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News des 15. Juni 2011

Ein Punkt, der zu Llano noch etwas offen blieb, ist derjenige der exakten Preislage – bislang hat AMD hierzu offiziell kein Wort verloren und man kann nur interpolieren. Allerdings liegt zumindest für das Desktop-Segment eine gewisse Maßgabe in Form einer AMD Produktpositionierungs-Folie vor, woran zu erkennen ist, daß Llano sehr deutlich auf günstigen Preispunkten bleiben wird. AMD setzt selbst seine A8-Serie nicht über den Core i3-21xx Prozessoren von Intel an, welche Listenpreise von 107 bis 138 Dollar einnehmen. Die Zweikern-Modelle von Llano in Form der A4- und E2-Serien gehen dagegen eher in den Preisbereich von Intels Pentium-Prozessoren, deren Sandy-Bridge-Ausführungen derzeit von 64 bis 86 Dollar bei Intel gelistet sind.

AMD 2H´11 Product Positioning

Potentiell kann AMDs Prozessoren-Preis zu Llano jeweils etwas höher ausfallen, da vermutlich die Chipsätze und Mainboards AMD-typisch etwas günstiger sind – aber beim Systempreis sollte in etwa dasselbe herauskommen, womit man schon eine klare Maßgabe für die Preislage von Llano im Desktop hat: Es handelt sich um Prozessoren der Preisklasse 55 bis vielleicht 125 Euro. Zu den Preisen der Mobile-Ableger von Llano gibt es derzeit noch gar keine Hinweise, aber wenn AMD diese ähnlich einsortiert wie die Desktop-Modelle, dann gehen auch die mobilen Llanos ausschließlich in Konkurrenz zu den günstigsten Mobile-Prozessoren von Intel. Dies dürfte dann vor allem die durchschnittliche CPU-Performance von Llano wieder deutlich relativieren, wenn Llano sich nur in wirklich günstigen PCs und Notebooks wiederfindet.

Beachtenswert zu Llano ist zudem noch der Punkt, daß Llano nur ein recht kurzes Intermezzo geben wird, dieser Prozessor also keine echte Zukunft hat. Denn AMD wird die Llano-Architektur nicht im Jahr 2012 weiterführen – vielleicht gibt es noch Taktraten-Updates, aber keine Refreshes in kleinerer Fertigungsgröße und/oder neuen Architektur-Funktionen. Vielmehr endet die K10-Architektur mit Llano, danach wird AMD auch in dem niedrigen Preisbereich von Llano aussschließlich mit Bulldozer-Abkömmlingen antreten. Dafür wird 2012 eine zweite Bulldozer-Generation erscheinen, welche vermutlich CPU-seitig kaum verändert ist, dafür aber über eine integriete Grafiklösung verfügen wird. Wie leistungsfähig diese ausfällt, ist derzeit noch nicht klar, AMD spricht derzeit von 50 Prozent Leistungsgewinn bei "Bulldozer Trinity" gegenüber Llano – dies kann sich aber auch auf die reine CPU-Performance beziehen.

Eine gewisse Fortentwicklung der integrierten Grafik wäre allerdings durchaus angebracht, denn was jetzt niedriges Mainstream-Niveau ist, wird in einem Jahr sicherlich kaum noch als Einsteiger-Lösung akzeptiert werden können. Diese zweite Bulldozer-Generation wird dann gemäß einer bei Bit-Tech aufgetauchten neuen AMD-Roadmap nicht mehr im Sockel AM3+ antreten, sondern die FMx-Infrastruktur der Llano-Prozessoren weiterführen – was auch logisch ist, für in die CPU integrierte Grafiklösungen braucht es gänzlich andere Chipsätze und Sockel, dies kann der Sockel AM3+ nicht mehr leisten. Allerdings ist nicht ganz sicher, ob die zweite Bulldozer-Generation wirklich den Sockel FM1 der aktuellen Llano-Prozessoren benutzt oder aber eine (möglicherweise inkompatible) Weiterentwicklung dessen.

Aufgrund der deutlich unterschiedlichen CPU-Architekturen zwischen Llano und Bulldozer sollte man hier nicht auf eine mögliche Aufrüstbarkeit aktueller Llano-Platinen mit späteren Bulldozer-Prozessoren setzen, zumindest so lange es hierzu keine konkret bejahenden Informationen gibt. Der Sockel AM3+ wird dagegen mit der zweiten Bulldozer-Generation im Jahr 2012 generell nicht mehr bedient, auch nicht von den Bulldozer-Modellen ohne integrierte Grafik, welche AMD offenbar (und entgegen früherer Pläne) weiterhin auflegen will. Generell wird das AMD-Produktprogramm des Jahres 2012 eine gewisse Angebotsstraffung bringen: Es wird mit Bobcat und Bulldozer nur noch zwei CPU-Architekturen geben, wobei Bobcat nach oben hin (bis zu vier Rechenkerne) und Bulldozer nach unten hin (teilweise nur mit zwei Rechenkernen) die Lücke von Llano in 2012 gemeinsam schließen werden.

AMD 2012 Mobile Desktop
Performance - Komodo-CPU (Bulldozer 2nd Generation, 32nm)
(vermutlich) vier bis acht Rechenkerne
Corona-Plattform
Sockel FMx
keine integrierte Grafik
Mainstream Trinity-APU (Bulldozer 2nd Generation, 32nm)
zwei bis vier Rechenkerne
integrierte DirectX11-Grafik
Trinity-APU (Bulldozer 2nd Generation, 32nm)
zwei bis vier Rechenkerne
Virgo-Plattform
Sockel FMx
integrierte DirectX11-Grafik
Value Wichita-APU (enhanced Bobcat, 28nm)
ein bis vier Rechenkerne
integrierte DirectX11-Grafik
Krishna-APU (enhanced Bobcat, 28nm)
ein bis vier Rechenkerne
Deccan-Plattform
integrierte DirectX11-Grafik

Mit den ganzen Plattform- und CPU-Namen sieht das AMD-Programm für 2012 trotzdem schon wieder leicht verwirrend aus. Aber letztlich wird alles auf den zwei Architekturen Bobcat und Bulldozer basieren, wobei der 2012er Bulldozer vermutlich einmal als Achtkerner ohne integrierte Grafik und einmal als Vierkerner mit integrierter Grafik aufgelegt werden wird. Ein wenig unterhalb des Radars ist bislang der kommende Vierkern-Bobcat-Prozessor "Wichita" (Mobile) bzw. "Krishna" (Desktop) gelaufen, dieser könnte allerdings aufgrund der hohen Anzahl an Rechenkernen für diese LowCost-CPU und der gleichzeitigen Fertigung erstmals in 28nm recht interessant werden. Möglicherweise kann dieser Vierkern-Bobcat sogar den größten Part bei der Besetzung des 2012 frei werdenden Llano-Feldes spielen, denn auf gleicher Anzahl an Rechenkernen ist Bobcat Performance-technisch gar nicht so weit von Llano entfernt.

Ein Punkt, der zu Llano noch etwas offen blieb, ist derjenige der exakten Preislage - bislang hat AMD hierzu offiziell kein Wort verloren und man kann nur interpolieren. Allerdings liegt zumindest für das Desktop-Segment eine gewisse Maßgabe in Form einer AMD Produktpositionierungs-Folie vor, woran zu erkennen ist, daß Llano sehr deutlich auf günstigen Preispunkten bleiben wird. AMD setzt selbst seine A8-Serie nicht über den Core i3-21xx Prozessoren von Intel an, welche Listenpreise von 107 bis 138 Dollar einnehmen. Die Zweikern-Modelle von Llano in Form der A4- und E2-Serien gehen dagegen eher in den Preisbereich von Intels Pentium-Prozessoren, deren Sandy-Bridge-Ausführungen derzeit von 64 bis 86 Dollar bei Intel gelistet sind.



Potentiell kann AMDs Prozessoren-Preis zu Llano jeweils etwas höher ausfallen, da vermutlich die Chipsätze und Mainboards AMD-typisch etwas günstiger sind - aber beim Systempreis sollte in etwa dasselbe herauskommen, womit man schon eine klare Maßgabe für die Preislage von Llano im Desktop hat: Es handelt sich um Prozessoren der Preisklasse 55 bis vielleicht 125 Euro. Zu den Preisen der Mobile-Ableger von Llano gibt es derzeit noch gar keine Hinweise, aber wenn AMD diese ähnlich einsortiert wie die Desktop-Modelle, dann gehen auch die mobilen Llanos ausschließlich in Konkurrenz zu den günstigsten Mobile-Prozessoren von Intel. Dies dürfte dann vor allem die durchschnittliche CPU-Performance von Llano wieder deutlich relativieren, wenn Llano sich nur in wirklich günstigen PCs und Notebooks wiederfindet.

Beachtenswert zu Llano ist zudem noch der Punkt, daß Llano nur ein recht kurzes Intermezzo geben wird, dieser Prozessor also keine echte Zukunft hat. Denn AMD wird die Llano-Architektur nicht im Jahr 2012 weiterführen - vielleicht gibt es noch Taktraten-Updates, aber keine Refreshes in kleinerer Fertigungsgröße und/oder neuen Architektur-Funktionen. Vielmehr endet die K10-Architektur mit Llano, danach wird AMD auch in dem niedrigen Preisbereich von Llano aussschließlich mit Bulldozer-Abkömmlingen antreten. Dafür wird 2012 eine zweite Bulldozer-Generation erscheinen, welche vermutlich CPU-seitig kaum verändert ist, dafür aber über eine integriete Grafiklösung verfügen wird. Wie leistungsfähig diese ausfällt, ist derzeit noch nicht klar, AMD spricht derzeit von 50 Prozent Leistungsgewinn bei "Bulldozer Trinity" gegenüber Llano - dies kann sich aber auch auf die reine CPU-Performance beziehen.


AMD Prozessoren-Roadmap 2011/2012, Teil 1

Eine gewisse Fortentwicklung der integrierten Grafik wäre allerdings durchaus angebracht, denn was jetzt niedriges Mainstream-Niveau ist, wird in einem Jahr sicherlich kaum noch als Einsteiger-Lösung akzeptiert werden können. Diese zweite Bulldozer-Generation wird dann gemäß einer bei Bit-Tech aufgetauchten neuen AMD-Roadmap nicht mehr im Sockel AM3+ antreten, sondern die FMx-Infrastruktur der Llano-Prozessoren weiterführen - was auch logisch ist, für in die CPU integrierte Grafiklösungen braucht es gänzlich andere Chipsätze und Sockel, dies kann der Sockel AM3+ nicht mehr leisten. Allerdings ist nicht ganz sicher, ob die zweite Bulldozer-Generation wirklich den Sockel FM1 der aktuellen Llano-Prozessoren benutzt oder aber eine (möglicherweise inkompatible) Weiterentwicklung dessen.


AMD Prozessoren-Roadmap 2011/2012, Teil 2

Aufgrund der deutlich unterschiedlichen CPU-Architekturen zwischen Llano und Bulldozer sollte man hier nicht auf eine mögliche Aufrüstbarkeit aktueller Llano-Platinen mit späteren Bulldozer-Prozessoren setzen, zumindest so lange es hierzu keine konkret bejahenden Informationen gibt. Der Sockel AM3+ wird dagegen mit der zweiten Bulldozer-Generation im Jahr 2012 generell nicht mehr bedient, auch nicht von den Bulldozer-Modellen ohne integrierte Grafik, welche AMD offenbar (und entgegen früherer Pläne) weiterhin auflegen will. Generell wird das AMD-Produktprogramm des Jahres 2012 eine gewisse Angebotsstraffung bringen: Es wird mit Bobcat und Bulldozer nur noch zwei CPU-Architekturen geben, wobei Bobcat nach oben hin (bis zu vier Rechenkerne) und Bulldozer nach unten hin (teilweise nur mit zwei Rechenkernen) die Lücke von Llano in 2012 gemeinsam schließen werden.




AMD 2012
Mobile
Desktop





Performance
-
Komodo-CPU (Bulldozer 2nd Generation, 32nm)
(vermutlich) vier bis acht Rechenkerne
Corona-Plattform
Sockel FMx
keine integrierte Grafik



Mainstream
Trinity-APU (Bulldozer 2nd Generation, 32nm)
zwei bis vier Rechenkerne
integrierte DirectX11-Grafik
Trinity-APU (Bulldozer 2nd Generation, 32nm)
zwei bis vier Rechenkerne
Virgo-Plattform
Sockel FMx
integrierte DirectX11-Grafik



Value
Wichita-APU (enhanced Bobcat, 28nm)
ein bis vier Rechenkerne
integrierte DirectX11-Grafik
Krishna-APU (enhanced Bobcat, 28nm)
ein bis vier Rechenkerne
Deccan-Plattform
integrierte DirectX11-Grafik





Mit den ganzen Plattform- und CPU-Namen sieht das AMD-Programm für 2012 trotzdem schon wieder leicht verwirrend aus. Aber letztlich wird alles auf den zwei Architekturen Bobcat und Bulldozer basieren, wobei der 2012er Bulldozer vermutlich einmal als Achtkerner ohne integrierte Grafik und einmal als Vierkerner mit integrierter Grafik aufgelegt werden wird. Ein wenig unterhalb des Radars ist bislang der kommende Vierkern-Bobcat-Prozessor "Wichita" (Mobile) bzw. "Krishna" (Desktop) gelaufen, dieser könnte allerdings aufgrund der hohen Anzahl an Rechenkernen für diese LowCost-CPU und der gleichzeitigen Fertigung erstmals in 28nm recht interessant werden. Möglicherweise kann dieser Vierkern-Bobcat sogar den größten Part bei der Besetzung des 2012 frei werdenden Llano-Feldes spielen, denn auf gleicher Anzahl an Rechenkernen ist Bobcat Performance-technisch gar nicht so weit von Llano entfernt.