30

Hardware- und Nachrichten-Links des 30. Oktober 2014

Die PC Games Hardware berichtet über fernöstliche Gerüchte, wonach auch nVidia auf den Zug mit 8-GB-Grafikkarten aufspringen und demnächst eine GeForce GTX 980 mit eben 8 GB Grafikkartenspeicher präsentieren will. Damit würde man gegenüber AMDs kommenden Angebot einer Radeon R9 290X mit 8 GB Speicher entgegentreten – wobei es sich in beiden Fällen um reine Prestige-Angebote handeln wird, die realen Nutzungsmöglichkeiten von mehr als 4 GB Grafikkartenspeicher sind derzeit doch arg beschränkt. Zudem scheint nVidia sein Mehrspeicher-Angebot auf die GeForce GTX 980 oder wenigstens die neuen Maxwell-Grafikkarten zu beschränken – und nicht die viel eher nach mehr Speicher dürstenden Kepler-Grafikkarten entsprechend neu aufzulegen. Hier kommt der gestern schon genannte Grund ins Spiel: Die Kepler-Serie wird mittelfristig auslaufen, der Ersatz in Form der GeForce GTX 960 Serie wird kaum mehr Performance mitbringen, so daß der Mehrspeicher der GeForce GTX 960 Serie ein hauptsächliches Verkaufsargument dieser sein wird – welches sich nVidia natürlich erhalten muß.

Auf der AMD-Seite tröpfeln nun inzwischen weitere Informationen nach draußen: So soll es ab dem 6. November die Radeon R9 290X mit 8 GB Grafikkartenspeicher von Club3D, MSI PowerColor und Sapphire geben, Videocardz zeigen Bilder einer entsprechenden MSI-Karte. Interessanterweise soll der Mehrpreis bei nur 50 Euro gegenüber den regulären 4-GB-Modellen liegen, was für 4 GB GDDR5-Speicher sehr attraktiv erscheint – oftmals kostet allein der Sprung von 2 auf 4 GB gleich 30-40 Euro. Gegenüber dem einzelnen verfügbaren Radeon R9 290X Modell mit 8 GB Speicher seitens Sapphire, welches (noch) einen astronomischen Mehrpreis von gleich 300 Euro hat, ist dies in jedem Fall ein extremer Fortschritt. Ob weitere Hersteller hier mit einsteigen wollen (bzw. dürfen) oder ob es auch noch die Radeon R9 290 ohne "X" mit gleich 8 GB Grafikkartenspeicher geben wird, ist derzeit allerdings noch nicht bekannt.  (Foren-Diskussion zum Thema)

Die ComputerBase berichten über einige weitere Wortmeldungen von Ubisoft zu den Systemanforderungen von Assassin's Creed: Unity, welche bislang mit mindestens Radeon HD 7970 oder GeForce GTX 680 extrem Hardware-fressend aussehen. Allerdings ist dies laut Ubisoft wohl vonnöten, da das Spiel sogar 3 GB Grafikkartenspeicher bedingt – was wiederum wenig zur GeForce GTX 680 passt, die Karte wird per default nur mit 2 GB Speicher ausgeliefert. Nach wie vor ist es allerdings unwahrscheinlich, daß Ubisoft mit den bisher aufgerufenen Anforderungen ein echtes Minimum wiedergibt. Viel eher wahrscheinlich handelt es sich bei den genannten Spezifikationen um die Anforderungen für ein flüssiges Gameplay auf höchster Darstellungsqualität, ergo nicht wirklich um Mindest-Anforderungen. Genaueres wird sich aber wohl schon in nächster Zeit ergeben, da der Titel ab 13. November im Handel verfügbar sein wird.

Zum gestern erwähnten "Alienware Graphics Amplifier" für Dells Alienware 13 Gaming-Notebook gibt es noch zwei Nachträge zu notieren: Erstens einmal hat Dell höchstselbst entsprechende Benchmarks mit einer Radeon R9 290X aufgestellt – was die Frage klärt, ob auch AMD-Grafikkarten verbaubar sind. Faktisch dürften alle heutigen DualChip-Grafikkarten im Amplifier nutzbar sein, der entsprechende Platz und ein leistungsfähiges Netzteil hierfür sind vorhanden. Und zweitens konnte bestätigt werden, daß man mit der externen Grafiklösung in der Tat das Notebook-Display ansteuern kann, ergo die Lösung im technischem Sinne rund ist – abgesehen davon, daß sie nur an diesem einzelnen Dell-Notebook funktioniert und das ganze System aus Notebook und Amplifier zudem mit 1300 Euro nicht gerade günstig ist, die verbaute Desktop-Grafikkarte käme hierbei noch oben drauf. Gegenüber früheren, technisch zumeist halbgaren Lösungen für externe Grafik erscheint das Dell-Angebot aber wenigstens erst einmal als sinnvoll nutzbar.  (Foren-Diskussion zum Thema)

Gemäß WinFuture arbeitet Microsoft an einer Server-Version von Windows für ARM-Prozessoren, basierend auf den Grundlagen und Erfahrungen mit dem ebenfalls ARM-basierten Windows 8 RT. Ein Markteinsatz ist offiziell noch nicht bestätigt – andererseits wird eine solche Windows-Version eigentlich zwingend benötigt, denkt man an die Pläne von AMD und nVidia zu ARM-basierten Server-Prozessoren. Natürlich können jene auch unter UNIX bzw. Linux laufen, aber Microsoft will sich sicher nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, nur weil man keinen Support für die momentan am stärksten nach vorne schreitende Prozessoren-Architektur anbietet. Für den normalen PC-Käufer könnten sich über diesen Server-Support von ARM-Prozessoren bei Windows mittel- und langfristig auch entsprechende Vorteile bieten – so könnte es passieren, daß irgendwann einmal die ganz normalen Windows-Versionen per default nicht nur x86-CPUs, sondern eben auch ARM-CPUs unterstützen, der PC-Käufer also völlige Wahlfreiheit erhält.

30

GeForce GTX 980: Performancegewinne durch zwei, drei und vier Grafikkarten unter SLI

Bei PC Perspective hat man sich eingehend mit dem Performancegewinnen unter Mehrfach-SLI bei einer GeForce GTX 980 beschäftigt. Einzurechnen ist dabei vorab, daß bei einer Grafikkarte am obersten Ende des Leistungsspektrums der SLI-Gewinn gerade bei mehr als zwei Grafikkarten oftmals unterdurchschnittlich ausfallen kann – einfach, weil die Rohpower unter Paarung von drei oder vier der derzeit schnellsten SingelChip-Grafikkarten derart hoch ausfällt, das viele Spiele damit nichts mehr anfangen können bzw. daß man oftmals platt in CPU-Limits hineinläuft. Aus diesem Grunde hat man bei PC Perspective auch gleich nur noch unter 2560x1440 und 3840x2160 gemessen – zumindest unter letzterer Auflösungen sollte es eigentlich weniger das Problem geben, auch mit vielen Grafikkarte noch Leistungsgewinne zu erzielen.

eine GTX 980 zwei GTX 980 drei GTX 980 vier GTX 980
theoretische Leistungsfähigkeit 100% 200%  (+100%) 300%  (+50%) 400%  (+33%)
reale Performance unter 2560x1440 100% 161,3%  (+61,3%) 192,9%  (+19,6%) 204,3%  (+5,9%)
reale Performance unter 3840x2160 100% 178,8%  (+78,8%) 224,3%  (+25,4%) 241,2%  (+7,5%)
SLI-Effizienz unter 2560x1440 - 61,3% 46,5% 34,8%
SLI-Effizienz unter 3840x2160 - 78,8% 62,2% 47,1%

Unter 2560x1440 zeigt sich jedoch das befürchtete Problem deutlich: Zwischen drei und vier Grafikkarten bewegt sich recht wenig, eine Reihe von Spielen zeigt nur die nahezu identische Performance, ein einzelnes läuft sogar deutlich langsamer. Ausnahmen wie Crysis, welches wie aus dem Lehrbuch skaliert, können dies nicht mehr retten – die vierte Grafikkarte ist hier übertrieben, sie bringt schließlich auch nur 5,9% Performancegewinn gegenüber der dritten Grafikkarte. Die SLI-Effizienz ist zudem allgemein schlecht, bei zwei Grafikkarte gewinnt man 61,3% vom theoretischen Maximum, bei drei Grafikkarten nur noch 46,5%. Dies dürfte aber darauf zurückzuführen sein, daß 2560x1440 einfach keine Anforderung für eine GeForce GTX 980 unter SLI darstellt.

Unter 3840x2160 ändert sich dies dann schnell: Insbesondere die SLI-Effizienz geht auf 78,8% mit zwei Grafikkarten und wenigstens 62,2% mit drei Grafikkarten hinauf, dies sind gangbare Werte – im Normalfall sind 80% SLI/CrossFire-Effizienz über eine größere Anzahl von Spielen erreichbar, mehr ist aufgrund einzelner Problemtitel kaum realistisch. Nach wie vor macht die vierte Karte aber Probleme, deren SLI-Effizienz liegt bei nur noch 47,1%, der Performancegewinn gegenüber der dritten Karte bei unrentablen 7,5%. Es sieht fast so aus, als hätte nVidia die SLI-Treiber speziell auf die Anforderungen von drei Grafikkarten hin optimiert – wohl wissend, daß mit den meisten Mainboards und Gehäusen sowieso keine vier DualSlot-Grafikkarten verbaubar sind.

In der Summe der Dinge zeigt sich, daß SLI (und bei CrossFire wird es ähnlich sein) derzeit eine Spielwiese für 4K ist – unter regulären Auflösungen jedoch kaum benötigt wird bzw. nur unterdurchschnittliche Performancegewinne abwirft, zumindest mit einer GeForce GTX 980. Unter 4K kommt jede Grafikkarte jedoch schnell auf eine SLI-Effizienz von nahezu 80%, was in der Nähe des normalerweise erreichbaren liegt. Allerdings sind nur maximal drei GeForce GTX 980 im SLI-Verbund sinnvoll, die vierte Karte muckt bei einigen Spielen und bringt insgesamt nur noch einen minimalen Leistungsgewinn, ist daher vollkommen verzichtbar.

Anmerkung:
In der ersten Fassung dieser Meldung wurden in der Tabelle und im Text noch falsche, etwas zu hohe Werte zur SLI-Effizienz notiert. Als "SLI-Effizienz" wird dabei generell betrachtet, was die zusätzlichen Karten an realer Mehrleistung im Verhältnis zum theoretischen Maximum erzielen. Eine SLI-Effizienz von 47,1% bedeutet also, daß die zusätzlichen Karten von dem, was sie nominell mehr bringen sollten, praktisch nur 47,1% mehr bringen.

29

Hardware- und Nachrichten-Links des 28./29. Oktober 2014

Laut den SweClockers (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) wird AMD im November doch noch einmal neue Grafikkarten bringen – allerdings "nur" in Form der Radeon R9 290X mit 8 GB Speicher. Bisher waren 8-GB-Varianten den Grafikkarten-Herstellern faktisch "verboten", nun soll diese Begrenzung wohl fallen und AMD versuchen, mit diesen neuen Modellen, welche sicherlich auch ab Werk übertaktet sind, neuen Schwung in sein Angebots-Portfolio zu bringen. Ob dies gelingt, darf allerdings durchaus hinterfragt werden, da die bisher bei der Radeon R9 290 Serie gebotenen 4 GB Speicher schon ziemlich perfekt sind. Nur in Ausnahmefällen ist noch mehr Speicher nützlich (CrossFire-Systeme oder Nutzer von Grafikqualität-Mods, auch in Verbindung mit 4K oder Downsampling), dafür sind dann 8 GB Speicher sicherlich auch gern gesehen – aber ein großes Geschäft ist damit nicht zu machen, das Marktpotential dieser Nische ist zu klein.

Auch bei den kleineren AMD-Modellen – Radeon R9 280 Serie mit 3 GB und Radeon R9 270 Serie mit 2 GB Speicher – bietet AMD derzeit durchgehend eine nahezu ideale Speicherbestückung für die Leistungsfähigkeit der jeweiligen Karten an (mit einer Ausnahme bei der Radeon R9 285), da ist kaum großes Potential für etwaige Speicherverdopplungen zu sehen. Dagegen hat nVidia in diesem Feld Nachholbedarf, denn die HighEnd-Modelle GeForce GTX 670, 680 und 770 sind mit jeweils 2 GB Grafikkartenspeicher doch etwas zu knapp für die heutige Spielesituation bemessen – ganz besonders, wenn man über einfaches 1920x1080 hinausgehen will. Andererseits muß nVidia hier derzeit auch nichts tun, weil sich deren (alte) Grafikkarten nach wie vor gut verkaufen und der augenfällige Vorteil der zum Jahresanfang 2015 anstehenden GeForce GTX 960 Serie dann um so größer wird, wenn jene mit 3 GB Grafikkartenspeicher (aufgrund des 192 Bit DDR Speicherinterfaces) gegen die 2 GB Speicher der vorgenannten nVidia-Karten antreten wird.  (Foren-Diskussion zum Thema)

Breit berichtet wird derzeit über einen neuen Anlauf bei externer Grafik für Mobile-Geräte in Form einer proprietären Lösung beim Dell "Alienware 13" Gaming-Notebook. Jenes ist mit einem "Alienware Graphics Amplifier" koppelbar, was ein externes Gehäuse für Desktop-Grafikkarten mit eigenem Netzteil darstellt, welches über einen externen PCI Express 2.0 Anschluß ans Notebook angeschlossen wird. Leider hat sich Dell hier eine vollkommen gerätespezifische Lösung ausgedacht, welche weder mit Geräten anderer Hersteller noch mit eigenen früheren Alienware-Notebooks kompatibel sein soll – nutzbar ist der Amplifier also nur mit dem Alienware 13 Notebook. Unbekannt ist zudem noch, wieviele PCI Express Lanes die externe Anbindung nutzt, maximal 8 Lanes stehen dem im Notebook verbauten Core i5-4210U Prozessor zur Verfügung. Dagegen gibt es wenigstens ein paar Daten zum Amplifier-Gehäuse: Jenes kann DualSlot-Grafikkarten mit mindestens 27cm Länge (eventuell auch mehr) aufnehmen, deren TDP bis zu 375 Watt betragen darf (verbaut ist ein 460-Watt-Netzteil).

Auch wenn viele Detailinformationen noch fehlen, zeigt dies deutlich auf eine sehr kraftvolle Lösung an, die nicht die Fehler vorhergehender Versuche im Feld der externen Grafik wiederholt. Wahrscheinlich läßt sich im Amplifier jede der heutigen HighEnd-Grafikkarten (sofern DualSlot) mit auch entsprechendem Performancegewinn verbauen – letzteres darauf spekulierend, daß die maximalen 8 PCI Express 2.0 Lanes des Standards der externen Grafik zugeführt wurden. Ein erster Test bei Gizmondo mit einer im Amplifier verbauten GeForce GTX 980 gibt eine gute Wertung für dieses System ab, spart jedoch leider an exakten Benchmarks. Allerdings erscheint es laut dem Wortlaut des Artikels fast so, als würde die externe Grafik im Amplifier sogar das Notebook-Display direkt befeuern können – sollte sich dies bestätigen, hätte Dell fast alle Anwenderwünsche erfüllt. In jedem Fall sind jedoch weitere, intensive Tests zu Dells "Alienware Graphics Amplifier" anzuraten, um mehr Detailinformationen zu erhalten und die Performance des Geräts quantifizieren zu können.  (Foren-Diskussion zum Thema)

Der Planet 3DNow! ist der Frage nachgegangen, ob und in welcher Höhe die jüngsten Preissenkungen bei AMDs APUs im deutschen Einzelhandel angekommen sind. Nominell sind dabei die Preissenkungen der Straßenpreise klar niedriger als die Preissenkungen der Listenpreise – diese platte Rechnung bezieht aber nicht den Effekt mit ein, daß die Straßenpreise auch schon vor der Preissenkung teilweise klar unter den Listenpreisen lagen. Rechnet man dagegen die neuen Listenpreise um und vergleicht jene mit den aktuellen Straßenpreisen, passt es wieder bzw. liegen die aktuellen Straßenpreise teilweise sogar schon wieder etwas als die (umgerechneten) Listenpreise. Natürlich hat damit die aktuelle Preissenkung nur zum Teil zu niedrigeren Straßenpreisen geführt – und zum anderen Teil war die offizielle Preissenkung nur eine Reaktion auf schon unterhalb der Listenpreise liegende Straßenpreise.

Die eigentliche Frage zu diesen APU-Preisen ist aber sowieso, wieso AMD nicht von Anfang an mit dieser neuen Preislage angetreten ist. Die AMD Mainstream-APUs mögen technisch Vierkerner sein, von der Performance und dem Anforderungsprofil müssen sie sich dennoch mit Intels Zweikernern messen – und können diesen Wettstreit auch oftmals für sich entscheiden, wie die seinerzeitige Launch-Analyse zu Kaveri ergab. Um mit Intel in diesem, ausgerechnet auch noch stark preissensitiven Markt mithalten zu können, muß AMD jedoch nicht nur dieselbe Performance bieten, sondern – gegen den klaren Platzhirsch – eigentlich auch die besseren Preise bieten. Dazu im Widerspruch ging der A10-7850K seinerzeit jedoch mit 173$ Listenpreis in den Markt, während der schnellste Core i3 bei 149$ steht – und erst jetzt nach der offiziellen Preissenkung vom neuen Preis des A10-7850K mit 143$ knapp unterboten wird. Jenen – oder eigentlich noch einen besseren Preis – hätte AMD von Anfang an machen müssen, die Preise der Core i3 Prozessoren sind schließlich bekannt und über die letzten Jahre auch stabil. Ob diese späte Preissenkung AMD jetzt noch großartig weiterhilft, darf bezweifelt werden – die Urteile über Kaveri sind längst gefällt, da ist dann später nur schwerlich noch etwas dran zu ändern.

28

Umfrage-Auswertung: Wie sind derzeit die Aussichten für Windows 10?

Die Umfrage der vorletzten Woche beschäftigte sich mit den Aussichten von Windows 10 gemäß den bisher vorliegenden Informationen – welche zugegeben eigentlich noch nicht ausreichend für eine wirkliche Beurteilung von Windows 10 sind. Dennoch ist das Interesse an diesem Thema natürlich breit vorhanden, gerade nach dem sehr mittelmäßig gelaufenem Windows 8. Und gegenüber dem seinerzeitigen allerersten (sehr schwachen) Eindruck zu Windows 8 kommt Windows 10 klar besser weg – ohne aber wirklich Bäume auszureißen, positiv gestimmt könnte man sagen, daß da noch viel Potential nach oben ist. Denn die Anzahl der klaren Gegner ist auch bei Windows 10 schon wieder größer als die Anzahl der klaren Beführworter. Wenigstens sind unter denjenigen, welche sich erst angesichts des finalen Produkts entscheiden wollen, derzeit (klar) mehr positive als negative Stimmen, bei einem jedoch weiterhin großen Anteil an noch unentschiedenen Anwendern.

Es kann also bei Windows 10 noch in alle beide Richtungen gehen – sowohl Fehlschlag als auch klarer Erfolg, die konkrete Ausführung des finalen Produkts wird entscheidend sein. Und diesesmal werden die Nutzer von Anfang an viel genauer als bei Windows 8 hinsehen – Microsoft muß es also im ersten Versuch richtig machen, mittels Windows 8 ist in dieser Frage viel Reputation verspielt worden. Als Maßgabe für Microsoft bei der weiteren Entwicklung sowie dem Feintuning von Windows 10 darf man durchaus die bisher schon geäußerte Kritik an Windows 10 ansehen. Noch bei Windows 8 hat Microsoft den großen Fehler gemacht, die klar ersichtliche Vorab-Kritik weitgehend zu ignorieren und nachfolgend auf das bekannte Fiasko zuzusteuern. Es liegt an Microsoft, es diesesmal besser zu machen – und zwar durch echte Handlungen und nicht nur durch reines Versprechen.

27

Hardware- und Nachrichten-Links des 27. Oktober 2014

Die PC Games Hardware vermeldet erste Benchmarks zur Radeon R9 M295X mit Tonga-XT-Grafikchips aus Apples iMac 5K. Die notierten Werte lassen sich größtenteils nicht gut direkt vergleichen, aber dennoch sieht es so aus, als würde diese Radeon R9 M295X klar oberhalb einer Radeon R9 280X herauskommen – und damit der Tonga-Chip den Tahiti-Chip abhängen können, trotz der identischen 2048 Shader-Einheiten, des bei (den bisherigen Versionen von) Tonga kleinerem Speicherinterface sowie den geringeren Taktraten. Dies macht eine gewisse Hoffnung darauf, daß AMD aus dem Tonga-Chip noch viel mehr herausholen kann als bisher mit der Radeon R9 285 gezeigt wurde. In einer voll aufgebohrten Desktop-Version ist möglicherweise sogar die Performance-Region einer Radeon R9 290 anpeilbar – womit sich letztlich die Auflage dieses (für seine Hardware-Daten) ungewöhnlich großen Grafikchips dann doch noch erklären lassen würde.

Nochmals die PC Games Hardware berichtet über eine neuerliche Nennung des AMD-Grafikchips "Topaz" – ohne aber daß es auch diesemal wirklich sichere Fakten dazu gäbe, wo sich dieser Grafikchip einordnen lassen kann. Die bisher beste Vermutung ist nach wie vor, daß es sich hierbei schlicht um eine Mobile-Abwandlung von AMDs LowEnd-Chips "Iceland" handeln dürfte – AMD vergibt für die gleichen Chips im Desktop- und im Mobile-Segment (zumeist) jeweils unterschiedliche Codenamen, auch wenn es sich um das hundertprozentig identische Stück Silizium handelt. Iceland wiederum sollte eigentlich längst spruchreif sein, ist aber bisher noch nicht in eindeutiger Form aufgetaucht – wobei solcherart LowEnd-Lösungen auch oftmals ohne echte Ankündigung in den Markt oder zu den OEMs kommen, gänzlich sicher ist auch dieser Punkt nicht.

Klar ist nur, daß AMD derzeit wohl mit seinem Produktprogramm recht zufrieden ist und vor Jahresschluß kaum noch etwas an seinem Angebotsportfolio verändern dürfte – Preissenkungen für bestehende Produkte natürlich ausgenommen. Im nächsten Frühjahr dürfte AMD dann aber um so aktiver werden, weil zum einen die Radeon R300 Serie mit dem Fiji-Chip an der Spitze gestartet werden dürfte – die restlichen Grafikkarten der Radeon R300 Serie werden dann aus neuen Tonga-Modellen sowie wahrscheinlich wieder Rebrandings bestehender Grafikkarten bestehen. Und zum anderen dürfte AMD dann auch eine neue Mobile-Serie auflegen, nachdem man bisher immer jedes Jahr neue Mobile-Beschleuniger aufgelegt hat – ganz egal ob auf Basis neuer oder eben schon bekannter Grafikchips. Spannend wird hierbei sein, wie hoch der Anteil an Rebrandings jeweils sein wird – oder ob AMD dann doch noch mit weiteren neuen Grafikchips neben Fiji überrascht.

Heise berichten über ein Prozessoren-Projekt des US-Startups "Soft Machines", deren "VISC" Prozessoren-Architektur zum einen x86- und ARM-Code verarbeiten kann, zum anderen eine Möglichkeit von inversem Hyper-Threading anbietet. Dabei versucht man schlicht, mehrere Rechenkerne an einem Thread arbeiten zu lassen – um somit die SingleThread-Performance maßgeblich zu erhöhen. Laut Angaben der Entwickler funktioniert dies auch schon ganz gut, ein zweiter Kern steigert die SingleThread-Performance um 50-60%, der dritte Kern dann noch um 20-30% und der vierte Kern dann noch 10-20%. In der Summe will man mit VISC also eine SingleThread-Performance von dem 2fachen bis 2,5fachen eines regulären Rechenkerns erreichen – was ein sehr hoher Wert wäre, derartige Steigerungen sind heutzutage über Architektur-Fortschritte nur im Laufe vieler Jahre & Entwicklungsstufen realisierbar.

Angesichts dessen, daß im Bereich der Consumer-PCs – aber auch von Smartphones & Tablets – die SingleThread-Performance immer noch entscheidend ist, geht dieser Ansatz sicherlich in eine gute Richtung. Sehr passend für die heutige Zeit ist obendrein die vorgenannte Möglichkeit, sowohl x86- als auch ARM-Code umsetzen zu können, der Programmcode wird dabei zur Laufzeit in einen eigenen VISC-Instruktionssatz umgewandelt und optimiert. Die eigentliche Schwierigkeit des technologisch sicherlich herausragenden Ansatzes dürfte aber natürlich die Umsetzung in reale, taktfreudige Prozessorendesigns sein – ein Punkt, an dem schon viele interessante Chipprojekte gescheitert sind. Daß AMD und Samsung an "Soft Machines" beteiligt sind, darf man als Hoffnungszeichen sehen, daß dies bei VISC möglicherweise anders ausgehen wird – aber dennoch muß "Soft Machines" natürlich erst einmal liefern, vorher ist es nun ein (hoch)interessantes Konzept.

27

Die Systemanforderungen für die PC-Spiele 2014/2015

Auch diesen Herbst haben schon wieder einige Spieletitel knackige Systemanforderungen für PC-Spiele aufgestellt bzw. verlangen in der Praxis nach viel leistungsfähigerer Grafik-Hardware als vom Hersteller vorgegeben, sofern man ein flüssiges Spielerlebnis unter der maximalen oder einer dem nahekommenden Grafikpracht erleben will. Die letztes Jahr an dieser Stelle aufgestellten System-Mindestanforderungen sind damit leider schon wieder unaktuell geworden, da sich insbesondere beim Punkt der Grafikkarten-Performance mit der nun anbrechenden Spiele-Saison ein sehr großer Sprung ergibt. Daher müssen diese Systemanforderungen neu für die PC-Spiele der Spiele-Saison Herbst/Winter 2014 und Winter/Frühjahr 2015 aufgestellt werden. Wie üblich gilt dabei, daß es gerade bei den Mindestanforderungen nicht um den Durchschnitt der Spiele-Anforderungen geht, sondern daß sich gerade die Mindestanforderungen am höchsten dessen orientieren, was einzelne Spieletitel aufrufen.

Mindestanforderungen Anforderungen für flüssige Frameraten
Betriebssystem Windows Vista/7/8 64-Bit Windows Vista/7/8 64-Bit
Hauptspeicher 6 GB 8 GB
Prozessor Vierkern-Prozessor von AMD (ab K10) oder Intel (ab Core 2) Achtkern-Prozessor von AMD (ab Bulldozer) oder Vierkern-Prozessor von Intel (ab Sandy Bridge)
Grafikkarte für 1920x1080 DirectX-11-Modell mit 1 GB Speicher
(ab Radeon HD 7770 oder GeForce GTX 560)
DirectX-11-Modell mit 2 GB Speicher (besser 3 GB)
Radeon HD 7000 Serie: ab Radeon HD 7970
Radeon R200 Serie: ab Radeon R9 280X
GeForce 600 Serie: ab GeForce GTX 680
GeForce 700 Serie: ab GeForce GTX 770
GeForce 900 Serie: ab GeForce GTX 970
Grafikkarte für 2560x1600 DirectX-11-Modell mit 2 GB Speicher DirectX-11-Modell mit 3 GB Speicher (besser 4 GB)
Radeon R200 Serie: ab Radeon R9 290X
GeForce 700 Serie: ab GeForce GTX Titan Black
GeForce 900 Serie: ab GeForce GTX 980

Gegenüber den letztjährigen Mindest-Systemanforderungen hat sich dann doch einiges getan: Mit Zweikern-Prozessoren braucht man heutzutage nicht mehr anzutreten, selbst wenn es viele Spiele gibt, die auf modernen Intel Core i3 Prozessoren (also Zweikerner mit HyperThreading) exzellent laufen – einzelne Titel ziehen dagegen konsequent Vierkerner vor, egal ob es altertümliche wie ein Core 2 Quad oder langsame Modelle wie bei den AMD-APUs sind. Genauso sind die 4 GB Hauptspeicher inzwischen von 6 GB Hauptspeicher als Mindestanforderung ersetzt worden – wobei sicherlich die meisten (nicht alle) Spiele mit 4 GB genauso starten werden, aber so wird es nun einmal von den Spieleentwicklern notiert.

Bei den Grafikkarten geht dagegen nun nichts mehr unterhalb eines DirectX-11-Modells mit 1 GB Grafikkartenspeicher. Faktisch sollte man auch mindestens eine Grafikkarte vom Schlag Radeon HD 7770 oder GeForce GTX 560 haben, um wenigstens in abgesenkten Bildqualitätssettings auf halbwegs spielbare Frameraten in den Hardware-fordernsten Titeln zu kommen – sprich, leistungsschwächere DirectX-11-Grafikkarten kann man auch gleich mit vergessen. Für die Auflösung von 2560x1600 dürfte es im übrigen mit 1 GB Grafikkartenspeicher nicht mehr getan sein, sowohl aus Sicht der Speichermenge als auch der allgemeinen Leistungsfähigkeit muß es hier ein Modell mit gleich 2 GB Grafikkartenspeicher sein.

Noch stärker ist der Unterschied bei den von uns empfohlenen Settings für spielbare Framerate. Dabei ändert sich bei den Prozessoren wenig und beim Hauptspeicher gar nichts gegenüber den letztjährigen Empfehlungen. Bei den Grafikkarten schießen die Anforderungen dagegen durch die Decke, maßgeblich getrieben durch einige neue, besonders Hardware-fordernde Spiele: Unter 1920x1080 geht nichts unterhalb einer echten HighEnd-Grafikkarte mit mindestens 2 GB Speicher, unter 2560x1600 muß es dagegen leider schon ein Modell des Enthusiasten-Feldes mit mindestens 3 GB Speicher sein. Unter vielen Spieletiteln reichen langsamere Modelle – aber wenn man garantieren will, daß man eben auch in allen Spieletiteln 40 fps auf der maximalen Bildqualität erreicht, dann müssen es tatsächlich die vorstehend notierten Grafikkarten-Modelle sein.

Dies bedeutet, daß für diese Spiele-Saison bei den Grafikkarten zwischen den von den Spieleentwicklern angegebenen Mindest-Anforderungen und den wirklichen Empfehlungen für sorgenfreie Performance unter allen Spieletiteln ein nochmals größerer Unterschied herrscht. Während man in der letztjährigen Spiele-Saison noch mit Radeon HD 7850 oder GeForce GTX 650 Ti "Boost" (nahezu) überall mitgekommen ist, müssen es heuer gleich Radeon HD 7970 oder GeForce GTX 680 sein – in unserem Performance-Index ein Sprung von satten ~60%, und dies wie gesagt nur innerhalb eines einzigen Jahres. Augenscheinlich wirkt nunmehr die aktuelle Konsolen-Generation wirklich deutlich auf die Systemanforderungen neuer Spieletitel – was ja nun nicht wirklich schlecht ist, wenn dafür auch optisch um so opulentere Spieletitel geboten werden.

Inhalt abgleichen