12

News des 12. Dezember 2008

Expreview zeigen eine GeForce GTX 285 im Bild, die Karte ist äußerlich der GeForce GTX 280 sehr ähnlich. Allerdings zeigt der verbaute GT200b-Chip seine Wirkung bei der Stromaufnahme laut TDP: Beträgt diese offizielle Stromverbrauchs-Angabe bei der GeForce GTX 280 immerhin 236 Watt, sind es bei der GeForce GTX 295 trotz vermutlich im Rahmen von 10 Prozent höheren Taktraten "nur" 183 Watt. Dies deckt sich im übrigen mit den Stromverbrauchswerten der GeForce 9800 GTX+, welche durch die kleinere 55mm-Fertigung und trotz geringfügig höherer Taktraten auch runde 25 Prozent weniger verbraucht als die in 65nm gefertigte GeForce 9800 GTX. Anscheinend scheinen nVidia und Chipfertiger TSMC nun den Dreh bei der 55nm-Fertigung von nVidia-Grafikchips herauszuhaben und dort außergewöhnlich gute Resultate zu erzielen.

Laut nochmals Expreview will ATI offenbar aber auch nicht untätig danebenstehen und schon im Januar seinen RV775-Chip in den Markt zu schicken, eine leicht verbesserte Version des RV770-Chips der bisherigen Radeon HD 4800 Serie. Die Änderungen sind dabei überschaubar: Anstatt 800 Shader-Einheiten gibt es 840, anstatt 40 Textureneinheiten deren 48, das Speicherinterface bleibt hingegen unverändert bei 256 Bit DDR. Hinzu kommen einige höhere Taktraten – und schon hat der RV775-Chip durchaus das Potential, um runde 20 bis 25 Prozent vor dem RV770-Chip zu liegen. Geplant sind dabei anscheinend wieder zwei entsprechende Grafikkarten, derzeit noch unter ihren Codenamen "RV775Pro" und "RV775XT" bekannt:

Radeon HD 4850 Radeon HD 4870 RV775Pro RV775XT
Chipbasis RV770, 55nm, 956 Mill. Transistoren, 260mm² Die-Fläche RV775, 55nm, 927 Mill. Transistoren, 246mm² Die-Fläche
Technik DirectX 10.1, 800 Shader-Einheiten, 40 Textureneinheiten, 16 ROPs, 256 Bit DDR Speicherinterface DirectX 10.1, 840 Shader-Einheiten, 48 Textureneinheiten, 16 ROPs, 256 Bit DDR Speicherinterface
Taktraten 625/1000 MHz 750/1800 MHz 725/1400 MHz 900/2000 MHz
Speicherausstattung 512 MB GDDR3 512 MB GDDR5 512 MB ? 512 MB GDDR5
Rechenleistung 1000 GFlops 1200 GFlops 1218 GFlops 1512 GFlops
Speicherbandbreite 64 GB/sec 115 GB/sec 90 GB/sec 128 GB/sec
Markteintritt Juni 2008 Juni 2008 März 2009 Januar 2009

Wie man sieht, will ATI im Januar zuerst einmal nur mit der RV775XT-Grafikkarte einsteigen, welche wie gesagt durchaus 20 bis 25 Prozent schneller als die jetzige Radeon HD 4870 sein kann. Damit will man wohl die neue GeForce GTX 260 mit 216 Shader-Einheiten von oben herab unter Druck setzen, während dies die Radeon HD 4870 bisher vor allem über ihren konstant besseren Preis getan hat. Erst im März soll dann die RV775Pro-Grafikkarte folgen, deren technische Daten eine Performance nur geringfügig unterhalb des Niveaus der Radeon HD 4870 erwarten lassen. Damit könnte die Radeon HD 4870 zu diesem Zeitpunkt auslaufen – womöglich läuft dann sogar der komplette RV770-Chip aus, weil sich natürlich auch auf RV775-Basis noch günstigere Lösungen im Rahmen der Radeon HD 4830 & 4850 kreieren lassen.

Aus wirtschaftlicher Sicht dürfte es für ATI jedenfalls sinnvoll sein, schnellstmöglich auf den RV775-Chip umzusatteln, da dieser trotz geringfügig mehr Hardware-Einheiten über etwas weniger Transistoren verfügt. Sollten obenstehende Angaben so zutreffen, hätte das Designteam von ATI wieder einmal ganze Arbeit darin geleistet, noch mehr als einem sowieso schon guten Chipdesign herauszuholen. Ohnehin geht der ewige Zweikampf zwischen ATI und nVidia derzeit immer stärker in die Richtung eines Wettstreits auf Fertigungsebene: Nicht mehr die bessere Architektur entscheidet das Kräftemessen, sondern die Fähigkeit, einen Chip in der Fertigung so zu trimmen, daß die benötigten Taktraten bei trotzdem exzellenter Wirtschaftlichkeit herauskommen.

Anzufügen wäre allerdings unbedingt noch der Punkt, daß es nicht unerhebliche Vorbehalte gegenüber den vorstehend genannten Daten gibt: Mit dem Design von 840 Shader-Einheiten und 48 Textureneinheiten würde man die RV770-Grundlage aufbrechen, bei welchem das Verhältnis zwischen diesen beiden Einheiten fest bei 20:1 liegt. Gerade für einen zwischengeschobenen Refreshchip wäre dies eine schon sehr ungewöhnliche Änderung. Es liegt fast nahe, daß man sich hier schlicht geirrt und eher 960 Shader-Einheiten anstatt 840 beim RV775-Chip gemeint sind. Dann würde aber wieder die geringere Transistorenmenge des RV775-Chips stören, welche bei glatt 20 Prozent mehr Hardware-Einheiten kaum zu reduzieren sein dürfte. Eher harmlos sind dagegen die Vorbehalte gegenüber dem mit 1400 MHz angesetztem Speichertakt der RV775Pro-Grafikkarte.

Sicherlich ist diese Taktrate nicht mit GDDR3-Speicher zu erreichen, es spricht hier aber nichts gegen GDDR4- oder GDDR5-Speicher. Zwar hat GDDR4-Speicher keinen besonderen Ruf wegen der geringeren Pro/MHz-Leistung und dem recht hohen Strombedarf, allerdings trifft erstgenannter Punkt auch auf GDDR5-Speicher zu (und wird derzeit nur durch die extrem hohen Taktraten von GDDR5 überdeckt). Zudem könnte ATI aus der Produktion der Radeon HD 2600 XT und Radeon HD 3870 womöglich noch GDDR4-Speicher übrighaben, welcher nun billig weiterverwertet wird. Denkbar ist aber genauso auch GDDR5-Speicher auf "nur" 1400 MHz, egal ob diese Taktrate für GDDR5 ungewöhnlich niedrig wäre. Trotzdem gilt es in der Summe anzuerkennen, daß obenstehende Daten zum RV775-Chip derzeit keineswegs auf die Goldwaage zu legen sind, da eben noch mit einigen Fragezeichen versehen.

Expreview zeigen eine GeForce GTX 285 im Bild, die Karte ist äußerlich der GeForce GTX 280 sehr ähnlich. Allerdings zeigt der verbaute GT200b-Chip seine Wirkung bei der Stromaufnahme laut TDP: Beträgt diese offizielle Stromverbrauchs-Angabe bei der GeForce GTX 280 immerhin 236 Watt, sind es bei der GeForce GTX 295 trotz vermutlich im Rahmen von 10 Prozent höheren Taktraten "nur" 183 Watt. Dies deckt sich im übrigen mit den Stromverbrauchswerten der GeForce 9800 GTX+, welche durch die kleinere 55mm-Fertigung und trotz geringfügig höherer Taktraten auch runde 25 Prozent weniger verbraucht als die in 65nm gefertigte GeForce 9800 GTX. Anscheinend scheinen nVidia und Chipfertiger TSMC nun den Dreh bei der 55nm-Fertigung von nVidia-Grafikchips herauszuhaben und dort außergewöhnlich gute Resultate zu erzielen.

Laut nochmals Expreview will ATI offenbar aber auch nicht untätig danebenstehen und schon im Januar seinen RV775-Chip in den Markt zu schicken, eine leicht verbesserte Version des RV770-Chips der bisherigen Radeon HD 4800 Serie. Die Änderungen sind dabei überschaubar: Anstatt 800 Shader-Einheiten gibt es 840, anstatt 40 Textureneinheiten deren 48, das Speicherinterface bleibt hingegen unverändert bei 256 Bit DDR. Hinzu kommen einige höhere Taktraten - und schon hat der RV775-Chip durchaus das Potential, um runde 20 bis 25 Prozent vor dem RV770-Chip zu liegen. Geplant sind dabei anscheinend wieder zwei entsprechende Grafikkarten, derzeit noch unter ihren Codenamen "RV775Pro" und "RV775XT" bekannt:






Radeon HD 4850
Radeon HD 4870
RV775Pro
RV775XT






Chipbasis
RV770, 55nm, 956 Mill. Transistoren, 260mm² Die-Fläche
RV775, 55nm, 927 Mill. Transistoren, 246mm² Die-Fläche



Technik
DirectX 10.1, 800 Shader-Einheiten, 40 Textureneinheiten, 16 ROPs, 256 Bit DDR Speicherinterface
DirectX 10.1, 840 Shader-Einheiten, 48 Textureneinheiten, 16 ROPs, 256 Bit DDR Speicherinterface



Taktraten
625/1000 MHz
750/1800 MHz
725/1400 MHz
900/2000 MHz



Speicherausstattung
512 MB GDDR3
512 MB GDDR5
512 MB ?
512 MB GDDR5



Rechenleistung
1000 GFlops
1200 GFlops
1218 GFlops
1512 GFlops



Speicherbandbreite
64 GB/sec
115 GB/sec
90 GB/sec
128 GB/sec



Markteintritt
Juni 2008
Juni 2008
März 2009
Januar 2009





Wie man sieht, will ATI im Januar zuerst einmal nur mit der RV775XT-Grafikkarte einsteigen, welche wie gesagt durchaus 20 bis 25 Prozent schneller als die jetzige Radeon HD 4870 sein kann. Damit will man wohl die neue GeForce GTX 260 mit 216 Shader-Einheiten von oben herab unter Druck setzen, während dies die Radeon HD 4870 bisher vor allem über ihren konstant besseren Preis getan hat. Erst im März soll dann die RV775Pro-Grafikkarte folgen, deren technische Daten eine Performance nur geringfügig unterhalb des Niveaus der Radeon HD 4870 erwarten lassen. Damit könnte die Radeon HD 4870 zu diesem Zeitpunkt auslaufen - womöglich läuft dann sogar der komplette RV770-Chip aus, weil sich natürlich auch auf RV775-Basis noch günstigere Lösungen im Rahmen der Radeon HD 4830 & 4850 kreieren lassen.

Aus wirtschaftlicher Sicht dürfte es für ATI jedenfalls sinnvoll sein, schnellstmöglich auf den RV775-Chip umzusatteln, da dieser trotz geringfügig mehr Hardware-Einheiten über etwas weniger Transistoren verfügt. Sollten obenstehende Angaben so zutreffen, hätte das Designteam von ATI wieder einmal ganze Arbeit darin geleistet, noch mehr als einem sowieso schon guten Chipdesign herauszuholen. Ohnehin geht der ewige Zweikampf zwischen ATI und nVidia derzeit immer stärker in die Richtung eines Wettstreits auf Fertigungsebene: Nicht mehr die bessere Architektur entscheidet das Kräftemessen, sondern die Fähigkeit, einen Chip in der Fertigung so zu trimmen, daß die benötigten Taktraten bei trotzdem exzellenter Wirtschaftlichkeit herauskommen.

Anzufügen wäre allerdings unbedingt noch der Punkt, daß es nicht unerhebliche Vorbehalte gegenüber den vorstehend genannten Daten gibt: Mit dem Design von 840 Shader-Einheiten und 48 Textureneinheiten würde man die RV770-Grundlage aufbrechen, bei welchem das Verhältnis zwischen diesen beiden Einheiten fest bei 20:1 liegt. Gerade für einen zwischengeschobenen Refreshchip wäre dies eine schon sehr ungewöhnliche Änderung. Es liegt fast nahe, daß man sich hier schlicht geirrt und eher 960 Shader-Einheiten anstatt 840 beim RV775-Chip gemeint sind. Dann würde aber wieder die geringere Transistorenmenge des RV775-Chips stören, welche bei glatt 20 Prozent mehr Hardware-Einheiten kaum zu reduzieren sein dürfte. Eher harmlos sind dagegen die Vorbehalte gegenüber dem mit 1400 MHz angesetztem Speichertakt der RV775Pro-Grafikkarte.

Sicherlich ist diese Taktrate nicht mit GDDR3-Speicher zu erreichen, es spricht hier aber nichts gegen GDDR4- oder GDDR5-Speicher. Zwar hat GDDR4-Speicher keinen besonderen Ruf wegen der geringeren Pro/MHz-Leistung und dem recht hohen Strombedarf, allerdings trifft erstgenannter Punkt auch auf GDDR5-Speicher zu (und wird derzeit nur durch die extrem hohen Taktraten von GDDR5 überdeckt). Zudem könnte ATI aus der Produktion der Radeon HD 2600 XT und Radeon HD 3870 womöglich noch GDDR4-Speicher übrighaben, welcher nun billig weiterverwertet wird. Denkbar ist aber genauso auch GDDR5-Speicher auf "nur" 1400 MHz, egal ob diese Taktrate für GDDR5 ungewöhnlich niedrig wäre. Trotzdem gilt es in der Summe anzuerkennen, daß obenstehende Daten zum RV775-Chip derzeit keineswegs auf die Goldwaage zu legen sind, da eben noch mit einigen Fragezeichen versehen.