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News des 11./12. November 2010

Wie Golem ausführen, wird laut offizieller AMD-Aussage der Cayman-Chip der Radeon HD 6900 Serie verschoben – vom ursprünglichen Launchtermin 22. November auf einen noch näher zu bestimmenden Termin in der 50. Kalenderwoche, welche vom 13. bis 19. Dezember geht. Zu diesem Zeitpunkt sollen dann die SingleChip-Varianten Radeon HD 6950 & 6970 erscheinen, die DualChip-Variante Radeon HD 6990 wird erst später nachfolgen. Rein offiziell begründet AMD die Verschiebung mit dem Marktgeschehen, welches einen zeitigen Start der Radeon HD 6900 Serie unnötig machen würde – die VR-Zone hat dagegen in Erfahrung bringen können, daß schlicht benötigte Komponenten für die Cayman-Boards von Zulieferer Texas Instruments (TI) fehlen und daher die Verschiebung notwendig machen. Dies läßt der GeForce GTX 580 unerwartet viel Platz, sich erst einmal einen Markt erobern zu können – wobei HighEnd-Käufer trotzdem besser mit der Strategie beraten sind, auf die Performance-Werte von Cayman zu warten.

AMD hat im Rahmen Financial Analyst Days neue Grafikkarten-Roadmaps vorgelegt, welche zum einen die Launch-Daten der restlichen Lösungen der Radeon HD 6000 Serie präzisieren und zum anderen einen Ausblick auf die kommenden Mobile-Grafiklösungen der Mobility Radeon HD 6000 Serie bieten. Bei den Desktop-Lösungen ergibt sich dabei die Änderung, daß die DualChip-Lösung Radeon HD 6990 auf das erste Quartal verschoben wurde – genauso wie auch der neue Mainstream-Grafikchip "Turks" und der neue LowCost-Grafikchip "Caicos" erst im ersten Quartal 2011 antreten werden. Dieses Jahr sind von AMD im Desktop-Segment somit nur die Cayman-basierten Grafikkarten Radeon HD 6950 und 6970 zu erwarten, alles weitere tritt erst 2011 an. Nochmals bestätigt wurde zudem das Weiterbestehen des RV840/Juniper-Chips der Radeon HD 5700 Serie – abzuwarten bliebe in diesem Fall noch, ob AMD diesen in Richtung "Radeon HD 6700" umbenennt oder weiterhin mit den "alten" Karten operieren will.

AMD Desktop-Grafikchips Roadmap 9. November 2010
AMD Desktop-Grafikchips Roadmap
AMD Mobile-Grafikchips Roadmap 9. November 2010
AMD Mobile-Grafikchips Roadmap

Sehr interessant ist zudem die Präzisierung zu den geplanten neuen Mobile-Varianten: AMD wird innerhalb der "Vancouver"-Serie anscheinend sowohl auf die Weiterverwendung "älterer" GPUs der RV8xx-Serie als auch die Nutzung neuer GPUs setzen – und wie schon bei der Mobility Radeon HD 5000 Serie den HighEnd-Chip des Desktop-Segments nicht ins Mobile-Segment überführen. Dies läßt sich jedenfalls aus der von AMD gezeigten Präsentation interpretieren, auch wenn AMD dazu noch nichts offizielle gesagt hat (und bezüglich exakter Chipnamen & Informationen sowieso nicht besonders freigiebig ist). Daß AMD das alles dann unter dem Verkaufsnamen "Mobility Radeon HD 6000" Serie laufen lassen wird, ist natürlich derzeit genauso erst einmal nur Spekulation – allerdings ist gerade in diesem allein von OEMs dominierten Markt der passende Verkaufsname elementar und die darunterliegende Chiptechnik eher zweitrangig.

Marktsegment Projektname dahinterliegender Chip Desktop-Verwandtschaft
Enthusiast I Blackcomb Barts Radeon HD 6800 Serie
Enthusiast II Granville RV840/Juniper Radeon HD 5700 Serie
Performance I Whistler Turks Radeon HD 6500/6600 Serien
Performance II Capilano RV830/Redwood Radeon HD 5500/5600 Serien
Mainstream I Seymour Caicos Radeon HD 6300 Serie
Mainstream II Robson RV810/Cedar Radeon HD 5400 Serie

Damit sind nur die Mobile-Projekte Seymour, Whistler und Blackcomb wirklich neu, die Mobile-Projekte Robson, Capilano und Granville entstammen dagegen der bekannten RV8xx-Chipfamilie. Wie üblich gilt auch hier, daß diese Mobile-Projekte (auch nicht die neuen) nicht wirklich extra Grafikchips sind, sondern schlicht nur einen extra Projektnamen für den Mobile-Einsatz tragen. Technisch gesehen fertigt AMD innerhalb seiner zweiten DirectX11-Generation exakt vier Grafikchips, aus denen sich dann fünf Desktop-Projekte und drei Mobile-Projekte ergeben. Unter Umständen wäre es anzuregen, innerhalb der Presse doch wieder eindeutige Codenamen für die AMD-Grafikchips zu verwenden (selbst wenn AMD diese offensichtlich nicht mehr vergibt), weil man sich ansonsten zu einfach von den ganzen Marketing-Projektnamen blenden läßt und die reale Grundlage in Form der in Silizium gegossenen Hardware dabei in den Hintergrund rückt.

AMDs erste DirectX11-Generation AMDs zweite DirectX11-Generation
Marktsegment Codename Projekte Codename Projekte
HighEnd RV870 Hemlock (DualChip Desktop, Radeon HD 5900 Serie)
Cypress (Desktop, Radeon HD 5800 Serie)
"RV970" Antilles (DualChip Desktop, Radeon HD 6990)
Cayman (Desktop, Radeon HD 6900 Serie)
Performance RV840 Juniper (Desktop, Radeon HD 5700 Serie)
Broadway (Mobile, Mobility Radeon HD 5800 Serie)
Granville (Mobile, Mobility Radeon HD 6x00 Serie)
"RV940" Barts (Desktop, Radeon HD 6800 Serie)
Blackcomb (Mobile, Mobility Radeon HD 6800 Serie)
Mainstream RV830 Redwood (Desktop, Radeon HD 5500/5600 Serien)
Madison (Mobile, Mobility Radeon HD 5600/5700 Serien)
Capilano (Mobile, Mobility Radeon HD 6x00 Serie)
"RV930" Turks (Desktop, Radeon HD 6x00 Serie)
Whistler (Mobile, Mobility Radeon HD 6x00 Serie)
LowCost RV810 Cedar (Desktop, Radeon HD 5400 Serie)
Park (Mobile, Mobility Radeon HD 5400 Serie)
Robson (Mobile, Mobility Radeon HD 6x00 Serie)
"RV910" Caicos (Desktop, Radeon HD 6x00 Serie)
Seymour (Mobile, Mobility Radeon HD 6x00 Serie)

Sowohl bei AnandTech als auch bei HardOCP und Hot Hardware findet sich umfangreiches Material über AMDs Bobcat-Prozessoren inklusive erstmals auch genauer Prozessorennamen und Taktfrequenzen. Die Bobcat-Architektur unterteilt sich in die Projektnamen Ontario (Desktop) und Zacate (Mobile) – wobei wie im Grafkchip-Segment gilt, daß dies reine Namen sind, die jeweils verbauten Prozessoren sind absolut dieselben. So wie es aussieht, fertigt AMD innerhalb der gesamten Bobcat-Architektur nur ein einzelnes Prozessoren-Die, welches zwei Prozessorenkern und einen Grafikchip mit 80 Shader-Einheiten enthält – alle Prozessorenvarianten mit teilweise Hardware-Abspeckungen werden dann aus diesem einen Die gezogen.

Kerne Takt GPU TDP
AMD E-350 2 1.6 GHz "Radeon HD 6310", 80 Shader-Einheiten @ 500 MHz 18W
AMD E-240 1 1.5 GHz "Radeon HD 6310", 80 Shader-Einheiten @ 500 MHz 18W
AMD C-50 2 1.0 GHz "Radeon HD 6250", 80 Shader-Einheiten @ 280 MHz 9W
AMD C-30 1 1.2 GHz "Radeon HD 6250", 80 Shader-Einheiten @ 280 MHz 9W

Interessant ist die Taktgestaltung in dieser Richtung hin, als daß Bobcat im Mobile-Bereich mit deutlich weniger als den bisher gedachten 1.6 GHz Takt antritt. Damit hat man einen Taktraten-Nachteil gegenüber Intels Atom, welchen es als DualCore-Modell mit bis zu 1.8 GHz gibt – dies kann Bobcat sicherlich mit seiner klar höheren Pro/MHz-Leistung ausgleichen, allerdings könnte somit der Unterschied zwischen Mobile-Bobcat und Atom deutlich kleiner sein als bisher angenommen. Bezüglich der von Bobcat zu erwartenden Grafikperformance gilt, daß die Desktop-Bobcats deutlich in Richtung einer Radeon HD 5450 DDR2 gehen – die Rechenleistung ist in etwa dieselbe und von dem SingleChannel-Speicherinterface mit bestenfalls 10,6 GB/sec für CPU und GPU gemeinsam ist in etwa dieselbe reale nutzbare Speicherbandbreite wie bei einer DDR2-Bestücktung im Desktop-Segment (auf der Radeon HD 5450 DDR2 ergibt dies 6,4 GB/sec) zu erwarten.

Bei den Mobile-Bobcats dürfte die Performance durch den niedrigeren GPU-Takt dann deutlich geringer ausfallen, in etwa in Richtung einer Radeon HD 3450 DDR2 (diese hat nur 40 Shader-Einheiten, aber mit 600 MHz Chiptakt). Beachtenswert ist die Namensgestaltung, welche die Bobcat-Grafikeinheiten der Radeon HD 6000 Serie zuordnet – wir würden davon abweichend allerdings vermuten, daß es sich hierbei um RV8xx-Derivate handelt. Im CPU-Bereich setzt man bei einem gänzlich neuen CPU-Design und gerade bei "Nebenfeatures" nicht unbedingt auf noch nicht erprobte Technologien, welche unter Umständen nicht rechtzeitig fertig werden – und zum Zeitpunkt der Designlegung und Produktionsvorbereitung von Bobcat war schließlich noch kein Grafikchip der Radeon HD 6000 Serie spruchreif. Andererseits unterscheiden sich gerade bei den LowCost-Lösungen die Radeon HD 5000 und 6000 Serien kaum, der einzige technologisch wirklich unterschiedliche Chip wird der RV970/Cayman-Chip der Radeon HD 6900 Serie sein.

Fudzilla berichten zur anscheinend ebenfalls erst Anfang nächsten Jahres erscheinenden GeForce GTX 560, daß diese auf dem GF114-Chip basieren und die volle Anzahl an Shader-Einheiten von 384 Stück haben soll. Leider wird hier nicht dazu erwähnt, daß es sich beiderseits um reine Spekulationen handelt, denn verifizierbare Daten zu dieser Karte liegen derzeit noch nicht vor. Sicherlich gehen wir auch davon aus, daß die GeForce GTX 560 mit den vollen 384 Shader-Einheiten des GF104-Chips antritt – allerdings besteht zwischen Annahme und sicherer Aussage dann doch noch ein Unterschied. Deutlich unsicherer ist da beispielsweise die Aussage mit dem GF114-Chip: Uns ist unklar, wieso nVidia einen extra GF114 auflegen sollte, nur um die volle Anzahl an Hardware-Einheiten garantieren zu können – das kann der GF104 sicherlich genauso auch schon.

Zwischen GF100 und GF110 liegt wenigstens ein kleiner Hardware-Unterschied und vor allem das Bemühen, die Verlustleistung trotz höherer Taktraten im Griff zu behalten – dieser spezielle, nur bei so extremen HighEnd-Chips interessante Punkt dürfte jedoch beim GF104-Chip kaum von größerer Relevanz sein. Insofern wäre es etwas seltsam, wenn nVidia mit dem GF114 den GF104-Chip noch einmal 1:1 neu auflegt, vor allem auch, weil jeder Chip-Launch schließlich extra kostet. Logisch für die GeForce GTX 560 wäre somit die Weiterverwendung des GF104-Chip, vielleicht in einem besserem Stepping – aber kein extra neuer Chip, sofern dieser nicht mehr Hardware-Einheiten oder andere klare Veränderungen beinhaltet. Allerdings muß natürlich auch daran erinnert werden, daß nicht alles, was die Chip-Entwickler so ausgrübeln, von außen betrachtet logisch aussehen muß und man trotz aller Logik doch hier und da von einer unerwarteten Entwicklung überrascht werden kann.

Nochmals Fudzilla berichten zur GeForce GTX 570 und daß diese (vermutlich) mit 480 Shader-Einheiten und damit ziemlich zu den Hardware-Daten der GeForce GTX 480 antreten soll, während die GeForce GTX 480 dementsprechend auslaufen würde. Zwar gibt es auch hier noch keine Faktenbasis, aber viel anders kann es gar nicht gehen: Da die GF110-Shader-Cluster immer 32 Shader-Einheiten enthalten, bieten sich für eine kleinere GF110-Variante nur die Lösungen mit 448 oder 480 Shader-Einheiten an. Da die GeForce GTX 470 schon 448 Shader-Einheiten hat und man bei der GeForce GTX 570 sicherlich mehr Performance bieten will, bleibt nur die Auflösung von 480 Shader-Einheiten für die GeForce GTX 570 übrig. Interessant könnte deren Preispunkt sein, denn zumindest die GeForce GTX 470 hatte doch oftmals einen guten Preisabschlag zur GeForce GTX 480 und damit ein besseres Preis/Leistungsverhältnis als diese.

Shortcuts: TweakPC vermelden einen drastischen Preissturz der Radeon HD 5970 nach dem Launch der GeForce GTX 580, welche die Karte von knapp 500 auf nunmehr 389 Euro herunterfallen ließ. Dafür ist diese DualChip-Grafikkarte sogar wieder ganz interessant, schließlich kostet eine GeForce GTX 580 mehr und die preislich in der Nähe befindliche GeForce GTX 480 ist klar langsamer. Geeks3D berichten genaueres zum AMD-Rebranding für den russischen Markt: Danach läuft dort eine Radeon HD 5550 als "Radeon HD 6390". Wie schon erwähnt werden solche Umbenennungsaktionen zumeist aktiv von großen OEMs vorangetrieben und gefallen den Grafikchip-Entwicklern oft genauso wenig wie uns, sind aber leider doch Teil des Marktgeschehens. Gemäß dem Tech Report wird das Morphological Anti-Aliasing der Radeon HD 6800 Serie mit einem kommenden Treiber positiverweise auch den Karten der Radeon HD 5000 Serie zur Verfügung gestellt. Und abschließend berichtet die PC Games Hardware noch über einen Fall, wo eine GeForce GTX 580 immerhin 1050 MHz Chiptakt unter Luftkühlung erreichte – unter Umständen ist im GF110-Chip dann doch mehr Taktreserve als die ersten Übertaktungsergebnisse vermuten lassen konnten.

Wie Golem ausführen, wird laut offizieller AMD-Aussage der Cayman-Chip der Radeon HD 6900 Serie verschoben - vom ursprünglichen Launchtermin 22. November auf einen noch näher zu bestimmenden Termin in der 50. Kalenderwoche, welche vom 13. bis 19. Dezember geht. Zu diesem Zeitpunkt sollen dann die SingleChip-Varianten Radeon HD 6950 & 6970 erscheinen, die DualChip-Variante Radeon HD 6990 wird erst später nachfolgen. Rein offiziell begründet AMD die Verschiebung mit dem Marktgeschehen, welches einen zeitigen Start der Radeon HD 6900 Serie unnötig machen würde - die VR-Zone hat dagegen in Erfahrung bringen können, daß schlicht benötigte Komponenten für die Cayman-Boards von Zulieferer Texas Instruments (TI) fehlen und daher die Verschiebung notwendig machen. Dies läßt der GeForce GTX 580 unerwartet viel Platz, sich erst einmal einen Markt erobern zu können - wobei HighEnd-Käufer trotzdem besser mit der Strategie beraten sind, auf die Performance-Werte von Cayman zu warten.

AMD hat im Rahmen Financial Analyst Days neue Grafikkarten-Roadmaps vorgelegt, welche zum einen die Launch-Daten der restlichen Lösungen der Radeon HD 6000 Serie präzisieren und zum anderen einen Ausblick auf die kommenden Mobile-Grafiklösungen der Mobility Radeon HD 6000 Serie bieten. Bei den Desktop-Lösungen ergibt sich dabei die Änderung, daß die DualChip-Lösung Radeon HD 6990 auf das erste Quartal verschoben wurde - genauso wie auch der neue Mainstream-Grafikchip "Turks" und der neue LowCost-Grafikchip "Caicos" erst im ersten Quartal 2011 antreten werden. Dieses Jahr sind von AMD im Desktop-Segment somit nur die Cayman-basierten Grafikkarten Radeon HD 6950 und 6970 zu erwarten, alles weitere tritt erst 2011 an. Nochmals bestätigt wurde zudem das Weiterbestehen des RV840/Juniper-Chips der Radeon HD 5700 Serie - abzuwarten bliebe in diesem Fall noch, ob AMD diesen in Richtung "Radeon HD 6700" umbenennt oder weiterhin mit den "alten" Karten operieren will.





AMD Desktop-Grafikchips Roadmap

AMD Mobile-Grafikchips Roadmap




Sehr interessant ist zudem die Präzisierung zu den geplanten neuen Mobile-Varianten: AMD wird innerhalb der "Vancouver"-Serie anscheinend sowohl auf die Weiterverwendung "älterer" GPUs der RV8xx-Serie als auch die Nutzung neuer GPUs setzen - und wie schon bei der Mobility Radeon HD 5000 Serie den HighEnd-Chip des Desktop-Segments nicht ins Mobile-Segment überführen. Dies läßt sich jedenfalls aus der von AMD gezeigten Präsentation interpretieren, auch wenn AMD dazu noch nichts offizielle gesagt hat (und bezüglich exakter Chipnamen & Informationen sowieso nicht besonders freigiebig ist). Daß AMD das alles dann unter dem Verkaufsnamen "Mobility Radeon HD 6000" Serie laufen lassen wird, ist natürlich derzeit genauso erst einmal nur Spekulation - allerdings ist gerade in diesem allein von OEMs dominierten Markt der passende Verkaufsname elementar und die darunterliegende Chiptechnik eher zweitrangig.




Marktsegment
Projektname
dahinterliegender Chip
Desktop-Verwandtschaft





Enthusiast I
Blackcomb
Barts
Radeon HD 6800 Serie



Enthusiast II
Granville
RV840/Juniper
Radeon HD 5700 Serie



Performance I
Whistler
Turks
Radeon HD 6500/6600 Serien



Performance II
Capilano
RV830/Redwood
Radeon HD 5500/5600 Serien



Mainstream I
Seymour
Caicos
Radeon HD 6300 Serie



Mainstream II
Robson
RV810/Cedar
Radeon HD 5400 Serie





Damit sind nur die Mobile-Projekte Seymour, Whistler und Blackcomb wirklich neu, die Mobile-Projekte Robson, Capilano und Granville entstammen dagegen der bekannten RV8xx-Chipfamilie. Wie üblich gilt auch hier, daß diese Mobile-Projekte (auch nicht die neuen) nicht wirklich extra Grafikchips sind, sondern schlicht nur einen extra Projektnamen für den Mobile-Einsatz tragen. Technisch gesehen fertigt AMD innerhalb seiner zweiten DirectX11-Generation exakt vier Grafikchips, aus denen sich dann fünf Desktop-Projekte und drei Mobile-Projekte ergeben. Unter Umständen wäre es anzuregen, innerhalb der Presse doch wieder eindeutige Codenamen für die AMD-Grafikchips zu verwenden (selbst wenn AMD diese offensichtlich nicht mehr vergibt), weil man sich ansonsten zu einfach von den ganzen Marketing-Projektnamen blenden läßt und die reale Grundlage in Form der in Silizium gegossenen Hardware dabei in den Hintergrund rückt.





AMDs erste DirectX11-Generation
AMDs zweite DirectX11-Generation


Marktsegment
Codename
Projekte
Codename
Projekte





HighEnd
RV870
Hemlock (DualChip Desktop, Radeon HD 5900 Serie)
Cypress (Desktop, Radeon HD 5800 Serie)
"RV970"
Antilles (DualChip Desktop, Radeon HD 6990)
Cayman (Desktop, Radeon HD 6900 Serie)



Performance
RV840
Juniper (Desktop, Radeon HD 5700 Serie)
Broadway (Mobile, Mobility Radeon HD 5800 Serie)
Granville (Mobile, Mobility Radeon HD 6x00 Serie)
"RV940"
Barts (Desktop, Radeon HD 6800 Serie)
Blackcomb (Mobile, Mobility Radeon HD 6800 Serie)



Mainstream
RV830
Redwood (Desktop, Radeon HD 5500/5600 Serien)
Madison (Mobile, Mobility Radeon HD 5600/5700 Serien)
Capilano (Mobile, Mobility Radeon HD 6x00 Serie)
"RV930"
Turks (Desktop, Radeon HD 6x00 Serie)
Whistler (Mobile, Mobility Radeon HD 6x00 Serie)



LowCost
RV810
Cedar (Desktop, Radeon HD 5400 Serie)
Park (Mobile, Mobility Radeon HD 5400 Serie)
Robson (Mobile, Mobility Radeon HD 6x00 Serie)
"RV910"
Caicos (Desktop, Radeon HD 6x00 Serie)
Seymour (Mobile, Mobility Radeon HD 6x00 Serie)





Sowohl bei AnandTech als auch bei HardOCP und Hot Hardware findet sich umfangreiches Material über AMDs Bobcat-Prozessoren inklusive erstmals auch genauer Prozessorennamen und Taktfrequenzen. Die Bobcat-Architektur unterteilt sich in die Projektnamen Ontario (Desktop) und Zacate (Mobile) - wobei wie im Grafkchip-Segment gilt, daß dies reine Namen sind, die jeweils verbauten Prozessoren sind absolut dieselben. So wie es aussieht, fertigt AMD innerhalb der gesamten Bobcat-Architektur nur ein einzelnes Prozessoren-Die, welches zwei Prozessorenkern und einen Grafikchip mit 80 Shader-Einheiten enthält - alle Prozessorenvarianten mit teilweise Hardware-Abspeckungen werden dann aus diesem einen Die gezogen.





Kerne
Takt
GPU
TDP





AMD E-350
2
1.6 GHz
"Radeon HD 6310", 80 Shader-Einheiten @ 500 MHz
18W



AMD E-240
1
1.5 GHz
"Radeon HD 6310", 80 Shader-Einheiten @ 500 MHz
18W



AMD C-50
2
1.0 GHz
"Radeon HD 6250", 80 Shader-Einheiten @ 280 MHz
9W



AMD C-30
1
1.2 GHz
"Radeon HD 6250", 80 Shader-Einheiten @ 280 MHz
9W





Interessant ist die Taktgestaltung in dieser Richtung hin, als daß Bobcat im Mobile-Bereich mit deutlich weniger als den bisher gedachten 1.6 GHz Takt antritt. Damit hat man einen Taktraten-Nachteil gegenüber Intels Atom, welchen es als DualCore-Modell mit bis zu 1.8 GHz gibt - dies kann Bobcat sicherlich mit seiner klar höheren Pro/MHz-Leistung ausgleichen, allerdings könnte somit der Unterschied zwischen Mobile-Bobcat und Atom deutlich kleiner sein als bisher angenommen. Bezüglich der von Bobcat zu erwartenden Grafikperformance gilt, daß die Desktop-Bobcats deutlich in Richtung einer Radeon HD 5450 DDR2 gehen - die Rechenleistung ist in etwa dieselbe und von dem SingleChannel-Speicherinterface mit bestenfalls 10,6 GB/sec für CPU und GPU gemeinsam ist in etwa dieselbe reale nutzbare Speicherbandbreite wie bei einer DDR2-Bestücktung im Desktop-Segment (auf der Radeon HD 5450 DDR2 ergibt dies 6,4 GB/sec) zu erwarten.

Bei den Mobile-Bobcats dürfte die Performance durch den niedrigeren GPU-Takt dann deutlich geringer ausfallen, in etwa in Richtung einer Radeon HD 3450 DDR2 (diese hat nur 40 Shader-Einheiten, aber mit 600 MHz Chiptakt). Beachtenswert ist die Namensgestaltung, welche die Bobcat-Grafikeinheiten der Radeon HD 6000 Serie zuordnet - wir würden davon abweichend allerdings vermuten, daß es sich hierbei um RV8xx-Derivate handelt. Im CPU-Bereich setzt man bei einem gänzlich neuen CPU-Design und gerade bei "Nebenfeatures" nicht unbedingt auf noch nicht erprobte Technologien, welche unter Umständen nicht rechtzeitig fertig werden - und zum Zeitpunkt der Designlegung und Produktionsvorbereitung von Bobcat war schließlich noch kein Grafikchip der Radeon HD 6000 Serie spruchreif. Andererseits unterscheiden sich gerade bei den LowCost-Lösungen die Radeon HD 5000 und 6000 Serien kaum, der einzige technologisch wirklich unterschiedliche Chip wird der RV970/Cayman-Chip der Radeon HD 6900 Serie sein.

Fudzilla berichten zur anscheinend ebenfalls erst Anfang nächsten Jahres erscheinenden GeForce GTX 560, daß diese auf dem GF114-Chip basieren und die volle Anzahl an Shader-Einheiten von 384 Stück haben soll. Leider wird hier nicht dazu erwähnt, daß es sich beiderseits um reine Spekulationen handelt, denn verifizierbare Daten zu dieser Karte liegen derzeit noch nicht vor. Sicherlich gehen wir auch davon aus, daß die GeForce GTX 560 mit den vollen 384 Shader-Einheiten des GF104-Chips antritt - allerdings besteht zwischen Annahme und sicherer Aussage dann doch noch ein Unterschied. Deutlich unsicherer ist da beispielsweise die Aussage mit dem GF114-Chip: Uns ist unklar, wieso nVidia einen extra GF114 auflegen sollte, nur um die volle Anzahl an Hardware-Einheiten garantieren zu können - das kann der GF104 sicherlich genauso auch schon.

Zwischen GF100 und GF110 liegt wenigstens ein kleiner Hardware-Unterschied und vor allem das Bemühen, die Verlustleistung trotz höherer Taktraten im Griff zu behalten - dieser spezielle, nur bei so extremen HighEnd-Chips interessante Punkt dürfte jedoch beim GF104-Chip kaum von größerer Relevanz sein. Insofern wäre es etwas seltsam, wenn nVidia mit dem GF114 den GF104-Chip noch einmal 1:1 neu auflegt, vor allem auch, weil jeder Chip-Launch schließlich extra kostet. Logisch für die GeForce GTX 560 wäre somit die Weiterverwendung des GF104-Chip, vielleicht in einem besserem Stepping - aber kein extra neuer Chip, sofern dieser nicht mehr Hardware-Einheiten oder andere klare Veränderungen beinhaltet. Allerdings muß natürlich auch daran erinnert werden, daß nicht alles, was die Chip-Entwickler so ausgrübeln, von außen betrachtet logisch aussehen muß und man trotz aller Logik doch hier und da von einer unerwarteten Entwicklung überrascht werden kann.

Nochmals Fudzilla berichten zur GeForce GTX 570 und daß diese (vermutlich) mit 480 Shader-Einheiten und damit ziemlich zu den Hardware-Daten der GeForce GTX 480 antreten soll, während die GeForce GTX 480 dementsprechend auslaufen würde. Zwar gibt es auch hier noch keine Faktenbasis, aber viel anders kann es gar nicht gehen: Da die GF110-Shader-Cluster immer 32 Shader-Einheiten enthalten, bieten sich für eine kleinere GF110-Variante nur die Lösungen mit 448 oder 480 Shader-Einheiten an. Da die GeForce GTX 470 schon 448 Shader-Einheiten hat und man bei der GeForce GTX 570 sicherlich mehr Performance bieten will, bleibt nur die Auflösung von 480 Shader-Einheiten für die GeForce GTX 570 übrig. Interessant könnte deren Preispunkt sein, denn zumindest die GeForce GTX 470 hatte doch oftmals einen guten Preisabschlag zur GeForce GTX 480 und damit ein besseres Preis/Leistungsverhältnis als diese.

Shortcuts: TweakPC vermelden einen drastischen Preissturz der Radeon HD 5970 nach dem Launch der GeForce GTX 580, welche die Karte von knapp 500 auf nunmehr 389 Euro herunterfallen ließ. Dafür ist diese DualChip-Grafikkarte sogar wieder ganz interessant, schließlich kostet eine GeForce GTX 580 mehr und die preislich in der Nähe befindliche GeForce GTX 480 ist klar langsamer. Geeks3D berichten genaueres zum AMD-Rebranding für den russischen Markt: Danach läuft dort eine Radeon HD 5550 als "Radeon HD 6390". Wie schon erwähnt werden solche Umbenennungsaktionen zumeist aktiv von großen OEMs vorangetrieben und gefallen den Grafikchip-Entwicklern oft genauso wenig wie uns, sind aber leider doch Teil des Marktgeschehens. Gemäß dem Tech Report wird das Morphological Anti-Aliasing der Radeon HD 6800 Serie mit einem kommenden Treiber positiverweise auch den Karten der Radeon HD 5000 Serie zur Verfügung gestellt. Und abschließend berichtet die PC Games Hardware noch über einen Fall, wo eine GeForce GTX 580 immerhin 1050 MHz Chiptakt unter Luftkühlung erreichte - unter Umständen ist im GF110-Chip dann doch mehr Taktreserve als die ersten Übertaktungsergebnisse vermuten lassen konnten.