Neuigkeiten der letzten 7 Tage

News des 20. November 2008

Der Planet 3DNow! bringt ein Update seiner Grafikchip-Roadmap, welches das bekannte Wissen und Halbwissen über die anstehenden HighEnd-Grafikchips zusammenfasst. Mit an Board sind dabei natürlich noch reichlich Unsicherheiten: So erscheinen die 1,5 TeraFlops Rechenleistung des ATI RV870-Chips nach wie vor als sehr gering angesichts dessen, daß eine Radeon HD 4870 jetzt schon 1,2 TeraFlops erreicht. Dies wäre – wie schon einmal ausgeführt – nur dann sinnvoll, wenn ATI den RV870 wirklich in der Multi-Chip-Module-Bauweise bringt und somit also zwei Grafikchips aufs selbe Trägermaterial pressen kann, ohne daß dabei die Verlustleistung explodiert.

Was wiederum gegenüber der herkömmlichen Bauweise von zwei getrennten Grafikchips auf einem Grafikboard nur dann Sinn macht, wenn ATI die physikalische Nähe der Multi-Chip-Module-Bauweise zu einer besseren Verbindungstechnologie ausnutzt, die Effizienz der zwei zusammenarbeitenden Grafikchips also entscheidend steigert. Auf nVidia-Seite sind hingegen die Ungewissheiten noch viel größer, weil außer den Chipnamen eigentlich kaum etwas bekannt ist. Inzwischen kann man sogar vermuten, daß nicht mehr alle diese Chipnamen – GT206, GT212 und GT216 – bei nVidia aktuell sind, schließlich wurde der GT200-Chip nun auch ohne neuen Chipnamen auf 55nm umgelegt, davon abgesehen wären drei neue HighEnd-Chips innerhalb eines halben Jahres auch ein wenig zu viel des guten.

Die ComputerBase berichtet über eine weitere G94-basierte GeForce 9600 GSO , diesesmal von MSI. Diese G94-basierten Karten haben nur 48 Shader-Einheiten und dafür ein 256 Bit DDR breites Speicherinterface, im Gegensatz zu den regulären GeForce 9600 GSO Karten auf G92-Basis mit 96 Shader-Einheiten und einem 192 Bit DDR Speicherinterface. Abweichend zu der kürzlich genannten Inno3D-Karte soll die MSI-Karte mit 1400 MHz auch noch einen recht niedrigen Shadertakt aufweisen – damit kommt diese Karte nur noch auf 49 Prozent der Rechenleistung einer regulären GeForce 9600 GSO, was auch durch eine höhere Speicherbandbreite unmöglich zu egalisieren sein wird.

Noch ist natürlich nicht endgültig klar, unter welchem Namen nVidia das ganze herauszubringen gedenkt – allerdings deutet der Verpackungsscreenshot der MSI-Karte doch wieder in die Richtung, als würde nVidia tatsächlich eine zweite Version der GeForce 9600 GSO herausbringen. Und dies ist dann nach wie vor als der krass falsche Weg anzusehen, weil die bisherige und die nun möglicherweise doch kommende Ausführung der GeForce 9600 GSO auf jeweils absolut unterschiedlicher Hardware (G94 vs. G92) aufbauen und daher auch eine deutlich differiende Performancecharakteristik aufweisen werden: So wird die neue Ausführung der GeForce 9600 GSO in allen sehr rechenintensiven Szenarien deutlich hinter der bisherigen GeForce 9600 GSO zurückliegen

Dafür dürfte die neue GeForce 9600 GSO aufgrund ihrer deutlich höheren Speicherbandbreite besser in sehr hohen Auflösungen samt Anti-Aliasing durchhalten – ob allerdings die Grundperformance der Karte überhaupt dafür ausreichend ist, wäre noch zu ermitteln. Jedenfalls lockt eine Grafikkarte mit 48 Shader-Einheiten auch nach nVidia-Verhältnissen im Performance-Markt niemanden hinter dem Ofen hervor, so etwas würde man eher denn als klassische Mainstream-Lösung einordnen. Wahrscheinlich plant nVidia hier den lange erwarteten Kontrahent zur Radeon HD 4670 – was ja auch ehrbar ist, aber dann sollte die Namenswahl nicht höheres vermuten lassen. Ein einfaches "GeForce 9600 GS" würde niemanden verwirren und zudem eine gewisse Klarheit über die leistungsmäßige Einordnung der Karte bieten.

Gemäß den X-bit Labs gibt es neue Core i7 Prozessoren seitens Intel im zweiten Quartal 2009. Genaueres ist noch nicht bekannt, aber vermutlich wird es schlicht die Taktstufe des jetzigen 965 XE mit 3.2 GHz als "normale" Ausführung geben (aka "Core i7 960") und die nächsthöhere Taktstufe (3.46 GHz) als neue Extreme Edition (aka "Core i7 985 XE"). Intel dürfte bis zu diesem Zeitpunkt durch AMDs 45nm-Prozessoren zumindest im HighEnd-Segment noch lange nicht unter Druck stehen, so daß man es wohl sehr geruhsam mit weiteren Taktsteigerungen angehen wird. Und sollte AMD seine derzeitigen Planungen verwirklichen und bis zum dritten Quartal bei 3.0 GHz verharren, ergibt sich für Intel sicherlich auch keine Notwendigkeit, daran etwas entscheidendes zu verändern.

News des 19. November 2008

Geht es nach Expreview, so wird nVidia die derzeit nun schon laufende 55nm-Fertigung des GT200-Chips nicht zu neuen, schneller getakteten Grafikkarten nutzen, wie sie bisher als GeForce GTX 270 & 290 gehandelt wurden. Vielmehr wird mit dem GT200-Chip in 55nm erst einmal der originale GT200-Chip in 65nm auf den schon bestehenden GeForce GTX 260/280 Grafikkarten ersetzt, was auch den Preisspielraum bei nVidia und den Grafikkartenherstellern erhöht. So soll nVidia den Grafikkartenherstellern explizit das Erstellen eigener Designs dieser Grafikkarten freigegeben haben, was in kostenreduzierten Varianten mit attraktivem Preis, aber auch eventuell in (ab Werk) höhergetakteten Varianten resultieren dürfte.

Gemäß nochmals HardSpell soll zudem nun doch noch eine DualChip-Variante auf Basis des in 55nm hergestellten GT200-Chips kommen – womit nVidia dann wieder den eigenen Anspruch erfüllen würde, die schnellste HighEnd-Grafikkarte zu stellen. Das Produkt soll sich wohl "GeForce GTX 260 GX2" nennen, was auf die Benutzung der in seinen Hardware-Einheiten beschnitten GeForce GTX 260 hindeutet – für eine DualChip-Grafikkarte schon sehr ungewöhnlich, aber eventuell aus Verlustleistungsgründen nicht anders zu realisieren. Aber auch so ist eine Verlustleistung im Bereich von runden 250 Watt zu erwarten, was im Rahmen einer Radeon HD 4870 X2 (realer Verbrauch 264 Watt unter Last) liegen würde. Die neue DualChip-Grafikkarte von nVidia soll im Januar antreten, genaueres zu Taktraten und Preissituation ist derzeit noch nicht bekannt.

Nachdem wir lange nichts mehr von der bei nVidia geplanten Rebranding-Aktion gehört haben, bringen Fudzilla nun neue Informationen: So soll die (nur im OEM-Bereich verkaufte) GeForce 9300 auf G96-Basis zukünftig auf den Namen "GeForce G100" hören, die GeForce 9500 GT auf Basis desselbe Grafikchips soll zukünftig unter "GeForce GT 120" laufen. Die GeForce 9600 GT auf Basis des G94-Chips wird dagegen zur "GeForce GT 130", zu den weiteren GeForce9-Grafikkarten liegen derzeit leider noch keine Informationen über deren neue Verkaufsnamen vor. Diese Rebranding-Aktion soll dann im Januar 2009 über die Bühne gehen, wobei derzeit nach wie vor unklar ist, ob es sich ausschließlich um neue Namen bisheriger Karten handelt, oder ob es eventuell auch regelrecht neue Karten beispielsweise mit abgewandelten Taktraten gibt.

Die gestern schon genannten Informationen von HardSpell über neue Core-2-Prozessoren seitens Intel sind nochmals zu erwähnen, weil hierbei auch spezielle 65W-TDP-Modelle seitens Intel notiert wurden. Dies sind die Modelle Core 2 Quad Q8200s (45nm, 2.33 GHz, FSB1333, 4 MB Level2-Cache), Core 2 Quad Q9400s (45nm, 2.66 GHz, FSB1333, 6 MB Level2-Cache) und Core 2 Quad Q9550s (45nm, 2.83 GHz, FSB1333, 6 MB Level2-Cache), denen "S"-lose Normal-Varianten in der 95W-TDP-Klasse stehen, als "S"-Varianten dagegen nur eine TDP von 65 Watt aufweisen. Natürlich dürfte der reale Unterschied nicht gleich 30 Watt betragen, sind die "S"-losen Normal-Varianten seitens Intel doch ziemlich hoch eingestuft. Trotzdem dürfte es hier einen Verlustleistung-Vorteil bei den "S"-Varianten geben, was diese somit für Übertakter interessant macht. Allerdings kosten die "S"-Varianten wohl mehr und es ist nicht einmal sicher, ob diese überhaupt im regulären Handel auftauchen oder nur den OEM-Partern Intels zur Verfügung stehen.

News des 18. November 2008

Laut Aussage Microsoft gegenüber der PC Games Hardware ist die Chance, daß es DirectX11 nicht mehr in Windows 7 schafft größer als umgedreht. Was einen etwas verblüfft zurückläßt, denn trotz womöglich auf Ende 2009 vorgezogenen Starttermin von Windows 7 war man sich doch bisher sicher, daß DirectX11 eher schon zur Jahresmitte 2009 zur Verfügung stehen würde. Allerdings muß DirectX11 deswegen nicht wirklich später als Windows 7 erscheinen, denn der "Annahmeschluß" für neue Features liegt bei dem neuen Betriebssystem natürlich schon Monate vor der Erstauslieferung. Mit dem Sommer 2009 wird es aber anscheinend nichts mehr, DirectX11 dürfte somit eher in Richtung Herbst/Winter 2009 erscheinen.

HT4U berichten über eine aktuelle AMD-Roadmap mit den CPU-Planungen für das Jahr 2009. Danach kommen am 8. Januar erst einmal zwei 45nm-Modelle im Sockel AM2+ mit 2.8 und 3.0 GHz, während der erste Schwung an Sockel-AM3-Prozessoren dann im Februar 2009 antritt. Jene AM3-Prozessoren wird es dann in Takfrequenzen von 2.5 bis 2.8 GHz geben, hinzu kommen zwei TripleCore-Modelle mit 2.6 und 2.8 GHz. Bei der TDP ordnet AMD die neuen Phenom-Prozessoren im übrigen abweichend von den Opteron-Prozessoren sehr defensiv ein: Die beiden Modelle im Sockel AM2+ auf 125 Watt TDP, alle Sockel-AM3-Modelle bei 95 Watt. Man wird allerdings sehen müssen, wieviel AMD davon in der Realität ausnutzt, aufgrund der 45nm-Fertigung sollte es hier doch größere Reserven zwischen TDP-Angabe und realem Verbrauch geben.

Diese will AMD aber zumindest anfänglich nicht wirklich nutzen, es soll im zweiten Quartal nur ein AM3-Modell auf 3.0 GHz nachfolgen, für das dritte Quartal ist keine weitere Taktstufe geplant. Dies ist angesichts der Betonung von AMD, deren neues Spitzenmodell würde im Übertaktungsbetrieb auf 4 GHz luftgekühlt kommen, schon reichlich verwunderlich. Möglicherweise will sich AMD aber hier schlicht noch nicht in die Karten schauen lassen – es ist jedenfalls nicht besonders wahrscheinlich, daß man drei Quartale auf derselben Spitzentaktfrequenz verharren kann. Neben den Phenom-Prozessoren wird AMD aber auch neue Athlon-Prozessoren bringen – allerdings natürlich weiterhin auf K10-Basis.

Letztlich wird dies alles auf dem Propus-Core basieren, einem Deneb-Core ohne Level3-Cache, welchen AMD für das LowCost- und Mainstream-Segment einzusetzen gedenkt. Diesen Prozessoren wird es (unter dann differienden Core-Namen, aber allesamt auf Propus-Basis) als QuadCore-, TripleCore- und DualCore-Modelle geben, die maximalen Taktfrequenzen liegen dabei knapp unter 3 GHz. Interessant dürfte hierbei insbesondere die Athlon X4 600 Serie sein, darunter verbirgt sich ein K10-QuadCore ohne Level3-Cache. Letzterer dürfte im Desktop-Bereich eher weniger zu mehr Performance führen, allenfalls die maximale Taktfrequenz dieser Prozessoren-Serie von 2.7 GHz dürfte einen gewissen Nachteil darstellen. Wenn hier AMD allerdings einen attraktiven Preis ansetzt – und anderes erscheint aufgrund der Namenswahl eher unwahrscheinlich – dann hätte man hier eventuell einen potenten Mainstream-Prozessor.

Neben der reinen Technik muß gesagt werden, daß AMD einen ziemlichen Wirrwarr an Corenamen und Verkaufsnamen bringt, welcher den Käufer bei einfacher Betrachtung der Dinge glatt in die Irre führen muß. AMD nennt hier satte fünf neue Corenamen der 45nm-Modelle – dabei ist das letztlich überall derselbe K10-Prozessor in 45nm. Ob man nun einzelne Cores deaktiviert oder noch einen (wahrscheinlich sowieso extra gefertigten) Level3-Cache aufs Trägermaterial klebt, ändert nichts am eigentlichen Core. Und genauso verbietet es sich eigentlich, K10-basierte Prozessoren in irgendeiner Form "Athlon" zu nennen – damit verbindet der Käufer normalerweise einen K8-basierenden Prozessor, also gleich eine andere Prozessorenarchitektur. Ein mehr an technischer Exaktheit bei den (ja sowieso nur vom Fachpublikum genutzten) Corenamen und eine höhere Plausibilität bei den Verkaufsnamen würde AMD durchaus nicht schaden.

Wie WinFuture berichten, werden Intel-Prozessoren im Sockel 775 noch bis ins Jahr 2011 hinein im offiziellen Angebot seitens Intel sein. Demnach wird die Core-2-Architektur im Einsteigersegment doch nicht recht lange überleben – wenngleich es eher zweifelhaft ist, daß Intel hier besonders taktschnelle bzw. leistungsstarke Prozessoren liefern wird. Ganz allgemein betrachtet dürfte die Core-2-Architektur für Mainstream- und HighEnd-Gefilde seitens Intel in nächster Zeit eher denn langsam abgesägt werden. Sprich, man wird hier trotz vorhandener Möglichkeiten keine schnelleren Core-2-Prozessoren mehr liefern, sondern sich lieber auf auf die Vermarktung der neuen Nehalem-Architektur konzentrieren. Und so lange ab nächstem Jahr mit den Lynnfield-Prozessoren die Nehalem-Modelle dann auch im Mainstream-Markt zu finden sind, spricht ja auch nichts gegen die neue Prozessorenarchitektur.

Shortcuts: HardSpell berichten über am 18. Januar antretende neue Core-2-basierende Prozessoren. Dabei handelt es sich um einige interessante Programmergänzungen (beispielsweise ein Core 2 Duo E7500 mit 2.93 GHz für 133 Dollar Listenpreis), allerdings natürlich keine Prozessoren mehr mit neuen Spitzentaktraten. Gemäß HT4U hat Auftragsfertiger TSMC die Massenfertigung in 40nm bereits gestartet. Ob damit allerdings explizit Grafikchips gemeint sind, ist unklar – vermutlich noch nicht, auch wenn sich aufgrund dieses Fertigungsfortschritts die 40nm-Pläne von ATI und nVidia für das nächste Jahr sicherlich einhalten lassen werden. Und letztlich noch eine Korrektur der News des 12. November: Der seitens techPowerUp gemeldete RV790-Refreshchip soll natürlich in 55nm und nicht in 40nm gefertigt sein. Dies stand bei der Quelle auch nicht anders, der Newsredakteur hat es hier schlicht verbockt, so das wir um Entschuldigung bitten.

News des 17. November 2008

HardSpell berichten über eine "GeForce 9600 GSO+", welche seitens Inno3D demnächst erhältlich sein soll. Dahinter verbirgt sich die schon einmal vor ein paar Wochen angekündigte zweite Ausführung der GeForce 9600 GSO auf G94-Basis. Damit sinkt die Anzahl der Shader-Einheiten gegenüber der regulären GeForce 9600 GSO von 96 auf 48, das Speicherinterface geht hingehen von 192 auf 256 Bit DDR hinauf. Bei Taktraten von 650/1625/900 MHz würde diese Inno3D-Karte damit auf nur 56 Prozent der Rechenleistung einer regulären GeForce 9600 GSO kommen, bei der Speicherbandbreite dann allerdings wiederum 60 Prozent vor dieser liegen. Da zu wenig Speicherbandbreite jedoch nicht unbedingt das Problem der GeForce 9600 GSO ist, sollte jene neue "GeForce 9600 GSO+" eigentlich etwas langsamer ausfallen.

Etwas erstaunlich ist die Namenswahl, welche erneut die "9600 GSO" im Titel trägt, wenngleich nunmehr mit dem Plus-Suffix. Eigentlich konnte man davon ausgehen, daß nVidia nach der früheren Kritik an einer geplanten zweiten Version der GeForce 9600 GSO auf eine nicht mehr mißverständliche Namenswahl setzen würde. Es bleibt nur zu hoffen, daß die Informationen seitens HardSpell in diesem Punkt alt sind bzw. sonstwie nicht zutreffen, noch mehr Verwirrung angesichts der sowieso schon extremen Grafikkarten-Vielfalt wird wirklich nicht benötigt. Preislich setzt nVidia die neue Karte im übrigen bei einem Listenpreis von 87 Dollar an, was hierzulande in Straßenpreisen von runden 80 Euro resultieren sollte und die neue Karte damit zwischen regulärer GeForce 9600 GSO und der GeForce 9600 GT einordnet.

Fudzilla haben bei nVidia noch einmal bezüglich der angeblichen 55nm-Fertigung aller derzeit ausgelieferten HighEnd-Grafikchips nachgefragt und die Aussage bekommen, daß 70 Prozent der im vierten Quartal ausgelieferten GT200-Chips bereits in 55nm gefertigt sind. Dies bedeutet, daß nVidia das bessere Fertigungsverfahren nicht nur für den G200b- bzw. GT206-Chip einsetzt, sondern auch schon beim GT200 – eigentlich aus Wirtschaftlichkeitsgründen verständlich. Darauf deutet auch ein bei HardSpell zu sehender Die-Shot eines GT200-Chips in 55nm hin, welcher eben trotz dieser Fertigunggröße weiterhin als "GT200" und nicht als "G200b" oder "GT206" bezeichnet wurde. Verwunderlich ist natürlich, daß nVidia nunmehr trotz der für den GT200-Chip zur Verfügung stehenden 55nm-Fertigung die eigentlich geplanten taktverbesserten GeForce GTX 270/290 Grafikkarten nicht vorstellt – aber eventuell ist dies nur noch eine Frage weniger Tage.

HT4U berichten über die aktuellen Veränderungen im Notebook-Markt, welcher zum einen inzwischen für die Hälfte aller insgesamt weltweit verkauften Computer steht, zum anderen durch weiterhin starke Stückzahlenzuwächse bei aber gleichzeitig fallenden Durchschnittspreisen zu beschreiben ist. Der Haupttreiber für alle diese Entwicklungen ist natürlich das Netbook-Segment, welches zum einen die Absatzstückzahlen beflügelt (und auch zum Mobile-Segment herüberzieht), zum anderen aber auch die durchschnittlichen Verkaufspreise stark nach unten zieht. Allerdings basiert der Erfolg der Netbooks unserer Meinung nach vornehmlich auf dem allgemeinen Trend, daß Computergerätschaften bewußter für den jeweiligen Anwendungszweck gekauft werden.

Die Zeiten, wo die Masse der Käufer sich bedingungslos dem erstbesten Elektronikhändler- oder. Supermarkt-Angebot in die Arme geworfen haben, gehen wohl zuende – auch, weil die Anzahl der Computer-Neueinsteiger rasant schwindet und dafür das Computerwissen bei der breiten Masse der Anwender zunimmt. Und natürlich kommt nun auch noch der Fakt hinzu, daß für die meisten der üblichen Heimanwendungen die heutzutage angebotenen PCs des Mainstream- und HighEnd-Bereichs reichlich überdimensioniert sind, wie auch hier schon ausgeführt wurde. Beide Effekte zusammen müssen über kurz oder lang zu einem verändertem Käuferverhalten führen – das neue Segment der Netbooks war hier mehr nur der Auslöser als die eigentliche Ursache. Blickt man weiter, ist ähnliches eigentlich auch für den Desktop-Bereich zu erwarten – hier fehlt möglicherweise auch nur der sexy Anstoß eines EeePCs.

Shortcuts: Laut Fudzilla wird AMD die ersten 45nm-Prozessoren für den Desktop-Einsatz nun doch erst im neuen Jahr bringen. Die offizielle Vorstellung soll auf der CES zum Januaranfang laufen, in den Handel kommen danach erst einmal die 45nm-Modelle im Sockel AM2+. Die DDR3-unterstützenden Prozessoren im Sockel AM3 werden dann im Februar in den Handel geschickt werden. Nochmals Fudzilla berichtet über das offizielle Auslaufen der originalen GeForce GTX 260 mit 192 Shader-Einheiten. Die Karte wird also nur noch abverkauft werden, wobei es sicherlich hier und da zu Schnäppchen-Angeboten kommen dürfte. Und letztlich berichten Golem noch von der endgültigen Spezifikation für den USB 3.0 Standard. Dieser bietet die (theoretisch) zehnfache Übertragungsgeschwindigkeit und ist zudem Stecker- und abwärtskompatibel zu USB 1.x und 2.0.

News des 15./16. November 2008

Wir hatten gestern über anstehende Grafikkarten-Preissenkungen seitens nVidia berichtet und dabei die Aussage getroffen, nVidia könnte letztlich nur den Grafikchip-Preis bestimmen und damit keine gewaltigen Preissenkungen beim insgesamten Grafikkarten-Preis realisieren. Dies ist allerdings nicht ganz korrekt, die Grafikchip-Entwickler haben neben der Senkung des reinen Grafikchip-Preises doch noch andere Möglichkeiten: Einerseits kann man durchaus ein neues Referenzdesign auflegen, welches mit weniger Bauteilen oder einem Board mit weniger Layern auskommt – teilweise tun das die Grafikkarten-Hersteller bei langlaufenden Modellen schon von selber. Dieses neue Design kann unter demselben Namen fimieren, es kann sich aber auch um eine Update-Version handeln, wie es die GeForce 9800 GTX+ eine ist.

Die zweite Möglichkeit nVidias, die Preise des gesamten Grafikboards zu beeinflußen, liegt in den mit nVidia verbundelten Auftragsfertigern. Diese stellen unter anderem jene Referenzgrafikkarten her, welche für den Launch und die ersten Verkäufe benutzt werden – bevor dann die Grafikkartenhersteller je nach Gusto eigene Varianten herausbringen können. Bei diesen Referenzkarten sind die Grafikkartenhersteller faktisch reine Wiederverkäufer, sie kaufen das komplette Grafikboard ein und verkaufen es an die Endkunden. Auf diesem Weg kann nVidia (und bei ATI dürfte es nicht viel anders sein) auch immer mitbestimmen, wo der Wert eines kompletten Grafikboards liegt: Denn senkt man den Preis des Referenzboards, müssen diese Grafikkarten-Hersteller mit eigenen Designs auch entsprechend mitziehen.

Bei Hexus hat man sich angesehen, wie weit ein CrossFire-Gespann auf Basis zweier Radeon HD 4830 Grafikkarten kommt. Die Karten sind ausreichend günstig, auf daß das ganze eine Option darstellt – zwei Radeon HD 4830 Karten kosten derzeit runde 240 Euro, was in etwa in den Preisbereich einer Radeon HD 4870 1024MB oder einer GeForce GTX 260 (216SP) geht. Vor allem aber liegt hier einmal der seltene Fall vor, daß zwei kleinere Karten schneller sind als eine gleichpreisige größere Karte: Die zwei Radeon HD 4830 Karten unter CrossFire haben kein Problem mit der ATI-eigenen Radeon HD 4870 sowie der GeForce GTX 260 (216SP), oftmals werden sogar die Performancewerte einer GeForce GTX 280 überboten. Dabei kann man den herausgeholten Vorsprung vor Radeon HD 4870 und GeForce GTX 260 sogar als so groß bezeichnen, daß auch die üblichen Nachteile eines SLI- bzw. CrossFire-Systems als damit ausgeglichen betrachtet werden können.

Allerdings gilt es jedoch zu bedenken, daß die seitens Hexus angestellten vier Benchmarks auch nicht unbedingt eine sichere Ausgangsbasis für ein endgültiges Urteil in diesem Fall bilden können. Prinzipiell sind die Ergebnisse nicht gänzlich verwunderlich, stellt doch die Radeon HD 4830 gegenüber der Radeon HD 4870 eine nur maßvoll abgespeckte Lösung auf Basis letztlich desselben Grafikchips dar – allerdings sind es auch nur 23 Prozent mehr Rechenleistung und 1 Prozent mehr Speicherbandbreite (mit jedoch dem schnellerem GDDR3-Speicher) zugunsten der doppelten Radeon HD 4830. Aber wie gesagt ist derzeit die Datenbasis wohl noch zu dürftig, um sich diesbezüglich endgültig festzulegen – der Fall wäre zu beobachten und bei Sichtung weiterer Radeon HD 4830 CrossFire-Benchmarks erneut aufzurollen.

Noch nachgetragen in unseren Grafikkarten-Marktüberblick Oktober 2008 wurde nunmehr die Radeon HD 4850 X2 in ihren beiden Ausführungen – einmal mit 2x 512 MB und einmal mit 2x 1024 MB GDDR3-Grafikkartenspeicher. Die Karte ist allerdings nach wie vor nur von einem Grafikkartenhersteller (Sapphire) im Angebot und die Verfügbarkeit ist derzeit nicht gegeben – woraus sich eventuell auch der nach wie vor etwas zu hohe Preispunkt erklärt. Unserer Meinung nach lohnt es sich derzeit eher, zwei einzelne Radeon HD 4850 Karten unter CrossFire zusammenzuschalten, damit kommt man – für die gleiche Performance – etwas günstiger als mit der Radeon HD 4850 X2. Im Zuge eines breiteren Wettbewerbs durch mehrere Anbieter dieser Karte könnten die Preise der Radeon HD 4850 X2 natürlich in Zukunft fallen, dies dürfte aber wohl noch seine Zeit benötigen.

Daneben fällt beim Durchblick der aktuellen Preissituation im Vergleich zu dem im Oktober notierten Preisen auf, daß in der Tat (und wie vorhergesagt) die meisten Angebote etwas teurer geworden sind. Dies ist besonders deutlich bei den ATI-Karten ab der Radeon HD 4850, deren im vorverlinkten Artikel angesetzte Tiefstpreise derzeit kaum noch realisierbar sind – hier sind überall Preisaufschläge von wenigstens 10 Euro zu konstatieren. Bei den nVidia-Karten ist dies im Gegensatz weniger deutlich, was die Aussage untermauert, daß die Preiserhöhungen in Euroland aufgrund des gestiegenen Dollar-Preises bei den nVidia-Karten früher marktwirksam wurden als bei den ATI-Karten. So langsam scheint der Markt nun aber die neue Dollar-Situation wiederzuspiegeln, die Schnäppchenangebote auf Basis früherer Dollarkurse verschwinden zunehmend aus dem Angebot der Händler.

Wie der Heise Newsticker ausführt, stellen die Mainboard-Hersteller Asus und MSI Listen zur Kompatibilität verschiedener AM2+ Mainboards mit AMDs kommenden Sockel-AM3-Prozessoren zur Verfügung. Daraus ergibt sich nunmehr automatisch, daß der bisherige Sockel AM2+ abwärtskompatibel mit dem kommenden Sockel AM3 sind – prinzipiell lassen sich also AM3-Prozessoren auf AM2+ Mainboards einsetzen. Dies war vorher nicht derart erwartet worden, steigert aber AMDs sowieso schon bekannten Vorteile bezüglich der Aufrüstfreundlichkeit nochmals. Für AM2-Platinen dürfte dies dann allerdings nicht mehr zutreffen, hier fehlt zumeist die mit dem Sockel AM2+ geänderte Stromversorgung, auch wenn der AM3-Prozessor rein mechanisch offenbar in die AM2-Platine passt.

Bei den AM2+ Platinen wird allerdings immer noch ein BIOS-Update benötigt, welches die Mainboard-Hersteller zur Verfügung stellen müssen. Generell ist zudem nicht zu erwarten, daß wirklich jede AM2+ Platine AM3-Prozessoren tragen wird können – hier ist prinzipiell der Hersteller des eigenen Mainboards zu konsultieren. Auch verliert man bei Benutzung eines AM3-Prozessors auf einem AM2+ Mainboard die Fähigkeit der CPU, den schnelleren DDR3-Speicher anzusteuern, dies ist nur auf AM3-Platinen möglich. Nichtsdestotrotz dürfte sich hier eine hochinteressante Option für AM2+ Besitzer auf schnellgetaktete Phenom-Prozessoren ergeben.

News des 14. November 2008

Wie die DigiTimes ausführt, plant nVidia in Reaktion auf die derzeitige Marktstärke der ATI-Grafikkarten erneut eine Preissenkung für die eigenen Grafikchips. Bisher ist weder die Höhe der Preissenkung bekannt, noch welche Grafikchips diese betreffen wird (die von der DigiTimes genannten Grafikchips betreffen frühere nVidia-Preissenkungen). Aufgrund der aktuellen Marktsituation kann man aber davon ausgehen, daß mindestens alles ab der GeForce 9600 GSO von einer Preissenkung betroffen sein dürfte, welche zudem den ungefähren Rahmen von 10 bis 15 Prozent (vom Grafikkartenpreis) erreichen sollte. Deutlich mehr wird nVidia allerdings auch nicht realisieren können, schließlich kann nVidia immer nur den Grafikchip-Preis senken, welcher nur einen gewissen Teil des gesamten Grafikkartenpreises ausmacht.

In Euroland dürften diese Preissenkungen aber vornehmlich dazu dienen, um die zuletzt (und derzeit noch) steigenden Preise aufgrund des teurer gewordenen Dollars wieder auszugleichen. Insofern ist in unseren Breitengraden auf jeden Fall ein klar geringerer Effekt auf die jeweiligen Straßenpreise zu erwarten. Auf der anderen Seite könnte es nVidia hierzulande auch helfen, daß die aktuelle Dollar/Euro-Situation bei den eigenen Grafikkarten schon früher als bei ATI in die Preise eingearbeitet wurde und demzufolge vornehmlich die ATI-Karten in der näheren Zeit noch etwas im Preis anziehen sollten. Ob dies alles allerdings reichen mag, um einen wirklichen Effekt zugunsten von nVidia zu erreichen, wäre eher zu bezweifeln – ein solcher Effekt ergibt sich üblicherweise erst mit regelrecht neuen Grafikkarten.

Golem berichten zu den aktualisierten Plänen von AMD bezüglich der kommenden Consumer-Prozessoren, zu welchen der Prozessorenbauer auch gleich versprach, im Gegensatz zur Vergangenheit künftig verstärkt auf das Einhalten einmal gesetzter Termine zu achten. Damit wurden aus der bisherigen Roadmap einige Projekte gestrichen bzw. verschoben, so daß man sich bei AMD sicher ist, die aktualisierte Roadmap auch einhalten zu können. Diese sieht für den Zeitraum der Jahre 2009 und 2010 im Desktop-Bereich prinzipiell QuadCore-Prozessoren in 45nm auf Basis der Cores Deneb und Propos vor. Der Unterschied liegt hier rein in der Größe des Level3-Caches: 6 MB bei Deneb und 2 MB bei Propos. TripleCore-Prozessoren wie aktuell in der 65nm-Fertigung verkauft, tauchen in der Roadmap zwar nicht auf – was aber nichts bedeuten mag, da sich die Roadmap auf offizielle Core-Namen konzentriert und die TripleCore-Modelle keine eigenen Core-Namen besitzen.

Insofern dürfte AMD auch weiterhin TripleCore-Modelle anbieten – sicherlich so lange, wie Intel noch günstige DualCore-Modelle im Markt hat (noch einige Jahre). DualCore-Modelle dürften dagegen die Ausnahme sein, diese lohnen sich bei der Fertigung von nativen QuadCore-Prozessoren auch nicht wirklich. Interessanterweise zeichnet AMD die 45nm-Cores Deneb und Propos ausschließlich ab dem Jahr 2009 in die Roadmap ein, die Zeitlinie der 45nm-Fertigung fängt aber schon im Jahresende 2008 an. Dies nährt – da es sich immerhin um eine Roadmap explizit für Consumer-Prozessoren handelt – die Vermutung, AMD würde eventuell doch noch das eine oder andere 45nm-Modell für den Sockel AM2+ (und damit ausschließlich für DDR2-Speicher) noch in diesem Jahr bringen.

Am anderen Ende der Roadmap blickt AMD zu den Prozessoren des Jahres 2011, welche dann schon im 32nm-Prozeß gefertigt werden: Dann soll im HighEnd-Bereich der Orochi-Core erscheinen, welcher mit mehr als vier Prozessorkernen und mehr als 8 MB insgesamten Cache antreten wird. Im Mainstream- und Mobile-Markt wird zu diesem Zeitpunkt dann das Fusion-Projekt umgesetzt werden, welches derzeit einen QuadCore-Prozessor mit auf das selbe Trägermaterial verpflanzten Grafikeinheit vorsieht. Damit würde AMD das Fusionprojekt, welches ursprünglich einmal im Jahr 2009 angesiedelt war, weit nach hinten verschieben – und zwar sogar noch hinter Intels ersten Prozessoren mit Grafikeinheit (Havendale-Core im Jahr 2010).

Die Roadmap bedeutet aber auch, daß AMD derzeit im Desktop-Markt auf Gedeih und Verderb auf den Erfolg der 45nm-Plattform (45nm Prozessoren sowie Sockel-AM3-Chipsätze mit DDR3-Support) angewiesen ist, weil danach zwei Jahre lang nichts mehr neues kommen wird. Man wird also letztlich für die nächste Zeit nur über die Taktrate gehen können – das alte Megahertz-Rennen scheint prinzipiell neu eröffnet. Und auch Intel wird sich diesem nicht entziehen können, steht doch erst für das Jahresende 2010 eine neue Prozessorenarchitektur an, deren Änderungen aufgrund der Kürze der Zeitspanne zwischen den Prozessorenarchitekturen auch nicht großartig ausfallen dürften.

Und da Achtkern-Prozessoren innerhalb des angegebenen Zeitbereichs keine großen Chancen im Desktop-Markt zu geben wäre, werden Leistungsfortschritte über den Zeitraum der Jahre 2009 und 2010 vornehmlich nur über die Taktraten zu erzielen sein – für beide Hersteller. Was wiederum bedeutet, daß die passende Fertigungstechnologie und hohe Taktreserven im jeweils aktuellen Prozessorendesign die entscheidenden Punkte für die nächsten zwei Jahre sein werden. Auf dem Papier hat hier erst einmal Intel die besseren Chancen, da deren Nehalem-Design zum Jahresende 2009 auf 32nm umgestellt (Sandy-Bridge-Core) und man diesen Vorsprung in der Fertigungstechnologie dann für ein ganzes Jahr innehaben wird. Für das Jahr 2009 dürften beide Hersteller aber mit Waffengleichheit arbeiten, womit erst einmal AMD seine Chance bekommen wird, Intel wieder wirklich nahezukommen.

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