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News des 12./13. November 2011

Die Umfrage der letzten Woche warf die Frage auf, ob der Origin-Client bzw. dessen Lizenz-Bestimmungen und Eigenmächtigkeiten den Kauf von Battlefield 3 beeinflußt haben. Laut den Umfrage-Ergebnissen trifft dies zumindest unter den Umfrage-Teilnehmern überdeutlich zu: Zwar haben nur 2,7 Prozent das Spiel nach dem Kauf wegen Origin zurückgegeben, aber immerhin 46,7 Prozent haben es wegen Origin gleich gar erst nicht gekauft und weitere 28,0 Prozent stehen wegen Origin einem Kauf abwartend gegenüber. Dies sind sehr hohe Prozentanteile, welche eigentlich klar gegen die mit dem Origin-Ansatz einhergehenden Strategie sprechen – aber natürlich melden sich in einer solchen Umfrage in aller Regel zuerst die unzufriedenen Anwender zu Wort, lassen sich diese Prozentzahlen also keineswegs verallgemeinern. In der Breite des Marktes scheint Electronic Arts mit Battlefield 3 vielmehr einen so großen Verkaufserfolg einzufahren, als daß EA die Stimmen der Origin ablehnend gegenüberstehenden Anwender einfach nicht beachten muß.

 Hat Origin euren Kauf von Battlefield 3 beeinflusst?

Man muß hier klar konstatieren, daß der wache, mitdenkende Anwender nur vor der Wahl steht, solcher Bedingungen beim Spielekauf zukünftig verstärkt und irgendwann ausschließlich akzeptieren zu müssen – oder aber einfach nicht mehr mitspielen kann. Diejenigen Anwender, welche gern die Kontrolle über das eigene System behalten und nicht jeden Schwachsinn einer Lizenzbestimmung mitmachen wollen, sind einfach in der klaren Minderheit gegenüber der großen Anzahl an Konsumenten, denen diese Punkte einfach egal sind (so lange das Spiel läuft) oder/und die schlicht keine Ahnung von dieser Thematik haben. Dies bedeutet: Das Anrennen gegen diese Windmühlen mag ehrbar sein, bringt aber nichts. Wenn dann hätte dieser Kampf zu den Zeiten von Half-Life 2 und dem Aufkommen von Steam ausgefochten werden müssen, heuer ist dieser Zug abgefahren und wird sich nicht mehr aufhalten lassen.

Da man irgendwann auch nicht mehr auf jedes bedeutende Spiel verzichten will, sollte eher überlegt werden, wie man sich mit dieser Situation arrangieren kann. Dazu gehört erstens, sehr bewußt mit vorhandenen oder zukünftigen GfWL-, Steam- und Origin-Accounts umzugehen: Diese sollten nur so viele Spiele und Daten wie unbedingt notwendig enthalten. Im Zweifelsfall sind besser mehrere Accounts anzulegen, weil man einfach nicht durch ein einzelnes Problem gleich mehrere Spiele verlieren will. Und wer zweitens seinen Rechner nicht datengierigen Spielefirmen ausliefern will, der kommt langfristig nicht umhin, das Spielesystem kategorisch vom Allgemein- & Arbeitssystem zu trennen. Dies kann in Form von zwei getrennten Rechnern realisiert werden – moderner und effektiver wäre es natürlich, wenn das Spielesystem nur noch eine virtuelle Maschine in einem Allgemein- & Arbeitssystem ist, mit dem Fortschreiten der Virtualisierungstechnologie sollte dies eines Tages realisierbar werden.

Laut der VR-Zone wird nVidia am 6. Dezember die ersten Lösungen der GeForce 600M Serie an Mobile-Beschleunigern vorstellen. Dabei handelt es sich um die LowCost- und Mainstream-Varianten GeForce 610M, GeForce GT 630M und GeForce GT 635M, welche teilweise im Oktober schon in einem Beta-Treiber erspäht wurden. Genauere Daten zu diesen Mobile-Lösungen gibt es dato aber noch nicht, die von der VR-Zone genannten Hardware-Daten sind im übrigen reine Spekulationen. Wahrscheinlich ist nur, daß es sich um Lösungen auf Basis der Fermi-Architektur in 28nm handelt, weil eine weitere Fermi-Neuauflage unter 40nm kaum etwas bringt und der deutlich frühere Starttermin gegenüber dem HighEnd-Chip der Kepler-Architektur (GK100, erwartet erstes oder zweites Quartal 2012) nahelegt, daß es sich eben noch nicht um Kepler-basierte Lösungen handelt.

Wie Stigma Videospiele berichten, wird sich die ungekürzte AT/CH-Version von Saints Row 3 in Deutschland nicht aktivieren lassen – für englischsprachige Versionen dürfte wohl das gleiche gelten. Ob ein einmal (im Ausland) aktiviertes Spiel dann in Deutschland wenigstens nutzbar wäre, ist nicht klar – wenn ja, könnte man das Spiel wenigstens über einen Proxy oder ein VPN aktivieren. Im schlimmsten Fall wäre der bundesdeutsche Spieler allerdings wirklich abgeschnitten von der ungekürzten Version und könnte auf legalem Weg nur die geschnittene und inhaltlich auch leicht veränderte bundesdeutsche Version nutzen. Da dies gerade bei dieser Art von Chaos- und Alles-geht-Spielen für die wenigsten Spieler eine Option sein wird, dürfte wohl die Raubkopier-Quote bei Saints Row 3 in Deuschland durch die Decke gehen – und Pubisher THQ damit ein klares Eigentor geschossen haben.

Woher die Idee kommt, ein Spiel noch vor jeder Indizierung so derart vom Markt zu nehmen, ist nicht klar. Bei der Meldung auf Stigma Videospiele gibt es den Userkommentar, wonach THQ davon überzeugt sei, eine "Indizierung" käme einem "Verbot" gleich – wobei der Wahrheitsgehalt dieses Userkommentars natürlich nicht überprüft werden kann. Es gab allerdings durchaus schon Fälle von dieserart Falschauslegung der bundesdeutschen Rechtslage. Eine andere Auflösung kann sich in Firmen-internen Abgrenzungen begründen: THQ Deutschland könnte besorgt um seine eigenen Umsätze sein und sperrt daher ausländische Versionen einfach mal ganz aus – die zwar THQ insgesamt zukommen, aber eben nicht zugunsten von THQ Deutschland gezählt werden. Am Ende kann es natürlich auch nur der banale Grund sein, daß man bei THQ der gesellschaftlichen Diskussion um die ungekürzte Version von Saints Row 3 aus dem Weg gehen will – diese Diskussion kommt aber sowieso, die hierfür bekannten Revolvermagazine störten sich an solchen Details wie "Erwachsenen-Unterhaltung" oder "ausländische Version" noch nie.