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Wieviel Speicher ist momentan im Hauptrechner verbaut - und besteht der Wunsch nach mehr (2016)?

Diese Umfrage stellt eine Kopie gleichlautender Umfrage vom Februar 2010, Oktober 2012 sowie August 2014 dar, womit natürlich in der Umfrage-Auswertung dann auch ein Vergleich zu den Ergebnissen dieser früheren Umfrage gezogen werden kann.

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Erste Hinweise zu den Preislagen von GeForce GTX 1070 & 1080 sehen vergleichsweise teuer aus

Wieder einmal bringt das chinesische Chiphell-Forum (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) einen interessanten Leak daher – diesesmal geht es um die Preislagen von GeForce GTX 1070 & 1080. Laut einem angeblichen Industrie-Insider soll die GeForce GTX 1070 in Taiwan für 19.990 Taiwan-Dollar und die GeForce GTX 1080 für 27.990 Taiwan-Dollar in den Handel gehen. Umgerechnet wären dies 619 US-Dollar bzw. 867 US-Dollar, was selbst unter dem (weiteren) Abzug von 5% Mehrwertsteuer nach ausgesprochen viel klingt. Besser lassen sich diese Händlerpreise allerdings einordnen, wenn man jene mit Händlerpreisen zu bereits im Markt befindlichen Produkten vergleicht: So liegen in Taiwan die Preise für eine GeForce GTX 980 bei 17.990 bis 24.494 Taiwan-Dollar, normale Preislagen sind hierbei 19.000 bis 21.000 Taiwan-Dollar. Die GeForce GTX 980 Ti ist hingegen bei 24.479 bis 28.180 Taiwan-Dollar zu finden, die normalen Preislagen lauten hierbei auf 25.000 bis 27.000 Taiwan-Dollar.

Dies ist allerdings noch nicht das Ende der Rechnung, denn natürlich können diese bekannten Karten auch ganz üblich unterhalb ihres Listenpreises verkauft werden. Um dies herauszufinden, ist ein Blick zu üblichen US-Preisen angebracht, denn nur diese lassen sich exakt mit dem US-Listenpreis vergleichen. Und so verkauft man in den US derzeit eine GeForce GTX 980 für 470-500 US-Dollar (Listenpreis 499$) sowie eine GeForce GTX 980 Ti für 600-630 US-Dollar (US-Listenpreis 649$). In beiden Fällen bewegen sich die aktuellen Straßenpreise also etwas unterhalb der Listenpreise – bei der GeForce GTX 980 Ti kommen zudem hier und da schon augenscheinliche Abverkaufsangebote hinzu, aber das darf für diese Kalkulation keine Rolle spielen. In jedem Fall läßt sich somit erkennen, das es preislich bei GeForce GTX 1070 & 1080 ganz in Richtung von GeForce GTX 980 & 980 Ti geht – eventuell exakt zu deren Preislagen (499$ bzw. 649$ Listenpreis) oder aber auch jeweils um 50 Dollar niedriger angesetzt (449$ bzw. 599$ Listenpreis):

GeForce GTX 980 GeForce GTX 980 Ti GeForce GTX 1070 GeForce GTX 1080
Straßenpreis Taiwan 19.000-21.000 NTD 25.000-27.000 NTD 19.990 NTD 27.990 NTD
Straßenpreis DE 470-500€ 620-660€ ? ?
Straßenpreis USA 470-500$ 600-630$ ? ?
US-Listenpreis 499$ 649$ vmtl.: 449-499$ vmtl.: 599-649$

Gänzlich exakt läßt sich dies noch nicht festmachen, denn obwohl die reine Umrechnung die jeweils höheren Preislagen (exakt auf Niveau von GeForce GTX 980 & 980 Ti) ergibt, sprechen andere Argumente eher für die um 50 Dollar niedrigeren Preise: So das nVidia seinen zweithöchsten Chip bislang niemals auf höher als 599 Dollar in den Markt gehen lassen hat (GeForce GTX 680 bei 499$, GeForce GTX 980 bei 549$). Zum anderen schauen die taiwanesischen Straßenpreise vergleichsweise sehr teuer aus, sind eventuell schlecht mit US- und DE-Preisen vergleichbar und daher keine exakte Maßgabe zur Umrechnung in US-Listenpreise. Am Ende dürfte auch das Argument zählen, das AMDs Konkurrenz-Chip Polaris 10 unerwartet stark daherkommt und nVidia daher vielleicht preislich umdenken muß, seine GP104-basierten Grafikkarten preislich gar nicht so hoch ansetzen kann wie dies vorab vielleicht so geplant wurde.

Eine Entscheidung ist hier noch nicht zu treffen – man steht aber auf der sicheren Seite, wenn man den Preisbereich der GeForce GTX 1070 mit 449-499 Dollar bzw. den Preisbereich der GeForce GTX 1080 mit 599-649 Dollar angibt. So oder so scheint nVidias GP104-Chip demzufolge ein teurer Spaß zu werden – sicherlich bedingt durch die höheren Kosten der 14/16nm-Fertigung, aber natürlich auch begründet in der Marktstellung, welche nVidia sich erarbeitet hat. Kommt AMDs Polaris-10-Chip wirklich mit einem Höchstpreis von 349 Dollar daher und nVidia hingegen mit 599-649 Dollar, dann dürfte dies für einiges Aufsehen sorgen, wenn AMD zeitgleich bei der Performance zumindest in die Nähe von nVidia kommt (bzw. die zweite oder dritte GP104-Variante schlagen kann). Hier könnte sich eine ähnliche Situation aufbauen wie seinerzeit zwischen GeForce 200 und Radeon HD 4000 (und später zwischen GeForce 400 und Radeon HD 5000), wo nVidia zwar die klaren Top-Angebote hatte, AMD aber bei den Midrange-Preispunkten deutlich besser dabei war und dort einiges an Umsatz gemacht hat sowie Prestige hinzugewinnen konnte.

GP104-150 GP104-200 GP104-400
Hardware-Ansetzung abgespeckte GP104-Variante mit 6 GB GDDR5-Speicher abgespeckte GP104-Variante mit 8 GB GDDR5-Speicher GP104-Vollausbau (wahrscheinlich 2560 Shader-Einheiten @ 256 Bit GDDR5X-Speicherinterface) mit 8 GB GDDR5X-Speicher
Referenz/Hersteller-Designs nur Herstellerdesigns sowohl Referenz- als auch Hersteller-Designs
sichere Hardware-Abspeckungen klar niedrigere Anzahl an Shader-Einheiten gegenüber GP104-400, 25% kleineres Speicherinterface (192 Bit), niedrigere Taktraten, kein GDDR5X, nur 6 GB Speicher klar niedrigere Anzahl an Shader-Einheiten gegenüber GP104-400, niedrigere Taktraten, kein GDDR5X -
eventuelle Hardware-Abspeckungen eventuell geringfügig niedrigere Anzahl an Shader-Einheiten gegenüber GP104-200, eventuell geringfügig niedrigere Taktraten gegenüber GP104-200 - -
angenommenes Performance-Ziel zwischen GeForce GTX 970 & 980 (Perf.Index ~550-580%) GeForce GTX 980 plus vielleicht 5-10% (Perf.Index ~640-670%) GeForce GTX 980 Ti plus vielleicht 10-15% (Perf.Index ~810-840%)
vermutlicher Listenpreis 329-349 Dollar
(ähnlich GeForce GTX 970)
449-499 Dollar
(ähnlich GeForce GTX 980)
599-649 Dollar
(ähnlich GeForce GTX 980 Ti)
voraussichtlicher Verkaufsname möglicherweise GeForce GTX 1065 GeForce GTX 1070 GeForce GTX 1080
voraussichtlicher Launch-Termin Mitte Juni Computex Anfang Juni Computex Anfang Juni

Derzeit nur eine blanke Annahme, aber womöglich sogar schon zielsicherer benennbar ist dagegen der Listenpreis der GeForce GTX 1065, der dritten GP104-Variante (GP104-150): Da die Karte nunmehr nur mit 6 GB GDDR5-Speicher und damit einem auf 192 Bit beschnittenen Speicherinterface daherkommen soll, dürfte es auch wieder einen etwas größeren Performanceunterschied zur GeForce GTX 1070 geben, welcher die GeForce GTX 1065 effektiv genau zwischen GeForce GTX 970 & 980 stellt. Damit ist ein Listenpreis wie bei der GeForce GTX 970 bei 329 Dollar oder knapp höher bei 349 Dollar anzunehmen – weniger passt kaum zum HighEnd-Ansatz des GP104-Chips und würde auch GeForce GTX 1070 & 1080 als nochmals überteuert erscheinen lassen, mehr würde wiederum ungünstig im Vergleich mit Polaris 10 aussehen, welcher wie gesagt womöglich mit einem Höchstpreis von 349 Dollar antritt.

Nichtsdestotrotz geht nVidia hiermit ein hohes Ziel an, wenn man den GP104-Chip über Grafikkarten-Listenpreise von 349 bis 599 Dollar strecken will, womöglich sogar von 329 bis 649 Dollar. GeForce GTX 1070 & 1080 werden hierbei immer irgendwie ungünstig aussehen, weil deren Mehrpreis deutlich höher ist als es jeweils Mehrperformance gibt: Auf Basis unserer aktuellen Schätzungen wird die GeForce GTX 1070 ca. 15% schneller als die GeForce GTX 1065 zu einem Mehrpreis von ca. 40%, während die GeForce GTX 1080 ca. 45% schneller als die GeForce GTX 1065 ausfällt zu einem Mehrpreis von ca. 85%. nVidia wäre wohl besser beraten, diese Preisstrategie nochmals zu überdenken – was absolut machbar ist, gerade die Preislagen von GeForce GTX 970 & 980 wurden erst eine Woche vor Launch nochmals verändert aka reduziert: Jene Maxwell-basierten Karten waren ursprünglich einmal zu 399$ und 599$ angesetzt, kamen dann aber für 329$ bzw. 549$ in den Markt, endgültig festgesetzt wie gesagt erst wenige Tage vor deren Launch.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 29./30. April 2016

Videocardz haben aus der Benchmark-Datenbank von GFXBench ein paar Benchmarks zu Polaris 11 & 10 herausgezogen – welche leider nichtssagend sind, da in der Höhe größtenteils so deutlich neben den Erwartungen, das man hier in jedem Fall nichts ablesen kann. GFXBench ist ja sowieso nicht für besonders akkurate Messungen bekannt, hinzu kommt noch, das sich je nach Qualität (oder Vorhandensein) der OpenGL-Treiber größere Performance-Unterschiede ergeben können, die dann aber rein Treiber-bezogen sind. Ähnlich dürfte es in dem vorliegenden Fall auch sein, wo Polaris 11 nur manchmal auf der Performance einer GeForce GTX 950 liegt – was aber immer noch etwas schwach ist, von Polaris 11 ist eine Performance eher in Richtung GeForce GTX 960 & Radeon R9 380 zu erwarten. Die Messungen zu Polaris 10 deuten indirekt dessen Potential an (manchmal doppelt so viel wie bei Polaris 11), sind aber dennoch im Schnitt nur auf Höhe jener GeForce GTX 950 – was natürlich nicht passen kann, Polaris 10 ist ein deutlich höherer Ansatz, welcher bei der Performance in Richtung Radeon R9 290X bis Radeon R9 Nano geht. Manchmal sind dann platte 3DMark-Werte doch besser – hiermit ist keine finale Performance-Aussage möglich, aber wenigstens sind die Ergebnisse nicht derart (drastisch) formbar wie beim GFXBench.

Nochmals Videocardz vermelden einen Leak aus dem (derzeit schwer erreichbaren) Chiphell-Forum, welcher die GP104-basierten GeForce GTX 1080 mit 8 GB GDDR5X- sowie die GeForce GTX 1070 mit 8 GB GDDR-Speicher bestätigt – und gleichzeitig eine weiterhin GP104-basierte "GeForce GTX 1060" mit nur 6 GB GDDR5-Speicher ins Spiel bringt. Der Grafikkartenname selber könnte hierbei auch eine reine Annahme des Leakers darstellen, da die Verwendung dieses Namens dann für den nachfolgenden GP106-Chip nur noch die GeForce GTX 1050 Serie übrig lassen würde und dies gemäß des Performance-Ansatzes des GP106-Chips als zu gering ausschaut. Insofern könnte es sich bei dieser dritten GP104-Variante mit dem Chip-Codenamen GP104-150 vielmehr um eine "GeForce GTX 1060 Ti" oder "GeForce GTX 1065" handeln. Die "GeForce GTX 1060" wäre dann frei für den GP106-Chip, die "GeForce GTX 1050 Serie" könnte dem GP107-Chip zugeschlagen werden, welcher nVidias eigentliches Mainstream-Angebot darstellen dürfte (aber erst im Jahr 2017 zu erwarten ist).

Wichtiger ist natürlich die Information über die (angeblich) nur 6 GB GDDR5-Speicher: Entspring jene nicht auch der Phantasie des Leakers, würde nVidia seine kleinste GP104-Variante dann auch noch beim Speicherinterface beschneiden – denn 6 GB GDDR5-Speicher lassen sich nur mit einem 192 Bit Speicherinterface anbinden (nur bei GDDR5X sind auch "krumme" Speichergrößen verfügbar, dort wären sogar 6 GB Speicher an einem 256 Bit Speicherinterface möglich). Dabei klingen die 6 GB Speicher erst einmal ansprechender als die andere Variante von nur 4 GB Speicher – aber bei letzterer hätte es das volle Speicherinterface gegeben, bei 6 GB Speicher wird es in jedem Fall 25% weniger Speicherbandbreite. Dies könnte je nach konkreter Auslegung dennoch für diese "GeForce GTX 1060 Ti" oder "GeForce GTX 1065" ausreichend sein, immerhin hat jene als Performanceziel die GeForce GTX 970 und leicht besser – und letztgenannte aktuelle Karte kommt rein praktisch auch nur mit einem 224 Bit Speicherinterface daher.

Golem berichten über das nächste Anziehen der Daumenschrauben bei Windows 10 – das Betriebssystem läßt unter Cortana und der Taskleiste-Suche ab sofort nur noch den Browser Edge und die Suchmaschine Bing zu, die bisher mögliche Nutzung anderer Browser und Suchmaschinen wurde entfernt. Dies betrifft natürlich nicht die Nutzung anderer Browser und Suchmaschinen als eigene Programme/Apps – das ganze bezieht sich speziell nur auf Cortana. Die praktischen Auswirkungen sind somit eher gering, die Stoßrichtung ist jedoch fatal, weil jene nichts gutes für die weiteren Microsoft- und Windows-Zukunft vermuten läßt. Interessant wäre noch, ob das ganze nicht irgendwie gegen die seinerzeit mit der EU geschlossene Vereinbarung verstößt, auf Feldern wie Browser & Medienplayer nicht die jeweiligen Wettbewerber durch technische Maßnahmen aus dem Windows-Betriebssystem auszuschließen. Aber augenscheinlich kann sich Microsoft derzeit darauf verlassen, das die Wettbewerbshüter alle Augen zudrücken – was seinerzeit mal große, mehrjährige Rechtstreits auslöste, wischt Microsoft heutzutage mit einer Handbewegung weg, ohne das dies den Wettbewerbshütern irgendeine Bemerkung wert wäre.

Nach schwachen Zahlen des PC-Markts vermelden die Marktbeobachter bei IDC nun auch noch schwache Zahlen im Tablet-Markt des ersten Quartals 2016: Mit -14,7% geht es dabei sogar noch stärker herunter als im PC-Segment (-9,6%) – aus dem einstigen PC-Rivalen ist inzwischen ein noch größeres Sorgenkind geworden. Umsatztechnisch dürfte es noch dramatischer aussehen, denn Gründe für steigende Tablet-Preise gibt es kaum, eher dürfte es in die andere Richtung gehen – und einen großen Zubehör- wie Bastler-Markt gibt es hier systembedingt nicht. Allerdings bewegt sich auch auf anderen, ähnlichen Märkten nichts – die Smartphone-Verkäufe verharren auf ungefähr demselben Stand, faktisch gibt es also einen insgesamt stillstehenden bzw. leicht zurückgehenden Markt an Consumer-IT-Devices. Die Gründe hierfür liegen sicherlich zum einen in den übertriebenen Absatzerwartungen der IT-Industrie (die wenigsten benötigen aller zwei Jahre einen Ersatz der vorhandenen IT-Devices; für viele reicht zudem ein einziges IT-Device, nicht gleichzeitig PC, Tablet und Smartphone), zum anderen aber auch im weltwirtschaftlichen und weltpolitischen Gesamtklima, welches die Konsumenten teilweise ganz praktisch einengt, teilweise auch nur vorsichtiger agieren läßt.

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Intel stellt Sofia & Broxton ein, zieht sich aus dem Markt für Smartphone-SoCs zurück

Ein ziemlicher Schocker versteckt sich in einer Analyse zur neuen Intel-Strategie seitens Forbes: Intel hat alle Arbeiten an x86 Smartphone-SoCs eingestellt – im genauen dem LowCost-SoC "Sofia" sowie dem noch nicht erschienenen HighEnd-SoC "Broxton", letzterer ein Abkömmling aus der Apollo-Lake-Entwicklung von Intels LowPower-Prozessoren. Golem bestätigten mittels Rückfrage bei Intel die Einstellung dieser beiden SoCs, nach denen Intel nur noch mit CherryTrail-basierten Produkten als potentielle Smartphone-SoCs dasteht. In beiden Fällen sind die dort herauskommenden SoCs aber nicht wirklich gut für das Smartphone-Segment geeignet – was dann letztlich dazu führt, das Intel jenes Smartphone-Segment faktisch komplett aufgibt. Angesichts der Milliarden-Investitionen (samt Milliarden-Verlusten) in diese Sparte ist dies ein erstaunlicher Schritt, welcher sicherlich dem geringen Markterfolg der x86 Smartphone-SoCs von Intel Rechnung trägt, trotzdem aber für einen Chipriesen wie Intel eine schwere Niederlage darstellt.

Jene Niederlage kommt jedoch nicht von ungefähr – gerade an dieser Stelle wurden die Smartphone-Ambitionen von Intel immer schon sehr kritisch begleitet: Denn Intel war und ist Märkte gewohnt, in welchem man die eigene Hochpreisestrategie von oben herab diktieren kann – und keine Märkte, wo man sich bei allgemeinen Tiefstpreisen um die letzten Cent streitet. Ein Smartphone-SoC ist von der Technik her vielleicht sogar noch mit einem PC-Prozessor vergleichbar, bei Preislage und Marktaufbau ergeben sich jedoch extreme Unterschied – und dies hat Intel nie überbrücken können. In den Anfängen war man viel zu teuer (und auch zu schnell) für den Smartphone-Markt, erst mit Sofia ging es in die richtige Richtung – dies aber womöglich zu spät, inzwischen hat sich auch der Markt an Smartphone-SoCs etwas gesetzt und haben sich gewisse Anbieter-Strukturen herausgebildet. Intel war hier schon zu spät dran und konnte diesen Nachteil auch mit seinen neuen Produkten augenscheinlich nicht mehr einholen. Das größte Problem (und damit Auslöser für die letztliche Aufgabe dieses Segments) dürfte jedoch sein, das es bei diesen Produkten trotz sehr großer Stückzahlen am Ende nicht viel zu verdienen gibt – und damit die Idee, eine Moneymaschine ähnlich wie bei PC-Prozessoren auf die Beine zu stellen, immer schon sehr vermessen war.

Am Ende wird dieser doch recht simple Gedankengang auch Intel aufgegangen sein und läßt man daher dieses wenig gewinnträchtige Marktsegment (derzeit) lieber links liegen. An dem Vorhandensein von Intels LowPower-Prozessoren von aktuell der CherryTrail-Generation und später im Jahr nachfolgend der Apollo-Lake-Generation ändert dies nichts, jene Entwicklungslinie wird weiterhin für Mini-PCs, Miniserver, embedded SoCs, Netbooks, kleine Notebooks und letztlich auch das eine oder andere Tablet bzw. 2-in-1-Gerät benötigt. Intel wird sich also nur aus dem Markt für Smartphone-SoCs zurückziehen, bei Tablet-SoCs aber weiterhin versuchen mitzuspielen – mit sicherlich nicht dem ganz großen Erfolg, aber diese Produktlinie der LowPower-Prozessoren existiert nun sowieso schon aus vielfältigen Gründen und scheint auch ganz gut zu laufen. Ob Intel später noch einmal einen neuen Anlauf nimmt, um im Markt der Smartphone-SoCs Fuß zu fassen, bliebe streng abzuwarten – wenn, dann wahrscheinlich nur dann, wenn sich die Voraussetzungen in diesem Markt irgendwie ändern und dies Intel dann besser in die Karten spielen würden. Denn Intel ist (sehr) hohe Margen und eine technologische Alleinführerschaft gewohnt – genau diese Punkte lassen sich aber derzeit im Markt der Smartphone-SoCs aufgrund des dort stattfindenden harten Konkurrenzkampfs nicht erreichen.

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Erster Hinweis zum Namensschema der Polaris-basierten Radeon R400 & M400 Serien

Während bei nVidias Pascal-Generation schon gewisse Grafikkarten-Namen festzustehen scheinen, wird bei AMDs Polaris-Generation derzeit meistens behelfsmäßig mit den Chipnamen selber operiert, da noch keinerlei Grafikkarten-Namen bekannt sind bzw. alles diesbezügliche im Feld der Spekulationen angesiedelt ist. Bislang bekannt sind nur einige Namen zu Radeon M400 Mobile-Lösungen, welche jedoch allesamt auf Rebrandings aufbauen – und zudem bei der Radeon R9 M470X aufhören. Mit einer weiteren Meldung bringen Videocardz nun jedoch Daten zu einer Polaris-11-basierten Radeon R9 M480, welche mit Taktraten von ≤1000/2500 MHz unter wahrscheinlich einer gewissen Abspeckung des Polaris-11-Chips antreten soll. Außer das AMD augenscheinlich sehr früh dran ist mit entsprechenden Mobile-Varianten der Polaris-Generation (natürlich gut zum Erlangen vieler OEM-Aufträge), läßt sich hieran dann endlich etwas halbwegs sicheres zum Namensschema der Radeon R400 & M400 Serien ablesen: Wenn Polaris 11 im Mobile-Segment für Radeon R9 M480 & 480X steht, dann dürfte Polaris 10 demzufolge für Radeon R9 490 & 490X stehen. AMD hat schließlich kürzlich ausgesagt, das auch Polaris 10 ins Mobile-Segment kommt – und auch früher hat AMD schon derart große Chips für das Mobile-Segment adaptiert (Pitcairn bei 212mm², Tonga bei 352mm²).

Damit kann man zum Radeon M400 Portfolio schon eine halbwegs feste Einschätzung der jeweiligen Namenswahl abgeben. Die Namenswahl bei den Desktop-Modellen der Radeon R400 Serie ist dagegen leicht spekulativ, basiert aber auf haltbaren Annahmen: Bislang hat AMD immer den höchsten Mobile-Chip im Desktop mindestens eine Stufe tiefer benannt – so geschehen zum einen bei der Radeon HD 7950M & 7970M auf Pitcairn-Basis, welcher sich im Desktop als Radeon HD 7800 Serie ausgab. Oder auch eher kürzlich bei der Radeon R9 M395X auf Tonga-Basis, welche im Desktop die Radeon R9 380 Serie gibt. Hieraus ergibt sich für uns ein klarer Hinweis darauf, das sich Polaris 11 – welcher im Mobile-Segment als Radeon R9 M490 Serie antreten wird – in Desktop-Gefilden dann die Radeon R9 480 Serie bilden sollte, worauf Polaris 11 dann logischerweise die Radeon R9 470 Serie geben muß. Der Rest des Desktop-Segments dürfte mit Rebranding-Lösungen gefüllt werden, so wie das schon im Mobile-Segment der Fall ist – worauf sich folgende Portfolio-Aufteilung bzw. folgendes Namensschema in der Polaris-Generation ergeben sollte:

Radeon R400 (Desktop) Chip Radeon M400 (Mobile)
Radeon R9 480 Serie Polaris 10
GCN 2.0, 2560 SE @ 256 Bit GDDR5
Radeon R9 M490 Serie
Radeon R9 470 Serie Polaris 11
GCN 2.0, 1280 SE @ 128 Bit GDDR5
Radeon R9 M480 Serie
? Bonaire
GCN 1.1, 896 SE @ 128 Bit GDDR5
Radeon R9 M470 Serie
? Oland
GCN 1.0, 384 SE @ 128 Bit GDDR5
Radeon R7 M440 & M460 Serien
Radeon R5 M430, M440 & M460 Serien

Es ergeben sich hiermit auch deutliche Hinweise darauf, das AMD für die kommenden Radeon R400 & M400 Serien nur die früheren Grafikchips Bonaire und Oland weiterverwenden wird, nicht aber andere Grafikchips. Selbige könnten im Desktop-Segment zwar weiterlaufen, dann aber unter ihren früheren Namen und damit natürlich über kurz oder lang in Richtung Auslauf gehend. Angesichts von Polaris 11 & 10 benötigt AMD sowieso nur noch kleiner angesetzte Grafikchips: Bonaire ist bei weitem nicht so energieeffizient wie Polaris 11, aber bei einer ähnlichen Chipfläche in einer günstigeren Fertigung auf einem klar niedrigeren Performance-Level unterwegs und ist demzufolge als neue LowCost-Lösung anzusehen. Der Oland-Chip ist bei ~100mm² Chipfläche dann sowieso konkurrenzlos günstig herzustellen und wird insbesondere im Mobile-Segment für absolute Einsteigerlösungen benötigt – nicht zwingend seitens der Konsumenten, diese wären mit einer leistungsfähigen APU besser dran, aber die Notebook-Hersteller bestehen leider auf solcherart LowEnd-Lösungen.

Kommt das Namensschema für die Radeon R400 & M400 Serien in dieser Form, dann würde AMD im Desktop bewußt Platz lassen für eine Radeon R9 490 Serie, welche dann durch die 2017er Vega-Chips gebildet werden könnte. Denkbar wäre auch eine Radeon R9 490 Serie sowie eine zweite Grafikkarten-Serie mit Sondernamen wie bei der Radeon R9 Nano/Fury Serie, sofern AMD gleich zwei Vega-Chips für das Consumer-Segment plant (möglich wäre aber auch, das einer der Vega-Chips eine reine HPC-Entwicklung wird wie bei nVidias GP100-Chip). Zumindest erscheint es so, als wollte AMD im Desktop-Segment die Radeon R400 Serie über insgesamt zwei Kalenderjahre aufbauen, nicht also nächstes Jahr unvermittelt zur "Radeon R500 Serie" wechseln. Wie dies im Mobile-Segment aussieht, bliebe abzuwarten, dort erwarten die Notebook-Hersteller einfach jährlich etwas "neu klingendes" – ganz egal ob es Rebrandings sind oder sogar nur das absolut selbe nur mit neuer Treiber-Benennung ist.

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Die Systemanforderungen zu Forza Motorsport 6: Apex

Gleichzeitig mit der Ankündigung der am 5. Mai startenden und über den Sommer laufenden offenen Beta zu "Forza Motorsport 6: Apex" hat Spieleentwickler Turn 10 auch die offiziellen Systemanforderungen des Titels bekanntgegeben. Das Autorennspiel basiert auf der langjährigen Forza-Serie, welche mit dem Apex-Ableger erstmals außerhalb der verschiedenen Xbox-Konsolen unterwegs ist – allerdings auf dem PC fest an Windows 10 gebunden, obwohl die zugrundeliegende Engine sicherlich im Original nur mit DirectX-11-Methoden arbeitet. Für die PC-Variante wurde das ganze natürlich auf das DirectX-Level 12 angehoben, womit (neben Windows 10 64-Bit) eine entsprechende Grafikkarte obligatorisch wird. Positiverweise haben die Spieleentwickler diverse PC-Optimierungen wie abschaltbares VSync, fps-Zähler und Auflösungs-Support bis zu 4K eingebaut. Zudem gibt es die Systemanforderungen in drei Stufen, wobei die beiden höheren jeweils mit einer Zielauflösung wie auch Zielframerate operieren: Die Empfehlungen sind für FullHD mit 60 fps gedacht, die "Ideal"-Anforderungen für 4K mit 60 fps. Demzufolge gibt es auch drei Notierungen zur gewünschten Hauptspeicher-Menge: Das Minmum liegt bei immerhin 8 GB, empfohlen sind 12 GB, ideal dagegen 16 GB samt einer SSD.

Auf Prozessoren-Seite will man minimal einen Intel Core i3-4170 (2C+HT, 3.7 GHz) sehen, was eine erreichbare Anforderung für typische Gamer-Systeme darstellt. Mit etwas Glück könnten hier auch noch AMDs beste APUs sowie die altehrwürdigen Core 2 Quad Prozessoren (unter starker Übertaktung) mitkommen – sowie natürlich alles neuere und bessere von AMDs FX-Prozessoren bis hin zu Intels Vierkernern. Die Empfehlung spricht man hingegen zugunsten eines Intel Core i7-3820 (4C+HT, 3.6/3.8 GHz) aus – eine ungewöhnliche Wahl, handelt es sich doch um ein Modell aus Intels E-Portfolio, auch wenn es "nur" ein Vierkerner ist. Hier dürften alle moderneren Intel-Vierkerner mitkommen, sowie frühere Core-i7-Modelle bei entsprechend hoher Taktrate. Ob ein FX-Prozessor diese Leistung mitgehen kann, hängt dann an den Eigenheiten der benutzten Engine – im PC-Umfeld wäre dies eigentlich eher unüblich, aber da das Grundspiel von der Xbox One (mit AMD Achtkern-SoC) kommt, läßt sich dieser Gedanke nicht gänzlich ausschließen. Gleiches gilt auch für die "Ideal"-Anforderung eines Intel Core i7-6700 (4C+HT, 3.4/4.0 GHz) – was in jedem Fall keinen großen Leistungssprung zwischen den beiden höheren Anforderungsstufen aufzeigt.

minimale Anforderungen empfohlene Anforderungen "Ideal"-Anforderungen
Betriebssystem Windows 10 64-Bit
Prozessor Intel Core i3-4170 (2C+HT, 3.7 GHz) Intel Core i7-3820 (4C+HT, 3.6/3.8 GHz) Intel Core i7-6700 (4C+HT, 3.4/4.0 GHz)
RAM 8 GB 12 GB 16 GB + SSD
DirectX DirectX 12
Grafikkarte AMD Radeon R7 250X
nVidia GeForce GT 740
AMD Radeon R9 290X
nVidia GeForce GTX 970
AMD Radeon R9 Fury X
nVidia GeForce GTX 980 Ti
VRAM 2 GB 4 GB 6+ GB
HDD 30 GB freier Festplattenplatz
Dienste kein Dienst benötigt
Anmerkung: Speichermengen sowie Anzahl an CPU-Rechenkernen werden in aller Regel nicht zwingend vorausgesetzt

Auf Grafikkarten-Seite steigt man bei den Minimal-Anforderungen mit AMD Radeon R7 250X (Perf.Index 145%) oder nVidia GeForce GT 740 (Perf.Index ~110% bei Nutzung von GDDR5-Speicher) auf jeweils 2 GB Grafikkartenspeicher vergleichsweise niedrig ein, zumindest wenn man es mit anderen aktuellen Titeln vergleicht. Zusammen mit dem vorgenannten Core-i3-Prozessor dürfte der Einstieg in Forza Motorsport 6: Apex damit sehr vielen PC-Systemen gelingen können – zu welcher Optik, steht dann sicherlich auf einem anderen Blatt. Die Empfehlung ergeht an AMD Radeon R9 290X (Perf.Index 520%) oder nVidia GeForce GTX 970 (Perf.Index 520%) mit jeweils 4 GB Grafikkartenspeicher, dies ergibt einen riesigen Sprung von dem 3,6fachen bzw. dem sogar 4,7fachen zwischen Minimum und Empfehlung. Trotzdem reicht es noch zum flüssigen Spiel unter UltraHD, denn die hierfür konzipierte "Ideal"-Anforderung sieht dann AMD Radeon R9 Fury X (4K Perf.Index 100%) oder nVidia GeForce GTX 980 Ti (4K Perf.Index 100%) mit jeweils 6 GB oder mehr Grafikkartenspeicher vor. Insgesamt betrachtet handelt es sich also um ziemlich hohe Systemanforderungen, gerade die aufgerufenen Speichermengen sowie den Punkt betrachtend, daß das Spiel ursprünglich von der (inzwischen dramatisch leistungsschwächeren) Xbox One kommt.

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