Neuigkeiten der letzten 7 Tage

News des 2. September 2010

Das neueste Gerücht zur AMDs kommender Southern-Islands-Generation lautet darauf, daß der HighEnd-Chip Cayman der Radeon HD 6800 Serie gleich mit einem 384 Bit DDR Speicherinterface daherkommt. Dies beißt sich natürlich mit den bisherigen Informationen, welche von einem 256 Bit DDR Speicherinterface mit 1024 MB GDDR5-Speicher und 3000 oder 3100 MHz Speichertakt sprachen. Jener Speichertakt wäre bei einem 384 Bit Interface auch maßlos überzogen, weil man damit auf ca. 90 Prozent mehr Speicherbandbreite als bei der Radeon HD 5870 käme – dies wäre angesichts der zu erwartenden 25 bis 35 Prozent Mehrperformance zwischen Radeon HD 5870 und 6870 deutlich zu viel des Guten. Vor allem aber dürfte AMD den teuren Speicher auf 3000 bzw. 3100 MHz nur einsetzen, wenn es unbedingt notwendig wäre – was bei einer Verbreitung des Speicherinterfaces nun eben nicht zutrifft.

Die sinnvollen Auflösungen bei dieser Thematik können also nur lauten: Entweder ein 256 Bit DDR Speicherinterface mit dem höchstmöglichen bezahlbaren Speichertakt – oder aber ein größeres Speicherinterface mit dann einem maßvollen Speichertakt von vielleicht 1800 oder 2000 MHz. Gegen das 384 Bit DDR Speicherinterface spricht im übrigen, daß AMD bisher nie ein solch krummes Interface eingesetzt hat, noch nicht einmal bei Chip-Abspeckungen. Wahrscheinlich dürfte AMD dabei das krumme Speicherinterface selber sogar egal sein, man will einfach nur keine Grafikkarten mit dann ebenfalls krummen Speicherbestückungen wie 768 MB etc. bauen, sondern im bisher bekannten 512/1024/2048-MB-Schema verbleiben. Sofern AMD diese Grundhaltung der letzten Jahre nicht plötzlich über Bord geworfen hat, dürfte ein 384 Bit DDR Speicherinterface beim Cayman-Chip keine Chance haben.

Aber natürlich läßt sich die vorstehende Grundregel auch auf den Performance-Chip Barts der Radeon HD 6700 Serie anwenden, welcher mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein 256 Bit DDR Speicherinterface bekommen wird und zu welchem aber auch schon ein Speichertakt von 2500 MHz vermeldet wurden. Das größere Speicherinterface (die Radeon HD 5700 Serie hat "nur" ein 128 Bit DDR Speicherinterface, dafür aber verhältnismäßig schnell getakteten GDDR5-Speicher) würde in jedem Fall Sinn machen, wenn Barts auf deutlich mehr Hardware-Einheiten kommt, wie von uns vermutet – schließlich lief schon der RV770-Chip der Radeon HD 4800 Serie mit 800 Shader-Einheiten an einem 256 Bit DDR Speicherinterface, wenn Barts dann wie vermutet über 800 Shader-Einheiten hinausgeht, reicht das bisher im Performance-Bereich angesetzte 128 Bit DDR Speicherinterface nicht mehr aus.

Zurückkommend zur vorgenannten Regel bedeutet das dann für den Barts-Chip: Entweder ein 128 Bit DDR Speicherinterface mit dem besten an Speichertakt, was (für diese Preisklasse) bezahlbar ist – oder aber ein 256 Bit DDR Speicherinterface mit dann auf jeden Fall nur maßvollem Speichertakt á 1800 MHz oder 2000 MHz. Selbst bei einer Speichertaktung von nur 1800 MHz würde man schließlich die Speicherbandbreite zwischen Radeon HD 5770 und 6770 um 50 Prozent steigern können – viel mehr wird man bandbreitenseitig sicherlich nicht benötigen, um den Barts-Chip auf Touren zu bekommen. Damit beißen sich die Angabe eines 256 Bit DDR Speicherinterface und die Angabe eines Speichertakts von 2500 MHz beim Barts-Chip – beides zusammen wird ziemlich sicher so nicht erscheinen.

Ganz allgemein betrachtet ist derzeit die Gerüchteküche zu den neuen AMD-Grafikchips am überbrodeln und spuckt tagtäglich neue Informationsfetzen aus – wobei es bei den meisten schon von Anfang an offensichtlich ist, daß es bei diesen rein um Klicks und nicht um eine seriöse Informationsweitergabe geht. Gerade die angeblichen Performance-Messungen zu Radeon HD 6870 Karten sind mit hoher Chance reine Fälschungen – und das läßt sich sagen, ohne die dabei herauskommenden Benchmark-Werte überhaupt gelesen zu haben, einfach aufgrund der Tatsache, daß es derzeit regulär gesehen noch keine Radeon HD 6870 Karten woanders als bei AMD selber geben dürfte. Die Quelle (echter) Leaks sind gewöhnlich Kartenhersteller, große OEMs oder Distributoren, welche neue Hardware allerdings maximal zwei bis drei Wochen vor Launch bekommt – und nicht gleich zwei Monate vorher.

Zwei Monate vor Launch (die angeblichen Benchmarks zur Radeon HD 6870 stammen schließlich noch von Ende August) dürfte AMD selber noch in der eigenen Evaluierungsphase sein, was das Boardlayout, das Karten-BIOS und die Verkaufs-Taktraten angeht. In diesem Stadium kann die Karte wichtigen Partner sicherlich schon gezeigt werden, aber es dürfte noch keine außer Haus gehen – und wenn, dann in so geringer Anzahl, daß sich die Empfänger wegen der einfachen Rückverfolgbarkeit keinerlei Informationsleaks leisten können. Die größten Leak-Chancen liegen derzeit eher bei den Distributoren, welche die Karten aber gewöhnlich erst eine Woche vor Launch bekommen (sofern es kein Paperlaunch ist) – dann sind so viele Karten im Umlauf, daß Leaks kaum noch zurückverfolgbar sind.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die aktuellen Benchmarks der Radeon HD 6870 dürften schon allein wegen der nicht passenden zeitlichen Komponente Fälschungen sein. Die gestern genannten Benchmarks der GeForce GTS 450 sind dagegen mit hoher Sicherheit echt – schließlich soll die Karte am 13. September offiziell vorgestellt werden, zudem scheint sich nVidia wegen der sowieso maßlos langen Verspätung der ganzen Fermi-Generation beim GF106-Chip etwas Zeit genommen zu haben und demzufolge einen Launch mit sofortiger breiter Verfügbarkeit und sogar ab Werk übertakteten Modellen vorzubereiten. Zurückkommend zur Radeon HD 6870 bzw. dem Cayman-Chip läßt sich sagen, daß erste glaubhafte Benchmarks dieser Karte nicht vor Mitte September zu erwarten sind, möglicherweise auch erst Anfang Oktober.

Die DigiTimes bring eine hochinteressante Meldung aus den Reihen der Mainboard-Hersteller, wonach nVidia wieder Mainboard-Chipsätze anbieten will. Und dabei geht es nicht um Seitenprojekte wie Ion, sondern um Chipsätze für Sandy-Bridge-Prozessoren. nVidia soll heimlich an diesen gearbeitet haben und sieht nun nach den Auflagen der US-Wettbewerbshüter bessere Chancen für sich, eine Busprotokoll-Lizenz von Intel zu erhalten, um legal Mainboard-Chipsätze für Sandy Bridge anbieten zu können. Dabei will man primär ausnutzen, daß Intel für die aktuellen Chipsätze, aus denen alle Northbridge-Funktionen inzwischen in die CPU abgewandert sind, weiterhin Preise von um die 40 Dollar (vor Rabatten) verlangt. Angesichts dessen, daß heutige Mainboard-Chipsätze nur noch die Funktionalität früherer Southbridges bieten und diese dereinst einzeln zu Preisen von 6 Dollar weggingen, bleibt hier ein enormer Spielraum, um Intel mit günstigeren Preisen unter Druck zu setzen.

Im besten Fall könnten die Mainboard-Preise im Intel-Bereich um bis zu 20 Dollar/Euro absinken, realistisch betrachtet werden vielleicht 10 Dollar/Euro herauskommen. Interessant ist zudem, daß nVidia seinen Mainboard-Chipsätzen eine eigene Grafiklösung mitgeben will, trotz daß in nahezu allen Sandy-Bridge-Prozessoren bereits eine Intel-Grafik steckt. Neben dem besseren Preis könnte hier nVidias zweiter Ansatzpunkt gegenüber Intel sein, denn natürlich ist nVidia in der Lage, eine leistungsfähigere Grafik zu integrieren als es Intel kann. Ob allerdings im OEM-Bereich ein so großer Bedarf an leistungsfähiger Grafik herrscht – vor allem nachdem die integrierte Grafik von Sandy Bridge nun sogar echtes LowCost-Niveau erreichen wird – darf jedoch etwas bezweifelt werden, dort sind eher Checklisten-Features und der Preis entscheidend. In jedem Fall steht vor dem ganzen Projekt noch ein großes "könnte" – denn es ist natürlich nicht sicher, ob nVidia dieses Vorhaben wirklich in die Tat umsetzt.

News des 1. September 2010

Aus dem Forum von Xtreme Systems kommen erste Benchmarks zur GeForce GTS 450. Dafür benutzt wurde eine Asus-Karte, welches ab Werk mit satten 925/1850/2000 MHz läuft – zum Beweis gibt es sogar einen Screenshot der Verpackung, welche auf die 925 MHz Chiptakt hinweist. Ausgehend von den regulären 783/1566/1804 MHz der GeForce GTS 450 ist dies eine exzellente ab-Werk-Übertaktung – scheinbar hat der GF106-Chip der GeForce GTS 450 ähnliche Taktreserven wie der GF104-Chip der GeForce GTX 460. Gebencht wurde die Asus-Karte dann auf ihren höheren Taktraten sowie auf dem Referenz-Takt der GeForce GTS 450 gegen eine Radeon HD 5770 sowie eine GeForce GTX 460 – mit einem zu erwartenden Ergebnis: Auf den regulären Taktraten reicht es für die (normal getaktete) GeForce GTS 450 nicht, um mit der Radeon HD 5770 konkurrieren zu können.

Radeon HD 5770 GeForce GTS 450 GeForce GTS 450
@ 925/1850/2000 MHz
GeForce GTX 460
Call of Juarez
1280x1024, 4xAA
53,3 fps 51,5 fps 59,4 fps 77,0 fps
Call of Juarez
1600x1200, 4xAA
41,7 fps 39,2 fps 45,3 fps 59,3 fps
Crysis
1280x1024, noAA
32,7 fps 23,9 fps 27,7 fps 35,8 fps
Crysis
1600x1200, noAA
23,8 fps 17,1 fps 19,8 fps 25,6 fps
Far Cry 2
1280x1024, 8xAA
41,8 fps 51,5 fps 60,0 fps 73,4 fps
Far Cry 2
1600x1200, 8xAA
34,0 fps 41,3 fps 48,2 fps 59,2 fps
World in Conflict
1280x1024, 4xAA
44 fps 42 fps 48 fps 59 fps
World in Conflict
1600x1200, 4xAA
35 fps 33 fps 38 fps 48 fps

Allerdings dürfte es problemlos reichen, um überhalb der Performance einer Radeon HD 5750 zu kommen – und da der US-Listenpreis von 129 Dollar (hierzulande vielleicht 120 Euro) auch eher in Richtung der Radeon HD 5750 geht, passt das schon für die GeForce GTS 450. Zudem bestätigt sich, daß der Performanceabstand der GeForce GTS 450 zur Radeon HD 5770 ausreichend gering ist, als daß nVidia diesen bereits mit einer GeForce GTS 450 mit nur 192 Bit DDR Speicherinterface und weiterhin denselben Taktraten überbrücken könnte. Ob nVidia eine solche Karte zu denselben Taktraten wie bei der GeForce GTS 450 herausbringt oder aber mit dieser Karte den offensichtlich vorhandenen Taktspielraum des GF106-Chips ausnutzt, ist noch unklar – sicher ist nur, daß überhalb der der GeForce GTS 450 eine weitere GF106-Variante mit dem Codenamen "D12-P1-35" in den nVidia-Plänen steht.

Laut Donanim Haber (maschinelle Übersetzung ins deutsche) soll der nVidia GF108-Chip am 12. Oktober in Form der GeForce GT 430 vorgestellt werden. Als weitere Informationen werden ein 128 Bit DDR Speicherinterface und 1024 MB GDDR3-Speicher genannt, was auf die bisherigen Vorab-Informationen passt. Danach wird der GF108-Chip wahrscheinlich mit 96 Shader-Einheiten und 16 TMUs antreten (zwei Shader-Cluster nach dem GF104-Prinzip), hinzu kommt das besagte 128 Bit DDR Speicherinterface, welches aber anscheinend nicht für schnellen GDDR5-Speicher genutzt wird. All zu viel Bandbreite braucht die Karte aber sowieso nicht, da sie nur in den unteren Mainstream-Bereich geht und dort die GeForce GT 240 ablösen soll. Mit vernünftigen Taktraten – im Gespräch sind 700/1400/900 MHz – sollte dies erreichbar sein, allerdings dann auch nicht mehr.

Radeon HD 5500/5600 Serie GeForce GT 4xx Serie
Chipbasis AMD RV830/Redwood, 627 Mill. Transistoren in 40nm auf 104mm² Die-Fläche nVidia GF108, 40nm, ca. 127mm² Die-Fläche
Technik DirectX 11, 400 Shader-Einheiten, 20 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit DDR Interface (bis GDDR5) DirectX 11, 96 Shader-Einheiten, 16 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit DDR Interface (bis GDDR5)
Taktraten 775/2000 MHz
(Radeon HD 5670)
700/1400/900 MHz
(GeForce GT 430)
Rechenleistung 620 GFlops
(Radeon HD 5670)
269 GFlops
(GeForce GT 430)
Texel-Füllrate 15,5 GTex/sec
(Radeon HD 5670)
11,2 GTex/sec
(GeForce GT 430)
Bandbreite 64,0 GB/sec
(Radeon HD 5670)
28,8 GB/sec
(GeForce GT 430)
Kartenvarianten Radeon HD 5550 DDR2 (320SE, 550/400 MHz)
Radeon HD 5550 DDR3 (320SE, 550/800 MHz)
Radeon HD 5550 GDDR5 (320SE, 550/1800 MHz)
Radeon HD 5570 DDR2 (650/400 MHz)
Radeon HD 5570 DDR3 (650/900 MHz)
Radeon HD 5570 GDDR5 (650/1800 MHz)
Radeon HD 5670 (775/2000 MHz)
GeForce GT 420 (?)
GeForce GT 430 (700/1400/900 MHz)

So eine richtige Konkurrenz gegenüber der Radeon HD 5570 GDDR5 oder gar der Radeon HD 5670 dürfte der GF108-Chip somit kaum werden, dafür sind dessen Möglichkeiten angesichts der relativ geringen Anzahl an Hardware-Einheiten und dem Verzicht auf den schnelleren GDDR5-Speicher deutlich zu limitiert. Technisch ist der GDDR5-Speicher beim GF108-Chip sicherlich einsetzbar, allerdings verzichtet nVidia offenbar bewußt auf diesen – wir vermuten mal aus Preisgründen, denn bei AMDs Radeon HD 5550 und 5570 kosten die GDDR5-Varianten doch regelmäßig 20 Euro mehr als die DDR3-Varianten, was in diesem Preissegment schon einen deutlichen Unterschied ausmacht. Angesichts dieser Daten will der Funke beim GF108-Chip jedoch nicht so richtig überspringen – in diesem Preissegment wäre eher mehr Performance vonnöten und nicht zwingend mehr Features (DirectX11).

Gestern hatten wir über Performance-Messungen eines GeForce GTX 460 SLI-Gespanns gegen eine Radeon HD 5970 berichtet, welche ziemlich gut für die nVidia-Lösung ausgegangen sind. Dazu passend sind auch frühere Werte seitens Expreview eines stark übertakteten GeForce GTX 460 SLI-Gespanns gegen eine Radeon HD 5970 4GB, welche ihrerseits ja auch mit höheren Taktraten läuft. Hierbei konnte sich die auf 850/1700/2050 MHz laufenden GeForce GTX 460 1024MB SLI ebenfalls gut in Szene setzen – im Schnitt der Benchmarks liegt diese leicht vorn, wobei die AMD-Karte speziell unter 2560x1600 der nVidia-Lösung dann schon wieder näher kommt. Das ganze ist ein guter Ausblick darauf, was der GF104-Chip leisten könnte, wenn man ihn beispielsweise für eine DualChip-Lösung benutzen würde: Dabei würde diese vielleicht nicht mit ganz so viel Takt, dafür aber im Vollausbau mit den vollen 384 Shader-Einheiten angesetzt werden.

Mit den richtigen Taktraten kann so eine potentiell "GeForce GTX 490" genannte Karte wie gesagt selbst die Radeon HD 5970 4GB mit deren erhöhten Taktraten erreichen – aber natürlich ist dies aus heutiger Sicht trotzdem ein Phyrrussieg, weil wahrscheinlich nur kurz nach dem Launch einer solchen nVidia DualChip-Karte im vierten Quartal schon zwei neue DualChip-Lösungen von AMD auf Cayman-Basis anstehen (wahrscheinlich Radeon HD 6950 & 6970 genannt). Diese dürften sicher noch einmal 30 Prozent mehr Performance oben drauf legen, was dann für den GF104-Chip unerreichbar ist. Selbst der GF100-Chip im SLI-Verbund dürfte sich damit abmühen, aber eine DualChip-Grafikkarte auf GF100-Basis ist aus Verlustleistungsgründen sowieso nicht mehr in den nVidia-Planungen enthalten.

AnandTech haben Zahlen und Daten zu den seitens Intel geplanten Mobile-Prozessoren der Sandy-Bridge-Architektur. Beachtenswert gegenüber der Liste der geplanten Sandy-Bridge-Prozessoren des Desktop-Segments ist erstens der Verzicht auf Prozessoren ohne HyperThreading – selbst die Mobile-QuadCores haben also durchgehend HyperThreading – und zweitens der hohe Grad des TurboMode-Taktaufschlags von bis zu 1100 MHz. Selbiger wird auch bei der integrierten "GT2 Graphics" Grafikeinheit wirken und diese von regulär 650 MHz Takt auf dann 1150 bzw. 1300 MHz anheben. Dies ist ähnlich den Taktraten der Desktop-Ausführung von "GT2 Graphics", welche regulär mit 800 MHz und unter dem TurboMode mit bis zu 1350 MHz takten soll und von deren erfolgreichem Wirken man sich schon im Sandy-Bridge-Artikel von AnandTech überzeugen konnte.

Kerne Takt (TurboMode) L3-Cache Grafikeinheit TDP
Core i7-2920XM 4 + HT 2.5 GHz (3.5 GHz) 8 MB 12 Kerne mit 650 MHz Takt (TurboMode 1300 MHz) 55W
Core i7-2820QM 4 + HT 2.3 GHz (3.4 GHz) 8 MB 12 Kerne mit 650 MHz Takt (TurboMode 1300 MHz) 45W
Core i7-2720QM 4 + HT 2.2 GHz (3.3 GHz) 6 MB 12 Kerne mit 650 MHz Takt (TurboMode 1300 MHz) 45W
Core i7-2620M 2 + HT 2.7 GHz (3.4 GHz) 4 MB 12 Kerne mit 650 MHz Takt (TurboMode 1300 MHz) 35W
Core i5-2540M 2 + HT 2.6 GHz (3.3 GHz) 3 MB 12 Kerne mit 650 MHz Takt (TurboMode 1150 MHz) 35W
Core i5-2520M 2 + HT 2.5 GHz (3.2 GHz) 3 MB 12 Kerne mit 650 MHz Takt (TurboMode 1150 MHz) 35W

Gegenüber dem aktuellen Mobile-Programm auf Nehalem-Basis steigert Intel vor allem im QuadCore-Bereich die Taktraten, hier wirkt sich die 32nm-Fertigung positiv aus. Allerdings dürften die hier genannten Mobile-Prozessoren auf Sandy-Bridge-Basis nur die Speerspitze des Intel-Angebots darstellen, da die bei Notebook-Herstellern und Konsumenten beliebten 18- und 25-Watt-Prozessoren fehlen, welche Notebooks mit höheren Akkulaufzeiten ermöglichen. Und vielleicht schafft es Intel auf Basis der 32nm-Fertigung sogar, auch mal einen QuadCore-Prozessor unterhalb der 45-Watt-Marke anzubieten – AMD hat schließlich sogar schon Vierkerner mit 25 Watt TDP im Angebot. Denn letztlich werden die 45- und 55-Watt-Prozessoren doch nur bei einem Bruchteil aller Notebooks verkauft, die große Masse des Geschäfts läuft mit den Prozessoren mit 18W, 25W und 35W TDP ab.

Zu erwähnen wäre noch eine etwas zurückliegende Meldung der PCPro, wonach Windows 7 inzwischen mehr Nutzer als Windows Vista hat, Windows XP aber immer noch eine installierte Basis von mehr als Windows Vista & 7 zusammengenommen aufbietet. Diese Zahlen stammen von einer Internet-Firma, beziehen sich also nur auf am Internet angeschlossene PCs – bezieht man die nicht am Internet angeschlossenen PCs mit ein, dürfte Windows XP sogar noch etwas besser dastehen. Und natürlich beziehen sich diese Zahlen auch auf weltweit alle Internet-Nutzer – in den westlichen Ländern dürfte der Anteil an Windows-XP-Installationen niedriger als im weltweiten Durchschnitt liegen, in den Schwellenländern dagegen höher. Mit dieser Meldung trifft im übrigen eine alte Vorhersage unsererseits ein, wonach Windows Vista niemals an die Spitze bei der installierten Basis aufsteigen wird – weil sich Windows XP zum einen gut gegenüber Vista gehalten hat und Vista wiederum nach dem Launch von Windows 7 nunmehr recht schnell verschwindet.

Neuer Casecenter-Artikel

Die Firma LC-Power dürfte den meisten Lesern sicher vor allem wegen ihrer günstigen Netzteile ein Begriff sein. Weniger bekannt ist vielleicht die Tatsache, dass der Hersteller auch viele Gehäuse im Portfolio hat. Auch in diesem Bereich spricht man hauptsächlich Käufer an, die keine Unsummen für ein Case ausgeben möchten. Frisch in der Redaktion ist heute das Top-Modell aus der "Pro-Line-Gaming- Serie" eingetroffen, welches auf die etwas kryptische Bezeichnung LC Power Pro 919B Aequitas 2099 getauft wurde ... zum Artikel

News des 31. August 2010

Golem vermelden einen neuen Produkt-Vorstoß seitens Lucid, welche zum letzten Jahreswechsel Mainboards mit ihrem Hydra-Chips vorgestellt hatten. Nunmehr soll dieser Chip, welcher die 3D-Last zwischen verschiedenen Grafikkarten zu verteilen in der Lage ist, vom Mainboard direkt auf die Grafikkarte wechseln. Der interessierte Nutzer benötigt dann also kein Spezial-Mainboards mehr, was durchaus eine gewisse Anschaffungshürde darstellt – sondern einfach nur noch eine Spezial-Grafikkarten mit dem neuen Unity-Chip. Davon reicht eine Karte aus, welche dann die Steuerung für alle anderen verbauten Grafikkarten übernimmt und damit wieder das alte Lucid-Prinzip der weitestgehenden Mischbarkeit zwischen Karten verschiedener Chipklassen und von verschiedenen Chip-Entwicklern ermöglicht.

Prinzipiell erscheint die Idee griffig, weil somit Einstiegshürden weggenommen werden – allerdings hat Lucid weiterhin das Problem, daß die Performance im "normalen" Setup mit zwei gleichartigen Karten gegenüber der Performance von SLI bzw. CrossFire nicht besser ist und daß andererseits die Performance in einem bewußten Mischsetup von zwei in etwa gleich schnellen AMD- und nVidia-Grafikkarten (um in verschiedenen Spielen jeweils die Stärken der einzelnen Modelle ausnutzen zu können) nur geringfügig über der Performance einer einzelnen dieser Karten liegt. Hinzu kommen nach wie vor große Probleme mit der Spiele-Kompatibilität sowie das grundsätzliche Dilemma, daß ohne explizite Treiberunterstützung durch Lucid gar nichts geht – siehe hierzu auch den letzten entsprechenden Test der ComputerBase. Normalerweise muß Lucid erst einmal an diesen Punkten ganz gewaltig aufholen, ehe die Lucid-Technik überhaupt in die Nähe des Prädikats "halbwegs nutzbar" kommt.

HT4U haben mal wieder einen ihrer bemerkenswerten Artikel zum Thema der realen Leistungsaufnahme verfaßt. Diesesmal waren die Core i7-9xx Prozessoren von Intel an der Reihe, welchen mit einem extra dafür umgebauten Mainboard auf den Zahn gefühlt wurde. Dabei konnte unter anderem bestätigt werden, daß die Core i7-9xx Prozessoren ihre TDP-Klasse von 130 Watt nicht zu Unrecht haben, unter Vollast genehmigte sich ein Core i7-965 bis zu 93 Watt – und damit deutlich mehr als Core 2 Quad Prozessoren der 45nm-Fertigung oder auch die Core i7-8xx Prozessoren. Allerdings wurde auch schon das Potential der 32nm-Fertigung sichtbar, welche Intel dann bei Sandy Bridge voll ausspielen wird: So kam ein auf vier aktiv rechnende Kerne limitierter Core i7-980 mit 3.33 GHz Takt auf einen um 26 Prozent niedrigeren Verbrauch als ein Core i7-965 mit 3.2 GHz.

Daraus läßt sich jetzt schon prognostizieren, daß die kommenden Sandy-Bridge-Prozessoren in 32nm in QuadCore-Bauform und auf ähnlichem Takt beim Vollast-Verbrauch irgendwo bei 70 bis 80 Watt liegen sollten, was angesichts der gebotenenen Performance sehr ordentlich ist. Sehr interessant ist zudem das Wirken der TurboMode-Technologie auf den Verbrauch: Bei vier aktiven Rechenkernen ist der TurboMode gerade bei den Core i7-9xx Prozessoren deutlich limitiert, trotzdem stiegt der Verbrauch unter dem TurboMode noch um ca. 7 Watt an. Deutlicher fällt der Verbrauchsaufschlag durch den TurboMode allerdings bei einer geringen Anzahl an aktiv rechnenden Kernen aus: Bei zwei und drei Kernen sind es 12 Watt mehr, bei einem Kern gar 15 Watt mehr. Allerdings fällt der Verbrauch gerade bei nur einem oder zwei aktiv rechnenden Kernen sowieso in den Keller, der Mehrverbrauch durch den TurboMode spielt hier keine Rolle bezüglich der Verlustleistung, sondern zeigt nur dessen (erfolgreiches) Wirken an.

AnandTech hatten dagegen das Glück, einen Sandy Bridge Prozessor von Intel einem Vorab-Test unterziehen zu dürfen. Dabei hatte man ein Vorseriensample zur Hand, welches grob dem Core i5-2400 des Sockels 1155 entspricht. Dieser Prozessor hat regulär vier Rechenkerne, 3.1 GHz Takt, welcher unter dem TurboMode bis auf 3.4 GHz hinaufgehen kann, aber kein HyperThreading – ergo so ziemlich das, was die Core i5-750/760 Prozessoren derzeit innerhalb der Nehalem-Serie darstellen. Das Vorserien-Sample von AnandTech lief allerdings mit HyperThreading, hatte dafür aber noch keinen aktiven TurboMode. Die Messungen seitens AnandTech geben also nicht perfekt das wieder, was der Core i5-2400 einst leisten können wird – aber es reicht sicherlich aus, um Sandy Bridge schon einmal generell zu beurteilen.

Core i5-760
(2.8 GHz, TM)
Core i7-880
(3.06 GHz, TM/HT)
Core i5-2400
(3.1 GHz, kein TM/HT)
Anwendungen 100% +21% +25%
Spiele 1680x1050 100% +6% +15%
Idle-Verbrauch (System) 61W 62W 63W
Vollast-Verbrauch (System) 132W 144W 121W

Und danach sieht Sandy Bridge optisch erst einmal sehr ansprechend aus – bei genauerer Betrachtung fällt aber auf, daß der Prozessor seine Leistung ziemlich stark über seine höhere Taktrate bringt. Denn ein Core i7-880 mit nahezu demselben Takt kommt in der Anwendungsperformance nur 3 Prozent hinter dem Sandy-Bridge-Prozessor ins Ziel, nur bei der Spieleperformance ergibt sich mit 8,5 Prozent eine etwas höhere Differenz. Klar könnte der Sandy-Bridge-Prozessor hier noch etwas zulegen, sofern sein TurboMode laufen würde – aber ein bemerkenswerter Pro/MHz-Gewinn ist hierbei trotzdem nicht zu sehen. Diesbezüglich am klarsten ist wohl der Vergleich zum Core i7-760, da dieser per default nicht über HyperThreading verfügt: Nimmt man den Einfluß des Taktes heraus, hat das Sandy-Bridge-Modell (wie gesagt ohne den TurboMode laufend) unter Anwendungen eine um ca. 13 Prozent höhere Pro/MHz-Leistung und unter Spielen eine um ca. 4 Prozent höhere Pro/MHz-Leistung vorzuweisen.

Diese Werte dürften bei den finalen Prozessoren um ein paar Prozentpunkte anders aussehen, der TurboMode kann eventuell auch noch etwas zu einem besseren Ergebnis beitragen – der endgültige Wert der Pro/MHz-Steigerung durch Sandy Bridge dürfte somit zwischen 10 und 15 Prozent liegen. Zusammen mit Taktraten von nahezu durchgehend über 3 GHz kommt natürlich auch eine vernünftige Leistungsteigerung gegenüber den aktuellen Intel-Prozessoren heraus. Gerade der Core i5-2400 als günstigestes QuadCore-Modell unter Sandy Bridge dürfte wohl dieselbe preisliche Position wie derzeit der Core i5-750 einnehmen: Zwischen beiden Prozessoren kann insgesamt ein Performancegewinn von 35 Prozent liegen, was aber angesichts der neuen Sockel und damit notwendigen neuen Mainboards nicht zwingend genug ist, um Besitzer von Nehalem-Hardware zu einem Wechsel zu zwingen. Allerdings dürften sicherlich viele Nutzer von Core-2-Systemen auf Sandy Bridge wechseln, denn vom Core 2 aus ist der Performancesprung groß genug – zudem verspricht der frühe Einstieg in den Sockel 1155 wenigstens eine gewisse Zukunftsfähigkeit.

Sehr beachtenswert ist zudem, was Intel bei der integrierten Grafik von Sandy Bridge getan hat – denn diese überzeugt mit einer Performance auf dem Niveau einer aktuellen LowCost-Grafikkarte. Die bisher schnellsten integrierten Lösungen werden zudem um den Faktor 2 abgehängt, dies ist selbst für dieses Segment ein heftiger Performancesprung. Angeblich gehört die in Sandy Bridge verbaute "GT2 Graphics" nunmehr der Intel-Serie 6 an, im Gegensatz zur Serie 5 der "HD Graphics" der Nehalem-Prozessoren sowie der vorhergehenden Chipsatz-Grafik. Für Intel-Maßstäbe ist dies wie gesagt sehr gut, allerdings kommt mit dem Fusion-Projekt die eigentliche Herausforderung für alle bisherigen integrierten Grafiklösungen noch – und gemäß allem Vorab-Wissen wird sich Fusion zumindest im Llano-Prozessor eher an Mainstream-Leistungen orientieren als an LowCost-Leistungen. Intel dürfte also mit der Sandy-Bridge-Grafik enorm zulegen – und AMD trotzdem wahrscheinlich mit der Llano-Grafik triumphieren.

Unter anderem der Spiegel berichtet über eine neue Spielekonsole seitens Lenovo speziell für den chinesischen Markt: Die eBox soll sogar noch dieses Jahr erscheinen. Die Leistungsfähigkeit wird allerdings schon von Lenovo sehr zurückhaltend eingeschätzt, vermutlich geht es also um Wii-Niveau. Andererseits wäre dies für den Zielmarkt auch sehr passend, denn die Kaufkraft der neuen chinesischen Mittelschicht ist natürlich nicht mit der Kaufkraft in den westlichen Länder vergleichbar. Interessant zur eBox wird die Frage, wie Leonovo mit der eingefleischten asiatischen Raubkopier-Mentalität umgehen will: Sicherlich kann man umfangreiche Anti-Raubkopier-Maßnahmen einbauen, aber letztlich beschränkt im angepeilten Zielmarkt automatisch die vorhandene Kaufkraft den Umfang des Neuerwerbs von Software.

Eine relativ raubkopiersichere Konsole wie die Playstation 3 ist deswegen in China sogar regelrecht unbeliebt und man greift dort viel lieber zur Xbox 360, weil es für die Microsoft-Konsole ein breites Angebot an raubkopierter Software gibt (davon abgesehen sind Xbox 360 und Playstation 3 in China sowieso verboten). Lenovo befindet sich hiermit also in einem Dilemma: Mit westlichen Software-Preisen gewinnt man in China keinen Blumentopf, mit auf den chinesichen Markt angepassten Preisen bekommt man dagegen die großen Spieleentwickler nicht mit ins Boot. Gut möglich, daß Lenovo auf letztere verzichtet und chinesische Spieleentwickler ein komplett eigenes Software-Angebot für die eBox erstellen läßt – welches dann natürlich unmöglich so breit ausfallen kann wie bei den anderen Konsolen. Eine echte Konkurrenz für die bekannten Konsolen dürfte hierbei kaum herauskommen, weil die Anpassungen auf den chinesischen Markt der eBox so oder so den Zahn für den Einsatz in der westlichen Welt ziehen dürften.

Shortcuts: Die PC Games Hardware vermeldet die PoV/TGT GeForce GTX 460 "Beast" auf Taktraten von nunmehr 855/1710/2010 MHz – was sie zur derzeit höchstgetakteten ab Werk übertakteten GeForce GTX 460 macht und ganz nebenbei auch problemlos in die Nähe der Performancehöhen einer GeForce GTX 470 bringen sollte. Bei den X-bit Labs hat man sich den Vergleich einer SLI-Kombination aus zwei GeForce GTX 460 1024MB Karten gegen eine Radeon HD 5970 Karte mit zwei RV870/Cypress-Chips unter CrossFire gegeben. Dabei erzielt die GeForce GTX 460 1024MB SLI ein ziemlich gutes Ergebnis: Unter 1920x1080 liegt sie sogar 5 Prozent vor der Radeon HD 5970, während unter 2560x1600 die AMD-Karte mit 7 Prozent vorn liegt. Angesichts des hohen preislichen Vorteils der nVidia-Lösung von ca. 100 Euro wäre hier aber doch die GeForce GTX 460 SLI vorzuziehen – und die üblichen Nachteile von DualChip-Lösungen treffen in diesem Fall schließlich auf beide Karten zu.

News des 30. August 2010

Auch seitens nVidia gibt ein neuer Treiber nun den Blick frei für einige kommende neue nVidia-Grafikkarten auf Fermi-Basis. In den INF-Dateien des Treibers 259.47 wird wahrscheinlich das komplette demnächst geplante Produktprogramm genannt, inklusive auch schon der mobilen Versionen. Damit wird klarer, was nVidia demnächst im Bereich der Chips GF106 und GF108 aufbieten will: Der GF108-Chip für das untere Mainstream-Segment wird in den zwei Varianten GeForce GT 420 & 430 antreten, welche sich wahrscheinlich nur im Takt unterscheiden – Hardware-Abspeckungen sind hier dagegen kaum anzunehmen. Der für das obere Mainstream-Segment vorgesehene GF106-Chip wird dagegen am 13. September in Form der GeForce GTS 450 debütieren, wobei diese Variante wahrscheinlich zuerst nur mit einem 128 Bit DDR Speicherinterface daherkommen wird.

Desktop Mobile
GF108 (Mainstream)
96 Shader-Einheiten, 16 TMUs, 128 Bit DDR Speicherinterface
GeForce GT 420 (96SE, 128SI)
GeForce GT 430 (96SE, 128SI)
GeForce GT 415M
GeForce GT 420M
GeForce GT 425M
GeForce GT 435M
GF106 (Mainstream)
192 Shader-Einheiten, 32 TMUs, 192 Bit DDR Speicherinterface
GeForce GT 440 (144SE, 128SI)
GeForce GTS 450 (192SE, 128SI)
"D12-P1-35" (192SE, 192SI)
GeForce GT 435M (128SI)
GeForce GT 445M (128SI)
GeForce GTX 460M (192SE, 192SI)
GF104 (Performance)
384 Shader-Einheiten, 64 TMUs, 256 Bit DDR Speicherinterface
GeForce GTS 455 (192SI)
GeForce GTX 460 (336SE, 256SI)
"D12U-25" (384SE, 256SI)
GeForce GTX 470M
GF100 (HighEnd)
512 Shader-Einheiten, 64 TMUs, 384 Bit DDR Speicherinterface
GeForce GTX 465 (352SE, 256SI)
GeForce GTX 470 (448SE, 320SI)
GeForce GTX 480 (480SE, 384SI)
GeForce GTX 480M (352SE, 256SI)

Daneben wird es aber noch eine extra GF106-Variante im Vollausbau und damit mit dem 192 Bit DDR Speicherinterface geben – bislang wird diese "D12-P1-35" genannt, was nach einer früheren Roadmap definitiv ein GF106-Chip mit 192 Bit DDR Speicherinterface ist. Allerdings stehen kaum noch Namen für diese Karte zu Verfügung, da "GeForce GTS 455" schon vergeben ist – möglicherweise bekommt daher auch diese Karte den Namen "GeForce GTS 450". Desweiteren wird es noch eine GF106-basierte GeForce GT 440 geben, wo gemäß früheren Informationen nur ein 128 Bit DDR Speicherinterface mit DDR3-Speicher eingesetzt wird – deswegen auch das "GT" im Namen und nicht das "GTS". Aller Vermutung nach dürfte nVidia diese Karte auch dazu benutzen, bei der Anzahl an Hardware-Einheiten abgespeckte GF106-Chips einsetzen zu können – ergo sind nur 144 Shader-Einheiten bei dieser Karte wahrscheinlich.

Im Bereich des Performance-Chips GF104 sind dagegen zwei neue Karten angesiedelt: Zum einen die GeForce GTS 455, gemäß einer früheren Roadmap eine GF104-Variante mit nur 192 Bit DDR Speicherinterface. Bei dieser Karte sind zudem auch Abspeckungen an der Anzahl der Hardware-Einheiten anzunehmen – 240 oder 288 Shader-Einheiten bieten sich hierfür an, sind aber derzeit noch unsicher. Und abschließend bekommt der GF104-Chip noch seinen Vollausbau in Form einer derzeit mit Codenamen "D12U-25" genannten Karte. Gemäß der früheren Roadmap müsste sich diese Karte zwischen GeForce GTX 465 (D12U-20) und GeForce GTX 470 (D12U-30) einordnen, ergo perfekt für einen GF104-Chip im Vollausbau mit den vollen 384 Shader-Einheiten (möglicherweise "GeForce GTX 468"). Derzeit nicht genannt wurden dagegen der GF100-Chip im Vollausbau (wahrscheinlich "GeForce GTX 485") und die DualChip-Lösung auf GF104-Basis (wahrscheinlich "GeForce GTX 490"), diese beiden Karten dürften also erst später antreten.

AMD & nVidia Produktportfolio & Roadmap – 30. August 2010

Daneben notierte nVidia wie gesagt noch eine Reihe an neuen Mobile-Lösungen, womit nVidia endlich auch mal wieder etwas neues in diesem Teilmarkt bieten wird. Bei den geplanten Mobile-Lösungen sind deren Hardware-Daten derzeit natürlich noch komplett ungewiß, auch ist die obige Auflistung nicht gänzlich vor Fehleinschätzungen gefeit, welche Lösung welchem Grafikchip zuzuordnen ist. Hier wird man zweifellos die offizielle Vorstellung dieser Mobile-Beschleuniger abwarten müssen, um deren Leistungsfähigkeit einschätzen zu können. Gerade diese neuen Mobile-Lösung von nVidia werden nunmehr aber definitiv nicht mehr gegen AMDs Mobility Radeon HD 5000 Serie, sondern schon gegen die Mobility Radeon HD 6000 Serie antreten müssen, da die neuen nVidia-Lösungen einfach viel zu spät kommen.

Die Wahl des Brandnamen im vorherigen Absatz sowie in obiger Porfolio/Roadmap-Grafik verrät es schon: Es hat sich etwas geändert am bisherigen Brandnamen der AMD/ATI-Grafikkarten. Wie HT4U berichten, ist es seit heute morgen offiziell, daß zukünftige AMD/ATI-Grafikkarten nur noch unter dem Brandnamen "AMD" und dem AMD-Logo erscheinen werden, mit dem Auslaufen der bisherigen Grafikkarten wird dann auch der Brandname "ATI" und das ATI-Logo endgültig verschwinden. AMD verwischt damit die letzten Spuren der einst zwei Unternehmen AMD und ATI und präsentiert sich somit noch stärker als kompletter Systemanbieter, welcher Prozessoren, Grafikchips und Mainboard-Chipsätze aus einer Hand liefern kann.

AMD Radeon Logos

Daneben dürfte ein Hauptgrund für diese Änderung in den kommenden Fusion-Prozessoren liegen, für welche AMD nicht die Verwirrung einer integrierten "ATI-Grafiklösung" aufkommen lassen wollte – nun wird eine "AMD-Grafiklösung" in einen AMD-Prozessor integriert, was für den Massenmarkt die einfacher zu verstehende Benennung ist. Am Markenname "Radeon" ändert sich nichts, es geht halt nunmehr ganz offiziell von "ATI Radeon" zu "AMD Radeon" – wobei es für OEM-Bedürfnisse auch Logos geben wird, welche auf die Nennung von "AMD" verzichten werden. Im CPU-Bereich will AMD seine Prozessoren zudem ab 2011 stärker unter den Markennamen "Vision" stellen – ob das eine so glückliche Entscheidung ist, bliebe abzuwarten, denn bislang hat sich dieser Markenname noch nicht bewährt und ist gerade im Massenmarkt vollkommen unbekannt.

In unserem Forum ist ein angeblicher Unigine-Benchmark der Radeon HD 6870 aufgetaucht, wonach diese Karte unter der Auflösung von 1920x1200 mit 4x Anti-Aliasing und extremer Tesselation die GeForce GTX 480 tatsächlich mit 36,6 zu 29,5 fps schlagen soll. Dies wäre ein hartes Brot für nVidia, denn Tesselation ist bislang das große Steckenpferd der Fermi-basierten Grafikkarten und dabei insbesondere der GF100-basierten Lösungen. Andererseits gibt es mal wieder ernsthafte Bedenken, ob dieser Benchmark-Wert nun Fake oder echt ist – ein solcher Screenshot ist schließlich zu einfach zu fälschen, zudem ist unsicher, ob es derzeit überhaupt schon halbwegs finale Radeon HD 6870 Boards außerhalb von AMDs eigenen Hallen gibt. Daher gilt derzeit, daß die Chance auf einen Fake klar höher liegt als die auf einen echten Wert.

Shortcuts: Der Heise Newsticker vermeldet eine neue, ab dem 29. August geltende Intel-Preisliste. Diese sieht als einzige wesentliche Änderung einen deutlichen Preisabschlag beim Core i7-950 vor, welcher auf das preisliche Niveau von Core i7-920 & 930 absinkt und somit diese Prozessoren faktisch aus dem Markt nimmt. Hinzu kommen Erstnotierungen für einige LowCost-Prozessoren, welche aber vorwiegend nur im OEM-Geschäft Interesse wecken dürften. Heise Security berichten von den praktischen Problemen mit dem Fix für die DLL-Nachladelücke unter Windows: Schließt man dabei das Arbeitsverzeichnis bei der Suche nach benötigten DLLs kategorisch aus, funktionieren einige bekannte Anwendungen nicht mehr. Daher sollte man das Arbeitsverzeichnis nur ausschließen, wenn es nicht auf dem eigenen PC liegt – alternativ hilft auch der schon beschriebene Ansatz, WebDAV und Remote generell abzuschalten.

News des 28./29. August 2010

Unsere wöchentliche Umfrage ging um das Thema SSDs und deren aktuelle wie zukünftige Nutzung. Dabei handelte es sich um die (exakte) Wiederholung einer vor Jahresfrist gelaufenen Umfrage – und schon der Vergleich der puren Zahlen von Juli 2009 zu August 2010 ergibt eine deutliche Beschleunigung des Themas bei unseren Lesern bzw. den Umfrageteilnehmern. So ergab sich im Juli 2009 eine SSD-Nutzungsquote von 8 Prozent, 18 Prozent hatten kurz- und 24 Prozent mittelfristige Planungen. Heuer nun nutzen schon satte 31 Prozent SSDs – die frühere Prognose wurde damit problemlos erfüllt. Kurzfristige Planungen haben heuer weitere 16 Prozent, mittelfristige Planungen weitere 21 Prozent. Sollte sich die daraus ableitbare Prognose erneut erfüllen, dürften in einem Jahr dann schon rund 50 Prozent unserer Leser SSD-Nutzer sein.

 Schon im Rechner – oder geplant? (Aug 2010)

SSD sind damit zwar noch nicht im Massenmarkt angekommen, aber es ist (spätestens nächstes Jahr) eine ausreichende Abdeckung an üblichen Multiplikatoren erreicht, worauf der Massenmarkt dann unter Umständen ziemlich schnell auf SSDs umschwenken könnte. Die schnellen Kapazitätserweiterungen bei SSDs dürften ihr übriges tun für die weiter zunehmende Attraktivität dieses Produkts. Durch eben diese Kapazitätssteigerungen fallen auch immer mehr die Beschränkungen weg, welche man sich bisher durch die kleinen SSD-Größen noch auferlegen mußte. So planten im Juli 2010 ganze 34 Prozent eine SSD nur für das Betriebssystem einzusetzen, wobei dies in der Praxis nur 17 Prozent letztlich so taten. Heuer nun planen nur noch 28 Prozent in diese Richtung hin und gar nur 14 Prozent setzen dies derzeit so um.

In der Praxis wird die SSD also vom größten Teil der Anwender sowohl für das Betriebssystem als auch für Anwendungen genutzt – nur die Nutzung auch für Daten ist nach wie vor eher selten. Diese dürfte vornehmlich auf speziellen Systemen wie lautlosen PCs oder Netbooks anzutreffen sein, beim regulären Desktop-PC sind die heutigen Datenmengen schnell deutlich zu groß für SSDs. Und da SSDs nach wie vor nicht gerade so spottbillig wie Festplatten zu haben sind und auch zukünftig zu haben sein werden, dürfte es langfristig zu der von einigen Nutzern jetzt schon praktizierten Zweiteilung kommen: Betriebssystem, Anwendungen und wichtige Arbeitsdaten auf der SSD – und alle größeren Datenmengen dann auf herkömmlichen Festplatten, möglicherweise sogar extern ausgeführt und nur bei Bedarf eingeschaltet.

Zum Bulldozer-Prozessor wurde noch eine Spezifikations-Tabelle speziell mit den Cache-Größen und -Anbindungen gefordert, anbei ist nun diese Tabelle. Sie ist leider nicht ganz vollständig, weil zu Bulldozer in diesen Fragen derzeit noch zu wenig Material vorliegt – aber allgemein gilt ja sowieso für Prozessoren, daß sich diese schwer anhand reiner Spezifikationstabellen einschätzen lassen. Gerade die Anzahl von Recheneinheiten ist bei CPUs um mehrere Faktoren unwichtiger als bei GPUs, welche sich im Gegensatz zu CPUs doch recht gut aufgrund ihrer Rohdaten einordnen lassen. Auf CPUs trifft dies wie gesagt nicht zu, womit auch die geringer gewordenen Anzahl an ALU-Einheiten in einem Bulldozer-Kern letztlich nichts sagen muß – wie an dieser Stelle schon einmal ausgeführt.

(alles pro Kern) K10 Bulldozer Core 2 Nehalem
Pipeline 12 Stufen ? 14 Stufen 16 Stufen
Dekoder bis zu 3 Ops ? bis zu 5 Ops bis zu 5 Ops
Integer 3x ALU, 2x L/S 2x ALU, 3x L/S 3x ALU, 2x L/S 3x ALU, 2x L/S
SIMD 2+1 (ADD, MUL, MISC), max. 128 Bit Befehlsbreite für zwei Kerne: 2xFMA, 2xINT, max. 256 Bit Befehlsbreite 2 (ADD, MUL), max. 128 Bit Befehlsbreite 2+1 (ADD, MUL, Shuffle), max. 128 Bit Befehlsbreite
L1 Instr.-Cache 64 kB, 2fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite für zwei Kerne: 64 kB, 2fach assoziativ 32 kB, 8fach assoziativ, 128 Bit Bandbreite 32 kB, 8fach assoziativ, 128 Bit Bandbreite
L1 Daten-Cache 64 kB, 2fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite 16 kB 32 kB, 8fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite 32 kB, 8fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite
L2-Cache 512 kB, 16fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite für zwei Kerne: 2 MB, 16fach assoziativ für zwei Kerne: 6 MB, 24fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite 256 kB, 8fach assoziativ, 256 Bit Bandbreite
L3-Cache für vier Kerne: 6 MB, 48fach assoziativ ? keiner für vier Kerne: 8 MB, 16fach assoziativ

Ein wenig in der Berichterstattung über Bulldozer untergegangen ist die Bobcat-Prozessorenarchitektur, zu welcher AMD wieder einige neue Daten und erstmals auch ein Blockschaltbild veröffentlich hat. Auch bei Bobcat sind aufgrund der vorhandenen technischen Daten kaum Performanceprognosen möglich, allerdings gab es in der jüngeren Vergangenheit schon einige erste Performance-Messungen zu Bobcat, welche doch recht positiv ausgefallen sind. Bobcats Hauptgegner in Form der Atom-Prozessoren von Intel dürfte jedenfalls klar überrundet werden – was auch dadurch noch verstärkt wird, daß der Atom-Prozessor für einige Anwendungen in der Praxis schon spürbar zu langsam ist und daher die Mehrperformance von Bobcat auf ein dankbares Publikum treffen dürfte.

AMD Bobcat Blockschaltbild

So wie AMD sich das vorstellt, soll Bobcat aber genauso auch in Nettops und Sub-Notebooks eingesetzt werden, wo man teilweise auch auf die Konkurrenz von Core 2 Duo oder Pentium E Prozessoren trifft. Diese dürften von der Performance her wohl weiterhin vor Bobcat liegt (da Bobcat nach AMD-Aussagen 90% der Performance eines aktuellen AMD Notebook-Prozessors erreichen soll) – Bobcat kann diesen Intel-Prozessoren gegenüber aber mit deutlich niedrigerem Stromverbrauch punkten, welcher nur wenig mehr als bei den Atom-Prozessoren betragen wird. Für diese Geräteklasse ist das wohl der bessere Kompromiß, gerade da AMD Bobcat aufgrund der kleinen Chipfläche recht günstig herstellen kann und somit zudem einen hohen preislichen Spielraum gegenüber Core 2 Duo oder Pentium E Prozessoren hat.

Shortcuts: Laut Citavia läßt sich die kürzliche AMD-Aussage, Llano basiere auf dem K8-Design, dadurch entkräften, daß AMD-intern auch die aktuellsten Phenom II Prozessoren als "K8" gelten – und nicht als "K10", wie man in der Öffentlichkeit diskutiert. An unserer Einschätzung, daß Llano sich klar an den Massenmarkt wenden und kaum entscheidende Impulse für Performance- und HighEnd-Käufer bringen wird, ändert dies allerdings nichts. HT4U berichten von weiteren, dieses Jahr noch antretenden Phenom II X4 Prozessoren auf Deneb-Basis in Form des Phenom II X4 970 (3.5 GHz, Q3/2010) und 975 (3.6 GHz, Q4/2010). Bislang wurde das 970er Modell dem Zosma-Kern (Abspeckung Thuban-Kern der Sechskern-Prozessoren von AMD) zugeordnet, Zosma soll nun aber ab dem vierten Quartal ausschließlich zum Ersatz und Ausbau der Phenom II X4 8xx Prozessoren-Serie eingesetzt werden.

News des 27. August 2010

HT4U zeigen einen ersten Benchmark einer Cayman-basierten Karte (wahrscheinlich "Radeon HD 6870"), welche mit Taktfrequenzen von 850/3200 MHz ihre 11.963 Punkte unter dem 3DMark Vantage im Extreme-Setting erzielt (Radeon HD 5870: 9.075 Punkte, GeForce GTX 480: 9.740 Punkte laut ComputerBase-Messungen). Derzeit ist allerdings schwer zu beurteilen, ob das ganze Fake oder echt ist – zumindestens die Performance der angeblichen Cayman-Karte von ca. 23 Prozent mehr als bei der GeForce GTX 480 und ca. 32 Prozent mehr als bei der Radeon HD 5870 scheint auf die bisherigen Voraussagen zuzutreffen, welchem dem Cayman-Chip einen eher mittelmäßigen Performancesprung voraussagen. Auch die angegebenen Taktraten würden passen: Die 850 MHz Chiptakt hat ATI zwar auch schon bei der Radeon HD 5870 benutzt, sind aber für einen Chip mit deutlich mehr Transistoren und ohne neue Fertigungstechnologie wohl korrekt – und die 3200 MHz Speichertakt passen knapp zu den vorgestern vermeldeten Cayman-Informationen.

Der Heise Newsticker und die PC Games Hardware berichten über finale Spezifikationen und erste Hinweise zur Performance der GeForce GTS 450. Danach tritt diese GF106-basierte Karte am 13. September mit den vollen 192 Shader-Einheiten und 32 Textureneinheiten des GF104-Chips an, benutzt aber nur 16 ROPs und 128 Bit des DDR-Speicherinterfaces, welches beim GF104-Chip im Vollausbau 24 ROPs und 192 Bit DDR ermöglichen würde. Die Taktraten betragen 783/1566/1804 MHz, verbaut werden 1024 MB GDDR5-Speicher und die TDP soll 106 Watt betragen (sprich, der Spieleverbrauch dürfte so bei 75-90 Watt liegen). Überraschend ist der US-Listenpreis von 129 Dollar, was eher auf dem Niveau der Radeon HD 5750 liegt – und nicht auf dem Niveau der Radeon HD 5770.

Radeon HD 5700 Serie GeForce GTS 4xx Serie
Chipbasis ATI RV840/Juniper, 1040 Mill. Transistoren in 40nm auf 166mm² Die-Fläche nVidia GF106, 40nm, ~240mm² Die-Fläche
Technik DirectX 11, 800 Shader-Einheiten, 40 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit DDR Interface (bis GDDR5) DirectX 11, 192 Shader-Einheiten, 32 TMUs, 24 ROPs, 192 Bit DDR Interface (bis GDDR5)
Taktraten 850/2400 MHz
(Radeon HD 5770)
783/1566/1804 MHz
(GeForce GTS 450)
Rechenleistung 1360 GFlops
(Radeon HD 5770)
601 GFlops
(GeForce GTS 450)
Texel-Füllrate 32 GT/sec
(Radeon HD 5770)
25 GT/sec
(GeForce GTS 450)
Bandbreite 77 GB/sec
(Radeon HD 5770)
58 GB/sec
(GeForce GTS 450)
Kartenvarianten Radeon HD 5750 (750/2300 MHz)
Radeon HD 5770 (850/2400 MHz)
GeForce GTS 440 (128bit SI mit DDR3)
GeForce GTS 450 (783/1566/1804 MHz @ 128bit SI)
GeForce GTS 455 (192bit SI)

Dazu passen aber auch die ersten Performance-Angaben, welche von einer 3D-Leistung oftmals in der Nähe der Radeon HD 5770 sprechen – was anders formuliert bedeutet: Etwas schneller als die Radeon HD 5750. Der eigentliche Kontrahent der GeForce GTS 450 dürfte somit eben diese Radeon HD 5750 sein – Preis und Performance scheinen hier jeweils zusammenzupassen, allerdings dürfte die Radeon HD 5750 einen gewissen Vorteil in der Last-Verlustleistung haben, da die Radeon HD 5750 nur ihre 64 Watt unter Spielen zieht. Die ganze Ansetzung läßt die Vermutung offen, daß nVidia später mit einer weiteren GF106-Variante das 192 Bit DDR Speicherinterface des GF106-Chips ausfahren wird – wahrscheinlich in Form der GeForce GTS 455.

Eine solche Karte dürfte dann natürlich nur mit 768 MB Speicher daherkommen, was optisch schlechter aussieht (1536 MB Speicher dürften zu teuer für dieses Preissegment sein). Trotzdem wird das größere Speicherinterface seine Wirkung entfalten, da die nVidia-Karten eigentlich durchgehend stärker an der Speicherbandbreite hängen als die ATI-Karten. Und von 128 auf 192 Bit DDR gibt es immerhin 50 Prozent mehr Speicherbandbreite – dies ist sogar etwas mehr als zwischen dem 192- und 256-Bit-Interface der GeForce GTX 460 (+33%). Deren Performancedifferenz kann man trotzdem als Anhaltspunkt nehmen und daher eine GeForce GTS 455 auf den Taktraten der GeForce GTS 450 mit aber einem 192 Bit DDR Speicherinterface auf ca. 10 Prozent Mehrperformance schätzen.

Die dürfte reichen, um mit der GeForce GTS 455 die Performance der Radeon HD 5770 zu matchen – womit für nVidia das Primärziel erreicht wäre, der sehr erfolgreichen Radeon HD 5700 Serie etwas gleichwertiges entgegenstellen zu können. Die derzeitigen Daten deuten zwar nicht darauf hin, daß nVidia mit GeForce GTS 450 & 455 so einen Preis/Leistungsknaller hinlegen kann wie mit der GeForce GTX 460 – aber dies war möglicherweise auch nicht das Ziel von nVidia. Schließlich stehen schon bald die Southern-Islands-Lösungen an und da ATI bei diesen voraussichtlich gerade im Performance-Bereich klar zulegen wird, muß sich nVidia bei GeForce GTS 450 & 455 nur darum kümmern, gleichwertig gegenüber Radeon HD 5750 & 5770 zu erscheinen – denn gegen die Southern-Islands-Nachfolger hat der GF104-Chip wahrscheinlich sowieso keine Chance.

HT4U berichten (Meldung No.1 & No.2) über die erste passiv gekühlte Radeon HD 5770 seitens Gigabyte. Diese Grafikkarte soll dabei mit dem regulären Takt der Radeon HD 5770 arbeiten, was dem Passiv-Kühlkörper angesichts von 81 Watt Spieleverbrauch und 108 Watt TDP einiges an Arbeit zumutet. Generell betrachtet sind wir ja eigentlich Fans von Silent-Lösungen, allerdings sind 81 Watt passiv gekühlt hart an der Grenze des technisch machbaren und daher zugunsten der Ausfallsicherheit der Grafikkarte nicht wirklich zu empfehlen. Schließlich muß man bei so einer leistungsstarken und passiv gekühlten Karte dann zwingend für einen guten Luftfluß im Gehäuse sorgen – wofür Gehäuselüfter vonnöten sind, die zwar "silent" zu bekommen sind, aber eben nie total lautlos.

Für ein rein passiv gekühltes System sind demzufolge andere, nicht so leistungsstarke Komponenten besser geeignet – und selbst dann ist ein rein passiv gekühltes System eine diffizile Angelegenheit, welche man nur mit exakter Planung und Ausführung auf die Beine stellen sollte. Sofern es aber einfach nur "silent" sein soll, gibt es auch Radeon HD 5770 Karten mit entsprechend laufleisen Lüftern, welche dann aber auch im Hochsommer sowie auf Dauer gesehen kein erhöhtes Ausfallrisiko aufweisen. Dies soll die Gigabyte-Grafikkarte nicht schlecht machen, aber wir sehen diese halt nur für einen höchst geringen Bruchteil der Anwendungsfälle als passende Lösung an.

Wir hatten es in unserem Bulldozer-Artikel schon so notiert, der Planet 3DNow! bringt nun auch noch eine zitierfähige Bestätigung seitens AMD: Bulldozer benötigt einen neuen Sockel. Dies war früher anders – da war Bulldozer kompatibel zum Sockel AM3 geplant, was auch diverse frühere Roadmaps wiedergeben. Im Laufe der Entwicklung hat man sich allerdings umentschieden und Bulldozer wird nun im Sockel AM3+ kommen, welcher entsprechende Mainboards voraussetzt und nicht mit dem Sockel AM3 abwärtskompatibel ist (nur aufwärtskompatibel – Prozessoren des Sockels AM3 laufen auch in Mainboards des Sockels AM3+). Dies ist sicherlich kein schöner Punkt an AMDs neuer Prozessorenarchitektur, allerdings muß auch gesagt werden, daß bei aller Liebe zu größtmöglicher Aufrüstfähigkeit ab und zu dann doch einmal ein genereller Sockelwechsel ansteht.

AMDs letzter genereller Wechsel war der Sockel AM2+ im Jahr 2007 – die entsprechenden Mainboards nehmen (nach BIOS-Update) heute auch noch alle aktuellen AM3-CPUs auf. Intel hingegen hat/wird im Zeitraum derselben Jahre 2007 bis 2010 einmal vom Sockel 775 der Core-2-Prozessoren auf die Sockel 1156/1366 der Nehalem-Prozessoren und dann auf die Sockel 1155/1356 der Sandy-Bridge-Prozessoren wechseln – dies ist aller zwei Jahre ein neuer, inkompatibler Sockel und nicht aller vier Jahre wie bei AMD. AMD ist in dieser Frage also nach wie vor deutlich kundenfreundlicher aufgestellt, auch wenn dies angesichts des neuen Sockels auf den ersten Blick nicht so erscheinen mag. Zudem stehen ja auch bei Intel wie gesagt generell neue Sockel an, womit für die neuen Prozessoren des Jahres 2011 keiner der Prozessorenentwickler in der Aufrüst-Frage einen Vorteil hat (Llano wird allerdings in AM3-Mainboards laufen).

Wie Heise Security berichtet, wird die DLL-Nachlade-Lücke unter Windows inzwischen schon ausgenutzt – und zwar u.a. mittels Office- und Torrentdateien, was einen ziemlich breiten Angrifssvektor ergibt und den Windows-Nutzer nunmehr zum Gegensteuern aufrufen sollte. Microsoft bietet hierfür ein Tool an, welches in der Windows-Registry die Suchreihenfolge für DLL-Dateien beinflußt – dies ist eine Möglichkeit zum Schutz vor dieser Sicherheitslücke, wobei man dabei sicherheitshalber Verzeichnisse außerhalb des eigenen PCs nicht nach hinten in der Suchreihenfolge schieben, sondern ganz untersagen sollte.

Alternativ kann man sich darauf konzentrieren, keine Remote- und/oder WebDAV-Verbindungen zuzulassen – denn nur wenn der eigene PC per Remotezugriff oder WebDAV mit einem anderen PC verbunden ist, funktioniert die Sicherheitslücke (sie funktioniert dagegen nicht bei normalem Internet-Zugriff). Bezüglich WebDAV muß man in der Windows-Diensteverwaltung den Dienst "WebClient" deaktivieren (Systemsteuerung/Verwaltung/Dienste), zur Verhinderung eines Remotezugriffs wäre dagegen die Remoteunterstützung des Computers zu deaktivieren (Systemsteuerung/System/Remote). Vorteilhafterweise kann man dies auch in der Netzwerk-Eigenschaften von Windows kontrollieren, welche per WebDAV oder Remote verbundene Computer explizit anzeigen sollte. Da die Lücke wie gesagt aktiv ausgenutzt und Microsoft keinen generellen Patch auflegen wird, sollte man sich für eine der beiden (oder beide) Möglichkeiten entscheiden.

Shortcuts: Fudzilla berichten über die Taktrate der integrierten Sandy-Bridge-Grafik ("GT2 Graphics"), welche regulär 850 MHz und unter dem TurboMode immerhin 1350 MHz erreichen soll. Gegenüber der aktuell "HD Graphics" in den Nehalem-Prozessoren mit 733 MHz Takt (Core i5-661 allerdings mit 933 MHz) ist dies ein exzellenter Sprung – daß es allerdings gegenüber AMDs Fusion-Ansatz reicht, darf trotzdem bezweifelt werden. Und letztlich berichten Gulli noch über eine Möglichkeit, als von einer DigiProtect-Abmahnung Geschädigter sich eventuell doch einen Rechtsstreit mit dem Massenabmahner leisten zu können – durch eine Abtretung der eigenen Forderung an eine Sammelklagen-GmbH. Ob da was herauskommt, ist natürlich vollkommen unsicher, andererseits ist dies ohne weiteres finanzielles Risiko und könnte – interessant für die Allgemeinheit – am Ende auch mal zu einer gerichtlichen Klärung führen, ob DigiProtect überhaupt in dieser Form abmahnen darf bzw. wie sicher/unsicher deren "Beweisermittlung" ist.

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