitbringen, welche dann aber im Consumer-Segment nur zu völlig überzogenen Preispunkten auftauchen.

Haswell-E (Preis) (Preis) Broadwell-E
- - angbl.
1499$
Core i7-6950X
10C + HT, 25 MB L3-Cache, 3.0/3.5 GHz, DDR4/2400, 140W TDP
Core i7-5960X
8C + HT, 20 MB L3-Cache, 3.0/3.5 GHz, DDR4/2133, 140W TDP
999$ vmtl.
~950$
Core i7-6900K
8C + HT, 20 MB L3-Cache, 3.2/3.7 GHz, DDR4/2400, 140W TDP
Core i7-5930K
6C + HT, 15 MB L3-Cache, 3.5/3.7 GHz, DDR4/2133, 140W TDP
583$ vmtl.
~560$
Core i7-6850K
6C + HT, 15 MB L3-Cache, 3.6/3.8 GHz, DDR4/2400, 140W TDP
Core i7-5820K
6C + HT, 15 MB L3-Cache, 3.3/3.6 GHz, DDR4/2133, 140W TDP
389$ vmtl.
389$
Core i7-6800K
6C + HT, 15 MB L3-Cache, 3.4/3.6 GHz, DDR4/2400, 140W TDP
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AMD Geschäftsergebnisse Q1/2016: Nochmals schlechter als in den vorhergehenden Quartalen

Nachdem AMD im letzten Jahr Quartal für Quartal mit jeweils nochmals schlechteren Geschäftszahlen schockte, haben es die nunmehr vorgelegten Geschäftszahlen für das erste Quartal 2016 erneut in sich: AMD fällt in diesem auf einen Umsatz von nur noch 832 Millionen Dollar zurück – selbst für ein erstes Jahresquartal ist dies sagenhaft schlecht. Gegenüber dem Vorjahresquartal ging es um 19,2% beim Umsatz zurück, wenigstens fielen nomineller wie operativer Gewinn nunmehr deutlich weniger negativ aus als in diesem ersten Geschäftsquartal 2015 (bleiben aber weiterhin klar negativ). Die Talfahrt von AMD geht also entschieden weiter – was besonders schmerzlich ist, da sich zuletzt eher der Trend abgezeichnet hatte, das sich jene Talfahrt wenigstens erheblich abbremsen würde.

Q1/2015 Q2/2015 Q3/2015 Q4/2015 Q1/2016
Umsatz 1030 Mio. $ 942 Mio. $ 1061 Mio. $ 958 Mio. $ 832 Mio. $
Gewinn -180 Mio. $ -181 Mio. $ -197 Mio. $ -102 Mio. $ -109 Mio. $
operativer Gewinn -137 Mio. $ -137 Mio. $ -158 Mio. $ -49 Mio. $ -68 Mio. $
Für exakte Vergleichswerte zu AMD, Intel & nVidia zurück bis ins Jahr 2006 bitte klicken.

Dem versucht AMD den offiziellen Geschäftsausblick entgegenhalten, welcher für das laufende zweite Quartal einen Umsatz von immerhin 12-18% oberhalb des Umsatzes des ersten Geschäftsquartals verspricht. Dies ergibt allerdings auch nur 931 bis 982 Millionen Dollar an prognostiziertem Umsatz – was mit Mühe und Not dazu reichen würde, etwas mehr als im Vorjahreszeitraum (942 Mill. $) zu erwirtschaften. Ein echter Durchbruch sieht sicherlich anders aus – hierfür wird AMD wenn dann die zweite Jahreshäfte benötigen, wenn das Geschäft mit den Polaris-Lösungen sowie den diversen neuen Konsolenchips anläuft. Hinzu kommt ein Joint Venture mit einer chinesischen Firma über angepasste Server-SoCs in einem Wertumfang von 293 Millionen Dollar. Wichtiger als diese Summe dürfte hierbei sein, das AMD hiermit wieder einmal Fuß fasst im Servermarkt, aus welchem man zuletzt nahezu komplett verschwunden war.

Das im Zuge dieser Nachrichten AMDs Börsenkurs heftig zulegte, ist wohl allein mit dem spekulativen Gedanken an deutlich bessere AMD-Geschäften in der Zukunft und unter Ausblendung des nach wie vor existierenden Restrisikos einer Firmenpleite zu verstehen. Die reinen Geschäftszahlen sind jedenfalls nicht dafür geeignet, den Geschäftsverlauf bei AMD irgendwie anders als "katastrophal" einzuschätzen sowie die Problematik der zu sicherenden Zahlungsfähigkeit zu ignorieren, wenn AMD seit sechs Quartalen nunmehr immer wieder klare Verluste einfährt. Sicherlich hat AMD seine Zukunftschancen mit der Polaris/Vega-Generation sowie der kommenden Zen-Architektur – aber diese Zukunft muß auch erst einmal erreicht werden, bis zum Marktwirken gerade der Zen-Architektur vergeht noch ein ganzes Jahr. Im Sinne eines lebendigen Marktes und damit natürlich der Konsumenten kann man nur hoffen, das wir hierbei zu schwarz malen und das uns AMD trotz dieser wirklich tiefgehenden Schwächephase erhalten bleibt.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 22. April 2016

Aus dem Overclock.net-Forum stammt ein neuer Dieshot zum GP104-200 Grafikchip, welcher wohl für die "GeForce GTX 1070" Verwendung finden wird. Bei Videocardz hat man das ganze nochmals versucht zu entzerren, zu vergrößern und in den Vergleich zu GK104 und GM204 zu setzen. Dabei kommt man auf eine Chipfläche von 333mm² für den GP104 – was aber trotzdem noch inkorrekt sein kann, die vorliegenen Fotos sind einfach zu perspektivenverzerrt aufgenommen. In unserem Forum geht man eher von grob 300mm² Chipfläche aus – teilweise knapp darunter, teilweise bis zu 330mm². In jedem Fall ist es klar unterhalb der Chipfläche des GM204 von immerhin 398mm² und eher in Richtung der vorherigen "zweithöchsten" nVidia-Chips GK104 (294mm²) und GF104 (332mm²). Die wichtigste Information ist allerdings sowieso diese, das es sich beim verbauten Speicher um 8 GB gewöhnlichen GDDR5 handelt – was darauf hindeutet, das allein die GeForce GTX 1080 den schnelleren GDDR5X-Speicher benutzen wird.

GP104-150 GP104-200 GP104-400
Hardware-Ansetzung abgespeckte GP104-Variante mit 4 oder 8 GB GDDR5-Speicher abgespeckte GP104-Variante mit 8 GB GDDR5-Speicher wahrscheinlich GP104-Vollausbau mit 8 GB GDDR5X-Speicher
Referenz/Hersteller-Designs nur Herstellerdesigns sowohl Referenz- als auch Hersteller-Designs
sichere Hardware-Abspeckungen klar niedrigere Anzahl an Shader-Einheiten gegenüber GP104-400, niedrigere Taktraten, kein GDDR5X klar niedrigere Anzahl an Shader-Einheiten gegenüber GP104-400, niedrigere Taktraten, kein GDDR5X -
eventuelle Hardware-Abspeckungen eventuell geringfügig niedrigere Anzahl an Shader-Einheiten gegenüber GP104-200, eventuell niedrigere Taktraten gegenüber GP104-200, eventuell nur 4 GB Speicher - -
angenommenes Performance-Ziel knapp wie GeForce GTX 980 (Perf.Index ~570-600%) GeForce GTX 980 plus vielleicht 5-10% (Perf.Index ~640-670%) GeForce GTX 980 Ti plus vielleicht 10-15% (Perf.Index ~810-840%)
angenommener Listenpreis 399 Dollar
(zwischen GeForce GTX 970 & 980)
499 Dollar
(wie GeForce GTX 980)
649 Dollar
(wie GeForce GTX 980 Ti)
voraussichtlicher Verkaufsname noch unbekannt GeForce GTX 1070 GeForce GTX 1080
voraussichtlicher Launch-Termin Mitte Juni Computex Anfang Juni Computex Anfang Juni

Dies ergibt dann wohl einen eher hohen Performanceabstand zwischen GeForce GTX 1070 & 1080 – in Richtung 20-25%, weniger als das erscheint kaum plausibel. Damit wird es immer wahrscheinlicher, das die kleinste GP104-Lösung in Form der (noch unbenannten) GP104-150 nicht nur mit vielleicht niedrigeren Taktraten antritt, sondern sich auch die volle Speicherbestückung von 8 GB spart – sprich, vielleicht nur mit 4 GB GDDR5 antritt. Sicherlich dürfte Polaris 10 da auch ein Wort mitreden, von welchem durchgehende 8-GB-Lösungen zu erwarten sind – allein, nVidia hat generell die Tendenz, bei den kleineren Karten die Speicherbestückungen niedrig zu halten. Dies ist für die typischen Anwendungsfälle der dort kaufenden Anwender ausreichend, zudem sichert es zukünftige Grafikkarten-Absätze, weil diese kleineren Speicherbestückungen eben früher zu knapp werden als bei den 8-GB-Boliden. Sicher ist diese Auslegung natürlich keineswegs, der GP104-150 kann auch mit anderen Abspeckungen antreten, dies ist einfach noch nicht bekannt.

Bei HardOCP hat man sich angesehen, wie stark DirectX 12 bei der CPU-Performance weiterhilft. Dazu hat man unter dem sowieso für seine hohen CPU-Anforderungen bekannten "Ashes of the Singularity" Extrem-Beispiele kreiiert, welche auf der einen Seite einen Core i7-5960X auf nur 1.2 GHz laufend sehen – und auf der anderen Seite dieselbe CPU bei gleich 4.5 GHz (CPU-Kerne und HyperThreading waren jeweils voll aktiviert). Dabei war bei jeder Grafikkarte ein gewisser Effekt zu sehen, besonders stark war dieser aber nur bei allen AMD-Karten ausgeprägt: Eine Radeon HD 7970 schoss bei der CPU-Taktung von nur 1.2 GHz von 26,4 fps unter DirectX 11 auf gleich 45,8 fps unter DirectX 12 hinauf. Derselbe Wechsel von DX11 auf DX12 sorgte bei den nVidia-Karten für einen sehr viel schwächeren Performancegewinn, weil dort die Performance unter DirectX 11 bereits auf einem gutklassigen Niveau lag – so das sich hierbei nochmal bestätigte, das nVidia-Grafikkarten die bessere Wahl für schwache CPU-Bestückungen unter DirectX-11-Titeln sind. Mittels DirectX 12 egalisiert sich das ganze dann größtenteils, hier ist die Grafkikkarten-Wahl für eine schwache CPU-Bestückung dann eher frei nach Gusto treffbar.

WinFuture berichten genaueres über AMDs Joint Venture mit dem chinesischen Unternehmen Tianjin Haiguang Advanced Technology Investment Co. (THATIC): Demnach verkauft AMD hierbei nicht einfach Server-Chips oder designt diese speziell für THATIC, sondern gibt vielmehr THATIC eine regelrechte Lizenz zum Eigendesign, basierend auf AMDs x86-Prozessoren. Das Verkaufsmodell ist dem von ARM ähnlich, auch wenn der AMD/THATIC-Deal derzeit spezifisch für Server-SoCs für rein den chinesischen Markt gilt – und nicht darüber hinaus geht. Dennoch ist das ganze sehr bemerkenswert, denn bislang sah man nur Intel in der Lage dazu, eine der sogenannten x86-Lizenzen zu vergeben – augenscheinlich kann dies nun auch AMD, wahrscheinlich weil Intel inzwischen zu viele AMD-Patente für seine eigene Prozessoren benutzt. Und zum anderen ist die Existenz einer neuen, wenn auch beschränkten, x86-Lizenz schon für sich alleine beachtbar, zuletzt hatte es neue x86-Lizenzen wohl in den 80er Jahren gegeben. Ob sich hier mehr als ein paar allein in China verfügbare Server-SoCs ergeben, kann natürlich nur die Zeit zeigen – rein potentiell könnte dies aber den Anfang eines vierten CPU-Herstellers im x86-Feld darstellen (neben AMD, Intel und VIA).

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Intel Geschäftsergebnisse Q1/2016: Guter Jahresstart, trotzdem werden 11% der Belegschaft entlassen

Prozessorenentwickler Intel hat seine Geschäftszahlen für das erste Jahresquartal 2016 vorgelegt, welche einen guten Jahresstart unter den nach wie vor rauen Bedingungen eines allgemein zurückgehenden PC-Marktes zeigen: So konnte man zum Vergleichszeitraum des Vorjahres (sprich dem ersten Quartal 2015) den Umsatz um 7,2% steigern, beim nominellen Gewinn ging es um 2,7% nach oben, nur beim operativen Gewinn um 1,8% nach unten. Der Vergleich zum vorhergehenden Quartal lohnt nicht, da das vierte Jahresquartal üblicherweise das stärkste und das erste Jahresquartal das schwächste des Gesamtjahres sind. Dieses erste Jahresquartal 2016 sah bei Intel zwar keine großen Gewinnsprünge, aber dennoch einen Umsatz, der sogar höher ausfiel als letztes Jahr im zweiten Quartal erreicht – eigentlich also ein sehr vernünftiger Jahresstart, welcher auf Geschäfte in mindestens dem gleichen Rahmen sowie etwas besser für dieses Geschäftsjahr hindeutet.

Q1/2015 Q2/2015 Q3/2015 Q4/2015 Q1/2016
Umsatz 12781 Mio. $ 13195 Mio. $ 14465 Mio. $ 14914 Mio. $ 13702 Mio. $
Gewinn 1992 Mio. $ 2706 Mio. $ 3109 Mio. $ 3613 Mio. $ 2046 Mio. $
operativer Gewinn 2615 Mio. $ 2896 Mio. $ 4192 Mio. $ 4299 Mio. $ 2568 Mio. $
Für exakte Vergleichswerte zu AMD, Intel & nVidia zurück bis ins Jahr 2006 bitte klicken.

Trotz dieser gutklassigen Lage hat Intel mit seinen Geschäftszahlen auch eine große Entlassungswelle angekündigt, mittels welcher weltweit 11% der Intel-Belegschaft – immerhin 12.000 Mitarbeiter – gehen müssen. Dies erscheint ein wenig drastisch angesichts des Stands von Intel im Markt und in der Geschäftswelt. Die einzige solide Erklärung hierfür liegt in der zuletzt eher durchschnittlichen Entwicklung der Unternehmensgewinne: Die 11,4 Mrd. Dollar nomineller Gewinn des Geschäftsjahres 2015 hatte man im Jahr 2014 (11,7 Mrd. $) ebenfalls schon erreicht, der Intel-Rekord datiert sogar schon aus dem Jahr 2011 (12,9 Mrd. $). Intel will also augenscheinlich nochmals profitabler werden, man rechnet mit einer ab Mitte 2017 wirksamen Einsparung von 1,4 Mrd. Dollar jährlich, welcher "nur" Abfindungskosten von einmalig 1,2 Mrd. Dollar gegenüberstehen (die im laufenden zweiten Quartal 2016 verbucht werden).

Ob sich damit für das Geschäftsjahr 2016 der bisherige Rekordkurs halten läßt, bliebe streng abzuwarten – normalerweise sollten der durch diese umfangreichen Entlassungen ausgelöste Manpower-Verlust immer ein paar Reibungsschwierigkeiten mit sich bringen, noch dazu wo Intel jene Entlassungen zu einem Zeitpunkt steigender Umsätze (und damit nominell steigender Arbeitsbelastung) ansetzt. Intel spekuliert hier möglicherweise darauf, das das Jahr 2016 sowieso ein Übergangsjahr wird, wenn nur Broadwell-E als Refresh der Haswell-E-Plattform sowie knapp zum Jahresende Kaby Lake als Skylake-Refresh antreten werden – aber eben keine richtig neuen Architekturen, Fertigungsverfahren oder Plattformen. Die großen Produktimpulse kommen bei Intel erst im Jahr 2017, wenn mit Skylake-E eine regelrecht neue Enthusiasten-Plattform geboten wird bzw. wenn mit Cannonlake die erste 10nm Prozessoren-Generation ansteht.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 21. April 2016

Videocardz vermelden AMDs offizielle Markteinschätzung zu Polaris 11 & 10, welche AMD im Rahmen der Bekanntgabe der Quartalszahlen verlauten lassen hat: Danach soll Polaris 11 für den Notebook-Markt gedacht sein, Polaris 10 hingegen für Mainstream-Bedürfnisse im Desktop sowie HighEnd-Bedürfnisse im Notebook. Dies bedeutet aber wohl nicht, das Polaris 11 gar nicht im Desktop auftaucht – AMD hat hierbei nur das genannt, wofür man diesen Grafikchip primär gemacht hat. Von der Klassifizierung "Mainstream" bei Polaris 10 sollte man sich genauso nicht täuschen lassen, hierbei arbeitet AMD einfach mit einer anderen Segment-Einteilung. Realistisch betrachtet wird Polaris 10 das Performance-Segment besetzen und ist dabei zu Preislagen von 200 bis 350 Dollar zu erwarten. Zudem nennt AMD für die Polaris-Grafikkarten nur noch eine verdoppelte Energieeffizienz gegenüber früheren AMD-Beschleunigern ("Performance/Watt") – wahrscheinlich sollen dann erst die 2017er Vega-basierten Grafiklösung die einstmals versprochene 2,5fache Energieeffizienz erreichen.

Eine interessante Diskussion hierzu ist, wie weit AMD mit Polaris 10 letztlich kommen kann – bis hinein ins Performance-Feld der Radeon R9 Nano/Fury Karten oder gar bis an die Performance der Radeon R9 Fury X heran? Die hierfür von Polaris 10 wahrscheinlich aufgebotenen 2560 Shader-Einheiten hören sich erst einmal nicht großartig an, sind aber auch nicht viel weniger als bei der Radeon R9 390X (2816 Shader-Einheiten) – welche auch schon sehr nahe an der Performance von Radeon R9 Nano & Fury liegt. Noch einfacher wird der Vergleich ausgehend von der Radeon R9 390 ohne "X" bei genauso 2560 Shader-Einheiten und einem FullHD Performance-Index von 530% – dies sind nur 26% entfernt vom FullHD Performance-Index der Radeon R9 Fury X von 670%. Jene 26% erscheinen dann viel eher erreichbar, wenn man eventuell höhere Taktraten bei Polaris 10 sowie die allgemeinen Verbesserungen der GCN 2.0 Architektur (offiziell: 4th Generation GCN Architecture) mit einkalkuliert.

Als Bremsklotz könnte sich allerhöchstens das verwendete Speicherinterface herausstellen: Mit nur 256 Bit GDDR5 wird Polaris 10 sicherlich nicht in den Ring mit der Radeon Fury X steigen können – bei 256 Bit GDDR5X könnte dies anders aussehen, damit kann die nominelle Speicherbandbreite wenigstens auf dem Niveau der Radeon R9 390/X (512 Bit GDDR5) herauskommen. Leider gibt es derzeit noch keine sicheren Informationen dazu, ob AMD den Polaris-10-Grafikchip nun mit einem Speicherinterface ausstattet, welches auch GDDR5X verarbeiten kann. Für die eigentliche Zielsetzung als neue Performanceklasse zwischen Radeon R9 380X bis Radeon R9 390X kann durchaus gewöhnlicher GDDR5-Speicher auch an dem nur mittelmäßig breiten 256-Bit-Interface ausreichend sein – nur, wenn man unbedingt gegen die Radeon R9 Fury X antreten will, wäre der Griff zu GDDR5X und damit die Aktivierung der letzten paar Prozentpunkte an Performance zwingend. In dieser Frage wird man sich schlicht überraschen lassen müssen, wie hoch AMD den Polaris-10-Chip letztlich ansetzen will. Im Sinne dessen, das AMD dieses Jahr nichts weiteres mehr herausbringen wird, wäre natürlich eine eher hohe Ansetzung aus Konsumentensicht die bessere Wahl.

Generell ist dies ein Punkt, welcher zu unserer kürzlichen "Mini-Roadmap" zu den 14/16nm-Grafikchips von AMD & nVidia noch nachzutragen wäre: Die dort vorgenommenen Klassifizierungen der einzelnen Grafikchips in diverse Leistungssegmente sind natürlich keineswegs eine endgültige Leistungseinordnung oder würden gar bedeuten, das die jeweils genannten AMD- und nVidia-Grafikchips eine gleiche Performance aufweisen. Vielmehr dürfte es passieren, das diese AMD- und nVidia-Grafikchips verschieden stark ausfallen und dann von den Grafikchip-Entwicklern auf abweichende Preispunkte gesetzt werden. Wer in welchem Segment den schnelleren Grafikchip hat, spielt bis auf die absolute Leistungsspitze eigentlich keine Rolle, da im insgesamten Angebotsportfolio üblicherweise jeder Preispunkt besetzt wird – ob nun mit einem größeren oder kleineren Grafikchip, ist bis aufs Thema "Energieverbrauch" erst einmal egal. Nur wie gesagt an der absoluten Leistungsspitze kommt es (regulärerweise) darauf an, den schnellsten Grafikchip zu kreiieren – da man dort prinzipbedingt nicht mehr tricksen kann. Sofern die absolute Leistungsspitze jedoch (wie so oft in letzter Zeit) 999-Dollar-Grafikkarten bedeutet, wird dieser Punkt auch wieder etwas entwertet, da nur die wenigsten Grafikkarten-Käufer sich eine (vom Preis/Leistungs-Verhältnis) derart ineffiziente Lösung in den Rechner hängen.

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