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Hardware- und Nachrichten-Links des 15. April 2015

Erste Benchmark-Artikel zu GTA V kommen von der PC Games Hardware sowie der ComputerBase. Beide Artikel verwenden nicht den integrierten Benchmark oder die Prolog-Szene, sondern jeweils eine eigene Benchmark-Szene, welche deutlich mehr Last als der integrierte Benchmark oder die Prolog-Szene erzeugt. Interessanterweise gleichen sich die erzielten Frameraten beider Webseiten trotz dieser Unterschiede ziemlich: Die meisten schnellen AMD-Grafikkarten liegen unter 1920x1080 in einem Korridor von 30 bis 45 fps zusammen, die meisten der schnellen nVidia-Grafikkarte im selben Korridor – und darüber thronen dann einsam GeForce GTX 970, 980 und Titan X, die beiden letzteren als einzige mit Frameraten oberhalb von 50 fps. Man könnte fast von einer nVidia-Lastigkeit sprechen – aber jene ist nicht wirklich vorhanden, ähnlich schnelle Grafikkarten von AMD und nVidia laufen unter GTA V durchaus in etwa gleich schnell. Weitere Benchmark-Artikel zu diesem Titel werden das Bild dann sicherlich noch abrunden und dann auch abschließend in einer extra Meldung zur GTA-V-Performance ausgewertet werden.

Zum Fall der angeblichen Zen-APU kommt aus unserem Forum der interessante Vorschlag, das ganze doch einfach als Featureset des kompletten Zen-Baukastens anzusehen – und nicht als Plan einer konkreten CPU. Dies könnte in der Tat eine gute Auflösung der Frage sein, wieso jene Zen-APU laut dem dargebrachten Blockschaltbild gleich alles an Features vereinen soll, was für Gaming- und Server-Einsatz interessant sein könnte – ohne aber daß die Einzelfeatures dann für einzelne Anwendungszwecke wirklich relevant wären. Das ganze ist also eher das maximale, was AMD für eine mögliche Zen-APU bieten könnte – sofern es dafür jeweils Bedarf gibt. Alle Features zusammen wären dann vermutlich von der Chipfläche her sowieso nicht (gemeinsam) zu realisieren – aber alle Features zusammen ergeben schließlich auch keinen echten Sinn. Offen bleibt sowieso, ob sich AMD all zu schnell auf Zen-basierte APUs einläßt, nachdem alle bisherigen Anstrengungen in Richtung APUs kaum von größerem Erfolg gekrönt waren und die letzten diesbezüglichen Versuche eher in Richtung Mobile-Segment gingen – und weniger aus der Richtung wirklich leistungsfähiger Prozessoren-Power kamen. AMD sollte bei Zen in jedem Fall zuerst einmal versuchen, das Brot- und Butter-Geschäft an ganz regulären Prozessoren für Notebooks, Desktop-PCs und Server wieder anzuleiern, alles andere wäre optional und kann später kommen.

Telepolis und Netzpolitik berichten über den neuen Anlauf zur Vorratsdatenspeicherung, zu welcher derzeit allerdings erst einmal nur "Rahmenbedingungen" seitens der beteiligten Ministerien und noch kein neuer Gesetzesvorschlag vorliegen. Dabei sind jene Rahmenbedingungen durchaus clever gewählt, versucht man um einige verfassungsrechtlich bedenkliche Punkte herumzukommen und generell das ganze möglichst wenig anstößig wirken zu lassen. Ob das Vorhaben wirklich eine Chance hat, kann man natürlich nur anhand des kommenden Gesetzestextes beurteilen – aber aufgrund der Historie zum Thema wird es in jedem Fall schwierig werden, dies am Verfassungsgericht vorbeizubekommen. Am Ende ist vielleicht sogar die psychologische Komponente am interessantesten, warum Politiker einen solchen Zombie immer wieder reanimieren: Für die einen ist es weltanschauliche Überzeugung, für die meisten aber eher Aktivismus oder auch schlicht Angst, nichts getan zu haben. Belastbare rationale Argumente sind da eher Mangelware – und trotzdem werden dafür Zeit, Nerven und Steuergelder geopfert.

WinFuture berichten von Zankereien zwischen den USA und China über die chinesischen Supercomputer-Projekte bzw. deren weiteren Ausbau. Unter dem Argument der (angeblichen) Kernwaffen-Forschung hat die US-Regierung es Intel untersagt, weitere Xeon-Prozessoren für diese Supercomputer zu liefern, was unter anderem den Ausbau des derzeit schnellsten Supercomputers "Tianhe-2" (54,9 Petaflops) zur 100-Petaflops-Maschine behindert. Ob es dabei wirklich um so infantile Dinge geht, wie daß die USA den Rang des schnellsten Supercomputers für sich zurückgewinnen wollen, ist dabei gar nicht einmal der wichtigste Punkt – interessanter sind diese Streitereien eher im Hinblick auf die chinesischen Anstregungen zu eigener, chinesischer Hard- und Software (und dann zum weitgehenden Ausschluß der westlichen Konkurrenz): Wenn die USA China in dieser Art und Weise die Argumente für eine solche Strategie vor die Füße legen, muß man sich über den chinesischen Kurs nicht wundern – der Westen zeigt sich dann einfach als nicht solider Geschäftspartner, womit man zu eigenen Wegen faktisch gezwungen wird. Etwas verwunderlich ist nur, daß die US-Herstellerindustrie sich dies bieten läßt, schneidet man sich bei Fortschreiten dieser Entwicklung doch irgendwann einmal von größeren Teilen des Weltmarkts ab.