IT-Business

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nVidia übernimmt ARM

nVidia hat den zuletzt häufiger kolportierten Kauf des britischen Chipentwicklers ARM nunmehr offiziell bestätigt, der Kaufpreis liegt (erfolgsabhängig) zwischen 33,5 bis 38,5 Mrd. Dollar für 90% der ARM-Aktien (10% der Aktien sowie die "ARM IoT Services Group" verbleiben beim bisherigen Eigner "SoftBank"). Hiervon zahlt nVidia allerdings nur 12 Mrd. Dollar in bar, der Rest wird in nVidia-Aktien beglichen – womit nVidia eine gute Möglichkeit bekommt, die sprudelnden Gewinne der letzten Jahre sinnvoll "loszuwerden", ohne sich dabei jedoch finanziell gänzlich zu übernehmen. Diese Übernahme wird maßgeblich durch nVidias hohe Aktienkurse der letzten Zeit begünstigt, nachdem nVidia derzeit einen Unternehmenswert von knapp 300 Mrd. Dollar aufweist (sogar deutlich mehr als Intel). Insbesondere die Begleichung von mehr als der Hälfte des Kaufpreises in Aktien kommt nVidia somit derzeit sehr günstig.

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Die Grafikchip- und Grafikkarten-Marktanteile im zweiten Quartal 2020

Die Marktbeobachter von Jon Peddie Research berichten über den Grafikkarten-Markt im zweiten Quartal 2020, welcher erhebliche Verschiebungen bei den Marktanteilen unter zugleich einer (teilweise) enormen Zunahme der Grafikkarten-Absätze gesehen hat. Jene Absätze legten gegenüber dem Vorquartal um +6,6% und gegenüber dem Vorjahreszeitraum aber gleich um +36,7% zu – letztlich der gleiche Effekt, welcher schon mit dem Mindfactory Grafikkarten Retail-Verkaufsreport Q2/2020 beschrieben wird. Profitieren konnte hiervon allerdings eigentlich nur nVidia, welche ihren Marktanteil gegenüber dem Vorquartal um gleich ca. 9 Prozentpunkte steigern konnten. Während das Marktanteils-Verhältnis zwischen AMD und nVidia im ersten Quartal 2020 mit 31:69% (angesichts der Gesamtsituation) noch halbwegs annehmlich aussah, wurden im zweiten Quartal 2020 mit 22:78% wieder einmal Zahlen erzielt, welche nVidia als klaren Dominator des Markts an Desktop-Grafikkarten sehen.

AiB-Grafikchips Q2/2019 Q3/2019 Q4/2019 Q1/2020 Q2/2020
AMD 32,1% 27,1% 31,1% 30,8% 22%
nVidia 67,9% 72,9% 68,9% 69,2% 78%
Quelle: Jon Peddie Research
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Die nVidia-Geschäftsergebnisse im zweiten Quartal 2020

Nach Intel und AMD hat nun auch Grafikchip-Entwickler nVidia seine Geschäftsergebnisse für das zweite Quartal vorgelegt, welches bei nVidia im Geschäftskalender wie bekannt um einen Monat zeitversetzt stattfindet (Mai bis Juli) und zudem fiskalisch schon zum Geschäftsjahr 2021 gehört. In diesem Zeitraum von Mai bis Juli 2020 gab es bei nVidia zwei bedeutsame Entwicklungen, welche sich auch beide in den Geschäftszahlen wiederfinden lassen: So wurde mit dem Quartalsanfang die Übernahme des Netzwerksausrüsters "Mellanox" realisiert, welcher zuletzt für ca. 400 Mio. Dollar Quartalsumsatz stand und bei nVidia nunmehr deren Datacenter-Sparte verstärkt – welche auch prompt um 611 Mio. Dollar gegenüber dem letzten Quartal zulegte. In nVidias Kern-Geschäft mit GeForce-Grafikkarten dürfte es hingegen den Effekt der Nachbestellungen aufgrund des "Lockdown-Booms" in diesem Frühjahr gegeben haben, gefolgt offenbar direkt von den Lagerbereinigungen zur Vorbereitung der nachfolgenden Ampere-Generation, so dass nVidia auch in der GeForce-Sparte um erkleckliche 341 Mio. Dollar gegenüber dem letzten Quartal zulegen konnte.

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Die Prozessoren-Marktanteile im ersten Halbjahr 2020

Tom's Hardware haben basierend auf Ausarbeitungen der Marktforscher von Mercury Research neues zu den Marktanteile im weltweiten Prozessoren-Markt bekanntgegeben. Genannt wurden hierbei wiederum nur die AMD-Marktanteile – doch da die ganzen anderen x86-Hersteller (VIA, Thatic & Zhaoxin) vermutlich noch keinerlei beachtbare Stückzahlen liefern können, dürfte sich hiermit mit einer Fehlerquote von bestenfalls -0,1 Prozentpunkt auch auf den jeweiligen Intel-Marktanteil schließen lassen. Wie üblich gilt bei dieser Stückzahlen-Statistik allein der x86-Prozessoren, dass IoT-, Embedded- & SemiCustom-Prozessoren nicht mit gezählt wurden – womit primär Kleinst-"Prozessoren" sowie Spielekonsolen-SoCs ausgeschlossen werden. Dabei konnte AMD in allen Sparten zulegen, inzwischen zeigt sich im langfristigen Verlauf aber um so deutlicher, dass große Marktanteils-Zugewinne im weltweiten Prozessoren-Markt augenscheinlich nicht so schnell zu realisieren sind.

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Die AMD-Geschäftsergebnisse im zweiten Quartal 2020

Nach Intel hat auch AMD seine Geschäftsergebnisse für das abgelaufene zweite Jahresquartal vorlegt, welche AMD auf einem weiterhin guten Kurs sehen. Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum legte AMD um +26% beim Umsatz, +349% beim nominellen Gewinn sowie +193% beim operativen Gewinn vor allem auf der Ertragsseite erheblich zu. Im Vergleich zum direkten Vorquartal ging es dagegen beim Umsatz nur um +8% nach oben, während der nominelle Gewinn leicht um -3% sowie der operative Gewinn ebenfalls leicht um -2% zurückgingen. Der aktuelle Geschäftsverlauf ist damit etwas günstiger als bei Intel, wo das zweite Quartel (untypischerweise) unterhalb des ersten Quartals lag. Allerdings hat sich AMD mit seinem zweiten Quartal auch nicht übernommen, ergo dürften hier bei AMD (wie auch bei Intel) eher größere Effekte am wirken sein, welche die ansonsten übliche saisonale Verbesserung zwischen ersten und zweiten Quartal beeinflussen.

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Die Intel-Geschäftsergebnisse im zweiten Quartal 2020

Chip-Entwickler Intel hat seine Geschäftszahlen für das zweite Jahresquartal 2020 vorgelegt, welche gemessen an den Umständen vernünftig bis gutklassig aussehen. Zur Betrachtung der Zahlen ergeben sich allerdings ganz verschiedenartige Ansatzpunkte: Der nominelle Vergleich mit dem Zahlen des Vorjahreszeitraums sieht Intel mit klaren Zugewinnen von +20% Umsatz, +22% Gewinn sowie +23% operativer Gewinn. Der Vergleich mit dem direkten Vorquartal sieht hingegen nur mit Augenzudrücken "ähnliche" Ergebnisse bei -0,5% Umsatz, -10% Gewinn sowie -19% operativem Gewinn, was jedoch den für ein zweites Jahresquartal zumeist üblichen Zuwachs klar vermissen läßt. Dabei hätte zusätzlich auch noch die Corona-Krise eher denn für einen gewissen geschäflichen Aufschwung gesprochen – schließlich wird IT-Technik derzeit vermehrt nachgefragt, gerade Prozessoren für Notebooks, Desktops und Server.

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Neuer Artikel: Mindfactory Grafikkarten Retail-Verkaufsreport Q2/2020

Der allererste quartalsweise Grafikkarten Retail-Verkaufsreport hatte schon einige interessante Einblicke in den Grafikkarten-Retailmarkt in deutschen Landen gegeben, nun erfolgt die zweite Ausgabe für die im April, Mai und Juni getätigten Grafikkarten-Verkäufe beim deutschen Einzelhändler Mindfactory. Jenes zweite Jahresquartal stand dabei unter zwei größeren Vorzeichen: Zum einen brachte der Corona-bedingten Lockdown einen erheblichen Marktaufschwung mit sich, insbesondere im ersten (vollständigen) Lockdown-Monat April zu beobachten. Und zweitens traf die seltene Situation eines Quartals ganz ohne Grafikkarten-Launches ein, in welchem sich also die Stärken und Schwächen des jeweiligen Angebots von AMD & nVidia in einem aus statistischer Sicht perfekten Datensample zeigen konnten ... zum Artikel.

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Neuer Artikel: Das Intel-Marketing auf vollen Touren gegen AMDs Zen 2

Neben dem Wettstreit auf technologischer Ebene läuft zwischen AMD, Intel & nVidia immer auch noch ein kleiner Nebenkampf in der Kategorie "Jeder blamiert sich so gut wie er kann". Hierzu liefert Intel nunmehr neues Material durch eine auf einer Intel-Veranstaltung für deren Business-Partnern (große PC-Hersteller) gezeigten Marketing-Präsentation, welche AdoredTV (Bonuspunkte bei der B-Note für "Ironie") in ein generelles Video zu den Benchmark- & Marketing-Taktiken von Intel eingebunden haben. Die (virtuelle) Veranstaltung muß wohl Ende April bis Mitte Mai gelaufen sein, da eine Fußnote zu den notierten Preisen den 28. April 2020 angibt, Intel sich (für den Desktop-Bereich) jedoch allein auf Core i-9000 Prozessoren-Modelle bezieht. Selbige stellt Intel in seiner Präsentation in den Vergleich zu AMDs Zen-2-Prozessoren und versucht dabei primär, sich anhand der (von Intel selber ermittelten) Performance noch vor Zen 2 (aka Ryzen 3000) einzuordnen – besonders deutlich schon beim ersten (releveanten) Bild der Intel-Präsentation ... zum Artikel.

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Die Grafikchip- und Grafikkarten-Marktanteile im ersten Quartal 2020

Von Jon Peddie Research kommen die neuesten Zahlen zum weltweiten Grafikkarten-Markt, im genauen dem Markt an (Desktop-basierten) Add-in-Boards. In jenem hat sich relativ gesehen wenig bewegt, denn AMD hat gegenüber dem Vorquartal -0,3 Prozentpunkte Marktanteil verloren, nVidia demzufolge +0,3 Prozentpunkte hinzugewonnen (allesamt Stückzahlen-basiert). Erfreulich für AMD ist eher der Punkt, dass man sich damit wenigstens oberhalb der 30%-Marke stabilisieren konnte, nachdem es zuletzt mal hoch und mal runter ging, die letzte Phase mit durchgehend über 30% Marktanteil zum Ende des letzten Cryptomining-Hypes stattfand und demzufolge kaum zu werten ist.

AiB-Grafikchips Q1/2019 Q2/2019 Q3/2019 Q4/2019 Q1/2020
AMD 22,7% 32,1% 27,1% 31,1% 30,8%
nVidia 77,3% 67,9% 72,9% 68,9% 69,2%
Quelle: Jon Peddie Research
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Die nVidia-Geschäftsergebnisse im ersten Quartal 2020

Nach Intel und AMD hat nun auch nVidia seine Geschäftsergebnisse für das (sinnbildliche) erste Quartal 2020 abgeliefert, welches bei nVidia jedoch das erste Finanzquartal des Finanzjahres 2021 bildet und von Februar bis April 2020 reicht. Der Lockdown-Monat April ist damit im Gegensatz zu den Geschäftszahlen der anderen Chipentwickler bereits enthalten – und dennoch ist auch nVidia (bisher) recht gut durch die damit ausgelöste Wirtschaftskrise gekommen bzw. kann im Jahresvergleich sogar drastische Zugewinne vermelden: +38,7% beim Umsatz, +146% beim nominellen Gewinn sowie sogar +173% beim operativen Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum sehen wie ein klar ansteigendes Geschäft aus – sind allerdings kein fairer Vergleich, da nVidia seinerzeit ganz heftig im Kater nach dem Cryptomining-Boom steckte.

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