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Hardware- und Nachrichten-Links des 16. Juli 2021

Laut Moore's Law Is Dead @ YouTube wurde Ryzen Threadripper 5000 auf Zen-3-Basis (Codename "Chagall", abweichend vom früher teilweise genannten Codenamen "Genesis" oder "Genesis Peak") auf das Jahresende verschoben: Der Launch entsprechender Standard-Modelle soll nunmehr im November 2021 stattfinden, Pro-Modelle (mit Achtkanal-Speicherinterface und 128 PCI Express 4.0 Lanes) dann im Januar 2022 nachfolgen. Trotz der erstaunlich späten Terminlage wird hierbei wohl weiterhin die ursprünglich geplante Technik antreten, sprich "gewöhnliche" Zen-3-CCDs mit bis zu 64 CPU-Kernen, ohne jedoch den für den Jahreswechsel im Consumer-Segment angekündigten 3D V-Cache. Selbiger wird auf normalen Ryzen-Prozessoren zwar sicherlich auch nicht vor Jahresanfang 2022 in den Verkauf gehen, dürfte aber Ende 2021 durchaus schon ein Thema sein – insofern überrascht es etwas, dass AMD noch so spät eine neue Threadripper-Generation ohne 3D V-Cache herausbringen will.

    AMD Ryzen Threadripper Roadmap

  1.   Zen-3-basierte non-Pro-Modelle (bis 64C)  —  Launch November 2021
  2.   Zen-3-basierte Pro-Modelle (bis 64C)  —  Launch (geplant) Januar 2022
  3.   "Chagall X3D" mit 3D V-Cache  —  Launch vorläufig angesetzt für 2. Halbjahr 2022
  4.   Zen-4-basierter Threadripper (bis 96C)  —  Launch (geplant) 2023
    Quelle: Moore's Law Is Dead @ YouTube

Andererseits ist das ganze bei AMD natürlich auch daran gebunden, wieviel Wafer-Kapazitäten man bei Chipfertiger TSMC bekommt und welche Stellung das jeweilige Chip-Projekt in der internen Rangordnung hat. Threadripper steht diesbezüglich augenscheinlich ganz am Ende, da Intel in diesem Markt derzeit nicht aktiv ist und AMD in anderen Märkten den größeren Lieferdruck hat. Threadripper 5000 zum Jahresende muß allerdings auch nicht zwingend bedeuten, dass AMD zu diesem Zeitpunkt dann genügend Waferkapazitäten hat – es ist einfach nur das letztmögliche Datum, auf welches man eine Threadripper-Generation ohne 3D V-Cache verschieben kann. Dabei soll Threadripper mit 3D V-Cache tatsächlich ebenfalls in Vorbereitung sein, dies allerdings zu einem unklaren Termin irgendwann im zweiten Halbjahr 2022. AMDs Threadripper-Roadmap erscheint damit ziemlich langgestreckt (wie auch der YouTuber herausstellt), was sich primär durch Intels nicht vorhandene Gegenwehr im HEDT-Segment ergibt.

Twitterer Kopite7kimi deutet über das Bild einer 14-Layer-Grafikplatine (zu einer früheren nVidia-Generation) die Verwendung von hochwertigeren Grafikboards für den Ampere-Refresh an. Bisher kommen GeForce RTX 3080 & 3090 in der FE-Ausführung auf Platinen mit 12 Layern daher, 14 Layer würden somit zugunsten einer besseren Signalqualität gehen und somit eventuell höhere Taktraten beim Ampere-Refresh bzw. der GeForce RTX 30 "SUPER"-Serie zulassen. Neue Grafikchips gibt es hingegen sicher nicht (würde sich lange vorher ankündigen), selbst einer Neuauflage der vorhandenen Grafikchips unter einem verbesserten Fertigungsverfahren wurde kürzlich erst eine Absage erteilt. Auf Basis der vorhandenen Ampere-Chips sind für nVidia kaum mehr Shader-Cluster freischaltbar, ergo damit Taktrate und Speichermenge die einzigen Felder, womit man ersthaft einen Unterschied zur ursprünglichen GeForce RTX 30 Serie schaffen kann.

Die selbige Problematik hätte im übrigen auch AMD, sofern man dort einen Refresh zur Radeon RX 6000 Serie auflegen wollte. Bei AMD kommt als zusätzliche Schwierigkeit hinzu, dass mehr Shader-Cluster nicht machbar sind (AMD hat schon alles ausgereizt) und mehr Speicher auf dem derzeit gebotenen Niveau weder einen Sinn noch einen Effekt ergibt. Für AMD würde sich zugunsten einer Refresh-Generation eher die Benutzung einer verbesserten Chipfertigung anbieten, um darüber höhere Taktraten herauszuholen – für AMD fast der einzige Weg, um ein paar Unterscheidungsmerkmale zur aktuellen Grafikkarten-Serie zu generieren. Allerdings bedeutet ein neues Fertigungsverfahren normalerweise auch einen neuen Tape-Out, was erhebliche Vorlaufzeiten bis zur Markteinführung hat und somit üblicherweise die Chance ergibt, dass sich das ganze rechtzeitig vorher ankündigt. Da derzeit nichts von neuen AMD-Chips (wie auch neuen nVidia-Chips) zu hören ist, dürften beide Grafikchip-Entwickler für ihre aktuellen Grafikkarten-Generationen letztlich wohl keinerlei Refresh-Chips auflegen.