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News der Weihnachtsfeiertage 2009

Unsere letzte Umfrage hatte sich der Frage angenommen, wie stark stereoskopisches 3D für PC-Spiele jetzt schon interessant ist. Die Technik gibt es zwar schon seit vielen Jahren, lebt aber derzeit durch den allgemeinen 3D-Boom wieder auf und dürfte daher in der nächsten Zeit wieder verstärkt von den Herstellern unterstützt werden – natürlich verbunden mit der Hoffnung, daß sich diese Technik endlich einmal durchsetzen möge. Ein gewisses Interesse hierfür ist vorhanden, denn schon 4 Prozent der Umfrageteilnehmer verfügen über entsprechende Gerätschaften, weitere 13 Prozent können sich einen entsprechenden Kauf im Jahr 2010 vorstellen. Rechnet man allerdings ein, daß der Massenmarkt immer erst deutlich später als die 3DCenter-Leser auf neue Technologien einsteigt, ist diese prognostizierte (bestenfalls) 17 Prozent Nutzerbasis im Jahr 2010 eigentlich nicht viel.

 Wie interessant ist stereoskopisches 3D für PC-Spiele?

Insofern scheinen diese 29 Prozent der Umfrageteilnehmer Recht zu behalten, welche stereoskopisches 3D für PC-Spiele als ein mittel- bis langfristiges Zukunftsthema sehen, welches sich also im Jahr 2010 sicherlich noch nicht durchsetzen wird. Daß seitens der Hersteller noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten sein wird, verdeutlichen auch diese 41 Prozent, welche noch nicht von dieser Technik überzeugt sind und vor allem diese 15 Prozent, welche noch generelle Bedenken haben. Damit ist das Lager derjenigen, welche noch Einwände haben, mit kummuliert runden 56 Prozent sogar in der Mehrheit – sehr ungewöhnlich in unserem Leserkreis und ein starkes Anzeichen dafür, daß stereoskopisches 3D für PC-Spiele noch einen langen Weg vor sich hat, bevor es Marktakzeptanz erreichen kann. Allein das Ankurbeln des Marketings oder das Beschwören der Formel, daß 2010 das "Jahr des 3D" werde, dürfte dafür jedenfalls nicht ausreichend sein.

Beim chinesischsprachigen PCPop (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) gibt es einen sich auf die Grafikchip-Performance konzentrierten Test eines Clarkdale-Prozessors. Wie bekannt, integriert Intel in die am 7. Januar 2010 offiziell erscheinenden Clarkdale DualCore-Prozessoren der Nehalem-Prozessorenarchitektur eine Abwandlung seines GMA X4500 Grafikchips, welcher bisher in die neueren Mainboard-Chipsätze von Intel integriert wurde. Große Unterschiede zu diesem Grafikchip soll der in die Clarkdale-Prozessoren integrierte neue Grafikchip allerdings nicht aufweisen, primär nur mehr Performance. Der Test von PCPop deutet nun aber entgegen früherer Tests in die Richtung, daß es gleich sehr deutlich mehr Performance wird, denn in diesem Test schlug die Intel-Grafik die LowCost-Grafikkarten Radeon HD 4350 und GeForce G210 ziemlich deutlich.

Clarkdale-Grafik Radeon HD 4350 GeForce G210
3DMark06 (1280x1024) 2368 2398 2233
3DMark Vantage (Entry) 6518 4681 4856
Realtime-HDR 105,3 fps 68,4 fps 68,6 fps
Eagle Hit The Sky (1920x1080 Low) 29 fps 25 fps 28 fps
Resident Evil 5 (1920x1080 Low) 19,2 fps 13,4 fps 13,4 fps
World in Conflict (1920x1080 Low) 37 fps 30 fps 31 fps

Allerdings könnte dies auch andere Erklärungen haben: Erstens einmal können heutige integrierte Beschleuniger sogar über eine größere Speicherbandbreite verfügen als LowCost-Grafikkarten, was ein gewisser Vorteil ist. So haben LowCost-Grafikkarten in aller Regel nur ein 64 Bit DDR Speicherinterface und einen Speichertakt von 400 MHz, da bei diesen gewöhnlich DDR2-Speicher verwendet wird. Integrierte Beschleuniger haben zwar auch nur dasselbe Speicherinterface, greifen aber auf neueren Systemen meist auf schnellen DDR3-Speicher mit Taktraten von bis zu 800 MHz (DDR3/1600) zu, was dann problemlos in der doppelten Speicherbandbreite resultieren kann. Auch daß man sich das Speicherinterface mit der CPU teilt, ist im Gegensatz zu früher kein Problem mehr: Entsprechende CPU haben mindestens zwei 64 Bit DDR Speicherinterfaces, wovon der integrierte Grafikchip nur maximal eines in Beschlag nimmt – da bleibt mehr als genügend übrig für die CPU, so daß sich CPU und Grafikchip wohl kaum um Speicherbandbreite streiten dürften.

Ob diese höhere Speicherbandbreite von integrierten Grafikchips gegenüber LowCost-Grafikkarten aber alleine diese Werte erklären kann, bleibt fraglich – in aller Regel haben LowCost-Grafikchip zu wenig Hardware-Einheiten, um wirklich mal in ernsthafte Bandbreiten-Limits zu rutschen. Eine alternative Erklärung könnte sein, daß hier die Übertaktung des benutzten Clarkdale-basierten Pentium G6950 von 2.8 auf 4.0 GHz mit hineinspielte und den ursprünglich auf 533 MHz laufenden Grafikchip auf nunmehr 761 MHz übertaktete. Da der Grafikchip schließlich auf dem CPU-Trägermaterial eingebettet wurde und auch direkt von der CPU angesteuert wird, ist diese ungewollte Übertaktung durchaus möglich – gerade bei Intel, wo man sich bei LowCost-Produkten gern mal die extra Taktgeber spart und schlicht viele Systemtakte aneinander koppelt. In diesem Fall würde die Performance im unübertakteten Zustand deutlich niedriger ausfallen, aber vermutlich immer noch auf im Rahmen der mitgetesteten Radeon HD 4350 und GeForce G210 liegen – was ja trotzdem ein gutes Ergebnis wäre.

Zudem wird es die in die Clarkdale-Prozessoren integrierten Grafikchips auch mit verschiedenen Taktfrequenzen geben: Nur der Grafikchip des Pentium G6950 wird regulär mit 533 MHz takten, ansonsten liegt der standardmäßige Grafikchiptakt der Core-i3-Prozessoren bei 733 MHz. Diese Modelle sollten also auch ganz unübertaktet eine Grafik-Performance in der Nähe der vorstehenden Ergebnisse erzielen. Zudem wird das (preislich gleiche) Sondermodell Core i3-661 einen Grafikchip-Takt von gleich 900 MHz aufweisen, womit man Radeon HD 4350 und GeForce G210 nochmals davonrennen sollte. Sofern die von PCPop gemessenen Werte also nicht vollkommen Nonsens sind, wird Intel mit der integrierten Grafik der Clarkdale-Prozessoren bezüglich der Performance doch positiv überraschen können. Stark abzuwarten sein dürfte aber weiterhin, ob es deutliche Verbesserungen bezüglich der Spiele-Kompatibilität gibt, denn hier liegt der eigentliche Schwachpunkt von Intels bisherigen Grafikchips.

Die ComputerBase berichtet über USB 3.0 Controller zum Nachrüsten bestehender Computer – ein in der kurz- und mittelfristigen Zukunft sicherlich interessantes Produkt. Bei Desktop-Geräten wird dies über eine Steckkarte mit USB 3.0 Controller gelöst, bei Notebooks über eine Karte für den ExpressCard-Steckplatz. In beiden Fällen läuft die Anbindung an den Mainboard-Chipsatz über eine PCI Express 1.1 x1 Verbindung, was theoretisch etwas suboptimal für USB 3.0 ist: Denn eine PCI Express 1.1 x1 Verbindung kann nur ca. 250 MB/sec durchleiten, während USB 3.0 um die 600 MB/sec leisten könnte. Allerdings werden mittels USB 3.0 derzeit vorwiegend nur externe Festplatten angebunden, welche im besten Fall nur Datentransferraten von um die 150 MB/sec erreichen – dafür reicht diese Anbindung derzeit noch aus. Aufpassen muß man dagegen bei SATA3-Controllern: Da an diese gern auch mal SSDs angeschlossen werden und schnelle SSDs schon jetzt höhere Datentransferraten als PCI Express 1.1 x1 erreichen, sollte es hier in jedem Fall eine bessere Anbindung sein.

Unsere Usertest-Aktion in Zusammenarbeit mit Cougar hat inzwischen Früchte getragen, in unserem Usertest-Forum finden sich nunmehr sechs Testberichte zu Cougar-Netzteilen der 550- und 700-Watt-Klasse. Die dabei herausgekommenen Tests sind sehr verschieden angelegt und teilweise so liebevoll und umfangreich gestaltet, daß man problemlos das Niveau eines regulären Hardware-Tests überbietet. Die Netzteile selber bekommen dabei – wie nicht anders auf 3DCenter zu erwarten – nicht einfach nur Lob, sondern es werden genauso auch Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten aufgezählt. In vielen Testberichten kann man dabei noch was dazulernen über diese Punkte, welche bei einem Netzteil wichtig sind – und manchmal geht es auch wirklich in die Tiefe, wie beispielsweise bei anddills Ausführungen zu hochfrequenten Störgeräuschen. In jedem Fall gebührt allen Testern Dank für ihre aufopferungsvolle Arbeit sowie Cougar für die Stellung der Netzteile (und den Mut, diese dem Löwenkäfig 3DCenter auszusetzen).