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GeForce GTX 980 Ti kommt angeblich mit weniger Speicher, aber höheren Taktraten als die GeForce GTX Titan X

Die SweClockers (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) bringen erste Informationen zur zweiten GM200-basierten Grafikkarte, der GeForce GTX 980 Ti. Jene plant nVidia wohl für den Spätsommer – die SweClockers schlußfolgern daraus auf den September 2015. Viel interessanter sind aber die geplanten Hardware-Daten, welche derzeit aber noch unter dem Vorbehalt späterer Änderungen stehen müssen: Angeblich wird es einen Vollausbau des GM200-Chips mit sogar um 100 MHz höhere Chip-Taktraten geben – allein bei der Speichermenge soll es zu einer Abspeckung gegenüber der GeForce GTX Titan X auf dann "nur" 6 GB Speicher kommen. Dies würde eine in faktisch allen Situationen schnellere Grafikkarte ergeben – denn selbst mit 6 GB Speicher würde die GeForce GTX 980 Ti noch problemlos für alle derzeitigen und kommenden Anforderungen ausgerüstet sein, allein im MultiChip-Umfeld sind die gleich 12 GB der GeForce GTX Titan X unter einzelnen Titeln vielleicht nützlich.

Radeon R9 390X GeForce GTX 980 GeForce GTX 980 Ti GeForce GTX Titan X
Chipbasis AMD Hawaii, geschätzt ~8 Mrd. Transistoren auf ~550mm² Chipfläche nVidia GM204, 5,2 Mrd. Transistoren in 28nm auf 398mm² Chipfläche nVidia GM200, 8 Mrd. Transistoren in 28nm auf 601mm² Chipfläche
Architektur GCN-Architektur 1.2+, DirectX 12.0, TrueAudio & Mantle Maxwell-Architektur 2.0, DirectX 12.1b & PhysX
Technik 6-8 Raster-Engines, 4096 Shader-Einheiten, 256 TMUs, 128 ROPs, 4096 Bit DDR HBM-Interface 4 Raster-Engines (mit verdoppelter Raster-Power), 2048 Shader-Einheiten, 128 TMUs, 64 ROPs, 256 Bit DDR Interface, 2 MB Level2-Cache unsicher: möglicherweise wie die GeForce GTX Titan X – oder aber auch mit nur ~2816 Shader-Einheiten 6 Raster-Engines (mit verdoppelter Raster-Power), 3072 Shader-Einheiten, 192 TMUs, 96 ROPs, 384 Bit DDR Interface, 3 MB Level2-Cache
Taktraten ≤1050/625 MHz 1126/1216/3500 MHz
(Ø-Chiptakt: 1144 MHz)
angeblich ~1100/1200/? MHz 1002/1075/3500 MHz
(Ø-Chiptakt: 1067 MHz)
Speicherausbau 4/8 GB HBM1 4 GB GDDR5 6 GB GDDR5 12 GB GDDR5
Perf.Index erwartet etwas schneller als die GeForce GTX Titan X 570% alles möglich: langsamer, schneller, genauso schnell wie die GeForce GTX Titan X 750%
Listenpreis (klar) mehr als 700$ 549$ unsicher 999$
Release wahrscheinlich Computex 2015 19. September 2014 Spätsommer 2015 17. März 2015

Normalerweise erscheint eine solche Grafikkarte unsinnig, weil eben schneller als die aktuelle Titan-Lösung – doch letztlich hat nVidia in der letzten Grafikkarten-Generation genau dasselbe schon einmal getan, als die GeForce GTX 980 Ti in den allermeisten Situationen (durch höhere Real-Taktraten) leicht schneller als die GeForce GTX Titan Black herauskam. Von daher wäre eine GeForce GTX 980 Ti mit ähnlicher oder leicht höherer Performance als bei der GeForce GTX Titan X nicht völlig undenkbar – auch wenn nVidia damit natürlich die GeForce GTX Titan X vollkommen entwertet, bevor jene in Europa überhaupt käuflich zu erwerben ist. Genauso gut möglich ist natürlich auch eine Fehlinformation, obwohl die SweClockers in aller Regel zutreffende Vorab-Informationen vorweisen können. Denkbar wäre allerdings, daß die Teil-Information über einen vollen GM200-Chip bei der GeForce GTX 980 Ti nicht korrekt ist – und dies schon deswegen, weil nVidia sicherlich eine Salvage-Version dieses sehr groß geratenen Grafikchips (601mm² Chipfläche) benötigt. Auf sagen wir 10% weniger Shader-Einheiten hören sich die 10% höheren Taktraten dann weitaus weniger gefährlich an, wäre die Performance in etwa gleich zur GeForce GTX Titan X.

Am Ende kann nVidia natürlich auch über den Frühling und Sommer noch jederzeit Änderungen an diesem Produkt vornehmen – mit wieviel Shader-Einheiten man antritt, muß man sicherlich erst wenige Wochen vor Launch final festlegen, an den konkreten Taktraten kann man bis zu einer Woche vor Launch noch Änderungen vornehmen. Daher sollte man sich aus heutiger Sicht nicht darauf verlassen, daß die GeForce GTX 980 Ti in exakt der von den SweClockers genannten Form im Spätsommer antreten wird. Vor allem sollte man sich nicht von weiteren Angaben zur GeForce GTX 980 Ti verwirren lassen, welche andere Webseiten zu der Meldung von SweClockers hinzugedichtet haben – wie mögliche Preise, eventuelle Abspeckungen bei Level2-Cache und Speicherinterface etc, dazu sagt die Orginalquelle nämlich gar nichts aus. Sicher ist wohl nur das Erscheinen einer GeFore GTX 980 Ti (oder anders genannten zweiten GM200-basierten Grafikkarte) – und daß nVidia sich die Möglichkeit einräumt, diese neue Grafikkarte nicht einfach zwischen GeForce GTX 980 und Titan X zu plazieren, sondern notfalls sogar die GeForce GTX Titan X zu überbieten und damit mit der Radeon R9 390X zu konkurrieren.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 25. März 2015

Die PC Games Hardware hat noch einmal nachgemessen, was der Mod-BIOS zur GeForce GTX Titan X, mittels welchem Taktraten von 1550/4000 MHz stabil erreicht werden konnten, an Performance abwirft. Unter leider nur einem einzelnen Test (Crysis 3) zog die Performance unter 4K gegenüber der default-Taktung von nVidias neuem Flaggschiff um 29,5% davon – was jetzt leider nicht so eindrucksvoll erscheint, im initialen Overclocking-Test der GeForce GTX Titan X ohne Mod-BIOS auf 1300/4000 MHz erreichte die PCGH schon ein Performanceplus von 21,4% im selben Einzeltest bzw. 23% über ein größeres Benchmark-Feld. Augenscheinlich bremst hier die Speichertakt-Erhöhung von nur 14% den gesamten Übertaktungserfolg aus, denn beim Chiptakt geht es (ausgehend von 1000/1075 MHz) nun wirklich sattsam nach oben. Eventuell würde ein Benchmark unter 2560x1440 einen größeren Übertaktungsgewinn zeigen können, da dort der Einfluß der Speicherbandbreite nicht ganz so groß sein sollte wie unter 4K. Zudem bliebe abzuwarten, was Wasserkühlung noch an dieser Tendenz ändern kann.

Barrons berichten über Analysten-Stimmen, welche nVidia eine derzeit schon laufende Fertigungs-Zusammenarbeit mit Samsung zuschreiben sowie von der (bedeutsam großen) Möglichkeit einer zukünftigen Fertigungs-Zusammenarbeit mit Intel ausgehen. Dabei dürfte TSMC wohl weiterhin nVidias Hauptfertiger diverser Chips bleiben, nVidia aber über den Zweitfertiger sich zum einen absichern und zum anderen preislich weniger erpressbar werden. Dies dürfte insbesondere in Bezug auf die nach der 28nm-Fertigung steil ansteigenden Chippreise relevant werden: Nur noch wenige große Auftragsfertiger werden dann die neuen Fertigungsverfahren unterhalb von 28nm anbieten können, und dafür (auch aufgrund deutlich höherer Kosten) natürlich entsprechend höhere Preise veranschlagen. Ohne Wahlmöglichkeit wäre nVidia auf Gedeih und Verderb der Preispolitik von TSMC ausgeliefert – welche ihrerseits nach den Erfolgen der 28nm- und 20nm-Fertigung auf einem sehr hohen Roß sitzen. nVidia spürt dies derzeit schon dadurch, daß die ersten TSMC-Kapazitäten in der 20nm- und 16nm-Fertigung von Apple & Qualcomm blockiert werden, nicht aber für den jahrzehntelangen TSMC-Kunden nVidia verfügbar waren.

Zudem kommt aktuell noch hinzu, daß innerhalb der kommenden 14/16nm-Fertigungstechnologie von den echten Auftragsfertigern nicht TSMC, sondern eben Samsung vorn liegen soll – und davon dann dummerweise nVidia-Konkurrenz AMD mittels der durch GlobalFoundries lizenzierte 14nm-Fertigung von Samsung profitieren könnte. Insofern ist der Blick auf einen anderen Auftragsfertiger für nVidia nur folgerichtig: Man sichert sich gegenüber allen möglichen Schwankungen und Veränderungen ab, zudem kommt man bei beiden Auftragsfertigern in eine bessere Verhandlungsposition. Samsung erscheint hierbei als die logische Wahl, da außerhalb von GlobalFoundries, Intel, TSMC und eben Samsung niemand derart "HighEnd" ist. Dabei dürfte es nVidia ruhig angehen lassen und bei Samsung sicherlich erst einmal nur Tegra-Chips fertigen lassen – sowohl als risikoarmer Einstieg als auch aus dem Grund, daß die Fertigung von Grafikchips derart lange Vorlaufzeiten benötigt, daß man dies nicht einfach mal so schnell auf einen anderen Fertiger übertragen kann. nVidias 2016er Pascal-Grafikchipgeneration darf also weiterhin in der 16nm-Fertigung von TSMC erwartet werden – was danach wird, ist jedoch ungewiß und könnte durchaus Überraschungen bergen.

Wie Gulli ausführen, wird mal wieder der Tod der Spielekonsolen vorhergesagt – diesesmal vom Twitch-Chef Emmett Shear. Als Gründe hierfür werden die lange Zeit zwischen zwei Konsolen-Generationen, deren schnelle technische Alterung sowie der Vormarsch der Streaming-Dienste genannt – wenn die nächste Konsolen-Generation wiederum sieben Jahre benötigt, könnten die Streaming-Dienste inzwischen marktreif. Dies erscheint uns allerdings als zu platte Fortschreibung der jüngeren Geschichte und aktuellen Entwicklung: Zum einen wird die nächste Konsolen-Generation kaum wieder sieben Jahre benötigen, zudem ist deren Alterung durch das verlangsamte Wachstum der PC-Technik in den letzten Jahren deutlich geringer als früher noch. Und letztlich hat noch keiner bewiesen, daß Spiele-Streaming auch wirklich im breitflächigen Einsatz massentauglich ist – das ganze ist eine reine Idee, niemand kann sagen, ob sich das durchsetzen wird. Das absolute Hauptargument pro Spielekonsolen wird hierbei jedoch vollkommen vergessen, welches da lautet: Wieso sollten die Konsolen-Hersteller eine Umsatzmaschine ohne jede Gegenwehr aufgeben?

Konsolen werden mindestens so lange produziert, bis eine Generation ein kompletter Reinfall wird – genauso wie Hollywood-Fortsetzungen. Und genau wie in diesem Beispiel versucht man sinkenden Einnahmen durch höhere Investitionen entgegenzuwirken – bis es nicht mehr wirtschaftlich ist. So lange aber die Spielekonsolen ein großes Geschäft darstellen, wird keiner der Konsolen-Hersteller freiwillig das Handtuch werfen, nur weil Marktbeobachter davon fabulieren, daß Spiele-Streaming doch eigentlich die Spielekonsolen ablösen müssten. Ein "müsste" ist halt kein "ist wirklich passiert" – und erst nachdem Spiele-Streaming sich durchsetzt und die Spielekonsolen in der Praxis zu schlecht verkauft werden, dürften deren Hersteller keine neuen Versuche wagen. Von diesem Punkt sollten wir allerdings noch weit entfernt sein: Erstens ist die Gewinnprognose für diese Konsolen-Generation (aufgrund der Verwendung günstiger PC-Technik) sehr gut und zweitens hat Spiele-Streaming sich überhaupt noch nicht bewährt bzw. haben die bisherigen Praxis-Einsätze nicht im Ansatz zu einem (auch nur minimalen) Effekt auf den insgesamten Markt geführt.

HT4U berichten über einen den 1. April etwas vorwegnehmenden Einfall von Electronics Arts, das neu erschienene Battlefield: Hardline trotz Origin-Zwang an die vorhandene Hardware zu binden und dann nach acht Hardware-Wechseln das Spiel zu sperren. Die derzeit mit dem Spiel beschäftigten Hardware-Tester haben damit dann natürlich ihre liebe Mühe, denn einfach einmal ein Dutzend Grafikkarten mit dem Spiel durchzutesten, dürfte hier umgehend in dieses Limit fallen. Aber auch für langfristige Spieler – und damit gerade die Fans – könnten sich Schwierigkeiten ergeben, wenn man das Spiel eben einfach nur langjährig nutzt und seinen PC ab und zu mal aufrüstet. Interessant dürfte werden, ob sich der Kundensupport von EA in einigen Jahren noch kulant gegenüber einem dann alten, dann nicht mehr verkauften Titel zeigt – oder nicht einfach die Spieler im Regen stehen läßt. Zu diesen Bedingungen ist es in jedem Fall schwer, eine Kaufempfehlung für Battlefield: Hardline abzugeben – man sollte eher warten, ob man sich seitens EA nicht zu einem die Situation klärenden Patch herablassen kann.

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Spezifikationen zu den Desktop-Modellen von Broadwell bekannt

Die chinesische VR-Zone (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) packt eine augenscheinlich von Intel stammende Spezifikationsliste mit Daten zu Broadwell-Prozessoren für den Desktop-Bereich sowie für das AiO-Segment aus. Letztgenannte Prozessoren der R-Serie fpür den AiO-Einsatz boten schon bei Haswell die jeweils größte integrierte Grafiklösung an, mit Broadwell gibt es jene erstmals auch im (echten) Desktop-Einsatz – beide genannten Desktop-Modelle sollen mit der Iris Pro Graphics 6200 antreten, welche 48 Ausführungseinheiten samt einem extra eDRAM aufbietet. Wegen der Klassifizierung als "C-Serie" ist derzeit allerdings noch (minimal) in Frage, ob diese Prozessoren auch wirklich ungelockt sind.

Kerne Taktraten unlocked L3 integrierte Grafik Speicher TDP Listenpreis
Core i7-5775C 4 + HT 3.3/3.7 GHz 6 MB Iris Pro 6200 (48 AE) DDR3/1600 65W ?
Core i5-5675C 4 3.1/3.6 GHz 4 MB Iris Pro 6200 (48 AE) DDR3/1600 65W ?
Alle Broadwell-Prozessoren laufen offiziell auf Mainboards mit 9er Chipsatz, welche per BIOS-Update Broadwell-tauglich gemacht wurden.

Allerdings sprechen alle Anzeichen dafür, daß es sich hierbei um jene Prozessoren handelt, welche Intel schon in seiner letzten Roadmap genannt hatte – und andere als jene ungelockten Broadwell-Modelle mit 65 Watt TDP soll es im Desktop-Segment gar nicht geben. Die vergleichsweise niedrige TDP für Vierkern-Prozessoren erklärt auch die gebotenen Taktraten, welche von den Haswell-Besitzern natürlich niemanden hinter dem (warmen) Ofen hervorholen werden. Sollte dies tatsächlich das komplette Desktop-Portfolio von Broadwell sein, dann dürfte es sich eher um ein Feigenblatt handeln, damit man überhaupt etwas von Broadwell in den Desktop gebracht hat – und ehe dann die Nachfolge-Architektur Skylake im dritten Quartal mit viel größerem Desktop-Portfolio antreten wird, darunter auch neuen ungelockten Prozessoren auf 95 Watt TDP.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 24. März 2015

Für reichlich Diskussionen hat die Meldung über die Rebrandings in AMDs Radeon R300 Portfolio gesorgt – zum einen seitens von Lesern, welche enttäuscht über diese Rebranding-Strategie sind, zum anderen aber auch von Lesern, welche sich einen deutlicheren Hinweis darauf gewünscht hätten, daß diese "Informationen" derzeit natürlich noch nirgendwo bestätigt sind, faktisch den Status von besseren Gerüchten und Vermutungen haben. Dies ist korrekt und dies hätte man auch eindeutiger insbesondere dem Meldungstitel entnehmen sollen können – Gerüchte bzw. Vermutungen müssen halt auch im Titel so gekennzeichnet werden, nur feststehenden Fakten dürfen derart definitv tituliert werden. Mea culpa – dies muß in Zukunft unsererseits schlicht stärker beachtet werden. Gerade auch weil aus dem ComputerBase-Forum ein Hinweis darauf kommt, daß die Treiber-Einträge möglicherweise nicht ganz so eindeutig sind wie bislang gedacht. Allerdings ist auch die Mehrheitsmeinung der Experten hierzu klar, daß diese Treiber-Einträge vorerst ernst zu nehmen sind.

Nachzutragen wäre zu diesem Thema ansonsten noch die Hypothese aus unserem Forum, wonach diese ganzen jetzt im Treiber offenbarten Radeon R300 Modelle schlicht für OEM-Bedürfnisse gedacht sind – und AMD vielleicht dieses Jahr nur die Radeon R300 OEM-Serie bringt und oben drauf dann die Radeon R9 390 Serie auf Fiji-Basis als einziges neues Retail-Angebot pflanscht. Gegen diese These spricht ein wenig, daß es bei einer reinen OEM-Verwendung die kürzlichen Angaben zu Retail-Preisen bei der Radeon R300 Serie gar nicht geben dürfte. Zudem wäre AMD mit einer reinen OEM-Serie erst zur Jahresmitte ziemlich spät dran – wenn man eine reine OEM-Serie plant, dann sollte diese doch möglichst früh im Jahr bereitstehen. Nichtsdestotrotz darf auch diese Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden – genauso wie andere, derzeit noch gar nicht angedachte Möglichkeiten.

Die PC Games Hardware hat einen kurzen Test zur GeForce GTX 960 4GB angesetzt – zu welchem allerdings ausführlichere Benchmarks besser gewesen, weil nur auf Basis von zwei Tests läßt sich nicht beurteilen, ob der Mehrspeicher der Karte durchgehend etwas bringt. Die beiden ausgewählten Tests zeigen mit Crysis 3 mit +0,6% und Watch Dogs mit +47,3% eher die beiden Extreme an, zwischen welche eine GeForce GTX 960 4GB pendelt. Daß es einzelne Situationen gibt, in welchen der Mehrspeicher absolut vonnöten ist, war aber nicht die Frage – sondern wie oft dieser Effekt in welcher Höhe auftritt und ob sich eventuell auch ein allgemeines Performanceplus einstellt. Hierzu wird man weitere Tests zur GeForce GTX 960 4GB abwarten müssen – wobei dann immer noch das Problem des aktuell zu hohen Preisaufschlags der 4-GB-Version besteht: Laut nochmals der PC Games Hardware liegt der Preisaufschlag der 4-GB-Versionen derzeit bei 45 bis 70 Euro, im Schnitt aller Karten bei 57,50 Euro. Dies ist schon relativ zu viel, in absoluten Zahlen kommt die GeForce GTX 960 mit Preislagen von 260 bis 300 Euro der wesentlich potenteren GeForce GTX 970 viel zu nahe und kann somit niemals eine Empfehlung erhalten.

WCCF Tech beschäftigen sich mit Präsentationen seitens AMD und nVidia zum Thema DirectX 12 bzw. sich den darin genannten Vorteilen von DirectX 12 (die originalen Präsentationen kann sich auch bei Slideshare geben: AMD & nVidia). Für Gesprächsstoff sorgen dabei insbesondere zwei AMD-Folien (DX11 & DX12), welches sich auf die Vorteile von DirectX 12 bei der MultiCore-Ausnutzung konzentrieren – was AMD im Sinne seiner Achtkern-Prozessoren (auch die NextGen-Architentur "Zen" wird wieder mit Achtkernern erwartet) natürlich besonders hochspielt. Ob DirectX 12 dann AMDs Vielkern-Prozessoren wirklich besondere Vorteile bringt, bliebe reale Tests abzuwarten – es wäre ja schön, AMDs FX-Prozessoren im Gaming-Einsatz mal nicht hinterherlaufen zu sehen, selbst wenn diese Architektur auslaufen wird bzw. nicht mehr mit neuen Modellen nachgefüttert wird. Eine richtig perfekte Auslastung auf allen Rechenkernen zeigt aber auch die DirectX-12-Folie nicht, da wird ganz im Gegenteil noch sehr viel verschwendet: Bei perfekter Auslastung könnte auch ein Vierkerner die gesamte (beispielshafte) Aufgabe aufnehmen. Nicht nur, das da noch viel Platz für Optimierungen übrig bleibt – es verhindert zu diesem Stand auch PC-Prozessoren mit noch mehr Rechenkernen, weil deren zusätzliche Rechenkerne dann kaum noch mit echter Arbeit belastet werden könnten.

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Microsoft gibt die Hardware- und Trusted-Computing-Anforderungen für Windows 10 bekannt

Softwarehersteller Microsoft hat im Rahmen der "Windows Hardware Engineering Conference" (WinHEC) die offiziellen Systemanforderungen für Windows 10 bekanntgegeben. Unterteilt sind jene in Systemanforderungen für "Windows 10 Mobile" und "Windows 10 Desktop", obwohl es faktisch ein einheitliches Betriebssystem geben wird und "Windows 10 Desktop" im Sinne der Hardware-Anforderungen alle PCs inklusive auch Notebooks und Tablets umfasst, "Windows 10 Mobile" also nur für Smartphones gilt. Im Bereich von "Windows 10 Desktop" gleichen die reinen Hardware-Anforderungen jenen von Windows 7 & 8 vollumfänglich – interessant wird es daher erst bei den Anforderungen für die Trusted-Computing-Komponenten.

Hierbei will Microsoft nun endlich Nägel mit Köpfen machen: UEFI 2.3 und (das daraus basierende) SecureBoot sind schon Standard-Anforderung von Windows 8, bei Windows 10 kommt dann noch hinzu, daß der bisherige Zwang zur Abschaltbarkeit von SecureBoot nunmehr rein optional wird – und daß für Systeme verkauft ein Jahr nach dem (im Frühsommer zu erwartenden) RTM-Status von Windows 10 ein aktives TPM 2.0 Pflicht wird. Bei "Window 10 Mobile" entfällt sogar letztgenannte Schranke, da werden alle in den Markt kommenden Windows-10-Smartphones umgehend mit aktivem TPM 2.0 ausgerüstet sein.

Windows 7 Windows 8 Windows 10 (PC)
Prozessor x86-Prozessor mit 1 GHz Takt x86-Prozessor mit PAE, NX, SSE2 und 1 GHz Takt ?
Hauptspeicher 32/64-Bit 1/2 GB 1/2 GB 1/2 GB
Festplattenplatz 32/64-Bit 16/20 GB 16/20 GB 16/20 GB
Grafikkarte DirectX 9.0 DirectX 9.0 DirectX 9.0
Bildschirmauflösung - - 800x600
UEFI - UEFI 2.3 UEFI 2.3
SecureBoot - verpflichtend verpflichtend
Abschaltbarkeit von SecureBoot - verpflichtend rein optional
TPM 2.0 - - verpflichtend ab einem Jahr nach RTM-Status

Formal einschränkenderweise muß natürlich erwähnt werden, daß jene Systemanforderungen zu Windows 10 primär für die Gerätehersteller gelten – und jene sich auch nur daran halten müssen, wenn sie ein "Designed for Windows 10" Siegel auf ihren Geräten kleben haben wollen. In der Praxis gibt es zumindest bei Komplettgeräten jedoch keine Hersteller, welche sich nicht an diese Systemanforderungen halten – und da der Werbeeffekt jenes Siegels wohl kaum eine ausreichende Erklärung bietet, dürften dies eher an den damit einhergehenden Rabatten und anderen Vergünstungen seitens Microsoft hängen. Selbst bei Einzelkomponenten für den Retail-Markt achten die Hersteller gewöhnlich darauf, in dieser Frage nur Microsoft-konforme Standardkost anzubieten.

Aber möglicherweise wird die spezielle Situation der Trusted-Computing-Komponenten den einen oder anderen Mainboard-Hersteller zu einer extra Serie an Mainboards ohne Trusted Computing (und dann ohne Windows-10-Siegel) ermutigen, dies dürfte durchaus auf Gegenliebe bei vielen Nutzern stoßen. Irgendwelche Probleme bei der Installation von Windows 10 auf solchen Systemen ohne Trusted Computing (ob nun neuerer oder älterer Bauart) sind nicht zu erwarten, da Windows 10 nach allem Wissen jene Dinge nicht zwingend voraussetzt – es handelt sich halt "nur" um die Microsoft-Vorgaben für die Hersteller von Komplettsystemen mit Windows 10.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 23. März 2015

Laut der chinesischen VR-Zone (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) will AMD seine komplette neue Radeon R300 Grafikkarten-Serie weiterhin zur Computex Anfang Juni vorstellen. Genannt wurden hierzu die bekannten Grafikchips Fiji, Grenada (aka Hawaii) und Trinidad (aka Pitcairn) sowie die bisher unbekannten Grafikchips Antigua und Tobago. Antigua soll sich ziemlich einfach erklären lassen als schlichtes Tonga-Rebranding – bei Tobago hat die VR-Zone noch keine Erklärung, aber gemäß der letzten Meldung zu AMDs Rebranding-Strategie dürfte es sich hierbei schlicht um ein Rebranding des Bonaire-Chips handeln. Angesichts der vielen Rebrandings verwundert es auf den ersten Blick etwas, daß AMD diese Grafikkarten nicht schon jetzt in den Markt entläßt: Aber wenn es außer dem Fiji gar keinen neuen Grafikchip geben sollte, dann braucht AMD für die Radeon R300 Serie schlicht das positive Momentum des Fiji-Chips und läßt wahrscheinlich nur deswegen den kompletten Rest der Grafikkarten-Serie auf Fiji warten.

Die PC Games Hardware hat sich mit der EVGA GeForce GTX 980 Classified auseinandergesetzt – einer GeForce GTX 980 speziell für extreme Overclocker, beispielsweise auch unter dem Einsatz von Flüssig-Stickstoff und ähnlichen ausgefallenen Kühlmethoden. Die Karte läuft ab Werk schon mit höherem Power-Limit, läßt sich aber mit den richtigen Tools noch viel weiter treiben – so daß die 1500 MHz Chiptakt sogar recht problemlos (und noch ohne Spannungserhöhung) erreichbar waren. Danach wurde es allerdings kritisch, für 1600 MHz musste schon ein grenzwertiger Aufwand betrieben werden, hier sind dann die Limits der Hardware nahezu erreicht. Auf 1500/4100 MHz war unter 2560x1440 somit eine Performancesteigerung um 26,8% erreichbar, auf 1600/4100 MHz insgesamt um 31,9%. Letzteres würde gemäß unserer Launch-Analyse zur GeForce GTX Titan X im übrigen knapp reichen, um die Performance einer (unübertakteten) GeForce GTX Titan X unter 2560x1440 zu matchen – jene ist unter dieser Auflösung im Schnitt der Tests um 31,2% schneller als eine (unübertaktete) GeForce GTX 980. Die GeForce GTX Titan X läßt sich (mittels Mod-BIOS) natürlich selber noch einmal kräftig übertakten, hierzu dürfte es in Kürze sicherlich ebenfalls entsprechende Performancetests geben.

Heise berichten über einen (neuen) Super-GAU der IT-Sicherheit: Das, was eigentlich nur in der Fantasie oder schlechten Hollywood-Filmen möglich sein sollte, ist mittels des BIOS-Rootkits "LightEater" tatsächlich wahr geworden – ein sich im Mainboard-BIOS festsetzendes Rootkit, welches Schwachstellen von UEFI ausnutzt, um selbst (bisher) als sicher geltende Live-Versionen von Linux (wie das von Edward Snowden empfohlene "Tails") zu kompromitieren bzw. Passwörter etc. aus diesen Sessions mitlesen zu können. Um sich LightEater einzufangen, ist zudem kein physikalischer Zugang zur Hardware vonnöten, jenes Rootkit kann ganz normal wie ein regulärer Schädling über eine beliebige Sicherheitslücke ins Betriebssystem kommen und flasht sich dann von alleine ins Mainboard-BIOS. Einzige Lichtblick ist momentan noch, daß "LightEater" die Arbeit von Sicherheitsforschern darstellt, es also noch nicht in freier Wildbahn existiert – was sich jedoch ändern dürfte, das Rootkit ist einfach zu perfekt und das Angriffsdelta über das Mainboard-BIOS eines der Punkte, wo kaum eine Chance auf effektive Gegenwehr oder Abhilfe existiert.

Ironischerweise dürften Nutzer älterer PCs mit "altmodischem" BIOS derzeit im übrigen sicher vor diesem Angriff sein, da sich jener augenscheinlich auf UEFI-Schwachstellen bezieht – auch nicht unbedingt ein Ausweis von fortschrittlicher Technologie, wenn die neue BIOS-Inkarnation sich derart vollumfänglich mißbrauchen läßt. Für UEFI-Nutzer wird es in absehbarer Zeit von den großen Herstellern BIOS-Updates geben, welche die LightEater-Anfälligkeit beheben werden – zumindest von Dell, HP und Lenovo gibt es entsprechende Ankündigungen, die anderen Hersteller sollten schnellstmöglich nachziehen. Vor allem aber erscheint Intel (als UEFI-Vorantreiber) in der großen Pflicht, das ganze UEFI-Konzept dringend auf die dato entdeckten und eventuell noch nicht entdeckten Schwachstellen abzuklopfen – gerade, da UEFI mittels des Versprechens eines (dato nicht erfüllten) Sicherheitsgewinns in den Markt gebracht wurde. Das alte BIOS mag zwar rein technisch viel anfälliger sein, aber da es davon derart viele Unter- und Zwischenversionen der einzelnen PC- und BIOS-Hersteller gab, wäre ein solch allumfassender Angriff beim alten BIOS wohl gar nicht möglich gewesen – von den UEFI-bestückten PCs sind dagegen gleich 80% von der LightEater-Lücke betroffen.

Shortcuts: Laut einer Umfrage der PC Games Hardware liegt die GeForce GTX Titan X mit ihrem derzeitigen Preis von ~1150 Euro einigermaßen entfernt von dem, was die User noch bezahlen würden: 54% stimmten für Preispunkte zwischen 700 und 1000 Euro, nur für eine kleine Minderheit von 5% ist der aktuelle Preispunkt der Karte passend. Viel Potential geht nVidia hierbei natürlich durch den schlechten Dollar/Euro-Kurs verloren, die originale GeForce GTX Titan kam beim gleichen Listenpreis von 999$ noch für ab 940 Euro in den Markt und war lange Zeit für um die 900 Euro erhältlich. Microsoft erwartet laut der GameZone "vollwertige" DirectX-12-Spiele sogar noch dieses Jahr – wobei die Antwort in verschiedene Richtungen ausgelegt werden kann, denn schließlich ist auch die Nutzung der CPU-Beschleunigung von DirectX 12 die Ausnutzung eines der DirectX-12-Features. Ob Spieleentwickler sich dagegen schon mit den echten Hardware-Features von DirectX 12 beschäftigen, bliebe streng abzuwarten – nicht, weil jene nun besonders herausfordernde Neuigkeiten mit sich bringen, sondern eher, weil Microsoft DirectX 12 ziemlich Knall auf Fall aus der Taufe gehoben hat und die Spieleentwickler in aller Regel mehrjährige Vorlaufzeiten benötigen. Hartware berichten hingegen über Aussagen aus den Kreisen von Spieleentwicklern für Mobile-Games über einen (angeblich) steigenden Bedarf an Core-Games und damit höhere Entwicklungskosten im Mobile-Segment. Insbesondere letzteres erfordert allerdings auch steigende Einnahmen – nicht einfach auf einem Markt zu realisieren, wo die (übergroße) Mehrzahl der Kunden generell nur kostenlose Apps benutzt.

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