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News des 1./2. März 2008

In einer bei Hardwareluxx zu sehenden S3-Präsentation hat der Grafikchip-Entwickler Direct3D11 erstaunlicherweise erst für das Jahr 2010 angegeben. Zwar lässt sich hier erst einmal einwenden, dass S3 in letzter Zeit immer zu spät war mit seinen Grafikchip-Entwicklungen – allerdings zeigt der Eintrag erstens nicht auf einen konkreten Grafikchip und zweitens waren die reinen Planungen von S3 zumeist recht aggressiv, nur die Umsetzung dessen verspätete sich regelmäßig. Dabei wäre ein Direct3D11 erst im Jahr 2010 sicherlich nicht so ummöglich – von DirectX9 (2002) bis Direct3D10 (2006) hat es schließlich auch vier Jahre gebraucht und Microsoft will ja eigentlich diese eher längeren Abstände zwischen den Hauptversionen beibehalten. Allerdings würde das auch bedeuten, dass uns noch einige Zwischen-Generationen erwarten, welche noch nicht auf Direct3D11 setzen, während diese Fähigkeit bisher regelmäßig der jeweils anstehenden nächsten Grafikchip-Generation zugeschrieben wurde.

Thema nächste Grafikchip-Generation: Hartware haben hierzu angebliche Daten einer Radeon HD 4000 Serie vorliegen, welche schon im Juni anstehen soll. Allerdings gibt es inzwischen von mehreren Quellen die Information, dass diese Daten nicht zutreffend sind – was sich eigentlich auch schon dadurch ableiten lässt, dass ATI Monate vor dem Launch nicht schon exakte Taktfrequenzen und Verkaufsnamen einzelner Karten griffbereit hat, dieses sich im gewöhnlichen erst in den Wochen und teilweise erst den Tagen vor dem Launch ergibt. Nichtsdestotrotz ist es nicht unmöglich, dass so oder ähnlich das in einigen Monaten anstehende neue ATI-Programm für die Herbst-Saison aussehen mag: Denn nachdem die aktuelle Refresh-Generation bei ATI im Prinzip nur dieselbe Performance zu einem deutlich besseren Preis gebracht hat, wird es für die nächste Grafikchip-Generation mit großer Sicherheit deutlich mehr Hardware-Einheiten geben (müssen), um mit nVidia schrittzuhalten.

Die PC Games Hardware hat einen kleinen Vorab-Test der GeForce 9800 GTX auf Basis einer GeForce 8800 GTS und den kürzlich vermeldeten Taktfrequenzen angestellt. Dabei wurde die angesichts dieser Taktfrequenzen schon aufgestellte Vermutung bestätigt, dass eine GeForce 9800 GTX auf G92-Basis und mit 675/1688/1100 MHz kaum 10 Prozent schneller als eine GeForce 8800 GTS mit 650/1625/970 MHz ist. Beachtenswert ist dabei, dass in einigen der angestellten Benchmarks weiterhin die GeForce 8800 Ultra dank ihres breiteren Speicherinterfaces führt – und da dies gerade unter Crysis besonders hervorsticht, erscheint die GeForce 8800 Ultra weiterhin gegenüber der GeForce 9800 GTX als die etwas stärkere Karte. Da nVidia die G80-basierte GeForce 8800 Ultra jedoch auslaufen lassen wird (vom weiterhin überzogenen Preis einmal ganz abgesehen), führt wohl letztlich kein Weg an der GeForce 9800 GTX vorbei.

Fudzilla berichten von einigen kleinen Veränderungen an der ATI Radeon HD 3870 X2: Zum einen soll es demnächst auch GDDR4-Versionen der Grafikkarten geben, erstmals auf der CeBIT zu sehen. Dies scheint zudem auch mit einem höherem Speichertakt einherzugehen, denn die GDDR4-Versionen sollen mehr kosten als die bisherige GDDR3-Version. Inwiefern diese Takterhöhung Sinn macht, bliebe allerdings abzuwarten, aufgrund des 2x 256 Bit DDR Speicherinterfaces sollte die Radeon HD 3870 X2 eigentlich nicht besonders bandbreitenlimitiert sein. Und zum anderen wird ATI mit einer neuen Chip-Revision dem internen CrossFire-Interface PCI Express 2.0 beibringen, so dass dieser kleine Schönheitsfehler der Radeon HD 3870 X2 (die Karte läuft bisher generell im PCI Express 1.x Modus) auch noch beseitigt wäre.

Beim Bundestrojaner Blog sieht man die Karlsruher Entscheidung zur Online-Durchsuchung wesentlich kritischer als wir und zeigt gleichzeitig einige weitere Lücken der eigentlich schon fortschrittlichen Argumentation des Verfassungsgerichts auf. Nicht unbedingt nur auf die Online-Durchsuchung zutreffend ist dabei das (korrekte) Argument, dass es keinerlei echten Mißbrauchsschutz gibt, obwohl es doch auch bei ähnlichen ermittlungstechnischen Maßnahmen (in Einzelfällen) erwiesenermaßen Mißbrauch sowohl aus politischen wie auch aus privaten Interesse gab und gibt. Gerade da das Bundesverfassungsgericht die Online-Durchsuchung als besonders invasive Maßnahme einstuft, wäre es nicht verkehrt gewesen, dieses Problem zu bedenken und dem Gesetzgeber die Verpflichtung mit auf den Weg zu geben, im entsprechenden Gesetz auch gleich den Mißbrauch mit einer Sanktionsandrohung zu versehen. Das bisherige Maximum in solcherart Fällen – dass ein Gericht eine Maßnahme einige Monate später als nicht gesetzesgemäß erklärt, es aber keinerlei dienst-, zivil- oder strafrechtliche Konsequenzen oder gar Kompensationen gibt – fordert Mißbrauch nun einmal geradezu heraus.

Shortcuts: Gemäß Fudzilla wird es von Sparkle wie auch Gigabyte GeForce 9600 GT Grafikkarten mit passiver Kühlung geben, andere Hersteller haben wahrscheinlich ähnliche Projekte in Vorbereitung. Da die GeForce 9600 GT in der Praxis auf runde 60 Watt Stromverbrauch zu schätzen ist, sollte sich diese Karte eigentlich ziemlich gut für passiv gekühlte Versionen eignen – noch dazu, wo es inzwischen auch schon passive Ausführung von Radeon HD 3870 und GeForce 8800 GT gibt, welche noch mehr Strom verbrauchen als die GeForce 9600 GT. Wie der Planet 3DNow! berichtet, macht Microsoft den Fix für den TLB-Bug von AMDs Phenom-Prozessoren im B2-Stepping unter dem Service Pack 1 für Windows Vista 64-Bit obligatorisch, die bisher noch möglichen Umgehungsmaßnahmen würden dann nicht mehr funktionieren. Wie diese Angelegenheit beim SP1 für die 32-Bit-Version von Windows Vista sowie dem kommenden SP3 für Windows XP aussieht, ist dagegen noch nicht bekannt.