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News des 6. September 2011

Aus dem Forum von Expreview kommen einige angebliche Daten zu Southern-Islands-Grafikkarten, welche derzeit die Runde durch das Internet machen. Leider wird das ganze meistens als regelrechte Information hingestellt, obwohl die Quelle eher zweifelhaft ist, die Eckpunkte nicht zu den bisher bekannten Vorab-Informationen passen, die Daten zu den einzelnen Grafiklösungen viel zu rund für diesen frühen Zeitpunkt sind (wenn die Hersteller intern Daten weitergeben, dann nicht gleich für das gesamte Lineup, sondern nur nach und nach für den jeweils anstehenden Chip) und ganz allgemein die Chance auf einen "Fake" viel zu hoch ist. Ohne daß diese Daten zu "echten Informationen" hochstilisiert wurden, würde man nämlich zuerst eher auf die Idee kommen, daß da einer einfach laut nachgedacht und dann eine subjektive Prognose zu Papier gebracht hat. Damit kann in der ganzen Sache durchaus ein gewisser Wahrheitsgehalt stecken – aber es sollte dann doch nicht als "Information" verkauft werden, dies entspricht nicht der Ausgangslage.

Karte Chip Chipdaten Speicherinterface Speicher TDP Fertigung
HD 7990 New Zealand, GCN (DualChip auf Basis 2x Tahiti)
HD 7970 Tahiti XT, GCN 1000 MHz, 32 CUs, 2048 ALUs, 128 TMUs, 64 ROPs 256 Bit XDR2, 8.0 Gbps, 256 GB/s 2 GB 190W 28nm HP
HD 7950 Tahiti Pro, GCN 900 MHz, 30 CUs, 1920 ALUs, 120 TMUs, 64 ROPs 256 Bit XDR2, 7.2 Gbps, 230 GB/s 2 GB 150W 28nm HP
HD 7870 Thames XT, VLIW4 950 MHz, 24 SIMDs, 1536 ALUs, 96 TMUs, 32 ROPs 256 Bit GDDR5, 5.8 Gbps, 186 GB/sec 2 GB 120W 28nm HPL
HD 7850 Thames Pro, VLIW4 850 MHz, 22 SIMDs, 1408 ALUs, 88 TMUs, 32 ROPs 256 Bit GDDR5, 5.2 Gbps, 166 GB/sec 2 GB 90W 28nm HPL
HD 7670 Lombok XT, VLIW4 900 MHz, 12 SIMDs, 768 ALUs, 48 TMUs, 16 ROPs 128 Bit GDDR5, 5.0 Gbps, 80 GB/sec 1 GB 60W 28nm HPL
HD 7570 Lombok Pro, VLIW4 750 MHz, 12 SIMDs, 768 ALUs, 48 TMUs, 16 ROPs 128 Bit GDDR5, 4.0 Gbps, 64 GB/sec 1 GB 50W 28nm HPL

Insofern lohnt es nicht wirklich, über die dargebrachten Daten zu diskutieren, so lange es arg zweifelhaft bleibt, ob das Ganze eine reale Grundlage hat. Allein die Nennung von XDR2 verdient noch eine Erklärung: Auch wenn es eher geringe Chancen hat, daß AMD plötzlich auf das bewährte GDDR5 zugunsten des unbewährten XDR2 umdisponiert, so ganz abwegig ist der Gedanke dann trotzdem nicht. Schließlich ist das Taktpotential von GDDR5 auf ca. 3500 MHz limitiert und hohe Speichertaktfrequenzen kosten dann auch entsprechend mehr. An einem 256 Bit DDR Speicherinterface ist damit nur eine gewisse Speicherbandbreite wirtschaftlich erreichbar, sprich 192 GB/sec bei 3000 MHz Speichertakt. An einem XDR2-Speicherinterface derselben Breite könnte XDR2 auf der Start-Taktfrequenz von 400 MHz auf eine Speicherbandbreite von 205 GB/sec kommen, bei der seitens Rambus mal angepeilten Taktfrequenz von 600 MHz dann schon auf 307 GB/sec (für die angeblichen Southern-Islands-Daten wurde im übrigen eine maximale XDR2-Taktfrequenz von 500 MHz angegeben, sprich 256 GB/sec).

Wenn Rambus dies fertigen lassen kann – und schon bei XDR1 lag das Problem darin, daß die versprochenen Taktraten-Updates jahrelang auf sich warten ließen – dann wäre XDR2 durchaus eine Möglichkeit für die Grafikchip-Entwickler, Steigerungen der Speicherbandbreite ohne größere Speicherinterfaces realisieren zu können. Rambus könnte zudem zu preislichen Zugeständnissen bereit sein, um seinen seit dem Jahr 2008 nicht mehr erwähnten XDR2-Speicher zu promoten. Trotzdem ist die Ausgangslage für XDR2 schlechter, weil die Stückzahlen anfänglich arg gering sein würden, während GDDR5 aus der Massenfertigung kommt und damit preislich jederzeit im Vorteil sein sollte. Andererseits kommt es beim preislichen Vergleich dieser sehr unterschiedlichen Speichertechnologien auch auf derzeit nicht kalkulierbare Punkte an: Sowohl XDR2-Speicher oder auch Grafikplatinen mit XDR2-Verdrahtung könnten technologisch bedingt generell einfacher oder generell aufwendiger zu erstellen sein.

Zudem bringt das benötigte XDR2-Speicherinterface im Grafikchip genauso unkalkulierbare Seiteneffekte bezüglich Aufwendigkeit, Unempfindlichkeit in der Praxis und den Realeffekt auf die Performance (eine theoretische Speicherbandbreite ist nur die Hälfte der Wahrheit auf dem Weg zu einer guten Performance) mit sich. Dies ist von außerhalb kaum zu überblicken und daher kann nicht prognostiziert werden, ob XDR2 auch preislich eine Chance gegenüber GDDR5 haben könnte – und wenn es preislich nicht passt, erübrigt sich jeglicher technologischer Vorteil natürlich umgehend. Trotzdem braucht man das Thema XDR2 nicht aus den Augen verlieren – so lange GDDR6 auf Basis von DDR4 nicht im Markt ist (wahrscheinlich nicht vor der übernächsten Grafikkarten-Generation im Winter 2012/13), bietet sich XDR2 durchaus als Lösung für die Steigerung der Speicherbandbreite an, zumindest von technologischer Warte aus.

Bezüglich der am 29. August gezeigten Intel-eigenen Cedar-Trail-Benchmarks ist korrigierenderweise nachzutragen, daß sowohl die Verlustleistung der kommenden Atom-Modelle N2600 und N2800 als auch diverse Details zu deren Grafikeinheit schon bekannt sind und sich diese Cedar-Trail-Atoms somit besser gegenüber den bisherigen Atom-Prozessoren vergleichen lassen. So bietet Intel bei Cedar Trail zwar nicht mehr CPU-Leistung, dafür aber deutlich mehr Grafikleistung und gleichzeitig eine niedrigere TDP – insofern dann doch ein klarer Fortschritt durch die 32nm-Fertigung. Als Grafikeinheit wird unter dem Intel-Namen "GMA 5650" eine PowerVR-Abwandlung verbaut, zwischen N2600 und N2800 gibt es hierbei zudem einen erheblichen Taktratenunterschied, welcher auch die große Performance-Differenz im Grafikbereich erklären dürfte. Insgesamt betrachtet schaut das nun deutlich freundlicher für Cedar Trail aus, weil man gegenüber AMDs Bobcat im Problemfeld Grafikperformance aufholen wird, gleichzeitig bei der TDP seinen bisherigen Vorteil behält bzw. sogar ausbaut (die besten Bobcat-Modelle haben 9 Watt TDP, die schnelleren Modelle sogar 18 Watt). Die spannende Frage ist nunmehr, wie weit die PowerVR-Grafik in Cedar Trail an die von Bobcat gesetzten Maßstäbe bei der Grafikperformance herankommen kann.

Atom Pineview N570 Atom Cedar Trail N2600 Atom Cedar Trail N2800
CPU 2 Kerne + HT, 1.66 GHz 2 Kerne + HT, 1.6 GHz 2 Kerne + HT, 1.83 GHz
Grafik GMA 3150
DirectX 9, 2 Pixel-Shader, 200 MHz Takt
?
DirectX 10.1, PowerVR-basiert, 400 MHz Takt
GMA 5650
DirectX 10.1, PowerVR-basiert, 640 MHz Takt
Fertigung & TDP 45nm – 8,5W 32nm – 3,5W 32nm – 6,5W
Aus dem Forum von Expreview kommen einige angebliche Daten zu Southern-Islands-Grafikkarten, welche derzeit die Runde durch das Internet machen. Leider wird das ganze meistens als regelrechte Information hingestellt, obwohl die Quelle eher zweifelhaft ist, die Eckpunkte nicht zu den bisher bekannten Vorab-Informationen passen, die Daten zu den einzelnen Grafiklösungen viel zu rund für diesen frühen Zeitpunkt sind (wenn die Hersteller intern Daten weitergeben, dann nicht gleich für das gesamte Lineup, sondern nur nach und nach für den jeweils anstehenden Chip) und ganz allgemein die Chance auf einen "Fake" viel zu hoch ist. Ohne daß diese Daten zu "echten Informationen" hochstilisiert wurden, würde man nämlich zuerst eher auf die Idee kommen, daß da einer einfach laut nachgedacht und dann eine subjektive Prognose zu Papier gebracht hat. Damit kann in der ganzen Sache durchaus ein gewisser Wahrheitsgehalt stecken - aber es sollte dann doch nicht als "Information" verkauft werden, dies entspricht nicht der Ausgangslage.




Karte
Chip
Chipdaten
Speicherinterface
Speicher
TDP
Fertigung





HD 7990
New Zealand, GCN
(DualChip auf Basis 2x Tahiti)







HD 7970
Tahiti XT, GCN
1000 MHz, 32 CUs, 2048 ALUs, 128 TMUs, 64 ROPs
256 Bit XDR2, 8.0 Gbps, 256 GB/s
2 GB
190W
28nm HP



HD 7950
Tahiti Pro, GCN
900 MHz, 30 CUs, 1920 ALUs, 120 TMUs, 64 ROPs
256 Bit XDR2, 7.2 Gbps, 230 GB/s
2 GB
150W
28nm HP



HD 7870
Thames XT, VLIW4
950 MHz, 24 SIMDs, 1536 ALUs, 96 TMUs, 32 ROPs
256 Bit GDDR5, 5.8 Gbps, 186 GB/sec
2 GB
120W
28nm HPL



HD 7850
Thames Pro, VLIW4
850 MHz, 22 SIMDs, 1408 ALUs, 88 TMUs, 32 ROPs
256 Bit GDDR5, 5.2 Gbps, 166 GB/sec
2 GB
90W
28nm HPL



HD 7670
Lombok XT, VLIW4
900 MHz, 12 SIMDs, 768 ALUs, 48 TMUs, 16 ROPs
128 Bit GDDR5, 5.0 Gbps, 80 GB/sec
1 GB
60W
28nm HPL



HD 7570
Lombok Pro, VLIW4
750 MHz, 12 SIMDs, 768 ALUs, 48 TMUs, 16 ROPs
128 Bit GDDR5, 4.0 Gbps, 64 GB/sec
1 GB
50W
28nm HPL





Insofern lohnt es nicht wirklich, über die dargebrachten Daten zu diskutieren, so lange es arg zweifelhaft bleibt, ob das Ganze eine reale Grundlage hat. Allein die Nennung von XDR2 verdient noch eine Erklärung: Auch wenn es eher geringe Chancen hat, daß AMD plötzlich auf das bewährte GDDR5 zugunsten des unbewährten XDR2 umdisponiert, so ganz abwegig ist der Gedanke dann trotzdem nicht. Schließlich ist das Taktpotential von GDDR5 auf ca. 3500 MHz limitiert und hohe Speichertaktfrequenzen kosten dann auch entsprechend mehr. An einem 256 Bit DDR Speicherinterface ist damit nur eine gewisse Speicherbandbreite wirtschaftlich erreichbar, sprich 192 GB/sec bei 3000 MHz Speichertakt. An einem XDR2-Speicherinterface derselben Breite könnte XDR2 auf der Start-Taktfrequenz von 400 MHz auf eine Speicherbandbreite von 205 GB/sec kommen, bei der seitens Rambus mal angepeilten Taktfrequenz von 600 MHz dann schon auf 307 GB/sec (für die angeblichen Southern-Islands-Daten wurde im übrigen eine maximale XDR2-Taktfrequenz von 500 MHz angegeben, sprich 256 GB/sec).

Wenn Rambus dies fertigen lassen kann - und schon bei XDR1 lag das Problem darin, daß die versprochenen Taktraten-Updates jahrelang auf sich warten ließen - dann wäre XDR2 durchaus eine Möglichkeit für die Grafikchip-Entwickler, Steigerungen der Speicherbandbreite ohne größere Speicherinterfaces realisieren zu können. Rambus könnte zudem zu preislichen Zugeständnissen bereit sein, um seinen seit dem Jahr 2008 nicht mehr erwähnten XDR2-Speicher zu promoten. Trotzdem ist die Ausgangslage für XDR2 schlechter, weil die Stückzahlen anfänglich arg gering sein würden, während GDDR5 aus der Massenfertigung kommt und damit preislich jederzeit im Vorteil sein sollte. Andererseits kommt es beim preislichen Vergleich dieser sehr unterschiedlichen Speichertechnologien auch auf derzeit nicht kalkulierbare Punkte an: Sowohl XDR2-Speicher oder auch Grafikplatinen mit XDR2-Verdrahtung könnten technologisch bedingt generell einfacher oder generell aufwendiger zu erstellen sein.

Zudem bringt das benötigte XDR2-Speicherinterface im Grafikchip genauso unkalkulierbare Seiteneffekte bezüglich Aufwendigkeit, Unempfindlichkeit in der Praxis und den Realeffekt auf die Performance (eine theoretische Speicherbandbreite ist nur die Hälfte der Wahrheit auf dem Weg zu einer guten Performance) mit sich. Dies ist von außerhalb kaum zu überblicken und daher kann nicht prognostiziert werden, ob XDR2 auch preislich eine Chance gegenüber GDDR5 haben könnte - und wenn es preislich nicht passt, erübrigt sich jeglicher technologischer Vorteil natürlich umgehend. Trotzdem braucht man das Thema XDR2 nicht aus den Augen verlieren - so lange GDDR6 auf Basis von DDR4 nicht im Markt ist (wahrscheinlich nicht vor der übernächsten Grafikkarten-Generation im Winter 2012/13), bietet sich XDR2 durchaus als Lösung für die Steigerung der Speicherbandbreite an, zumindest von technologischer Warte aus.

Bezüglich der am 29. August gezeigten Intel-eigenen Cedar-Trail-Benchmarks ist korrigierenderweise nachzutragen, daß sowohl die Verlustleistung der kommenden Atom-Modelle N2600 und N2800 als auch diverse Details zu deren Grafikeinheit schon bekannt sind und sich diese Cedar-Trail-Atoms somit besser gegenüber den bisherigen Atom-Prozessoren vergleichen lassen. So bietet Intel bei Cedar Trail zwar nicht mehr CPU-Leistung, dafür aber deutlich mehr Grafikleistung und gleichzeitig eine niedrigere TDP - insofern dann doch ein klarer Fortschritt durch die 32nm-Fertigung. Als Grafikeinheit wird unter dem Intel-Namen "GMA 5650" eine PowerVR-Abwandlung verbaut, zwischen N2600 und N2800 gibt es hierbei zudem einen erheblichen Taktratenunterschied, welcher auch die große Performance-Differenz im Grafikbereich erklären dürfte. Insgesamt betrachtet schaut das nun deutlich freundlicher für Cedar Trail aus, weil man gegenüber AMDs Bobcat im Problemfeld Grafikperformance aufholen wird, gleichzeitig bei der TDP seinen bisherigen Vorteil behält bzw. sogar ausbaut (die besten Bobcat-Modelle haben 9 Watt TDP, die schnelleren Modelle sogar 18 Watt). Die spannende Frage ist nunmehr, wie weit die PowerVR-Grafik in Cedar Trail an die von Bobcat gesetzten Maßstäbe bei der Grafikperformance herankommen kann.





Atom Pineview N570
Atom Cedar Trail N2600
Atom Cedar Trail N2800





CPU
2 Kerne + HT, 1.66 GHz
2 Kerne + HT, 1.6 GHz
2 Kerne + HT, 1.83 GHz



Grafik
GMA 3150
DirectX 9, 2 Pixel-Shader, 200 MHz Takt
?
DirectX 10.1, PowerVR-basiert, 400 MHz Takt
GMA 5650
DirectX 10.1, PowerVR-basiert, 640 MHz Takt



Fertigung & TDP
45nm - 8,5W
32nm - 3,5W
32nm - 6,5W