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Hardware- und Nachrichten-Links des 27. November 2014

Eine Erklärung für den Rückgang des AMD-Marktanteils bei den Grafikchips für Desktop-Grafikkarten könnte im Ende des Coin-Miningbooms liegen, welcher spätestens zur Jahresmitte 2014 einsetzte. Wenn man sich zurückerinnert, waren zum Jahresende 2013 und Jahresanfang 2014 die schnelleren AMD-Grafikkarten eben wegen dieses Miningbooms teilweise nur schwer und teilweise sogar nur zu überhöhten Preislagen zu bekommen – hier haben nicht nur Gamer, sondern vor allem auch reine Miner zugeschlagen. Dieser Boom flaute dann ab Frühling ab, mit dem Kurssturz der Bitcoins und dem endgültigen Sieg von ASIC-Minern verschwand das große Interesse an Coin-Mining mittels Grafikkarten. Natürlich hält so etwas immer noch etwas länger an als es in der Presse thematisiert wird, aber mittelfristig wird dies sicherlich für gewisse Umsatzrückgänge bei AMD gesorgt haben – möglicherweise ist dies eine Erklärung für den aktuellen Stand, welcher nVidia bei satten 71,5% Marktanteil sieht und AMD bei nur noch 28,4%.

Weshalb AMD überhaupt so deutlich in die Bredoille geraten konnte – bei den Geschäftszahlen sieht es nicht besser aus, wenn man das Konsolen-Geschäft herausrechnet – wird zudem in unserem Forum eingehend diskutiert. Dabei werden zwei Hauptproblemfelder genannt: Zum einen AMDs schwache Bindungen in den OEM-Markt, wo die großen Stückzahlen für LowCost- und LowEnd-Produkte generiert werden. Und zum anderen AMDs freundlicherweise "suboptimal" zu nennendes Image im Gamer-Bereich, welches durch weitverbreitete Vorurteile ("nVidia rules") und aber auch durch Fehler bei AMD selber verschuldet wurde. AMD steht bezüglich des Images derzeit irgendwo zwischen allen Stühlen: Für die Gamer nicht nerdig genug, für die OEMs nicht fundamental/klassisch genug. Wie man mit den OEMs besser zurechtkommt, dürften die Marketingprofis bei AMD selber wissen – wie man es bezüglich der Gamer besser macht, kann AMD in unserem Forum nachlesen.

Als erste Maßnahme wäre hier eine Untersuchung überlegenswert, wie man es schaffen konnte, so ein reines Software-Feature wie DSR Anti-Aliasing zu verschlafen. Ein solches würde den (mit großer Bandbreite ausgestatteten) Hawaii-Grafikkarten sicherlich gut stehen und benötigt zudem keinerlei Hardware-Voraussetzungen – aber es ist doch (leider) relativ typisch für AMD, daß man diesen Zug verschlafen hat und nun nVidia sich damit brüsten kann, Downsampling Anti-Aliasing massentauglich gemacht zu haben. Entweder fehlen bei AMD die Ideengeber, welche wirklich "Ohr an Masse" haben – oder aber die Entscheidungsträger bremsen jene Ideengeber regelmäßig aus. In jedem Fall sollte AMD versuchen, gerade bei Sachen, die ohne jede neue Hardware realisierbar sind, sehr viel mehr zu tun – neue Hardware braucht nun einmal jahrelange Entwicklung, während Software-Features innerhalb viel geringerer Zeit aus dem Boden stampfbar sind.  (Foren-Diskussion zum Thema)

In unserem Forum wird eine GlobalFoundries Fertigungs-Roadmap gezeigt, welche tatsächlich die 14nm-Fertigung bei GlobalFoundries schon für Frühling 2015 verfügbar notiert. Dies erscheint überaus ambitioniert, aber die zur Verfügung stehenden Daten (selbst inklusive des verlinkten PDF-Dokuments) geben natürlich nicht her, in welchem Stadium diese 14nm-Fertigung dann sein wird und für welche Chipgrößen und Wattagen jene verwendbar ist. Beachtbar ist allerdings, daß TSMC in seinen konkreten Plänen für das erste Halbjahr 2015 (PDF) noch nichts von 16nm erwähnt, sondern weiterhin die 20nm-Fertigung an der Angebotsspitze stehen läßt. Aber wie schon erwähnt, ist die Datenlage zu gering und die Hersteller-Propaganda zu nah, um hieraus jetzt die ganz sicheren Schlüsse ziehen zu können – man kann es eher als Anregung verstehen, daß auch GlobalFoundries an der 14nm-Fertigung dran ist.

Der Spiegel berichtet über die Annahme der Resolution des EU-Parlaments zur Aufspaltung von Suchmaschinen in ihr Kerngeschäft sowie in deren andere Geschäftsfelder – natürlich primär gegen Google gedacht, wo die allgegenwärtige Suchmaschine nur das offizielle Gesicht eines sehr viel breiter aufgestellten Konzern darstellt. Irgendeine größere Bedeutung hat diese Resolution natürlich nicht, da das EU-Parlament – als immerhin einzige vom Bürger selber gewählte Interessenvertretung auf EU-Ebene – keinerlei Entscheidungskompetenzen hat. Passend dazu kommen die Mahnungen, daß EU-Parlament solle doch bitte schön die Unabhängigkeit der (für diesen Fall zuständigen) EU-Wettbewerbskommissarin respektieren – letztere ist natürlich wie die gesamte EU-Kommission weder direkt noch indirekt vom Bürger gewählt.

Der Unterschied zwischen gewählt, aber machtlos und nicht gewählt, aber mit aller Macht und Verantwortung ausgestattet führt dann zu solch schildbürgerhaften Ereignissen, wie daß das zahnlose EU-Parlament medienwirksam den Anschein des Versuchs einer Zerschlagung von Google zelebriert, während man dies in der letztlich alles entscheidenden EU-Kommission extrem viel relaxter und wirklichkeitsnäher sieht: Eine solche Zerschlagung wird natürlich nicht kommen und müsste wenn dann immer vom Heimatland Googles – den USA – ausgehen. Aber hübsch klickträchtige Schlagzeilen für die Presse lassen sich damit auf jeden Fall generieren – und zudem kann das EU-Parlament zeigen, daß es einen hehren Kampf auf der Seite der Bürger führt, egal des Punkts, daß real gar nichts passieren wird außer daß viel Papier bedruckt wird.

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Geschäftsjahr 2014: Der PC schwächelt weiterhin & der große Tablet-Boom ist vorbei

Von IDC kommen in zwei Meldungen – PC-Geschäftszahlen & Tablet-Geschäftszahlen – neue Hochrechnungen zu den PC- und Tablet-Verkaufszahlen im Jahr 2014, welche auf den bekannten Geschäftszahlen der ersten drei Jahresquartale basieren und daher in dieser oder ähnlicher Form dann auch auf den endgültigen Stand zutreffen sollten. Danach wird der PC-Markt auch dieses Jahr schwächeln, allerdings soll der Abschwung mit -2,7% weit weniger stark ausfallen als im schweren Jahr 2013 und zudem am Jahresanfang auch für 2014 prognostiziert. Enttäuschender ist eher das vergleichsweise geringe Wachstum des Tablet-Segments, welches mit einem Jahresplus von 7,2% seine frühere Boom-Phase nunmehr vollkommen verlassen wird und schlicht in der Normalität angekommen ist. Beide Zahlen zusammengefasst ergeben einen mageren insgesamten Anstieg von 1,4% mehr verkaufter Geräte – was das erste Jahr in der kombinierten PC- und Tablet-Zählung ergeben wird, in welchem die Verkaufszahlen nicht insgesamt deutlich ansteigen.

Die zudem von IDC aufgestellte Vierjahres-Prognose für 2018 sieht einen weiteren gewissen Abschwung des PC-Geschäfts sowie einen weiteren gewissen Zugewinn des Tablet-Geschäfts voraus, im Jahr 2018 sollen sich beide Verkaufszahlen dann auf nahezu Parität angenähert haben. Der Zugewinn des Tablets-Geschäft bis zum Jahr 2018 wird auf ca. 5% jährlich beziffert, was ergo von einem normalen Geschäftsverlauf und keinen neuen Boom-Phasen ausgeht. Die insgesamte Rechnung für Tablets und PCs sieht dagegen nur einen Zugewinn von 6,5% auf vier Jahre voraus, sprich eine nur geringfügige Bewegung von ca. 1,5% pro Jahr. Generell erscheinen diese IDC-Prognosen aber nur eine einfache mathematische Fortschreibung der jüngsten Entwicklung zu sein, ohne aber eventuelle neue technologische Impulse oder aber markttechnische Entwicklungen wie Investitionsdruck durch veralte Geräte und Markterschöpfung durch längere Gerätelebenszyklen einzurechnen.

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Angebliche Fiji-Benchmarks in Fernost aufgetaucht

Im Forum von Chiphell werden in Form eines Previews angebliche Benchmarks eines NextGen-Grafikchips von AMD gezeigt, welche auf einen kommenden Artikel zum Thema hinweisen sollen. Die Aufgabe zum Anheizen von Spekulationen und Diskussionen erfüllt dieses Preview auch sicherlich, der reale Informationsgewinn ist aufgrund vieler fehlender Fakten jedoch nicht besonders hoch – insbesondere, weil derzeit natürlich die Glaubwürdigkeit dieser Angaben und Zahlen unter starkem Verdacht stehen (müssen). Dafür müsste schließlich ein NextGen-Board von AMD schon in freier Wildbahn unterwegs sein, was auf einen zeitnahen Launch hindeuten würde – alle anderen Anzeichen stehen aber eher auf Frühling 2015, was ziemlich sicher nicht gerade Jahresanfang bedeutet. Zudem wäre der Leak ansich schon überraschend, denn AMD hat zuletzt alle undichten Stellen doch sehr gründlich abgedichtet.

Wenn wir uns aber doch einmal auf diesen (angeblichen) Leak einlassen wollen, so sehen wir hier allerhöchstwahrscheinlich die ersten Werte zum Fiji-Chip der Pirate-Islands-Generation – denn andere große Grafikchips hat AMD nach dem Tonga-Release wohl nicht mehr in der näheren Pipeline. Die reinen Benchmarks, welche mittels eines sehr umfangreichen Benchmark-Felds angestellt wurden, sehen jene Fiji-Grafikkarte in der Summe der Tests unter 2560x1440 um 15,9% vor der GeForce GTX 980 sowie um 30,9% vor der Radeon R9 290X im (nahezu) Uber-Mode. Dies würde auf einen Performance-Index von 650-660% hinauslaufen und damit natürlich klar die neue schnellste SingleChip-Lösung ergeben. Zur Bezwingung kommender GM200-basierter Grafikkarte dürfte dies jedoch nicht langen, jene werden derzeit auf einen Performancevorsprung gegenüber der GeForce GTX 980 von ca. 30-40% eingeschätzt.

AMD Fiji – angebliche Benchmarks
AMD Fiji – angebliche Benchmarks
AMD Fiji – angebliche Stromverbrauchsmessungen
AMD Fiji – angebliche Stromverbrauchsmessungen

Überraschend und verwirrend zugleich ist jedoch, daß AMD dies zu einem Stromverbrauch von nur 197 Watt (der reinen Grafikkarte) geschafft haben soll – dies wäre das Niveau einer Radeon R9 280X oder auch einer GeForce GTX 780 und damit immer noch weit unterhalb der Verbrauchszahlen von Spitzenverbrauchern wie der Radeon R9 290X (276W im Uber-Modus). Ein Teil des niedrigeren Verbrauchs könnte über die Verwendung von HBM-Speicher zu erklären sein, jener soll für 30 bis 50 Watt Stromersparnis gegenüber GDDR5-Speicher zu gebrauchen sein. Trotzdem erscheint die Verbrauchszahl ausgesprochen niedrig gemäß der hohen Performance dieser AMD NextGen-Grafikkarte und deren kolportiert hoher Einheiten-Anzahl.

Hierfür bietet die Diskussion in unserem Forum zwei mögliche Auflösungen an: Erstens einmal die Benutzung einer Salvage-Version von Fiji – sprich "Fiji Pro", welcher zuerst ins Rennen geht und den Boden für den späteren Einsatz der Vollversion in Form von "Fiji XT" vorbereiten soll. Oder aber die Verwendung einer FirePro-Lösung für den professionellen Bereich, welche zum einen abgespeckt sein kann, zum anderen aber bewußt gewisse Leistungsaufnahme-Limits einhalten soll. Regulär erscheint letztgenannte Variante am sinnigsten, denn über eine FirePro-Karte wäre es auch noch am wahrscheinlichsten, daß es zu frühen Leaks kommt, da AMD jene zwingend außer Haus validieren lassen muß. Auch Stromverbrauchs- und damit Taktraten-Limits dürften eher bei einer FirePro-Karte auftreten als denn bei einer Gamer-Ausführung.

In beiden Fällen gilt jedoch, daß wir damit natürlich noch nicht die volle Performance des Fiji-Chips sehen, möglicherweise aber auch niemals eine Gamer-Grafikkarte mit exakt diesem Performancebild erscheinen wird. Von der Annahme ausgehend, daß das Gamer-Spitzenmodell auf Fiji-Basis sicherlich auch wieder (und trotz HBM) eine Leistungsaufnahme von 250 Watt auf die Waage bringen wird, dürfte jenes Gamer-Spitzenmodell sicherlich auch noch eine höhere Performance hinlegen können. Grob geschätzt könnte es auf 250W Spiele-Stromverbrauch durchaus zu GeForce GTX 980 zuzüglich 35-40% langen – was absolut in diesem Rahmen liegt, wo der GM200-Chip derzeit erwartet wird. Vorbehaltlich natürlich der nach wie vor existierenden Chance auf Fake, Mißverständnis, Fehlmessungen, etc.

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Die Grafikchip- und Grafikkarten-Marktanteile im zweiten und dritten Quartal 2014

Seitens der Marktbeobachter von Jon Peddie Research liegen mal wieder neue Daten zu den Marktanteilen für Grafikchips im zweiten und dritten Quartal 2014 vor. Die erste Meldung beschäftigt sich dabei mit allen Grafikchips inklusive der integrierten Grafik in heutigen Prozessoren und APUs, wobei hier die CPU-Hersteller selbstverständlich einen enormen Vorteil haben. Beachtbar ist somit nur, daß Intel seinen Marktanteil weiter ausbauen konnte, jener liegt ab dem dritten Quartal erstmal bei über 70%. Bemerkbar aber auch, wie stark Jon Peddie Research die Zahlen zum zweiten Quartal korrigiert hat: Zwischen originaler Meldung im August und Korrektur im November liegen überall 1-2 Prozentpunkte Differenz, was insbesondere bei den (niedrigen) Marktanteilen von AMD und nVidia schon einen klaren Unterschied ausmacht.

Q3/2013 Q4/2013 Q1/2014 Q2/2014 Q3/2014
AMD 20,7% 18,3% 16,7% 16,5% 14,1%
Intel 62,9% 65,1% 66,8% 69,9% 71,8%
nVidia 16,3% 16,6% 16,6% 13,6% 14,1%

Die zweite Meldung wendet sich dann allein den Grafikchips für Desktop-Grafikkarten zu und ist so gesehen deutlich zielführender bei der Frage, wer bei Grafikchips derzeit bestimmend ist. In diesem Fall gibt es glücklicherweise auch keine Differenzen zur originalen Meldung für das zweite Quartal. Allerdings zeigt sich, daß AMD nach einem kleinem Gewinn zum zweiten Quartal im abgelaufenen dritten Quartal sehr erheblich an Marktanteil verloren hat, nVidia hingegen erstmals oberhalb der 70-Prozent-Marke liegt. Was im Markt der allgemeinen Grafikchips noch eine statistische Verzerrung darstellt, ist im Markt der Grafikchips für Desktop-Grafikkarten eher ungesund, weil somit der eine Hersteller in die Ecke gedrängt wird, aus welcher dann nur schwer wieder herauszukommen ist.

Q3/2013 Q4/2013 Q1/2014 Q2/2014 Q3/2014
AMD 35,5% 35,0% 35,0% 37,9% 28,4%
nVidia 64,5% 64,9% 65,0% 62,0% 71,5%

Die jetzige Entwicklung wird zudem auch nicht durch die Marktgeschehenisse und das Angebotsportfolio beider Grafikchip-Entwickler gedeckt, in welchem AMD nahezu durchgehend die besseren Preis/Leistungs-Verhältnisse aufbietet und nVidia in der Mitte des Produktportfolios ausschließlich mit "alten" Beschleunigern agiert. Zudem erfolgte der Launch der neuen GeForce GTX 970 & 980 Grafikkarten erst kurz vor Ende des dritten Quartals und kann somit diesen heftigen Sprung bei den Marktanteilen gar nicht erklären (wird aber möglicherweise zu weiteren Gewinnen von nVidia im laufenden vierten Quartal führen). nVidia ist ganz offensichtlich im Verkauf und Marketing deutlich erfolgreicher, an den Produkten und Preisen liegt es weniger bis gar nicht (je nach subjektivem Standpunkt).

Dieses Lied wird zwar schon seit einiger Zeit gesungen, bislang kam AMD jedoch noch damit davon, daß der Marktanteil "nur" auf einem niedrigen Stand blieb, anstatt gemäß der Klasse des Produktangebots zu steigen. Nun aber fällt der AMD-Marktanteil trotz gutem Produktangebot und dürfte AMD dann auch wirtschaftlich in (weitere) Schwierigkeiten bringen. An dieser Stelle angekommen, ist es nunmehr letzte Eisenbahn für AMD, das Ruder herumzureißen. Ansonsten kommt man mittel- bis langfristig wie im Prozessoren-Markt in eine Situation, in welcher die geringen Geschäftseinnahmen nicht zur Finanzierung der technologischen Weiterentwicklung ausreichen werden, womit man (vorbehaltlich außergewöhnlicher Ereignisse) regelrecht nie wieder technologische Konkurrenzfähigkeit erlangen kann.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 26. November 2014

Die PC Games Hardware hat sich die Verbesserungen des nVidia-Treibers 344.80 angesehen, womit das Texturenflimmern bei HighQuality-AF auf GeForce GTX 970 & 980 behoben wird. Dies war ein kleiner Bug der Launch-Treiber, welcher bis jetzt durchgeschleppt wurde und außer der PCGH sowie HT4U kaum jemanden großartig aufgefallen ist. Allerdings kann man nVidia auch nicht nachsagen, daß mittels dieses Bugs sich in irgendeiner Form Performance erschummelt wurde – die entsprechenden Benchmarks zeigen keinerlei Performance-Unterschied zwischen einem früheren Bug-belasteten Treiber und dem neuen 344.80er Treiber ohne den Texturenflimmer-Bug, technisch sogar ein kleines Performanceplus durch den neuen, bugbereinigten Treiber. Generell betrachtet kostet auf heutigen Grafikkarten der anisotrope Filter – früher Gegenstand umfangreicher Erörterungen und heftiger Diskussionen – kaum bis gar keine Performance, kann also immer und überall auf der bestmöglichen Einstellung mitlaufen.

Ein bislang noch wenig beleuchtetes Problem der derzeit steigenden Systemanforderungen für Spiele liegt in der deutlich nachlassenden Tauglichkeit für den Mobile-Einsatz auf Notebooks und Laptops, wenn man die Anforderungen so hochreißt wie zuletzt bei Ryse: Son of Rome oder Assassin's Creed: Unity. Dabei kann man bei der Grafikkarten-Anforderungen noch gegensteuern durch eine niedrigere Auflösung oder niedrigere Bildqualitätsoptionen – aber bei den CPU-Anforderungen wird es schwer, denn Vierkern-Notebooks sind eher ungebräuchlich, da man im Notebook-Einsatz aufgrund der thermischen Limitierungen eher selten die Rechenkraft aller vier CPU-Kerne ausnutzen kann. Das allermeiste, was die Hersteller derzeit als "Gaming-Notebooks" anbieten, ist jedenfalls nicht für die neue Spielegeneration gerüstet, dies trifft nur auf die wirklich hochgerüsteten und dementsprechend teuren Modelle zu, welche aber kaum noch Mobilität besitzen.

Derzeit kommt dies natürlich noch nicht so deutlich durch, ist die aktuelle Spielegeneration noch zu frisch und wirft man nicht jedes Tag einen neuen Spiele-Blockbuster in seinem Gaming-Notebook an. Mit der Zeit wird dies aber wohl deutlicher zu Tage treten und die Verkaufsinteressen der Notebook-Hersteller bezüglich Gaming-Notebooks eventuell auch behindern. Andererseits ist im reinen Verkauf "Gaming-Notebook" auch mehr denn ein Schlagwort als denn eine wirkliche Eigenschaft eines Notebooks, oft werden darunter auch schon LowCost-Krücken eingeordnet. Das eigentliche Problem werden diejenigen haben, welche ernsthaft auf Notebooks spielen wollen, da aufgrund der deutlich gestiegenen Leistungsanforderungen plötzlich nur noch echte HighEnd-Notebooks dafür genügend Power mitbringen, während die Gaming-Notebooks mit mittlerer Hardware zu mittlerem Preispunkt dafür einfach zu geworden sind. Für ein Spielchen zwischendurch außerhalb von neuen Spiele-Blockbustern eigenen sich natürlich all die moderat ausgerüsteten Gaming-Notebooks dann doch noch.

Golem vermelden die Ankündigung der Serienproduktion von Samsungs 14nm-Fertigung, welche wohl mit einem zukünftigen ARM-basierten Exynos-Prozessor begonnen werden wird. Genaue Terminlagen nannte man nicht, allerdings will man die volle Produktionskapazität dieses Erstlingswerks schon in einigen Monaten erreicht haben – dies hört sich nicht gerade danach an, als würde Samsung im Zeitplan zurückliegen, wie dies gemäß einiger Gerüchte kolportiert wurde. Andererseits gehört das (kräftige) Schlagen auf die Werbetrommel zum Handwerk, Samsung ist schließlich auch ein bedeutsamer Auftragsfertiger, welcher im Wettbewerb gegenüber TSMC und anderen steht. Eher interessant an der Meldung sind sowieso die Auswirkungen auf die 14nm-Bemühungen von GlobalFoundries, welche die 14nm-Technologie von Samsung lizenziert haben. Es wäre GlobalFoundries durchaus zu gönnen, hier einmal schneller als gedacht in den Markt kommen zu können – aber sicher sein sollte man sich vor dem Vorliegen realer 14nm-Produkte diesbezüglich natürlich auf keinen Fall.

Die EU-Datenschützer wollen laut einer Meldung seitens Golem das "Recht auf Vergessen" nun stärker durchsetzen, nachdem jenes Recht seitens Google derzeit nur unter länderspezifischen Domainnamen angewendet wird. So wird ein durch das "Recht auf Vergessen" auszublendendes Suchergebnis bei google.de nicht gelistet, bei google.com dagegen schon. Die EU-Datenschützer dürften Google somit faktisch zum Geo-Targeting der Nutzer (anhand deren IP-Adresse) zwingen, die einfache Methode der länderspezifischen Domainadressen ist den EU-Datenschützern augenscheinlich zu einfach zu umgehen. Natürlich könnte Google auch die durch das "Recht auf Vergessen" auszublendenden Suchergebnisse generell von allen seinen Suchseiten entfernen, aber da Google kein Anhänger des "Rechts auf Vergessen" ist, wird dies wohl nicht passieren und somit die weltweite Durchsetzung dieses Rechts – wie von Golem etwas übertrieben getitelt – nicht (so schnell) kommen.

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Die Grafikkarten-Performance unter Far Cry 4, Teil 2

Die ursprüngliche Meldung zur Grafikkarten-Performance unter Far Cry 4 krankte leider an einem entscheidenden Fehler: Es wurde hierbei unsererseits fälschlicherweise nicht beachtet, daß die PC Games Hardware die spezielle "nVidia-Bildqualität" des Spiels ausgemessen hat – und nur der TechSpot die "Ultra"-Bildqualität, welche keinen Bezug auf nVidia-nahe Features im Rahmen von nVidias Gameworks-Programm nimmt, sondern fair zu beiden Grafikchip-Entwicklern ist. Es ist ein wenig unverständlich, wieso die PCGH ihre Benchmarks unter diesem nVidia klar bevorteilendem Setting unternommen hat, denn während die höhere Bildqualität dieses Settings die nVidia-Grafikkarte gar keine Performance kostet, sind es auf AMD-Grafikkarten in Richtung 20% Frameratenverlust. Leider war uns bei Erstellung der ursprünglichen Meldung nicht klar, daß man diese Gameworks-Problematik ganz einfach mittels des "Ultra"-Bildqualitätssettings umgehen kann, ansonsten hätten wir natürlich auf Benchmarks rein unter der "Ultra"-Bildqualität bestanden.

An dieser Stelle zeigt sich in jedem Fall, daß die frühzeitig geäußerten Bedenken ob des Gameworks-Ansatzes nicht gänzlich aus der Luft gegriffen waren: Wenn die nVidia-Grafikkarten mit höheren Bildqualitätsanforderungen keinerlei Performance verlieren, die AMD-Grafikkarten jedoch um gleich 20% nach unten gedrückt werden, dann ist da in jedem Fall etwas gründlich schief gelaufen. Einen Performanceverlust von satten 20% auf der einen Seite kann man auf der anderen Seite nicht einfach so mittels ein paar Software-Tricks glattbügeln, dies erscheint dann doch zu utopisch. Ergo sehen wir nVidia an dieser Stelle in einiger Erklärungsnot, gerade weil die durch die "nVidia"-Bildqualität gebotenen zusätzlichen Features und Bildqualitätsoptionen nun nicht gerade nach gleich 20% Performanceverlust aussehen. Wenigsten AMD sollte sich die Sache mit der größtmöglichen Lupe ansehen, um der Chance nachzugehen, daß nVidia hierbei trickst.

Wahrscheinlich wird es aber kein plumpes Cheating durch Ausbremsen von AMD-Hardware sein, viel eher anzunehmen ist, daß die "nVidia"-Bildqualität in ihren Feinheiten exakt darauf austangiert ist, auf nVidia-Hardware noch gerade so ohne Performanceverlust zu laufen und AMD-Hardware an ihren empfindlichen Stellen zu treffen – in diesem Sinne, als daß es nicht auf die herauskommende Bildqualität ankommt, sondern nur auf den herauskommenden Performance-Eindruck. Generell gesprochen sollten die Spieleentwickler von so etwas die Finger lassen – jedem dürfte klar sein, daß ein Performance-Unterschied von ±0 auf der einen Seite und -20% auf der anderen Seite gerade unter Zusammenfassung verschiedener Bildqualitäts-Features einfach unrealistisch ist, sprich normalerweise nicht vorkommen kann. Die Spieleentwickler sollten sich wirklich nicht am Zweikampf zwischen AMD und nVidia beteiligen, sondern sich natürlich darauf konzentrieren, ihr Spiel unter jeder Hardware gut und flüssig aussehen zu lassen.

In jedem Fall legen wir hiermit die Performance-Betrachtung zu Far Cry nochmals neu auf, bezogen nun explizit auf die Grafikchipentwickler-neutrale "Ultra"-Bildqualität des Spiels inklusive dem default-mäßig dazugehörendem SMAA. Da solcherart Benchmarks durchgehend nur vom TechSpot vorliegen, wurde nunmehr jene Quelle als Ausgangsbasis dieser neuen Performance-Betrachtung genutzt. Die Meßergebnisse vom TechSpot sind dabei (bei den vergleichbaren nVidia-Grafikkarten) durchgehend um 10-15% höher als jene von der PCGH – was dem veränderten Setting, aber eben auch der anderen Testsequenz geschuldet sein kann, diese kleine Unwägbarkeit bleibt letztlich bestehen.

Far Cry 4 – 1920x1200 "Ultra" Quality & SMAA (Quelle: TechSpot)
AMD HD7000 AMD R200 nVidia GF600 nVidia GF700 nVidia GF900
25-29 fps 7790 260 650Ti-Boost 750
30-39 fps 7850 260X
265
660
660Ti
750Ti
40-49 fps 7870
7870-Boost
270
270X
670
680
760
770
50-59 fps 7950
7950-Boost
280
285
ab 60 fps 7970
7970-GHz
280X
290
290X
Titan 780
Titan Black
780Ti
970
980

In jedem Fall sehen diese Meßergebnisse dann schon wieder viel freundlicher aus, deutlich mehr Grafikkarten können sich unter der "Ultra"-Bildqualität für eine flüssige Performance qualifizieren. Unterhalb eines Beschleuniger aus dem Performance-Segment läuft allerdings nichts, die genannten Mainstream-Modelle kommen eigentlich nur noch ungenügend mit. Zudem ist natürlich jeglicher nVidia-Vorteil entschwunden, vielmehr ist plötzlich sogar AMD leicht vorn zu sehen: Eine Radeon HD 7870 ist genauso schnell wie eine GeForce GTX 680, eine Radeon HD 7970 schlägt eine GeForce GTX Titan und an der absoluten Leistungsspitze liegt die GeForce GTX 980 nur eher minimal vor der (nominell schwächeren) Radeon R9 290X, welche ihrerseits auch noch die (nominell stärkere) GeForce GTX 780 Ti schlägt.

Far Cry 4 – 2560x1600 "Ultra" Quality & SMAA (Quelle: TechSpot)
AMD HD7000 AMD R200 nVidia GF600 nVidia GF700 nVidia GF900
25-29 fps 7870 270 670 760
30-39 fps 7870-Boost
7950
7950-Boost
270X
280
285
680 770
40-49 fps 7970
7970-GHz
280X Titan 780
Titan Black
780Ti
50-59 fps 290
290X
970
980

Unter 2560x1600 fallen die Frameraten deutlich nach unten, was aber unter der "Ultra"-Bildqualität des Spiels augenscheinlich eher AMD begünstigt: An der absoluten Leistungsspitze kommt die Radeon R9 290X bis auf 1 fps an die GeForce GTX 980 heran, daneben ergeben sich einige Kuriositäten zugunsten von AMD – wie beispielsweise daß die GeForce GTX 770 von einer Radeon R9 270X eingeholt wird. Far Cry 4 entwickelt spätestens unter dieser Auflösung eine klare AMD-Neigung – um so mehr verwunderlicher bzw. überdenkenswert sind daher die Ergebnisse unter der "nVidia"-Bildqualität. Am Grafikkartenspeicher hängen diese Ergebnisse im übrigen nicht, die Radeon R9 285 mit nur 2 GB Speicher spielt ordentlich mit – augenscheinlich ist Grafikkartenspeicher kein großes Thema unter Far Cry 4.

In der Summe der Dinge findet so alles noch zu einem friedlichen Ende: Sowohl kommen unter der "Ultra"-Bildqualität des Spiels deutlich mehr Grafikkarten mit und ist Far Cry 4 damit nicht ein ganz so dicker Hardware-Fresser wie zuerst gedacht, als auch erübrigt sich die angebliche nVidia-Lastigkeit des Spiels, welche nur unter der "nVidia"-Bildqualität auftritt. Vielmehr entpuppt sich Far Cry 4 eher als AMD-Spiel, mit anfänglich leichten, unter steigender Auflösung jedoch immer klareren Vorteilen für AMD-Grafikkarten. Diese Vorteile ergeben sich zudem auf Basis eines fairen Duells – und nicht wie bei der "nVidia"-Bildqualität auf Basis des undurchsichtigen Gameworks-Programms von nVidia. Jenes sieht derzeit in Far Cry 4 stark danach aus, als würde es nur zur erheblichen Benachteilung von AMD-Grafikkarten existieren – genau das, wovor man anfänglich schon gewarnt hatte.

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