IT-Business

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Neuer Artikel: Wie die Grafikkarten-Krise beendet werden könnte

Überzogene Straßenpreise für Desktop-Grafikkarten begleiten uns seit über einem Jahr – und sind nunmehr womöglich sogar dabei, den Gaming-Markt nachhaltig zu stören. Eine schnelle Auflösung der Situation erscheint unwahrscheinlich, und selbst das Risiko einer Fortsetzung dieser Situation mit den kommenden 5nm-Grafikkarten über das Jahr 2022 hinweg muß inzwischen ins Auge gefasst werden. Mittels dieses Artikels sollen zwei Maßnahmen zugunsten auf ein Normalmaß zurückgehender Grafikkarten-Preise skizziert werden, welche (anzunehmenderweise) eine größere Chance auf die tatsächliche Auflösung dieser verfahrenen Situation haben.

Dabei geht es nicht nur um das Wohl der Gamer, zu vernünftigen Preisen Gaming-Grafikkarten kaufen zu können. Die Implikation der dauerhaften Preisübertreibungen betrifft letztlich die ganze Industrie rund um das PC-Gaming: Denn zu den derzeit aufgerufenen Grafikkarten-Preisen reduziert sich schlicht das Interesse an diesem Hobby oder sucht sich andere Wege. Ob dies im Rückzug aus dem PC-Gaming oder dem Wechsel auf Spielekonsolen besteht, spielt keine Rolle. Letztlich wird hiermit das PC-Gaming als ganzes unterminiert – und damit auch die Spiele-Entwicklung sowie -Weiterentwicklung hierfür. Für diese wesentlich größere Industrie ist der PC derzeit immer noch eine führende Plattform – was sich jedoch ändern könnte, wenn sich die hohen Grafikkarten-Preise etablieren und nachfolgend immer mehr Nutzer von dieser Plattform abwenden. Auch andere Hardware-Hersteller dürften zudem den Effekt spüren, wenn die PC-Gamer als üblicher Vorantreiber ausfallen ... zum Artikel.

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Umfrage-Auswertung: Wird die Anschaffung einer Ampere- oder RDNA2-Karte aus Preisgründen zurückgehalten?

Mittels einer Umfrage von Mitte Oktober wurde abgefragt, ob angesichts der anhaltend hohen Grafikkarten-Preise derzeit eine Grafikkarten-Anschaffung im Rahmen der aktuellen Ampere/RDNA2-Architekturen zurückgehalten wird. Immerhin 21,0% der Umfrage-Teilnehmer konnten dieser Fragestellung durch den Umstand entgehen, dass jene doch schon eine Ampere/RDNA2-Karte erstanden haben. Weitere 16,8% wollen hingegen weiterhin mit ihrer früheren Grafikkarte durchhalten, sprich da gibt es noch keinen konkreten Bedarf. Mit immerhin 41,2% der Stimmen die einfache Mehrheit wartet allerdings tatsächlich auf bessere Preise innerhalb der aktuellen Grafikkarten-Generation.

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Die Grafikchip- und Grafikkarten-Marktanteile im dritten Quartal 2021

Seitens der Marktforscher von Jon Peddie Research kommen mal wieder zwei Meldungen, welche Informationen zum Stand der Marktanteile im Grafikchip-Business bieten, einmal für Grafikchips für Desktop-Grafikkarten (AiB) und einmal für alle Grafikchips inkl. iGPUs. Aufgrund der teilweise preisgegebenen Mengenangaben lassen sich hieraus sogar Stückzahlen-Informationen ziehen, was in heutiger Zeit die vielleicht sogar relevante Größe darstellt. Denn bei den Grafikchips für Desktop-Grafikkarten bewegte sich von den Prozentanteilen her eigentlich nichts, AMD gewann einen Prozentpunkt und nVidia verlor einen – bei weiterhin klarstmöglicher Marktführerschaft von nVidia. Interessanter ist, dass mit 12,7 Mio. Desktop-Grafikchips im dritten Quartal 2021 so viele Chips wie lange nicht ausgeliefert wurden – dies sind immerhin gut 1,2 Mio. Stück mehr als im Vorquartal.

AiB-Grafikchips Q3/2020 Q4/2020 Q1/2021 Q2/2021 Q3/2021
AMD 23% 17% 20% 20% 21%
nVidia 77% 83% 80% 80% 79%
Auslieferungsmenge 11,5 Mio. Stück 11,0 Mio. Stück 11,8 Mio. Stück 11,47 Mio. Stück 12,72 Mio. Stück
Stückzahlen-Vergleich ~2,6 vs ~8,9 Mio. ~1,9 vs ~9,1 Mio. ~2,4 vs ~9,4 Mio. ~2,3 vs ~9,2 Mio. ~2,7 vs ~10,0 Mio.
Endverbraucher-Umsatz ~5,6 Mrd. $ ~10,6 Mrd. $ ~12,4 Mrd. $ 11,8 Mrd. $ 13,7 Mrd. $
Grafikkarten-Durchschnittspreis ca. $487 ca. $964 ca. $1051 ca. $1029 ca. $1077
Marktanteile basierend auf ausgelieferten Stückzahlen, Quelle: Jon Peddie Research
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Die nVidia-Geschäftsergebnisse im dritten Quartal 2021

Grafikchip-Entwickler nVidia hat seine aktuellen Geschäftszahlen vorgelegt, welche sinngemäß dem dritten Quartal 2021 entsprechen, bei nVidia allerdings den Zeitraum der Monate August, September und Oktober 2021 umfassen und fiskalisch das dritte Quartals des Fiskaljahres 2022 (korrekt) bilden. Im Gegensatz zu anderen Herstellern bedeutet die zeitliche Verschiebung auch, dass bei nVidia üblicherweise das dritte Quartal das stärkste im Jahr ist, da das vierte Quartal dann den üblicherweise schwachen Monat Januar enthält. Die aktuelle geschäftliche Entwicklung bei nVidia wird jedoch von anderen, deutlich wirkmächtigeren Faktoren als denn jahreszeitlichen Schwankungen vorangetrieben: Faktisch galoppiert nVidia seit mehreren Quartalen ausnahmslos nach vorn, kann man nunmehr das sechste Quartal in Folge einen neuen Umsatzrekord vermelden.

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Die weltweiten Prozessoren-Marktanteile im dritten Quartal 2021

Das japanische PC Watch zeigt die neuesten Marktdaten zu den weltweiten Verkäufen an x86-Prozessoren im dritten Quartal 2021 – wie üblich basierend auf Erhebungen seitens Mercury Research, welche auch die Quelle aller historischen Vergleichdaten darstellen. Gegenüber den Marktdaten zum zweiten Quartal 2021 konnte AMD dabei in zwei Teilsparten sowie der Gesamtwertung erneut gut zulegen, legt jedoch in einer weiteren Teilsparte (erneut) eine Denkpause mit nahezu unveränderten Marktanteilen gegenüber Intel ein. Damit ergibt sich die etwas seltsam aussehende Situation, dass AMD derzeit im Mobile-Segment den klar höheren Marktanteil gegenüber dem Desktop-Segment erzielt – obwohl doch der ganze Ansturm der Ryzen-Prozessoren klar im Desktop-Segment seinen Anfang genommen hat und AMD hier im DIY-Markt nach wie vor dominierend ist. Doch dies zeigt halt nur (erneut) an, wie klein und für die Gesamtwertung unbedeutsam der DIY-Markt ist – die übergroße Menge der PC-Prozessoren geht auch im Desktop-Segment an die verschiedenen PC-Hersteller und andere Großabnehmer.

AMD vs Vorquartal vs Vorjahr Intel
x86 Desktop 17,0% nahezu identisch pro Intel 3,1PP ▶ 82,9%
x86 Mobile 22,0% ◀ 2,0PP pro AMD ◀ 1,8PP pro AMD 78,0%
x86 Server 10,2% ◀ 0,7PP pro AMD ◀ 3,6PP pro AMD 89,8%
x86 Overall 24,6% ◀ 2,1PP pro AMD ◀ 2,2PP pro AMD 75,4%
Stückzahlen-Marktanteile!     ◀ = AMD gewinnt (und Intel verliert)     ▶ = Intel gewinnt (und AMD verliert)     PP = Prozentpunkt
Quelle aller Zahlen: Mercury Research, für das Q3/2021 vermeldet seitens PC Watch
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Die AMD-Geschäftsergebnisse im dritten Quartal 2021

AMD hat seine Geschäftsergebnisse für das abgelaufene dritte Quartal 2021 vorgelegt, welche dem Chip-Entwickler wieder einmal ein absolutes Rekordquartal bescheinigen – das nunmehr fünfte direkt aufeinanderfolgende. Als Bonus oben drauf wurde mit dem dritten Quartal der Umsatz des Gesamtjahres 2020 (9,7 Mrd. $) bereits deutlich übertroffen (11,6 Mrd. $). Innerhalb von nur anderthalb Jahren hat es AMD damit geschafft, von einer Firma mit Quartalsumsätze von um die 2 Mrd. Dollar herum auf über 4 Mrd Dollar Quartalsumsatz zu kommen, sprich sein Geschäft glatt zu verdoppeln. Und dies ist sicherlich nicht basierend auf Einmaleffekten, vielmehr zahlt sich jetzt die lange Zeit der Arbeit und Pflege an der Zen-Architektur aus, welche – im ersten Quartal 2017 herausgebracht – geschäftlich auch nicht sofort zu großen Umsatzerfolgen führte. Die Zeitverzögerung, mittels welcher AMD nunmehr den Lohn für diese Mühen einstreicht, darf als Paradebeispiel dafür gelten, wie langwierig das IT-Geschäft manchmal sein kann.

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Die Intel-Geschäftsergebnisse im dritten Quartal 2021

Intel hat seine Geschäftszahlen für das abgelaufende dritte Quartal 2021 vorgelegt, welche im groben Maßstab den Geschäftsverlauf der letzten Quartale fortschreiben. Zwar gibt es gewisse Verbesserungen gegenüber den Vergleichswerten des Vorjahresquartals, gegenüber dem direkten Vorquartal jedoch wiederum leicht schlechtere Zahlen – und dies für die nunmehr dritten Quartalsergebnisse in Folge. Damit hat Intel das Kunststück hingelegt, entgegen allen Regeln des saisonalen Geschäftsverlaufs nach einem guten ersten Quartal 2021 in den nachfolgenden zwei Quartalen jeweils leicht abzubauen (der Gewinneinbruch des ersten Quartals 2021 basierte auf einem Einmaleffekt) – ein nominell klar negativer Trend, aber dies natürlich auf weiterhin allgemein hohem Geschäftniveau.

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Die Grafikchip- und Grafikkarten-Marktanteile im zweiten Quartal 2021

Die Marktbeobachter von Jon Peddie Research haben nunmehr auch noch ihren zweiten quartalsweisen Report zum Grafikchip-Markt veröffentlicht – welcher zumeist viel weniger Beachtung findet, dafür allerdings die eigentlich interessanteren Zahlen zu den Grafikchips für Desktop-Grafikkarten daherbringt. In diesem Markt, in welchem sich bis Jahresende allein AMD & nVidia tummeln, gab es zuletzt über keine großen Fortschritte oder beachtbare Veränderungen zu berichten: Die Stückzahlen-Marktanteile zwischen AMD und nVidia bewegten sich gegenüber dem Vorquartal nur marginal um 0,3% zugunsten von nVidia, was nach Rundung auf ganze Prozentzahlen denselben Marktanteil ergab. Zugleich ging die ausgelieferte Menge an Grafikchips für Desktop-Grafikkarten gegenüber dem Vorquartal um –2,9% zurück – was auch allen Meldungen der letzten Tage über einen angeblich "anziehenden Grafikkarten-Markt" deutlich den Wind aus den Segeln nimmt.

AiB-Grafikchips Q2/2020 Q3/2020 Q4/2020 Q1/2021 Q2/2021
AMD 22% 23% 17% 20% 20%
nVidia 78% 77% 83% 80% 80%
Auslieferungsmenge ~10,0 Mio. Stück 11,5 Mio. Stück 11,0 Mio. Stück 11,8 Mio. Stück ~11,4 Mio. Stück
Stückzahlen-Vergleich ~2,2 vs ~7,8 Mio. ~2,6 vs ~8,9 Mio. ~1,9 vs ~9,1 Mio. ~2,4 vs ~9,4 Mio. ~2,3 vs ~9,1 Mio.
Endverbraucher-Umsatz ~4,2 Mrd. $ ~5,6 Mrd. $ ~10,6 Mrd. $ ~12,4 Mrd. $ 11,8 Mrd. $
Grafikkarten-Durchschnittspreis ca. $420 ca. $487 ca. $964 ca. $1051 ca. $1035
Marktanteile basierend auf ausgelieferten Stückzahlen, Quelle: Jon Peddie Research
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Umfrage-Auswertung: Wieviele Grafikchip-Generationen versucht man zu überspringen?

Eine Umfrage von Ende Juli ging der Frage nach, ob und wieviele Grafikchip-Generationen man beim Grafikkarten-Kauf üblicherweise zu überspringen versucht. Zu beachten wäre, dass die Fragestellung explizit nach Grafikchip- und nicht Grafikkarten-Generationen erging: Während neue Grafikkarten-Generationen mittels Refreshes durchaus jährlich passieren können, gibt es neue Grafikchip-Generationen hingegen üblicherweise im Zweijahres-Rhythmus – folgend den Fortschritten der Halbleiterfertiger mit deren Fullnodes. Die Umfrage erbrachte dann eine erstaunlich hohe Quote von immerhin 65,8% der Umfrageteilnehmer, welche beim Grafikkarten-Kauf einer solchen Planung zum Auslassen von Grafikchip-Generationen folgen. Nur 6,3% der Umfrageteilnehmer gibt hingegen an, üblicherweise gleich jede Grafikchip-Generation mitzunehmen, während 27,9% der Umfrageteilnehmer den Grafikkarten-Kauf gar nicht an eine solche Planung binden.

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Die nVidia-Geschäftsergebnisse im zweiten Quartal 2021

Grafikchip-Entwickler nVidia hat nach Intel und nach AMD nun auch seine Geschäftszahlen für das sinnbildliche zweite Jahresquartal 2021 vorgelegt, welches bei nVidia jedoch dem zweiten Finanzquartal des Finanzjahres 2022 entspricht und abweichend vom Kalender von April bis Juli verläuft. In diesem hat nVidia das starke Wachstum der letzten Quartale fortgesetzt und folglich erneut absolute Rekordwerte bei Umsatz & Gewinn aufgestellt. Gerade mit dem großen Gesamtbild wird augenscheinlich, dass sich nVidia von dem Stand der Jahre 2018-2019, als man regelmäßig ca. 3 Mrd. Dollar Quartalsumsatz erzielte, nunmehr rasant wegentwickelt hat. Die zuletzt erreichten immerhin 6,5 Mrd. Dollar Quartalsumsatz haben dies dann "nur" besiegelt, nVidia ist somit gegenüber dem Stand von vor anderthalb Jahren eine inzwischen wirtschaftlich doppelt so große Firma.

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