IT-Business

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Die nVidia-Geschäftsergebnisse im ersten Quartal 2022

Nach AMD und Intel kommen nun auch von nVidia die Geschäftsergebnisse für das sinnbildliche erste Kalenderquartal 2022, welches bei nVidia wie bekannt vom Kalender abweicht (es läuft von Februar bis April) und zudem fiskalisch dem Finanzjahr 2023 angehört. In den genannten Zeitraum fiel eine deutliche Verbesserung der Lieferbarkeit von Gaming-Grafikkarten, augenscheinlich konnten AMD & nVidia generell besser liefern. Für nVidia fiel in diesem Zeitraum allerdings auch das Ende der Übernahmebemühungen um ARM, welches für dieses Quartal einen Kostenfaktor von immerhin 1,35 Mrd. Dollar bildet (primär die Garantie-Summe für den bisherigen ARM-Eigner im Fall des Scheiterns der Übernahme). Demzufolge kippt das Gewinn-Niveau bei nVidia in diesem Quartal (wohl) einmalig deutlich südwärts, trotz dass wieder einmal ein neuer Umsatzrekord erreicht wurde – der nunmehr achte in direkter Folge.

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Die Marktanteile für x86-Prozessoren im ersten Quartal 2022

Von Tom's Hardware kommen die aktuellen Zahlen zu den weltweiten Prozessoren-Marktanteilen für das abgelaufene erste Quartal 2022, wie üblich gezählt seitens der Marktforscher von Mercury Research. Jenes erste Quartal sah einen starken Geschäftseinbruch, speziell im Desktop-Segment soll es um satte –30% nach unten gegangen sein (leider ohne Kennung, ob auf Vorquartal oder Vorjahreszeitraum bezogen). Dennoch gibt es einen klaren Gewinner aus dieser Marktsituation, indem AMD in allen notierten Kategorien gegenüber dem Vorquartal zulegen konnte sowie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wenigstens noch in 3 von 4 Kategorien. Hierbei sticht insbesondere der Insgesamt-Marktanteil von 27,7% heraus, was für AMD einen neuen Allzeit-Rekord ergibt.

Q1/2022 AMD vs Vorquartal vs Vorjahr Intel
x86 Desktop 18,3% ◀ 2,1 PP pro AMD pro Intel 1,05 PP ▶ 81,7%
x86 Mobile 22,5% ◀ 0,9 PP pro AMD ◀ 4,5 PP pro AMD 77,5%
x86 Server 11,6% ◀ 0,9 PP pro AMD ◀ 2,7 PP pro AMD 88,4%
x86 Console 100% unverändert unverändert 0%
x86 Overall 27,7% ◀ 2,1 PP pro AMD ◀ 7,0 PP pro AMD 72,3%
Stückzahlen-Marktanteile!     ◀ = AMD gewinnt (und Intel verliert)     ▶ = Intel gewinnt (und AMD verliert)     PP = Prozentpunkt
Quelle: Mercury Research, für das Q1/2022 vermeldet seitens Tom's Hardware; Hinweis: "x86 Console" ist eine eigene Anfügung
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Die AMD-Geschäftsergebnisse im ersten Quartal 2022

Nach Intels schwachen Quartalszahlen hat AMD hingegen exzellente Geschäftszahlen für das erste Quartal 2022 vorgelegt. Hierbei gab es mit 5,9 Mrd. Dollar Umsatz das nunmehr siebte Rekordquartal in Folge – welches auch ohne den neu hinzugekommenen Xilinx-Anteil nach Übernahme des Netzwerk-Ausrüsters genauso eingetreten wäre (dann mit 5,3 Mrd. Dollar). AMD galoppiert somit mittels eigenem Wachstum als auch dieser Übernahme weiterhin munter voran, verläßt das noch bis zum Jahr 2019 jahrelang geltende Niveau von 1-2 Mrd. Dollar Quartalsumsatz inzwischen überdeutlich. Dabei ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht, denn sowohl ist man weiterhin limitiert bei der Anzahl der Wafer bei Chipfertiger TSMC als auch konnte bislang nur grob ein halber Xilinx-Quartalsumsatz eingerechnet werden.

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Die Intel-Geschäftsergebnisse im ersten Quartal 2022

Chipentwickler Intel hat seine Geschäftsergebnisse für das erste Quartal des Jahres 2022 vorgelegt. Jene werden zum einen beim nominellen Gewinn durch einen Einmalposten (Verkauf der Anteile an "McAfee" für 4,6 Mrd. Dollar) verzerrt und sehen zum anderen eine Neuaufteilung der einzelnen Intel-Geschäftssparten, womit für selbige die Vergleichswerte zu den Vorquartalen verlorengehen. All dies kann jedoch nicht verdecken, dass Intel mit einem Umsatz von "nur" 18,3 Mrd. Dollar einen vergleichsweise schwachen Jahresstart hingelegt hat (–6,7% gegenüber dem Vorjahreszeitraum) – und damit seine geschäftliche Tendenz der letzten zwei Jahre in Form einer Seitwärtsbewegung mit eventuell sogar gewissem Abwärtsdrall bestätigt.

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Die Grafikchip- und Grafikkarten-Marktanteile im vierten Quartal 2021

Von den Marktforschern von Jon Peddie Research kommen in zwei Reports die neuesten Zahlen zum Geschehen auf dem Grafikkarten-Markt, betreffend diesesmal das abgelaufene vierte Quartal 2021. Der zuletzt erschienene Report widmet sich dabei den Grafikchips für Desktop-Grafikkarten, sprich dem eigentlichen Grafikkarten-Markt. Hierbei konnte für das vierte Quartal 2021 eine leichte Steigerung der Absatzmenge auf 13,1 Mio. Stück (+3,0% gegenüber dem Vorquartal) vermeldet werden. Der damit erzielte Umsatz fiel allerdings leicht auf 13,5 Mrd. Dollar (-1,5% gegenüber dem Vorquartal), was auf einem gewissen Rückgang der (überzogenen) Durchschnittspreise basiert. AMD konnte mit 22,8% Marktanteil wieder etwas besser abschneiden, allerdings bleibt nVidia natürlich der Marktdominator mit 77,2% Marktanteil bei Desktop-Grafikkarten (bzw. den Grafikchips dafür).

AiB-Grafikchips Q4/2020 Q1/2021 Q2/2021 Q3/2021 Q4/2021
AMD 17% 20% 20% 21% 22,8%
nVidia 83% 80% 80% 79% 77,2%
Auslieferungsmenge 11,0 Mio. Stück 11,8 Mio. Stück 11,47 Mio. Stück 12,72 Mio. Stück 13,1 Mio. Stück
Stückzahlen-Vergleich ~1,9 vs ~9,1 Mio. ~2,4 vs ~9,4 Mio. ~2,3 vs ~9,2 Mio. ~2,7 vs ~10,0 Mio. ~3,0 vs ~10,1 Mio.
Endverbraucher-Umsatz ~10,6 Mrd. $ ~12,4 Mrd. $ 11,8 Mrd. $ 13,7 Mrd. $ 13,5 Mrd. $
Grafikkarten-Durchschnittspreis ca. $964 ca. $1051 ca. $1029 ca. $1077 ca. $1031
Marktanteile basierend auf ausgelieferten Stückzahlen, Quelle: Jon Peddie Research
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Die nVidia-Geschäftsergebnisse im vierten Quartal sowie Gesamtjahr 2021

Nach Intel und AMD gibt es nun auch von nVidia die aktuellen Geschäftszahlen, welche das sinnbildliche vierte Quartal 2021 sowie das Gesamtjahr 2021 umfassen. Bei nVidia gehört dies wie bekannt beides zum (damit abgeschlossenen) Finanzjahr 2022, welches zudem jeweils um einen Monat versetzt läuft – das vierte Quartal umfasst bei nVidia also die Monate November 2021 bis Januar 2022, das Gesamtjahr lief von Februar 2021 bis Januar 2022. In diesem Zeitraum hat nVidia seinen zuletzt sprunghaften Aufwärtstrend erneut glasklar bestätigt und das siebente Rekord-Quartal in Folge sowie gleichzeitig das zweite (deutliche) Rekordjahr in Folge hingelegt.

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Die Marktanteile für x86-Prozessoren im vierten Quartal 2021

Venture Beat breiten die neuesten Zahlen zum (weltweiten) x86 Prozessoren-Markt im vierten Quartal 2021 aus, welche von den Marktforschern von Mercury Research stammen und somit mit den früheren Marktanteils-Zahlen vergleichbar sind. Aufhänger der meisten Meldungen hierzu sind die 25,4% Marktanteil, welche AMD im insgesamten x86-Markt (inkl. Spielekonsolen-SoCs sowie IoT-Prozessoren) erzielen konnte, noch dazu wo dies einen neuen Allzeit-Rekord für AMD darstellt (der bisherige Rekord datierte auf das Q4/2006 mit 25,3%). Allerdings zeigt die Detail-Betrachtung, dass keineswegs alles pro "Team Rot" läuft, das "Team Blue" hingegen durchaus erfolgreich bei seinem (geschäftlichen) Gegenschlag war:

Q4/2021 AMD vs Vorquartal vs Vorjahr Intel
x86 Desktop 16,2% pro Intel 0,85 PP ▶ pro Intel 3,1 PP ▶ 83,8%
x86 Mobile 21,6% pro Intel 0,4 PP ▶ ◀ 2,6 PP pro AMD 78,4%
x86 Server 10,7% ◀ 0,5 PP pro AMD ◀ 3,6 PP pro AMD 89,3%
x86 Overall 25,6% ◀ 1,0 PP pro AMD ◀ 3,9 PP pro AMD 74,4%
Stückzahlen-Marktanteile!     ◀ = AMD gewinnt (und Intel verliert)     ▶ = Intel gewinnt (und AMD verliert)     PP = Prozentpunkt
Quelle aller Zahlen: Mercury Research, für das Q4/2021 vermeldet seitens Venture Beat
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Die AMD-Geschäftsergebnisse im vierten Quartal sowie Gesamtjahr 2021

Nach Intel hat nun auch AMD seine Geschäftsergebnisse für das vierte Quartal des letzten Jahres sowie für das Gesamtjahr 2021 vorgelegt. In beiden Zeiträumen gab es erneut ein starkes Wachstum für den Chipentwickler, wie bekannt teils resultierend aus gutklassigen Produkten, teils resultieren daraus, dass derzeit sowieso alles abgesetzt werden kann, was hergestellt wird. Somit kennt auch das grobe Geschäftsbild derzeit nur eine Richtung bei AMD: Steil nach oben, mit dem bisher 6. Rekordquartal in Folge und AMD dabei in eine Umsatzsphäre hochschiessend, welche inzwischen grob beim Dreifachen der langjährigen geschäftlichen Seitwärtsbewegung in den Zeiten vor der Zen-Architektur (vor 2017) liegt. Davon ist der größere Teil erst seit dem dritten Quartal 2020 passiert – was darauf hindeutet, dass das als Pandemie-Folge anziehende Computergeschäft wohl sogar hauptursächlich für diese Entwicklung ist.

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Die Intel-Geschäftsergebnisse im vierten Quartal sowie Gesamtjahr 2021

Chip-Entwickler Intel hat seine Geschäftszahlen für das abgelaufene vierte Jahresquartal 2021 sowie das Gesamtjahr 2021 vorgelegt, welche sogar teilweise ganz gut aussehen. So wurde im Jahresschluß-Quartal 2021 mit 20,5 Mrd. Dollar Umsatz ein neuer Quartals-Rekord erzielt, was dann auch einen neuen Umsatz-Rekord für das Gesamtjahr nach sich zog. Allerdings scheint jenes gute Umsatz-Ergebnis mit zurückgehenden Gewinnen erkauft worden zu sein, denn jene fallen beachtbar niedriger aus als in Quartalen mit ähnlich hohem Umsatz-Ergebnis. Demzufolge wird (im Gegensatz zum Umsatz-Rekord) nicht nur der Gewinn-Rekord für das Gesamtjahr deutlich verfehlt, sondern waren sogar die vorhergehenden drei Jahre (!) allesamt besser für Intels (üblicherweise sprudelnde) Gewinne.

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Neuer Artikel: Wie die Grafikkarten-Krise beendet werden könnte

Überzogene Straßenpreise für Desktop-Grafikkarten begleiten uns seit über einem Jahr – und sind nunmehr womöglich sogar dabei, den Gaming-Markt nachhaltig zu stören. Eine schnelle Auflösung der Situation erscheint unwahrscheinlich, und selbst das Risiko einer Fortsetzung dieser Situation mit den kommenden 5nm-Grafikkarten über das Jahr 2022 hinweg muß inzwischen ins Auge gefasst werden. Mittels dieses Artikels sollen zwei Maßnahmen zugunsten auf ein Normalmaß zurückgehender Grafikkarten-Preise skizziert werden, welche (anzunehmenderweise) eine größere Chance auf die tatsächliche Auflösung dieser verfahrenen Situation haben.

Dabei geht es nicht nur um das Wohl der Gamer, zu vernünftigen Preisen Gaming-Grafikkarten kaufen zu können. Die Implikation der dauerhaften Preisübertreibungen betrifft letztlich die ganze Industrie rund um das PC-Gaming: Denn zu den derzeit aufgerufenen Grafikkarten-Preisen reduziert sich schlicht das Interesse an diesem Hobby oder sucht sich andere Wege. Ob dies im Rückzug aus dem PC-Gaming oder dem Wechsel auf Spielekonsolen besteht, spielt keine Rolle. Letztlich wird hiermit das PC-Gaming als ganzes unterminiert – und damit auch die Spiele-Entwicklung sowie -Weiterentwicklung hierfür. Für diese wesentlich größere Industrie ist der PC derzeit immer noch eine führende Plattform – was sich jedoch ändern könnte, wenn sich die hohen Grafikkarten-Preise etablieren und nachfolgend immer mehr Nutzer von dieser Plattform abwenden. Auch andere Hardware-Hersteller dürften zudem den Effekt spüren, wenn die PC-Gamer als üblicher Vorantreiber ausfallen ... zum Artikel.

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