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Umfrage-Auswertung: Welche ist die persönlich interessanteste Ryzen-Ausführung?

Eine Umfrage von Anfang Februar fragte – kurz nach dem seinerzeitigen Bekanntwerden erster Portfolio-Daten zu Ryzen – nach der persönlich interessantesten Ryzen-Ausführung. Inzwischen ist bekannt, das es (derzeit) keine Ryzen-Prozessoren ohne SMT außerhalb des Vierkern-Bereichs geben wird, ergo sind die seinerzeit gewählten Antwortoptionen teilweise inzwischen schon von der Realität überrollt worden. Andererseits ergibt sich hier das interessante bis ironische Ergebnis, das die Umfrage-Teilnehmer durchaus zu gewissen Teilen Interesse an Sechs- und Achtkerner ohne SMT zeigten, was AMD jedoch wie gesagt nicht anbieten wird – dagegen die von AMD tatsächlich (im zweiten Halbjahr) angebotenen Vierkerner ohne SMT nur auf minimale Gegenliebe stoßen.

Ansonsten ergibt sich das zu erwartende Bild: Immerhin 51,3% der Umfrageteilnehmer interessieren sich zuerst für einen Ryzen-Achtkerner, noch 36,4% für einen Ryzen-Sechskernern – und nur 12,3% für einen Ryzen-Vierkerner, trotz der schon in der seinerzeitigen Umfrage klargemachten Preisunterschiede zwischen diesen CPU-Klassen. Es existiert ganz augenscheinlich ein deutlicher Hunger nach "mehr" als eben schnöde Vierkernern – und AMD ist mit Ryzen sehr zielgenau auf diesen Konsumentenbedarf zugegangen und darf nun erst einmal die Lorbeeren dafür einsammeln. Intel hingegen muß sich klar eingestehen, das man es mit den viele Jahre lang maximal Vierkernern im Consumer-Bereich ein wenig übertrieben hat – und selbst Intels Coffee-Lake-Generation, wo Intel (wohl leider erst Anfang 2018) dann erstmals Sechskerner in den Consumer-Bereich bringen wird, ist schließlich keine natürliche Entwicklung, sondern eine kuzfristig eingeschobene Füllgeneration wegen Intels Schwierigkeiten mit der 10nm-Fertigung bzw. der Cannon-Lake-Generation.

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AMDs Ryzen 5 kommt mit vier Modellen schon am 11. April

AMD informiert derzeit seine Mainboard- und OEM-Partner augenscheinlich über den am 11. April anstehenden Launch (samt Marktstart) der Ryzen 5 Prozessoren – sprich der Vierkern- und Sechskerner-Modelle von Ryzen mit jeweils aktivem SMT (die Vierkerner ohne SMT werden im zweiten Halbjahr als "Ryzen 3" antreten). Videocardz zeigen hierzu die entsprechenden Präsentationsfolien, welche auch schon die allermeisten technischen Daten sowie die von AMD angesetzten Listenpreise bereithalten – einige Ergänzungen hierzu kommen noch von der ComputerBase. Gegenüber den Vorab-Informationen ändert sich in Details hier und da etwas, die grobe Marschrichtung wird jedoch eingehalten: Ryzen 5 wird schlicht jene Prozessoren zur Verfügung stellen, welche Intel auf der Breite des Kaby-Lake-Portfolios angreifen sollen.

Dafür bietet AMD vor allem die passenden Preispunkte von 169$ bis 249$ – dies entspricht bei Intel den Preislagen von Core i3-7350K (168$) bis Core i5-7600K (242$). Ob letzter Prozessor vom Ryzen-5-Topmodell "Ryzen 5 1600X" erreicht werden kann, ist dabei natürlich die große Frage: Die zwei CPU-Kerne weniger werden ihre Auswirkungen bei der Anwendungs-Performance haben, aber in dieser Disziplin hat der Core i5-7600K mangels besonders hohem Takt sowie ohne HyperThreading sowieso nicht seine Stärke. Bei der Spiele-Performance spricht eigentlich alles ganz automatisch für Intel – aber AMD könnte in diesem speziellen Fall vielleicht doch überraschen: Der Ryzen 5 1600X hat schließlich dieselben Taktraten wie ein Ryzen 7 1800X – und jener überrundet knapp die Spiele-Performance eines Core i5-7600K.

Man kann an dieser Stelle durchaus die These aufstellen, das sich ein Ryzen-Sechskerner mit gleichen Taktraten unter Spielen womöglich nur minimal schlechter schlagen dürfte – ironischerweise könnten über die stillgelegten zwei CPU-Kerne sogar mehr Platz unter Stromverbrauchs- und Temperatur-Limit existieren, um das XFR-Features öfters mal in der Praxis arbeiten zu sehen. Natürlich wird es auch Spiele geben, welche die zwei Mehrkerne des Achtkerners anzapfen können, ergo wird der Sechskerner kaum insgesamt schneller herauskommen können – aber wie gesagt ist eine Spiele-Performance knapp in der Nähe zum Ryzen 7 1800X für den Ryzen 5 1600X durchaus denkbar. Und dies würde ausreichend sein, um mit dem Core i5-7600K (zumindest ohne Übertaktung gerechnet) auch unter Spielen auf Augenhöhe operieren zu können. Gegenüber den kleineren Intel-Prozessoren dürfte es für AMD dann nochmals einfacher sein, denn jenen fehlt der K-Suffix und damit die Möglichkeit, mittels Übertaktung Ryzen unter Druck zu setzen.

Kerne Takt XFR unlocked L3-Cache TDP Listenpreis Kühler Straßenpreis Launch
Ryzen 7 1800X 8 +SMT 3.6/4.0 GHz 4.1 GHz 16 MB 95W 499$ ohne 540-560€ 2. März 2017
Ryzen 7 1700X 8 +SMT 3.4/3.8 GHz 3.9 GHz 16 MB 95W 399$ ohne 400-430€ 2. März 2017
Ryzen 7 1700 8 +SMT 3.0/3.7 GHz 3.75 GHz 16 MB 65W 329$ Wraith Spire LED 350-360€ 2. März 2017
Ryzen 5 1600X 6 +SMT 3.6/4.0 GHz 4.1 GHz 16 MB 95W 249$ ohne ~270€ 11. April 2017
Ryzen 5 1600 6 +SMT 3.2/3.6 GHz 3.7 GHz 16 MB 65W 219$ Wraith Spire ~240€ 11. April 2017
Ryzen 5 1500X 4 +SMT 3.5/3.7 GHz 3.9 GHz 16 MB 65W 189$ Wraith Spire ~205€ 11. April 2017
Ryzen 5 1500 4 +SMT 3.2/3.4 GHz 3.45 GHz 8 MB 65W 169$ Wraith Stealth ~185€ 11. April 2017
Alle Ryzen-Prozessoren kommen im Sockel AM4 daher und sind damit nur auf Mainboards von AMDs 300er Chipsatz-Serie einsetzbar.

Zu den Cache-Größen hat sich die ComputerBase ein offizielles AMD-Statement eingeholt, wonach (fast) alle Ryzen 5 Modelle mit den vollen 16 MB Level2-Cache antreten werden – als Ausnahme hierzu kommt der Ryzen 5 1400 mit nur mit 8 MB Level3-Cache daher. Im übrigen hält sich AMD bei diesen Prozessoren weiterhin an die bereits prophezeite streng symetrische Teil-Deaktivierung von CPU-Kernen und Level3-Cache: Die Sechskerner nutzen von jedem Core-Cluster jeweils 3 CPU-Kerne, die Vierkerner von jedem Core-Cluster jeweils 2 CPU-Kerne. Damit wird also im Fall der Vierkerner nicht schlicht ein einzelner Core-Cluster komplett deaktiviert, wie dies als Möglichkeit durchaus im Raum stand.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 16./17. März 2017

Der Tech Report sowie Videocardz vermelden mit fernöstlichen Quellen die mögliche Fertigung von nVidias Volta im 12nm-Prozeß von TSMC. Die eine Quelle ist sich darüber ziemlich sicher, die andere schreibt nur von neuen Chips für künstliche Intelligenz – womit Voltas Topchip GV100 eine Möglichkeit wäre, daneben aber auch andere Möglichkeiten existieren. Sicher ist nur, das ein Produktionsauftrag an TSMC unter der 12nm-Fertigung vergeben wurde, an welchem nVidia beteiligt ist. Andererseits wäre es eher ungewöhnlich, wenn nVidia zu einem derart späten Zeitpunkt (Voltas Topchip GV100 sollte zum Jahreswechsel 2017/18 eigentlich spruchreif werden) noch irgendetwas an der Fertigungstechnologie dreht – und auf 12nm war Volta anfänglich sicher nicht geplant, jene gewisse Verbesserung von TSMCs 16nm-Prozeß ist eine eher kurzfristige Entscheidung seitens TSMC. Zudem dürfte der GV100 auch wieder derart nahe am technologischen Maximum gebaut sein wie der aktuelle Topchip GP100 (610mm²), auf daß jener schwerlich auf einer anderen Fertigung als der ursprünglich geplanten zu realisieren sein dürfte. Wurde der GV100-Chip also von Anfang an im 10nm-Prozeß geplant, dürfte der 12nm-Prozeß zumindest für den GV100 ausscheiden – weil der Chip unter dieser Fertigung schlicht zu groß werden würde.

Insofern spricht im Sinne der vorherigen Meldung eher alles dafür, das nVidia hier nur eines seiner SoC-Projekte im 12nm-Prozeß auflegen wird – eine sowieso sinnvolle Entscheidung, da der 10nm-Prozeß anfänglich sehr teuer und mit schlechter Ausbeute daherkommen dürfte. Bezüglich der Frage, in welcher Fertigung nVidias Volta-Generation nun aufgelegt wird, sind wir damit dann leider genauso schlau wie vorher – gerade, weil hierzu noch nicht einmal nVidias ursprüngliche Planung bekannt ist (10nm oder 16nm). Speziell der GV100-Chip dürfte aufgrund seiner deutlich nach oben gezogenen Leistungsdaten ziemlich sicher im 10nm-Prozeß geplant sein – und ist dann auch (wie vorstehend dargelegt) nur in diesem zu fertigen. Dies muß allerdings bei den Gamer-Chips GV102 & GV104 nicht zwingend gleich sein: nVidia hat bei den Gamer-Chips der Pascal-Generation schließlich keine Rekorde bezüglich der benutzten Chipfläche aufgestellt, da ist noch einiges an Platz für größere Chips (gerade mit den derzeit zurückgehenden Kosten der 16nm-Fertigung). Die Gamer-Chips der Volta-Generation könnten also durchaus noch im 16nm-Prozeß geplant sein, eventuell dann sogar unter dem 12nm-Prozeß erscheinen – dies bliebe handfeste Informationen zu diesem Thema abzuwarten.

Eine der Besonderheiten des Ryzen-Reviews von HT4U sind die durchgehenden Benchmarks von Ryzen mit verschiedenen Speichertaktungen unter allen angetretenen Anwendungs- und Spiele-Benchmarks – vom offiziellen DDR4/2133 über DDR4/2400 und DDR4/2666 bis hin zu DDR4/3200. Normalerweise bringen höhere Speicher-Taktraten heutigen Prozessoren nicht wirklich viel an Mehrperformance – ein paar Prozentpunkt sind drin, aber an dieser Stelle ist eigentlich nichts weltbewegendes zu erwarten. Bei Ryzen 7 1800X ist dies unter den Anwendungs-Benchmarks auch ziemlich genauso, selbst der große Sprung von DDR4/2133 auf DDR4/3200 ergibt nur 4% Mehrperformance. Sehr erstaunlich dann allerdings das Ergebnis der Spiele-Benchmarks (unter sogar FullHD!), welches für denselben Speichertakt-Sprung gleich einmal satte 12% Mehrperformance ausweist:

Anwendungen Spiele (1080p)
Ryzen 7 1800X & DDR4/2133 100% 100%
Ryzen 7 1800X & DDR4/2400 101% 103%
Ryzen 7 1800X & DDR4/2666 102% 105%
Ryzen 7 1800X & DDR4/3200 104% 112%
Testergebnisse laut dem Ryzen-Launchreview seitens HT4U

Einschränkenderweise muß der übernatürlich große Performance-Sprung von DDR4/2666 auf DDR4/3200 notiert werden, welcher eine gewisse Chance auf ein leicht fehlerhaftes Ergebnis übrig läßt – und dennoch: Wenn sich diese Ergebnisse auch nur in der Tendenz halten lassen (unter 720p sollte es sogar deutlicher ausfallen), dann lohnen sich für Ryzen schnellere Speichertaktungen sehr wohl, gerade für Gamer. Dies wäre in jedem Fall bei zukünftigen Ryzen-Reviews genauer zu betrachten – und dann natürlich auch für Kaby Lake und Broadwell-E, nur um sicher zu sein. Eine gewisse technische Grundlage für diese Ergebnisse ergibt sich allerdings schon durch den Umstand, das bei Ryzen das Speicherinterface nicht mit CPU-Takt, sondern nur mit dem Speichertakt arbeitet – und somit bei schnellerem Speicher demzufolge auch das reine Speicherinterface in der CPU selber höher getaktet mitläuft.

Für richtigen Gesprächsstoff sorgt derzeit Microsoft mit der Entscheidung, PC-Systemen mit neueren Prozessoren die Sicherheitsupdates unter Windows 7 & 8.1 zu verweigern – so wie es Heise in Berufung auf ein Supportdokument seitens Microsoft berichten. Betroffen hiervon sind alle Prozessoren, für welche Microsoft keinen eigenen Treibersupport mehr unter diesen beiden Betriebssystemen anbietet – primär also Intels Kaby Lake & AMDs Ryzen sowie alle nachfolgenden Modelle (bei AMD sogar ab Bristol Ridge). Im Gegensatz zum Fehlen von Microsoft-eigenen Treibern für diese Prozessoren bzw. deren Mainboard-Chipsätzen (was auch eher Aufgabe von deren Herstellern ist), handelt es sich bei dieser neuerlichen Support-Einschränkung aber tatsächlich um die Verweigerung von Sicherheits-Updates, nur weil man eine neuere CPU besitzt – ein bislang so bei Microsoft noch nicht vorgekommener Fall. Leider dürfte das ganze durch die Lizenzbestimmungen gedeckt sein, denn jene sehen nicht zwingend einen Microsoft-Support auf nicht offiziell unterstützter Hardware vor.

Nur war es bislang bei Microsoft einfach so üblich, das sich Microsoft nicht an so etwas aufgehalten hat, sondern insbesondere Sicherheitsupdate kategorisch bis zum Ende der Laufzeit des Betriebssystems herausgegeben hat. Heuer nun ist man scheinbar des erhöhten Supportaufwands überdrüssig oder/und sieht eine weitere Möglichkeit, die PC-Besitzer "sanft" in Richtung Windows 10 zu drängen – denn dort wird die neue Hardware natürlich problemlos unterstützt. Einschänkenderweise sieht es nach Ermittlungen der ComputerBase aber eher danach aus, als wäre dieses Support-Dokument erst einmal nur ein Testballon seitens Microsoft und wären auf Kaby-Lake- und Ryzen-Systemen derzeit auch unter Windows 7 noch Windows-Sicherheitsupdates möglich. Ähnlich wie seinerzeit bei der Einschränkung des CPU-Supports unter Windows 7/8.1 (damals war auch noch Skylake betroffen, was inzwischen aufgehoben wurde) dürfte Microsoft hier erst einmal vorzufühlen versuchen, wie denn die Reaktion der Nutzer-Gemeinde ausfällt. Ob man sich allerdings an deren (vernichtender) Reaktion ausrichtet, steht dagegen auf einem ganzen anderen Blatt – denn insbesondere wenn es um die Puschung von Windows 10 geht, war Microsoft bislang noch für jede Schandtat zu haben.

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AMD bringt den Summit-Ridge-Nachfolger "Pinnacle Ridge" wohl schon ein Jahr nach den ersten Ryzen-Prozessoren

Die PC Games Hardware hat es als erste berichtet, seitens Videocardz liegt nun auch die entsprechende AMD-Roadmap vor – nach welcher neue Zen-basierte Prozessoren unter dem Codenamen "Pinnacle Ridge" bereits im Jahr 2018 erscheinen sollen. Laut den Ausführungen der PCGH soll sich deren ursprünglicher Termin sogar schon auf Ende 2017 belaufen haben – was erstaunlich früh wäre und eine recht aggressive Roadmap-Planung seitens AMD andeutet. Ein neues Fertigungsverfahren ist mit diesem Termin natürlich eine Illusion, jenes steht AMD bzw. GlobalFoundries in Form der 7nm-Fertigung kaum vor dem Jahr 2019 wirklich breit zur Verfügung. Auch wirklich große Veränderungen sind mit diesem Jahresabstand zu den ersten Ryzen-Prozessoren nicht drin – faktisch kann AMD in das Design von "Pinnacle Ridge" noch nicht einmal die ersten Praxiserkenntnisse der Ryzen-Prozessoren einfließen lassen, sondern nur solcherart Erkenntnisse, welche im Designprozeß und der Evaluierungsphase von Ryzen erzielt wurden.

In der Roadmap selber werden sogar nur "Zen"-Rechenkerne angegeben, ohne irgendwelche Zusätze – aber irgendwas wird AMD sicherlich verbessert haben. "Zen 2" scheidet damit nahezu sicher aus (ist ergo etwas für spätere Zen-basierte Prozessoren), aber "Zen+" wäre möglicherweise das, was AMD mit "Pinnacle Ridge" realisieren will – sprich eine gewisse Verbesserung des ursprünglichen Summit-Ridge-Designs. Ganz besonders viel darf man man sich von "Pinnacle Ridge" jedoch nicht erwarten – die kurze Zeit zwischen beiden Releases ist hier eher kontraproduktiv, AMD braucht im Fall von Zen/Ryzen gerade das Praxis-Feedback zur Behebung wirklicher Schwachstellen, was jedoch eben erst jetzt einsetzen kann. Andererseits ist es gut, wenn AMD eher schnell etwas neues nachschiebt – denn Intel wird dies in jedem Fall so handhaben und damit den Wettbewerb zwischen beiden CPU-Entwicklern ganz automatisch anheizen. Ein jährlich neues Stück Silizium – mal mit kleineren Änderungen, mal mit größeren – mag sicherlich nicht jedem Prozessoren-Käufer munden, aber AMD hat in dieser Frage keine Wahl und muß das von Intel in dieser Form begonnene Spiel schlicht mitspielen.

Daneben zeigt die neue AMD-Roadmap auch an, das die Zen-basierten "Raven Ridge" APUs erst ganz am Jahresende 2017 erscheinen werden, wenn jene nur im OEM-Segment noch im Jahr 2017 auftauchen sollen, als gesockelte Prozessoren für den Retailhandel dagegen erst im Jahr 2018 eingezeichnet sind. Zudem wird die Bulldozer-Architektur in Form der "Stoney Ridge" Auskopplung (Zweikern-Variante von "Bristol Ridge") sogar noch bis ins Jahr 2018 Verwendung finden, denn noch dieses Jahr soll ein "Stoney Ridge" Refresh erscheinen. Ob es sich hierbei wirklich um ein neues Stück Silizium handelt, bliebe noch abzuwarten – von der Architektur her ist Bulldozer sicherlich ausgereizt, aber eventuell wird AMD diesen letzten Bulldozer-Abkömmling dann noch auf die 14nm-Fertigung bringen, um diese LowCost-Prozessoren mit wesentlich kleinerer Chipfläche herstellen zu können.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 13./14./15. März 2017

Videocardz haben zwei erste Benchmarkdatenbank-Einträge zu AMDs Vega 10 Grafikchip entdeckt: In erstem Fall handelt es sich um eine Eintragung beim CompuBench, in zweiten Fall bei der SiSoft Benchmarkdatenbank. Leider ergeben die dort gezeigten Benchmarkwerte noch nicht viel Sinn bzw. sind zu schlecht mit den Ergebnissen bekannter Grafikkarten vergleichbar – gerade auch, weil diese Benchmarks alle möglichen theoretischen Werte ausmessen und eben nicht dediziert die Spiele-Performance. Bezüglich technischer Daten gab es zudem nur Bestätigungen bereits bekannten Wissens: 64 Shader-Cluster sowie zwei HBM2-Speicherstacks mit insgesamt 8 GB HBM2-Speicher, was dann ein 2048 Bit HBM2-Speicherinterface ergibt, waren vorher schon bekannt. Die von SiSoft hierzu angezeigten 4096 Shader-Einheiten dürften zwar korrekt sein, darf man allerdings nicht als Bestätigung nehmen – SiSoft liest auch nur die 64 Shader-Cluster aus und rechnet dann anhand bekannter Werte hoch, kann aber die Anzahl der aktiven Shader-Einheiten eben nicht selber ermitteln.

Somit verbleibt als einzige neue Information die Taktraten-Nennung unter dem CompuBench – von maximal 1200 MHz Chiptakt. Dies ist erstaunlich wenig, denn wenn AMD mit dem Vega-10-Chip im Profi-Bereich wirklich 25 TFlops FP16-Rechenleistung (und damit 12,5 TFlops FP32-Rechenleistung) aufbieten will, dann muß zumindest die Profi-Lösung "Radeon Instinct MI25" mit mindestens 1500 MHz (maximaler) Chiptakt daherkommen. Normalerweise setzt man zudem bei Profi-Lösungen (gerade welchen mit passiver Kühlung) eher niedrigere Taktraten als im Consumer-Bereich an, aber jene 1200 MHz deuten nun wieder in eine gänzlich andere Richtung. Natürlich könnte AMD für diese allerersten Tests auch mit bewußt niedrigeren Taktraten angetreten sein – aber diese These hatte man im Vorfeld des Polaris-Launchs auch gehandelt, was sich im nachhinein als Fehlannahme herausgestellt hat. Mal schauen, wie sich das ganze entwickelt – sicherlich dürfte es nun mit der Zeit immer mehr Leaks zu Vega 10 und nachfolgend auch zu Vega 11 geben.

HT4U geben eine neue Wortmeldung seitens AMD zum Thema der Ryzen Spiele-Schwäche wieder: Nach Untersuchungen von AMD muß man den Threadscheduler von Windows von allen Vorwürfen freisprechen, jener arbeitet wie vorgesehen – und die bisherigen Verdächtigungen in diese Richtung hin basieren auf einer Analysesoftware, welche in früheren Versionen schlicht falsche Daten zu Ryzen anzeigte. Damit brechen natürlich auch alle Verschwörungstheorien in die Richtung, Microsoft (und eventuell im Hintergrund Intel) hätten AMD mit dem ausgefallenenen Patchday im Februar 2017 bewußt geschadet, in sich zusammen (neue Verschwörungstheorie: AMD will es sich nicht mit Microsoft verscherzen und nimmt deswegen die "Schuld" allein auf sich). Für AMD sind jedenfalls weiterhin die Anwendungsprogramme bzw. Spiele das Problem, so daß jene zuerst auf Ryzen angepasst werden müssen. Dies ist allerdings von beiden Möglichkeiten die weitaus schwierigere und vor allem wird dies eher erst im Laufe der Zeit passieren können.

Derzeit sehen wir jedenfalls noch keine Ankündigungen der Spiele- und Engine-Entwickler zu schnellen Ryzen-Patches – ergo ist diese Thematik auch nicht so trivial, als daß jene mal eben fix in Spieleengines zu berücksichtigen wäre. Die Chance, für bestehende Spiele noch Ryzen-Patches zu erleben, ist daher eher gering einzuschätzen (wobei sich AMD trotzdem hierum bemühen sollten) – die Spieleentwickler dürften sich allenfalls für zukünftige Titel mit diesem Thema beschäftigen. Nachteilig für Ryzen & AMD ist an dieser Stelle, daß der Ryzen-Rückstand bei der Spiele-Performance überhaupt nicht weltbewegend ist – und damit kein wirklich deutlicher Zwang für die Spieleentwickler herauskommt, jetzt unbedingt große Optimierungsarbeit für Ryzen zu leisten. So gesehen dürfte sich damit an der Ryzen-Performance kurzfristig nichts mehr ändern – und nur langfristig bei besser auf Ryzen sowie Achtkerner-CPUs angepassten Anwendungen & Spielen sich gewisse Vorteile einstellen. Prinzipiell sehen wir damit aber jetzt schon die Ryzen-Performance, wie sie letztlich ist – es wird also voraussichtlich kein zeitnah zur Verfügung gestellter "Wunder-Patch" das Performance-Bild noch einmal beachtbar ändern.

Die PC Games Hardware bringt verschiedene Angaben zur Die-Größe von Zeppelin (das für Ryzen 7 verwendete Die) ins Spiel – es geht von 192mm² über 195mm² bis zu 213mm² Chipfläche, wobei letztere Angabe der PCGH am wahrscheinlichsten vorkommt. Denn auch so schon arbeitet AMD beim Zeppelin-Die mit einer bemerkenswert hohen Packdichte von 22,5 Mill. Transistoren pro mm² – Intel kommt hier bei Broadwell-E nur mit 13,8 Mill. Transistoren pro mm² daher, selbst wenn der 14nm-Prozeß von GlobalFoundries natürlich nicht 1:1 mit dem 14nm-Prozeß von Intel vergleichbar ist. Jene Packdichte entspricht fast dem, was AMD bei der Polaris-Generation im Grafikchip-Bereich bereits erreicht hatte – für CPUs ist eine derart hohe Packdichte dennoch äußerst ungewöhnlich. Andererseits sind CPUs vom Flächen- und Transistoren-Anteil her auch immer massiv von ihren (großen) Caches abhängig, ist mit dieser Insgesamt-Zahl die Packdichte der reinen CPU-Kerne nur sehr unzuverlässig zu beschreiben.

Nochmals HT4U berichten über ein offizielles AMD-Statement, wonach die für Ryzen 7 1700X & 1800X in den Launchtests gemessenen Ryzen-Temperaturwerte zu hoch sein sollen – Ryzen 7 1700 ist hiervon hingegen nicht betroffen. Genauere Aussagen hierzu hat sich AMD leider gespart – eigentlich schade, denn AMD könnte hier einen der kleineren Kritikpunkte an Ryzen (vergleichsweise hohe CPU-Temperaturen) doch effektiv entschärfen. Der Planet 3DNow! vermelden hingegen einen augenscheinlichen Bug im Ryzen/Zeppelin-Die (möglicherweise auch nur im Compiler, dies ist noch nicht ganz sicher), sofern hochoptimierter FMA3-Code benutzt wird. Solcherart Bugs unter Spezialfällen sind nicht wirklich unüblich und werden von den CPU-Herstellern regelmäßig über Microcode-Updates unterbunden, die dann in die BIOS-Updates der Mainboard-Hersteller einfließen. In beiden Fällen ist allerdings der Eindruck eines vielleicht zu schnell durchgezogenen Launches nicht von der Hand zu weisen.

Exakt in diese Kerbe schlagen dann auch die Ausführungen eines (ungenannten) Mainboard-Herstellers bei Legit Reviews zum Ryzen-Launch: Nach dessen Statement hat AMD den Launch mit viel zu kurzer Vorbereitungszeit versucht zu realisieren, fast nur an die Ryzen-Prozessoren als solches und wenig an die insgesamte AM4-Plattform drumherum gedacht. Heraus kamen dann die bekannten Probleme mit Beta-BIOS-Versionen, einer wankelmütige Speicherkompatibilität, die vorgenannten Fehler bei den Temperaturmessungen, Unsicherheit ob dem Bedarf an eventuellen Windows-Patches und letztendlich eine nach wie vor schwache Verfügbarkeit von B350- und X370-Platinen – derzeit bekommt man eher einen Ryzen-Prozessor als ein dafür passendes Mainboard. AMD hat sich hierbei teilweise selber das Leben schwer gemacht, indem der Ryzen-Launchtermin zu nahe am chinesischen Neujahr liegt und zudem die Mainboard-Hersteller zu lange vom Zugang zu Ryzen-Prozessoren ausgeschlossen wurden. Laut Fazit des (ungenannten) Mainboard-Herstellers muß AMD anscheinend erst wieder lernen, eine CPU zu launchen – was eben dann doch etwas anderes als ein Grafikchip bzw. eine Grafikkarte ist.

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Erste technische Daten zu Radeon RX 560, 570 & 580

In ihrer Berichterstattung zur Radeon RX 500 Serie haben Videocardz im Gegensatz zum "Original" bei Heise auch noch erste technische Daten zu diesen wiederum Polaris-basierten Grafikkarten genannt (jene sind lustigerweise inzwischen 1x um die Welt gegangen und werden nunmehr auch mit chinesischer Quelle genannt, das Original scheinen jedoch Videocardz zu sein). So werden Radeon RX 570 & 580 technisch gesehen exakte Wiedergänger von Radeon RX 470 & 480 auf Polaris-10-Basis mit nur leicht höheren Chiptaktraten sein. Bei der Radeon RX 570 sind es +38 MHz mehr, bei der Radeon RX 580 dagegen +74 MHz mehr – was in beiden Fällen nicht gerade viel ist, hinzu kommt bei der Radeon RX 570 noch ein um 200 MHz höherer Speichertakt. Beide neuen Grafikkarten sollen erneut in Ausführungen mit jeweils 4 und 8 GB Grafikkartenspeicher erscheinen, grob gesehen handelt es sich hierbei also tatsächlich um reinrassige Rebrands.

Radeon RX 470 Radeon RX 570 Radeon RX 480 Radeon RX 580
Chipbasis AMD Polaris 10 AMD Polaris 10 AMD Polaris 10 AMD Polaris 10
Technik 4 Raster-Engines, 2048 Shader-Einheiten, 128 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit GDDR5-Interface (Salvage) 4 Raster-Engines, 2304 Shader-Einheiten, 144 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit GDDR5-Interface (Vollausbau)
Taktraten 926/1206/3300 MHz ≤1244/3500 MHz 4GB: 1120/1266/3500 MHz
8GB: 1120/1266/4000 MHz
≤1340/4000 MHz
Speicherausbau 4/8 GB GDDR5 4/8 GB GDDR5 4/8 GB GDDR5 4/8 GB GDDR5
Vorteil 3,2% mehr Rechenleistung & 6,1% mehr Speicherbandbreite 5,8% mehr Rechenleistung
FullHD Perf.Index 480% ~500% 4GB: 520%
8GB: 550%
~570%

Aufgrund der geringen Differenzen bei Rechenleistung und Speicherbandbreite läßt sich die Performance von Radeon RX 570 & 580 schon jetzt ganz gut einschätzen: 4-5% mehr als bei ihren jeweiligen Vorgängern, respektive jeweils +20 Index-Punkte in unserem FullHD Performance-Index. Unter UltraHD dürfte es bei der Radeon RX 580 mangels mehr Speicherbandbreite einen noch geringen Performancezuwachs geben – aber im Zweifelsfall ist diese Karte auch gar nicht für jene Auflösung gebaut. Weitaus weniger eindeutig sieht die Situation bei Radeon RX 550 & 560 aus. Hier ist nur bekannt, das die Radeon RX 570 eine um +87 MHz höhere Chiptaktrate erhalten soll. Unsicher ist bei dieser Karte aber vor allem, ob jene nun endlich den Vollausbau des Polaris-11-Chips tragen wird – oder weiterhin als abspeckte Version unterwegs ist, was dann doch erheblichen Einfluß auf deren Performance haben dürfte (+7,3% oder eben +22,6% Zuwachs bei der Rechenleistung).

Radeon RX 550 Radeon RX 460 Radeon RX 560
Chipbasis AMD Polaris 12 (?) AMD Polaris 11 AMD Polaris 11
Technik unbekannt 2 Raster-Engines, 896 Shader-Einheiten, 56 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit GDDR5-Interface (Salvage) Auflösung 1: 2 Raster-Engines, 896 Shader-Einheiten, 56 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit GDDR5-Interface (Salvage)
Auflösung 2: 2 Raster-Engines, 1024 Shader-Einheiten, 64 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit GDDR5-Interface (Vollausbau)
Taktraten unbekannt 1090/1200/3500 MHz ≤1287/3500 MHz
Speicherausbau unbekannt 2/4 GB GDDR5 2/4 GB GDDR5
Vorteil - Auflösung 1: +7,3% mehr Rechenleistung       Auflösung 2: 22,6% mehr Rechenleistung
FullHD Perf.Index unbekannt 260% Auflösung 1: ~270%       Auflösung 2: ~300%

Vollkommen in der Schwebe ist zudem noch, was AMD mit der Radeon RX 550 vor hat. Zu jener Karte sind einige Theorien denkbar: Die einfachste läge schlicht in einem glatten Rebranding der Radeon RX 460 mit also nur 896 aktiven Shader-Einheiten – dies bedingt allerdings, das AMD die Radeon RX 560 dann auch wirklich auf 1024 aktive Shader-Einheiten hochstuft. Eine interessante Alternative würde in der Verwendung des Polaris-12-Chips liegen, welchen AMD schon seit einiger Zeit in Vorbereitung hat. Noch sind dessen Hardwaredaten vakant, aber eine Performance zumindest in ungefährer Nähe zur Radeon RX 460 sollte jener nochmals kleinere Polaris-Chip durchaus erbringen können. Dies könnte natürlich auch alles noch anders kommen, momentan sind diese ersten Hardwaredaten zur Radeon RX 500 Serie sicherlich noch als "in der Schwebe" zu betrachten.

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