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Hardware- und Nachrichten-Links des 19./20. August 2017

Die PC Games Hardware hat die Performance des HBCC-Features von Vega untersucht – mittels welchem der PC-Hauptspeicher vom Grafikchip mitgenutzt werden kann und der eigentliche Grafikkartenspeicher "nur" noch als Zwischenspeicher (Cache) dient. Jenes eigentlich als Hauptfeature angekündige Vega-Merkmal ist im aktuellen Vega-Treiber immer noch per default inaktiv, kann aber vom Anwender aktiviert werden. Dies funktioniert bislang ohne bemerkbare Einschränkungen, Fehler oder gar Performanceverluste – vielmehr steigt die Performance laut den Messungen der PCGH sogar minimal. Die Prüfung der eigentlichen Feature-Eigung – das Hochhalten der Performance und vor allem der Minimum-Frameraten auch bei Grafikkartenspeicher-Mangel – war bei diesen Benchmarks allerdings nicht möglich, dafür braucht man sicherlich Vega-Grafikkarten unterhalb von 8 GB Speicher-Bestückung. Irritierend nur, das AMD das Feature nicht generell freischaltet – und gerade das Argument, das man hierzu noch Erfahrungen sammeln will, zieht wenig, denn diese Erfahrungen würden sich bei einer Freischaltung für die Anwender viel eher ergeben als denn allein über die Messungen in AMDs Laboren.

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Umfrage-Auswertung: Auf welches Vorab-Interesse stößt Intels Coffee Lake?

Gegen Ende Juli stellten wir unter dem Eindruck der ersten detaillierten Vorab-Informationen zu Intels Coffee-Lake-Generation die Frage, auf welches Vorab-Interesse diese neue Prozessoren-Generation (mit erstmals bei Intel Sechskern-CPUs im normalen Consumer-Segment) denn stößt. Augenscheinlich konnte Coffee Lake "seinerzeit" noch nicht so richtig begeistern, haben sich doch augenscheinlich sehr viele der Umfrage-Teilnehmer vorsätzlich auf die neuen AMD-Angebote eingeschossen. So votierte mit immerhin 61,4% eine klare absolute Mehrheit dafür, das nun erst einmal die verschiedenen Ryzen-Prozessoren von AMD ihre Chance verdient haben – sollte dies auch nur ansatzweise dem späteren Kaufverhalten entsprechen, könnte sich AMD auf satt steigende Marktanteile einrichten.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 18. August 2017

Videocardz haben in einem lesenwerten Kommentar all die kleineren und größeren Fehler zusammengefasst, welche AMD mit dem Launch der Radeon RX Vega verzapft hat – von der erheblichen Verspätung über die AMD-eigene Generierung eines Hypes, welchem mit aktuellen Ergebnisse nicht im Ansatz standhalten bis hin zur derzeit schlechten Verfügbarkeit zu hohen Preislagen. Hierbei wurde auch erwähnt, das AMD vielen Hardwaretestern nur 2-3 Tage Zeit für ihre Hardwaretests gegeben hat bzw. AMDs Testsamples nur um diese Zeitspanne vor dem Launch eintrafen. Dies ist für eine derart lang verspätete Hardware, welche jetzt zudem sowieso nicht gut verfügbar ist, eine völlig unsinnige Entscheidung – angesichts der aktuellen Lieferbarkeit hätte man den Launch auch locker und leicht eine Woche später ansetzen und den Hardwaretestern diese Zeitspanne mehr für ihre Arbeit zur Verfügung stellen können. Damit hätten jene auch besser auf den von AMD nachgereichten zweiten Presse-Treiber reagieren können, welcher u.a. erstmals Overclocking mit Radeon RX Vega ermöglichte. Es gab zu diesem Launch keinen ganz großen bemerkbaren Fehler seitens AMD, aber nicht untypisch für AMD (muß man leider so sagen) wurde auch dieser Launch wieder einmal reichlich suboptimal über die Bühne gebracht.

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Intels Coffee Lake kommt mit drei verschiedenen Prozessoren-Dies: 4C+GT2, 4C+GT3 und 6C+GT2

Aus unserem Forum kommt der dankenswerte Hinweis auf einige seitens BenchLife schon letztes Jahr geleakte Intel-Unterlagen zu Coffee Lake, welche interessanterweise schon genauere Angaben zu den einzelnen Dies von Coffee Lake samt sogar deren Chipfläche mit sich bringen. Zusammen mit neueren Informationen über Grafiklösung und Cache-Größen von Coffee Lake kann man daraus schon ein ziemlich genaues Bild zu dem aufzeigen, wie sich Coffee Lake auf Seiten der reinen Chip-Grundlage darstellen wird – allein die Transistorenmengen zu den einzelnen Dies fehlen derzeit noch. Dabei wird Coffee Lake mit drei verschiedenen Dies antreten: 4C+GT2, 4C+GT3 und 6C+GT2. Kleinere Prozessoren der Zweikern-Kategorie dürften dann entweder aus dem Kaby-Lake-Refresh oder von Cannon Lake entstammen.

Intel Anfang 2017 Intel Ende 2017 AMD Ende 2017
HEDT Broadwell-E 10C
246mm², 3,4 Mrd. Tr., keine integr. Grafik, 25 MB L3
Skylake X 18C
484mm², ? Mrd. Tr., keine integr. Grafik, 18 MB L2 + 24,75 MB L3
Threadripper 16C
378mm², 9,6 Mrd. Tr, keine integr. Grafik, 8 MB L2 + 32 MB L3
- Skylake X 10C
322mm², ? Mrd. Tr., keine integr. Grafik, 10 MB L2 + 13,75 MB L3
-
Performance Kaby Lake 4C+GT2
123mm², gesch. 1,9 Mrd. Tr., GT2-Grafik (24 EU), 8 MB L3
Coffee Lake 6C+GT2
149mm², ? Mrd. Tr., GT2-Grafik (24 EU), 12 MB L3
Ryzen 8C
189mm², 4,8 Mrd. Tr., keine integr. Grafik, 4 MB L2 + 16 MB L3
- Coffee Lake 4C+GT3
185mm², ? Mrd. Tr., GT3-Grafik (48 EU), ? MB L3, opt. ? MB eDRAM
-
Mainstream Kaby Lake 2C+GT2
gesch. ~90mm², gesch. ~1,4 Mrd. Tr., GT2-Grafik (24 EU), 4 MB L3
Coffee Lake 4C+GT2
126mm², ? Mrd. Tr., GT2-Grafik (24 EU), 8 MB L3
Raven Ridge 4C
~212mm², ? Mrd. Tr., Vega-Grafik (768 SE), 2 MB L2 + 4 MB L3
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Hardware- und Nachrichten-Links des 16./17. August 2017

ComputerBase und PCGamer haben sich mit der Mining-Power von Radeon RX Vega beschäftigt – und kommen dabei zu Schlüssen, welche gegenteiliger nicht sein könnten: Denn während die ComputerBase die neuen AMD-Grafikkarten als gut für Miner geeignet ansieht, verweisen PCGamer auf die hohen Nebenkosten der Vega-Karten und die damit verbundene niedrige Mining-Effizienz. An dieser Stelle schlägt sich der ComputerBase-Artikel leider ein wenig selbst, denn der Mining-Vergleich gegen eine GeForce GTX 1080 Ti ist einigermaßen Nonsens – niemand setzt diese Karten fürs Mining ein, jene sind dafür zu teuer und zu stromschluckend, zudem verhindert der verbaute GDDR5X-Speicher ein wirkliches Ausfahren der sicherlich vorhandenen Rechenleistung. Bei nVidia hört der Mining-Spaß üblicherweise bei der GeForce GTX 1070 auf, dies ist die letzte wirklich effiziente Mining-Karte in nVidias Angebotsportfolio. Ganz generell kann man aus der bisherigen Erfahrung des Mining-Booms wohl durchaus sagen, das Mining-Effizienz eine gewichtige Größe darstellt – nicht umsonst wurden beim Mining-Boom in diesem Frühling zuerst die effizientesten Mining-Grafikkarten ausverkauft, nachfolgend dann die weniger effizienten.

Mining-Power Stromverbrauch Mining-Effizienz Listenpreis
GeForce GTX 1080 Ti 31,7 MH/s 230W 138 kH/s/W 699$
GeForce GTX 1080 21,0 MH/s 173W 121 kH/s/W 499$
GeForce GTX 1070 26,6 MH/s 147W 181 kH/s/W 379$
GeForce GTX 1060 6GB 18,9 MH/s 118W 160 kH/s/W 249$
Radeon RX 470 20,5 MH/s 138W 149 kH/s/W 179$
Radeon RX 480 8GB 23,8 MH/s 164W 145 kH/s/W 239$
Radeon RX 570 22,0 MH/s ~150W 147 kH/s/W 169$
Radeon RX 580 8GB 24,1 MH/s ~180W 134 kH/s/W 229$
Radeon R9 Fury X 28,3 MH/s 289W 98 kH/s/W 649$
Radeon RX Vega 56 29,3 MH/s 219W 134 kH/s/W 399$
Radeon RX Vega 64 31,8 MH/s 295W 108 kH/s/W 499$
alle Angaben zur Mining-Power im default-Zustand, d.h. unoptimiert fürs Cryptomining
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Intel prognostiziert +18% SingleThread-Performance sowie +58% MultiThread-Performance für Coffee Lake

Aus dem Chiphell-Forum (via Videocardz) kommt eine interessante Intel-Präsentationsfolie, welche die Performancegewinne zwischen verschiedenen Modellen der CPU-Generationen "Kaby Lake" (Core iX-7000) und "Coffee Lake" (Core iX-8000) notiert. Hierbei wurden Differenzen zur Single- und MultiThread-Performance angegeben, leider jedoch ohne jede weitere Angabe der benutzten Benchmarks – möglicherweise bezieht man sich hiermit schlicht auf den Cinebench, womöglicherweise stammen diese Resultate aber auch von einem breiteren Testfeld ab. So oder so ergeben jene den ersten Ausblick auf die Performancegewinne der Coffee-Lake-Generation – sicherlich Hersteller-typisch schöngefärbt, aber immer noch besser als gar keine Angaben:

Kerne Taktraten ST-Perf. MT-Perf.
Core i7-7700K -> Core i7-8700K 4C+HT -> 6C+HT 4.2/4.5 GHz -> 3.7/4.7 GHz +11% +51%
Core i7-7700 -> Core i7-8700 4C+HT -> 6C+HT 3.6/4.2 GHz -> 3.2/4.6 GHz +18% +58%
Core i5-7600K -> Core i5-8600K 4C -> 6C 3.8/4.2 GHz -> 3.6/4.3 GHz +19% +55%
Core i5-7400 -> Core i5-8400 4C -> 6C 3.0/3.5 GHz -> 2.8/4.0 GHz +29% +61%
Core i3-7350K -> Core i3-8350K 2C+HT -> 4C 4.2 GHz -> 4.0 GHz +17% +65%
Core i3-7100 -> Core i3-8100 2C+HT -> 4C 3.9 GHz -> 3.6 GHz +16% +61%
Performance-Vorhersagen gemäß Intel-Präsentation, Technik-Differenzen gemäß der bisher bekannten Modell-Daten
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nVidia Geschäftsergebnisse Q2/2017: Die Rekorde purzeln weiter

Grafikchip-Entwickler nVidia hat seine Geschäftsergebnisse für das zweite Jahresquartal 2017 vorgelegt, welches bei nVidia offiziell das zweite Finanzquartal des Finanzjahres 2018 bildet und abweichend vom Kalenderverlauf über die Monate Mai bis Juli 2017 reicht. In dieser Zeitspanne erreichte man mit 2230 Mio. Dollar Quartalsumsatz einen neuen absoluten Umsatzrekord – gegenüber dem Vorquartal ging es dabei um +15,1% nach oben, gegenüber dem Vorjahresquartal sogar um satte +56,2%. Im Gewinnbereich sieht die Sache ähnlich aus, die hierbei aufgestellten Rekorde gelten allerdings "nur" für jeweils zweite Jahresquartale: Der nominelle Gewinn von 583 Mio. Dollar legte gegenüber dem Vorquartal um +15,0% zu, gegenüber dem Vorjahresquartal um gleich +130%. Der operative Gewinn von 688 Mio. Dollar legte hingegen gegenüber dem Vorquartal um +24,2% zu, gegenüber dem Vorjahresquartal dann um +117%.

Q2/2016 Q3/2016 Q4/2016 Q1/2017 Q2/2017
Umsatz 1428 Mio. $ 2004 Mio. $ 2173 Mio. $ 1937 Mio. $ 2230 Mio. $
Gewinn 253 Mio. $ 542 Mio. $ 655 Mio. $ 507 Mio. $ 583 Mio. $
operativer Gewinn 317 Mio. $ 639 Mio. $ 733 Mio. $ 554 Mio. $ 688 Mio. $
Für Vergleichswerte zu AMD, Intel & nVidia zurück bis ins Jahr 2006 bitte klicken.
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Hardware- und Nachrichten-Links des 14./15. August 2017

GameStar berichten über nVidia-Aussagen zu Volta-basierten Gaming-Lösungen – welche laut nVidia nicht mehr in diesem Jahr erwartet werden dürfen. Konkret setzt nVidia rein geschäftlich für die Weihnachtssaison 2017 weiterhin die Pascal-Generation im Gaming-Segment an – was ausreichend eindeutig ist, da passiert dann vor dem Frühjahr 2018 nichts. Die Begründung wird seitens GameStar wohl etwas falsch angesetzt, denn der GV100-Chip mit laut nVidia exorbitanten Produktionskosten von nahe 1000 Dollar war und ist nie für das Gaming-Segment geplant. Zudem hat jener Chip (aufgrund seiner Übergröße von 815mm²) auch flächennormiert gesehen höhere Produktionskosten als kleinere Chips, kann somit keineswegs als Maßstab angesehen werden. Die Gaming-Chips der Volta-Generation sind seitens nVidia schlicht etwas später geplant – primär, wenn die 12nm-Fertigung etwas stabiler ist. Zudem muß sich nVidia derzeit natürlich auch nicht großartig verausgaben, denn AMDs Pascal-Konter in Form der "Vega"-Generation ist bestenfalls mittelprächtig ausgefallen – nVidia kann derzeit das Tempo nach eigenem Gusto bestimmen.

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Wie ist der Ersteindruck zu AMDs Ryzen Threadripper?

Alle Entscheidungsgrundlagen zur dieser Frage findet man in den zahlreichen Launchreviews, dem Forendiskussions-Thread zum Launch sowie natürlich unserer Launch-Analyse zu AMDs Ryzen Threadripper.

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Neuer Artikel: Launch-Analyse AMD Ryzen Threadripper

Nachdem AMD mit Ryzen 7, Ryzen 5 und Ryzen 3 seine neue Zen-Prozessorenarchitektur Schritt für Schritt ausgebreitet hat, erfolgt nunmehr mit dem Launch von "Ryzen Threadripper" der Angriff auf die absolute Performancekrone im HEDT-Segment. Jenes steht üblicherweise für hochpreisige Prozessoren und Plattformen nahe an der Grenze zur Sinnhaftigkeit – wie dies Intel jahrelang mit 1000-Dollar-CPUs bereits vorexerziert hat. Logischerweise ist Threadripper damit kein Produkt für jeden PC-Käufer – aber sicherlich für jeden ein hochinteressanter Wettstreit an der Grenze dessen, was die Technik derzeit hergibt. Wie weit AMD gegenüber Intels Core X kommt und was die vielen Launchreviews hierzu an Performance-Daten erzeugt haben, werden wir nachfolgend zusammentragen, auswerten und und letztlich bewerten .... zum Artikel.

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